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am 27. März 2015
Ove ist ein rechtes Ekelpaket - in den Augen der Nachbarschaft. Wenn jemand die Bezeichnung Prinzipienreiter und Pedant verdient, dann Ove!

Er notiert, wer zu lange geparkt hat, ob der Hund auf den Bürgersteig pinkelt, die Kinder verbotenerweise vor den Garagen "frei" herum laufen. Pedantisch hält er seinen ganz persönlichen Zeitplan ein. Zudem ist er ein Griesgram, wie er im Buche steht. Freundlichkeit scheint ein Fremdwort für ihn zu sein. Dass Ove dabei ein durchaus warmherziger und guter Mensch ist, wird einem bald während der Lektüre klar. Seine Frau hat seinem Leben erst einen Sinn gegeben (in seinen Augen jedenfalls) und nachdem sie verstorben ist, sieht er auch in seinem eigenen Leben keinen Sinn mehr. Daher plant er seinen Suizid - natürlich nicht, ohne vorher Telefon, Zeitung und Strom abbestellt zu haben. Täglich 2mal besucht er das Grab seiner Frau, die 6 Monate zuvor verstarb. Als ob dieser Verlust nicht schon genug wäre, ist er auch noch in Rente geschickt worden. Nun fühlt er sich vollkommen nutzlos und sieht in dem leeren Haus keinen Sinn mehr für sein Leben.

Oves Versuche, sich das Leben zu nehmen, scheitern aus verschiedenen Gründen. Teils wegen unvorhersehbarer Probleme (schlechte Qualität der Seile), teils an seinem guten Herzen, weil er in die Augen des jungen Lokführers geblickt hat - und an seiner neuen persischen Nachbarin, die diesen Griesgram gehörig aufmischt.

Ich musste oft lachen und auch den Kopf schütteln, denn die Ansichten Oves sind ausgesprochen launig und mit einer guten Portion Humor geschrieben. Dabei möchte man ihn beständig trösten, denn immer wieder wird klar, wie sehr er seine innig geliebte Frau vermisst - wie sehr sie sein Lebensinhalt war. Dennoch lernt er nach und nach mit seiner Situation zu leben.

Der Schreibstil ist erfrischend und sehr angenehm zu lesen. Es wird nichts unnötig ausgeschmückt und auch keine kunstvoll verschachtelten Sätze verwendet. Ein für mich typisch skandinavisches Buch, genau wie ich sie liebe. Niemals rührselig aber trotzdem verständnisvoll und irgendwie sehr warmherzig, auch wenn der Stil recht kurz und prägnant ist.

Für mich das Buch des Jahres 2014!

Von mir bekommt dieses Buch volle Sternzahl und ich kann es nur jedem empfehlen!
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TOP 1000 REZENSENTam 20. August 2014
Die Schweden können nicht nur gute Krimis schreiben, wie man sieht, sondern auch richtig gute Romane ;-)
Der 59jährige Ove Svensson ist ein Griesgram wie er im Buche steht. Seit dem Tod seiner Frau vor einem halben Jahr lebt er mehr schlecht als recht allein und als seine Firma ihn gegen seinen Willen in den Vorruhestand entlässt, beschließt er, dass es nun reicht: Er will sterben. Doch die neu hinzugezogene Nachbarsfamilie, der Trottel Patrick mit seiner aus dem Iran stammenden, hochschwangeren Frau Parvaneh und den beiden kleinen Töchtern, machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Ohne sein Zutun wird Ove plötzlich in Geschehnisse in der Nachbarschaft hineingezogen, die ihn seine Selbstmordpläne immer wieder verschieben lassen.
Ove ist wirklich ein Miesepeter und Pessimist, wie man ihn sich schlimmer kaum vorstellen kann - zumindest auf den ersten Blick. Ordnung und Regeln sind für ihn unter allen Umständen einzuhalten und da er, wie seine verstorbene Frau Sonja erklärte '...aus einer Generation stammt, in der ein Mann noch das war, was er tat, nicht das, was er sagte', findet er sich in der neumodischen Medienwelt, in der der Schein mehr als das Sein zählt, nicht zurecht. Ove ist ein altmodischer Held: Er rettet Menschenleben, packt ungefragt an wo Hilfe benötigt wird und will unter keinen Umständen auch nur die geringste Form der Aufmerksamkeit. Denn für ihn sind es Selbstverständlichkeiten. Ich gebe zu, dass ich mich zu Beginn etwas schwer tat mit dem Protagonisten, denn das Buch wird größtenteils aus seiner Sicht und seiner Stimmlage erzählt, die durchweg etwas ruppig klingt. Doch mit zunehmender Seitenzahl erkennt man Oves weiche Seite und seine Großzügigkeit immer deutlicher und er wuchs mir zusehends mehr ans Herz. Auch weil stets klarer wird, dass seine schroffe Art auf all die Verletzungen zurückzuführen ist, die ihm in der Vergangenheit zugefügt wurden.
Ich habe diesen Helden wirklich lieb gewonnen und werde mit dieser Geschichte wieder daran erinnert ;-) , Menschen nicht gleich nach dem ersten Eindruck zu beurteilen. Meist gibt es so viel mehr zu entdecken.
PS: Nur um es deutlich zu machen: Auch wenn meine Rezension nun so klingen mag, als sei es eher ein nörgeliges Buch, dem ist nicht so. Das Ganze liest sich überaus vergnüglich, da Oves mürrisches Wesen immer wieder auf's Neue von allen nur möglichen Personen ständig unterlaufen wird. Ich fand es ausgesprochen unterhaltsam und amüsant.
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am 15. September 2014
In der Wohnsiedlung in der Ove lebt ist er der Schrecken der Nachbarschaft. Jeden Tag dreht er seine Kontrollrunde um die Falschparker aufzuschreiben, den Müll richtig zu sortieren und die Fahrräder dort hinzustellen wo sie hingehören. Als hätte er sonst nichts zu tun. Und das hat er auch nicht. Von seiner Firma aufs Abstellgleis namens Frührente geschoben und ohne seine Frau, die verstorben ist, sieht Ove keinen Sinn mehr im Leben. Somit trifft er Vorkehrungen für seinen eigenen Tod. Bis die Nachbarsfamilie buchstäblich in sein Leben knallt und beim Rückwärts Rangieren mit einem Hänger seinen Briefkasten ummäht. Und Ove wäre nicht Ove, wenn er ihnen nicht augenblicklich die Meinung dafür geigen würde. Doch die neuen Nachbarn, allen voran die schwangere Parvaneh, lassen sich nicht so leicht von dem griesgrämigen Pedanten abschrecken. Auf ihre ganz eigene Art gelingt es ihr das Herz des Einsiedlers zu erweichen und zu erkennen, dass das Leben durchaus noch gute Zeiten für ihn bereithält.

Ein tolles Buch, großartig erzählt, das sehr humorvoll bisweilen aber auch ein bißchen traurig ist. Ich hab es in einem Rutsch durchgelesen, denn Ove wächst einem direkt ans Herz trotz seiner Macken und schrulligen Art. Die Personen sind so toll beschrieben, so dass man sich jeden einzelnen bildlich vorstellen kann. Allen voran Parvaneh und ihren "Trottel".
Klare Leseempfehlung für alle die gerade einen richtig schlechten Tag hatten. Dieses Buch bereitet einfach pure Lesefreude.
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am 12. Dezember 2014
Mein Frau kauft 2 Sorten Bücher: die für sich und die für uns. Die für uns liest sie mir vor, ich höre ihr leidenschaftlich gern zu. Sie hat das Buch für sich gekauft und als sie es ausgelesen hatte gesagt, das wäre auch was für uns.
Und dann hat sie begonnen, mir dieses Buch vor zu lesen. Ich habe gelacht und geweint, konnte kaum abwarten, bis wir wieder Zeit zum Lesen hatten. Die Episoden und die Charaktere sind wundervoll beschrieben, auch wie man nach und nach erfährt, wie sich Oves Leben zugetragen hat ist kurzweilig und unterhaltsam. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen und habe es auch schon verschenkt.
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am 11. September 2014
Inhalt:
Die Geschichte erzählt von Ove, einem 59jährigen Zwangsrentner, der seine Nachbarschaft mit seiner Rechthaberischen Art und seinen Forderungen nach Einhaltung der Regeln in seiner Wohnsiedlung in den Wahnsinn treibt. Der Einzug neuer Nachbarn, zwingt ihn sein Verhalten nach und nach zu überdenken. Und vor allem
Meine Meinung:
Im Klappentext wird Ove als *Nachbar aus der Hölle* beschrieben, dem muss ich vehement widersprechen , natürlich Ove kontrolliert die Mülltrennung und schreibt Falschparker auf, aber je mehr man sich mit Ove und seinem Leben beschäftigt um so mehr erkennt man in ihm einen vom Schicksal schwer getroffenen Mann, der nie gelernt hat auch mal fünfe gerade sein zu lassen sondern, das Recht immer Recht bleiben muss, Vorschriften dazu da sind eingehalten zu werden, ob sie nun sinnvoll sind oder nicht und der nach dem Tod seiner Frau jeglichen Lebensmut verloren hat, mit ihrem Tod ist jede Farbe aus seinem Leben gewichen wie er selbst sagt, jemand der wie Ove so liebevoll seiner verstorbenen Frau gedenkt kann kein schlechter Mensch sein. Und das erkennt auch die neue Nachbarin Parwaneh, die ihm auf herzerfrischende und manchmal übergriffige Art und Weise, das wieder aufzwingt was ihm fehlt. Lebensmut und Freude.
Ich kann gar nicht richtig in Worte fassen, wie sehr mich dieses Buch berührte und zum Nachdenken brachte, der Mann der verbittert und unausstehlich seine Nachbarschaft terrorisiert hat vielleicht ein ähnliches Schicksal die Lästerzippe von Gegenüber ist vielleicht nur einsam.
Ein berührendes Buch dessen Autor es schafft mit einfachen Worten und viel Humor mich sowohl zum Lachen zu bringen sowie mir auch das eine oder andere Tränchen in die Augen zu treiben.
Ein fantastisches Buch.
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am 7. März 2015
"Ove ist der Nachbar aus der Hölle."

Die Geschichte war komplett anders, als ich sie mir vorgestellt habe. Denn hier handelt es sich um ...

"... eine Geschichte über Freundschaft, ♥Liebe♥ und das richtige Werkzeug"

Ove möchte nur eins: endlich sterben. Doch was er auch tut, immer kommt irgendwas dazwischen. Er hat seine Ehefrau, die Liebe seines Lebens, verloren. Somit hat das Leben für ihn keinen Sinn mehr. Aber bevor Ove aus dem Leben entlassen wird, passiert noch so allerhand. Zuerst bekommt er neue Nachbarn, auch noch mit Kindern. Und Auto fahren können sie auch nicht. Außerdem haben sie die falsche Automarke. Denn Ove fährt das einzig wahre Auto - einen Saab. Ove sorgt für Ordnung in seinem Viertel und läuft Patrouille. Eigentlich verachten die meisten Menschen einen Nachbarn wie Ove. Allerdings wissen sie nicht wie liebenswert er sein kann. Wie sehr er seine Frau geliebt hat und das er sie auf Händen getragen hat. Sie wissen nicht, mit welchen Schicksalsschlägen die beiden fertig werden mussten.
Die Geschichte wird in der Gegenwart, mit Rückblicken in seine Vergangenheit als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener geschildert.
Die Überschriften der einzelnen Kapitel sind total witzig:
Ein Mannn namens Ove bezahlt keine drei Kronen Gebühr
Ein Mann namens Ove und ein Katzenvieh in einem Schneehaufen
Ein Mann namens Ove hat nicht vor, ein verfluchtes Hotel zu eröffnen

Fazit: Das Buch hat mich total überrascht, da es einfach ganz anders war, als ich erwartet hatte. Ich war oft zu Tränen gerührt und kann euch das Buch nur ans ♥ legen. Eigentlich kann man sich nicht vorstellen einen Mann wie Ove an seiner Seite zu haben - vor der Lektüre. Danach möchte man solch einen Mann an seiner Seite nicht mehr missen.
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am 8. November 2014
Seit dem letzten Geburtstag habe ich dieses liebenswerte Buch des jungen Schweden Fredrik Backman, der mit diesem Erstling für Aufsehen sorgte. Als Blogprojekt begonnen (leider nur auf schwedisch), liegt "Ove" nun in Buchform vor und erobert die internationale Bühne.

Ove (59) hat seine Frau Sonia an den Krebs verloren und versucht ihr nun in den Tod zu folgen. Alles ist vorbereitet, die letzten Anweisungen sind für die nicht vorhandene Nachwelt verfasst, das Haus aufgeräumt, der Haken ist in die Decke gebracht, der Strick liegt bereit - es kann losgehen.
Leider klappt nichts so, wie Ove es sich vorgestellt hat. Plötzlich platzen Menschen in sein Leben, drängen sich ihm auf, bedrängen und provozieren ihn, eine Katze verfolgt ihn, ein dummer Köter legt sich mit ihm an und er kommt einfach nicht dazu aus dem Leben zu scheiden, um seiner geliebten Frau im Grabe wieder nahe zu sein. Egal, was er versucht, nichts klappt.
Und eines Tages ist er darüber gar nicht mehr ganz so traurig.

Dieser Roman ist typisch schwedisch. Langsam, überlegt, nüchtern und dabei komisch, verschroben und ungemein liebenswert. Ove ist ein toller Charakter, dem man fast schon wünscht, dass er aus seinem Leben scheiden kann. Man wünscht sich, in Oves Nachbarschaft zu leben um ihn live und in Farbe erleben zu können. Die Wohnverhältnisse in dieser Siedlung sind altmodisch und werden genauso aufgebrochen wie Oves Wünsche.
Der Roman glänzt nicht durch Spannung, denn da gibt es keine richtigen Höhepunkte. Vielmehr sind es die Personen, die ihn wertvoll machen. Der Autor widmet sich Ove rational, wodurch Ove genauso erscheint. Man sucht sein Herz, seine Gefühle und man findet sie, denn so kalt und mürrisch sich Ove gibt, spätestens am Grab seiner Frau wird er ein echter Mensch.

Ein kleines Juwel in meiner Sammlung, das ich nicht mehr hergebe. Aus einer einfachen Idee wird ein sehr guter Roman, eine Charakterstudie, ein Entwicklungsroman, eine Liebeserklräung an OVE.
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am 8. November 2014
„Ove schiebt die grüngeblümten Gardinen zur Seite. Jahrelang hat ihm seine Frau in den Ohren gelegen, sie auszutauschen. Jetzt sieht er eine kleine schwarzhaarige, offenbar ausländische Frau, so um die dreißig. Sie steht da und gestikuliert wild in Richtung eines gleichaltrigen, viel zu groß gewachsenen blonden Trottels, der auf dem Fahrersitz eines viel zu kleinen japanischen Autos mit Anhänger klemmt und gerade die komplette Außenseite von Oves Haus angeschrammt hat.
Der Trottel scheint der Frau gerade mit subtiler Gestik und verschiedenen Zeichen verständlich machen zu wollen, dass es in Wirklichkeit nicht so leicht ist, wie es aussieht. Die Frau scheint dem Trottel mit keineswegs subtiler Gestik verständlich machen zu wollen, dass dies höchstwahrscheinlich damit in Zusammenhang steht, dass er ein echter Volltrottel ist.

»Raus aus dem Wagen, habe ich gesagt!«
Der Trottel sieht Ove etwas ängstlich an, aber riskiert kein einziges Wort mehr. Stattdessen steigt er aus seinem Auto und stellt sich neben den Wagen wie ein Schuljunge, der zur Strafe in die Ecke muss. Ove zeigt auf den kleinen Weg zwischen den Reihenhäusern, hinüber zum Fahrradschuppen und zum Parkplatz.
»Gehen Sie zur Seite und stellen Sie sich irgendwo hin, wo Sie nicht im Weg sind.«
Der Trottel nickt ein wenig irritiert.
»Mein Gott. Ein Unterarmamputierter mit grauem Star hätte den Hänger schneller eingeparkt«, brummt Ove, als er in den Wagen steigt.

»Rückfahrradar und Parkassistent und Kameras und all so ein Mist. Ein Mann, der so etwas braucht, um rückwärts einzuparken, sollte verflucht nochmal ganz die Finger davon lassen.«
Der Trottel nickt ihm nur erleichtert zu. »Danke für Ihre Hilfe«, ruft er, als würde Ove ihn nicht seit zehn Minuten anhaltend beleidigen.
»Sie sollten nicht einmal eine Kassette zurückspulen«, antwortet Ove und stiefelt an ihm vorbei.

„Ove ist der Nachbar aus der Hölle“ – steht einleitend im Klappentext des Buchs. Tatsächlich ist genau das der Gedanke, der einem zunächst beim Lesen kommt.
Ausnahmslos an jedem einzelnen Tag im Jahr steht Ove um viertel vor sechs auf. Bei einer genau festgelegten Kontrollrunde prüft er nicht nur, ob kein Haus in der Siedlung Einbruchsspuren aufweist, sondern auch, ob Garagentore abgeschlossen und der Müll sauber getrennt wurde. Kein Falschparker entgeht seinem wachsamen Auge!
Seine Miene ist meist finster und was er von sich gibt, ist fast immer ein Grummeln, je nach Anlass gepaart mit Beschimpfungen und Sätzen wie „Regeln sind dafür da, dass sie eingehalten werden“.

So jemanden möchte man doch wirklich nicht als Nachbarn haben! Sicher gibt es keinen Menschen, der es freiwillig mit so einem Mann aushält! Oder – vielleicht doch?
Einen gab es auf jeden Fall schon mal. Fast vier Jahrzehnte lang lebte Sonja, Oves Frau, an seiner Seite. Dann starb sie. Ove, der mit diesem Verlust nicht mehr zu leben weiß, will sich umbringen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn immer wieder machen ihm seine Nachbarn einen Strich durch die Rechnung…

Erwartet hatte ich von diesem Buch so etwas wie eine Komödie mit einem Griesgram, der sich als liebenswerter Kerl entpuppt. Jetzt, nach dem Lesen, bin ich der Meinung, dass diese simple Beschreibung dem Buch nicht gerecht wird.
„Ove ist ein liebenswerter Charakter“. Auch das habe ich oft gelesen. Und mich gefragt, wie man einen notorischen Falschparkermelder liebenswert finden kann. Jetzt weiß ich: Es geht!

Tatsächlich hat mich die Geschichte um den Mann namens Ove von Anfang bis Ende sehr berührt. Gleich zu Beginn des Buchs kann der Leser Ove in voller Aktion erleben. Ein Beispiel dafür ist die – nunja – Einparkhilfe, die er seinem neuen Nachbarn zuteilwerden lässt. Ich habe diese (gekürzte) Textstelle als Eingangszitat ausgewählt, weil man daran viel über Ove erkennen kann.
Zunächst einmal: Ove ist kein Mensch, der zusieht. Kein Mensch, der mit einer „Das-geht-mich-ja-gar-nichts-an“-Einstellung durchs Leben geht. Er wird aktiv, auch wenn es ihn nervt.
Seine Wortwahl ist kreativ. Und konsequent. Der „Trottel“ wird noch sehr lange „Trottel“ heißen. Gleichzeitig achtet er sehr auf korrekten Sprachgebrauch: Beschimpfungen sind in Ordnung, so lange sie in einwandfreier Grammatik vorgetragen werden.
Er kann nicht nur reden, er kann auch tatsächlich machen. Alles, was Zupacken und handwerkliche Fähigkeiten erfordert, ist seine Welt. Sowas sollte ein Mann einfach können! Ein Mann bezieht seinen Wert aus dem, was er Nützliches vollbringen kann! Man ahnt schnell, dass eine solche Einstellung zum Problem werden kann, wenn man – wie Ove - plötzlich (mit 59 Jahren) in den Ruhestand befördert wird.
„Er kann die Leute nicht verstehen, die sagen, sie freuten sich auf die Rente. Wie kann man sich ein Leben lang darauf freuen, überflüssig zu sein?“

Vermutlich wäre der Neurentner aber trotzdem mit seiner geänderten Lebenssituation klargekommen. Wenn nicht schon Monate zuvor seine über alles geliebte Frau gestorben wäre. Die beiden hatten sich gesucht und gefunden, sie hatten sich ideal ergänzt. In diversen Rückblenden wird das ganz deutlich:
„Auf dem Boden des Wohnzimmers steht Oves kleiner »Brauchbar«-Kasten. So haben sie das Haus aufgeteilt. Alle Dinge, die Oves Frau gekauft hat, sind »schön« oder »nett«. Alle Dinge, die Ove gekauft hat, sind Dinge, die man gut gebrauchen kann. Dinge, die eine Funktion besitzen. … Ove verstand etwas von Dingen, die er sehen und in die Hand nehmen konnte. Beton und Zement. Glas und Stahl. Werkzeug. Dinge, die man berechnen konnte. Er konnte mit rechten Winkeln und klaren Gebrauchsanweisungen umgehen. Mit Bauplänen und Zeichnungen. Mit Dingen, die man auf Papier aufzeichnen konnte. Er war ein Mann aus Schwarz und Weiß.
Und sie war Farbe. All seine Farbe.“

Indem ich gerade dieses Zitat abtippte, dachte ich wieder, wie romantisch das ist. Wie berührend! Es gibt einige solcher Textstellen. Normalerweise gehöre ich zu der Gruppe von Lesern, die vor einem Zuviel an Romantik zurückschreckt, aber diese Stellen gingen mir ans Herz.
Überhaupt finde ich, dass dies ein Buch der großen Emotionen ist. Es gibt Romantik, es gibt ein paar so traurige Stellen, dass der Kloß im Hals schon ordentlich dick wird. Und es gibt Stellen, die sind absolut und wahrhaftig zum Schreien komisch. (Ich habe mir im Ruheraum der Sauna ein paar mahnende Blicke zugezogen, weil ich plötzlich so lachen musste ;-) Und alles wechselt munter miteinander ab – tja, so ist wohl das Leben.

Ich habe gleichermaßen mit dem verhinderten Selbstmörder mitgelitten wie über ihn gelacht. Ich habe mich an dem wunderbaren Schreibstil des Autors erfreut, mehrere weitere sympathische und unterhaltsame Charaktere kennengelernt und mitgefiebert, wie die Geschichte wohl ausgehen mag. Und ich habe Ove kennengelernt. Ich habe erfahren, wie er zu dem Mann wurde, der er ist. Ich möchte jedem empfehlen, ihn ebenfalls kennenzulernen. Es lohnt sich! Und vielleicht lohnt es sich ja außerdem, bei dem ein oder anderen griesgrämigen Mitmenschen mal zu überlegen, warum er wohl so ist, wie er ist und ob er nicht auch ein paar gute Seiten hat.

Fazit: Ein wunderbares Buch! Sehr berührend, voller Emotionen und Wortwitz. Ich stelle es zu meinen anderen Lieblingsbüchern und werde es – völlig egal, wie hoch mein SuB ist – noch öfter zur Hand nehmen.
33 Kommentare37 von 42 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. September 2014
Ove ist ein fleißiger Mann, der sein Lebtag hart gearbeitet hat und dem nie etwas geschenkt wurde. Im Laufe des Lebens hat er viele schwierige Situationen durchgemacht. Die Menschen sind ihm nicht nur wohlwollend begegnet, was unter anderem daran liegt, dass er nach klaren Regeln und festen Prinzipien lebt und diese gegen alle Widerstände auch durchsetzt. Ove ist aber im Grunde ein sehr liebenswerter Mann, der auch durch seine Prinzipien das Wohl der Menschen in seiner Umgebung im Blick behält und um ihn herum stets für Ordnung sorgt. Als seine Frau stirbt und er in Rente geschickt wird, sieht er keinen Grund mehr, das Leben so weiterzuführen. Also beschließt er, dass er genug gelebt hat und er seinem Leben jetzt ein Ende setzen kann. Er bereitet sein Dahinscheiden akribisch vor und rechnet nicht damit, dass ausgerechnet seine nahezu unbekannten Mitmenschen und Nachbarn dafür sorgen, dass er seinen Plan immer wieder unterbrechen muss. Backman legt mit "Ein Mann namens Ove" einen unterhaltsamen und kurzweiligen Roman vor, der vor Augen führt, dass das Leben ganz viel wert ist, wenn man sich auf seine Mitmenschen einlässt. Vermeintliche Kauzigkeit kann hinter einer harten Schale liebevolle Sensibilität verbergen und nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint, wenn man Vorurteile vermeidet.
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am 23. Oktober 2014
... dass es nur 5 Sterne gibt.
Dieses Buch hätte mehr verdient! Ich habe die Hörbuchversion genossen.
Alleine die Bezeichnungen "Schaf" und "Winterstiefel" haben mir zum Grinsen gebracht. Der Autor baut das Bild eines Mannes von absoluten Stinkstiefel (auf den ersten Blick) bis hin zu einem Menschen, der in seinem Leben so einiges erleben und erleiden musste und dennoch sein goldenes Herz bewahrt hat.
Wenn man dieses Jahr nur ein Buch liest, dann sollte es dieses sein. <3
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