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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Fesselnder Spannungsbogen bis zum schwächelnden Ende, 5. Januar 2006
Unweigerlich muss man die Romanvorlage zum Vergleich heranziehen. Nicht nur in Frankreich war „Les rivières pourpres“ ein Bestseller, und so bot sich der Stoff geradezu für eine Verfilmung an. Wer das Buch gelesen hat, wird jedoch einige Unterschiede zum Film feststellen. Der wohl gravierendste davon ist sicherlich die Besetzung von Vincent Cassel. Das Können des Schauspielers mag unangefochten sein; dennoch war der Charakter im Buch ein Nordafrikaner und hieß Karim. Gerade die Unterschiede zwischen Niémans und Karim, charakterliche wie kulturelle, bieten im Buch einen hohen Unterhaltungswert. Warum man der Linie des Buches nicht treu geblieben ist, sei dahingestellt. Vielleicht war der Name Cassel zu verlockend, so dass man diese Abänderung gern in Kauf genommen hat. Einige weitere Gesichtspunkte unterscheiden Film und Buch, die meisten davon sind verschmerzbar. Manches wurde lediglich unter dem Aspekt der Straffung der Geschichte durchgeführt, bei anderen Dingen wird nicht wirklich ersichtlich, aus welchem Grund es zu Änderungen kam; zum Beispiel gab es am Ende des Buches eine nicht unwesentliche Änderung die Personen betreffend, die der Spannung wegen aber nicht verraten werden darf.Abgesehen von Cassel, der – trotz der Änderung des eigentlichen Charakters – eine gute Darbietung gibt, überzeugt vor allem Jean Reno in der Rolle des bärbeißigen Kommissars Niémans, für die der Franzose die perfekte Besetzung ist. Nadia Farès als Fanny kann als weiblicher Gegenpart zu diesen beiden Männern gut mithalten. Die übrige Besetzung ist ordentlich, aber die Gewichtung liegt eindeutig auf Cassel und Reno, die als streitlustiges Ermittlerduo glänzen und wunderbar harmonieren. Die Geschichte mag stellenweise etwas verwirren; ein Manko des Films ist, dass manche wichtigen Aspekte zwar angerissen, aber nicht eingehend beleuchtet werden, so dass der Zuschauer manchmal allein gelassen wird und für ihn die eine oder andere Wendung etwas verwirrend erscheinen mag. Dennoch weiß die Handlung zu fesseln. Die Idee, was es mit den „purpurnen Flüssen“ auf sich hat, ist spannend konstruiert, wenngleich es wie bereits erwähnt nicht immer einfach ist, dem Geschehen zu folgen. Trotzdem durchzieht der Spannungsbogen die Handlung bis zum Finale, das wesentlich actionreicher inszeniert ist, als es im Buch vorgegeben war. Hier muss nun sowohl Buch als auch Film ein großer Minuspunkt zugesprochen werden. War die gesamte Inszenierung bis zum Finale spannend aufbereitet und interessant erzählt, so verliert die Geschichte sämtlichen Reiz, wenn es an die viel zu schnell und hektisch dargelegte Auflösung kommt. Hinzu kommt eine zwar überraschende, aber auch dick aufgetragen wirkende Wendung, die jedoch den insgesamt starken Film letzten Endes doch etwas schwächer wirken lässt.
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