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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzweiliger Film mit dem Titel eines sehr guten Buches
Außer dem Titel und der Grundstory (Engländer geht in den Orient um Arzt zu werden) hat der Film nicht viel mit dem Buch zu tun.

Das ganze wurde mit zu viel theologischen Streitfragen gewürzt.

Wen man von der schlechten Umsetzung des Buches absieht und den Film als ein Eigenständiges Produkt ansieht, ist er jedoch sehr gelungen...
Vor 4 Monaten von Jannis Meier veröffentlicht

versus
105 von 129 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Film ist nicht schlecht....
Aus Vorfreude auf den Film habe ich das Buch, dass ich zuletzt vor 22 Jahren gelesen hatte, wieder hervorgeholt und verschlungen. Wärend des Lesens habe ich mir vorgestellt, ach, wie setzten sie wohl dieses und jenes im Film um. Das war der Fehler! Der Film hat, außer der Grundstory - englische Bader reist nach Persien- aber auch rein gar nichts mit dem Buch zu...
Vor 13 Monaten von Düster veröffentlicht


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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzweiliger Film mit dem Titel eines sehr guten Buches, 19. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (Amazon Instant Video)
Außer dem Titel und der Grundstory (Engländer geht in den Orient um Arzt zu werden) hat der Film nicht viel mit dem Buch zu tun.

Das ganze wurde mit zu viel theologischen Streitfragen gewürzt.

Wen man von der schlechten Umsetzung des Buches absieht und den Film als ein Eigenständiges Produkt ansieht, ist er jedoch sehr gelungen und angenehm anzuschauen.
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108 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bitte nicht immer so engstirnig sein, 3. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Als erstes möchte ich sagen, dass ich das Buch gelesen habe und wirklich sehr interessant und spannend fand. Ich habe mich sehr auf den Film gefreut und war wirklich positiv überrascht. Ich finde den Film sehr gut, tolle Schauspieler, tolle Kulisse und echt kurzweilig. Ich kann es nur langsam nicht mehr hören, dass einige engstirnige Menschen der Meinung sind, eine Buchverfilmung müsste eins zu eins das Buch wiedergeben. Nicht ohne Grund wird darauf verwiesen, dass Filme auf einem Buch BASIEREN. Und wie bitte hätte man dieses Buch in einen Film bekommen sollen ? Natürlich bleiben da Details aif der Strecke.

Ich werde weiterhin Bücher lesen und mich weiterhin auf die darauf basierenden Filme freuen und uneingenommen ins Kino gehen (Tipp für alle).
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn man das Buch vergisst, ganz gut, 29. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus [Blu-ray] (Blu-ray)
"Der Medicus" von Noah Gordon gehört zu den Büchern in meinem Regal, die ich gar nicht oft genug lesen konnte. Umso mehr habe ich mich über eine Verfilmung gefreut. Ins Kino bin ich trotzdem nicht gegangen. Dass Robs Frau Mary komplett gestrichen und durch die (später verheiratete) spanishe Jüdin Rebecca ersetzt wurde, war mir pingeliger Frau schon Pfuscherei genug. Jetzt gibts den Film für lau bei Amazon Instant Video und ich hab mich doch mal getraut.

Parallelen und Un-Parallelen zum Buch:
Schon in den ersten Szenen wird klar: Die Story ist zwar ans Buch angelehnt, mehr aber auch nicht. Rob wohnt nicht mehr in London, sondern in einer Hütte auf dem Land. Die Mutter stirbt nicht bei der Geburt, sondern am Blinddarmdurchbruch. Der Bader ist kein Charmeur mit vergleichsweise guten Medizinkenntnissen, sondern nicht mehr als ein Scharlatan ohne jedes Interesse an seinen Mitmenschen. Robs gesamte Kindheit wurde aus dem Film gestrichen. Das kann ich nachvollziehen, die Story ist lang genug. Dasselbe gilt übrigens auch für Robs Rückkehr nach England und seine spätere Flucht nach Schottland, die im Film fehlen. Dennoch wären da ja einige spannende Episoden beigewesen, deren Verfilmung sich gelohnt hätte. Jedenfalls wird schnell klar: Wer sich zu sehr ans Buch klammert, der wird an diesem Film keine Freude haben. Ein weiterer gravierender Unterschied ist, dass Rob in Isfahan nicht seine Buch-Frau Mary Cullen aus Schottland kennen lernt, sondern die verheiratete Jüdin Rebecca, mit der er am Ende durchbrennt. Durch diese Story entfällt die Liebesbeziehung zwischen Karim und Ibn Sinas junger Frau, die im Buch doch deutliche Parallelen zu dieser Filmromanze aufweist. Während Rob im Buch auf Drängen seiner chrislichen Frau Isfahan verlässt und nach England zurückkehrt, ist er im Film gezwungen, zu fliehen. Das klingt jetzt nach ein paar Kleinigkeiten, sind aber alles elementare Dinge, die Robs Handlungen rechtfertigen und beeinflussen und deren Verfälschung damit auch die ursprüngliche Geschichte verfälscht. Das muss der ganzen Sache natürlich einen Minuspunkt einbringen, immerhin suggerieren Film und Titel, es handele sich dabei um eine (erwartungsgemäß halbwegs nahe) Verfilmung des Buches. Das ist irreführend und zweifellos der Grund, warum hier so viele enttäuscht sind.

Der Film ohne Buch betrachtet:
Nehmen wir erstmal die Story (Wer nicht gespoilert werden will, sollte diesen Absatz überspringen): Rob Cole drängt sich nach dem Tod seiner Mutter einem zufällig anwesenden Bader auf und wird sein Lehrling. Anfangs ist er nur für die Unterhaltung zuständig, später wird er zum Bader ausgebildet. Als sein Lehrmeister langsam erblindet, lernt Rob die jüdische Heilkunst kennen und in ihm wächst der Wunsch, bei den besten der Besten zu lernen und so auch Krankheiten wie Blindheit und die Seitenkrankheit (Bilnddarmentzündung) heilen zu können. Rob erfährt, dass er nach Isfahan reisen muss, wenn er wahrhaft ein Medicus werden will. Dort lehrt mit Ibn Sina (übrigens eine historische Person) der größte Medicus der Welt.
Da in Isfahan nur Juden und Moslems geduldet werden, sieht Rob sich genötigt, die Identität eines Juden anzunehmen. In Ägypten schließt er sich als Jesse ben Benjamin, leider viel zu wenig in "seinem" Glauben erzogener Jude aus England, einer Karawane an, die ihn nach Isfahan bringt. Dort trifft er übrigens auch auf Rebecca, die offenbar auf dem Weg zu ihrer Verheiratung ist. Nur mit viel Glück überlebt Rob einen Sandsturm, der fast die gesamte Karawane getötet hat. Allein schlägt er sich weiter nach Isfahan durch. Robs Aufnahme an Ibn Sinas Schule scheitert, doch zufällig trifft er auf den großen Meister selbst und wird über ihn doch noch aufgenommen. Schnell freundet Rob sich mit dem Juden Mirdin und dem verwöhnten Muslim Karim an. Er trifft die im Sandsturm verschollene Rebecca wieder, die soeben einen anderen Juden geheiratet hat.
Rob besitzt eine besondere Gabe, die ihn spüren lässt, ob Menschen dem Tod geweiht sind. Da er seine Gabe nicht erklären kann, stößt er anfänglich auf Skepsis, bis er in Ibn Sina einen Gleichgesinnten findet. Ab sofort ist Rob der Protegé des Medicus und kommt auf diesem Weg sogar in Bekanntschaft mit dem Schah.
Als Rache über die Enthauptung ihres Prinzen schicken die Seldschuken Pestkranke nach Isfahan. Rob und seine Freunde beginnen gegen die Krankheit zu kämpfen, für die es damals kein Heilmittel gibt. Um der Krankheit auf die Spur zu kommen, sezieren Rob und Ibn Sina an der Pest verendete Tiere. Rob erhält den (zeitlich etwas verfrühten) Geistesblitz, dass die Pest durch Flöhe übertragen wird. Durch das Entfernen der Leichname in den Straßen und die konsequente Ausrottung von Ratten können die Ärzte die Krankheit schließlich eindämmen. Na, hätte man das mal 300 Jahre später in Europa gewusst.
Schließlich ist die Stadt gerettet; Karim stirbt als einer der letzten an der Pest. Obwohl Rob mittlerweile mit Gott und seinen mangelnden Kenntnissen als Heiler hadert und sich nach der unerreichbaren Rebecca verzehrt, geht das Leben weiter und er setzt sein Studium an der Madrassa fort. Heimlich seziert er Tote, um der Seitenkrankheit auf die Schliche zu kommen. Es kommt wie es kommen muss und Rob wird des illegalen Sezierens von Menschen überführt. Um die anderen Juden davor zu schützen, sozusagen in "Sippenhaft" von der Madrassa ausgeschlossen zu werden, gesteht Rob, getaufter Christ zu sein. Dennoch wird er gemeinsam mit Ibn Sina ins Gefängnis geworfen. Die Hinrichtung der beiden wird in letzter Sekunde aufgehalten, als Seldschuken Isfahan angreifen und der mittlerweile ebenfalls an der Seitenkrankheit erkrankte Schah (wie überraschend) beide Ärzte zu sich ruft. Er fordert Rob auf, ihn zu operieren. Rob stimmt zu, fordert aber, dass der Schah Rebecca vor der Steinigung als Ehebrecherin rettet. Während Fanatiker und Seldschuken Isfahan angreifen, wird der Schah operiert und überlebt den Eingriff. Unter dem Schutz des Schahs fliehen Rob und die Juden in die Berge, während der Herrscher selbst in der Schlacht gegen die Seldschuken fällt.
Der Film endet damit, dass Rob und der Bader in London wieder aufeinandertreffen.

Jetzt mal zum eh.. technischen Teil des Films
Ich bin mir nicht sicher, ob das Mittelalter und seine Menschen hier nicht ein klein bisschen schmuddeliger und runtergekommener dargestellt werden, als es tatsächlich war. Man sollte doch annehmen, dass zumindest Bürgersfrauen - wenn auch arm - auf ein Mindestmaß an Sauberkeit und ordentliche Kleidung geachtet haben dürften.
Die Darsteller der Hauptfiguren gefallen mir so weit gut, auch Rob wird super dargestellt. Eine schöne Mischung aus verwegenem Jungspund und Mann mit dem Bedürfnis, zu helfen. Der Bader enttäuscht etwas, da er mir zu sehr von der liebgewonnenen Figur aus dem Buch abweicht, für einen Scharlatan wird er aber ganz gut dargestellt. Auch die Behandlung von Krankheiten und Gebrechen scheint mir unter mittelalterlichen Aspekten recht authentisch (ja bei sowas bin ich pingelig). Ben Kingsley als Ibn Sina wiederum ist großartig. Eine tolle Mischung aus Bescheidenheit, Gelehrsamkeit und Selbstironie.
Abgesehen von der bereits erwähnten Schmuddeligkeit gefallen mir die Landschaftsaufnahmen und die Gebäude ganz gut. Man sieht ja leider zu oft Schlösser und Burgen in Filmen die es zu der Zeit noch gar nicht gab oder die damals ganz anders aussahen. Der Tower of London ist hier ein gutes Beispiel: Er wird tatsächlich im Zustand des 12. Jahrhunderts gezeigt und nicht im heutign. Insbesondere in den in der christlichen Welt spielenden Schauplätzen (bspw. England) ist mir allerdings der Umgang zwischen Juden und Rob etwas zu vertrauensvoll. Immerhin herrschte damals eine gewaltige Kluft zwischen beiden Religionen (den Juden wurde ja die Schuld an praktisch allem zugeschoben). Da hätte ich mir zumindest für den Einstieg etwas mehr Distanz gegenüber Rob gewünscht. Dasselbe gilt übrigens auch für die Kombination Jude-Moslem. Auch hier wird der mittlerweile als Jude getarnte Rob von vielen Muslimen ein bisschen freundlicher und vertrauter aufgenommen, als es im historischen Kontext wirklich passend gewesen wäre.
Die lange und im Buch recht unspektakuläre Reise wird mit einer Schiffsreise nach Ägypten auf wenige Minuten gekürzt, was ich vollkommen okay finde. Leider wird mit keiner Szene gezeigt, wie Rob sich als Engländer die persische Sprache aneignet, da man in Isfahan zweifellos kein Wort Englisch spricht. Auch die dürftigen Lateinkenntnisse, die zumindest der Buch-Rob hatte, können im Film nicht als gegeben vorausgesetzt werden (eine Bürgersfrau hat in der Schule vielleicht noch etwas Latein gelernt, aber Film-Robs verarmte Bettelmutter wird ihm da kaum was beigebracht haben). Besser gefällt mir hingegen, dass der Film zeigt, wie Rob/Jesse während seiner Reise von anderen Juden die wichtigsten jüdischen Gebräuche lernt, was seiner Tarnung natürlich enorm zu Gute kommt.
Bei Robs Ankunft in Isfahan wird Feuerwerk gezeigt. Ich habs grad mal gegoogelt: Das gabs im persischen Raum tatsächlich schon im 12. Jahrhundert, ist also kein Filmfehler ;) Sehr gut gefällt mir, wie die Ausbildung an der Madrassa dargestellt wird. Ähnlich wie an europäischen Universitäten bestand sie im Mittelalter nämlich nicht nur aus der Medizin an sich, sondern auch aus Recht und Theologie (das sogenannte Trivium), sowie Astronomie, Philosophie und ähnlichen Disziplinen. Was hingegen wirklich als Filmfehler betrachtet werden kann, ist das Erkennen von Flöhen und Ratten als Überträger der Pest. Das wusste man im Hochmittelalter schlichtweg und ergreifend noch nicht, denn sonst wäre es wohl nie zu den Pestwellen des späten Mittelalters gekommen, bei denen Europa um zwei Drittel seiner Bewohner dezimiert wurde. (Der Zusammenhang zwischen Flöhen und Pest wurde erst 1898 (!) entdeckt).

Mein Fazit: Wer das Buch außer Acht lässt oder es am besten gar nicht erst gelesen hat, der wird sich mit dem Film gut unterhalten fühlen. Anders als andere hier konnte ich bis auf gewisse Übertreibungen keine groben Fehler entdecken (wenn man die erwähnten kulturellen Unterschiede und die Pestsache mal vergisst). Was mich zum Ende hin gestört hat, ist das ganze Tohuwabohu um die Seitenkrankheit. Zwar spielt sie auch im Buch eine gewisse Rolle, doch hat man sie im Film ja praktisch jedem angedichtet, der sich dazu anbot. Noah Gordon besaß in seinem Buch immerhin die Größe, seinen Protagonisten an Pest und Seitenkrankheit scheitern zu lassen wie jeden anderen Arzt dieser Zeit. Das ist im Film für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten. Da der Film im Großen und Ganzen aber ganz gut ist, mit dem Buch aber ungefähr so viel zu tun hat wie meine Katze mit Staubsaugern, und da es einige kleine Fehler und Ungereimtheiten gibt, vergebe ich gerade noch vier Sterne.

Danke an alle, die meine bisher ausführlichste Rezension gelesen haben. Ich hoffe, sie hilft euch weiter.
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31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anders als das Buch aber authentische Darstellung, 24. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich bin total begeistert vom Buch.

Das Gleiche kann ich nicht unbedingt vom Film sagen, jedenfalls nicht vom Einstieg in den Film.
Das liegt daran, dass man sicher, ganz von den Endrücken des Buches gefangen, eine gewisse Erwartungshaltung an den Film
hat.
Wer das Buch aber nicht kennt und ganz unvoreingenommen den Film erlebt, wird fasziniert sein. Denn der Film trifft aber absolut den Nerv der damaligen Zeit. Die Handlung ist leicht abgewandelt und einige Protagonisten, die mir wichtig erscheinen, etwas verändert oder weggelassen.

Sehr gute und hochkarätige Besetzung machen das wett . Es ist eine gelungene und aufwendige Verfilmung, die das Geschehen absolut authentisch darstellt und die Betrachter in ihren Bann zieht.

So war auch ich versöhnt mit den Änderungen, mit denen man leben muss, wenn ein großes Epos in einen Film gepackt und umgesetzt werden soll.

Der Film ist sehenswert und absolut empfehlenswert !

Ch. Rehfeld
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105 von 129 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Film ist nicht schlecht...., 11. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Aus Vorfreude auf den Film habe ich das Buch, dass ich zuletzt vor 22 Jahren gelesen hatte, wieder hervorgeholt und verschlungen. Wärend des Lesens habe ich mir vorgestellt, ach, wie setzten sie wohl dieses und jenes im Film um. Das war der Fehler! Der Film hat, außer der Grundstory - englische Bader reist nach Persien- aber auch rein gar nichts mit dem Buch zu tun. Jedes Detail ist anders!
Wer also die Umsetzung eines sehr guten Buches erwartet, wird -wie ich- enttäuscht sein. Wer jedoch einen netten DVD-Abend erleben möchte, besser noch, das Buch gar nicht kennt, wird sicher gut unterhalten.
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82 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung, 22. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus [Blu-ray] (Blu-ray)
Würden die Leute endlich mal aufhören ständig zu jammern das eine Buchverfilmung nicht 100% wie im Buch ist (Zeile für Zeile, Satz für Satz) hätte dieser Film sicherlich eine höhere Bewertung. Die wenigsten Bücher kann man 100% genau so verfilmen, ohne das der jeweilige Film langweilig wird. Was in einem Buch funktioniert, muss nicht auch auf der Leinwand klappen. Irgendwann müssen die Leute das doch mal begreifen und aufhören ständig schlechte Bewertungen zu geben, weil der Film anders ist. Das ist kein vernünftiger Kritikpunkt. Ein Film kann auch gut sein, auch wenn er nur 20% vom jeweiligen Buch enthält. Aber dazu muss man lernen, diesen jeweiligen Film getrennt zu betrachten.

Der Film: Hat mich gut unterhalten. Es ist kein Meilenstein der Unterhaltung, aber es unterhält. Und das ist für mich das wichtigste an einem guten Film. Egal ob das logisch 100% nachweisbar ist oder nicht, solange mich ein Film unterhält (und das tut DerMedicus) ist der Film für mich gut. Vor allem dann, wenn ich am Ende weiß, ich werde mir den Film wieder ansehen wollen.

Ich mag besonders die für mich sehr sympathische Charaktere. Das Casting ist sehr gelungen. Und ich finde es sehr angenehm, das dieser Film keines dieser Charaktere hat, welches die Aufgabe hat den Zuschauer tödlich nerven. So das man sich die ganze Zeit denkt "Wann beisst der endlich ins Gras!?" Vielleicht mag dieser Film deswegen für den einen oder andren langweilig wirken, aber ich fand es sehr wohlig und entspannend.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig..., 8. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (Amazon Instant Video)
Ich kann nicht groß vergleichen, weil ich das Buch nicht gelesen habe, deswegen verstehe ich wohl auch die ganzen schlechten Kritiken nicht. Ich hätte mir aufgrund dessen den Film fast nicht mehr angeschaut und das wäre wirklich ein riesen Fehler gewesen, denn das ist der beste Film den ich seit langem gesehen habe. Es ist alles dabei was man von einem guten Film erwartet. Die Story ist wirklich gut, der Film ist interessant, wird gegen Ende noch richtig spannend, für die Frauen is auch noch bisschen herzschmerz dabei und für die Herren bisschen Krieg, aber alles in annehmbaren Dosen. Ich kann die schlechten Kritiken wirklich nicht nachvollziehen, ich habe mich richtig gut unterhalten gefühlt. Wer wie ich antike Filme mag, wird diesen mit Sicherheit auch klasse finden.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nein, das war nichts. Handlung unnötig verflacht., 9. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Die DVD hatte ich billig erworben und dann sogar noch mal der längeren Fernsehfassung eine Chance gegeben. Aber nein, es bleibt dabei: Das war nichts. Denn bitte: Wenn ein Produzent einen Film nach einem Bestseller benennt, dann weckt er beim Zuschauer auch die entsprechende Erwartung. Das heißt, von einer Literaturverfilmung erwarte ich, dass sie sich als solche erweist. Diese Erwartung ist auch legitim, schließlich läuft auch das Marketing über die "Marke Medicus".
Das bedeutet nicht, dass ich nun eine langweilige Eins-Zu-Eins-Umsetzung erwarte, im Gegenteil. Aber der Geist/die Idee und im Groben zumindest die Story-Line sollten Paralleln zum Buch aufweisen. Das kann ich hier nicht in einem Maße erkennen, das mich zufriedenstellt.
Denn für mich ist ein positives Hauptmerkmal des Buches, dass es Brüche in den Biographien und in der Story-Line bietet (z.B. Robs "Teenagerzeit" als Raufbold, sein Anecken bei den Juden, das Zerwürfnis mit Mary und die Wiederversöhnung, der Umgang mit Marys "Opfer", vor allem aber das bittere Wiedersehen mit dem jüngeren Bruder, der ihn im christlichen Abendlied an die Inquisition verpfeifen würde - und nur seiner eigenen Karriere in der Kirche zuliebe davon absieht).
Diese Brüche werden im Film komplett geglättet; (fast) alles wird auf das Maß des Massenmarktes reduziert und viel zu übersichtlich in Gut und Böse unterteilt. Das ist auf den ersten Blick vielleicht gefällig, aber es ist langweilig - ein Film, über den ich, gerade, wenn ich das Buch NICHT kennen würde, nicht zweimal nachdenken würde. Es ist wirklich liebloses Mainstream-Kino geworden. Da ist nichts, was mir am nächsten Tag noch einmal durch den Kopf ginge.
Für mich bleibt, da ich das Buch kenne, höchstens die Frage, warum Filmemacher zunehmend glauben, das Publikum würde Plots mit Brüchen, Ecken und Kanten nicht mehr verkraften (schon die Vereinfachung bei "Die Säulen der Erde" fand ich eigentlich als Beleidung an die Zuschauer, so, als ob man Ihnen nur noch Blöd!-Zeitungs-Niveau zumuten könnte). Der Erfolg der komplexeren Bücher zeigt doch, dass das Publikum nach wie vor spannender und feinsinniger angelegten Zielkonflikten zugeneigt ist (das zeigt letztlich sogar Game of Thrones, bei dem die Perspektive zwischen Gut und Böse ständig wechselt).
Aus meiner Sicht wäre eine Vereinfachung in Ordnung gewesen, eine solche Verflachung und Glättung aber unnötig. Auch der durchschnittliche Kinobesucher kann eine komplexere Handlung und eine weniger glatte Entwicklung der Protagonisten verstehen und würdigen. Bitte wieder etwas mehr Mut.
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42 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der heiße Atem des epischen Abenteuers, 23. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
"Trag deine Erkenntnisse hinaus in die Welt. Du bist jetzt der neue Medicus",
und wenn der durch viele Abenteuer nun gereifte Rob Cole mit diesen Worten hinaus in die ewige Wüste reitet, Isfahan, der orientalischen Stadt der Träume, in die er einst heimlich als wißbegieriger Lehrling kam, um grosses medizinisches Wissen zu erlangen den Rücken kehrt, dann liegen zweieinhalb Stunden begeisterndes, heißblütig bewegendes Kinoabenteuer hinter uns.
Ein Abenteuerepos, das uns mit dem jugendlichen Rob Cole durch Okzident und Orient, durch heiße Sandstürme, unerfüllte Liebe, in die grossen Städten des Islam führt, dort wo die damalige Heilkunst weiter fortgeschritten ist, als es sich der Junge jemals im fernen London des Jahres 1021 überhaupt vorstellen konnte.
Leuchtende Minarette am Horizont, die furchtbaren tödlichen Folgen der Pest, die unsäglichen Konflikte dreier Weltreligionen die sich in der Stadt Isfahan kreuzen.
Das Judentum, der Islam, das Christentum in steter Selbstzerfleischung zwischen Dogmatikern, Fanatikern und Reformansätzen.
Das auferlegte Tabu niemals Tote zu obduzieren, welches endgültig im Dienste der Menschheit und des Fortschritts durchbrochen werden muß, und der stete Wille für die Wissenschaft und die Heilkunst auch unter Einsatz des Lebens Dogmen zu durchbrechen.
Noah Gordons "Der Medicus" war einer der grössten Bestseller der achtziger Jahre und im Wesenlichen folgt Regisseur Philipp Stölzls grosses schillerndes Kino -Epos auch dem Buch.
Einen jungen wißbegierigen Neunjährigen, eine Waise, verschlägt es unter vielen Gefahren nach Jahren des Umherreisens
in den Orient um dort von dem berühmten, hochangesehenen Arzt Ibn Sina ausgebildet zu werden, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu erlangen und so zum weisen "Medicus" heranzureifen.
Sein wechselvolles Schicksal führt ihn zunächst zu dem verschrobenen Bader Henry Croft (Stellan Skarsgard) der mit ihm zusammen als fahrende Heilkünstler mit einem schaukelnden Planwagen durch das regennasse, zerklüftete England reist ,um auf jedem Marktplatz unter unsäglichen hygienischen Bedingungen die Landbevölkerung von ihren Gebrechen zu heilen.
Als dieser mehr und mehr sein Augenlicht verliert, reift in Rob der Plan selbst zum grossen Mediziner zu werden.
Ein Schiff führt ihn weit über das Meer in die unbekannte Welt des Orients.
Sechs Millionen Mal verkaufte sich das Buch, fast dreißig Jahre dauerte es bis sich ein Regisseur an die Verfilmung wagte.
Doch dem "Medicus" erging es wie vielen anderen Literaturverfilmungen vor ihm.
Wie Tykwers "Das Parfüm" oder auch Annauds "Der Name der Rose" wurde er von Kennern des Buches in der Luft zerissen.
So ist es unbedingte Vorraussetzung für den Kinogenuß sich von der Buchvorlage etwas zu lösen, offen zu sein für die wirklich sagenhafte Magie der Bilder die Stölzl hier auf der Leinwand entstehen läßt.
Mich interessieren auch weniger kleinste historische Genauigkeiten und zu den freudlosen Krämerseelen, die sich naserümpfend selbst die Begeisterung an einem grossen Kinofilm verderben, gehöre ich ebenfalls nicht.
"Medicus" - der Film ist ein episches Historien Spektakel allein für sich stehend, und niemand würde bei einem Film-Klassiker wie "Dr. Schiwago" der selbst zum Mythos geworden ist, ein halbes Jahrhundert später noch die immensen Unterschiede zu Pasternaks Vorlage immer wieder heraufbeschwören.
Buch und Film sollten eigenständig betrachtet werden. Sie können gut nebeneinander bestehen.
Zumindest wenn wie hier soviel Verve, soviel inszenatorisches Können in grosser Kinoverzauberung geschaffen wird.
Dabei ist der Film natürlich viel flüssiger, viel kintoppgerechter aufbereitet, nimmt damit aber auch wesentlich mehr gefangen als die für meinen Geschmack doch oftmals sehr sperrige, trockene Buchvorlage.
Philipp Stölzl zieht alle Register um etwas zu erschaffen, was heutzutage fast nicht mehr auf der Leinwand zu sehen ist.
Er gibt uns das Staunen wieder , wenn wir episches, monumentales Erzählkino erleben, fremde geheimnisvolle Welten und Zeiten entdecken, er inszeniert ohne Durchhänger mit einer unglaublich begeisternden schönen ,märchenhaften Bilderflut, und versetzt uns direkt aus dem Kinosessel in die mittelalterlichen Landschaften des finsteren Englands, in die tobenden Wüstenstürme, in das magisch verwunschen wirkende orientalische Isfahan.
Jede einzelne Stofffalte der authentischen Kostüme glaubt man erfühlen zu können.
So detailliert ist hier jedes Bild aufwendig komponiert, überragend gut ausgeleuchtet.
Spannend, packend, magisch ist das funkelnde Werk. Landschaftsbilder zum Niederknien, gleitende Kamerafahrten über unendliche Küsten, Beduinenaufstände, die donnernd über die Wüstensteppe reiten, daß Lawrence von Arabien begeistert wäre.
Bis in kleinste Details hervorragend ausgestattetes Decor, das farbenprächtig das Auge verwöhnt, brillante Optik, aber auch unterfüttert durch ein straffes Drehbuch, das nicht im Kitsch versinkt sondern neben den hochspannenden Einzelschicksalen niemals die erschreckenden noch immer aktuellen Konflikte zwischen drei Weltreligionen und ihrer Anmaßung die einzige Wahrheit zu verkünden, außen vor läßt.
Erschreckend aktuell wie sinlose kriegerische Konflikte aus Fanatismus fortschrittliches Denken und Aufklärung verhindern.
Ebenfalls eine weitere Trumphkarte des Films sind die charismatischen Schauspieler.
Stellan Skarsgard ist eine grossartige Besetzung des glücklosen Baders, der als fahrender Quacksalber von Ort zu Ort zieht und Ben Kingsley als edler, großherziger weiser Mediziner Ibn Sina läßt mit jedem Auftritt natürlich die Leinwand vibrieren.
Da ist es zu verschmerzen, daß Tom Payne als junger Medicus neben solchen Schauspielgiganten etwas blass bleibt.
Lange hat man solch eine betörende grosse Historienpracht auf der Leinwand vermisst, und allein der Seltenheitswert hier einmal wieder ein legendenhaftes, wuchtig, mitreissendes, erfreulicherweise etwas altmodisches Reiseabenteuer erzählt zu bekommen, ohne hektische Bildschnitte, ohne überflüssige Knalleffekte sondern in majestätisch begeisternder Optik ist allemal fünf Sterne wert.
Die Kameraführung in schwelgerischen, hypnotisch langen Aufnahmen, dazu ein exzellenter Soundtrack der mal heroisch donnernd, mal sanft, dann wieder leise , geheimnisvoll die vibrierende Atmosphäre schwelgerisch unterstreicht.
"Wie blass und langweilig wäre diese Welt ohne Geheimnisse" sagt Ibn Sina im Feuerschein einer brennenden Bibliothek gegen Ende des Films.
Wohl wahr , und wie blass wäre das Kino ohne den Hauch des grossen, aufregend verführerischen Abenteuer- Kintopps, wie es uns "Der Medicus" einmal wieder beschert.
Sehr erfreulich, daß hier endlich auch einmal wieder ein deutscher Regisseur, deutsche Geldgeber plus internationale Stars gegenüber Hollywood hier mehr als ebenbürtig produzieren und diese packende , gleißend schöne Kinomagie erschaffen haben.
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135 von 172 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großes Buch, ein sehr guter Film, 25. Dezember 2013
Von 
Joerg Mergenthaler "joergmergenthaler" (Metropolregion Rhein-Neckar) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Eine Bemerkung vorab: Dieser Besprechung liegt der Kinobesuch zugrunde; die DVD erscheint erst ein Jahr später, ich werde sie mir aber mit Sicherheit kaufen! In der Zwischenzeit kann die Besprechung vielleicht als Anregung für einen Kinobesuch wirken. Ohne entsprechende große Kinofilme könnte Amazon auch keine DVD 's verkaufen! Und noch eine Vorbemerkung: Für das Buch gibt hier es mehrere hundert Besprechungen, die auch auf den Inhalt eingehen, insoweit sei hier auf die Kurzbeschreibung verwiesen. Die vielen Millionen, die das Buch gelesen haben werden noch nicht einmal diese benötigen.

Wenn ein großer und sehr erfolgreicher Roman verfilmt wird, dann hört man als Reaktion immer: „Das Buch ist besser gewesen“. Für die Verfilmung des „Medicus“ gilt dies nicht: Der Film ist etwas anderes, und zum Teil ist er sogar besser als die Romanvorlage. Letzteres deshalb, weil der bei einer Verfilmung immer gegebene Zwang zur Verkürzung und Dramatisierung hier dazu führt, dass einige historische Fehler der Romanvorlage mit weggekürzt worden sind. Das fängt gleich im ersten Teil des Films an, dem Leben des jungen Waisen Rob Cole im England kurz nach der ersten Jahrtausendwende. Der Roman schildert zwar auch ein hartes Leben, aber immerhin sorgt ein blühendes Zunftwesen (im Jahr 1020!) zumindest für ein ganz kleines Mindestmaß an sozialer Sicherung. Ein solches Zunftwesen gab es damals nicht. Der Film zeigt das elende Leben der einfachen, armen Bevölkerung mit aller Härte. Wenn ich das Buch erneut, dann zum dritten Mal, lese, werde ich diese Bilder im Kopf haben.

Natürlich ist die Verkürzung nicht immer gut: Für den ganzen Film gilt, dass die gigantische Willensanstrengung des Titelhelden, der sich immerhin in die jüdische Lebensweise einleben muss und auch noch Fremdsprachen wie arabisch zu lernen hat, überhaupt nicht rüber kommt. Schon bei seinem Bader in England war es für ihn (im Buch) eine Frage des Überlebens, mit möglichst vielen Bällen jonglieren zu lernen, im Film ist auch die Schaustellerei des Baders nur eine Randnotiz. Richtig schade habe ich einen, den wohl größten Schnitt gefunden. Die ganze Reise durch das mittelalterliche Europa, vom (heutigen) Frankreich auf dem Festlandweg über Byzanz und das Osmanische Reich bis nach Isfahan ist weitestgehend weggefallen. Das hätte tolle Bilder gegeben. Allerdings wäre der Film dann mindestens eine Stunde länger geworden, etwa so lange wie „Vom Winde verweht“, und das machen die Kinos heute wohl nicht mehr mit. Die ARD, die ja Mit-Produzent ist, hätte allerdings eine Mini-Serie draus machen können, 4 Folgen zu je eineinhalb Stunden; es wäre nicht das erste Mal, dass man von einem Kinofilm eine wesentlich längere TV-Fassung produziert. Herr Stölzl, Herr Hofmann, noch leben alle Schauspieler und sind nicht wesentlich gealtert, könnte man nicht ein paar Stunden nachdrehen? Zumal Tom Payne als Titelheld eine echte Entdeckung ist. Das gute an dem Schnitt: die grotesken historischen Fehler von Noah Gordon hinsichtlich der politischen Situation in Mitteleuropa sind so gleich mit weggefallen. Der Grenzübertritt vom schönen Frankreich ins finstere und gefährliche Deutschland, das es damals noch gar nicht gab; und das Ganze auch noch bei Straßburg, einer rein französischen Stadt? Man kann sich ja mal irren, aber gleich um mehr als ein halbes Jahrtausend?

Leider fehlt im Film damit auch die Schilderung des faszinierenden jüdischen Netzwerkes, von Europa bis zu Orient, mittels dessen Rob Cole sich bis nach Isfahan zu dem berühmte Ibn Sina durchschlagen kann. Er muss sich ja als Jude ausgeben, da er als Christ in den islamischen Staaten nie geduldet worden wäre. Allerdings auch hier eine positive Seite: Dadurch, dass Rob im Hafen von Dover das Schiff besteigt und in der nächsten Szene im Orient, in Ägypten wohl, wieder aussteigt wird der Kontrast zwischen dem damals zurückgebliebenen Europa und dem damals blühenden Orient um so deutlicher. Der unbändige Drang von Rob, dort lernen zu wollen, wird so umso verständlicher.

Bei der Schilderung von Isfahan im Film fängt dann richtig großes Historienkino an. Der Schah, wie im Roman ein halb aufgeklärter Tyrann, wird hervorragend von Oliver Martinez dargestellt: genauso habe ich ihn mir nach der Lektüre des Buches vorgestellt. Ben Kingsley wird auch in anderen Besprechungen als Idealbesetzung dargestellt, dem kann ich beipflichten. Mit der Figur der Rebecca (Emma Rigby) ist das so eine Sache: Der Roman ist in sexueller Hinsicht sehr freizügig; der Film ist auf eine FSK-Freigabe ab 6 Jahren getrimmt. Da Rebecca auch noch mehr Objekt als Handelnde ist bleibt sie relativ blass. – Dafür überzeugen großartige, monumentale Aufnahmen der Landschaft und der mittelalterlichen Stadt Isfahan (gedreht in Marokko), und auch der Schrecken einer mittelalterlichen Pest-Epidemie vermittelt sich dem Zuschauer eindringlich.

Nach Intrigen und der Eroberung von Isfahan durch die Seldschuken kehrt Rob als ausgebildeter Medicus nach England zurück. Warum tut der Drehbuchautor dem gelungenen Film ein solch abstruses Ende an: Der nach London zurückgekehrte Bader, der einst den jungen Waisen aufgenommen hatte, hat plötzlich keine Kunden mehr; er erfährt von einem Wunder-Medicus aus dem Orient namens Rob Cole, der ein Krankenhaus betreibt, wo selbst arme Bettler-Jungen stationär behandelt werden, mit Wunder-Medizin, in Betten mit weißen Laken, mit Musikberieselung. Und das im Jahr 1030 oder 1040 in London!!

Hat der Film auch eine Aussage? Oh ja, und sie kommt m.E. wesentlich deutlicher rüber als in dem 850-Seiten-Roman. Der Feind allen Wissens ist der Aberglaube, und wo die Grenze zwischen Religion und Glaube einerseits und Aberglaube andererseits ist, das ist so eine Sache. Schon der junge Rob Cole, der gerne wissen möchte, wie es im menschlichen Inneren aussieht, um besser helfen zu können, wird von seinem entsetzten Bader belehrt, dass allein schon der Wunsch dazu führen könnte, dass ihn seine christlichen Mitmenschen bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen zu Tode rösten. Und seine (bescheidene) Heilkunst darf auch nicht zu erfolgreich sein, sonst setzt er sich dem Vorwurf der Zauberei aus. Bedrohlich tauchen im Film denn auch einige Herren mit Mönchskutte und Tonsur auf. – Richtig ernst wird es in Isfahan, wo konservative Mullahs den Schah stürzen wollen, und natürlich auch dem sündigen Universitätsklinikum von Ibn Sina den Garaus machen wollen. Einige Szenen des Films könnte man in der Tagesschau als Zwischenschnitt einfügen, so aktuell wirken sie. Auch die Juden bekommen ihr Fett weg, als sie die schöne Rebecca wegen Ehebruch zu Tode steinigen wollen. Obwohl ihr Ehemann sie durch Handelsgeschäft doch rechtmäßig käuflich erworben hat. So gesehen ist der Film auch ein Aufruf zu Menschlichkeit und Rationalität, und gegen Intoleranz und Fundamentalismus, gleich durch welche Art von Religion, soweit deren Credo heißt: “Du sollst nicht erkennen“. Essen vom Baum der Erkenntnis als Ursünde, die zur Vertreibung aus dem Paradies geführt hat, dieser Film sieht das etwas anders.
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