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am 16. Dezember 2014
... ist Jean-Pierre Jeunets -Die Karte meiner Träume- in jedem Fall. Was Chefkameramann Thomas Hardmeier da an wunderbaren Bildern auf die Filmrolle gebannt hat, ist allererste Sahne. Glutrote Himmel, herrliche Nachtaufnahmen, brillante Landschaften. Aber: Allein das macht noch keinen ganzen Film aus. Jeunet ist mit -Die Karte meiner Träume- eine poetisch schöne Story gelungen, die jedoch von der Klasse eines -Die fabelhafte Welt der Amelie- Lichtjahre entfernt ist. Bei -Die Karte meiner Träume- arbeitet Jeunet mit den gleichen Stilmitteln, allerdings denkt man immer: Jetzt müsste es gleich losgehen! Tut es aber nicht. Der magische Funken, der aus einem Film ein Kunstwerk macht, springt hier einfach nicht über. Das ist schade. Vor allem bei einem Regisseur wie Jeunet, bei dem ich natürlich auch eine gewisse Anspruchshaltung habe. Unterhaltsam ist der Film trotzdem. Ich hätte 3,5 Sterne vergeben. Da das nicht geht, sind es vier geworden.

Der 10jährige T.S. Spivett(Kyle Catlett) ist ein Genie. Er lebt auf einer Ranch in Montana. In puncto Erfindungsreichtum kann ihm niemand das Wasser reichen. Seine Mutter Dr. Clair(Helena Bonham Carter) ist Entomologin, der Vater(Callum Keith Rennie) ein waschechter Cowboy. Die Schwester Gracie(Niamh Wilson) eine Nervensäge und der Bruder Layton(Jakob Davies) bei einem tragischen Unfall verstorben. Als T.S. vom Smithonian Institut in Washington einen Anruf erhält, weiß er, dass sein Perpetuum Mobile, über das er eine Forschungsarbeit ans Institut schickte, dort angenommen wurde. Man will, dass T.S. nach Washington kommt, um dort eine Rede zu halten. Allerdings geht das Smithonian davon aus, dass T.S. ein Erwachsener ist. T.S. schummelt ein wenig am Telefon und macht sich dann auf die Reise nach Washington. Natürlich ohne seine Eltern zu fragen. Es beginnt eine abenteuerliche Odyssee...

-Die Karte meiner Träume- ist klasse besetzt. Helena Bonham Carter und Callum Keith Rennie spielen ein Ehepaar, wie man es nur selten sieht. Was dem Film, meiner Ansicht nach fehlt, ist die Storyentwicklung. Die Geschichte beginnt stark, verflacht dann aber. Es gibt ein paar magische Momente, wenn z.B. T.S. mit seinem Hund Tapioca spricht oder wenn T.S. und Layton auf der Farm spielen. Davon hätte ich gern mehr gesehen. Doch sie wissen ja: Die Geschmäcker sind verschieden. Vielleicht ist -Die Karte meiner Träume- für Sie der beste Film aller Zeiten. Probieren sie es einfach aus. Ich war ein wenig enttäuscht, hatte allerdings auch eine Menge erwartet...
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am 10. Juli 2014
[Kritik zu Bild und Ton wird nachgeholt, sobald die Blu-Ray bei mir eingetrudelt ist.]

"Die Karte meiner Träume" entstammt den Händen von Jean-Pierre Jeunet, der bekannt ist für seinen sehr beliebten Film "Amelie". Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Reif Larsen gelingt es Jeunet wieder einmal den Zuschauer zumindest für die erste Stunde in eine fabelhafte Welt mitzunehmen. Der Verlauf der Geschichte ist relativ geradlinig und wartet mit keinerlei großen Überraschungen innerhalb dieses Rahmens auf. Dennoch gibt es einige Aspekte, die den Film bemerkenswert machen. So ist "Die Karte meiner Träume" seit langem Mal wieder ein Film, der die Welt nicht durch disneyfizierte Augen eines Kindes schildert, sondern wesentlich simpler und naiver, zum Teil trauriger und auch einsamer. Eben komplett ohne kunterbunte Knallbonbons, singenden und klingenden Haustieren aus aller Herren Länder oder dem zufrieden freudigen Eierkuchen. Deshalb ist "Die Karte meiner Träume" aber kein Drama, sondern eine Geschichte über eine sehr verschrobene Familie, die erst lernen muss zusammenzuwachsen. So wird nicht nur der 10-jähre T.S. Spivet etwas erwachsener, sondern auch seine Mutter, Vater und Schwester.

Während dieser Reise ist mir aufgefallen, dass der clevere T.S. Fremdwörter, wie "Embargo" oder "Entomologe", verwendet, die eventuell nicht nur dem jungen Zuschauer Kopfzerbrechen bereiten. Allerdings ist das weniger störend, wie der harsche Schnitt zwischen dem farbenfrohen Roadmovie und den Ereignissen nach der Ankunft im Smithsonian Institute. Hier verliert sich die Faszination am Film, da keine weitere Entwicklung von Charakteren und Handlung stattfindet. Ersteres hat mich bereits bei den wenigen Nebenhandlungen gestört, denn die Charaktere sind austauschbar, nichts verbindet sie tatsächlich mit T.S. Reise durch Amerika. Und auch die Handlung dreht sich bis zum Ende hin nur noch um sich selbst, ohne wirklich einen Schritt voranzumachen. So klingt "Die Karte meiner Träume" fast da aus, wo sie begonnen hat, nämlich mit der Tatsache, dass man zwar offener innerhalb der Familie reden sollte, aber es dann doch nicht tut. Mit "Die Karte meiner Träume" feiert Kyle Catlett sein Kinodebüt. In einigen TV-Serien durfte er in kleineren Nebenrollen bereits Filmerfahrung sammeln, doch ich bin überrascht, wie er mit der geringen Erfahrung auf der großen Leinwand überzeugen kann. Seine Darbietung ist nie überemotional oder phlegmatisch, er schauspielert kontrolliert aber natürlich. Zudem harmoniert er hervorragend mit der gesamten Crew, welche ebenfalls ihr Bestes gegeben hat. An erster Stelle wäre Helena Bonham Carter zu erwähnen, die mit ihren weit aufgerissenen Augen, der Jagd nach dem einem Insekt, die verrückt trauernde Mutter glanzvoll in Szene setzt. Und auch wenn Callum Keith Rennie als T.S. Vater den sehnsüchtigen Cowboy, welcher hätte 100 Jahre früher geboren werden sollen, wunderbar spielt, hatte ich aufgrund eben dieser Eigenschaften, doch Probleme seine Leistung in "Die Karte meiner Träume" zu würdigen.

Szenenbild. Darüber hinaus konnte ich während großen Teilen des Films den Gedanken nicht abschütteln, dass "Die Karte meiner Träume" durchaus auch von Tim Burton stammen könnte. Dies trifft nicht nur wegen der talentierten Helena Bonham Carter zu, sondern auch wegen den stark gesättigten Farben der zwar beeindruckenden aber doch sehr gekünstelten Maisfelder-Kulisse Amerikas und dem Vergleich mit Burtons "Big Fish", in welchem der im Sterben liegende Vater seinem Sohn ein letztes Mal seine unglaubliche und bizarre Geschichte erzählt. Zu der faszinierenden Farbpalette paaren sich noch wunderbare 3D Aufnahmen von T.S. Erfindungen, die das Abenteuer in eine Art Pop-up-Buch-Rahmen erscheinen lassen, was der surrealen Welt des "Der Karte meiner Träume" zumindest im ersten Teil noch den letzten Pfiff gibt.

Fazit:
"Die Karte meiner Träume" ist eigentlich eine wunderbare Roadmovie-Geschichte eines kleinen Jungen, der sich auf ein Abenteuer quer durch Amerika begibt. Die gesättigten Farben geben der Reise einen surrealen Touch, der sich in den Charakteren fortsetzt. Zwar sind viele der Nebencharaktere austauschbar, so wirken sie aber dennoch charmant und ehrlich. Leider endet der Film nicht mit der Ankunft im Smithsonian Institute und der damit verbundenen Preisverleihung, sondern eiert noch weitere 45 Minuten um die Tatsache herum, dass miteinander reden mehr wert ist, als Probleme zu verschweigen. Zwar ist die Moral ein essenzieller Bestandteil jedes guten Familienfilms, doch hätte ich mir an dieser Stelle mehr skurriles Amerika mit weiteren fabelhaften 3D-Pop-ups gewünscht, als das Gesäusel ohne wirklichen Ausklang belauschen zu dürfen.
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am 9. Dezember 2014
Man kennt von den amerikanischen Filmen oft nur die Städte und manche Sehenswürdigkeiten, jedoch zeigt der Film wie schön Amerika auf dem Land ist und das alles in wunderbarem 3D. Das 3D wurde in diesem Film genau eingesetzt und Zeichnungen und Animationen werden in 3D genau vor dem Zuschauer aus dem TV herausprojeziert. Was man in billig produzierten Filmen oft sieht ist, dass wenn Fotos gezeigt werden, auch ein wenig 3D Effekt haben, da sie nicht selektiert wurden. Bei diesem Film ist das nicht so.Die unendlichen Weiten des Landes und die tollen Aufnahmen der Zugfahrt wurden fast schon malerisch in Scene gesetzt und mit 3D ist das ganze noch schöner.
Zum Film selbst kann ich nur so viel sagen das ein schlauer Junge einen Preis bekommen hat, da er ein Perpetium Mobile erfunden hat, und weil er angst hat das seine Eltern ihn nicht hingehen lassen, fährt er heimlich mit dem Zug und per Anhalter dorthin. Er erlebt auf seiner Reise einige Abenteuer und auch am Ende seiner Reise erlebt er einiges und nicht nur gutes.
Der Film ist für Kinder sowie auch für Erwachsene geeignet und bringt einen wirklich zum träumen. Die schauspielerische Leistung des Jungen ist wirklich sehr gut. Es ist noch ein tolles Making of von 79 Minuten dabei: Eine faszinierende Reise in Jean_Pierre Jeunets fabelhafte visuelle Welten.
Fazit: Endlich mal ein Film, der auf 3D setzt und nicht nur Aktion inne hat. Das 3D wird so gekonnt und nicht aufdringlich eingesetzt das es eine wahre Freude ist. Wenn sie einen 3D Fernseher haben, dann sollten sie ihn sich in 3D ansehen aber auch ohne 3D ist es ein wunderbarer Film.
Für alle die meinen man muss hier nur das Produkt bewerten:
Die Hülle ist aus blauen Plastik und hat die Übliche Form ! Es sind 2 Blu Ray's vorhanden eine in 3D und einen in 2D. Es gibt auch ein Wendecover um den Flatschen zu entfernen. Das Bild und der Ton sind hervorragend.
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am 14. April 2015
Der Regisseur hat einige meiner Lieblingsfilme gemacht; Filme die verzaubern-Handlung, Musik, Schauspieler; alles ist wunderschön und stimmig. Nicht so in der Karte meiner Träume. Weg sind die wundervollen Ansätze der früheren Filme. Abgesehen von einer paar sehr schönen Landschaftsaufnahmen wirkt der Rest sehr konstruiert und gekünstelt. Der Held -ein kleiner Junge - wirkt naseweis und ist alles andere als sympathisch.
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am 29. Mai 2016
Was auch immer die andere schreiben, bei ihrer Negativ Sterne Bewertung. Hier geht es einfach nur darum, das Menschen eben nicht erst ab Volljährigkeit zu IQ Riesen werden. Viele Kinder können in Sachen IQ mit eben so hohen IQ Erwachsenen ohne weiteres mit halten. Ja und dies wird mit eben diesem Film versucht zu zeigen.
Ich halte ihn da für Perfekt. Er zeigt nicht nur einen Jungen der eben Klüger ist, als wie es manchen Erwachsenen Recht ist, nein er zeigt auch auf wie eben Erwachsene auf solch ein junges Genie reagieren. In etwa so als wäre er nämlich ein Außerirdischer, den man nun Wissenschaftlich Anylisieren muss und dann möglichst viel Geld mit dieser Person noch zu machen. Sprich perfekte Vermarktung.

Schluss endlich wird dann gezeigt das die Familie des Jungen, doch der einzige Ort ist, wo er Genie sein kann und trotzdem auch ein normales Kind dazu. Etwas was viele Erwachsene und ganz besonders die welche eigene Kinder sogar haben, so nicht nach vollziehen oder noch schlimmer eben Akzeptieren können. Im Grund führt der Junge in diesem Film die sogenannte Gesellschaft so richtig vor. Eben wie Dumm und vor allem Naiv sie ist.

Mir hat diese Film, ohne große Knall und Explosions Effekte, genauso gefallen, wie der Spielfilm Stand by. In beiden Filmen geht es irgend eben um einen Versuch, die Welt der Kinder dazustellen, wie sie real ist und nicht so wie erwachsene meinen sie zu sein hat. Nach dem Motto laßt Kinder Kinder endlich sein. Also genau so wie es in beiden genannten Filmen dann aber eben nicht so zu sehen ist.
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am 26. Mai 2016
Als Kind sieht man die Welt mit anderen Augen. T.S. sieht nicht nur anders, er sucht auch nach Antworten. Seine Wissbegierde und sein Entdeckerdrang machen ihn interessant für die Wissenschaft, so wird er zu einem Kongress nach Washington D.C. eingeladen, von dem seine Eltern nichts wissen. Spontan begibt sich der Junge auf ein Abenteuer, das er so schnell nicht vergessen wird.

Die Story des Films wird wunderbar komisch und sonderbar zugleich erzählt. Helena Bonham Carter, die bisher vor allem in diversen Tim Burton-Filmen brillierte, übernimmt die Rolle der wissenschaftlich interessierten und sonderbar fokussierten Mutter. Wo viele Kinderdarsteller nerven, ist T.S. Darsteller Kyle Catlett zu keiner Zeit ein Klotz am Bein des Zuschauers. Verstärkt wird die Perspektive aus Kindersicht durch Einblendung witziger, wie kreativer Animationen. Die offensichtliche Hochbegabung des Kindes wird hierbei nicht zur Schau getragen und so wirft der Film interessante Blicke auf die Welt der Wissenschaft und den Menschen die dahinterstehen, manchmal etwas kitschig verloren, aber schnell wieder witzig und vor allem sehr ideenreich. Der Film hat mir sehr gut gefallen!
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am 28. Mai 2016
Den Film schaute ich nach einem anstrengenden Tag. Mein Ziel war es diesen Tag mit einem humorvollen und ansprechenden Film auf der Couch zu beenden. Genau dies wurde mir mit "Die Karte meiner Träume" auch bereitet.
Bei der Story wird aus der Sicht eines 10 Jährigen Jungen (T, S.) berichtet. Dieser erzählt von seiner Familie und einem bevorstehenden Abenteuer. Dabei werden dem Betrachter immer wieder die Gedankengänge von T. S. offen gelegt. Die ganz eigene Sichtweise des Jungen wird dabei auf eine sehr unterhaltsame, trotzdem anspruchsvolle und detaillierte Art und Weise präsentiert. Ich kann den Film daher nur empfehlen.

Sollte ihnen der Film gefallen, kann ich ihnen das Buch: "The curious incident of the dog in the night-time" (2004) von Mark Haddon empfehlen. Das Buch erzählt die Geschichte eines jungen Kindes und Autisten auf eine sehr ähnliche Weise und hat mich im gleichen Maße amüsiert.
Viel Spaß damit.
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am 29. November 2014
Da hier schon ellenlange Kritiken geschrieben wurden, mache ich es kurz.

"Die Karte meiner Träume" hat natürlich einige typische Szenen, wie sie nur in einem Film von Jeunet auftauchen können. Dennoch ist der Film irgendwie anders als "Delicatessen" oder "Amelie". Klar - es ist ja auch keine französische Produktion. Wenn ein Europäer in Amerika filmt, ist da immer so eine Sache. Meist eher enttäuschend.

Dieser Film ist aber auf jeden Fall ein sehr unterhaltsames und zum Teil auch originelles Road-Movie. Zur Abwechslung ist der Held hier mal ein kleiner Junge. Habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten und musste an einigen Stellen denn auch richtig Lachen.
Ohne viel zu Verraten: Die Szene, wo der Wachtposten in das Wohnmobil schaut - da musste ich echt laut lachen.

Vergleiche ich diesen Film mal mit dem Schrott, den ich mir aus dem Kinojahr 2014 schon angetan habe, kann ich nur sagen:
"Die Karte meiner Träume" hat gute Chancen zu meinen Top-10-Filmen des Kinojahres 2014 zu werden.

Fazit: Empfehlenswert!
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... beginnt der zehnjährige T.S. Spivet seine Rede vor dem erlauchten Publikum des Smithsonian Institutes in Washington. Er ist dort als Preisträger eingeladen für seine Erfindung des "magnetischen Rades". Über genau jenes Rad - welches den zweiten der drei Punkte seiner Rede füllt - erfahren wir und auch das Redepublikum aber nur sehr wenig. Vielmehr geht es im Kern der Geschichte um die Situation einer (sehr schrägen, aber liebenswerten) Familie, die einen schrecklichen Verlust nicht wirklich verarbeiten kann. T.S. Spivet hatte nämlich einen Zwillingsbruder, der nicht nur äußerlich, sondern auch von seinem Charakter so völlig anders war. Dieser Bruder, Layton, war eher ein Draufgänger, der wild und abenteuerlustig seine Umwelt in Besitz nahm und gerne mit seinem Gewehr auf alles Mögliche schoss. Genau dieses Gewehr wird ihm auch zum Verhängnis, denn Layton stirbt in der Scheune der elterlichen Farm, als er und sein Bruder T.S. "ballistische Experimente" durchführen. Nachdem T.S. in seinem ersten Punkte der Rede sich, seine Familie und seine Herkunft vorgestellt hat und im zweiten Punkt der Rede nur einige kurze Sätze über seine Erfindung, wegen der er ja schließlich nach Washington eingeladen wurde, verloren hat, setzt er mit dem dritten Punkt dazu an, jenen Nachmittag zu schildern, wo sein Bruder Layton in seinem Beisein so schwer verletzt wurde, dass er starb.
Bis zu diesem Punkt der Geschichte ist es aber ein weiter Weg, voller wunderschöner, lustiger, manchmal auch skuriler, aber immer faszinierender Bilder: Die wunderschöne Landschaft des amerikanischen Westens (die Farm der Spivets liegt in Montana), die völlig verschiedenen Eltern - ein irgendwie zu spät geborener Cowboy als Vater und eine Käfer sammelnde Insektenforscherin als Mutter -, die ältere Schwester, die von einer Karriere als Schönheitskönigin träumt und die beiden Zwillinge. Vor allem durch die Augen vom hochbegabten T.S. sehen wir diese (3D-)Welt, in der die Geheimnisse von Zahlen, chemischer Zusammensetzung, geografischer Vermessung und unausgeschöpften wissenschaftlichen Geheimnissen die Hauptrolle spielen. So entwirft T.S. für den im Frühjahr immer wieder in seinem Fluss gehemmten Bach ein ganzes Be- und Entwässerungsmodell mit Strömungsgeschwindigkeiten und Neigungswinkeln. Sein Vater, der Whiskey trinkend zwischen all seinen ausgestopften Jagdtrophäen sitzt, hält das aber nur für "Quatsch". T.S. Mutter ist zwar wissenschaftlich interessiert, aber in ihrer eigenen Welt gefangen und daher auch keine Hilfe für den klugen, aber auch einsamen Jungen. So beschließt dieser, als die Einladung zur Preisverleihung kommt, kurzerhand per Güterzug heimlich nach Washington zu reisen. Zwar erleben wir die Reise in faszinierenden Landschaftspanoramen, aber eigentlich ist es die Reise eines Zehnjährigen zu sich selbst: Zu seinem frühen Ruhm, aber noch viel mehr ist eine Reise, sein Verhältnis zum Tod seines Bruders wieder in Einklang mit sich und seiner Familie zu bringen. So wundert es auch nicht, dass Layton T.S. auf der Reise begleitet, ebenso wie ein Tagebuch und viele Erinnerungen.

Der Regisseur Jean Pierre Jeunet hat dieses Mal in den USA gedreht, aber er ist sich seinen Themen treu geblieben. Wie in Die fabelhafte Welt der Amélie (Jubiläumsedition, 2 Discs) oder auch in Die Stadt der verlorenen Kinder geht es vor allem um Traumbilder im 'Was-wäre-wenn'-Stil. Was wäre wenn T.S. auf seiner heimlichen Reise einmal zuhause anrief? Was würde sein Bruder zu dieser Reise sagen? Und was geht alles im Kopf von T.S. vor, wenn er die Welt betrachtet? Es gibt wieder viele Animationen und liebevolle Zeichnungen im Film, so werden die Kapitel z.B. durch Pop-Up-Bücher eingeleitet. Kurzum: Jeunet feiert wieder ein Fest der Fantasie. Aber wie schon in seinem Epos über den ersten Weltkrieg, Mathilde - Eine große Liebe, spielen auch Trauer und Verlust eine große Rolle, so dass der sehr farbenfrohe Film einen leichten Schatten trägt. Zuletzt werden durch einen Fernsehmoderator und auch die Kuratorin des Smithsonian herrliche Karikaturen einer funktionalen Welt gezeichnet, der es völlig an Fantasie fehlt. Kamera, Bildsetzung, Farbgebung und vor allem Ausstattung sind wieder einmal völlig großartig und das 3D-Verfahren wird zurückhaltend und im Dienst der Geschichte eingesetzt.

"Die Karte meiner Träume" ist ein sehr ruhiger Film, der mit einer schlichten Geschichte die Kraft der Fantasie und den Mut zum Ungewöhnlichsein feiert. Ganz nebenbei ist es eine Reise in die Gefühlswelt von Trauer, Verlust, Lebensfreude und Neuanfang. Vor allem ist es ein Film für die ganze Familie. Mag mancher Erwachsener sich auch über die dahinplätschernde Dramaturgie nicht so recht freuen können und auch das Ende dieses modernen Märchens für zu simpel halten, so gelingt Jeunet einmal mehr ein neues Puzzlestück in seinem Werk über Absurdes, Lustiges, Trauriges und zutiefst Liebenswertes in dieser Welt. Sicher nicht sein bester Film, aber immer noch weit über dem Durchschnitt sonstiger Kinoproduktionen. Sehenswert!
22 Kommentare|17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Februar 2015
Leider hält sich der Ablauf absolut nicht an das Buch. Das letzte Drittel des Films wurde völlig abgeändert. Wer das Buch gelesen hat darf nicht zu viel erwarten. Wer das Buch nicht gelesen hat, wird die Geschichte vielleicht unglaubwürdig und langweilig empfinden. Also besser Zeit und Geld in das Buch investieren, das lohnt sich schon sehr. Auch wenn der Autor sich mit dem Schluss zu wenig Mühe gegeben hat.
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