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Beispiel eines Tourentipps (Monat Juni): Um den Grand Canyon du Verdon Der Verdon entspringt im Massiv des Trois Eveches in der Nähe des Col d‘Allos und mündet nach 180 km südlich von Manosque in die Durance. Zwischen dem Stausee von Castellane und dem Lac de Sainte Croix durchbricht der Verdon eine Bergkette aus weichem Jurakalk – dort liegt der bis zu 700 m tief eingeschnittene Grand Canyon du Verdon. Der Gorges der Verdon bietet dem Rennradfahrer eine Runde vom Feinsten. Die gewaltige Landschaft, die niemals langweiligen Strassen der Provence, die charaktervollen Ortschaften und die anspruchsvolle Streckenführung bilden eine einzigartige Synthese radlerischen Hochgenusses. Wir fahren zuerst auf der südlichen Strasse Corniche Sublime (D71), die teilweise hoch über den Abbrüchen der Schlucht entlang führt. Der Wendepunkt der Tour ist die Pont de Soleil, hier erreichen wir die D952, die dann am nördlichen Schluchtrand (d.h. am rechten Ufer „rive gauche“) wieder zurück führt. Sozusagen als Kür, aber auch als Höhepunkt dieses Unternehmens nehmen wir noch die Kammstraße Route des Cretes (D23) unter die Räder. Diese Route ist ein Rundkurs, der in La Palud sur Verdon beginnt und dort auch wieder endet. Die Tour startet in La Salle sur Verdon (494 m) am Lac de Ste. Croix. Mit angenehmer Steigung gewinnt man schnell an Höhe. Noch bevor das Örtchen Aiguines erreicht wird, eröffnen sich tolle Ausblicke auf den See. Hinter der Ortschaft Aiguines (789 m) wird die Landschaft schnell spektakulärer, es geht nun direkt an den hellen Kalkfelsen entlang. So nebenbei wird die Passhöhe Col d‘Illoire (964 m) und der Hochpunkt Cirque de Vaumale (1201 m) passiert. Die folgende Abfahrt ist nicht sehr lang, und nach einigem Auf und Nieder erreicht man nach einem etwas längeren Anstieg den „Tunnels de Fayet“. Vor diesem Tunnel befindet sich ein Aussichtspunkt mit besonders eindrucksvollen Schluchtblicken. Hier rückt der Sport in den Hintergrund, diese Tour ist landschaftlicher Hochgenuss. Immer wieder bleibt man stehen, tastet sich zum jäh abfallenden Schluchtrand vor und genießt die berauschenden Tiefblicke entlang der exponierten Felswände. Irgendwann überquert man eine Schlucht auf einer Brücke in schwindelnder Höhe. Es ist die Pont l‘Artuby, die sich in 180 m Höhe über den Canyon de Artuby, ein Seitencanyon des Verdons, spannt. Nach der Brücke geht es noch einmal ca. 200 Hm bergauf, bevor wir eine rasante Abfahrt über eine anfangs breite Straße beginnen. Wir biegen links von der D71 ab und nähern wir uns dem Ort Trigance. Mit der breiten Straße ist es nach wenigen hundert Metern vorbei, und man radelt auf einem typischen Provencesträßchen auf eine Anhöhe, von der aus Trigance sich unserem Blick offenbart. Ein Brunnen mit einem Schattenspendendem Baum und einer Bar ist der Mittelpunkt dieses hübschen und ursprünglichen Dorfes. Durch das Tal des Jabron – ein weiterer Nebenfluss des Verdon – erreichen wir die Pont de Soleil, überqueren den Verdon und befinden uns nun sozusagen auf dem Rückweg. Die D952 ist die Verbindungsstraße zwischen Castellane und Moustier und deshalb leider stärker vom motorisierten Verkehr frequentiert. Eindrucksvoll führt die Straße direkt an teilweise überhängenden Felswänden entlang, anfangs immer in der Nähe des Verdon, bis die Auffahrt zum Point Sublime beginnt. Etwas später erreichen wir die ersten Ausläufer der Ortschaft La Palud-sur- Verdon. Noch gut 20km, und die Runde wäre beendet. Ist sie aber nicht, denn hier hat man die Möglichkeit, sich für den spektakulärsten, den schönsten aber auch anstrengensten Teil der Runde zu entscheiden. Hier beginnt nämlich der 21 km lange Rundkurs über die Route des Cretes. Nach einer kurzen Abfahrt beginnt gleich die kräftige Steigung. Die gesamte Auffahrt zum Scheitelpunkt ist steil, und Schatten gibt es selten. Faszinierend sind erneut die vielen Aussichtspunkte direkt an den steilen Felsflanken. Im späteren Verlauf der Strasse sieht man zum Greifen nahe am gegenüberliegenden Schluchtrand die Straße, auf der wir noch zur kühlen Morgenstunde in entgegengesetzter Richtung gefahren sind. Mit der Durchfahrt von La Palud-sur-Verdon beenden wir die Kür, kommen wieder auf die D952 und folgen dieser über die Passhöhe des Col d‘Ayen. Die folgende Abfahrt bietet ein letztes Mal spektakuläre Blicke in den unteren Teil der Schlucht. Nach einigen Gegensteigungen erreichen wir Moustier und folgen dort der Seeuferstraße über die Pont de Galetas zurück zum Ausgangspunkt La Salle.