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4.0 von 5 Sternen Präsident mit Fehlern
Vorbemerkung: Ich habe Aufstieg und Fall von Christian Wulff in den vergangenen Jahren in den Medien verfolgt. Mit Verwunderung habe ich registriert, wie die konservative Springerpresse (Welt, Welt am Sonntag) sowie Bild und Bild am Sonntag zunehmend kritischer über ihn berichteten und schließlich völlig von ihm abwandten. Die Hetz- und Treibjagd auf...
Vor 10 Stunden von Regenpfeifer veröffentlicht

versus
43 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kein Zurück
Bereits als Ministerpräsident von Niedersachsen überfordert und peinlich ohne eigene Meinung ausgestattet, das Fähnchen immer im Wind drehend und Speichelleckend der großen Angela sonst wo rein gekrochen beschwert sich dieser Mensch nun darüber, das sich die Medien so unfassbar ungerecht auf ihn eingeschossen haben und er zum Sündenbock...
Vor 1 Monat von Katzenmusicman veröffentlicht


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Präsident mit Fehlern, 30. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Gebundene Ausgabe)
Vorbemerkung: Ich habe Aufstieg und Fall von Christian Wulff in den vergangenen Jahren in den Medien verfolgt. Mit Verwunderung habe ich registriert, wie die konservative Springerpresse (Welt, Welt am Sonntag) sowie Bild und Bild am Sonntag zunehmend kritischer über ihn berichteten und schließlich völlig von ihm abwandten. Die Hetz- und Treibjagd auf Christian Wulff habe ich mit einer gewissen Fassungslosigkeit wahrgenommen. Sein Agieren während des Höhepunkts der Krise kam bei mir nicht sehr souverän an, gleichwohl fragte ich mich, ob man nicht übermenschliches von einem Mann in seiner Situation erwartet, der so von den führenden Zeitungen dieses Landes fertiggemacht und ausgezählt wird.

Deshalb war ich auch sehr gespannt auf das Buch von Christian Wulff. Und, falls Nachfragen kommen sollten, ja, ich habe dieses Buch von der ersten bis zur letzten Zeile gelesen, manches sogar mehrfach.

Ganz oben Ganz unten? Ich kann mir denken, dass für mindestens die Hälfte der Leser dieser Buchtitel eine Provokation ist. Denn sie werden sich fragen, ob man „ganz unten“ ist, wenn man gesunde Kinder hat, sehr gute Freunde (die auch in Krisenzeiten zu einem halten), einen hoch qualifizierten Beruf (Rechtsanwalt) mit einem Anwaltsbüro in Hamburger Top-Lage und dazu noch ein Büro samt Personal in Berlin mit der Top-Adresse Unter den Linden 71 (und nicht in einer kleinen Dachkammer in einen Nebengebäude des Bundestages), wenn man darüber hinaus noch Anspruch auf einen Ehrensold von 217.000 Euro auf Lebenszeit hat. Ist man dann „ganz unten“? Das ist wohl eine Sache des persönlichen Standpunktes und der Bewertung. Auf diese Situation hätte sicherlich besser der ursprünglich angedachte Buchtitel „Glück gehabt“ gepasst, aber in dem liegt wenig Provokation, wenig Spannung, der würde sich nicht so gut verkaufen.

Etwas merkwürdig fand ich es schon, als ich den Satz las: „Dieses Land hat mir die Möglichkeit gegeben, aus einfachen Verhältnissen an die Spitze des Staates aufzusteigen.“ Weiter schreibt Wulff von seiner Herkunft aus einfachen Verhältnissen. Das hat mich auch etwas verwundert. Kommt man aus einfachen Verhältnissen, wenn der Vater Jurist ist und die Mutter aus einer Industriellenfamilie kommt? Die Großeltern lebten noch in einem Gut mit Herrenhaus.. Einfache Verhältnisse stelle ich mir irgendwie anders vor. Leute aus einfachen Verhältnissen kämpfen sich oft über den zweiten Bildungsweg (wie Gerhard Schröder) nach oben. Nicht so Wulff. Er nahm den glatten Weg. Abitur, Studium Referendariat, Anwalt, Karriere in der Politik, Ministerpräsident, Bundespräsident.

Aber zurück zum Buch. Hochinteressant zu lesen, wie Christian Wulff den Rücktritt von Horst Köhler irgendwie doch mit Unverständnis und Verwunderung schildert. Und dabei gibt es zwischen Wulff und Köhler durchaus Parallelen. Ich erinnere mich noch gut daran, dass Köhler in den Wochen vor seinem überraschenden Rücktritt vom Spiegel als „Das Schlossgespenst“ lächerlich gemacht und verunglimpft wurde. Es gab damals auch eine Medienkampagne gegen Köhler. Da war von „Black out“ und „Tollpatsch“ und „Horst Lübke“ die Rede. Mit Interesse habe ich in Wulffs Buch gelesen, wie sehr er mit seinen heutigen Erfahrungen nachfühlen kann, wie es damals seinem Amtsvorgänger ergangen ist. Schon damals gab es Anklänge zu der Hetz- und Treibjagd, der sich Wulff später ausgesetzt sah.

Nein, Zeitungskampagnen gehen nicht spurlos an Politikern vorüber. Auch an Berufspolitikern nicht. Spitze Formulierungen, Häme, herabsetzende Bemerkungen, jemanden lächerlich machen in Wort und Bild, all das hinterlässt Spuren.
Und das eingekreiste und in die Ecke gejagte Wild verliert schließlich seine Souveränität und macht Fehler. Für mich war es interessant zu lesen, wie oft Christian Wulff in seinem Buch klar sagt, dass dieses oder jenes ein Fehler war:
Es war ein Fehler, bei der Frage nach dem Kreditgeber für das Haus im niedersächsischen Landtag nicht umfassend zu informieren. Es war ein Fehler, bis zum letzten Tag vor der Bundespräsidentenwahl die Arbeit als niedersächsischer Ministerpräsident zu machen. Private Ferien des Bundespräsidenten im Haus eines Unternehmers waren ein Fehler. Es war ein großer Fehler, erboste Nachrichten auf der Mailbox des Bild-Chefredakteurs zu hinterlassen.

So bleibt für mich das irgendwie zwiespältige Bild eines Mannes, der viel gemacht hat und darunter war auch der eine oder andere Fehler. Diese Fehler wurden von Journalisten ausgegraben, mit Ironie und Häme bedacht und so wurde das Wild schließlich erfolgreich zur Strecke gebracht.

24 Ermittler des LKA suchten 14 Monate lang akribisch nach rechtsverwertbaren Straftatbeständen der Korruption. Übrig blieben 720 Euro für Essen, Hotel und Babysitter. Der Richter entschied, dass Christian Wulff unschuldig ist, ohne Wenn und Aber.

So bleibt für mich als Fazit des Buches: Wer wissen will, wie mächtig die Presse in diesem Land tatsächlich ist, der sollte es lesen. Sympathischer ist mir Christian Wulff allerdings durch das Buch nicht geworden. Aber viele seiner Handlungen kann ich heute besser nachvollziehen. Allein für das Buch hätte ich fünf Sterne gegeben, da mich aber der Buchtitel und einige Formulierungen (z.B. die "einfachen" Verhältnisse) stören, ziehe ich einen Punkt ab. Wie man auch zu Christian Wulff steht, lesenswert ist dieses Buch in der Tat.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Informativ, erschreckend - und es regt zum Nachdenken an..., 5. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Kindle Edition)
Sicher hat jeder von uns den großen “Wulff-Skandal” mehr oder weniger intensiv verfolgt. Selbst wenn man nicht politikinteressiert ist, kam man an den großen Schlagzeilen Ende 2011 / Anfang 2012 kaum vorbei.

Als Christian Wulff schließlich im Februar 2012 von seinem Amt als Bundespräsident zurücktrat, war das noch lange nicht das Ende der Hetzkampagne gegen ihn.
Dass die Presse fast genau zwei Jahre später nicht in gleichem Umfang über den vollständigen Freispruch von Herrn Wulff berichtete, sagt schon vieles.

Als ich anfing, dieses Buch zu lesen, habe ich erst einmal zurückgedacht und versucht, mir in Erinnerung zu rufen, was ich damals ob dieses Skandals empfunden habe. Genau kann ich das nicht mehr rekapitulieren, aber beim Aufkommen solcher Vorwürfe ist meine Meinung zumeist, dass kein Mensch fehlerfrei ist und dass es vielen Anklägern gut zu Gesicht stehen würde, erst einmal vor ihrer eigenen Tür zu kehren. Erst wenn echte (keine konstruierten) Beweise für das Fehlverhalten vorliegen, kann man sich ernsthaft Gedanken darüber machen, wie die Folgen für den Betreffenden aussehen sollten.
Wenn solche “Skandale” einen Politiker betreffen, frage ich mich zusätzlich, ob es nicht besser wäre, wenn die Herrschaften ihre Energie in ihre eigentliche Aufgabe investieren würden, für die sie bezahlt werden – und die Aufklärung den zuständigen Stellen überlassen würden.

Im Fall von Christian Wulff lief das alles leider ganz anders und er erläutert in diesem Buch seine Sicht der Dinge.
Er tut dies in einem sehr angenehmen, flüssig zu lesenden Schreibstil und auch Leser, die sich sonst weniger für Politik interessieren, können seinen Ausführungen sehr gut folgen. Zuweilen sorgt eine gewisse Ironie, die man angesichts seiner Erlebnisse fast als “Galgenhumor” bezeichnen möchte, sogar für etwas Erheiterung in der ansonsten eher ernsten Lektüre.
Übersichtlich und nicht zu ausschweifend werden nicht nur die Amtszeit und die zwei Jahre nach dem Rücktritt beleuchtet, sondern auch einiges aus Christians Wulff Vergangenheit.
Er erläutert sachlich die Hintergründe der medialen Hetzjagd gegen ihn und sucht nach Erklärungen für die persönlichen Beweggründe mancher “Ankläger”. Angenehm fand ich, dass das Geschriebene keinen Beigeschmack von Selbstbeweihräucherung hat und dass Herr Wulff auch eigene Fehler, Versäumnisse oder Fehleinschätzungen ehrlich zugibt.

Was mich sehr beeindruckt hat, das war der Umfang der angestellten Ermittlungen: auf der schier verzweifelten Suche nach irgendeinem verwertbaren Beweis für die Schuld von Herrn Wulff wurden Millionen an Steuergeldern verschwendet und die Kriminalbeamten hätten während der ganzen Zeit sicher in relevanteren Fällen bessere Ergebnisse erzielen können.

Nach dieser Lektüre fragt man sich unweigerlich, welche Pressemeldungen überhaupt noch einen zweiten Blick wert sind oder besser: welchen Medien kann man noch vertrauen? Eine gewisse Skepsis und vor allem die Vermeidung von Vorverurteilungen sollte hier für alle Menschen selbstverständlich sein, damit solche Fälle künftig sachlich und in angemessenem Rahmen geklärt werden.

Fazit:
Sachlich, informativ und durchaus unterhaltsam zeigt dieses Buch die Hintergründe der “Wulff-Affäre” auf.
Auch Lesern, die nicht so politikinteressiert sind, würde ich nicht abraten, denn stellenweise liest es sich eher wie ein spannender Krimi.
Ein wichtiges Buch, das zum Nachdenken über die Macht der Medien anregt…
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ehrlich und notwendig, 20. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Kindle Edition)
Mn hat, und das ist erstaunlich, nicht den Eindruck, dass der Autor Frust abbaut oder Rache nehmen will. Vielmehr steht nach meinem Empfinden der Wunsch nach Aufklärung im Vordergrund. Und wenn man davon ausgeht, dass es so war, wie es in diesem Buch steht, dann müssen sich manche schämen, die sich bis heute für "Helden" gehalten haben.
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Staatsanwalt vor dem Karren von BILD, 21. Juni 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Gebundene Ausgabe)
Ein Lehrstück für die Zustände in diesem Land. Eigentlich könnte ich nur die vorhergehenden Rezensionen unterschreiben: Ein Skandal, wie nicht nur die Staatsanwaltschaft, sondern auch die vorgesetzte Behörde und der zuständige Minister nach der Pfeife des Dreckblatts der Nation nicht nur tanzen, sondern kuschen. Wie heißt es doch so schön: Der Berg kreißte, und er gebar eine Maus. Ein Lehrstück über dieses unser Land. Zu dem auflagenstärksten Blatt in diesem unseren Lande sei gesagt: Esst Sch...., Millionen Fliegen können nicht irren.
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19 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Unschuldige ist sein schlechtester Verteidiger., 13. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Gebundene Ausgabe)
… dies wird in dem vorliegenden Buch deutlich.
Während es z.B. ein Uli Hoeneß relativ "einfach" hatte (er hat totalen Unsinn gebaut und dann nach etwas Salamitaktik und Abtauchen dazu gestanden und die Konsequenzen getragen), liegt die Sache beim Unschuldigen anders, dass zeigt alle Erfahrung (von Uwe Barschel bis Horst Arnold). Gerade weil man nichts falsch gemacht hat, verteidigt man sich ungeschickt und lässt sich, wie im Fall Wulff, z.B. durch Eigeninteresse geleitete Medien treiben und macht Fehler.
Wenn mehr als 10 Ermittler über 2 Jahre Vollzeit alles durchforsten und über, sowie mit der Presse Stimmung machen - und dann Null Komma Null herauskommt, dann ist das schon eindeutig.
Insofern habe ich gerade die vielen konkreten Details dieses Buches, aber auch seinen Grundtenor (Kritik an Vorverurteilung und Medienhetze, die sich so nicht wiederholen darf) gerne gelesen. Wulff ermöglicht es, hinter Kulissen auf namentlich genannte Akutere zu schauen. Natürlich verwundert es nicht, dass die vielen Journalisten, die Wochen lang gehetzt und Leser manipuliert haben, jetzt alles tun werden, um das vorliegende Buch kaputt zu reden und zu schreiben.
Daher empfehle ich jedem: Lesen Sie dieses Buch, um eine wirklich eigene Meinung bilden zu können.
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32 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Buch lesen und das Video zur Pressekonferenz anschauen, 22. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Gebundene Ausgabe)
Um es kurz zu machen: Egal wie Ihre Meinung zu dem Thema ist, werfen Sie einen Blick in das Buch sowie in die Pressekonferenz der entsprechenden Buchvorstellung. Bei letzterem meine ich vor allem den kurzen Vortrag von Herrn Detlef Felken vom Beck-Verlag zu Beginn der PK. Ein Video findet man unter „Christian Wulff Pressekonferenz - Ganz oben, ganz unten“

Das Buch selbst ist übrigens gespickt mit Details und Namen und man wundert sich, wer welches Interesse und welche Eitelkeit hat. Gerade weil z.B. die Spitzenleute in den Medien so weit oben sind, glauben viele von Ihnen, sich alles erlauben zu können und Politik und Personalpolitik betreiben zu können. Im Grunde ist die Selbstherrlichkeit einiger so genannter Leitmedien einfach nur anmaßend und undemokratisch. Gut, dass man mit diesem Buch ohne Manipulation Dinge direkt erfahren kann.
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42 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch, 18. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Gebundene Ausgabe)
Vorweg - ich habe das Buch gelesen, von der ersten bis zur letzten Seite. Das muss man ja in diesem Forum besonders betonen. Christian Wulff hat über weite Passagen ein schonungsloses Buch geschrieben - schonungslos gegen sich und andere. Es gehört schon einiges dazu, so viele persönliche Fehler einzuräumen und etwa den genauen Wortlaut anzugeben, den Wulff auf die Mailbox von Kai Diekmann gesprochen hat. Ob diese freimütig aufgeführten Fehler schon Grund genug für seinen Rücktritt waren, mag jeder Leser für sich beurteilen. Kritisieren kann man jedoch nicht, dass "Ganz oben Ganz unten" eine persönliche Bilanz sowie eine Rechtfertigung geworden ist. Wirklich interessant ist dieses Buch aber weit über die Causa Wulff hinaus. Präzise und plausibel stellt Wulff das Netzwerk von Journalisten dar und zeigt das Wirken der ehrenwerten Herren Döpfner, Diekmann, Blome und Co. Von einer Hetzjagd zu sprechen ist sicherlich nicht vermessen und keineswegs larmoyant. Für Wulff liegt der Hauptgrund für diese Jagd eindeutig in seinen Äußerungen zum Islam. Interessant ist auch, wie Justiz und Presse dann zusammenspielen - SPIEGEL; STERN und BILD fordern ihr Opfer und bekommen es auch. Während die Presse aber nur Gerüchte, Unterstellungen und Halbwahrheiten liefern musste, kann sich die Justiz von Hannover darauf nicht zurückziehen. Dass die Anklage dann in sich zusammenbrach, kann man hier ausführlich lesen. Ein wichtiges Buch. Wer jetzt noch BILD liest - dem ist wohl nicht zu helfen.
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31 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jagdfieber statt Aufklärung, 27. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Gebundene Ausgabe)
An dieser Stelle möchte ich lediglich aus der Rezension von Peer Steinbrück in der ZEIT zitieren: „… Geschichte über Anmaßungen von Medien und Justiz, journalistisches Jagdfieber und Rudelverhalten, die Beschädigung einer öffentlichen Person im höchsten Staatsamt, Manipulation und Indiskretionen, sogar Rechtsbeugungen, Denunziationen und Nötigung – die schreckt fürwahr auf. Wulffs Buch eröffnet einen Perspektivwechsel, in dessen Licht die Skandalisierer selbst zum Skandal werden.“
Ich teile diese Analyse und finde es deshalb erstaunlich, wie sachlich Christian Wulff die Thematik aufarbeitet. Das macht das Buch umso lesenswerter. Es lädt die Leserinnen und Leser in neutraler Weise ein, die Dynamik der Ereignisse um den Rücktritt des deutschen Staatsoberhauptes zu verstehen. Trotz aller sachlichen Darstellung ähnelt der Verlauf des Geschehens eher einem Krimi und somit bleibt das Buch bis zuletzt spannend. Es hält der Staatsanwaltschaft Hannover und den Medien einen Spiegel vor, hoffentlich erkennen sie sich wieder. Das Buch leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung. Mit Hans Leyendecker von der Süddeutschen Zeitung schließe ich: "Jeder wollte den größten Stein werfen" - ich füge an- "und den größten Profit machen".
Christine Arlt-Palmer
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26 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Umgangskultur an der Spitze von Medien und Politik, 17. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Gebundene Ausgabe)
Wer mehr über die Umgangskultur an der Spitze von Medien und Politik erfahren möchte, dem sei zu diesem übrigens sehr nüchtern-sachlich geschriebenen Buch geraten. Man wundert sich da gerade bei der Presse, wer da mit wem kann, wie Kampagnen bei einem guten Abendessen beschlossen werden und wie unglaublich selbstverliebt und manipulativ einzelne Personen sein können. Und wie groß das kommerzielle Interesse ist, Schlagzeile zu machen, egal wie unbegründet und egal auf welche Kosten.

Das Buch von Christian Wulff tut gut und ist nötig, um den Bürgern, die besser und objektiver informiert werden wollen, eine entsprechende Möglichkeit zu geben. Ich empfehle vor allem das Kapitel Die Jagd ab Seite 163.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erst "Hosanna", dann das "Crucifige", 1. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Ganz oben Ganz unten (Gebundene Ausgabe)
Christian Wulff gehörte zu der Sorte Politiker, die die Medien gezielt für ihre Zwecke einzusetzen vermochten.
Dazu gehörte natürlich, quasi als Grundvoraussetzung, eine Medienwirksamkeit, die alle dafür notwendigen Parameter einschloss. Wulff besaß diese Mischung aus Seriosität und Jovialität, Eloquenz, Jugendhaftigkeit und Aussehen, die ihn im Anbeginn seiner Amtszeit die Sympathien der Presse garantierte. Wulff steht damit in einer langen Tradition medienbewusster Politiker, die aufgrund ihres Umgangs mit der vierten Macht im Staat zur Stilisierung als Hoffnungsträger taugten.
Als Beispiel seien etwa Brandt und Schröder genannt. Als Antipode hierzu klar Franz Josef Strauss und Herbert Wehner.

Ein Hauch von Glamour wehte durch das Schloß Bellevue. Dazu trug nicht zuletzt auch Wulffs Ehefrau Bettina bei. Dieser „Kennedy-Effekt“ ist Ausdruck unseres schnelllebigen Zeitgeistes der Oberflächlichkeit, dem Verlangen nach immer neuen unverbrauchten Gesichtern.
Auch bei Wulff folgte nach einem weihrauchgeschwängerten "Hosanna" das drohend lärmende "Crucifige". Die Hetze der Presse auf den höchsten Repräsentanten des Staates kann nur als beschämend bezeichnet werden. Eine Neujustierung des Verhältnisses von Medien und Politik erscheint dringender denn je. Obgleich das Landgericht Hannover, den zum Rücktritt gezwungenen Präsidenten von allen Anklagepunkten freisprach, ließen sich einige Journalisten nicht beirren ihren Kreuzzug gegen Wulff fortzuführen.
Nachdem alle Vorwürfe ausgeräumt waren, bezichtigte man ihn schließlich des unprofessionellen Umgangs mit der Affäre.

Wulffs Reflektionen über seine Zeit als Bundespräsident ist überraschenderweise keine große Anklage, keine bittere Bilanz, sondern vielmehr eine nachdenkliche. und eher leise Aufarbeitung der sicherlich schwersten Zeit seiner politischen Karriere. Was nach der Causa Wulff bleibt, ist die Frage nach dem wohin?
Wohin geht der Weg mit "unseren" Persönlichkeiten und "unserem" Journalismus? Muss man eingreifen? Naja, besser selber lesen, nachdenken und sich eine eigene Meinung zu Allem bilden. Viel Spaß dabei!
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Ganz oben Ganz unten von Christian Wulff
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