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63 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn eine Serie 5 Sterne verdient, dann diese!, 1. April 2008
'The Wire' ist serientechnisch das Maß aller Dinge. Punkt!

Wer sich die erste Staffel dieser Crime-Show vom amerikanischen Pay-TV-Sender HBO (The Sopranos, Oz, Six Feet Under, Rome, Carnivale, Deadwood) angeschaut hat, wird die meisten Serien der TV-Landschaft mit anderen Augen sehen.

Ich möchte jetzt keinesfalls über Serien wie CSI, Bones, Criminal Minds, Law & Order, Shark und wie sie nicht alle heißen mögen, herziehen. Alle hier genannten Shows (und noch viele mehr!) sehe ich mir gerne an. Setzt man sie jedoch in einen direkten Vergleich mit 'The Wire', können sie diesem in keinster Weise standhalten. Selbst solche Premiumserien wie The Sopranos, The West Wing, Rescue Me, Dead Like Me u. s. w. ziehen gegen 'The Wire' den Kürzeren.

Warum? Ganz einfach. Ich habe bisher noch nicht eine Serie gesehen, die derart komplex und anspruchsvoll ist und den Zuschauer regelrecht fordert.

Die Handlung spielt in der amerikanischen Großstadt Baltimore (endlich einmal nicht New York oder L. A.!). Gezeigt wird der Kampf zwischen Polizei und Drogendealern. Während CSI & Co. in gut 40 Minuten eine Geschichte von A bis Z abhandeln und dabei überwiegend die Arbeit der Gesetzeshüter im Focus haben, geht 'The Wire' sehr viel weiter und vor allem tiefer. Hier wird beiden Seiten gleich viel Platz von den Autoren eingeräumt. Außerdem ist die Abgrenzung zwischen gut und böse keinesfalls so eindeutig wie bei vielen anderen Shows. Die gesamte Staffel handelt einen großen Fall mit verschiedenen Nebenplots ab.

Polizisten der Baltimorer Mordkommission sowie der Drogenfahndung bilden eine Sondereinheit, um gegen die afro-amerikanischen Drogendealer der Stadt vorzugehen. Besonders im Visier dabei sind der Drogenboss Avon Barksdale mit seinem brüderlichen Freund und zugleich auch seine rechten Hand Stringer Bell. Deren Syndikat versorgt einige Wohnviertel und Hochhäuser tagtäglich mit Drogen aller Art. Während die Polizei allerlei bürokratischen Hindernissen zu überwinden hat, bis sie dem Dealerring endlich mit Abhörgeräten zu Leibe rücken kann, kämpfen die 'Soldiers' von Barksdale in den Straßen Baltimores tagtäglich um ihr nacktes Überleben.

Auf dem ersten Blick hört sich das jetzt nicht gerade neu oder besonders originell an. Das ganz große Plus von 'The Wire' ist jedoch dessen Komplexität. Wer lediglich mal eben eine Episoden 'zwischendurch' zur Ablenkung anschauen möchte, ist mit 'The Wire' völlig falsch bedient und sollte lieber auf CSI & Co. zurückgreifen. Gerade zu Beginn der Staffel kommt die Show etwas schwierig in den Gang. Das liegt jedoch an der Natur der Sache, da zunächst erst einmal die sehr vielen Charaktere eingeführt werden müssen.

Stichwort Charakter: Die Schauspieler sind durch die Bank weg top. Dominic West z. B. gibt den Cop McNulty mit Autoritäts- u. Familienproblemen und schaffte damit den Sprung auf die Kinoleinwand (300). Neben einigen wenigen bekannten Gesichtern wie z. B. John Doman (ER) sind die meisten Darsteller hier in Deutschland eher unbekannt. Was die Qualität der Darsteller aber keineswegs mindert.

Wer sich durch den schwierigen Beginn von 'The Wire' nicht abschrecken lässt, wird mit einem einmaligen Fernseherlebnis belohnt werden. Endlich eine Serie, die beim Zuschauen fordert. Von mir gibt es eine absolute Kaufempfehlung für alle, die sich vor anspruchsvoller Serienkost nicht fürchten.

Abschließend sei noch erwähnt, dass englische Untertitel zuschaltbar sind. Als Extra sind leider nur wenige Audiokommentate mit an Bord.
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30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk der TV-Geschichte, 9. März 2009
Ich bin eher zufällig auf "The Wire" gestoßen. Aufgrund der euphorischen Kritiken und meiner Begeisterung über andere HBO-Serien wie "Six Feet Under", "Deadwood" oder "The Sopranos", habe ich mir die ersten drei Staffeln von "The Wire" einfach mal blind gekauft. Dass HBO auch mit dieser Serie fantastische TV-Unterhaltung erschaffen würde, war mir eigentlich klar, trotzdem wollte ich meine Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.

Um es vorweg zu nehmen: "The Wire" hat all meine Erwartungen locker erfüllt und noch bei weitem übertroffen. Was Ed Burns und David Simon hier erschaffen haben, ist einfach nur einzigartig. Es gibt so viel über diese Serie zu sagen, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll. Von der Charakterzeichnung zu den Dialogen, von Aufbau und Inszenierung zu den Schauspielerleistungen, kann man "The Wire" allerdings auch mit nur einem Wort beschreiben: Perfekt!

Noch nie habe ich eine Serie gesehen, die die Vorteile einer Fernsehproduktion so ausschöpft wie diese. Während andere Formate zur bloßen Episodenhatz verkommen, deren Folgen immer nach dem gleichen Schema ablaufen, geht "The Wire" andere Wege (dies soll nicht bedeuten, dass Serien wie CSI etc. grundsätzlich schlecht wären, funktionieren sie als leichte Unterhaltung schließlich sehr gut). Hier geht es nicht einfach nur darum zu unterhalten. Das schafft die Serie ebenfalls vorzüglich, hier wird jedoch eine komplexe Gesellschaftsstudie gezeichnet, die den Zuschauer richtig fordert und nicht auf jedes Element oder Detail mit dem Holzhammer hinweist. Übliche "Was bisher geschah..." Einspieler zu Beginn einer Episode, in denen man auch ohne Kenntnis der vorherigen Folgen immer auf dem neuesten Stand ist, sucht man vergebens. So sollte man "The Wire" auch nicht als übliche TV-Serie ansehen, sondern jede Staffel eher als zwölfstündigen Film, wobei wie in einem epischen Roman jede Staffel ein Kapitel darstellt und somit in der Gesamtbetrachtung ein unfassbar komplexes Bild entsteht.
Auch in vielerlei anderer Hinsicht bricht "The Wire" mit den Sehgewohnheiten des Massenpublikums. Mörderische Cliffhanger ala "24" oder "Lost" sind hier beispielsweise gar nicht nötig, um dem Zuschauer die nächste Folge schmackhaft zu machen (auch dies soll keine Kritik an "24" oder ähnlichen Serien sein - ich bin selbst großer 24-Fan - zumindest der ersten drei Staffeln).

Nach dieser Einleitung, möchte ich nun auf die Serie an sich eingehen:
Anhand der Ostküstenstadt Baltimore wird der Kampf der Polizei gegen das Verbrechen gezeigt. Allerdings ist man dabei soweit von dem Konzept einer gewöhnlichen Cop-Show entfernt wie es nur geht. Dies fängt damit an, dass beide Seiten, die der Gesetzeshüter und die der Gangster, vollkommen gleichberechtigt behandelt und erzählt werden. Durch diese Herangehensweise verschwimmen die üblicherweise so klaren Konturen von Gut und Böse schon nach kurzer Zeit und gehen beinahe fließend ineinander über.
Dabei wird in jeder Staffel auf ein Element besonderen Wert gelegt. In der ersten Staffel konzentriert sich das Geschehen auf die Ermittlungen gegen einen aufstrebenden Drogenclan rund um den charismatischen Avon Barksdale, welche sich sozusagen als roter Faden auch durch die restlichen Staffeln ziehen. Allerdings werden im weiteren Verlauf der Serie kontinuierlich neue Problemfelder hinzugefügt. So wird in der zweiten Staffel anhand der Geschichte um einige Hafenarbeiter der Zerfall einer einst florierenden Hafenstadt geschildert. Die dritte Staffel konzentriert sich auf die politischen Verflechtungen im System, bei denen die Gier nach Macht und Geld bestimmende Themen sind. Geschildert wird dies anhand eines idealistischen Politikers, der für das Amt des Bürgermeisters kandidiert und im Verlauf der Geschichte immer weiter in die Mühlen eines korrupten Systems hineingezogen wird. Das marode und wenig effektive Schulsystem wird in der vierten Staffel ins Visier genommen, wobei sich die Geschichte auf vier Jugendliche konzentriert. Und schließlich wird in der letzten Staffel die von Sensationsgier durchsetzte Medienlandschaft durchleuchtet.

All diese Aspekte ergänzen sich so vorzüglich, dass ein unglaublich lebendiges Portrait einer Stadt entsteht. Dabei wird vor allem eins groß geschrieben: Authentizität. Noch nie habe ich eine Serie gesehen, bei der die Arbeit der Polizei, die Entstehung von Verbrechen oder das Aufeinanderwirken verschiedener Gesellschaftsschichten bzw. deren Abhängigkeiten voneinander, so treffend und realitätsnah dargestellt wurde. Dieses Gefühl wird vor allem durch die fantastische Inszenierung erreicht, die teilweise schon dokumentarische Züge hat (u.a. durch den Verzicht auf einen herkömmlichen Soundtrack).
Eine weitere große Stärke sind die Charaktere. Wie bei allen Serien von HBO, die ich bisher gesehen habe, wird hier enorm viel Wert auf eine komplexe und schlüssige Charakterzeichnung gelegt. Dieser Ansatz erreicht bei "The Wire" selbst für HBO-Verhältnisse einen absoluten Höhepunkt. Im Verlauf der fünf Staffeln werden über 60 Charaktere eingeführt, die nahezu gleichberechtigt entwickelt werden. Natürlich gibt es Unterschiede bei der Leinwandzeit, allerdings steht hier das Ensemble klar im Vordergrund. Jeder Charakter ist interessant und wichtig für die Handlung. Von der herzzerreißenden Geschichte um den drogensüchtigen Bubbles oder der Entwicklung des Jugendlichen Michael vom anständigen Jungen zum brutalen Verbrecher bis zu dem idealistischen Cop Jimmy McNulty, der gerne mal bei seinen Vorgesetzten aneckt, fühlen sich die Charaktere einfach "echt" an. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der fantastischen Charakterriege. Die Geschehnisse um Figuren wie Omar Little, Stringer Bell, Marlo Stanfield, Bunk, Cedric Daniels, Frank Sobotka oder Tommy Carcetti sind dabei genauso interessant und überragend erzählt. Hier wird ein Beziehungsgeflecht aufgebaut das seinesgleichen sucht und so einen hohen Anteil an der Intensität der Serie hat.

Bei dieser enormen Komplexität ist es umso erstaunlicher, dass keiner der Handlungsstränge im Sande verläuft oder nur als Füllmaterial fungiert. Jeder Aspekt ist wichtig für das Gesamtbild, weswegen das Motto der Serie "All The Pieces Matter" voll und ganz zutrifft. Das Arrangement der Szenen ist dabei dermaßen perfekt, dass man nie den roten Pfaden verliert oder unnötig abdriftet. Dafür ein Riesenlob an die Drehbuchautoren! Gerade bei einem derartigen Mammutprojekt ist das eine äußerst bemerkenswerte Leistung. Als Zuschauer muss man jedoch sehr aufmerksam sein, um nichts zu verpassen bzw. die richtigen Verbindungen ziehen zu können.

Ein besonderes Lob geht an dieser Stelle auch an HBO, da sie den kreativen Köpfen offensichtlich vollkommen freie Hand gelassen und ein kommerziell weniger erfolgreiches Format so konsequent zu Ende gebracht haben. Das wäre bei vielen anderen Sendern wohl kaum möglich.

Fazit: Selten hat mich ein Film oder eine Serie so berührt und befriedigt wie "The Wire" (am ehesten noch durch andere HBO-Serien erreicht). Trotz allem Pessimismus und aller Ausweglosigkeit, bietet die Serie viele unglaublich schöne Momente, die Hoffnung geben. Das können ganze Szenen, einzelne Dialogzeilen oder auch nur ein einziges Bild sein.
"The Wire" ist rau, brutal und authentisch, bleibt dabei aber stets menschlich und bietet trotz der ernsten Themen eine Menge unterschwelligen/subtilen Humor (meist sehr zynisch), der mir persönlich außerordentlich gut gefallen hat.
Wer auch nur ansatzweise auf (Crime-)Drama steht, muss diese Serie gesehen haben. Schauspieler, Charakterzeichnung, Drehbuch und Inszenierung: Hier stimmt einfach alles!

PS: Habe vor kurzem die erste Folge auf deutsch gesehen und ich kann jedem nur zur Originalfassung raten (ggf. mit engl. UT), da bei der Synchronisation doch einiges an Atmosphäre verloren geht. Gute bis sehr gute Englischkenntnisse sind allerdings erforderlich.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Best show on television, 24. September 2008
"Best Show on Television" - Eine vielleicht anmaßend wirkende Aussage. Allerdings stehe ich mit diese Aussage nicht alleine da, sondern stehe in einer Reihe mit dem Time Magazine, Entertainment Weekly, The Guardian, The Chicago Tribune, Slate und vielen anderen.

Mit gutem Grund: The Wire in die Kategorie Fernsehserie einzuordnen ist fast frevelhaft. Die Maßstäbe die für eine Kritik dieses Meisterwerks angelegt werden müssen sind so hoch, dass andere Serien sich noch nicht einmal im Ansatz daran messen können. (Damit möchte ich keine "normalen" Serien kritisieren, aber ich vergleiche ja auch kein Lustiges Taschenbuch mit einem Werk von Tolstoi... (Ja, ich mag auch lustige Taschenbücher...))

Die einfache anzumutende Hintergrundstory vom Kampf zwischen Drogendealern und Polizei täuscht darüber hinweg, dass man es hier in eine Charakterstudie geschleudert wird, dessen Niveau und bis in die kleinste Nebenrolle excellente Besetzung ein nahezu erschreckend realisitisches Bild von den Straßen Baltimores zeichnet. Die Serie kennt weder Helden noch Bösewichte sondern einfach nur Menschen die sind wie sie sind und sich entwickeln oder auch nicht.
Das dies ungemein spannend ist, hängt mehr damit zusammen, wie sich die Geschichte dank des komplexen Spiels der Charaktäre entwickelt und nicht weil das Drehbuch mit Actionszenen und Cliffhangern versucht Aufmerksamkeit zu erhaschen.

Sobald man sich an die ungewohnte Form der Erzählung gewöhnt hat, erwischt man sich unwillkürlich dabei wie man kopfschüttelnd vor dem Bildschirm sitzt. Eine Serie in solche Perfektion und Qualität hat es einfach noch nie gegeben. The Wire ist vielleicht keine leichte Kost, aber eine die sich lohnt zu konsumieren und den Zuschauer nicht mit dem fahlen Beigeschmack konventioneller Produktionen zurücklässt.

Sich dieses Meisterwerk entgehen zu lassen ist fahrlässig. Nicht mehr, nicht weniger...
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragend, 15. April 2008
Wohl die beste Serie, die man sich vorstellen kann.
Noch nie, weder im Fernsehen oder sonstwo, habe ich eine solche komplexe Darstellung von Personen und Handlungen gesehen, die in sich selbst völlig schlüssig ist. Alle Rollen, bis in die kleinste Nebenrolle, sind extrem gut besetzt.
Nur zu empfehlen. Hätte mehr als fünf Sterne verdient.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warnung! Danach ist man fürs Fernsehen verdorben!, 26. August 2009
Ich habe bislang nur die ersten beiden Staffeln gesehen, da diese schon deutsch synchronisiert wurden.
Eher schlecht synchronisiert übrigens, insbesonders von der technischen Seite her. Z.B. klingt der Nachhall im Raum immer ähnlich, bei anderen Serien wird das besser an die 'Location' angepasst. Das Budget war vermutlich klein, da anscheinend nur für die Ausstrahlung auf FOX' deutschen Spartenkanal gedacht. Die Sprecher wurden aber gut ausgewählt! Für Amazon-Käufer bislang leider noch nicht relevant...
Die Serie hat kaum Action, ist nicht besonders fesselnd oder spannend. Und die vielen harten Schimpfwörter und Anzüglichkeiten wirken auch nicht gerade intellektuell (daß kommt im englischen Original vielleicht nicht so grob rüber). Es bedurfte schon eines gewissen Durchhaltewillens, sie weiter zu sehen. Der knochentrockene, bisweilen garstige Humor blinkt leider auch nur selten auf (dafür vergisst man bestimmte Szenen nie mehr).
Über die Stärken, die Einmaligkeit dieser Serie brauche ich nichts schreiben - dreizehn 5-Sterne-Rezensionen reichen. Zu sagen ist nur noch eines: Ich kann nun gar nichts mehr im TV sehen. Waren vorher sowiso schon nur 5% interessant, wirkt jetzt auch der Rest unerträglich läppisch, oberflächlich und uninspiriert. Sehen könnte man vielleicht noch die Sopranos und The Shield, die für mich bislang die Spitze modernerer Unterhaltungs-Serien darstellten. Wenn Sie denn im TV laufen dürften...
The Wire aber ist nicht nur ein Meilenstein, er ist das Gipfelkreuz amerikanischer Unterhaltung! Ich habe größten Respekt vor HBO, so ein ambitioniertes Projekt fünf Staffeln lang durchgehalten zu haben. Danke und bitte mehr davon!
Jetzt geht es in Englisch weiter. Arte, bitte übernehmen Sie...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker: genial, komplex und wunderbar realistisch, 26. März 2011
The Wire erzieht als extrem spannende und hervorragend gemachte Serie seine Zuschauer zum zuschauen. Während andere Serien die eigentliche Story (völlig zu unrecht) in 1-2 Folgen gestopft hätten, werden hier der Plot und besonders die Charaktere sorgfältig entwickelt. In jeder Folge entblättert sich so ein Teil der Persönlichkeit der Beteiligten, so dass man am Ende der Staffel das Gefühl hat, die Personen schon seit Jahren zu kennen.

Die persönlichen Befindlichkeiten, Wünsche und Eitelkeiten sind sehr gut angelegt und überaus glaubwürdig, was auch an den hervorragenden Dialogen liegt. Manche Aussage und Situation wird einige Folgen später - quasi nebenbei - wieder aufgegriffen. Beim zweiten Sehen fallen die Zusammenhänge erst richtig auf und der Spaß mit The Wire ist noch größer.

Vom Aufbau her erinnert es an eine klassische Tragödie, auch durch die Einheit von Zeit (überschaubarer Zeitraum, streng chronologische Abfolge) und Ort (Baltimore Polizeistation oder Slum).

Auch die Nebenrollen, die man nicht so nennen möchte, sind hervorragend besetzt und spielen eben keine echte Nebenrolle, sondern sind wesentlicher Teil des gesamten Puzzles.

Sprachlich im Original eine Herausforderung (wunderbar die Szene, als selbst die Polizisten beim Abhören den Slang der Abgehörten nicht verstehen), die aber spätestens dank Untertitel gelöst werden kann.

Schon heute ein Klassiker.
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5.0 von 5 Sternen Super spannende Serie, unbedingt die Originalfassung gucken., 17. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr spannede Serie, die nicht durch Action oder Bildgewalt fesselt, sondern einzig und allein durch die Handlung und Authentizität.
Gute Charakterentwicklung verteilt über die ganze Staffel und man kann sich irgendwie in jede Figur hineinversetzen, obwohl es so viele gibt.
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4.0 von 5 Sternen Keine Krimiserie!, 18. September 2012
Von 
A. M. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Man kann es für Interessierte gar nicht deutlich genug ausdrücken. 'The Wire' ist keine Krimiserie. Ich würde sie noch am ehesten als eine Polizei-Dramaserie bezeichnen. Andere Rezensenten, die der Serie die maximale Bewertung gaben, haben diese hinsichtlich ihrer dramaturgischen Qualitäten bereits in hervorragender Weise beschrieben und charakterisiert. Man muss für diese Serie allemal Zeit und Geduld aufbringen. Die Handlung wird - man könnte fast sagen - in narrativer Weise geradezu "abgearbeitet". Interessant, wenn auch nicht neu ist dabei vor allem, dass Polizeiarbeit und die Arbeit des Drogenrings gegeneinander gesetzt werden. Auf diese Weise weiß der Zuschauer natürlich immer mehr, ohne aber wirklich umfängliches Wissen zu besitzen. Außerdem gibt es dann auch immer wieder überraschende, aber nicht unrealistische Wendungen.

Die beteiligten Personen auf beiden Seiten werden sowohl in beruflichen wie auch privaten Bezügen gezeigt - hinsichtlich letzterer wären einige Dinge dabei auch verzichtbar gewesen. Mit Fortschreiten der Handlung verdichten sich sowohl die personellen Bezüge wie auch die Handlungsstrukturen der Serie. So entsteht dann eine ganz eigene Art von Spannung, auch wenn dezidiert nicht mit Spannungsbögen gearbeitet wird. Dabei sind wichtigen Handlungsentwicklungen immer wieder unbedeutende Vorgänge gegenübergestellt, sodass aufkommende Spannungsmomente auf diese Weise auch regelrecht gebrochen werden. Letzteres verärgert bisweilen, gehört aber zum Konzept dieser Serie.

'The Wire' ist tatsächlich eine im höchsten Maße zeitgeschichtliche, sozialkritische und politische Serie als groß angelegtes Panorama um den Niedergang der Stadt Baltimore, Maryland, durch Korruption und (Wirtschafts-) Kriminalität. Für meine Begriffe wurde das Entstehen von, das Leben in Slums, das Organisieren des Drogenhandels, die Schattenseiten der Drogensucht, aber auch die Abläufe der Polizeiarbeit in den Strukturen ihrer Bürokratie nie eindringlicher, nüchterner, so unpathetisch und realistisch dargestellt wie hier. Der "Charme" dieser Serie erwächst gerade aus der ihr eigenen Sprödheit und Ungeschliffenheit, und hinsichtlich ihres Formats kann wohl ohne Übertreibung bereits von einem amerikanischen Zeit- und Gesellschaftsgemälde gesprochen werden.

Ich verstehe allerdings auch einen Teil der kritischeren Stimmen zu der Serie. Bei der ersten Staffel hätte ich mir bisweilen ein höheres Maß an Verdichtung gewünscht. So verlangen gerade die ersten drei Episoden dieser Staffel einem wirklich einiges an Geduld ab, da man für geraume Zeit nicht erkennen kann, wohin die Reise geht. Da muss man sich tatsächlich ein bißchen zwingen dranzubleiben. Richtig interessant wird es, sobald man tiefere Einblicke in die Geschichte, die Zusammenhänge wie auch über die beträchtliche Personenzahl gewonnen hat. Bei mir begann das nach der fünften Episode, also dann doch fast erst nach der ersten Hälfte der Staffel, wo die Handlung aber tatsächlich an Fahrt aufnimmt. Als ideal empfinde ich es hinsichtlich des inhaltlichen Aufbaus insoweit ebenfalls, wenn man sich zwei bis drei Episoden hintereinander ansieht.

Die Serie ist meines Erachtens hinsichtlich ihrer Dramaturgie, ihres sozialkritischen, gesellschaftspolitischen Anspruchs und in ihrer Gesamtqualität durchaus mit 'Breaking Bad - Die komplette erste Season [3 DVDs]' oder 'The Shield - Die komplette erste Season [4 DVDs]' vergleichbar. Doch fand ich, dass es auch bei diesen beiden Serien Längen und Durststrecken gab. Im Vergleich zu diesen war man bei 'The Wire' bestrebt, übergreifende gesellschaftliche Zusammenhänge mit zu thematisieren, was an die dramaturgische Ausgestaltung hohe Anforderungen stellte. Insoweit gilt der ersten Staffel dieser Serie hier meine (fast) uneingeschränkte Empfehlung. Bei der zweiten Staffel 'The Wire - Die komplette zweite Staffel [5 DVDs]' bedurfte es einer so ausführlich angelegten Einführung in die Gegebenheiten wie hier nicht mehr, sodass es dort schneller zur Sache geht.

Neben den schon länger vorliegenden ersten beiden Staffeln sind inzwischen auch 'The Wire - Die komplette dritte Staffel [5 DVDs]', 'The Wire - Staffel 4 [5 DVDs]' und The Wire - Die komplette fünfte Staffel [4 DVDs] in deutscher Synchronisation erhältlich.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit dem Satan auf Patrouille, 23. November 2010
Von 
Gerhard Mersmann "GM" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Acht Jahre nach Ausstrahlung der ersten Staffel der HBO-Produktion im amerikanischen Fernsehen erscheint diese sehenswerte Fernsehserie auch in deutscher Synchronisation. Für alle, die des Amerikanischen nicht mächtig sind wie für alle, die sich partout nicht in den schnoddrig-dreckigen Slang von Baltimore hereinhören können ist dieses ein Gewinn und seit langem überfällig. Die in erster Linie von David Simons zu verantwortende Serie, die allerdings auch von so prominenten Autoren wie Richard Price (Cash) und George Pelecanos (Hard Revolution) unterstützt wurde, ist die mediale Inszenierung einer Welt, in der die tradierten Schemata von Gut und Böse nicht mehr greifen. In insgesamt fünf Staffeln werden die verschiedenen Aspekte des Getriebes von Laster, Geld und Politik in dem ehemals größten Sklavenhafen Baltimore unter die Lupe genommen.

In der vorliegenden ersten Staffel geht es in erster Linie um den schwarzen Drogenbaron Avon Barksdale, der nach einem ausgeklügelten System den Handel mit harten Drogen vor allem im Westen Baltimores beherrscht und ungeheure Summen generiert, die ihm Macht und Einfluss verschaffen. Dagegen operiert eine Polizeisondereinheit, die von schillernden Figuren nur so strotzt: Von deren Leitung, dem mit eiserner Disziplin und asketisch operierenden pechschwarzen Parvenü Cedric Daniels über den versoffenen und genial operierenden Iren McNulty, die farbige und lesbische Offizierin Kima, die ihre Spitzel in den heißesten Spots laufen hat, dem in teures Tuch gekleideten Bunk, der an seiner Zigarre lutscht und die Zusammenhänge intuitiv neu arrangiert und dem unaussprechlichen Polen, der ein Meister der Dechiffrierung ist.

Diesem Team gegenüber stehen schwere Charaktere wie der böse Reiter Stringer Bell, die rechte Hand Avon Barksdales, DŽAngelo, ein Neffe des Bosses, der schon früh den Glauben an den Schein des Familienzusammenhalts verliert und natürlich Omar, den Cowboyweisen pfeifenden Outlaw, der in großem Stile Brother Barksdale beklaut und mit langem Mantel und abgesägter Schrotflinte in die Reviere des großen Bosses vordringt und alles über den Haufen schießt, was sich bewegt.

Immer, wenn sich die Sondereinheit Unterstützung bei den gewählten Vertretern der Stadt holen will, stößt sie auf eigenartige Verzwickungen und Schikanen. Früh wird deutlich, wie sehr Polizei wie Unterwelt ein zerrissenes System symbolisieren, das irgendwie verbunden ist mit der Politik, die in beide Subsysteme hineinreicht und von diesen wiederum gespeist wird. Und die Gewissheit kommt schnell, dass es eine heile Welt nicht geben kann.

Die erste Staffel ist - sofern man von dem Sopranovirus infiziert war - sprachlich wie metaphorisch eine andere Welt, durch die man sich sehen muss. Man landet in einer weitaus komplexeren, in der Oben und Unten nicht mehr zu konturieren sind!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 21. September 2010
Eine Warnung ! Alle, die das deutsche Fernsehen noch nicht völlig verblödet hat, haben maximal 3 Folgen Zeit um nicht "The Wire" zu verfallen. Danach gibt es kein zurück mehr und wenn ihr alle fünf Staffeln gesehen habt - und ihr werdet euch alle 5 anschauen, wird es nur noch wenige Serien geben, die ihr in einem Atemzug mit "The Wire" nennen werdet.
Voraussetzung sind lediglich sehr gute Englischkenntnisse und der Wille sich auf "The Wire" einzulassen.
Da viele, wie ich selbst, den sehr langsamen Erzählstil der Serie nicht gewöhnt sind, macht man am Anfang leicht den Fehler, "The Wire" als langatmig und langweilig abzutun. Dazu fällt es vielen sicher nicht leicht mit dem schimpfwortgetränkten, sehr gewöhnungsbedürftigen Baltimore-Slang klarzukommen. Ich wäre jedenfalls ohne englische Untertitel verloren gewesen. Zu allem Überfluß muss man sich noch ein Arsenal von "Fachausdrücken" aus der Welt der Drogenhändler und Polizisten aneignen.
Aber die Mühe lohnt sich: Es gibt kaum eine andere Fernsehserie mit derart fein gezeichneten, glaubwürdigen Charakteren. Niemand ist nur gut oder nur böse, schwarz oder weiß. In "The Wire" erhält man tiefe Einblicke in das Drogenmilieu der amerikanischen Großstadt Baltimore und beginnt zu verstehen warum der Krieg gegen Drogen garnicht gewonnen werden kann (ohne Änderung der sozialen Verhältnisse). Wenn "The Wire" nicht so brutal wäre, müßte die Serie eigentlich in der Schule gezeigt werden. Einzigartig ist dabei die Wut der Autoren mit der erzählt wird. Auch in anderen guten Serien wie "Sopranos" kann man zwischen den Zeilen erkennen, warum "das System" versagt aber (ACHTUNG SPOILER !!!) wenn z.B. der junge Wallace am Ende der ersten Staffel erschossen wird oder man zusehen muß wie "die hohen Tiere" versuchen die Untersuchungen so gut es geht zu behindern, kocht kalte Wut in einem hoch (erstaunlich, das eine Fernsehserie so etwas schafft).
Neben der genialen Darstellung der Drogenszene und des Polizeiapparates ist der Plot der 1. Staffel einfach gut und die Leistungen aller Darsteller gut bis sehr gut.
Hervorragend auch die Auflösung der Staffel, die erneut mit vielen Konventionen bricht und wohl nur von einem Sender wie HBO realisiert werden kann, bei dem kein Druck auf die Autoren ausgeübt wird das Ganze auf eine bestimmte Art enden zu lassen.
Da mir kein einziger Kritikpunkt einfällt kann ich mich nur wiederholen: "The Wire" ist ein Meisterwerk.
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