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Kundenrezensionen

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am 15. Juli 2014
Die üblichen Dissonanzen und Moll- und maj 7 Akkorde führen durch ein mit 18 Liedern prall gefülltes Release, dass einmal mehr beweist, dass Morrissey - stets um sich selbst kreisend- nach wie vor in der Lage ist richtig gute Musik zu machen. Es gibt, wie auch auf seinen Vorgängern, einige sperrige Songs, die man beim ersten Hören gerne überspringen darf (z.B. "Neal Cassady" oder das epische "I'm not a man"). Manchmal ertappt man ihn bei eigenen Plagiaten, doch wer kann es dem Mann übel nehmen, dass "One of your own" zumindest stellenweise nach "Hold on to your friends" klingt? Richtig ins Ohr gehend und absolut singletauglich ist die Zugabe "Art hounds", ein entfernter "Cousin" -wenn man den Verwandtschaftsgrad zu anderen Morrissey Songs weiter bemühen will- von "Something is squeezing my skull", nur wesentlich geschmeidiger und harmonischer. Ist es ein Zufall, dass die für meine Ohren besten Stücke am Ende der Deluxe Edition serviert werden? "Julie in the weeds" ist ziemlich dicht am perfekten Popsong dran, genauso wie "Forgive someone", wunderschöne, mit Strings und Harmonica garnierte Stücke, die auch gerne in in die Wiederholungsschleife geholt werden. Insgesamt eine wirklich schöne und gelungene Produktion, bei der man nicht, wie es leider viele Morrissey Anhänger tun rückwärts, sondern klar nach vorne schauen sollte.
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am 11. Juli 2014
Seit "Your Arsenal" lässt Morrissey jeder symphonisch/melodiös/skurrilen Platte eine folgen, die er mit dem füllt, was er für seine Version von Progrock und/oder Gitarrenwänden hält. So hat man "Vauxhall & I", "Maladjusted" und "Ringleaders of the Tormentors" in der ersten, das erwähnte "Your Arsenal", "Southpaw Grammar" und "Years of Refusal" in der zweiten Schublade. Lediglich die lose Ansammlung von Comeback-Hymnen aus dem Jahr 2004 - "You are the Quarry" - fällt etwas aus dieser Liste heraus.

"World Peace" ist dagegen wieder klar eine der verspielteren - und mir damit lieberen - Platten. Der etwas matschige und käsige Sound der "Years of Refusal" war eine Sackgasse, endlich gibt es wieder liebevoll ausgearbeitete Melodien mit allerlei zuckersüßem Gebimmel und Gebammel im Hintergrund, mit Toncollagen und Spielereien. Das macht endlich auch wieder unter Kopfhörern Spaß.

Müsste ich ich auf das bestehende Werk zurückgreifen, würde ich "World Peace" mit folgender Rezeptur beschrieben:

40 Prozent Vauxhall, 30 Prozent You are the Quarry, 20 Prozent Ringleader, 10 Prozent Years of Refusal, 5 Prozent Kill Uncle, 5 Prozent Bona Drag

Was die Botschaften betrifft: Hier ist bei Steven Patrick wohl endgültig der Zug abgefahren und er endgültig zum Chef im Club der alternden Exzentriker ernannt worden. Es reicht nicht mehr aus, den Tierschutz zu propagieren, jetzt wird offen der Tod des Stierkämpfers bejubelt, verpackt in einen Zuckerguss dadaistischer Wortspielereien unter Verwendung spanischer Städtenamen.

Auch die sogenannte Demokratie kriegt ihr Fett weg. Denn wer wählen geht, macht sich äußerst schuldig an der Fortdauer allen politischen Dilemmas. Meint Morrissey. Singt sich also mal wieder um Kopf und Kragen, kein besserer Elefant im Porzellanladen als er.

Die zunehmende Altersverbitterung zeichnete sich ja schon mit mit der "Autobiografie" ab, jenem in Buchform gebrachten Gerichtsprotokoll mit freundlichen Grüßen in Richtung Mike Joyce. Das wird jetzt nicht mehr besser. Morrissey bleibt der schrullige Sonderling und perfektioniert dieses Image - wie es nur ein Brite kann.

Aber: Dafür, dass ich nach sechs veröffentlichungsfreien Jahren eine Ansammlung lieblos zusammengestellter und nur schlecht maskierter Songfragmente erwartet hatte (um die Kriegskasse zu füllen), muss ich mir in Größenordnungen Asche aufs Haupt streuen. "World Peace" hat die große, arrogante Geste des "Ich-muss-nichts-mehr-beweisen" und trotzdem oder gerade dadurch die unverkrampfte Klasse eines Geniestreichs.
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am 13. September 2014
Ein Hardcore-Fan von Morrissey bin ich sicherlich nicht, viele seiner Lieder finde ich sogar ein bisschen langweilig, ihn als Menschen und Künstler hingegen ziemlich interessant und Lieder wie "You have killed me", "Let me kiss you", "Alma matters" oder "Interlude" sogar absolut verehrenswert. Ein wirklich innovatives Werk habe ich von Morrissey nicht erwartet, schließlich hat sich sein Sound im Laufe der 25jährigen Solokarriere doch nur geringfügig geändert. Mal war ein Album melodischer (Vauxhall and I), mal einen Tick rockiger (Years of Refusal), aber insgesamt ist das Gesamtwerk doch ziemlich homogen.

Und so bleibt sich Morrissey auch auf "World Peace is none of your business" treu. Der Titelsong überzeugt durch den Mix von süßlicher Musik und ziemlich wütendem Text. "I'm not a man" ist meiner Meinung nach das Highlight des Albums, er vertont seine Ansichten hier sehr überzeugend und vor allem mit einer fantastischen Melodie. Die 6 Minuten vergehen ziemlich schnell, kein Ton ist überflüssig. "Istanbul" war wohl Morrisseys erste Wahl für eine Vorab-Single, den Song finde ich eher durchschnittlich, ebenso wie "Earth is the loneliest planet". Ab und an kommen Flamencoklänge durch, die wohl Gustavo Manzur beigesteuert hat. Das hat inmitten des typischen Morrissey-Rocksounds schon eine sehr erfrischende Wirkung.

So richtig erfrischend sind dann die Lieder "Staircase at the University" und "Kiss me a lot", meiner Meinung nach die Lieder mit dem größten Hit-Potenzial auf dem Album. (Und einen richtigen Hit hätte Morrissey langsam auch mal wieder verdient!) Etwas ruhiger wird es zum Ende hin, auf "Smiler with Knife" leider sogar ein bisschen langweilig, mit "Oboe Concerto" aber nochmal wirklich schön, tatsächlich legt sich hier sogar ein Oboensolo auf die Rockband.

Dass Morrissey seine eigenen Vorstellung davon hat, wie dieses Album promotet werden soll (Videoclips, Werbespots etc.) kann man ihm nicht verübeln. Dass Harvest Records seinen Wünschen nicht entsprechen wollte, obwohl Morrissey durchaus eine kleine Geldquelle sein könnte, spricht wohl für die strauchelnde Plattenindustrie, unter der wirklich selbstbestimmte Künstler wohl am meisten leiden dürften.
Das Album jedenfalls verdient es, angehört und auch gekauft zu werden. Es ist keine Offenbarung, keine Neuerfindung des Rades, aber ein richtig gutes Morrissey-Album.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Juli 2014
Morrissey gehört seit jeher zu den Musikern, bei denen die Nebengeräusche (hier: von seiner Entourage aus Management und dem offiziellen Verlautbarungsorgan True To You lanciert), fast genauso spannend sind wie der eigene Werkskatalog. Angefangen bei den stets bissigen Liebesadressen an die heimatliche Monarchie, seinem unermüdlichen und dennoch manchmal ermüdenden Zorn gegenüber Fleischfressern, Pelzträgern und Freunden der Treibjagd bis hin zum Twitterfake – der Mann weiß, wie man die Öffentlichkeit füttert und was man ihr am besten zum Frass vorwirft, damit sie ihn, je nach Gusto, weiterhin leidenschaftlich lieben oder hassen kann. Trotzdem ist all das in den letzten Monaten etwas in der Hintergrund geraten, kamen doch mit den Konzertabsagen die ärztlichen Bulletins in so kurzer Folge, dass man sich unweigerlich Sorgen zu machen begann, ob und wie es denn mit dem Mozzer künftig weitergehen wird.

Insofern ist dieses neue Album mit dem wunderbar lakonischen Titel zunächst einmal eine gute Nachricht. Doch auch wenn man versucht ist, es der Begleitumstände wegen gleich wieder in den Himmel zu loben – die Klasse der Vorgänger hat es zumindest nicht übertroffen. Nicht den Biss von „You Are The Quarry“ und „Years Of Refusal“, nicht die Grandezza von Viscontis „Ringleader Of The Tormentors“, vom Frühwerk ganz zu schweigen. Vom Gewohnten ist auch auf „World Peace …“ zur Genüge zu finden – die epischen, herzzerreißenden Klagegesänge mit verschiedensten Widmungen: Der Spott über das folgsame, politische Stimmvieh im Titelsong, die Beatnik-Parabel „Neal Cassady Drops Dead“, das fernöstlich angehauchte „Istanbul“ oder des Meisters todtrauriger Beitrag zur Gender-Debatte „Earth Is The Loneliest Planet“ – alles mit viel Leidenschaft und Sarkasmus in Versalienformat. Das grimmig überspitzte, lyrisch weniger anspruchsvolle Stierkämpferliedchen "The Bullfighter Dies“ darf man dabei ruhig außen vor lassen.

Einen Morrissey in Hochform dagegen gibt es immer dann, wenn es persönlich wird. Die knapp achtminütige Generalabrechnung mit dem handelsüblichen Männlichkeitsideal, Klischee-Bashing mit crispy Gitarrensound, Finalgeschrei und trotzigem Eigenlob („I'm something much bigger and better than a man”/I’m Not A Man) gerät ebenso furios wie die zauberhaften Liebesballaden “Kiss Me A Lot”, “Smiler With A Knife” und “Mountjoy”, Flamencogitarren, Kastagnetten, Streicherteppiche, ein tiefer Griff ins Sentiment, keiner kann das so überzeugend und glaubhaft wie Morrissey selbst. Auch bei den Bonustiteln liegen Licht und Schatten eng beieinander – “Scandinavia” übertritt mit schauriger Bildgewalt zuweilen die Grenze des guten Geschmacks, “Art Hounds” dagegen persifliert auf unnachahmlich böse, also gelungene Art und Weise, den hippen Kunstbetrieb, beide Stücke sind schon älter und werden hier der Vollständigkeit wegen noch einmal nachgereicht. Fazit: Gute Platte – mehr muss auch nicht. mapambulo:blog
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am 9. September 2014
Morrissey begleitet mich jetzt schon seit 1986 durch mein Leben. Unzählige Male habe ich ihn live bewundernn dürfen. Jede Platte wurde sofort gekauft und zelebriert. Was Morrissey jedoch mit seiner letzten CD abgeliefert hat, enttäuscht auf ganzer Linie. Zuerst dachte ich, ich müsste sie einfach mehrfach hören.Also ab ins Auto und bei jeder Fahrt durchgehört. Aber ganz ehrlich, nach dem 5ten Mal ging mir die Platte -sorry Moz- einfach nur auf die Nerven. Kein einziges Lied, das nur etwas einprägsam wäre. Alles langweiliger Einheitsbrei. Die CD ist inzwischen in meinem Regal verschwunden. Schade!
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am 19. Juli 2015
Die Stimme so klar wie am ersten Tag ,, The Smiths,, nur das dieses Album einen gereiften, sehr guten Künstler wiederspiegelt.
Bekannt für seine provokanten Texte für mich doppelt sympatisch.

Sehr gelungenes Album, in der deluxe Version mit DVD -- allerdings nur ein Song.
Mein Favorit ,, Trete die Braut vom Altar- sie will nicht dich sie will nur........ dieser Text wäre bei uns ein Skandal, aber wäre bei unseren deutschen wischi waschi psydo Küstlern auch nicht zu erwarten

Leider nur 5 Sterne
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am 11. Juli 2014
Die letzten 17 Jahre (noch akzeptabel auf "Maladjusted", geglückt auf "You are the quarry", durchwachsen aber dennoch unterm Strich prima auf "Ringleader..." bis zum ebenso durchwachsenen aber leider unterm Strich reichlich verlärmten "Years of Refusal") legte sich der Mozzer eine dezente Rockattitüde zu, welche sich in doch arg lauten Gitarrenwänden, leider fähig, so manchen Song zu ersticken, niederschlug. Und nun... sind sie weg. Und die Songs haben jetzt wieder eine Chance, ihre wunderbare Substanz zu offenbaren. Ein wirklich feiner Sound auf dem neuen Album. Bläser und Streicher dort, wo vorher die dezibelstarken E-Gitarren lärmten. Verspielte Klänge, viele Details, mitreissende Rythmen und darüber eine Stimme, welche immer noch über jeden Zweifel erhaben ist.

Im Grunde finde ich hier nur 3 schwächere Songs ("The bullfighter dies", "Forgive someone" - welch gruselige Keybordstreicher! - und "Mountjoy" - ehrlich, dieses ewiglahme rhytmische Konzertgitarrenriff ohne jegliche Aussreisser hätte er sich früher nie erlaubt, man denke nur an das fantastische "Seasick, yet still docked"), einige gehen etwas unspektakulär los, steigern sich aber dann grandios und gehen somit mit den restlichen Songs in ihrer puren Grossartigkeit einher.

Mit diesem Album tut sich Stephen Patrick auch hinsichtlich der für 2015 angekündigten Worldtour einen grossen Gefallen, denn nun 55-jährig hat er wieder eine grössere Auswahl an eleganteren Songs. Und ist wohl wieder eher in der Lage nach einigen Jahren des schweren Rockens und den letztendlichen gesundheitlichen Ausfällen eine solche Tour auch durchzustehen.

Textlich ist er vielleicht nun etwas direkter greifbar bzw. weniger auf poetische Art bissig. Dies und der Umstand, dass Klassikeralben wie "Vauxhall and I"oder vor allem "Your Arsenal" die Messlatte sehr hoch legten, begründen hier meine Vergabe von "nur" 4 Sternen.

Ein absolut relevanter Künstler, charmant, konsequent, reflektierend und zum Glück mit eigener Meinung! Er hat nicht umsonst so viele Symphatisanten. Und diese gehören meist nicht zum schlechtesten Schlag Menschen ;-)
44 Kommentare|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Juli 2014
ich bin seit langem morrissey-fan und ich bin mir bewusst, dass mir meine rezension viele negativen kommentare von jenen hardcore-fans bringen wird, die jedes neue morrissey-album mit dem slogan "he's back, endlich!" quittieren, ganz egal, von welcher qualität die platte ist.
"world peace is none of your business" kann tatsächlich nicht einmal als schlecht gesehen werden, das album ist schlicht nichts. da bleibt auch nach oftmaligem hören nichts im ohr, da ist keine melodie, da ist kein refrain, den man sich merken würde, da ist in wahrheit nur gähnende leere.
die musik ist langweilig, vorhersehbar, niemals überraschend, tatsächlich ganz und gar uninspiriert.
die texte sind flach, nichtssagend, häufig peinlich.
absoluter tiefpunkt "gaga in malaga/no mercy in murcia/mental in valencia..."
oder "wolf down, wolf down/t-bone steak/wolf down..." in "i'm not a man".
die bonus-cd mit weiteren 6 songs ist ebenso mies und absolut unnötig.
morrissey hat schlicht nichts mehr zu sagen und wenn, dann sagt er es verkrampft und uninspiriert. er hat jegliches gespür für melodien, refrains et cetera verloren, singt einfach so dahin, ohne leichtigkeit, da fließt nichts mehr.
fazit: dieses album ist schlicht nichts.
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am 11. Juli 2014
Ich hab das Album in der Deluxe-Version (6 Bonus­songs) jetzt mehrfach angehört und werde einfach nicht warm damit. Was mich selbst überrascht, denn bislang konnte ich jedem Morrissey-Album wenigs­tens irgendwas abgewinnen.

Im Frühjahr 1990 hab ich mir Viva Hate auf Kassette gekauft. Eigent­lich sollte es einen LP werden, aber die war gerade nicht vorrätig. Ich hatte gerade erst über irgend­welche Kanäle erfahren, daß es überhaupt ein Soloalbum von Morrissey gibt. Durch den eisernen Vorhang sickerten Infor­ma­tionen dieser Art nur spärlich und von meinen geliebten The Smiths hatte ich derzeit nur die polni­sche Tonpress-Pressung des Debüt­al­bums als echten Tonträger sowie alle anderen Alben auf überspielten Kassetten von Freunden.

The Smiths hatten immer eine beson­dere Bedeu­tung für mich. Tolle Popsongs (damals nannten wir das Indepen­dent, hatten aber keine Ahnung, daß der Begriff genau­ge­nommen keine Musik­rich­tung, sondern eher eine Vertriebsart kennzeichnet) in Verbin­dung mit großar­tigen Texten (von denen ich damals wenig verstand, aber fühlte, das sie gut sein mussten!).

Womit wir beim ersten Kritik­punkt von World Peace… wären: Die Texte. Sie sind stellen­weise recht flach geraten, lassen Romance und Teenage Angst - zwei bestim­mende Themen der alten Tage - schmerz­lich vermissen, sind keine bissige Anklage gegen Gott und die Welt mehr. Statt­dessen scheint es, als habe Meister Morrissey sein Wörter­buch gezückt und dort ein paar billige Reime abgeschrieben: "Mad in Madrid, ill in Seville, lonely in Barce­lona. Then, someone tells you and you cheer… Hooray!, hooray!, The bullfighter dies! And nobody cries… Nobody cries, because we all want the bull to survive. Gaga in Málaga, no mercy in Murcia, mental in Valencia…" (aus "The Bullfighter Dies"). Wenn Morrissey "Forgive Someone" singt, ist das so, als würde Hannibal Lecter vegeta­ri­sche Lasagne zu seinem Lieblings­ge­richt erklären. Oder auch "Kiss Me Alot", der Song, der eben diese drei Worte mantra­haft bis zum Erbre­chen wiederholt.

Zweiter Kritik­punkt sind die größten­teils völlig uninspi­rierten und uninspi­rie­renden Songs, die es in früheren, besseren Tagen nicht mal zur B-Seite geschafft hätten. Es gibt kaum etwas, das hängen­bleibt, nichts das sich einprägt. Die hohe Kunst des Schrei­bens eines guten Songs sucht man auf diesem Album leider weitest­ge­hend vergeb­lich. Wie sagte Rossini doch einst über Richard Wagner: "Wagner hat wunder­volle Momente, aber schlechte Viertel­stunden in seiner Musik.” Und genauso fühle ich über dieses Album.

Letzter Punkt: Die Produk­tion. Die ganze Platte klingt sehr flach und unpro­fes­sio­nell gemischt und gemas­tert. Die Instru­mente klingen durch­gängig so, als kämen sie komplett aus dem Computer. Vielleicht kommen sie sogar daher, wer weiß.

World Peace… ist alles andere als ein Glanz­punkt in Morris­seys Schaffen. Es liegt irgendwo im unteren Mittel­feld, ziemlich in der Nähe von Kill Uncle. Es ist schön, seine Stimme mal wieder zu hören, auch wenn er nichts neues zu sagen hat.

Ich jeden­falls bin enttäuscht, gebe die Hoffnung auf bessere Zeiten und substan­ti­el­lere Alben aber nicht auf.

(blog: [...])
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am 18. Juli 2014
Ich gehöre wahrscheinlich zu den Fans, denen so manch Pseudokritiker hier nachsagt, sie würden eh alles gut finden, was Morrissey macht.
Nun kann man das oberflächlich verteufeln oder einfach akzeptieren, dass es Menschen gibt, die sich mit Mozzer und seinen Texten sehr gut identifizieren können. Zumeist kommt das mit der Musik dann von ganz alleine.

Das letzte Werk, mit seiner Rocker-Attitüde, hat mir u.a. auch deswegen gefallen, weil er, entgegen jeglicher Musikströmung, wieder einmal sein eigenes Ding durchgezogen hat.

Allerdings bin ich auch sehr erfreut, dass nun die ruhigeren Stücke mit der Melancholie und dem Weltschmerz zurück gekommen sind. Der Titeltrack und "Earth is the ... " sind da ein gutes Beispiel.
Skeptisch war ich etwas, als ich vom Einsatz diverser südländischer Spielarten, wie Flamenco, hörte. Aber selbst das ist ihm sehr gut gelungen. Diese Parts werden immer nur vereinzelt und recht kurz eingespielt und tragen eher zur Bereicherung der Songs bei. Für die teils stark verzerrten Gitarrenparts gilt selbiges.

Diese Art Popsongs brauchen keinen Mitgröl-Refrain, sondern die über allem schwebende Stimme, die wieder eine grandiose Leichtigkeit versprüht.
Nach eigenen Aussagen wollte er diesmal verhindern, das die Musik zu sehr von seinen Texten ablenkt (weshalb er in den Spoken-Words-Sessions diese noch einmal in aller Deutlichkeit rezitiert).
Ich finde das Ergebnis sehr gelungen.

Einziger Kritikpunkt:
Morrissey gehört auf Vinyl! Er sieht das offensichtlich nicht ganz so eng, weshalb er die CD in Form einer Deluxe-Version mit Zusatztracks bevorzugt. Schade.
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