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am 14. Juli 2014
True Detective ist so ziemlich das Beste, was ich je im Fernsehen (oder Kino) zu Gesicht bekommen habe.
Warum? Ich will es (hoffentlich) kurz machen:

-Das ganze Format ist eher ein 8stündiger Film, als eine Serie.

-Es fokossiert sich nur auf die beiden Hauptdarsteller, Nebendarsteller sind wirklich Nebendarsteller. Dadurch erlebt man die beiden sehr intensiv.

-Schauspielerisch ist das Weltklasse. Die Entwicklungen von Hart (Harrelson) und Cohle (McConaughey) verlaufen einerseits so absehbar, andererseits total überraschend. Sie gehen einem auf die Nerven, gleichzeitig liebt man sie.

-Die Figur Marty Hart, der Durchschnittstyp, verkörpert immer fein das Durchschnittsdenken des Zuschauers. Mittelmäßigkeit so zu schauspielern ist ganz große Kunst!

-Die Figur Rust Cohle, der Misanthrop mit seinen Abhängigkeiten. Dennoch unglaublich klar im Kopf. Absolute Charakterrolle, die man vor 2-3 Jahren einem Matthew McConaughey nie zugetraut hätte.

-Große Unwissenheit: Man ahnt sehr lange nicht, wohin der Mordfall führt. Man weiß auch ewig nicht, was die zwei neuen Ermittler von Cohle und Hart überhaupt erfahren wollen. Und man spekuliert ewig, was die beiden dazu gebracht hat, jetzt zu so einem alten Fall vernommen zu werden. Sehr gut gemacht!

-Die Serie lässt sich Zeit. In den ersten Folgen passiert eigentlich wenig, und doch wird man umgehauen. Irgendwie wie das warten auf den Weihnachtsmann. ;) Man spürt, es passiert was...

-Die Bilder: Wahnsinn, wie gewaltig die Sumpflandschaften, die Menschen, die Situationen erfasst wurden!

-Die deutsche Synchro: Richtig stark. Glaubwürdige Stimmen passend zu den Charakteren. Zudem mit Bedacht auf die Kleinigkeiten: Der Sprecher von Cohle synchronisiert ihn beispielsweise zu den 95er Jahren anders als in der 2012er Zeit.
Im Original sicher auch sehr gut - aber durch den starken Südstaaten-Slang für mich nicht zu verfolgen.

-Philosophisch. Die Dialoge oder auch Monologe von Cohle sind äußerst tiefgreifend, obwohl die Grund-Botschaften meistens relativ einfach sind.

-Es werden Fragen einfach offen gelassen. Ständig gibt es Szenen, über die man nachdenkt, welche aber dann einfach im Sande verlaufen. Einerseits hat man oft das Gefühl, es fehle etwas - andererseits wird dadurch an einem Gesamtbild gefeilt, das keine weiteren Erklärungen nötig hat, sondern durch seine Indirektheit die gewollte Wirkung hinterlässt.

Wem das Untypische zusagt und das Düstere mag, sollte hier zuschlagen!
Breaking Bad wirkt im Nachhinein wie ein Comic für mich mit den leicht überspitzten Charakteren (und ich habe das geliebt!) - True Detective kann einem hingegen mit seiner Ernsthaftigkeit und bitteren Realität schon auf den Magen schlagen. Aber vor allen Dingen wirkt es im Kopf!
1919 Kommentare| 446 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Mai 2015
Ich bin sonst nicht der Mensch für Serien, aber 'True Detective' hat mich wirklich überzeugt.
Kein sonst häufig in diesem Genre zu findende klare Trennung von Schwarz-Weiss, sondern eher ein Grau, das sich durch die gesamten 439min zieht. Auch keine stereotypische Held-Antiheld-Einteilung. Die Dialoge sind sehr unterhaltsam und bringen den Zuschauer wirklich zum Nachdenken über Gesellschaft, Religion, Psychologie und allgemein Philosopie. Die ganze Serie mit ihren in einander überfließenden Zeitsprüngen kann auch als Parabel für die Zeit an sich verstanden werden, das Werden & Vergehen, Licht & Schatten. Rust's pessimistisch-realistische Geisteshaltung liegt irgendwo zwischen Stoizismus, Schopenhauer und Zynismus. Gerade auch die natur- und geisteswissenschaftlichen Blickwinkel auf Gesellschaft, Werte und menschliches Bewusstsein sind außergewöhnlich. Stellenweise erinnert die Serie in ihrer Darstellungsweise ein bisschen an Hermann Hesse in transzendenten Wahrnehmungen durch Drogen und gesellschaftsverdrossener Selbsterkenntnis und der Suche nach Wahrheit.
Der sonst eher durch Jugendsünden-Rollen in flachen romantischen Kömödien abgestempelte Matthew McConaughey beweist mit diesem Meisterwerk aus der Schmiede HBO Mut zur Häßlichkeit und nicht-pupertärer Gesellschaftsabgewandtheit jenseits von blumigen Frauenschwarm-Zielgruppengeplänkel. Perfekt besetzt und jede Minute Spannung. Auf der Suche nach der Wahrheit, Ewigkeit, menschlichen Abgründen und Katharsis.
Top-Unterhaltung und absolut sehenswert!
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Oktober 2014
TRUE DETECTIVE ist der beste Thriller, den ich seit langem gesehen habe. Ich benutze ausdrücklich nicht das Wort "Serie", denn im engeren Sinne verstanden wäre diese Bezeichnung irreführend. TRUE DETECTIVE ist die großartige Schilderung dessen, wie eine einzige Verbrechensserie das Leben zweier Detectives zunehmend dominiert, bis schließlich Privatleben, Beruf und Gesundheit in Scherben liegen. Dabei handelt es sich um keine Vorzeigeermittler aus dem Vorabendprogramm, die hier einen Massenmörder zu Fall bringen wollen, sondern um zwei Männer, deren Persönlichkeiten viele dunkle Seiten aufweisen.
Eben diese Persönlichkeiten standen dann für mich auch im Zentrum des Geschehens. Der Fall der verschwundenen Kinder und Frauen, spannend und schrecklich genug, ist der Auslöser einer Besessenheit, mit der die Detectives alles opfern werden, um den Fall zu lösen; und nach mehr als einem Jahrzehnt bleiben vom Leben nur Scherben zurück.

Die Handlung nimmt zu Beginn nur langsam Fahrt auf, da die Geschichte kunstvoll mit Rückblenden begonnen wird, die später in die Jetzt-Zeit der Handlung einmünden werden. Gleichwohl ist von der ersten Minute an ein dunkles Pulsieren spürbar, eine Spannung, die an die Musik von Nick Cave (von dem der Soundtrack nicht stammt) oder Filmsequenzen von David Lynch denken läßt. Dieses verdankt sich der großartigen schauspielerischen Leistung der Hauptdarsteller, einem tollen Soundtrack, fantastischer Kamera und ebensolcher Regie, kurzum: hier stimmt einfach alles!

Was TRUE DETECTVE nicht bietet, sind die üblichen Klischees und Landschaftsbilder Louisianas, die übliche Polizeiroutine, wie wir sie aus zahlreichen Serien und Spielfilmen kennen. Ein guter Teil der äußerst beunruhigenden Grundstimmung resultiert eben daraus, dass nicht vorhersehbar ist, was geschehen wird, jedoch schon sehr früh das Gefühl aufkommt, dass mit einem klassischen Happy End nicht gerechnet werden darf.

Fazit: Wer auf unnötiges Geballer verzichten kann und lieber einen so düsteren wie anspruchsvollen Noir-Thriller sehen möchte, ist hier genau richtig!
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am 13. März 2016
Offenbar gibt es neuerdings Krimiserien von filmliterarischem Niveau. Diese Staffel gehört zu den absolut erstklassigen und verdankt ihren Reiz zweierlei – dem psychologisch so glaubwürdigen wie szenisch gekonnt durchgestaltetem Zusammen- und Widerspiel zweier charakterlich eigentlich nicht kompatibler Detectives und dem Einblick in den gruseligen seelischen Unterboden des amerikanischen Südens, hier Louisianas. Der schwülen, melancholisch stimmenden, vermutlich im weitesten Sinne krank machenden Sumpflandschaft ist insofern nicht nur Kulisse, sondern ihr kommt metaphorische Bedeutung im Sinne eines cineastischen Leitmotivs zu. Sehr atmosphärisch!

Die Handlung verläuft bis zur siebenten Folge über fortlaufende Rückblenden. Die einstigen Detectives Martin Haart (Woody Harrelson) und Rustin „Rust“ Cohle (Matthew McConanghey) werden getrennt vernommen, um jeweils ihre Version zur siebzehn Jahre zurückliegenden Fahndung nach einen Ritualmörder zu berichten.

Klasse Schauspieler, eine sorgfältigste Figurenzeichnung ermöglichend: Während der mit seiner Simplizität kokettierende Haart bei aller cholerischen Kraftmeierei und Machismo mindestens für sich selbst noch als ein Muster des amerikanischen Familienmenschen gelten kann, erscheint Rust Cohle sehr speziell: ein Sonderling, den Ermittlern so suspekt wie mittlerweile hochverdächtig, früher allzu lange under cover eingesetzt, einerseits titanisch fit, andererseits ein ausgebrannter Fall, dabei ein philosophischer Kopf, der von Nietzsche bis zur astrophysikalischen M-Theorie im Bilde ist und sich die finsteren Ergebnisse seines Nachsinnens über Welt und Mensch offensiv bewusst im Alkohol auflöst, ein gewaltatheistischer Steppenwolf also, gewissermaßen durchaus ein großer Untergeher im Geschmack von Nietzsches Zarathustra, dessen Mythos der ewigen Wiederkehr durch ihn, Rust Cohle, expressis verbis bedient wird.

Sitzt Martin Hart für die Rückschau seinen Vernehmern zwar rüden Tons, aber doch äußerlich seriös gegenüber, gibt Rust Cohle den Freak, dessen erste Bedingung für ein Statement der Bruch des sakrosankten Rauchverbots und ein Sixpack des für ihn bewährten Lone-Star-Biers sind. Den Whisky aus dem Flachmann nimmt er verdichtend als Draufgabe ein. (Nebenher: Nie habe ich einen Mann intensiver, schöner, glaubwürdiger Tabakrauch inhalieren sehen als Matthew McConanghey! Man wollte sich das Rauchen auf genau diese Weise am liebsten gleich wieder angewöhnen. Ach, es gibt eine Ästhetik der giftigen Genüsse, die beinahe unwiderstehlich und sehr, sehr männlich sowie cool desillusioniert wirkt, nach wie vor.)

Wegen des Verhörs der beiden einstigen Partner weiß man, dass irgendwas an der alten, längst zu den Akten gelegten Fallgeschichte des perversen Mordes im Zuckerrohrfeld faul ist. Martin und Rust hatten nach einem bizarren Leichenfund die Spur in Richtung Kindermissbrauch verfolgt. Insbesondere Rusts sensorisch so sicheres Einfühlungsvermögen und sein finster pastorales Verhörtalent trieben die Sache über eine Odyssee durch die Unterwelt in richtiger Richtung voran, das ungleiche Detective-Paar brachte sie medaillendekoriert gar zu einem vermeintlichen Abschluss, der aber, wie sich später herausstellte, noch nicht das Ende ist. All die Heldentaten, insbesondere die innerhalb eines schwerstbrutalen Rockerklubs zu schlagenden Schlachten, führten nur an die Peripherie des Grauens, nicht aber zum Kern des Bösen. Dorthin vorzudringen verhinderte der mediokre Apparat der schmerbäuchig behäbigen Polizei-Funktionäre, die ihrerseits einen Klüngel ehrenwerter und bigotter Männer decken, die die eigentlichen Täter sind …

Nach den Rückblenden dann das Wiedersehen der beiden Partner und Kontrahenten, die, aus privaten Gründen zwischenzeitlich verfeindet, doch zu einer Art Männerfreundschaft finden und sich entschließen, das einst Begonnene doch zu Ende zu führen, an den korrupten Strukturen der Bürokraten vorbei, konsequenterweise quasi privat und solcherart gegen die Vermeidungsstrategen der State-Police. Wie sich herausstellt, hatte Cohle die ganze Zeit für sich mit manischer Energie an der Fortführung der Recherche gearbeitet und eine Menge Material beisammen.

Interessant durchweg die subkulturell tragende und alltagsmedizinische Bedeutung des Alkohols. Wer all die marktgerechten Selbst- und Fremdtäuschungen nicht zwanghaftem Sport ausgleicht, der kompensiert mit Stoff, und zwar nicht nur den harten Job und all die hinter dem Lächeln verborgenen Ängste, sondern ebenso das ja nur vermeintlich heile amerikanische Familienleben hinter den Fassaden der Vorstädte. Martin ist daran gescheitert, weil er seine Promiskuität nicht zu beherrschen versteht; und Rust gibt seinem Alkoholismus ohnehin das schöne Kleid eines gottverlassenen Trinkers, der dank innerer Aristokratie selbst für den Kontrollverlust zu klug und dezent ist.

Am Ende der große Show-Down im pädophilen Dreck. Alles stark archetypisch. Letztlich der Sieg des Guten im Labyrinth des bösen Teufels, um den Zauber zu brechen. Starke Bilder in der Kathedrale des Grauens. Monströser Auftritt des Ogers, großes Martyrium der Guten. Nahtodphilosophie. Und selbst der Nihilist Rust kommt aus dem großen Nichts lieber noch zurück. Wenn Männer weinen … – Zwar gehöre der Dunkelheit, resümieren die zwei, der größere Raum; aber Wunder genug, dass das Licht überhaupt da sei. Mithin müsste es wohl doch gegen die Finsternis gewinnen.
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am 18. Juni 2014
Nach Breaking Bad war ich mir sicher, dass die dort gesetzten Maßstäbe in Bezug auf erzählerische Raffinesse, Schauspielkunst und Innovativität in fast allen Bereichen der Filmproduktion so schnell nicht übertroffen werden können. Und doch hat True Detective genau das geschafft und übertrifft alles, was ich bisher im Fernsehen gesehen habe (inkl. hochkarätiger Serien wie der eben genannten, House of Cards, Game of Thrones, Six Feet Under, The Walking Dead, etc.). Ich verzichte an dieser Stelle auf eine eingehende Beschreibung des Inhalts, dieser wurde durch vorherige Rezensionen schon mehr als ausreichend abgedeckt.

Nur soviel sei gesagt: Diese Serie ist ein Meilenstein der Film- und Schauspielkunst (man denke nur an den jetzt schon legendären 6-minütigen Tracking-Shot in der vierten Folge), nebenbei ein tiefgründiges philosophisches Traktat, ein optisches und akustisches Feuerwerk der Ästhetik, und nicht zuletzt vielleicht die spannendste, emotionalste und intelligenteste Kriminalgeschichte die jemals erzählt wurde. Diese Serie ist keine (reine) Fernsehunterhaltung mehr, es ist eine perfekte und ausgewogene Mischung aus Kunst, Bildung und Entertainment. Uneingeschränkt sehenswert, nicht nur für Serienliebhaber.
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am 4. Oktober 2015
Wie schonmal von anderer Seite beschrieben ist diese Staffel wie ein 8 stündiger Psycho Thriller!
Die Staffel fängt langsam an und steigert ihre Spannung fortlaufend. Spätestens ab der Hälfte der Staffel packte sie mich bis zum fulminanten Finale! So eine Staffel hatte ich bis dato noch nicht gesehen. Die zwei Haupt Protagonisten spielen ihre Rollen einfach perfekt! Es gibt ein paar Wendungen im laufe der Staffel wo man selber nicht genau weiß, wer steckt jetzt wirklich hinter den Morden! Echt super spannend inszeniert! Diese Staffel ist für alle Psycho Thriller Film fans nur zu empfehlen, die gerne auf Serien Killer Filme stehen!
Mal schauen wie die zweite Staffel sein wird, die leider nicht mehr mit den beiden der ersten Staffel ist! Wahrscheinlich im ähnlichen Format.
Diese ist auf jedenfall sehr gut gelungen!
Auch wenn es mal einige lang gezogene Dialoge gibt, umgibt die Staffel eine gewisse würze und Spannung der man sich nicht entziehen kann. Vorallem zum ende hin! Top
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am 12. September 2015
Handwerklich ist die Serie super gemacht: Musik, Schauspieler, Rückblenden usw.; der Spannungsbogen ist sehr lange, nicht nur auf eine Folge begrenzt; letztendlich ist man immer mehr gespannt, was bei der Handlung herauskommen wird
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Mal abgesehen davon, dass er einem tagelang nicht mehr aus dem Kopf geht, stimmt bereits der Titelsong „Far from any road“ hervorragend auf das ein, was den Zuschauer an Abgründigem und Morbidem in dieser „nur“ 8-teiligen TV-Serie erwartet.

Die Story beginnt im Jahr 1995. Die beiden Polizisten der Louisiana State Police, Rust Cohle (Matthew McConaughey) und Martin Hart (Woody Harrelson) – sie bilden erst seit kurzem ein Team – untersuchen einen grausamen Ritualmord. Dann Zeitsprung ins Jahr 2012: Cohle und Hart werden, jeweils einzeln, von zwei anderen Polizisten, die aktuell in einem ähnlichen Mordfall ermitteln, zu den damaligen Vorkommnissen befragt. Im Gegensatz zu Hart ist Cohle nach all den Jahren kaum wiederzuerkennen – ein gebrochener Mann, ein Schatten seiner selbst.

In Rückblenden wird nun erzählt, was sich seit 1995 zugetragen hat, welche Entwicklung sowohl die Ermittlungen als auch die privaten Beziehungen der beiden Detectives genommen haben. Dabei spielt Hart’s Frau Maggie, die im weiteren Verlauf auch zu den früheren Ereignissen befragt wird, eine nicht unerhebliche Rolle. Gut - das klingt interessant, aber nicht unbedingt außergewöhnlich, hat man so oder so ähnlich auch schon anderswo gesehen. Und in der Tat ist es – so empfand ich es zumindest – weniger die (dennoch spannende) Handlung, sondern es sind andere Umstände, die „True Detective“ zu etwas Besonderem machen.

Da sind zuallererst die beiden Hauptdarsteller zu nennen. Die Hollywood-Stars McConaughey und Harrelson spielen beide einfach brillant, umwerfend, fantastisch, geben das perfekte Ermittler-Duo. Am eindringlichsten sind die leisen Szenen, wenn vermeintlich wenig passiert oder „nur“ geredet wird, ihre gemeinsamen, scheinbar endlosen Autofahrten durch die Weiten Louisianas. McConaughey spielt dabei derart überzeugend, ich musste unwillkürlich an Bryan Cranston in „Breaking Bad“ denken. So wie er dort die Figur des Walter White perfekt verkörpert, so hat auch McConaughey seine Rolle als Ermittler zu 100% verinnerlicht, er „ist“ Rust Cohle. Vor allem wie er dessen innere Zerrissenheit und Einsamkeit zum Ausdruck bringt, ist unvergleichlich, das ist Schauspiel auf höchstem Niveau. Ich kann es hier leider nicht besser beschreiben, man muss es einfach selbst gesehen haben.

Hinzu kommen tolle Landschaftsaufnahmen, ein stimmiger Soundtrack sowie einige, zwar spärlich gesäte, dafür umso eindrucksvollere Action-Szenen.

„True Detective“ profitiert ferner davon, dass die Serie komplett nur von einem Autor (Nic Pizzolatto) geschrieben wurde und dass es sich um eine abgeschlossene Geschichte handelt, die mit der letzten Staffelfolge auch ihr eigenes Ende findet.

Herausgekommen ist ein echtes Kunstwerk, eine Sternstunde der TV-Serien-Unterhaltung. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die geplanten weiteren Staffeln (voraussichtlich mit anderen Ermittlern) den Maßstäben, die hier gesetzt wurden, gerecht werden können. Auf jeden Fall liegt die Messlatte hoch, sehr hoch.
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TOP 500 REZENSENTam 2. Dezember 2015
Die meisten Serientäter werden nicht gefasst und leben jahrelang mitten in der Bevölkerung, nur wenige oder unvorsichtige Täter werden geschnappt. Daher dauerte es auch viele Jahre bis die beiden abgebrannten aber in ihrem Beruf geschickten Detectives eine Verbindung zwischen 2, dann später mehreren Vermisstenfällen aufbauen konnten und schließlich einer grausamen Gruppe auf die Schliche kamen. Das Finale ist packend und hat mich sowas von geflashed. True Detective genießt man dazu besser im Original, ich habe beide Variante mit englischem Originalton sowie die deutsche Synchro mit meinem Vater gesehen und war von der deutschen Version etwas enttäuscht. Die genialen Gespräche, Slang und Beleidigungen kommen in der deutschen Version leider gar nicht so gut rüber. Heißt aber nicht, dass die deutsche Version schlecht ist. Denn die Charaktere sind unglaublich gut ausgearbeitet, tief, glaubwürdig. Fesselnd.

Ich würde jedem Krimi-Fan diese Serie ungemein ans Herz legen, sehr dicht, spannend und düster erzähltes Stück Filmgeschichte. Ich glaube TD ist bereits ein Klassiker, obwohl die Staffel noch nicht so lange auf dem Markt ist. Gut gespielt, lässt meiner Meinung nach keine Wünsche offen. Staffel 2 soll ja leider mit anderen Schauspielern in einem anderen Staat spielen und kommt wohl nicht an Staffel 1 heran. Das ist aber im Prinzip Wurst, da Staffel 1 und 2 somit nichts miteinander am Hut haben! Muss man gesehen haben.
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TOP 100 REZENSENTam 29. November 2014
Diese Serie ist eher ein mehrteiliger Thriller, dessen Story sich über sage und schreibe 17 Jahre zieht, wobei Elemente aus dem Zeitraum von 1995 bis 2012 permanent durchmischt werden, aber ohne Konfusion zu erzeugen. Stattdessen wird die Story zum einem filmisch, zum anderen erzählerisch entwickelt. Dabei decken sich Bilder und Erzählung nicht unbedingt. Das hat aber seine Gründe.

Die einzelnen Episoden erzählen in keinem Fall separate Stories sondern es geht über 8 Episoden um den einen großen Fall, bei dem immer mehr Details ans Licht kommen, und um die beiden Protagonisten, deren unterschiedliche Charaktere (und unterschiedlicher könnten diese gar nicht sein) einen großen Teil der Story ausmachen. Dabei wird nicht mit fiesen Details, verstörenden Bildern und immer wieder weiteren Verdächtigen gespart, so dass die Spannung immer weiter ansteigt und man nicht einfach nach einer Episode abschalten kann.

Die Story und die Schauspieler sind einfach großartig und mit üblichen Serienproduktionen nicht zu vergleichen. Wer Hannibal oder Breaking Bad mag wird hier einen Volltreffer landen. Trotz der langen Laufzeit und dem immensen Zeitfenster entwickelt sich die Story kontinuierlich und es ergeben sich keine übertriebenen Längen oder Nebenstories, wenn man mal von ein wenig nackter Haut absieht.

Leider wird es wohl niemals eine zweite Staffel geben, zumindest nicht in dieser Besetzung, weil für die beiden Detectives ihr Lebenswerk erfüllt ist. Möglich wäre nur eine neue Story mit neuen Darstellen an einer neuen Location. Wer weiß was da noch kommt. Wenn aber was kommt, dann sollte man es sich wie diese sehr empfehlenswerte Staffel gönnen.

Tolle Story, grandiose Schauspieler, genial inszeniert!
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