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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderschöner Film über eine Liebe, die durch den Magen geht
Zur Story: Saajan Fernandes (Irrfan Khan) ist Buchhalter und steht kurz vor seiner Pensionierung. Seine Frau starb vor Jahren und sein einziger Lebensinhalt ist seine Arbeit. Er ist verschlossen und sein Leben geht seinen routinierten Gang, bis er eines Tages statt seiner Lunchbox, die er bei einem indischen Restaurant üblicherweise bestellt, die falsche Box...
Vor 16 Monaten von Genie Louis veröffentlicht

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schöner Film....etwas unbefriedigendes Ende...
total schöner Film, aber etwas klangloses Ende....trotzdem durchaus sehenswert für Freunde Indiens und den kulinarischen Genüssen im Arbeitsalltag der Stadt.
Vor 5 Monaten von Miley C. veröffentlicht


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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderschöner Film über eine Liebe, die durch den Magen geht, 21. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox (DVD)
Zur Story: Saajan Fernandes (Irrfan Khan) ist Buchhalter und steht kurz vor seiner Pensionierung. Seine Frau starb vor Jahren und sein einziger Lebensinhalt ist seine Arbeit. Er ist verschlossen und sein Leben geht seinen routinierten Gang, bis er eines Tages statt seiner Lunchbox, die er bei einem indischen Restaurant üblicherweise bestellt, die falsche Box erhält. Diese stammt von der Hausfrau Ila (Nimrat Kaur), die eigentlich mit ihren selbstgekochten Köstlichkeiten ihren Ehemann verwöhnen möchte. Sie ist enttäuscht, dass ihr Mann keine erkennbare Reaktion zeigt trotz all ihrer Mühen und neben ihrer kleinen Tochter ist der scheinbar einzige Kontakt zur Welt ihre Nachbarin Ms. Deshpande, die sie immer nur "Auntie" nennt. Als sie die leer gegessene Box, die von Saajan gegessen wurde, zurückerhält und sie herausfindet, dass ihr Mann nicht die Box erhalten hat, beschließt sie, in der nächsten Box einen kleinen Brief mitzuschicken. Damit beginnt erst zögerlich ein Briefwechsel, durch den die beiden einsamen Herzen mehr und mehr über ihre Sorgen und Nöte sprechen. Es entwickelt sich eine Art Freundschaft und irgendwann erkennen die beiden, dass sie mehr verbindet, als nur gutes Essen....

Ich habe mir den Film im Kino angesehen und muss sagen, ich war mir durch den Trailer bereits sicher, dass mir der Film gefallen würde. "The Lunchbox" ist ein schöner, indischer Film fernab vom oft gehassten "Bollywood-Kitsch". Es geht um das alltägliche Indien, keine bombastischen Inszenierungen, sondern um das reale Mumbai. Der Aufbau der Geschichte um den Briefwechsel über die Lunchbox hat etwas sehr romantisches und man fiebert mit den beiden Hauptfiguren mit, ob sie sich nun finden oder nicht. Beide Hauptdarsteller, sowohl Irrfan Khan als auch Nimrat Kaur, spielen einfach klasse und passen gut in ihre Rollen. Zu erwähnen ist auch Nawazuddin Siddiqui als Saajan's Arbeitskollege Shaikh, der scheinbar das genaue Gegenteil von Saajan ist, doch auch bei ihm zeigt sich im Verlauf, dass er Sorgen hat und nicht so unbekümmert ist, wie er wirken mag. Genau das macht "The Lunchbox" zu einem solch starken Film: die langsame Entwicklung der Figuren ohne Klischeehaftigkeit, wie es bei Bollywoodfilmen so oft bemängelt wird und der ruhige Verlauf der Geschichte mit leichtem Humor und der richtigen Dosis Gefühl. Mir persönlich hat der Film so gut gefallen, dass ich ihn auf jeden Fall in meine DVD-Kollektion hinzufügen werde. :-)

Der Film ist für alle empfehlenswert, die einen Film inmitten der indischen Metropole Mumbai sehen wollen. Ein indischer Film, ganz ohne Tanz- und Gesangseinlagen, einzig mit einer für mich schönen Hommage an einen Klassiker der Bollywood Musikgeschichte, nämlich der Song "Saajan". Ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen, um in die Welt indischen Soulfoods im Großstadtgetümmel einzutauchen. 5 Sterne!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film für alle Sinne, 7. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox [Blu-ray] (Blu-ray)
Story (5)
Kann man aus einer an sich dürftigen Grundidee wie; eine Lunchbox wird versehentlich ins falsche Büro geliefert, daraus entsteht ein Briefwechsel via Lunchbox zwischen einer unglücklich verheirateten Hausfrau und einem kurz vor der Pensionierung stehender Buchhalter, einen Abendfüllenden Film drehen?
Sorry, war ne rhetorische Frage, natürlich kann man und wie...
Entstanden ist ein äusserst kurzweiliger, warmherziger, sinnlicher und nicht zuletzt auch interessanter Streifen. Man taucht ab in eine fremde Welt, in fremde Gerüche und bemerkt kaum wie die Zeit vergeht.
Die sehr ruhige Inszenierung mag nicht jedem gefallen, mir hat diese entschleunigte Erzählweise sehr zugesagt. Auch die schauspielerische Umsetzung ist sehr gut gelungen. Einzig die deutsche Synchronisation fühlte sich zuweilen etwas aufgesetzt an.

Bild (4)
Das Bildseitenverhältnis liegt in 2.35:1 ( 21:9 CinemaScope ) vor.
Wir haben es hier mit einer sehr guten HD-Umsetzung zu tun. Es werden keine Referenzwerte erreicht aber die Bildschärfe bewegt sich immer auf einem recht hohen Level. Auch die Farbgebung ist sehr natürlich ausgefallen. Der Schwarzwert ist ebenfalls sehr gut wie auch die Kontraste. Bei vereinzelten Totalen wird das Bild etwas weicher, das ist aber immer noch auf gutem Niveau.
Grundsätzlich eine Bildumsetzung auf der Höhe der Zeit, die er DVD-Ausgabe vorzuziehen ist.

Ton (5)
Das Tonformat liegt in DTS-HD Master 5.1 vor.
Noch besser als das Bild ist die Tonumsetzung ausgefallen.
Bei so ruhigen Dialogfilmen gibt es oft so gut wie keine Surround-Atmosphäre. In diesem Streifen ist das aber ganz anders. Die ganzen Umgebungsgeräusche Mumbais werden exzellent auf die Surroundkanäle gelegt und erzeugen eine grandiose Tonumsetung.
Auch die Balance und die Tondynamik sind auf Referenzniveau.
Bei der Tonumsetzung wurde alles richtig gemacht und meine Erwartungen sogar übertroffen.

Extras (3)
Interessieren mich nicht. Es gibt ein Wende-Cover!

Fazit: Wahrlich kein Bollywood-Film, wer Spektakel sucht wird hier seine Zeit vertun. Wer aber gerne intelligente Tragikkomödien mag und etwas für Indien übrig hat, wird an diesem kleinen Meisterwerk sicher seine Freude haben. Deshalb von mir eine klare Kaufempfehlung!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Lunchbox" ist ein Film fernab von Bollywood und trotzdem beeindruckend und wunderschön, 7. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox [Blu-ray] (Blu-ray)
"Lunchbox" ist das Filmdebüt von Ritesh Batra, einem indischen Regisseur. Wer dabei nun an Bollywood mit Shahrukh Khan, Rani Mukherjee oder Aamir Khan denkt, dem sei gesagt, dass ihn in diesem Film kein knallbuntes Spektakel aus Tanz- oder Gesangseinlagen erwarten wird. "Lunchbox" ist ein sehr ruhiger Film, der besonders optisch und kulinarisch, als auch durch die Entwicklung seiner Charaktere zu überzeugen weiß. Zu Beginn hat "Lunchbox" einen ansprechenden Dokucharme, der durch die mit Menschen überfluteten Straßen und Brücken, mit den Dabbawallas auf ihren Fahrrädern und Lastwagen und mit der Information, dass eine Harvardstudie bestätigte, dass die Armee aus mumbasischen Lieferanten mit wenig bis gar keinen Dokumenten das Essen an Tausende und Abertausende Büromitarbeiter nahezu ohne Fehler ausliefert, verstärkt wird. Umso mehr hat es mich dann gefreut, dass die Dabbawallas ausgerechnet bei Ila und Saajan einen Fehler gemacht haben. Denn nur dadurch ist es den beiden möglich, sich einander näher kennenzulernen und mit ihnen zusammen auf die Erkundung ihres inneren Selbst zu gehen.

"Lunchbox" behandelt unterhalb der fragilen Handlung auch einige unangenehme Themen, wie die Vereinsamung in einer Großstadt nach dem Tod des Partners, den Altersunterschied zwischen zwei Liebenden, oder eine bröckelnde Ehe in einer Gesellschaft, in der die Frau darauf angewiesen ist wohlhabend zu heiraten, und in der eine Scheidung sozialer Abstieg bedeutet. Das Ende des Films war für mich und wird es auch für einige andere sein, der Punkt, an dem der Film triumphieren oder scheitern wird. Denn der eine sieht in diesem Ende seine Vorstellungen bestätigt und der andere, mich eingeschlossen, wird sich fragen, warum Batra sich entschieden hat "Lunchbox" so enden zu lassen. Ich möchte nicht sagen, dass mich der Film deshalb komplett enttäuscht hat, denn dafür hat er mich nämlich die restlichen 100 Minuten hervorragend unterhalten. Allerdings habe ich den Blu-Ray-Player eher mit einem bitteren als süßem Nachgeschmack ausgemacht. Dafür kann Batra in seinem Film mit der fantastischen Entwicklung seiner Charaktere punkten. Dies wird besonders bestärkt durch die recht dünne Handlung, da außer dem Dialog in Briefform - in unserer Gesellschaft wohl kaum noch denkbar - und wenigen Szenen aus dem aktuellen Lebensabschnitt von Saajan und Ila nicht wirklich viel passiert. Der Zuschauer verfolgt diese beiden Protagonisten, wie sie versuchen, ihr Dasein umzukrempeln. So erlebt der Zuschauer einen sturen, mürrischen, alten Saajan, der in einem überfüllten Büro ohne Computer, aber dafür riesigen Stapeln von abgenutzten Finanzbüchern, seine letzten Arbeitstage vor dem Ruhestand absolviert. Verbittert von der Einsamkeit stößt er seine Mitmenschen von sich. Doch mit der Zeit merkt er, wie seine innerliche Kälte ihn in seinen Taten und Wünschen blockiert.

Irrfan Khan ist für die Rolle des Saajan die ideale Besetzung. Mit seiner Fähigkeit in seinem Hundeblick und weichen Zügen die Tiefe seiner Gefühle und Traurigkeit darzustellen, präsentiert Khan diesen zerknitterten und sehnsüchtigen Helden perfekt. Es ist einfach seine Persönlichkeit und Ausstrahlung, die mich, wie auch in "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger", sofort mit ihm sympathisieren und mitfiebern lassen. Darüber hinaus hat sein Charakter einen recht trockenen Humor, was Saajan noch einige Ecken und Kanten verleiht. Ila hingegen ist eine sanftmütige, junge Frau, die bereits mit den ganz kleinen Dingen im Leben zufrieden ist. Daher ist sie auch mit ihrer Existenz in der kleinen Küche im Obergeschoss eines Wohnhauses vermeintlich zufrieden. Doch auch sie während des Schriftverkehrs mit Saajan erkennt, dass sie mehr im Leben erreichen kann als Kinder, Küche und Gebetshaus. Allerdings kann ihr da der fremdgehende Mann oder ihre vom Leben enttäuschte Mutter nicht helfen, allein Ila ist für ihr Schicksal verantwortlich.

Aus dieser Erkenntnis heraus wirkt Nimrat Kaur als Ila weniger umgänglich. Das liegt keinesfalls an ihrer schauspielerischen Leistung, sondern vielmehr daran, dass ihre Rolle von Mal zu Mal melancholischer wird und sie sogar davon träumt, den Freitod zu wählen. Diese Schwermut verblasst aber durch die innere Schönheit von Kaur, welche im weiteren Verlauf von "Lunchbox" die Hoffnung und Romantik aufrechterhält. Die optische Präsentation, vor allem auf kulinarischer Seite, und auch der Ton der Blu-Ray sind den Standards entsprechend. Es gibt keine Bild- und Tonaussetzer, nichts ist zu leise oder zu laut. Einzig der Dokucharme, den ich zu Beginn der Rezension erwähnt habe, will nicht mit dem Rest von "Lunchbox" verschmelzen. Es wirkt manchmal als habe man diese Sequenzen nachträglich reingeschnitten, als dass sie tatsächlich zum Film gehören würden. Grund hierfür dürfte das weniger verschleierte Bildmaterial sein. Nichtsdestotrotz hat Michael Simmons, der Kameramann, sein Bestes gegeben, um die unterschiedlichen Facetten des heutigen Mumbais einzufangen. Dabei entstanden faszinierende Bilder von einer lauten, einer überfüllten, einer schnelllebigem, aber auch schmutzigen Großstadt. Faszinierend ist auch die Ausstattung der Blu-Ray. Neben den obligatorischen Interviews mit Darstellern und Regisseur, dem Kinotrailer und Audiokommentaren, haben die Produzenten von "Lunchbox" der Blu-Ray ein wunderschönes und hochwertiges Booklet beigelegt. Hier kann der Interessierte Rezepte aus dem Film nachschlagen und nachkochen, Information zu den Dabbawallas, sowie die gesellschaftliche, politische und kulturelle Situation in Mumbai nachlesen. Sogar die Namensänderung von Bombay zu Mumbai wird erklärt. Solche kleinen großen Extras machen den Kauf einer Blu-Ray, in diesem Fall "Lunchbox", erst recht attraktiv. So etwas sollte es immer geben.

Fazit:
Ich hätte es nicht für wahr gehalten, aber "Lunchbox" hat mich enorm beeindruckt. Denn Ritesh Batra zeigt, dass es abseits von dem schillerenden und quietschbunten Bollywood auch etwas anderes in der indischen Filmlandschaft gibt, was großes Kino und große Gefühle verspricht. Der Film besitzt eine erstaunliche Tiefe, Wärme, aber auch Bitterkeit, die das alltägliche Leben, vor allem in einer Großstadt wie Mumbai, mit sich bringen kann. "Lunchbox" ist eine feine Geschichte zweier einsamer Seelen, die sich in den Wirren ihres Schicksals zu finden scheinen, einander helfen und den Versuch starten glücklich zu werden. Doch mit dem von Batra gewählten Finale ist "Lunchbox" zwar eine schöne, aber doch recht bittersüße Filmerfahrung, die es auf jeden Fall verdient hat, gesehen zu werden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es ist wieder mal Zeit für *****, 15. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox (DVD)
Wow, was für ein grandioser "kleiner" indischer Film! Unglaublich gefühlvoll und überraschend unvorhersehbar erzählt uns Lunchbox eine ungewöhnliche Beziehungsgeschichte und gestattet einem ganz nebenbei intime Einblicke in den Alltag des uns oft so fremden Indien. Der Umstand, dass hierbei fast kein einziges Klischee bedient wird ist mir wirlich mal wieder 5 Sterne wert! Ganz großes "kleines" Weltkino! ds
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schicksalhafte Verwechslung, 8. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox (DVD)
Hört man die Worte "Indischer Film", denken die meisten sicherlich an grellbunte Bollywood-Streifen mit kitschiger Handlung und zahlreichen Musik- und Tanzeinlagen. Dass es auch ganz anders geht, zeigt Regisseur Ritesh Batra in seinem ersten Film. Er zeichnet ein realistisches Bild der Bewohner von Mumbai, gefangen zwischen Tradition und Moderne und portraitiert das weltweit einmalige Lunch-Liefersystem Mumbais, in dem durch über 5.000 Fahrradfahrer abertausende Angestellte tagtäglich ihr Mittagessen von ihren Ehefrauen oder Restaurants geliefert bekommen. "Lunchbox" ist weniger ein Liebesfilm denn ein leise und realistisch inszeniertes Drama, das sich in 104 Minuten langsam aber beharrlich seinen Weg ins Herz des Zuschauers bahnt.

Ila (Nimrat Kaur) will die erloschene Leidenschaft ihrer Ehe wieder etwas aufpeppen, indem sie ihren Mann mit ganz besonders leckeren Speisen verwöhnt, die ihm täglich durch einen Lieferservice zugestellt werden. Sehr viele Angestellte nehmen den Abhol- und Bringdienst der über 5.000 Fahrradkuriere in Anspruch, die die Mittagessen bei Ehefrauen oder Restaurants abholen und den Ehemännern und Angestellten zustellen. Ila ist eine sehr gute Köchin, wie auch der kurz vor der Pensionierung stehende Buchhalter Saajan (Irrfan Khan, "Life of Pi", "Slumdog Millionär") feststellen kann, bei dem die Lunchbox irrtümlich landet. Als Ila feststellt, dass ihr Mahl an den Falschen gegangen ist, kontaktiert sie Saajan über eine kurze Nachricht, die sie in die nächste Lunchbox steckt. Daraus entspinnt sich schon bald ein regelmäßiger Austausch der beiden einsamen Menschen, der nicht ohne Auswirkungen bleiben soll. Ila vermutet, dass ihr Mann eine Affäre hat und weiß nicht, wie ihr Leben weitergehen soll. Der verwitwete Saajan ist nach dem Tod seiner Frau zum Misanthropen geworden, dessen soziale Kontakte allesamt erloschen sind. Doch durch das gegenseitige Briefeschreiben entwickelt sich eine ungewöhnliche Seelenverwandtschaft zwischen Ila und Saajan, von der beide profitieren. Als Ila Saajan vorschlägt, sich zu treffen, hat das unabsehbare Folgen für das Leben der Beiden…

Die Ausstattung der DVD ist bedauerlicherweise recht dünn: Ton in deutsch und indisch, Untertitel in deutsch. Dazu gibt es einen interessanten Audiokommentar vom Regisseur und seinen beiden Hauptdarstellern (Original mit Untertiteln) und ein Interview mit dem Regisseur in Cannes. Darüber hinaus finden sich lediglich der Trailer des Films sowie eine 7teilige Trailershow auf der Scheibe.

"Lunchbox" ist ein Film, dem man Zeit geben muss. In langen, ruhigen Einstellungen stellt Regisseur Batra seine beiden Protagonisten vor und zeigt, wie sie leben. Ila fristet das typische Hausfrauendasein, sie kocht, wäscht, putzt und kümmert sich um die Erziehung von Tochter Yashvi. Fast täglich kommuniziert sie über das Küchenfenster mit der über ihr wohnenden "Auntie", die ihr in einem Körbchen oft leckere Zutaten von oben herablässt, damit Ila ihren Mann mit ausgefallenen Rezepten verwöhnen kann. Man sieht Ila in vielen alltäglichen Situationen, wodurch Batra es geschickt erreicht, nicht nur die gesellschaftlich vorgegebene, sondern auch die buchstäbliche Gefangenschaft indischer Frauen in Konventionen und lieblosen Ehen zu zeigen. Ila kann ihren Mann nicht verlassen, sie wäre gesellschaftlich erledigt und geächtet, darüber hinaus hat sie kein Einkommen. Visualisiert wird dies auch durch die Enge und Behelfsmäßigkeit der kleinen Wohnung, in der sich Ilas Leben fast ausschließlich abspielt.

Saajan hingegen ist im Laufe der Jahre zu einem wortkargen, verbitterten Misanthropen geworden, der seine Arbeit gewissenhaft verrichtet, darüber hinaus aber verlernt hat, Freude am Leben zu empfinden. Er verweigert den spielenden Nachbarskindern den auf seinem Balkon gelandeten Ball und weigert sich auf subtile Weise auch, seinen jungen Nachfolger Shaikh (Nawazuddin Siddiqui, "Gangs of Wasseypur") vernünftig einzuarbeiten. Abends steht er rauchend auf seinem Balkon und wirft sehnsüchtig-verbitterte Blicke zur Nachbarsfamilie, die allabendlich zum Essen zusammenkommt. Erst durch Ilas wunderbare Gerichte und die Kommunikation mit ihr beginnt Saajan, wieder aktiv an seinem eigenen Leben teilzunehmen und längst fällige Veränderungen vorzunehmen.

Hierfür findet Batra wunderbar aussagekräftige Bilder, die ein realistisches Bild vom Millionenmoloch Mumbai zeichnen. Da braucht es gar kein Übermaß an Dialogen, Batras Bilder sprechen für sich. Die überfüllten Pendlerzüge, die altmodisch anmutenden Büros ohne PCs, die kleinen, schlecht ausgestatteten Wohnungen. Und mittendrin die Dabbawallahs, die Essenskuriere, von denen es mehrere tausend in der Stadt gibt. Nur mit einem Zahlen- und Buchstabencode versehen, transportierten sie tägliche unzählige Lunchboxen zu ihren Empfängern, ohne, dass ihnen dabei jemals ein Fehler unterläuft, und das, obwohl die Boxen mit Fahrrad und Zug transportiert werden und durch verschiedene Hände gehen, bis sie beim Empfänger ankommen. So ist denn der Fehler, den Batra hier als Ausgangsposition für seine Geschichte voraussetzt, das einzig Unrealistische am Film, da den Dabbawallahs nachgewiesenermaßen noch nie ein einziger Fehler beim Ausliefern passiert ist. Batra zeigt Mumbai als laute, überfüllte, moderne, aber auch als traditionsreiche und rückständige Stadt, die zwischen Vergangenheit und Zukunft schwankt und der Masse an Menschen, die zu ihr drängt, kaum noch Herr werden kann. Das geht so weit, dass Saajan nach seinem Tod vermutlich mit einem "Steh"-Grab vorlieb nehmen muss, da kein Platz mehr vorhanden ist, die Toten alle liegend zu begraben. Eine Schmach für ihn, der "schon sein ganzes Leben in Bussen und Zügen" gestanden hat.

"Lunchbox" bewegt sich erfreulicherweise meilenweit entfernt vom gängigen Bollywood-Kitsch. Die ruhig erzählte, oft nur mit knappen Worten und Dialogen ausgestattete Geschichte entfaltet ihren Zauber langsam, aber nachhaltig. Mehr und mehr dringt die Hoffnung auf Veränderung in das Leben von Ila und Saajan ein, die Kommunikation miteinander gibt Beiden Kraft, sich und ihr Leben zu verändern. Wenn man ein bisschen Geduld hat und bereit ist, sich auf diese ungewöhnliche Geschichte einzulassen, wird man mit einem warmherzigen und sehr besonderen Film belohnt, für den Batra ein wunderbares, weil realistisches Ende gefunden hat, das sich erfreulicherweise ebenso wenig an gängige Bolly- oder Hollywood-Happy-End-Konventionen hält. Genauso muss das sein, denn genauso ist das nun mal im "richtigen" Leben.

Somit ist "Lunchbox" ein außergewöhnlicher, erst verschlossener, dann aber emotional immer weiter prosperierender Film über das Leben im heutigen Indien, seinen mühsamen Weg in die Moderne, der immer noch von vielen moralischen und gesellschaftlichen Rückschlägen begleitet wird. Liebe, Selbstverwirklichung, Kommunikation, Vertrauen und Freundschaft sind zentrale Themen des Films, die von den hervorragenden Darstellern überzeugend transportiert werden und dem Regisseur so zu einem oscarnominierten Erstlingswerk verholfen haben, das lange und gerne im Gedächtnis bleibt. Somit gerne fünf von fünf Lunchboxen, deren Irrwege ein wahrer Segen sein können.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Film, 7. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox (DVD)
Diesen Film kann ich nur jedem empfehlen, der gerne etwas Besonderes sehen möchte. Kein Action sondern Tiefgang. Ich habe den Film im Kino gesehen und musste ihn unbedingt auch für zu Hause haben. Den Film kann ich wirlich empfehlen, sogar mein Freund fand ihn super und war dankbar, dass ich ihn mit ins Kino geschleppt habe. Ein zauberhafter Film. Lieferung und Verpackung wie immer perfekt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lunchbox, 1. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox (DVD)
Eigentlich lädt das wunderschöne Wetter heute nicht gerade dazu ein, sich einen Film auf DVD anzusehen. Aber als Lunch Box auf meinem Schreibtisch landete, wurde ich neugierig. Eine indische Tragik-Komödie, die auch noch romantisch sein soll? Nun gut. Ich mag indisches Essen – warum nicht einmal einen Film aus Indien ansehen.

Die Geschichte im Film dreht sich um Ila, deren Ehe gerade ein wenig flau verläuft. Der erste Reiz ist weg, der Alltag hat das Ehepaar eingeholt. Ila versucht nun ihren Mann mit ihren Kochkünsten zu überzeugen. Sie bereitet ihn eine besondere Lunchbox zu, die sie – wie viele andere Frauen auch – per Dabbawallas an ihrem Mann schickt. Allerdings ist der Lieferdienst scheinbar nicht ganz zuverlässig, denn das liebevoll zu bereitete Essen landet nicht bei Ilas Mann, sondern bei den älteren Büroangestellten Saajan. Er ist einsam und reagiert auf die Mitteilungen in der Lunchbox auf nette Art, so dass sich zwischen Ila und Saajan eine tiefe Freundschaft entwickelt. Sie geben sich in der großen, anonymen Stadt den Halt, den sie bisher vermisst haben…

Der Zuschauer bekommt mit Lunchbox einen außergewöhnlichen Film geboten, der den Zuschauer zum Nachdenken anregt. Hier bekommt man keinen Bolllywood-Film geboten, wo die Menschen in bunten Kleidern singend und tanzend über den Bildschirm gleiten. Nein, dieser Film zeigt ein Indien hinter den Kulissen. Die Darsteller machen ihre Sache in meinen Augen sehr gut, alles wirkt authentisch. Wer einen Streifen abseits des Mainstream sehen möchte, sollte hier einmal einen Blick riskieren.
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5.0 von 5 Sternen Eine Perle!, 22. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox (DVD)
Dieser Film wäre mir beinahe entgangen, so still und leise kommt er daher und ist doch so "groß". Was für eine wunderschöne Liebesgeschichte! Mit fast dokumentarisch anmutenden Bildern begleitet der Film die langsame Annäherung von Saajan (Irrfan Khan ist einfach nur großartig!) und Ila. Saajan ist ein Büroarbeiter, der kurz vor der Rente steht (sehr berührend die Szenen mit seinem jungen Nachfolger, den er einweisen soll) und Ila eine junge Hausfrau, die von ihrem Mann betrogen wird. Die titelgebende Lunchbox verbindet die beiden per Zufall. Saajan erhält das Essen, das eigentlich für Ilas Mann bestimmt war. Angeleitet von ihrer Tante hatte Ila besonders "anregende" Gerichte gekocht, um ihrer eingeschlafenen Ehe wieder die nötige Würze zu verleihen... Als sich Ilas Mann über das langweilige Kartoffelessen beschwert, wird Ila klar, dass jemand anderes die Lunchbox leer gegessen hat und sie legt dem nächsten Essen einen Zettel bei. Und Saajan antwortet.

Anhand dieser Zettel verlieben sich die beiden nun ineinander. Bei so einer Konstellation besteht ja die Gefahr von kitschigen Bildern oder noch schlimmer einem kitschigen Ende. Beides umschifft der Film auf so wunderbare Weise, dass es ein Hochgenuss ist.

Unbedingt anschauen!
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5.0 von 5 Sternen Dabbawalla, 31. August 2014
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox (DVD)
Zuhause gekochtes Essen frisch auf den Schreibtisch des arbeitenden Familienmitglieds ist eine organisatorische Errungenschaft Indiens und wird durch Dabbawallas (Zusteller von Mittagsessen) gewährleistet. Auch Ehefrau Ila und Gatte Rajeev bedienen sich dieses Systems.

Eines Tages muss Ila feststellen, dass ihr besonders gutes Essen restlos aufgegessen wurde. Sie wird misstrauisch und ist nach einigen Fragen sicher, dass ihr Mann Rajeev eine andere Box erhielt. Sie schreibt dem unbekannten Esser ihrer Speisen einen Brief und legt ihn in die Lunchbox. Der verwitwete Versicherungsangestellte Saajan ist der glückliche Empfänger von Ila's Speisen und Brief. Er antwortet und es entwickelt sich eine spannend zu verfolgende Korrespondenz.

Die Geschichte entwickelt sich langsam und diese Entschleunigung wirkt atypisch zu der Hektik der Großstadt. Dialoge und schlüssige Handlungen feilen an den Profilen der Protagonisten und bringen sympathische Charakteren hervor. Überraschende Wendungen sorgen für Aufmerksamkeit. Mäßig ausgestattete Szenenbilder belassen den Fokus bei den Handelnden. Regie und Schauspielern ist eine feine Filmperle jenseits des Bollywood-Mainstreams gelungen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ruhig und schön, 13. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lunchbox (DVD)
Eine schöne Geschichte über zwei einsame Menschen in einer überfüllten Stadt, fernab vom großen Hollywood- (und Bollywood-)Schnulz.

Man sollte nach der Ansicht aber ein indisches Essen einplanen. :-)
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Lunchbox von Ritesh Batra
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