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am 6. Juni 2014
Uriah Heep – Outsider

Nach Wake The Sleeper (2008) und Into The Wild (2011) erscheint nun mit Outsider das 24. Studio-Album in relativ kurzem Zeitraum.
Vor 3 Jahren war ich schon von ITW begeistert und nun legen Uriah Heep fulminat nach – als wäre nichts passiert.
Das Gegenteil ist der Fall – Trevor Bolder starb letztes Jahr – und damit der Heep Bassist seit 1976 (mit knapp 3 jähriger Unterbrechung 1980 – 1983).
Mit diesem traurigen Ereignis verloren Heep nach Lee Kerslake's (freiwilligem bzw. gesundheitsbedingten) Ausscheiden 2007 nun eine weitere tragende Säule der erfolgreichen Siebziger-Besetzungen.
Uriah Heep wären aber nicht Uriah Heep, wenn sie nicht nach Schicksalschlägen ihre Fan-Gemeinde überraschen würden – in diesem Fall eben mit „Outsider“.
Wie schon bei den Vorgänger – Alben ist auch bei diesem Album Mike Paxman der Produzent – ein wahrer Glücksgriff. Seine (Heep) Produktionen zeichnen sich aus durch einen warmen, fetten, transparenten und erdig kraftvollen Sound - perfekt für Uriah Heep.
Ein „What Kind of God“ oder „Trail Of Diamonds“ ist diesmal nicht dabei, aber....
11 Titel mit obergenialen Gitarren-Riffs, „Glückshormone-Harmonien & Refrains“,
ein Bernie Shaw in nicht mehr zu überbietender Höchstform - seit 28 Jahren die Uriah Heep Stimme !!!
Mit Davey Rimmer am Bass haben Heep einen würdigen Trevor Bolder Nachfolger gefunden, der auf dieser CD einen respektablen Eindruck hinterlässt.
Nach 4 Hör-Durchgängen stehen nunmehr auch meine Lieblingstracks fest:
One Minute, The Law, Rock The Foundation, Can't TakeThat Away, Jessie und Say Goodbye, das das Album grandios beendet – könnte ich mir sehr gut auch als Live – Abschluss vorstellen... (wenn da nicht Lady in Black wäre).
Der Opener Speed of Sound und das Titelstück The Outsider brauchen sich hinter den vorgenannten Tracks natürlich nicht zu verstecken.
Wirkliche Durchhänger kann ich auf Outsider nicht ausmachen.

Uriah Heep haben es aller Schwierigkeiten zum Trotz wieder geschafft ein starkes Album abzuliefern.
Vielleicht wäre noch ein zusätzliches Piano hier oder eine aktustische Gitarre da noch etwas Salz in der Suppe gewesen, aber hier jammere ich natürlich auf hohem Niveau.
Am Pfingstwochenende wird Mick Box 67 !!!
Er und seine vier Bandkollegen haben meinen allerhöchsten Respekt. Hut ab !!!
Ich freue mich schon auf die Tour im November/Dezember und bin gespannt welche Tracks es in das Live-Set schaffen.
Das Heep Schiff ist auf Kurs !
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am 6. Juni 2014
Uriah Heep 2014 setzen mit dem neuen Album "Outsider" die Marschroute von "Into The Wild" (2011) fort. Rockiges und "heep - typische" Refrains ziehen sich wie ein roter Faden von Track 1 bis 11. Sauberes Handwerk ist hier angesagt. Wie schon auf den letzten Alben: Klassische Orgel- und Gitarrensounds, die allesamt "live - ähnlich" eingespielt wirken.

Ein wirklich epochaler Track mit langen Spielzeiten ist nicht dabei. Offenbar haben sie sich endgültig von Akustikgitarren und Rockballaden verabschiedet. Auch von langen epischen Werken. Zünden dafür aber ein ziemliches Feuerwerk. Rockig, melodisch, prägnant...

"Outsider" vermag es vielleicht nicht, das sehr ambitionierte Vorgängeralbum "Into The Wild" zu übertreffen. Aber es liegt absolut auf Augenhöhe. Was für die Qualität der aktuellen Uriah Heep spricht.... Manch' einer wird vielleicht ein Highlight wie seinerzeit "Trail Of Diamonds" vermissen...

Aber kein einziger Song auf "Outsider" steht qualitativ denen von "Into The Wild" nach. Weder klang - bzw. aufnahmetechnisch, noch vom Songwriting her gesehen. Teilweise rockig schnell, aber stellenweise dennoch auch mit progressiven Untertönen. Mit vielen wirklich schönen, griffigen Melodien und fulminanten Background-Chören bleiben Uriah Heep ihren "Trademarks" treu. Wie nennt man diesen umwerfenden Sound, den kaum eine andere gleichaltrige Band so frisch hinkriegt und der so gekonnt den Hörer in positive Stimmung versetzen kann ? Modern Rock ? Metal ? Classic - Rock ? Wohl von allem etwas... Aber eines ist sicher: Hier wird geradeaus gerockt.

Beide Ausgaben, die Vinyl-Version und die CD, lagen pünktlich (sogar einen Tag vor VÖ !) vor. Die Cover - Gestaltung ist sehr gelungen, das Motiv von Igor Morski surrealistisch gestaltet. Es weckt vielleicht andere musikalische Erwartungen; eher so etwas wie Pink Floyd, Marillion oder Supertramp... Aber das macht die Platte allein schon optisch umso interessanter. Noch eindrucksvoller ist das Painting auf der Rückseite, das man gleichermaßen im Innenteil erblickt, wenn man das Cover aufklappt. Fast noch besser... Das könnte wiederum von einer Metal - Band stammen.

Für den 2013 tragischerweise verstorbenen langjährigen Bassisten und Songlieferanten Trevor Bolder, der den Kampf gegen den Krebs verlor, sorgt nun Dave Rimmer für adäquaten Ersatz. Ein melodisch, ja druckvoll aufspielender Bassgitarrist, der dem Stil des ebenfalls verstorbenen Gary Thain aus den Anfangstagen sehr nahe kommt. Uriah Heep sind also wieder komplett und sehr homogen aufgestellt.

Das hört man auf dem neuen Album "Outsider" auch. Unmissverständlich... Die Band hat die Lebendigkeit, die geniale Performance und Dynamik ihrer aktuellen Live - Konzerte tatsächlich in die Studioarbeit hinein projiziert. Und hat hier ein kompromissloses Hardrockalbum geschaffen. Ohne Firlefanz. Allerdings, wie gesagt, auch ohne Ballade und längere Tracks, die man früher so geliebt hat. Kein Song erreicht die 6-Minuten-Grenze.

Ein richtiger Heep-Gassenhauer par excellence ist "One Minute". Knackig, prägnant, eingängig. Treibende Gitarrenläufe von Mick Box, zwingender Rhythmus. Eine typische Single, die mit herrlicher sehr ruhiger Klavierbegleitung beginnt. Man denkt: Oh, eine Ballade, wie früher... Klavier gab's schon lange nicht mehr. Aber weit gefehlt. Der Song startet amtlich durch... Und endet mit einem länger ausklingenden Orgelakkord (fast wie bei "Stealin" von "Sweet Freedom" 1973).

Vom Opener "Speed Of Sound" bis zum letzten Song "Say Goodbye" sind alle Songs purer Hardrock, wie man ihn von Uriah Heep seit jeher kennt. Mit markanten Riffs, massivem Hammondorgel-Teppich, fetzigen Drums, kaskadenähnlichen Chören und mehrstimmigen Melodien. Das Ganze moderat gewürzt mit einigen flotten Gitarrensolo - Einlagen und ein paar zeitgemäßeren Rockzutaten, z. B. die ultraschnellen Double - Bass - Einlagen des Drummers Russel Gilbrook in "Speed Of Sound" oder "Can't Take That Away". Der eingängige Song "Rock The Foundation" (handelt von einer Frau, die sich in ihrem Job verwirklichen möchte...) ist hier durchaus auch Programm.

"The Law" und "Is Anybody Gonna Help Me?" kokettieren mit den frühen 1970ern, bauen sich schwerer tragend und recht progressiv auf. Oder der Song "The Outsider", der ebenfalls klassischen progressiven Touch versprüht und zudem sehr temporeich daher kommt. Ähnlich auch "Can't Take That Away", das melodisch und rhythmisch mitzureißen vermag. Und dann erst "Looking At You". So als käme das Teil direkt aus den frühen 70ern.

"Jessie" wäre noch positiv hervorzuheben mit einem Anfangs - Riff, der irgendwie an "Smoke On The Water" erinnert. "Say Goodbye" ist ein toller Rocker mit rabiat rollendem Riff und extrem perfektem Orgel-Solo.

Alle Songs haben sehr hohen Wiedererkennungswert. Wirken gleichzeitig frisch und modern.

Hier die Track-List des Albums im Überblick:

1. Speed Of Sound (melodiöser Opener, mit schönem abgehenden Orgel-Solo; nicht das einzige...)
2. One Minute (Oh, eine Ballade ! Nee doch nicht... Ein absoluter Gute-Laune-Dampfhammer...)
3. The Law (Schwereres Midtempo - Prog - Rockstück. Typische "Aaah Aaaahs". Sehr gut !)
4. The Outsider (Progrock mit Höllen-Tempo)
5. Rock The Foundation (rockig lockerer, einfacher aber eingängiger Song im aktuellen Stil)
6. Is Anybody Gonna Help Me? (stark Riff- und Orgel betont mit 70er Atem)
7. Looking At You (treibend, sehr melodisch, Melodiewechsel, gute Riffs, Chöre, alles da... 70er !)
8. Can't Take That Away (ich kann da gerne öfter reinhören... herrliches Rockstück)
9. Jessie (Smoke On The Water - Riff, geiles Gitarrensolo und Ohrwurm - Potential)
10. Kiss The Rainbow (frenetisch, sehr melodisch, Orgel-Break, wie ein Hensley - Song)
11. Say Goodbye (so wie es beginnt, endet das Album, sehr rockig... superbes Orgel - Solo)

Es gibt keinen wirklichen Song - Ausfall. Alle Songs bilden hier ein Album wie aus einem Guss. Jeder mag einen anderen Favoriten bevorzugen. Eines ist sicher. Man wird fündig...

"Outsider" reiht sich nicht nur sehr gut in die letzten Werke der Band ein. Nein... Es überzeugt durch geradlinige kernige Riff-Rock-Songs, die Ihresgleichen suchen. Jedenfalls kann ich hier ehrlich nichts Vergleichbares nennen. Und die etwas altmodische, aber in diesem Fall fetzige Hammondorgel ? Das machen auch Deep Purple nicht besser. Das ist einfach nur sehr guter, positiv stimmender Hardrock. Bernie Shaw übertrift sich gesanglich und interpretatorisch selbst. Das ist wahrhaftig das "In Rock" Album von Uriah Heep.

Das gibt`s übrigens in fünf (!) Versionen. Wer möchte, kann zwei Editionen mit T-Shirt in jeweils L oder XL erwerben. Dann gibt es die normale CD-Version im Digipak und jeweils eine 180 - Gramm Vinyl-Ausgabe in "black" oder "grey".

"Outsider" ist meines Erachtens eines der besten Alben von Uriah Heep insgesamt geworden. Wer auf Balladen oder lange epische Songs verzichten kann und diese Art melodischen, frischen, aber auch traditionell verwurzelten Hard - Rock mit Hammondorgel generell mag, kann bedenkenlos zugreifen. Dafür ist es nicht nötig, ein kompromissloser Fan der Band zu sein...
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am 23. August 2015
Ich bin nun seit 30 Jahren UH - Fan und kenne alle nennenswerten Songs von dieser - meiner Meinung nach- besten Rockband der Welt.
Das Album Outsider ist Ihnen wieder gut gelungen und ist kein Reinfall sondern wieder äußerst hörenswert. Meine Lieblingsnummern sind
Speed of Sound, Looking at you,Can`t take that away und Kiss the Rainbow. Die werden momentan von mir bis zum abwinken gespielt und bin begeistert. Die Hammond kommt hier wieder stark zum Einsatz und ist typisch UH. Diesen Stempel hat Ken Hensley der Band schon damals aufgedrückt.
Die jedoch besten Songs ihrer gesamten Laufzeit haben sie jedoch mit Between two worlds, Heartless Land, Question,und Love in Silence abgeliefert.
Sie schlagen für mich sogar die alten Nummern. Dabei würde ich Sonic Origami zum besten Album Ihrer Zeit wählen.
Das man sowas kaum mehr topen kann ist klar und deshalb gebe ich Outsider 4 Sterne.
Bravo an UH für dieses wieder sehr gelungene Album. Ich freue mich schon auf Ihre weiteren Werke.
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am 6. Juni 2014
Es muß jetzt so an die 20 Jahre her sein, dass ich so ein geiles Heep Album gehört habe, bin total begeistert. Bernie Shaw singt dermaßen gut, das ich vermute, hier kann nur nachgeholfen worden sein, aber egal, der Sound ist erstklassig. Heep kommen ungewohnt frisch und auch ein wenig experimentierfreudig rüber. Die Produktion klingt sauber und nicht überladen, aber trotzdem fett.
Hier kann jeder Classic und Hard Rock Fan bedenkenlos zugreifen.
Ps. meine absoluten Favoriten auf diesem Album sind ''Jessie'' und ''Kiss The Rainbow'', was für Hammer Songs.
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am 6. Juni 2014
Uriah Heep habe ich im April 2014 mal wieder live gesehen, im Rahmen der „Rock meets Classic“-Tour. Dort haben sie natürlich vier ihrer Klassiker präsentiert, mit dem epischen Höhepunkt „July Morning“. Ihr orchestraler Kurzauftritt war fantastisch, auch wenn die weißen Rockhemden von Mick Box und Bernie Shaw fantastisch über den strammen Bäuchlein spannten. Was ich damals nicht ahnte: Dass die Rock-Heroen kurz zuvor einem Jungbrunnen entstiegen waren. Denn zu diesem Zeitpunkt lag das neue Album „Outsider“ mit Sicherheit bereits fix und fertig in der Schublade. Im Nachhinein sehr schade, dass sie daraus nicht schon einen Track performt haben. Denn was soll ich schreiben: dieses Album bläst mich einfach um. So frischen Hard- und Heavyrock, der zudem so ungemein melodisch daherkommt, habe ich von Uriah Heep schon lange nicht mehr gehört. Ja, diese Briten spucken mit den elf Songs ganz vielen Nachwuchsbands so was von in die Rocksuppe. Es ist ein ungemein stimmiges Rockalbum geworden – und vieles erinnert mich an das jüngste Deep Purple-Werk „Now what?!“. Hier wie da grandiose Hammond-Orgeln („Speed of Sound“), treibende Drums („The Law“), überirdisch rasante Gitarren („Outsider“) und ein Bernie Shaw, der, zumindest mit Studiotechnik, ungeheuer dynamisch singt („Rock the Foundation“). „Sometimes I can’t keep my feet on the ground”, singt er im groovenden Opener „Speed of Sound“ und die Worte klingen nachhaltig prophetisch: Stillhalten ist verdammt schwer bei diesem Album. Wer am 5. Juni, einen Tag vor Release von Outsider, „Iron Maiden“ bei Rock am Ring gehört (und gesehen) hat, sich zudem am Intro „Doctor Doctor“ von UFO ergötzt hat und sich nun die neue Uriah Heep-CD einverleibt, der muss überzeugt sein: all' diese alten Rock-Heroen aus good old England gehören noch lange nicht zum alten Eisen, und Heep schon zweimal nicht, auch wenn sich die Band bereits 1969 gegründet hat. Kleine Reminiszenz am Rande: „Take a look at yourself“, röhrt Shaw am Anfang von „Looking at you“. Look at yourself? Da war doch was, 1971, ihr drittes Studioalbum. So schlägt man verbal perfekt die Brücke von der Vergangenheit in die Moderne. Und mit Outsider allemal musikalisch.
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VINE-PRODUKTTESTERam 3. August 2014
Warum kauft sich einer im Jahre 2014 eine neue LP von Uriah Heep, exakt vierzig Jahre (!) nach deren erstem leichten Karriereknick mit dem teilweise etwas uninspirierten Album WONDERWORLD von 1974? Ja, warum?

Nun, natürlich geschieht dies unter anderem deswegen, weil der Käufer eine zutiefst treue Seele ist, die 1972 mit dreizehn Jahren der süßen Droge Heep verfiel, als er "Easy Livin'" im Radio hörte und daraufhin fünf Mark von seinem bisschen Taschengeld für die Single anlegte. Später kamen die großartigen Langspielplatten aus demselben Jahr dazu: DEMONS AND WIZARDS und THE MAGICIAN'S BIRTHDAY. Und dann SALISBURY mit "Lady in Black", WONDERWORLD mit dem grandiosen Titelstück, RETURN TO FANTASY mit dem noch grandioseren Titelstück. Und so weiter.

Der legendäre Sänger David Byron wurde bereits 1976 'rausgeworfen, der wichtigste Komponist und legendäre Keyboarder Ken Hensley verließ die Gruppe vor fast 35 Jahren. Dass es Uriah Heep immer noch gibt, ist nur ihrem Gitarristen Mick Box zu verdanken, dem einzig verbliebenen Mitglied aus ihren erfolgreichen Jahren in den 70ern.

Gibt es außer UH und The Sweet noch eine Band von damals, die nur noch von ihrem Originalgitarristen am Leben gehalten wird? Wahrscheinlich schon, aber es fällt mir keine ein.

Uriah Heep 2014 ist eine Institution, die sich zwar seit einer gefühlten Ewigkeit im Wesentlichen durch endlose, erfolgreiche Tourneen ernährt, aber im Gegensatz zu diversen anderen Rentnertruppen auch immer wieder neues Material erarbeitet und veröffentlicht.

OUTSIDER ist ihr vierundzwanzigstes Studioalbum seit dem Debüt VERY 'EAVY VERY 'UMBLE von 1970 und besteht im Wesentlichen aus schnellen, relativ hart rockenden Stücken, von denen keines länger ist als gut fünf und keines kürzer als etwa dreieinhalb Minuten. Lange, intensiv mit dem Prog-Rock flirtende Epen gibt es bei dieser Band schon seit vielen Jahren nicht mehr. Insgesamt fehlt halt Ken Hensley, und zwar nicht nur als Kreativpartner von Box, sondern auch als zweiter Leadsänger.

Wie Mick Box inzwischen eingestanden hat, wurde die Platte in aller Eile zwischen zwei Tourneeabschnitten aufgenommen, und die meisten Titel wurden erst im Studio erarbeitet. Das merkt man ihnen an. Die Songs sind anständig produziert, zumeist recht eingängig, häufig aber etwas holzschnittartig und wenig filigran. Simpel-seichte Ausfälle gibt es zwar kaum (vielleicht "Rock the Foundation" und "Jesse"), aber künftige Klassiker vermag ich eben so wenig zu erkennen. Der Titelsong "The Outsider" könnte allerdings - vor allem bei den Konzerten - ein solcher werden, weil sich auch textlich viele Fans damit identifizieren dürften.

Keyboarder Phil Lanzon, der zusammen mit Mick Box alle Songs schrieb, beherrscht mit seiner furiosen Hammondorgel die Szenerie, während Gitarrist Box diesmal wenig bis gar nichts Bedeutendes erschaffen hat. Wie oft hat er mich früher mit seinen magischen Soli buchstäblich zum Weinen gebracht, doch davon ist hier nicht mal ansatzweise etwas zu erspüren. Er rockt einfach nur.

Der inzwischen seit drei Jahrzehnten (!) zur Band gehörende Leadsänger Bernie Shaw bleibt, vor allem wenn man ihn mit David Byron oder auch John Lawton vergleicht, ein Problemfall, zumal seine raue Durchschnittsstimme mit den Anstrengungen der langen Zeit nicht besser, sondern eher schlechter geworden ist.

Wie soll man als äonenlanger Anhänger dieser Band das neue Album denn nun bewerten? Positiv hervorzuheben sind allemal das Artwork des polnischen Grafikkünstlers Igor Morski (bitte unbedingt einmal seine Homepage besuchen!) und die gesamte, liebevolle Gestaltung des Vinylalbums mit Gatefold-Cover, Songtexten und einer elegant-grauen LP, deren Qualität nichts zu wünschen übrig lässt. Das hat Klasse, ohne Frage.

Das Album selbst hat Stärken und Schwächen. Es ist auf jeden Fall besser als FALLEN ANGEL und CONQUEST (die letzten Scheiben mit Ken Hensley) oder gar das schreckliche DIFFERENT WORLD von 1991. Der Output aus den Achtzigern ist komplett an mir vorbei gegangen, weil mich die Band damals nach dem Abschied von Ken Hensley zunächst einfach nicht mehr interessiert hat. Daher kann ich ihn auch nicht zum Vergleich heranziehen.

Im Vergleich zu all den Klassikern aus den Siebzigern und selbst zu Spätwerken wie SEA OF LIGHT oder WAKE THE SLEEPER hängt die Scheibe hingegen etwas durch.

Also, Ende Gelände: Wegen der Jahrzehnte währenden Anhängerschaft bekommt OUTSIDER von mir knapp vier Sterne, denn schließlich werden nur die wenigsten Leute tatsächlich gemeinsam alt. ;-)
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am 25. August 2015
Im Juni 2014 erschien das 24. Studioalbum der Hard Rocker Uriah Heep aus England. "Outsider" wurde eingespielt von Mick Box (Guitars, Vocals), Phil Lanzon (Keyboards, Vocals), Bernie Shaw (Lead Vocals), Russell Gilbrook (Drums, Vocals) und Dave Rimmer (Bass, Vocals). Produziert hat das Album Mike Paxman (u.a. Status Quo und Asia). Alle Songs stammen von Mick Box und Phil Lanzon.

"Outsider" ist das 1. Studioalbum nach dem Tod von Trevor Bolder. Sein Nachfolger, Dave Rimmer, macht einen guten Job. Als Songwriter ist Trevor natürlich nicht zu ersetzen.
Los geht es mit einem Orgelintro und dem flotten `Speed of sound`, schöner Song! `One minute` ist ebenfalls gut, könnte sich vielleicht länger im Liveset halten. Weitere Hits sind `The outsider`, `Rock the foundation` und `Can't take that away` (toller Chorgesang). Immer wieder die geile Orgel und Keyboards von Phil Lanzon und natürlich die typische Mick Box-Gitarre. Bernie Shaw macht auch einen prima Job und muss sich vor dem Schatten von David Byron nicht verstecken. Shaw und Lanzon sind nächstes Jahr übrigens 30 Jahre!! bei Heep. Russell Gilbrook trommelt unter anderem auch für Avantasia. Die beiden Bonus-Tracks muss man nicht unbedingt haben, wobei die Akustikversion von `One minute` ganz nett ist.

Fazit: "Outsider" ist ein gutes, typisches Album der Heeper geworden. Leider fehlen die grossen Hits und die beiden Vorgänger "Into The Wild" und "Wake the Sleeper" waren noch etwas besser, daher 4 verdiente Sterne für das Album. Dies ist aber eine klare Kaufempfehlung!
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TOP 1000 REZENSENTam 3. November 2014
Die Zusammenstellung der Lieder ist sehr "erfrischend".
Zum Einem merkt man deutlich moderne Anteile in der
Musik, zum Anderen ist der echte "Uriah Heep- Stil" erhalten
geblieben.
Meine erste LP überhaupt war von "U.H.".
Damals schon waren Hardrock mit Balladen- Parts
hervorragend abgestimmt.
Zwischendurch verlor "U.H." dann mal kurz seinen
ureigenen Stil.
Diese CD erinnert wieder an frühe Werke und verliert
dennoch nicht den Anschluss an heutiges" Hörverlangen".
Natürlich sind Lieder immer Geschmackssache.
Da hier bei Amazon die meisten CDs angespielt werden können,
wird eine vollständige Überraschung weitgehend ausgeschlossen.
Ich finde die "Outsider" toll !!!
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am 28. Juni 2014
Wenn zwei Hard- Rock-Legenden am gleichen Tag ihre Alben veröffentlichen, kann man als geneigter Fan dieser Musikrichtung im Prinzip von einem perfekten Tag reden und das Bier schon kalt stellen. Leider hat das in diesem Jahr nicht so ganz geklappt, denn NAZARETH haben mit ihrem “Rock ‘n’ Roll Telephone” alles andere als eine Sternstunde abgeliefert. So kann man nur hoffen, dass wenigstens URIAH HEEP mit “Outsider” etwas vorzeigbares abliefern.

Anders als ihre schottischen Kollegen, scheinen URIAH HEEP aber ihren x-ten Frühling auszukosten und werden dabei anscheinend stetig motivierter und kreativer. Die Formkurve fing mit den Neueinspielungen für das Jubiläumsalbum “Celebration” wieder an nach oben zu zeigen. “Into The Wild” aus dem Jahr 2011 setzte die positive Entwicklung eindrucksvoll fort, die nun in “Outsider” kulminiert. Songs wie der mit flotter Doublebass ausgestattete Titeltrack, “Can’t Take That Away” oder “Looking At You” zeigen, dass harter Rock auch nach über vierzig Jahren noch mit Esprit und Spielfreude vorgetragen werden kann. URIAH HEEP wirken auf ihrem 24. Studioalbum so, als würde die Band gerade ihre zweite Platte veröffentlichen. Es sind aber nicht nur die Uptempo-Songs, die den Reiz von “Outsider” ausmachen. “Jessie” weiß ebenso zu fesseln, wie das schwere “The Law” oder das eröffnende “Speed Of Sound”. Jedes auf unterschiedliche Art und Weise, denn die Band um das einzige Originalmitglied Mick Box hat sich Abwechslung erneut ganz groß auf die Fahne geschrieben und nebenbei noch Ohrwürmer en masse produziert. Die Leistung von Sänger Bernie Shaw kann man an dieser Stelle gar nicht genug loben. Dem Mann hört man das Alter zu keiner Sekunde an, und er versteht es immer wieder den Hörer mit seiner angenehmen, charismatischen Stimme für sich einzunehmen. Auch das einzig verbliebene Gründungsmitglied Mick Box (Gitarre) und Phil Lanzon (Hammond) spielen auf wie Mittzwanziger und können sich auf dem Fundament, das Drums und Bass legen vergnügt austoben. Den Hard Rock erfinden URIAH HEEP natürlich nicht neu, aber man kann zu jeder Sekunde hören, welche Band hier gerade aufspielt, und das diese Band zu einhundert Prozent hinter dem steht, was sie da macht. Die Briten zeigen eindrucksvoll, dass sie nicht nur ein weiteres Album abliefern wollen/müssen. Hier präsentiert sich eine hochmotivierte Band, die in dem Bewusstsein Auftritt mit “Outsider” eines der besten Alben ihrer Karriere abgeliefert zu haben, agiert.

URIAH HEEP legen mit einer Leichtigkeit vor, dass sich die Konkurrenz in diesem Jahr ganz schön strecken muss, um das Niveau von “Outsider” zu erreichen. Diese Melange aus perfektem Songwriting und ‘fühlbarer’ Spielfreude wirkt viel zu frisch, um als Altherrenrock durch gewunken zu werden. So entstehen zeitlose Rockalben. Ich bin gespannt wie sich die Band auf der kommenden Tour präsentiert. “Outsider” jedenfalls gehört in jede Hard-Rock-Sammlung.

4 Sterne (8/10 Punkte)
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am 21. Juni 2014
Uriah Heeps 24. Studioalbum verzeichnet einen Personalwechsel gegenüber dem Vorgänger "Into The Wild" (2011). Für den kürzlich verstorbenen Trevor Bolder zupft nun Dave Rimmer (ex-Zodiac Mindwarp) an den vier dicken Saiten. Sonst hat sich eigentlich nichts geändert. Die Markenzeichen sind geblieben: dominante Orgel, Chorgesänge, Micks Wah-Wah-Gitarre. Seit Drummer Russel Gilbrooks Einstieg ist auch wieder ordentlich Power vorhanden - nichts gegen Lee Kerslake, aber das junge Blut scheint die alten Recken zu beflügeln.

Der Einstieg "Speed of Sound" kann gleich überzeugen, auch wenn er nicht gerade die Schallmauer durchbricht. Der Midtempo-Stampfer "One Minute" besticht durch seine Eingängigkeit, ohne sich zu sehr anzubiedern. Der Höhepunkt der Scheibe kommt schon jetzt: "The Law" hat Progressive-Elemente in Tempowechseln, fetten Chören, und natürlich einem typischen Wah-Wah-Solo. So nahe an den Siebzigern waren Heep, ja, seit den Siebzigern nicht mehr.

"Is Anybody Gonna Help Me?" hat auch Tempowechsel. Es stampft, treibt vorwärts (Russell und Davey sind die Antreiber), hält inne. "Looking at You" rockt flott vorwärts mit einem schönen Mitsing-Refrain. Auf so ziemlich jedem Heep-Album befindet sich eine Variante von "Easy Livin'". Hier heißt sie "Can't Take That Away". Der bombastische Abschluß "Say Goodbye" bietet wieder hymnischen Chorgesang. Der Rest liegt ebenfalls über dem Durschschnitt, es gibt keinen Ausfall.

Nach dem qualitativ etwas durchhängenden "Into The Wild" ist "Outsider" wieder ein richtig tolles Uriah-Heep-Album geworden, mindestens auf einer Stufe mit "Wake The Sleeper". Aber eigentlich haben sie seit "Sea of Light" (1995) keine schlechte Platte mehr veröffentlicht (wenn man von den Neueinspielungen alter Klassiker absieht, obwohl man die nicht wirklich als "schlecht" bezeichnen kann). Hut ab vor soviel Standvermögen! Aber, wie sie schon 1976 selbst erkannten: You can't keep a good band down. Da der ganz große Übersong fehlt (obwohl "The Law" nahe dran ist), gibt's für "Outsider" leider nur - aber dafür fette - vier Sterne.
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