Kundenrezensionen


1 Rezension
5 Sterne:
 (1)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwanengesang, 1. August 2014
Rezension bezieht sich auf: The World We Left Behind (Audio CD)
Da ist es also, das nach (vorläufigen) Angaben der Band leider letzte Studioalbum von Nachtmystium, passender Weise "The World We Left Behind" betitelt; formal erscheint es nach der offiziellen Auflösung der Gruppe. Nach einer turbulenten Zeit und Drogenproblemen möchte sich Frontmann und Guitarist Blake Judd in Zukunft vermehrt seinem bisherigen Nebenprojekt Hate Meditation widmen. In seinen 14 Jahren Bandgeschichte hat sich das Quintett aus Illinois vom reinen Black Metal alter Schule durch Adaption psychedelischer, progressiver und industrial Elemente stetig weiterentwickelt. Eine spannende Entwicklung, die in den beiden visionären Black-Meddle-Alben "Assassins" und "Addicts" gipfelte.

Das erste, was auffällt, ist die von Ashley Sumner stammende Coverart: War man bisher von Nachtmystium eher düstere, teils verstörende Bilder gewohnt – man denke in diesem Zusammenhang nur an "Instinct: Decay" oder "Silencing Machine" –, so besticht dieses Album eher durch eine an Baroness erinnernde, farbenfrohe Ästhetik, welche im Kontrast zum Extreme Metal der Musik steht.

Musikalisch klingt "The World We Left Behind" sehr intensiv, dabei jedoch melodisch verspielt, atmosphärisch dicht und verführerisch. An Kreativität und Progressivität kann der Longplayer durchaus mir seinen Vorgängern konkurrieren. Geschickt werden Versatzstücke unterschiedlichster Stilrichtungen mit Black Metal verwoben. Das mit einem klassischen Riff startende, instrumentelle "Intrusion", welches jedoch abrupt von einem Black Metal untypischen Rhythmus begleitet wird, leitet das Album stimmungsvoll ein. Das sich anschließende "Fireheart" setzt diesen Weg konsequent mit discoartiger Rhythmik fort, ist dabei aber nicht ganz so stimmig. Das doomige "Voyager" ist dagegen eher traditionell getragen und düster und erinnert klanglich an "Assassins: Black Meddle Pt. 1", während das treibende, von elektronischen Keyboards und Blastbeats geprägte "Into The Endless Abyss" bombastischen Black Metal liefert. "In The Absence Of Existance" und der Titeltrack "The World We Left Behind" schlagen effektvoll in dieselben Kerben. "Tear You Down" steigert sich dann von einem eher atmosphärischen Song zu brutaler Raserei, wohingegen "On The Other Side" eher ein klassicher Punk-Rock-Song ist. Würdig abgeschlossen wird das Album von dem melodischen, von vielschichtigem Background-Gesang unterlegten, von einer traurigen Grundstimmung geprägten "Epitaph For A Dying Star", das eine gelungene Grabinschrift für den Abgesang dieser dunkelvisionären Band und ein emotionaler Höhepunkt ist.

Das Booklet enthält sämtliche Liedtexte und macht auch sprachlich klar, dass dies Nachtmystiums letztes Werk ist, denn die Credits sind in der Vergangenheitsform verfasst: "Nachtmystium was ...".

Zusammenfassend haben Nachtmystium mit diesem sehr guten Album den Abschied für ihre Fans ausgesprochen schwer gemacht. Ein wenig Hoffnung darf bleiben, hat sich Blake Judd kürzlich doch noch ein Hintertürchen für ein Comeback offen gelassen. Trotz einer kleinen Schwachstelle gibt es kein wirklich schlechtes Stück auf dieser Scheibe, sondern insgesamt ein Meisterwerk des psychedelischen Black Metal.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

The World We Left Behind
The World We Left Behind von Nachtmystium (Audio CD - 2014)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen