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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Schlüssel zum Königreich - Spätestens jetzt in einer eigenen Liga
"No Control, no surprise!" - Das sind die ersten Wörter, die Chester Bennington aus den Boxen brüllt. Mit dem Kontrollverlust mag er teils Recht behalten, aber eine knallharte Überraschung ist der Einstieg in das Album "The Hunting Party" allemal.
Linkin Park ist schwer zu fassen, in keine Schublade zu stecken und schon gar nicht berechenbar. Das zeigt...
Vor 1 Monat von M. Schieder veröffentlicht

versus
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Super CD, aber...
Liegt es an Amazon mp3 oder ist die Aufnahmequalität wirklich so übel? Ich habe seit vielen Jahren keine so schlechte Tonqualität mehr gehabt: Das Schlagzeug klingt pappig, die Gitarre matschig, keine Höhen, keine Bässe...
Vor 1 Monat von Christof veröffentlicht


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36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Schlüssel zum Königreich - Spätestens jetzt in einer eigenen Liga, 20. Juni 2014
Von 
M. Schieder (Weiden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
"No Control, no surprise!" - Das sind die ersten Wörter, die Chester Bennington aus den Boxen brüllt. Mit dem Kontrollverlust mag er teils Recht behalten, aber eine knallharte Überraschung ist der Einstieg in das Album "The Hunting Party" allemal.
Linkin Park ist schwer zu fassen, in keine Schublade zu stecken und schon gar nicht berechenbar. Das zeigt zum Einen ihre bis dato erschienene Discography, zum Anderen der Freigeist der unweigerlich im Spirit der Band allgegenwärtig ist. Mit "The Hunting Party" ist Linkin Park wiedermal ein Geniestreich gelungen, da der rohe Sound und die teilweise brachiale Wut und Brutalität nach den Vorgängeralben "Living Things" und "A thousand suns", sowie dem in die Tonne zu tretendem Remix "Recharged" nicht zu erwarten war. Zwar hatte die erste Auskopplung mit "Guilty all the same" in etwa die Richtung vorgegeben, aber was heißt das schon bei dieser Band?

Wie bereits erwähnt, eröffnet "Keys to the kingdom" mit einem Knall die vor uns liegenden 45 Minuten. Verzerrt, hart, gitarrenlastig, fette Drums, ruhig gehaltene Strophe, Gewaltausbruch im Refrain, Rap-Part, Gitarrensolo. Es ist alles an Bord was einen Linkin Park-Klassiker ausmacht. Absolute Klasse! Und der Zwerg am Ende mit seinem überzeugendem "Kid-Scream" ließ mich dann auch noch laut loslachen. 10/10

"All for Nothing" ist dann der erste Track, bei dem ich persönlich sofort Wasser in den Augen hatte - aus lauter Freude. Mike rappt wie zu seinen besten Zeiten, wieder dicke Riffs, treibende Drums und mit Page Hamilton einen Einkauf für die Platte, der sich richtig auszahlt. Zeitlos und unfassbar gut produziert. Das Gitarrensolo von Brad Delson gegen Ende lässt wiederrum aufhorchen. Der Bursche hat, wie auch der Drummer Rob Bourdon, mal so richtig zugelegt. 10/10

Der folgende Kracher "Guilty all the same" dürfte mittlerweile recht bekannt sein. Ich musste aber anfangs tatsächlich mal in den Credits lesen, ob da nicht Deryck Whibley von Sum 41 seine Finger mit im Spiel hat, wie auch bei vereinzelt anderen Tracks der Platte. Alles in allem ist der Song solide, variantenreich, hart und hat vor allem einen richtig angenehmen Rap-Part von Rakim. Live allerdings bringt Mike Shinoda den Song noch etwas besser auf die Bühne, da sein Flow ein ganz anderer ist. 9,5/10

"The Summoning"/"War" füge ich bewusst zusammen, da das Instrumental die Atmosphäre für "War" wunderbar krank aufbaut. Die Überraschung steht einem dann bei den ersten Riffs von "War" ins Gesicht geschrieben. Punkiger hat man Linkin Park noch nicht gehört. 2:11 Minuten nur auf die Zwölf, und wieder schielt man in die Credits um da irgendeinen Nebenmann auszumachen. Aber das ist eben Linkin Park, unberechenbar, und nur das spielend, auf das sie gerade Bock haben. Auf "The Hunting Party" eben weitaus punkiger als auf jeder anderen Platte. 10/10

Nachdem man vermutet, dass man sich nun etwas zurücklehnen kann und eventuell ein ruhigerer Song nachgelegt wird, zersört "Wastelands" diese Illusion und ballert mit pochenden Drums aus den Boxen. Wieder ein relativ heftig gehaltenes Stück, was wohl mit am ehesten an die Anfänge der Band erinnert. Solide Arbeit! 8/10

Mit einer Position Verspätung kommt dann nun der erste allgemein ruhiger gehaltene Titel "Until it's gone". Elektronischer Anfang, wunderbar emotional gesungene Verse von Chester, perfekte Atmosphäre. Die Bridge ist wieder absolut Linkin Park-typisch, macht Bock auf den Rest der Platte, welche mit "Rebellion" einen Höhepunkt findet. 8/10

Daron Malakian. Alleine dieser Name dürfte für höher schlagende Herzen im Vorfeld der Veröffentlichung verantwortlich gezeichnet haben. Der "System of a Down"-Gitarrist und Mastermind der Band drückt "Rebellion" dermaßen den Stempel auf, dass es eine wahre Freude ist. Typische Riffs, Melodiestränge und eine treibende Härte die einfach nur zum Abrocken einlädt. Mit der Bridge gelingt Linkin Park der wohl härteste Songpart ihrer Bandgeschichte. Ein Riesending! 10/10

"Mark the graves" dürfte dann der Song sein, der das Publikum spaltet. Linkin Park wären nicht LP, wenn sie nicht mindestens ein Experiment auf der Platte hätten. Anfänglich melodischer Aufbau, wird von einem Riffgewitter eingestampft, bis dann irgendwann Chester mit poppiger Gesangseinlage einsteigt, und versucht das Stück in eine Richtung zu steuern, die es leider zu keinem Zeitpunkt der 5 Minuten erreichen wird. Da wurde viel Potenzial verzockt. da der Refrain nicht unbedingt der schlechteste ist. 7/10

Als ich dann Tom Morello (Rage against the machine) gelesen hatte, war ich mehr als gespannt, was uns denn mit dem 10. Track "Drawbar" erwarten würde. Ein wunderbares Instrumental, mit schönen Pianoklängen und verzerrter Gitarre, was allerdings Morello in dem Stück macht, erschließt sich mir nicht ganz. Wieder unheimlich schade, da auch hier noch weitaus mehr herausgeholt hätte werden können. 7/10

"Final Masquerade" schließt fast nahtlos an "Drawbar" an und zählt schon jetzt zu den, für mich, wichtigsten Linkin Park - Songs aller Zeiten. Chester singt hervorragend, der Text ist ein Genuss und der Refrain gehört zu den stärksten der Band.
"The light on the horizon was brighter yesterday / with shadows floating over the scars began to fade / we said it was forever but then it slipped away / standing at the end of final masquerade". Neben "Rebellion" mein persönliches Highlight. 10/10

Der Abschlusstrack "A line in the sand" schließt das Album dann ruhig, instrumental und atmosphärisch ab, in etwa wie "The little things give you away" von "Minutes to midnight" - Denkste! Beginnend darf man das ruhig denken, Mike singt engelsgleich vor sich hin bis heftige Drums und punkige Gitarren einsetzen, die mich nicht zum ersten Mal an Sum 41 erinnern. Mit 6:35 Minuten der längste Track der Platte und der beste Closer seit "Pushing me away". 10/10

Man kann kaum alles auf den Punkt bringen, was "The Hunting Party" ausmacht. Die Band behandelt politische, als auch persönliche Themen, Krieg, Missachtung, mediale Verblödung, Dinge die uns alle betreffen, und das mit einer Wut und einem rohen Soundgerüst, dass man ihnen nach den letzten Alben beim besten Willen kaum noch zugetraut hätte. Chester geht hier und da etwas unter, was dem "dreckigen" Sound aber zu Gute kommt. Produziert wurde die Scheibe allein von Linkin Park selbst, ohne Rauschebart Rick Rubin. Im Umkehrschluss heißt das, dass sie machen konnten was sie wollten. Wer also schreit, das sei nicht mehr Linkin Park (was sich bei nicht wenigen Fans, die seit "Minutes to midnight" dabei sind sicher ergeben dürfte), der muss das revidieren, da dieses Album NUR Linkin Park ist, mit den von ihnen ausgewählten, hochklassigen Gastkünstlern.

Es wird sich zeigen, in welche Richtung sich die Band schlussendlich weiterentwickeln wird, wo der Weg hinführen soll. Voraussagen kann man bei Linkin Park spätestens hier sowieso vergessen. Den Schlüssel zu ihrem Königreich (Keys to the kingdom) haben sie mit der "Hunting Party" jedenfalls in der Hand. Sie müssen letztendlich nur noch aufsperren.
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31 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Weltklasse; "Back to the roots" ist aber was anderes, 19. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Wie jedes LP-Album wurde auch die neue Scheibe sehnsüchtig von den Fans (inkl. mir) erwartet. Mit voller Wucht schlägt sie nun endlich in Boxen der Hörer ein: THE HUNTING PARTY ist da!

„The Hunting Party“ – irgendwie ein komischer Titel, oder? Keine Ahnung wie man ihn am besten übersetzt… „Die Jagd-Party“ oder „Die Jagdgesellschaft“… zutreffen tut jedenfalls beides!

Ich will hier gar nicht drum rumlabern, wie lange ich LP schon kenne und wie ich jedes neu-erschienene Album empfunden hab. Seit „Minutes to Midnight“ sind sowieso keine Vergleiche mehr möglich. Und trotzdem vergleicht man die Platten unbewusst miteinander.
In meiner Rezension möchte ich versuchen, möglichst sachlich zu begründen, warum „The Hunting Party“ (also das Hier und Jetzt) von mir die volle Punktzahl erhält und wie es sich für mich als „alter Fan“ anfühlt, die Songs dieses Albums zu hören.

Schon als der Song „Guilty All the Same“ vor ein paar Monaten veröffentlicht wurde, haben sich die Meinungen der Fans gespalten. Die einen waren begeistert und riefen „Yeah, Back to the roots“, andere sagen „Ach du Sch****, der Sound ist ja schrecklich“. Ich kann es schwer beschreiben. Für mich persönlich trifft weder die eine, noch die andere Aussage zu.
Aber reden wir erstmal über die Songs als solche, bevor es um den philosophischen Kram geht.

Ich habe mit „The Hunting Party“ echt unheimliche Probleme. Luxus-Probleme. Auch nach gefühlten 500 Mal durchhören schaffe ich es nicht, eindeutige Favoriten für mich raus zu picken. Klar, mir gefallen prinzipiell die meisten Lieder von LP sowieso, dennoch stellt sich ja schon immer relativ früh raus, welche Songs einem wirklich am meisten zusagen. Auf der neuesten Platte funktioniert das irgendwie überhaupt nicht, da mich zu 95% alle Songs mit gleicher Stärke mitreißen.
Aggressive Gitarren, scharfe Drums und ausdrucksstarke Vocals – hier ist alles auf höchstem Niveau. LP bedienen den Zuhörer mit einer Mischung aus dreckigem Punkrock, Hardcore, alternative Rock und teilweise sogar Thrash-Metal. Das alles aber ohne dabei zu vergessen, klarzustellen, dass es sich um LP handelt. Denn viele Vertraute Elemente sind vorhanden geblieben, wie z. B. gekonnte Rap-Einlagen, emotionaler Gesang und Geschrei und schlichtweg LP-typisch-melodische Passagen.

Wirklich an alte Tage erinnern tut in meinen Augen aber nur noch der Song „Until it’s gone“. Der Rest klingt einfach frech, erfrischend, emotional und politisch packend und einfach nur dreckig. Letzteres mein ich übrigens im positiven Sinne. Bei mindestens jedem zweiten Song haut Gitarrist Brad Delson ein Solo raus, mit denen er zeigt, dass er nicht nur klassische NuMetal-Powerchords spielen, sondern auch wirklich mit seinem Instrument umgehen mit anderen bekannten weltklasse Gitarristen mithalten kann.

Apropos, auch die Gastauftritte auf „The Hunting Party“ bringen gehörig Dynamik in die Songs. Page Hamilton und Rakim machen in ihren gefeaturten Liedern wirklich einen Klasse Job. Besonders hervorzuheben ist hier aber der Song „Rebellion“ mit Gitarrist Daron Malakian von der Band System of a Down. Jeder der schon mal SOAD gehört hat erkennt hier unmittelbar, dass deren Gitarrist auch wirklich mitspielt. Total kranke Riffs, aber eben ziemlich abgefahren man bekommt einfach nur total Lust darauf, abzurocken! Genial! Einzige kleine Enttäuschung auf der ganzen Platte ist für mich der Song „Drawbar“, zusammen mit Tom Morello, Gitarrist von Rage Against the Machine. Nicht falsch verstehen, anfürsich handelt es sich um einen super chilligen und gewohnt atmosphärischen Instrumentalsong. Wenn ich aber lese, dass Tom Morello da mitmacht, dann muss ich mich einfach fragen, wo? Hier hätte ich wirklich die Rage-typischen Hardcore funkigen Gitarrenriffs und –sounds erwartet; immerhin kennt man Tom Morello auch als den „DJ unter den Gitarristen“. Hier ist aber leider nur ein Hauch von… nichts. Aber cool bleiben. Keine Enttäuschung von LP, sondern nur eine Kleine von Tom Morello, die der Stimmung des ganzen Albums aber keinen Abbruch tut.

Ich möchte hier nicht jeden einzelnen Song beschreiben, da soll sich wirklich jeder sein eigenes Bild machen, denn die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Ich kann nur betonen, dass ich bei „The Hunting Party“ das Gefühl hab, dass LP wie gewohnt einfach nur das machen, worauf sie im Moment Bock haben. Und das ist eben: Rock! Wie gewohnt bleiben die Songs einfach im Ohr und reißen einen einfach mit. Den bekannten, starken Eigenschaften von LP sei dank. Aber wie gesagt, hier soll sich jeder ein eigenes Urteil bilden.

So, nun kurz zu den beiden oben genannten Aussagen:

Mit „Back to the roots“ hat dieses Album für mich nichts (oder zumindest sehr, sehr wenig) zu tun. Das einzige was vielleicht mit den ersten beiden Alben (Hybrid Theory + Meteora) zu vergleichen ist, ist dass LP schlichtweg einfach wieder vermehrt zu „echten“ Instrumenten greifen. Sprich, hier dominieren die Gitarren und die Drums. Die elektronischen Elemente spielen hier „nur noch“ eine begleitende, Würze gebende Rolle. Ansonsten ist bei „The Hunting Party“ alles erwartet unerwartet, also neu für LP. Die Richtung ist eine ganz andere als damals. Früher war es wirklich Nu Metal, gepaart mit Hip Hop und einen Hauch Elektro. Heute ist es Hardcore-Punk, Hardrock, alternativer Metal und Rap, der wirklich an die 80er- und 90er Jahre erinnert. LP haben ihr Ziel also total gut getroffen. Sie wollten mit dieser Platte versuchen, junge Menschen zu inspirieren. Ganz grob dazu animieren, selber Musik zu machen. Eben genau so, wie sie sich selbst vor 20 Jahren gefühlt haben, als sie ihre Lieblingsbands gehört haben.

Und schlechter Sound? Ganz ehrlich, gerade weil dieses Album so roh klingt, bekommt es seinen ganz eigenen Charme. Wer sagt, die Songs oder Sound werden LP nicht gerecht, der täuscht: Wenn auf einem der 6 LP-Alben wirklich LINKIN PARK PUR zu hören ist, dann ist es „The Hunting Party“. Denn bei bisher jedem Vorgänger gab es einen Produzenten, der mit „reingefuscht“ hat. „The Hunting Party“ ist das erste Album von LP, was sie zu 100% selbst produziert haben. Das heißt, wenn jemand sagt „das ist nicht Linkin Park“, dann sage ich „Doch, genau DAS ist Linkin Park – genau so und nicht anders!“ Und was den Sound angeht: Abgemischt wurde es von Andy Wallace, dem Herren der damals schon „Hybrid Theory“ und „Meteora“ gemixt hat. Hier ist also weder ein Anfänger im Spiel, noch wurde hier schlecht gearbeitet. Wie gesagt, der dreckige Sound ist Absicht. Ich weiß, muss nicht jedem gefallen. Mir sagt es aber sehr zu. ;-)

FAZIT:
Für alle die, die mit „A Thousand Suns“, „Living Things“ und „Recharged“ nichts anfangen konnten, bei „The Hunting Party“ könnt ihr wieder ohne Sorgen zugreifen. Hierbei handelt es sich um eine Rockplatte auf höchstem Niveau. Garantiert eine DER Rock-Alben des Jahres oder der nächsten Jahre. Somit auch jedem anderen Fan der Rockmusik, der sich mit LP bisher noch nicht wirklich beschäftigt hat, zu empfehlen.
„Die Jagdgesellschaft“ namens Linkin Park geht also auf die Jagd und sagt dem Mainstream endgültig den Kampf an. Volle 5 Sterne!
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69 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Jagd kann beginnen…, 13. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
THE HUNTING PARTY, so heißt es nun also, das neue Album von Linkin Park. Lange wurde es sehnsüchtig erwartet, vor allem seit die Band es als ein sehr gitarrenlastiges Album angekündigt hatte. Die Vorab-Singles GUILTY ALL THE SAME & das etwas ruhigere, aber mindestens genau so großartige UNTIL IT'S GONE, ließen die Erwartungen der Fans ins unermessliche ansteigen. Als mögliche Rückkehr zu den musikalischen Wurzeln wurde THE HUNTING PARTY zu einem der heißersehntesten Alben der letzten Jahre. Ob die Platte hält, was sie verspricht, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen, in welchen ich mich ein kurzen Bewertung zu den einzelnen Songs äußern werde. Wer nicht so viel Zeit/Lust hat kann den Teil bist „FAZIT“ auslassen. Natürlich ist das Folgende nur meine Meinung, ich bin offen für Kritik & Anmerkungen, freue mich natürlich aber auch über jegliches Lob 

KEYS TO THE KINGDOM 10/10

Das Album wird gleich mit einem Shouting-Part eröffnet, bevor eine massive Riffwand im punkigen Stil den Hörer erwartet. Der Song bringt klaren Gesang, Shouts und Rap mit und lädt sofort dazu ein, im Takt mitzunicken, zu tanzen und zu headbangen. Ja, ihr habt euch nicht verlesen, das kann einem bei Linkin Park noch passieren! Ein sehr aggressiver Song, der aber trotzdem gute Laune bringt. Klasse Opener!

ALL FOR NOTHING 9/10

Ein für Linkin Park sehr untypischer Rocksong. Viel Rap, viel Wucht, sehr viel Punk im Refrain. Nicht, dass einen hier purer Punkrock erwartet, nur haben Linkin Park einige Elemente aus diesem Genre geschickt eingebaut, vor allem im Refrain stechen diese Einflüsse heraus. Ein weiterer toller Song, bis jetzt bin ich sehr angetan 

GUILTY ALL THE SAME 9,5/10

Das soll ich wohl auch nicht ändern, denn GUILTY ALL THE SAME kann einiges. Der Song war ja bereits im Voraus als erste Single veröffentlicht und sollte den meisten Fans wohl bekannt sein. Zu Anfang fand ich das etwas längere Intro etwas lästig, inzwischen stört es mich gar nicht mehr, im Gegenteil, der Song baut sich immer mehr auf und wird zu einem echten Kracher. Der einzige Kritikpunkt ist (für mich) die Tatsache, dass Gesang und Rap nur getrennt auftreten, machte die Kombination doch früher vieles von Linkin Park's Stil aus. Allerdings macht das vielleicht auch den Charme von GUILTY ALL THE SAME aus. Im Wesentlichen ist es ein purer Rock-/Metalsong, das steht der Band mehr als erwartet. Mir gefällt's sehr gut.

WAR 10/10

Das Lied beginnt mit einem ziemlich verstörenden Intro (hier als eigener Track names THE SUMMONING aufgeführt), bestehend aus einer bedrohlichen Geräuschkulisse, wie aus einem Horrorstreifen der 70er. Dann kommt ein Cut und plötzlich hört man sich eine Nummer an, die puren New Yorker Hardcore atmet, kombiniert mit Punkrock der feinsten Art. Chester shoutet sich die Seele aus dem Leib, das Tempo ist hoch, dann einer dieser Mitgrölrefrains, wie man ihn sonst von Agnostic Front & Co. kennt. Wahnsinn!

WASTELANDS 10/10

Auch WASTELANDS ist schon seit einiger Zeit bekannt, wenn auch nicht als Single. Ein sehr harter Track, mit einem ziemlich verschobenen Rhythmus, massig Riffs, aggressivem Rap von Mike, druckvoller Gesang von Chester, sowie einem astreinen Breakdown, wie noch zu HYBRID THEORY-Zeiten. Wirklich klasse, der Song wächst mit der Zeit und der Kontrast aus ruhigem Gesang, Rap und Shouten gefällt immer mehr. Weiter so!

UNTIL IT'S GONE 10/10

Fängt mit einem elektronischen Part an, aber keine Sorge die Party ist noch nicht vorbei. Der Song entwickelt sich zu einer druckvollen Rocknummer. Ruhige Strophen, bevor im Refrain wieder Rock dominiert. Der elektronische Anteil bleibt vorhanden, die Nummer ist recht radiofreundlich, aber dennoch sollte das Lied auch die Fans der ersten Stunde überzeugen, denn der Song ist nicht mit zuletzt sehr elektronischen Songs u vergleichen und macht einfach nur Spaß! Einer meiner Favoriten bis jetzt!

REBELLION 10/10

System Of A Down? Irgendwer? Hat seine Gründe, den S.O.A.D.'s Lead-Gitarrist und oftmals auch Sänger Daron Malakian ist mit von der Partie und dementsprechend ist der Song hörbar von Alben wie MEZMERIZE oder TOXICITY beeinflusst. Der S.O.A.D.-Anteil lässt im Verlauf des Songs etwas nach, es bleibt also trotzdem Linkin Park. Der Refrain gefällt mir besonders gut, aber auch der Rest des Songs ist erstklassig. Die Bridge beinhaltet mal wieder einen Chester mit besonders schlechter Laune, das dürfte allerdingt für besonders gute Laune bei den meisten Hörern sorgen. Schon wieder ein Song der Superlative!

MARK THE GRAVES 8/10

Zunächst ein Intro, welches Spannung aufbaut und noch einen sehr freundlichen Unterton hat. Grade als die Spannung kurz vor'm überkochen ist pausiert das Lied für knapp 2 Sekunden. Was dann kommt ist kaum in Worte zu fassen: Ich habe noch nie einen Song von Linkin Park gehört, der so stark zum moshen und ausrasten einlädt! Grade ist das innere Auge noch beim imaginären Moshpit, als die Strophe erstaunlich ruhig loslegt. Der Song bleibt interessant, aber irgendwie andersartig. Mir persönlich fehlt vielleicht ein wenig der Fluss. Der Song ist weniger als richtiger Song, sondern mehr als längeres Zwischenspiel anzusehen. Dieses jedoch ist sehr gelungen.

FINAL MASQUERADE 9,5/10

Nun ja, anschließend kommt ein Intro in Form von DRAWBAR, welches echt schön ist und aus Pianoklängen besteht, jedoch mit MARK THE GRAVES als Vorgänger ein wenig der wenn man so will „Partystimmung“ nimmt. Der eigentliche Song FINAL MASQUERADE jedoch ist einfach schön zu hören. Eine rockige Halbballade, die einfach Spaß macht. Vielleicht mit VALENTINES DAY von MINUTES TO MIDNIGHT zu vergleichen. Ich hatte das Lied ein einziges Mal im Voraus gehört, ich behielt zunächst nichts davon, als ich es nun ein zweites Mal hörte, hatte ich das Gefühl ich könnte es komplett mitsingen. Gebt dem Lied also mehr als nur einen Durchlauf, es lohnt sich 

A LINE IN THE SAND 9/10

Der Song eröffnet ruhig, man rechnet schon fast mit einem Outro. Gerade als man schon fast die Hoffnung ist einen dynamischen Rocksong verloren hat legen die Jungs nochmal richtig los. Wieder handelt es sich um einen Song, der sich im Verlauf entwickelt. Rap, Shouts und ruhiger, sowie rauer Gesang wechseln sich ab und schließen das Album, anders als noch auf LIVING THINGS, mit einer geballten Ladung Rock ab.

---FAZIT---

Um es einfach zu sagen: THE HUNTING PARTY ist das mit Abstand beste Linkin Park-Album seit METEORA. Ich würde nicht zwingend sagen, dass es „Back To The Roots“ geht, ein Ausdruck, der ja immer lieber verwendet wird. Linkin Park haben sich musikalisch erneut weiterentwickelt. Kein einfaches „Um-Der-Alten-Zeiten-Willen“-Album ist entstanden, viel mehr ist THE HUNTING PARTY ein Hybrid aus METEORA, MINUTES TO MIDNIGHT & HYBRID THEORY, verseht mit klaren neuen Einflüssen aus der Welt des Punks, Hardcores und Thrashmetals. Alle Songs bewegen sich auf einem sehr hohen Level, ich will ja nicht immer 9/10 oder 10/10 Punkten geben, doch wie könnte ich anders ehrlich bleiben? Vor Allem im Vergleich zu den experimentellen, eher durchwachsenen letzten Veröffentlichungen aus dem Haus Linkin Park, findet man hier wieder die Essenz der Band, die nach MINUTES TO MIDNIGHT verloren ging. Ich bin wirklich mehr als überrascht, dass man sowas noch einmal von der Band zu hören kriegt. Für mich ist das bis jetzt sowohl die größte Überraschung, als auch das bisher beste Album 2014. Bleibt zu hoffen, dass Linkin Park uns in dieser Form noch länger erhalten bleiben und möglichst bald auch die örtlichen Stadien mit Shows wie denen bei Rock Im Park & Rock Am Ring beglücken!
9,5/10
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46 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spiegel eines Lebens, 13. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Man kann es nicht mehr hören oder sehen: "Die alten Alben waren besser... bla bla bla." Ich muss dazu sagen, dass ich mir bisher jedes Album unvoreingenommen angehört habe und auch so akzeptiert habe. So empfinde ich es auch bei "The Hunting Party". Es ist ein echter Knaller, allein Chesters Stimme so kraftvoll zu hören, ist der Wahnsinn.
Ich bin mit Linkin Park aufgewachsen, im Alter von 13 Jahren kaufte ich mir, weil ich "Crawling" super toll fand das Album Hybrid Theory. Danach hat mich der Wahn um Linkin Park nie los gelassen und ich besitze jedes Album inklusive Remixes und Livealben. Ich sah es damals mit 13 Jahren als eine Rebellion an mich mit der Musik neu zu definieren, nachdem ich vorher nur son Popkram gehört hab. Es war der Beginn meiner "Rock-Hör-Zeit". Linkin Park haben mich dabei begeleitet und werden es immer tun. Sie haben mich nie enttäuscht. Jedes Album, egal aus welcher Episode, spiegelt ein Stück Bandgeschichte wider, genauso wie es einen Teil meines Lebens wider spiegelt. Ich kann mich Dank vieler Lieder genau an das erinnern, was ich gerade zu der Zeit gemacht habe (mittlerweile bin ich 25). Es spielt keine Rolle, ob härter oder weicher, es kommt doch auf das Gefühl und den Ausdruck in der Musik an, was man damit verbindet und ob die Lieder ins Ohr gehen. Linkin Park können vor allem sehr viel Energie und Kraft in die neuen Songs legen, aber eben auch Gefühl (bei Until it's gone-wahnsinnig kraftvoll- aber auch gleichzeitig bewegt z.B. in Final Masquerade). Ich finde gerade auf diesem Album ist für jeden Linkin Park-Fan was dabei, es gibt weiche Seiten und es gibt die harten Rock-Seiten. Einfach grandios sind eben auch diese kraftvollen Lieder, wie Rebellion, Keys to the Kingdom, Wastelands und A Line in the Sand eingespielt. A Line in the Sand ist ein nahezu perfekter Abschlusssong. Man weiß anfangs nicht was einen erwartet, wird es ruhiger, wird es kräftiger und somit spiegelt dieser Song perfekt das ganze Album wider. Danke für die Musik! Und wer meckern muss, nehmt selber Instrumente in die Hand und macht es besser!!!
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27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine neue Episode einer alten Freundschaft, 13. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Manchmal ist es mit Lieblingsbands wie mit guten Freunden:
Es gibt Zeiten, da will man den ganzen Tag miteinander verbringen. Es gibt Zeiten, in denen man mal weniger miteinander zu tun hat. Und manchmal trifft man seinen früheren besten Freund wieder und merkt, wie sehr man sich doch verändert hat.

So ähnlich fühlt sich auch "The Hunting Party" an. Linkin Park haben erneut ihren Stil geändert, wie sie es seit Meteora mit jedem Album getan haben. Kudos dafür, dass eine Band mit einer so langen Geschichte auf jedem Album anders klingt, denn das ist wirklich selten. Die Gesuche ihrer Fans wurden erhört - der Stil ist deutlich rockiger als zuletzt und bei einigen Songs fühle ich mich fast an Billy Talent erinnert (was übrigens nicht bedeuten soll, dass diese auch nur annähernd an Linkin Park heranreichen). The Hunting Party klingt frisch, beinahe experimentell. Alle Songs gehen sofort ins Ohr, ein Gutteil animiert zum Aufspringen, Mitschreien, Herumtanzen. Trotzdem befindet sich mit Drawbar ein wirklich schöner, ruhiger Song an Bord. Damit haben sie im Prinzip alles richtig gemacht, auch wenn Chesters Gesang manchmal etwas überzeugter wirken könnte.

Im Prinzip heißt aber leider nicht vollkommen. "The Hunting Party" ist ein gutes, vielleicht sogar ein sehr gutes Album. Und trotzdem enttäuscht es mich ein wenig. Einige Songs reißen mit, ja. Aber das liegt meiner Meinung nach unter anderem an den verwendeten klassischeren Rockmelodien. Zum ersten Mal habe ich deswegen bei einem Linkin Park-Album das enttäuschende Gefühl, viele Melodien irgendwo schon einmal gehört zu haben. Die ersten Alben haben noch überzeugt, weil jeder Fan einen Ausdruck eines beliebigen Linkin Park-Songtextes sofort unterschrieben hätte. Im Endeffekt fehlt das kleine Stück Genialität, dass den Unterschied zwischen "sehr gut" und "perfekt" ausmacht. Ein Beispiel: Das eben erwähnte "Drawbar" hat ein tolles Intro, ein tolles Outro, aber der Song dazwischen fehlt. Hier wurde unglaublich viel Potential verschenkt und das ist typisch für diese Platte.

"The Hunting Party" fehlt das gewisse Etwas. Liegt es am Sound? Nein, er ist rockig, heftig, basslastig. Liegt es an zu wenig Innovation? Nein, definitiv nicht. Das Album ist immer wieder neu und überraschend. Liegt es an den Details? Nein, wie schnell hingerotzter Müll klingt "The Hunting Party" bei weitem nicht. Und doch...irgendetwas fehlt. Was ich vermisse, das ist das Gefühl aus Hybrid Theory und Meteora - das Gefühl, einen Song zu 100% nacherleben zu können. Linkin Park war damals viel mehr als nur Musik, sie waren Helden, die das Lebensgefühl ihrer Fans geteilt haben.

Dieses Album ist für mich der Punkt, wo ich erkenne, dass auch gute und beste Freunde manchmal getrennte Wege gehen müssen. Ich verstehe jetzt, dass damals schlicht alles gepasst hat: Hybrid Theory und Meteora trafen exakt den Zeitgeist. Diese Alben waren ein Ausnahmefall, eine unerreichbare Singularität. Ich denke zurück an die Gänsehaut vom ersten Mal "Crawling" hören. Dieses letzte bisschen fehlt einfach, obwohl mir "The Hunting Party" wirklich gefällt. Und so trete ich Linkin Park gegenüber wie einem alten Jugendfreund: "Wir waren einmal beste Freunde. Du hast mich zwar ein paar Mal enttäuscht, aber ich verzeihe dir, denn du bist wieder da. Doch es wird niemals wieder so wie früher."
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "The Hunting Party" ist erfrischend, mutig, brachial | "Back to the roots" nicht im klassischen Sinne., 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Linkin Park haben es wieder getan: Die neue Platte klingt völlig anders als ihre vorherigen Platten. Es schlägt zwar wieder eine härtere Gangart ein, ist aber keineswegs ein Abklatsch oder eine Kopie der 1. beiden Alben geworden und das ist auch gut so!

Sie haben auch nie etwas anderes behauptet. Phoenix sagte mal in einem Interview (ich übersetze es mal frei): "Manche Leute waren der Meinung, das die neue Platte eine Art Gegenstück zu "Hybrid Theory" werden würde. Dies ist aber nicht der Fall. Wir haben uns einfach an unsere Anfänge erinnert und uns gefragt, welche Musik uns damals so fasziniert hat. Wir fragten Brad: 'Welcher Song hat dich - als du 15 Jahre alt warst - dazu bewogen, Gitarre spielen zu lernen?' Wir wollten die Leidenschaft die wir damals hatten, wieder aufleben lassen, doch gleichzeitig nicht wie 15-jährige agieren, sondern wie erwachsene." (Quelle siehe unten)

Und genauso klingt die Platte auch. Bereits die Produktion lässt erahnen, das sie es wirklich ernst meinen. Es ist rau, was zur Folge hat, das der Bombast früherer Tage etwas auf der Strecke bleibt. Chester's Stimme klingt rauer, natürlicher und das kommt der Platte zugute.

Auch technisch gesehen sind Linkin Park so stark wie nie und offenbaren Facetten, die man von ihnen gar nicht kannte. Speziell Brad und Rob blühen hier richtig auf. Es befinden sich so einige Soli von Brad, die richtig Spaß machen und ist im LP-Kontext einfach so erfrischend. Speziell sein Solo auf "War" ist bemerkenswert. Dadurch nimmt der Song nochmal richtig an Fahrt auf. Gerade "War" ist ein Song der polarisieren wird, da es unkonventionell ist und die raue Produktion hier besonders zur Geltung kommt. Für mich eine selhr willkommene Abwechslung.

"Mark The Graves" ist auch ein Paradebeispiel dafür, wie vielsichtig die Gitarrenarbeit von Brad ist. Der Song ist im Grunde genommen ein "A Thousand Suns" Titel mit Gitarren und herausragender Melodie. Man merkt das die Band hier einfach eine Menge Spaß hatte.

Erfreuerlicherweise behält die Band bei all der Härte die Dynamik bei und verfällt nicht in hirnlosen Geknüppel. "Rebellion" ist ein gutes Beispiel hierfür. Hierbei merkt man sofort das hier ein SOAD Mitglied (Daron Malakian) am Werk ist. Das Lied fängt brachial an, wird aber zunehmends melodiös und entwickelt sich zur Hymne. Auch "Guilty All The Same" beginnt für LP-Verhältnisse ungewöhnlich, indem es mit einem fast 2-minütigen Intro beginnt. Baut viel Spannung auf, ist atmosphärisch und die Drums kommen hier richtig zur Geltung. Im Kontext kommt "Guilty All The Same"- zumindest für mich - noch ein ganzes Stück besser rüber, weil vorher schon gut eingeheizt wird.

Beim Opener "Keys To The Kingdom" verfällt Chester Bennington beinahe in Raserei, so wie er sich die Seele aus dem Leib schreit. Sie wollen von Anfang an klarmachen das das hier keine Kaffeefahrt wird. Dies ändert sich auch beim Closer "A Line In The Sand" nicht. Der Song ist sicherlich der vielschichtigste Song seit "The Little Things Give You Away"....nur das sie überhaupt nichts miteinander gemeinsam haben. Zwar beginnt der Song recht sanft mit Gesang von Mike (welches übrigens bereits eine Demo für "A Thousand Suns" war), entwickelt sich aber zum epischen Finisher mit brachialen Gitarren und Schreipassagen Bennington's, bevor es dann so endet, wie der Song begonnen hat.

Das Linkin Park aber auch ganz anders können, zeigt der Song "Final Masquerade" - eine Powerballade. Hier zeigt sich eine weitere Stärke der Band (mal wieder). Sie können einfach großartige Melodien und Refrains schreiben/hervorbringen und das völlig unpeinlich und ohne Klischees. Dies trifft auch auf den Song "All For Nothing" mit Page Hamilton zu. Ein knackiger Rap von Mike, super Refrain von Hamilton und ein melodischer Solo von Brad (könnte aber auch von Hamilton sein) - gehört zu meinen Highlights.

Dann gibt es ja auch noch "Drawbar" mit Tom Morello. Hier könnte man (berechtigterweise) erwarten, das Morello hier auf die Seiten haut, würde man ja bei der Platte auch erwarten. Fakt ist, Morello hält sich zurück und macht im Grunde nichts was nicht auch Brad machen könnte - behaupte ich jetzt mal. Hierzu muss aber gesagt werden, das Linkin Park UND Tom Morello den Song geschrieben haben. Ohne ihn, würde es diesen Song in dieser Form nicht geben. Dabei entpuppt sich "Drawbar" als ein stimmungsvolles Interlude. Morello's Gitarrenspiel hat was psychedelisches an sich und es endet mit einem (sehr schönem) Klavierpart von Mike, was sich als Interlude zu "Final Masquerade" herausstellt. Für mich das beste Interlude der Band.

Warum aber ist das Album mutig, wenn sie doch das getan haben, was sich viele Hörer gewünscht haben, nämlich wieder härter zu werden? Dafür gibt es mindestens 2 Gründe:

1.) Die Platte ist, als ganzes betrachtet, schlicht nicht radiotauglich. Im Grunde gibt es nur 2 Songs wie "Until It's Gone" und "Final Masquerade" die problemlos im Radio gespielt werden UND Erfolg in den Charts haben könnten. Gerade für eine Band wie Linkin Park, deren Name auch eine Marke ist und für Erfolg steht, ist dieser Schritt mutig.

2.) Sie zeigen damit, das sie in 1. Linie Musik für sich machen und nicht für andere (Hierzu ein Artikel, welches ihr euch unten anschauen könnt). Das motiviert sie immer wieder weiterzumachen und genau das ist der Grund, warum ihre Platten (auch Minutes To Midnight und A Thousand Suns) so abwechslungsreich sind. Wenn man sich den Punkrocker "War" mal anhört und gleich danach "Burn It Down" vom seichten LIVING THINGS oder auch "Final Masquerade", dann kann man kaum glauben, das es sich um die ein und die selbe Band handelt.

FAZIT: "The Hunting Party" ist eine Mischung aus Punk, Hardcore, Alternative Rock und ist somit einzigartig im LP-Kontext. Es ist daher erfrischend, mutig, brachial, ist aber trotzdem Linkin Park. Einzig "Wastelands" erinnert noch etwas an die "alte Zeit", da es altbekanntes miteinander verknüpft, aber trotzdem irgendwie anders klingt.

Für mich ist "The Hunting Party" die beste Platte seit "Hybrid Theory" und wenn ich den Nostalgie-Faktor mal außen vor lasse, ist es vielleicht sogar ihre beste Platte überhaupt.

Es ist natürlich eure Entscheidung ob euch das Album gefällt oder nicht. Ich gebe euch aber den Tipp: Lasst euch nicht von der Produktion abschrecken, gebt dem Album eine Chance. Gerade wenn es eine Platte ist, welches unkonventionell und ungewohnt ist, braucht es einige Anläufe, bis man alle Facetten kennengelernt und vearbeitet hat. Danach kann man sich immer noch eine Meinung bilden. Das hat nichts mit "sich schön hören" zu tun!

Meine Highlights bisher (-> Das kann sich stetig ändern; ein Vorteil wenn einem das ganze Album so gut gefällt :)):

- All For Nothing (feat. Page Hamilton)
- War
- Rebellion (feat. Daron Malakian)
- Mark The Graves
- A Line In The Sand

Quellenangaben:

Interview mit Phoenix: [...]
Gesangspart von Mike bei "A Line In The Sand | Demo von "A Thousand Suns": [...]
Linkin Park machen Musik in 1. Linie für sich: [...]

PS: Scheint als dürfte ich hier keine Links anfügen. Dann müsst ihr mir halt so glauben ;).
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Super CD, aber..., 19. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (MP3-Download)
Liegt es an Amazon mp3 oder ist die Aufnahmequalität wirklich so übel? Ich habe seit vielen Jahren keine so schlechte Tonqualität mehr gehabt: Das Schlagzeug klingt pappig, die Gitarre matschig, keine Höhen, keine Bässe...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überraschung, 23. Juni 2014
Von 
Sascha "metalnews.de" (Bruchsal, Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Hybrid Theory und Meteora liefen bei mir ihrer Zeit hoch und runter, sie waren direkte, simple nu Metal Nummern, die nciht wehtaten, aber auch Spaß machten.

Alles was dazwischen folgte, interessierte mich kaum bis garnicht, A Thousand Suns bot jedenfalls mal etwas ganz abwegiges, dunkles und experimentelles, was garnicht mal so übel war. Mit Living Things bot man erstmals wieder ein wenig annähernde Sounds der ersten Tage wieder, im gesamten war der Albeneindruck aber stark verwässert.

Umso mehr überrascht jetzt The Hunting Party. Entgegen vieler Anküdigungen diverser Mags/Sites ist The hunting Party KEIN Back To The Roots Album, aber für Linkin Park verhältnisse auf jeden Fall das "Härteste" (für mich kann ein Johnny Cash Song härter sein als so manche Blastbeat Orgie). Linkin Park haben ihre alten Alben mal wieder herausgekramt, sich überlegt, dass sie eben nicht mehr die jungen "über Nacht"-Stars sind, sondern reichern typische Arrangements mit überraschend viel Punk an, das ein oder andere metallische Zitat ist ebenfalls auch zu finden.

Auf diesem Album wurde vieles richtig gemacht, die drei Opener Songs knallen mal, dann sind sie groovig, dann ruhiger, nur um danach mal wieder einen Schieler Richtung Ersttage zu machen. War ist sogar ein astreiner Punk-Track (wir reden immer noch nicht von Pop-Punk!), mit dem wohl erstmal keiner gerechnet hat. Guilty All The Same als Vorab Single ist ein wunderbarer testballon, der viel Verrät, was man hier findet. Mit Until It's Gone haben wir zwar wieder einen typischen LP Song der letzten Jahre, gliedert sich im Mittelteil und Albenkontext seht gut ein.

Zum Glück wurde das Album einmal nicht übertrieben gemischt und gemastert, sondern klingt überraschend erdig und authentisch. (Dass ich sowas mal bei einem LP-Album schreibe...)

Fakt ist:

Das Album macht richtig Spaß zu hören! Die einzig nennenswerte Schwachstelle bildet für mich das Abschlusstriplet, welches unentschlossen und Alibihaft hart klingt. Die Stimmen sind ab und zu ein wenig zu leise abgemischt, und War bietet, dem punk eigentlich gerecht, schiefes Solo ;)
Gebt dem Teil mal eine Chance, aber erwartet bitte kein Thrash/Death Grind Schlachtfest, sondern erdigen und sehr modernen Rock/Metal.
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4.0 von 5 Sternen Mehr Rock, weniger Schnörkel, weniger Electro - Kurve gekriegt., 19. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Sie können es ja doch noch!

Deutlich gradliniger, härter, schnörkelloser und durchweg rockiger als die beiden Vorgänger-Alben "A Thousand Suns" und "Living Things".

LP verzichten auf songbestimmende Elektro-Elemente und widmen sich vermehrt Garage-Rock.
So, als hätten sie sich gesagt "Wir gehen jetzt mal für 2 Wochen ins Studio und spielen schnell, ohne viel Tamtam, eine Rockplatte ein - einfach weil wir gerade Lust darauf haben, egal was Kritiker sagen."
Höhepunkt in dieser Hinsicht: das rotzige "war".

Wer das härtere Linkin Park zu schätzen wusste, wird - nach dem unnötigen, schrecklichen Dub-Remix-Album aus 2013 - hier wieder deutlich mehr Spaß an der Band haben. Die meisten Songs reihen sich in die Tradition eines Songs wie "Qwerty" ein. D.h. vor allem: Chester shoutet sich die Emotionen aus dem Leib, untermalt von satten Riffs/Drums und schnellen, energiegeladenen Arrangements.

Doch es wird nicht nur geshoutet und geknüppelt: Auch ausbalanciertere Stücke - die sich bereits ab "Minutes of Midnight" fanden - sind auf "Hunting Party" dabei. Z.B. "a Line in the sand". Ruhige Passagen sind aber deutlich in der Minderheit.

Okay, Songs mit catchy Refrains wie "until it's gone", "final masquerade", "all for nothing" oder das gefeaturte "rebellion" sind wahrlich keine neuen Meilensteine der Rockmusik - sie gehen aber sofort ins Ohr und bleiben hängen. Und ist es nicht das, was (auch in der Vergangenheit bei LP) Hits ausmachte ("Numb" etc)?

Standrad-Version: 12 Tracks, davon 2 Instrumentals; Spielzeit: 45 Min.
Deluxe Edition: 4 Bonus Tracks (1 Acoustic, 2 Live, 1 Remix), 61 Min.

Kein Meisterwerk, aber ein gutes Werk. Kein Fehlkauf.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Linkin Park - The Hunting Party, 14. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: The Hunting Party (Audio CD)
Das Linkin Park großartige Songs schreiben war bisher auf jedem Album deutlich herauszuhören, auch durch den Overkill an Filtern der letzten Scheiben. Das ist meiner Meinung nach eine Sache die mehr mit den Kompositionen zu tun hatt als mit dem Tempo oder dem Härtegrad (letzten Endes kann man jeden Song in jedem Tempo spielen). Was Linkin Park auf The Hunting Party abliefern klingt roh, ungeschliffen und aus der Hüfte geschossen. Die Gitarren stehen wieder ganz deutlich im Vordergrund, Screams machen wieder einen Großteil an Chesters Gesang aus und Mike rappt sich angepisst durch die Strophen dass man sich unweigerlich um ein Jahrzehnt zurückversetzt fühlt.

Die Elektrospielereien der Jüngsten Zeit existieren weiterhin, allerdings nur in Form von Breaks und Überleitungen - was fabelhaft funktioniert - und auch Mikes (mittlerweile deutlich dynamischere) Gesangseinlagen treten immer mal wieder in den Vordergrund. Meine bisherigen Lieblingstracks sind;
Keys to the Kingdom (richtig schön Heavy - der perfekte Opener!), War (kurz und heftig - ein schönes Stück Punkrock), Wastelands (pure Nostalgie - Beat, Riffs und Melodie könnten auch von Hybrid Theory stammen) und Rebellion (Chester und Mike im Duett - Der Track zählt ebenfalls zu den schnelleren, der Gesang ist im Kontrast zu den Riffs aber schön entspannt und hypnotisch).

Der Grundton des Albums ist diesmal ziemlich punkig, was Linkin Park richtig gut steht. Das Mastering ist angenehm minimalistisch und der Sound weit weniger überfrachtet - daher wirkt das Album ein bisschen wie Minutes to Midnight II, weil es einmal mehr, trotz Weiterentwicklung, einen kleinen Befreiungsschlag von allem vorangegangenen darstellt. Klar wird wieder eine ganze Schaar am Nörglern bemängeln dass Meteora und Hybrid Theory anders klangen. Ich bin mit den beiden Erstlingen großgeworden und liebe sie bis heute, aber ich bin als Fan froh über die Weiterentwicklung der Band die meine Jugend geprägt hatt wie keine zweite. Ich bin doch selbst älter geworden (und kann mich heute nichtmehr wirklich mit den Sorgen und Problemen eines Teenagers identifizieren).
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The Hunting Party
The Hunting Party von Linkin Park (Audio CD - 2014)
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