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Ich raube, also bin ich. Die Eddie Coffin Story.
 
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Ich raube, also bin ich. Die Eddie Coffin Story. [Broschiert]

Tibor Fischer
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 409 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499223678
  • ISBN-13: 978-3499223679
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 858.133 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Was geschieht, wenn sich ein Autor einen gescheiterten englischen Philosophen ausdenkt, der folgende Eigenschaften hat: Er ist Mitte 50, fettleibig, faul, alkoholabhängig und hat neben Frauen nur griechische Philosophie im Kopf? Es entsteht eine Klamotte, denn erschwerend kommt noch hinzu, dass dieser Philosoph in Südfrankreich auf Bankraubzug geht. Das sei alles sehr an den Haaren herbeigezogen? Es kommt noch dicker: Sein einarmiger und einbeiniger Kompagnon, der außerdem als Bluter an AIDS leidet, dennoch ein heiterer Geselle ist, macht aus den Raubzügen furiose Kabarettnummern. Einer Bank, deren Bares sich auf bescheidene 4000 Francs beläuft, schenkt er einfach ein Vielfaches.

Als die Beiden einem anderen Räuberduo ins Gehege kommen, fordert er seine Kollegen zu einem seltsamen Duell, und außerdem kündigt er die Überfälle vorher in der Presse an. Dazwischen werden aberwitzige Episoden aus dem Leben des Philosophen Eddie Coffin gestreut, der sich durchs Dasein gemogelt hat, in dem er Stipendien veruntreut und Verlagsvorschüsse versoffen hat. Einer der grotesken Höhepunkte ist Coffins Versuch, mittels eines Mediums Informationen über das zu bekommen, was nach dem "Großen Vorhang" passierte. Der herbeizitierte griechische Lyriker hat aber nichts anderes zu tun, als fluchend an seinem Medium herumzugrabschen und dieses zu veranlassen zwei Flachmänner in ihre Nasenlöcher zu entleeren.

Die Slapsticknummern werden ergänzt durch Ausflüge in die griechische Philosophie, die auch nicht gerade ernst zu nehmen sind. Eddie Coffin hat eine Vorliebe für den Buchstaben z, dem wichtigsten Buchstaben des griechischen Alphabets. Also würzt er seine Mono- und Dialoge mit entlegenen Fremdwörtern, die mit z beginnen. Diese zu enträtseln hilft gelegentlich das Glossar. Wie in seinem Leben schwankt Coffin in seiner Sprache zwischen Gosse und Hörsaal, zwischen Suff und Sokrates. Der Übersetzer muss bei seiner Arbeit mächtig ins Schwitzen gekommen sein. Aphorismen wie: "Wenn's um das nackte Überleben geht, sollte man nicht dumm aus der Wäsche gucken", sind noch harmlos. Die zahllosen Kalauer ("eine Bank ist eine Peep-Show der Piepen") müssen die Übersetzung zur Tortur gemacht haben.

Tibor Fischers zweiter Roman ist nicht mehr und nicht weniger als eine Klamotte in der Tradition von Monty Python. Wer akzeptiert, dass das Buch ein Riesenschabernack ist, wird vorzüglich bedient. --Matthias Kehle

Über den Autor

Der Autor, als Kind ungarischer Emigranten geboren, lebt als freier Schriftsteller und Journalist in London. 1994 erschien sein vielbeachteter erster Roman 'Under the Frog'. 'Ich raube, also bin ich' ist sein zweites Buch. Für beide wurde er mehrfach ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Das Buch "Ich raube, also bin ich" hat mir beim Lesen oft regelrecht den Atem verschlagen, meistens vor Lachen, manchmal aber auch weil die Sprache außergewöhnlich gut ist. T. Fischer hat für 'allgemein bekannte, alte' Sachverhalte Worte neu erfunden, Situationen treffend grotesk, teilweise aber auch brutal widergegeben und eine rasant-actionreiche Story geschrieben. Eine ungewöhnliche Geschichte über ein Gangsterpaar: ein kleinkrimineller Philosophieprofessor und ein philosophierende Kleinkrimineller rauben Banken in Frankreich aus. Das ist nicht gerade ungewöhnlich -solche Geischten gibt es bestimmt zuhauf- aber wie die beiden Philo-Freunde ihre Beutezüge gestalten und wie die beschrieben werden, ist einfach köstlich. Zum Beispiel wird während eines Raubzuges erstmal, anstatt direkt das Geld einzustecken, eine Diskussion mit der Bankangestellten angefangen, sie solle doch bitte andersfarbige Kleidung tragen, diese Garderobenfarbe sei eine Beleidigung für die Kundschaft.

Solche und viele andere Begebenheiten werden mit viel Witz erzählt. Als ich das Buch zuende gelesen hatte, hätte ich direkt wieder von vorne anfangen können.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Eddie Coffin hat nicht nur einen für seinen Beruf ungeeigneten Namen, eine überwältigende Körperfülle, er hat auch eine ungeeignete Berufsauffassung und er wacht eines morgens umgeben von Kinderpornos auf - nicht gut für einen Philosophieprofessor in Oxford. Seine Forschungsgelder hat er verschleudert, geforscht hat er eh nur die Wirkung von Alkohol auf seinen Organismus und jetzt bleibt ihm nur noch die Flucht. In Frankreich will er seine Existenz ausklingen lassen und landet in den Armen von Hubert, einem einarmigen verhinderten Banditen. Zusammen gründen sie die "Thought Gang" und überfallen Banken mal auf die philosophische Art. Ständig auf der Flucht aber nie in Bewegung erlangt Eddie zum ersten Mal wirklich eine Ebene von der aus seine philosophischen Halbwahrheiten Sinn machen. Gespickt mit hunderten von Bonmots, einfallsreich und temporeich hat Tibor Fischer mit Eddie Coffin einen Anti-Helden geschaffen, der trotz seiner Schwächen nur gemocht werden kann. Eddie und Hubert bei ihrer Tour de farce zu begleiten ist ein Riesenspaß und läßt auf Wiederholungen hoffen. cg (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Ein Hammer! 27. Dezember 2006
Von Prospero
Format:Gebundene Ausgabe
ein buch, daß man nicht nur einmal gelesen haben muß. nicht nur, weil es ab dem zweiten mal vielleicht sogar noch mehr spaß verbreitet, sondern weil man beim ersten mal einfach zu viel verpaßt. zu versponnen sind manche seiten, zu versteckt manche szenen, manches wirkt in diesem überbordenden roman auch erst auf den zweiten blick, weil noch grandiosere ideen den ersten blick für sich in beschlag nehmen.

die rahmenhandlung ist oben zutreffend wiedergegeben und soll hier noch wiederholt werden. allerdings gibt es -ohne es hier in der kürze des platzes auch nur annähernd beschreiben zu können- viel mehr zu entdecken und zu bestaunen, als bloß diesen roten faden. ständig schweifen die gedanken ab, werden einsprengsel erzählt, macht die chronologie sprünge nach vorne und hinten. und all das wirkt nie zuviel, belastet nicht, sondern ist einfach hundertprozentig gut und einfach umwerfend witzig dazu.

weiterhin sind die figuren mit soviel liebe und präzision gezeichnet, daß sie einem sehr vertraut und lieb werden. man kann zu ihnen wie zu guten freunden zurückkehren. erinnert sei nur an die szene, in der gewisse unsymphatische zungen noch unsympathischerer besitzer eine sehr enge, durchaus dauer- sowie äußerst schmerzhafte verbindung mit einer theke eingehen. eine meiner sehr häufig gelesenen lieblingsstellen.

tibor fischer ist sicherlich ein unterschätzter und unter seinem verdienst berühmter autor. es wäre ihm zu wünschen, daß er einem größeren leserkreis bekannt wird. dieses buch, welches ohne zweifel fünf punkte verdient, hat das zeug dazu, ihm dabei eine enorme hilfe zu sein. bravo!
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