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am 4. Mai 2016
Erstaunlich wie viele Rezensionen hier schon über "Snowpiercer" gemacht wurden, und vor Allem so kontrovers! Ein Freund hat den Film auch gesehen und fand ihn im Vergleich zum DVD-Cover und der Text-Beschreibung sehr enttäuschend. Aber die Wirkung des Films hängt eben von der persönlichen Erwartungshaltung und Wahrnehmungsebene des jeweiligen Zuschauers ab.

Für mich persönlich ist "Snowpiercer" tatsächlich kleines Meisterwerk. Um an dieser Stelle nicht Wiederholungen von bisherigen Rezensionen folgen zu lassen, möchte ich einen vielleicht neuen, ergänzenden Gedanken in den "Ring" werfen, der aber gleichzeitig auch spoilert: Wie man am Ende des Films erfährt, kooperierte Gilliam (gespielt von John Hurt) vom hinteren Teil des Zugs in "gewisser Weise" jahrelang mit Wilford (dem Herrscher über Leben und Tod). Mir sind hier Parallelen zu den Ghettos im 3. Reich in den Sinn gekommen. Hier hatten die Nazis jeweils jüdische Kontaktpersonen (sogenannte Judenräte) auserkoren, um eine bessere Kontrolle über die Ghettos und deren Bewohner zu haben. Denen oblag sozusagen die interne Organisation dieser Gruppen, d.h. Nahrungszuteilung, Schlaf-/Wohnplätze, Arbeitseinteilung, Regelung von Streitigkeiten, etc. - um das "System" bestmöglich am Laufen zu halten. Gleichzeitig sollten die Judenräte das Gefühl haben, Einfluss auf die Geschehnisse und Entscheidungen der "Obrigkeit" (im Film Wilford) zu haben - jedoch eigentlich mit dem Wissen - das ihr Schicksal unausweichlich sein würde - und höchstens etwas Zeit gewonnen wird.

Interpretationsspielraum bietet der Film en masse, aber das macht "Snowpiercer" eben auch so faszinierend; für den der sich darauf einlässt!
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am 6. Juni 2016
Ab und an passiert es. Immer seltener in letzter Zeit. Aber es passiert. Es rauscht ein Film um die Ecke, der einen mit einer relativ klaren Erwartungshaltung ins Rennen schickt, dann aber peu a peu seine ganz eigene Identität entwickelt. Der sich aus den vermeintlich vorgegebenen Genre Grenzen befreit, visuell berauscht und mit jeder weiteren Filmminute beweist, wieviel Intelligenz und Kreativität in ihm stecken. Magie! Heuzutage ist man – außerhalb des teils bräsigen Arthouse-Genres – darauf gefasst, die ewig gleichen Schablonen in diversen Filmen zu verfolgen. Wirkliche Überraschungsmomente sind im Kino der heutigen Zeit rar gesät. Das Erzählen von Geschichten, die nicht immer dem gleichen roten Faden folgen wollen, hat man weitesgehend dem TV (Netflix usw.) überlassen. Das Kino als Geschichtenerzähler hat sich ergeben. Kinofilme von heute wollen vor allem Events sein (Star Wars) und/oder ihre Marketing-relevantes Zielgruppenpublikum mit den immer gleichen Geschichten und Darstellern unterhalten. Bitte keine Experimente oder Überraschungen. Das gefährdet den Profit.
Diese Erfahrung musste auch Snowpiercer machen, der an den Kinokassen gnadenlos gefloppt ist. Die Gründe liegen auf der Hand: Wähnt man sich anfangs noch in einer klassischen Action-Dystopie wie sie gerade en vogue sind (bspw. Panem, Mad Max) entwickelt SP zunehmend eine eigene Handschrift, eine eigene Bildsprache und setzt durch seine humoristischen Einschübe immer wieder Kontrapunkte zu den starren Erwartungshaltungen einiger Zuschauer. Der Humor eines Terry Gilliam blitzt ebenso oft auf, wie die zunehmende Weigerung des Filmemachers sich an die genreüblichen Konventionen zu halten. Nicht falsch verstehen: SP bietet Action, ist reichlich brutal und punktet mit einer gut durchdachten Klassenkampf-Story die den ein oder anderen Twist bietet. SP bietet aber noch viel mehr und wohlmöglich scheiden sich hieran die Geister. So ist der Film an einer Stelle gnadenloses Gemetzel (Tunnelszene) um in der nächsten Szene absurdes Theater (Schulszene). Die Macher von SP nutzen alle Möglichkeiten um der Prämisse (Zug mit mehreren Wagen = mehrere Gesellschaftsschichten pro Abteil) gerecht zu werden. Ebenfalls schön: hier und da erlaubt sich SP immer wieder mal launische Einschübe (die Rolle der beiden asiatischen Darsteller), die ebenfalls den Grundton des Films beeinflussen.
Kurzum: SP ist alles. Kurzweiliger Actionfilm, politisches Statement, brutaler Slasher, überzeichnete Groteske. Es mag Filme geben, die ähnliche unterschiedliche Versatzstücke zusammenfügen wollen. Bei SP ist das Ergebnis aber ein Kunstwerk, ein Meisterwerk!
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am 7. April 2014
Mal wieder ein toller Film, der an den Kinokassen leider untergegangen ist.

Snowpiercer ist entweder ein Science-Fiction/Actionfilm mit philosophisch-soziologischer Note, oder eine gesellschaftstheoretische und philosophische Debatte, die in einem Action-Korsett eingebettet ist.

Kann man sich aussuchen.

Worum gehts? (in Stichworten):
- düsteres Endzeit-Zukunftsszenario
- letzte überlebende Menschen in einem unentwegt fahrenden Zug eingesperrt
- Passagiere in Zug getrennt zwischen "Oberschicht" und "Unterschicht"
- Unterschicht will (mal wieder) Revolte anzetteln, um ihre prekäre Lebenssituation zu verbessern

Was sieht man in dem Film? (in Stichworten):
- einen Zug
- einen überzeugenden Chris Evans
- eine grandiose Tilda Swinton
- massenweise Action und Gemetzel (Brutalität hält sich aber in Grenzen)
- ein überraschendes, gutes und nachdenkliches Ende

Was gefällt an dem Film?
- Der Handlungsverlauf
- überraschende, unvorhersehbare Momente
- stimmige Action
- Der intelligente Inhalt
- Chris Evans (mal) als seriöser Darsteller
- Tilda Swinton
- John Hurt

Was kann nicht überzeugen?
- Die teilweise billigen Computer-Effekte
- einige wenige Logikfehler (der kleine Pelzmantel etc.)
- die dunkle Vergangenheit des Helden kommt irgendwie nicht glaubwürig daher.

So, jetzt kommt der Teil mit den SPOILERN, SPOILERN, SPOILERN, ab hier nicht weiterlesen, wer nicht zu viel erfahren will...
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Das eigentlich grandiose an dem Film ist die Philosophie, die dahinter steckt. Es werden dabei zwei verschiedene "Weltanschauungen" gegeneinandergestellt.
Zum einen hat man die "Klassenkampf"-Theorie der Unterschicht bzw. jene des Anführers, gespielt von John Hurt. Dabei geht es darum, dass die Unterschicht von der herrschenden Oberschicht ausgebeutet und unterdrückt wird. Ziel des Kampfes ist es, die soziale Ungerechtigkeit zu überwinden und die Klassen letztlich aufzulösen. Klassischer Marxismus halt. Das ist auch die Position des deutschen Philosophen und Intellektuellen Jürgen Habermas.

Die andere Theorie ist die der "Systemtheorie". Das Leben im Zug (und in der Welt?) ist ein in sich geschlossenes System, welches eine bestimmte Balance aufweist und nur in dieser Balance Bestand hat und funktionieren kann. Es ist eine Theorie, die alles rechtfertigt, was es in diesem System gibt, da es systemerhaltend ist und wirkt. So sind die soziale Ungleichheit, die Gewalt, das Stehlen der Kinder, die Genozide und sogar die Revolten und Aufstände nötig, um das Gleichgewicht im Zug aufrecht zu erhalten. Das ist vergleichbar mit der Position des deutschen Soziologen Niklas Luhmann (†).
Diese Theorie ist wesentlich perfider, da sie sogar die Theorie des Klassenkampfes inkludiert, aber sie insofern pervertiert, indem sie sie für die Aufrechterhaltung der Balance und somit der sozialen Ungleichheit rechtfertigt, und somit umkehrt.

Dies ist auch der Kasus Knaxus im Film.

Als der Hauptdarsteller Curtis (Chris Evans), der für den Klassenkampf und die Klassenüberwindung steht, nämlich am Ende des Films zu dem Erschaffer und Herrscher des Zuges gelangt, um diesen zu beseitigen, erwidert dieser, überzeugend gespielt von Ed Harris, dass er auf Curtis gewartet habe, da Curtis sein Nachfolger werden solle, um die Hierarchie und die Balance innerhalb des Zuges aufrecht zu erhalten.

Wilford (Ed Harris), der Herrscher des Zuges, geht sogar noch einen Schritt weiter. Er behauptet, dass der geistige Mentor von Curtis, von Wilfords Plänen gewusst habe und ständig mit ihm zusammengearbeitet habe und das auch die von ihm angezettelten Revolten nur dafür da gewesen seien, die Population zu reduzieren und das System im Zug stabil zu halten. Auch habe er gewusst, dass Curtis der neue "Führer" des Zuges werden solle.

Bezogen auf die Theorien von Habermas und Luhmann würde das in etwa bedeuten, dass Habermas garnicht die soziale Ungleichheit und das Klassensystem überwinden wollte, sondern mit der Systemtheorie konform geht und den Klassenkampf nur für die Erhaltung des Klassensystems will.
Ganz schön harter Tobak und eine ganz schöne Anschuldigung.

Curtis ist verständlicherweise extrem geschockt durch diese Behauptung, sein ganzes "Weltbild" gerät aus den Fugen und er muss sich entscheiden, ob er der neue "Führer" werden-, oder das gesamte System auslöschen soll.

Ich weiß, das ist meine Interpretation, und vielleicht lehne ich mich dabei ganz schön aus dem Fenster, aber man kann es durchaus so deuten.

Übrigens denke ich, dass die Besetzung von Ed Harris in der Rolle von Wilford eine ganz klare filmische Anspielung auf die "Truman-Show" ist. Dort verkörpert Ed Harris nämlich ebenfalls den Strippenzieher, als "Regisseur".

Ja, warum vergebe ich nur vier Punkte und keine fünf? Der Film ist gut, vielleicht sogar sehr gut, aber die fünf hat er nicht verdient, da er dann doch nicht das Zeug zum Klassiker oder Kultfilm hat. Trotzdem sehr sehenswert!
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am 4. Mai 2016
Der Film hat mich durchgehend gefesselt. Chris Evans transportiert die Emotionen der dargestellten Figur auf seine sehr ruhige "weniger ist mehr"-Weise und hält sich mit viel Mimik und Gestik eher zurück. Gerade das macht umso neugieriger auf die Hintergrundgeschichte der Figur.
Herrlich schrill: Tilda Swinton. Sie scheint sich niemals Sorgen zu machen, ZU verrückt rüber zu kommen. Etwas Zeit hat es gebraucht, mit den beiden asiatischen Hauptdarstellern warm zu werden, die erst gar nicht weiter auffallen. Letztlich bleiben einem die Beiden aber sicherlich am meisten im Gedächtnis, da ihre Darstellung sehr intensiv und ausdrucksstark ist. Auch hier ist gerade die ruhige Art und Weise das, was fasziniert.
Die Verschwörungstheorie, dass künstlich ein vermeintlich notwendiges Gleichgewicht zwischen armen und reichen Bevölkerungsteilen der Erde - hier des Zuges - mittels Töten oder Sterben lassen geschaffen wird, ist nicht neu. Sie hier am Ende als Erklärung für das Warum und Wieso des Grundkonflikts zu liefern, kam einigermaßen überraschend. Ich fand es aber etwas lahm, zumal der die Erklärung liefernde Bösewicht zu glatt daherkam. Ein böserer Bösewicht hätte das vielleicht eher verkaufen können.
Negativ: Viiiiel blutiges Gemetzel. Hätte man auch ohne gar so viel spritzendes Blut und Hackerei sicherlich genauso glaubwürdig hinbekommen können.
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am 6. Mai 2016
Das Setting des Film sehe ich eher nicht als Endzeit-Dystopie, sondern als allegorische Reise der Menschheit durch eine lebensfeindliche Natur in Raum und Zeit. Der Zug stellt die künstliche Umgebung dar, die sich unsere Zivilisation selbst geschaffen hat, mit der sie sich von der Natur abkoppelt und praktisch ein eigenes kleines Universum bildet. Er besitzt kein Ziel, außer ständig unterwegs zu sein.

Aber trotz aller Abkoppelung trägt der Mensch die Regeln der Natur in sich. Es geht weiterhin ums Überleben, der Mensch wird zum Raubtier seiner selbst und unterdrückt seinesgleichen, da einige skrupellose Individuen trotz der begrenzten Resourcen ihrer (Lebens)-Gier nachgehen und zufällige, vorteilhafte Umstände gnadenlos ausnutzen. Es kommt zur Ausbeutung vom Menschen durch den Menschen, wie er z.B. im Kapitalismus in seiner effektivsten Form stattfindet.
Doch der Film geht in seiner Interpretation noch weiter: Durch Ausbeutung der Massen sollen die herbeigeführten Aufstände sogar genutzt werden. Sie sollen als Brutstätte zur Heranbildung einer neuen Unterdrückergeneration dienen und gleichzeitig durch Dezimierung von überflüssigen Mäulern der System-Entlastung dienen. Dies erinnert an den Sozial-Darwinismus. Nur die Brutalsten und Tüchtigsten können sich durchsetzen, um sich ihren Führer-Status zu verdienen. Mit dieser Art von herangezogenen Menschen kann der Unterdrückungsmechanismus fortgeführt werden und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Und in der Tat ist es oft so, daß sich siegreiche Aufrührer und Revolutionäre als schlimmere Despoten entpuppen als ihre Vorgänger.

Doch hier zeigt der Film auch die Schwächen dieses faschistischen Konzepts auf. Es beruht auf der Illusion, dass die freigesetzte Aufruhr-Energie sich begrenzen läßt und sich höchstens gegen die Unterdrücker richtet. Doch es wird deutlich, daß die Not blind um sich schlägt und dass sie sich gegen das ganze künstliche Lebenserhaltungs-System, gegen ihre materiellen Grundlagen richtet und damit die Menschheit als Ganzes gefährdet. Die Zivilisation ist irreparabel geschädigt und die Überlebenden sind wieder den Naturkräften und deren Raubtieren, sprich dem Eisbären, ausgesetzt.

Die kritische Frage ist nun, ob der Film in seiner Kernaussage das Statement gibt, dass man Aufruhr und Ausbeutung als natürlichen Bestandteil der Gesellschaft akzeptieren soll, damit der Zug immer weiter seine Reise fortführen kann, daß es unabänderlich ist, daß mit der Befreiung des Menschen vom Natur-Joch des grausamen Überlebenskamptes er nur das Gefängnis einer ausbeuterischen Zivilisation eintauschen kann, weil er eben seiner eigenen Natur ausgeliefert ist.

Nun der Film zeigt auf, dass eine Zivlllsation, die nicht in der Lage ist, all ihren Individuen Lebensumstände zu bieten, die nicht in Gewalt und Ausbeutung münden, auf Dauer instabil ist und untergehen muss.
Es muss daher das essentielle Interesse ein jeder menschlichen Gesellschaft sein, dass jedem Individuum ein Mindestmaß an Resourcen für ein menschenwürdiges Leben zusteht, wenn sie länger bestehen will. Ansonsten werden alle zu Verlierern.

Nun wie das geschehen soll, dazu macht der Film keine Aussage. Er zeigt nur die Mechanismen auf, die auf den Weg in den Abgrund führen und kritisiert dabei Faschismus und Kapitalismus. Insofern ist der Film sehr pessimistisch, da er vom Menschen fordert, nicht nur die Natur als solche, sondern auch die eigene Natur zu überwinden.
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am 7. Mai 2016
Keine Ahnung, was an dem Film schlecht sein soll. Storyline spannend, einzigartig und mit zunehmender Länge des Filmes immer tiefgründiger. Kameraführung, Regie und schauspielerische Leistungen sowie die dazugehörige Ausstattung (Maske und Kostüme) erstklassig. Es wird sehr viel Wert auf den Eindruck von Momenten gelegt, was alles sehr realistisch wirken lässt (bspw. Angst und Schrecken in den Gesichtern, die in Nahaufnahmen bis ins kleinste Detail vermutlich wieder und wieder gefilmt wurden, bis es zufriedenstellend war).

Ich habe wegen der nur drei Sterne im Durchschnitt lange gewartet mit dem Anschauen. War ein Fehler.

By the way und zum Inhalt selbst:

Wenn man den "Zugführer" auch für verrückt halten mag, beachte man dabei, dass der Zug letztlich nur ein Abbild unserer heutigen Welt ist und er sie genau so aufrechterhalten hat - dann bekommt der Film sehr tiefsinnige, weltkritische Dimensionen..
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TOP 500 REZENSENTam 8. Mai 2014
Der traurige Überrest der Menschheit nach einer immensen Naturkatastrophe oder vergleichbarem Unbill gefangen in einem abstrusen Szenario - in diesem Fall einem Zug, der seit 18 Jahren unendlich die mittlerweile komplett vereiste Erdkugel umrundet. So weit, so abenteuerlich. In den hinteren Waggons darbt die ausgebeutete Unterschicht dahin, während es sich die herrschende Elite in der vorderen Luxusklasse gutgehen lässt. Es folgt der Aufstand, die Auflehnung gegen die unerträglichen Zustände - so weit, so vorhersehbar.

Die Grundidee und die daraus entwickelte Geschichte ist schon vielfach filmisch umgesetzt worden, da fallen einem fast zwingend der "Planet der Affen" ein, "Total Recall" oder die "Twelve Monkeys", um nur einige zu nennen. Regelmäßig wird daraus eine Mischung aus Actionfilm und philosophischer Allegorie, mal mit dem einen, mal mit dem anderen Schwerpunkt. Bei "Snowpiercer" halten sich beide Elemente in etwa die Waage. Auch wenn man sich nicht auf die tiefere Bedeutung des Szenarios einlassen mag, funktioniert "Snowpiercer" als Actionkino ganz ordentlich: die Handlung hat das richtige Tempo, die Schauspieler sind hervorragend (allen voran die großartige Tilda Swinton, aber auch Chris Evans und John Hurt), die Inszenierung ist trotz durchschnittlicher Tricktechnik ansehnlich. Dass bei einem derart konstruierten Szenario Logiklöcher nicht ausbleiben, darüber sollte man sich vorab klar sein. Zu bemängeln wäre, dass die Handlung zu wenig Überraschungen bietet.

Ob die philosophische Komponente über das Wesen der Menschheit und des Daseins nun eher plump oder eher tiefgründig ist, das liegt im Auge des Betrachters. Für diejenigen, die es gar nicht blicken, liefert einer der Protagonisten am Ende noch die mundgerechte Interpretation mittels eingängiger Weisheiten ab ("Der Zug ist die Welt, die Passagiere sind die Menschheit"). Das empfinde ich persönlich als etwas aufgesetzt und eigentlich als Beleidigung des Zuschauers, sofern man ein Hirn zwischen den Ohren als gegeben voraussetzt. Wie dem auch sei, immerhin geht "Snowpiercer" mit seiner ernsthaften und ernstgemeinten Gesellschaftskritik im Anspruch weiter als viele andere Actionfilme.

Insgesamt habe ich mich recht gut unterhalten und ein wenig zum Nachdenken angeregt gefühlt. Letzteres wäre bei einer weniger offensichtlich präsentierten Metaebene wohl intensiver ausgefallen und hätte den Streifen für mein Empfinden interessanter gemacht. Dennoch: sehenswert ist "Snowpiercer" allemal.
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am 15. März 2016
Mir gefällt er sehr gut. Hat Spaß gehabt ihn zu gucken und die Fantasie und Vorstellung mal spielen lassen. Natürlich gibt es viele Kritik Punkte und absolut unrealistische Elemente aber es ist ein Unterhaltungsfilm. Die Bilder zwischendurch sind sehr schön.
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am 14. Juni 2016
ahoi,der film ist der hammer.wie viele ideen es zur seele dieses films gibt ist schon wahnsinn und sollte anspruchsvolle scifi-freunde wie die motte in das licht locken....

ich habe ihn auf prime gesehen und werde in mir doch original kaufen da der film echt mit liebe gemacht ist. da er originell die seele einer jeden mehrklassengesellschaft darstellt,deren tricks, deren geißeln,deren krampfhaftes rechtfertigen aller verfügbaren mittel zur durchsetzung ihrer ideologien und weltanschauungen.pseudomoralisch wie die wirklichkeit...empfehle ich ihn menschen die nicht das schnelle popkornkino suchen...

aber auch ohne diesen gesellschaftskritischen sozio-polit-theater ist der film große klasse,die kleine welt in der er spielt ist schrill bunt,krank,steampunk-endzeit lastig,mit starschauspielern grandios besetzt,spannend,und lässt bis zum schluss platz für persönliche interpretationen...."die gedanken sind frei,keiner kann sie erraten..."
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am 2. April 2015
Kennen Sie den Hasensaal auf der sächsischen „Augustusburg“ , dessen geistiger Urheber Kurfürst August war?
Nun, auch damals ging es schon bei den Wandmalereien um den Aufstand der Hasen gegen die Jäger, der Schwachen gegen die Mächtigen.
Und was geschah, als die Hasen gesiegt hatten?

Doch jetzt zum Film, der in seiner Tiefgründigkeit noch ein ganzes Stück über die damalige, profane Hasengeschichte hinausgeht.

Qualität von Bild, deutsche Synchro und Schauspiel einwandfrei.

Aber das Wesentliche ist die Story und was der eigene Kopf daraus macht.

Oberflächlich ganz geschickt verpackt als düsterer Zukunftsfilm mit typisch amerikanischer Handschrift und ebensolchem Handlungsfaden.
Eine einfache Spartakushandlung: Aufstand der Minderprivilegierten gegen die Oberschicht.

Der Film wird sehr schnell abstoßend brutal.
Drakonische Strafen sollen die Ordnung aufrechterhalten.
Der Aufstand soll mit blutigen Mitteln niedergeschlagen werden.
Spätestens jetzt, wenn sich die Beteiligten mit Beilen und geschliffenen Messern abschlachten, möchte man den Film eigentlich ausschalten.
Doch einen Moment noch…hier wird nur das gezeigt, was die Menschheit in ihrer Vergangenheit und Gegenwart immer wieder genauso macht. Hier wird dem Zuschauer unverblümt gezeigt, wie es aussieht, wenn Menschen auf Schlachtfeldern dahingemetzelt werden. Und wer glaubt denn, daß es auf den Schlachtfeldern der Gegenwart „humanistischer“ zugeht?! Schon mal Nachrichten gesehen? Nur ganz am Rande werden da mal Bilder gezeigt von verwundeten Soldaten aus dem aktuellen Ukraine-Konflikt…mit fehlendem Arm.

Der Zug ist als Schauplatz sehr geschickt gewählt, in dem -und nur in dem- ein Überleben möglich ist.
Und in dem eben nur sehr begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen.

Wo ist der Unterschied zwischen diesem Zug und unserem Erdball?
Gibt es da überhaupt noch einen?
Was, wenn die Population in einem umgrenzten Lebensraum größer wird als das Angebot an notwendigen Gütern, Nahrung, Wasser?

Was geschieht, wenn eine Flucht aus den armen Ländern in die reichen stattfindet?

Nehmen wir dann alle diese Flüchtenden auf und gefährden damit unseren eigenen Wohlstand oder verteidigen wir ihn mit allen Mitteln?
Wie würden Sie das Problem lösen?

Fazit:
Der Film ist nicht schön, das will er aber gar nicht sein.
Er zeigt vielmehr unmaskiert die Gesetzmäßigkeiten unserer Existenz in dem "Zug", mit dem wir durch das Weltall reisen.
Er zeigt uns überdeutlich, wie wir gefangen sind in Kausalitäten und Notwendigkeiten.
Und wer den Film nicht bis zum Ende sieht, wird ihn auch nicht als gut empfinden.

Von der hintergründigen Qualität der Story evtl. vergleichbar mit „Syriana“.
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