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Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot
 
 

Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot (Broschiert)

von Josef Winkler (Autor)
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Produktinformation

  • Broschiert: 125 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 3., Aufl. (27. November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518125567
  • ISBN-13: 978-3518125564
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 134.609 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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    Nr. 3 in  Bücher > Belletristik > Romane & Erzählungen > Zeitgenössische Literatur > Deutschsprachige Autoren > Winkler, Josef

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Reisen, um heimatlos zu werden«, schreibt Henri Michaux. Der Österreicher Josef Winkler ist während der Niederschrift seiner Romane über sein Heimatland Kärnten immer wieder nach Italien gereist, später nach Indien und dann auch nach Mexiko, im Gepäck die Erzählungen anderer Autoren, aus denen er kurze Zitate als Intarsien in seine poetologischen Reportagen einsetzt: von Reisen, die ihn zu seiner eigenen Überraschung mit Variationen eines Bildes aus der Kindheit - ein am Straßenrand liegendes, bereits mit Packpapier abgedecktes, überfahrenes Kind - heimholen. Zuletzt in Klagenfurt, wo bei Straßenarbeiten zur Vorbereitung der Fußballeuropameisterschaft 2008 ein Kind überfahren wird und stirbt. Erzählung für Erzählung, Todesfall für Todesfall rückt Winkler seiner Heimatlosigkeit näher.

Über den Autor

Josef Winkler wurde am 3.3.1953 in Kamering bei Paternion in Kärnten geboren. Nach der Volksschule besuchte er drei Jahre lang die Handelsschule in Villach. Nachdem er zunächst im Büro einer Oberkärntner Molkerei beschäftigt ist, besuchte er die Abendhandelsakademie in Klagenfurt und arbeitete tagsüber im Betrieb eines Verlags, der Karl-May-Bücher produziert, seit 1971 dann in der Verwaltung der neuen Hochschule für Bildungswissenschaften in Klagenfurt. In seiner Freizeit besuchte er germanistische und philosophische Vorlesungen. Seit 1982 ist Josef Winkler freier Schriftsteller. Er lebt derzeit in Klagenfurt. 2008 erhielt Josef Winkler den Georg-Büchner-Preis.

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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen In einer eigenen Liga..., 15. Oktober 2009
Von Roland Freisitzer "freisitzer" (Vienna, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Josef Winklers Prosa ist in jeder Hinsicht eine Liga für sich.

Sie ist weit weg von zeitgemäßer Befindlichkeitsprosa, meilenweit von der Postmoderne entfernt, ist von archaischer Wucht und erfindet eine Sprache, die komplex und gleichzeitig schön ist.

Schön ist seine Sprache, seine literarische Welt ist es nicht. In Josef Winklers Büchern wird viel gestorben. Sehr viel sogar. Auf sehr unterschiedliche Weise; nachdem man schon in den ersten Zeilen dabei ist, wie ein Italiener, der sich über den Einzug der siegreichen Amerikaner so freut, dass er "Viva la Amerika" schreiend ausrutscht und von einem amerikanischen Panzer überrollt wird, man findet den Doppelselbstmord zweier Kärntner Mädchen von einer Klagenfurter Kirche, oder auch den Tod des Jungen, der in der Nähe des sich damals in Bau befindenden Klagenfurter EM-Stadions von einem LKW überfahren wurde.

Die Vehemenz der Kirche und das Dorf-, Provinz- und Landleben im schönen, doch gar nicht so idyllischen Kärnten haben es Josef Winkler angetan, sie sind seit Jahren Teil seiner literarischen Welt. Josef Winklers Reisen, nach Indien und Mexico zum Beispiel, sind genauso Teil dieser Welt.

"Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot" ist eine Sammlung von relativ kurzen Prosaminiaturen, die sich auf Josef Winklers Reisen und literarische Begleiter, also Bücher, die er auf seinen Reisen gelesen hat, beziehen und zugleich sein Streben nach literarischer Erkenntnis konsequent weiterverfolgen. Konsequenz ist sicherlich auch eine der sichtbarsten Eigenschaften von Josef Winklers Schaffen. Schwer einzuordnen sind dieses Miniaturen allemal, am ehesten könnte man von einem Hybrid aus Reiselektüre, Essay, literarischer Reflexion und Erzählung sprechen.

Großartige, packende Szenen, die durch seine scheinbar kühle, unbeteiligte Attitüde, bzw. die des Erzählers, der möglicherweise ein reeller Josef Winkler, oder auch ein fiktiver, bzw. teil-fiktiver Josef Winkler ist für den Leser sichtbar und erlebbar werden; genau diese Kombination trifft dann auch besonders.

Durch die Kürze der hier versammelten Kurzprosa ist dieses Buch sicherlich bestens als Einstieg in Josef Winklers literarische Welt geeignet.

Absolute Empfehlung.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Titel verdient schon einen Preis, 2. Oktober 2008
Von Nino di Bari "Nino di Bari" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Der Titel "Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot" verdient schon einen Preis. Wobei Josef Winkler sich gegenwärtig wirklich nicht über mangelnde Aufmerksamkeit des Feuilletons oder einen Magel an wichtigen Preisen beklagen kann. Nie war er so öffentlich wie im Moment. Das aktuelle Heft Literaturen widmet ihm das Titelbild und einen Bericht mit Fotos über 15 Seiten. Er hat es verdient!

Wer Winkler noch nicht kennt, wird durch den Titel vermutlich fehlgeleitet. Es ist wie immer schwere und gehaltvolle Kost. Es ist wieder einmal schwer, das vorliegende Buch einer Gattung zu zuordnen. Wieder widmet sich Winkler dem Tod, ob durch Suizid oder durch einen plötzlichen Unfall, oder gar mit der Konfrontation mit einer Wasserleiche. Er bezieht sich auf Östereich, Italien, Indien und Mexiko, er beschreibt Rituale. Er bezieht sich hier und dort auf Julien Green, Ingeborg Bachmann, Frida Kahlo oder Annemarie Schwarzenbach.

Die Texte sind spröde und doch kann ich mich der Morbidität und dem erzählerischen Sog bei Winkler nie entziehen. Bestimmte Stilmittel, wie die mitunter mehrfachen wort-wörtlichen Wiederholungen sind für Neueinsteiger gewöhnungsbedürftig und verlangen mir als eher ungeduldigen Menschen einen langen Atem ab.

Für mich ist jeder Text von Winkler ein Erlebnis und ich kann ihn nur uneingeschränkt empfehlen. Ob sich dieses Buch als Einstieg eignet, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Ein paar letzte Worte zum Einband: es wäre schön wenn Taschenbücher häufiger so schön mit Schutzumschlag aufgemacht würden. Das steigert die Lust zum Buch zu greifen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Popkultur, Tod und Katholizismus, 30. Mai 2009
Von Jan N. "www.kultur-ostbayern.de" (Regensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
Erstmal tief durchatmen, bevor man das Buch aufschlägt. Josef Winkler, der Büchner-Preisträger von 2008 verspricht ja immer harte Kost. Nicht dass hier gemetzelt würde: Es ist eher die Katgorie "Schrecken des Alltags". -Unfälle, die tödlich enden, der gemarterte Messias, der die Kinder verschreckt und das psychosomatisches Dauerunwohlsein des Menschen, der sich aus biographischen Gründen zuviel damit beschäftigen muss. Die Texte von Winkler sind immer ein Erlebnis, das einen auch mit dem eigenen Schrecken konfrontieren, nichts zur reinen Unterhaltung, nichts für zu empfindsame Gemüter. Zwischendurch gerne mal gebetsmühlenartig (als literarisches Stilmittel), oft wie ein Vanitas-Gemälde mit Totenkopf und Sanduhr, das Vergänglichkeit symbolisiert. "Ich reiss mir eine Wimper aus..." enthält Aufsätze und Essays -Geschichten sind es eigentlich weniger-, die das Reisen zum Thema haben. Winkler hat ja, übrigens mit seinen Kindern, die im Buch auch öfters vorkommen, Reisen unternommen, z.B: nach Indien (wovon auch das Buch Domra handelt) oder Mexiko, Länder die ja auch einem ausgesprochen bekannten Totenkult frönen. Zitate und Intertextualität sind auch wichtige Zutaten zu einem zünftigen Winkler-Buch. Handke, Nizon, Kawabata zählen zu seinen Reisebegleitern. In Knochenstilleben mit Ovomaltine nähert er sich wieder seiner Heimat - und die Geschichte ist auch politisches Statement - aufgrund der EM 2008 wird in Klagenfurt wie verrückt gebaut, ein Kind kommt bei einem Unfall zu Tode.
Das Buch ist stilistisches sehr schön. Wie ich gelesen habe, komponiert Winkler ja seine Texte regelrecht durch - das macht sich schon bemerkbar. Nett fand ich auch die Gedichte von H.C.Artmann z.B. die "Liebe Mumie" als Entdeckung - das Buch hat auch seine heiteren Seiten
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3.0 von 5 Sternen Unerfüllte Erwartungen
Inhalt, Sprache und Gedanken blieben hinter meinen Erwartungen zurück.
Zustand des Büchleins in Ordnung, für persönlichen Gebrauch.
Vor 4 Monaten von Josef Schäufl veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Ein großes kleines Buch
Josef Winkler ist ein scharfsinniger Sprachkünstler. Und er beherrscht sein Metier. "Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot" ist ein reifes Werk des großen, starken... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Christina Hoefferer veröffentlicht

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