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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eigentlich kein Krimi, eher Sozialstudie
Was ist blos los mit der Autorin Donna Leon? Früher hatten ihre Bücher viel mehr Spannung, es trieb einen beim Lesen von Seite zu Seite, aber in letzter Zeit werden die Romane immer langatmiger und teilweise auch schwierig nach zu vollziehen.
"Das goldene Ei" erzählt von einer Rabenmutter, die ihren Sohn bis zur Behinderung vernachlässigt,...
Vor 22 Tagen von gigunelsa veröffentlicht

versus
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen der langweiligste Brunetti
Dieses Buch habe ich erst zur Hälfte gelesen und komme nicht recht weiter. Da ich die gesamte Serie gelesen habe, muss ich sagen das seit vier Bänden die Dauerkritik an Italien, den Behörden dort und Familie Brunettis nicht gerade evolutionärer Lebensstil mittlerweile nur noch langatmig und langweilig ist. Mir fehlen der Bezug zum Krimi, la dolce vita...
Vor 3 Monaten von Amazon Kunde veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eigentlich kein Krimi, eher Sozialstudie, 31. August 2014
Von 
gigunelsa - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Was ist blos los mit der Autorin Donna Leon? Früher hatten ihre Bücher viel mehr Spannung, es trieb einen beim Lesen von Seite zu Seite, aber in letzter Zeit werden die Romane immer langatmiger und teilweise auch schwierig nach zu vollziehen.
"Das goldene Ei" erzählt von einer Rabenmutter, die ihren Sohn bis zur Behinderung vernachlässigt, was natürlich an sich schon kriminell ist. Es beginnt mit dem Tod des jungen Mannes, der an einer Überdosis Schlaftabletten gestorben ist. Wie kam er an die ran? Wer hat sie ihm verabreicht?
Um dies heraus zu finden geht Brunetti viele Wege, viele umsonst, manche mit mäßigem Erfolg. Selbstverständlich wird auch Signorina Elettra u. sein Partner Vianello eingespannt, um hinter die Fassade zu schauen und die Mauer aus Schweigen zu durchbrechen.
Das Famileienleben der Brunettis, sehr harmonisch, quasi als Gegensatz geschildert, wird dieses Mal auch fast noch mehr als sonst ausgebreitet, und, was inzwischen schon zum Markenzeichen von Donna Leon geworden ist: Die heftige Kritik am Staat Italien, seiner Politik, seiner Beamten etc. Also auch da nichts Neues.
Ich habe mich stellenweise ein bisschen durchgequält, denn die einzige Spannung bestand ja darin, endlich zu erfahren, wer den Jungen nun letztendlich auf dem Gewissen hatte.
Ich gebe aus Achtung vor ihrem Gesamtwerk für dieses Buch trotzdem 4 Sterne, hoffe aber immer weiter darauf, dass mal wieder so ein richtiger, spannender Kriminalroman von Donna Leon erscheint, mit viel Lokalkolorit von Venedig (war auch in deser Geschichte vorhanden).
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es gibt Schlimmeres als den Tod, 28. Mai 2014
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Eigentlich ist es gar kein Fall.
In der Nachbarschaft ist ein behinderter junger Mann gestorben, den Brunettis Frau Paola oft gesehen hatte, weil der Junge in der Wäscherei aushalf, obwohl er nicht sprechen konnte und geistig zurückgeblieben wirkte. Er ist an Schlaftabletten gestorben, wobei es unklar ist, ob er sie absichtlich eingenommen hatte, oder aus Versehen, weil sie bunt überzogen waren und wie Bonbons aussahen.
Paola ist schockiert darüber, dass man so wenig über den toten Jungen wusste und bittet ihren Mann, mehr über ihn herauszufinden.

Da trifft es sich gut, dass Brunetti zur Zeit nur einen inoffiziellen Auftrag seines Vorgesetzten Patta zu erledigen hat. Ganz diskret, natürlich, schließlich geht es um den Ruf des Bürgermeisters.
Das gibt Brunetti Zeit und Raum, sich mit dem Tod des Jungen zu beschäftigen. Und natürlich auch das gewohnte Personal dieser Krimis mit einzubeziehen.

Schnell tauchen Fragen auf, die aus den privat motivierten Ermittlungen einen wirklichen Fall werden lassen.
Warum galt der Junge als „taubstumm“, obwohl laut Obduktion organisch alles in Ordnung war? Warum reagiert seine Mutter so gefühllos auf seinen Tod? Und warum taucht der Tote in keinen öffentlichen Registern auf? Offiziell scheint es ihn nie gegeben zu haben, er hat weder Papiere, noch eine Krankenversicherung, und es gibt weder einen Hinweis auf Schulbesuche, noch auf den Erhalt von Sozialleistungen.

Nachdem die Mutter des Jungen mit Schlagverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird, schafft Brunetti es, die erschütternde Geschichte des toten Jungen nach und nach aufzudröseln, und lernt, dass man einem Menschen weitaus Schlimmeres als den Tod antun kann.

Am Anfang des Buches hat mich gestört, dass der Tote ständig als „taubstumm“ bezeichnet wurde, nicht als gehörlos (siehe dazu die Website Leidmedien.net), und dass man ihm deswegen die Fähigkeit absprach, mit seiner Umgebung kommunizieren zu können. Dafür wollte ich eigentlich einen Stern in der Wertung abziehen – aber am Ende des Buches zeigt sich, dass nicht alles so ist, wie es sich auf den ersten Blick darstellt…

Sprache spielt in diesem Fall eine wichtige Rolle, und das macht ihn für Brunetti so persönlich. Denn in seiner Familie wird auf die Sprachpflege besonders Wert gelegt, die Sprache ist ihnen heilig:
„Verstöße gegen die Grammatik mochten als lässliche Sünden durchgehen; ungelenke Ausdrucksweise hingegen galt als Todsünde.“
Kein Wunder also, das die Sprachlosigkeit des Jungen Paola und Brunetti so berührten. Und erst recht das, was am Ende des Falls ans Tageslicht kommt.

Diese Krimireihe liebe ich besonders, auch, weil immer wieder ein wichtiges gesellschaftliches Thema aufgegriffen wird. Diesmal geht es nicht um aktuelle politische Ereignisse, sondern um eine der Grundlagen des Lebens und des menschlichen Miteinanders überhaupt: Die Sprache.
In meinen Augen ist dies einer der besten Brunetti-Krimis.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach, wir Armen! J. W. v. Goethe, 28. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Goethe Zitat kommt mir in den Sinn beim Versuch den Titel "Das goldene Ei" zu ergründen.

Verpackt in einen Unterhaltungsroman las ich eine schreiende Anklage gegen das italienische System, die Regierung, die Korruption, das Beamtentum, die Vetternwirtschaft die sich in alle soziale Schichten drängt. Donna Leon ist es gelungen dies wieder in einem Beispiel der menschlichen Tragödie zu verpacken, die auch vor Menschenverachtung, Mord und der Spekulation mit allen Mitteln nach dem "goldenen Ei" - dem Mammon - zu greifen, nicht haltmacht.

Der Klappentext ist nicht stimmig. Brunetti ermittelt keineswegs nur für seine kluge, aristokratische Frau Paola. Paola, neugierig und mit dem Bestreben nach Gerechtigkeit stellt ihm einige Fragen zu dem mysteriösen und plötzlichen Tod eines jungen Mannes, den beide flüchtig kannten und Brunetti beginnt schon nach einigen Anrufen zu ermitteln, da die Identität des Toten noch nicht gegeben scheint. Ob es ein Fall für die Questura wäre, lasse ich dahingestellt. Brunetti bemüht sich dem Umfeld des Toten Informationen zu entlocken, vergeblich, Nach einer Woche stellt er fest "das er nichts weiß".- Überhaupt nichts. Die Nachbarschaft schweigt, die Verwandten verhalten sich sehr sonderbar.

Das Ausmaß des Verbrechens ist für Brunetti noch nicht vorstellbar, bis ihn ein Zufall auf die Lösung bringt.

Pattas Fall löst er sozusagen im Vorübergehen, fordert dafür allerdings auch von Patta einiges zurück. Auch Brunetti scheint nicht der biedere Saubermann zu bleiben, als den er sich gern darstellt.

Durch die Leichtigkeit der Übersetzung aus dem Amerikanischen sowie die geschickte Wortwahl hatte ich nicht das Gefühl eine Tragödie zu lesen, sondern wieder viel über Guidos und Paolas Leben zu erfahren. Die Ehe scheint besser denn je, Paola kocht ihre berühmten Köstlichkeiten, auch die GeiStreicheleien kommen immer wieder vor. Die Kinder, Raffi und Chiara, sind im goldenen Ei höflich, wohlgeraten. Das Leben der Brunettis ist voller Harmonie, nach der Guido immer süchtiger wird.
Auch Signorina Elettra kommt natürlich wieder vor, in diesem Fall stößt sie allerdings an ihre Grenzen.

Während des Lesens dachte ich öfter: Er geht zur Questura, er telefoniert, er geht heim.... in geregeltem Turnus - zwei Sterne? Drei Sterne? Erst gegen Ende des Werkes, das mich noch lang beschäftigen wird, erkannte ich das Genie Donna Leons wieder; d.h. 5 Sterne.
Ohne zu viel zu verraten ist es schwer diesen Roman zu beschreiben; mein Rat: lesen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es ist nicht alles Gold, was glänzt ..., 16. Juli 2014
Von 
goat (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Die Korruption macht auch vor Venedigs Bürgermeister nicht Halt. Der Geschäftspartner seiner zukünftigen Schwiegertochter hat durch Bestechungsgelder, die geflossen sind, das Gesetz übertreten. Um den guten Ruf des Bürgermeisters zu wahren, hat Patta, selbstlos, wie er ist, seine Hilfe zugesagt und setzt mit Brunetti seinen besten Mann auf die Sache an. Diese eigentliche Aufgabe rückt jedoch in den Hintergrund, als Brunetti einen Anruf seiner Frau Paola bekommt und diese ihm mitteilt, dass ein junger Mann, der immer in der chemischen Reinigung arbeitete, tot aufgefunden wurde. Zunächst deutet alles darauf hin, als hätte dieser Selbstmord begangen mit Tabletten seiner Mutter. Der Junge, der für alle nur der Taubstumme war und etwas zurückgeblieben wirkte, wurde zwar von seinen Mitmenschen registriert, jedoch nie richtig wahrgenommen. Paola ist so erschrocken darüber, dass sie nicht einmal den Namen des Jungen kannten, dass sie ihren Mann bittet, etwas mehr über den Namenlosen herauszufinden.

Und Guido findet etwas heraus, nämlich, dass die Umstände seines Todes äußerst merkwürdig sind und alle Leute, die den Jungen kannten, sich in Schweigen hüllen, selbst dessen Mutter. Dass der Junge Davide hieß, ist alles, was Brunetti zunächst in Erfahrung bringen kann, ansonsten ist über Davide weder etwas bekannt, noch war er jemals irgendwo gemeldet. Es ist, als hätte es ihn nie gegeben und auch nach seinem Tod ist er genau so unsichtbar wie zu Lebzeiten.

"Das goldene Ei“ ist ein sehr leiser Krimi, der dieser Bezeichnung nicht so ganz gerecht wird, denn der kriminalistische Anteil ist eher gering. Aber um gut zu sein, muss ein Roman nicht immer spektakulär sein. Mir gefällt der Schreibstil von Donna Leon und wie sie ihren Charakteren Leben einhaucht. Ich liebe es, am Familienleben der Brunettis teilnehmen zu können, zu erleben, wie sie miteinander umgehen und eben auch, wie nahe ihnen das Leben oder in diesem Fall das Sterben ihrer Mitmenschen geht. Paolas Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass Davide nicht einfach aus dem Leben scheidet, ohne dass die Welt erfährt, was tatsächlich geschehen ist. Die Autorin beschreibt auf sehr interessante Art und Weise, wie die Wahrheit Stück für Stück an Licht kommt und es bieten sich einige Gelegenheiten zum Miträtseln. Die Auflösung jedoch hat mich sehr überrascht und mich auch sehr nachdenklich gestimmt.

Positiv anmerken möchte ich auf jeden Fall auch die detaillierten Beschreibungen der Handlungsorte. Ich war zwar noch nie in der Stadt der Liebe, aber Donna Leon hat mir zumindest das Gefühl gegeben, schon einmal dort gewesen zu sein und ich werde Brunetti bei seinem nächsten Fall gerne wieder begleiten. Von mir gibt es vier Sterne.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen der langweiligste Brunetti, 20. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch habe ich erst zur Hälfte gelesen und komme nicht recht weiter. Da ich die gesamte Serie gelesen habe, muss ich sagen das seit vier Bänden die Dauerkritik an Italien, den Behörden dort und Familie Brunettis nicht gerade evolutionärer Lebensstil mittlerweile nur noch langatmig und langweilig ist. Mir fehlen der Bezug zum Krimi, la dolce vita und schlicht Stil (der für die meisten Italiener elementar ist). Ich kaufe die Bücher nur noch aus Sammelleidenschaft aber nicht mehr aus Begeisterung
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4.0 von 5 Sternen Das dürfte nicht sein, dass Dummheit soviel kostet (243), 16. August 2014
Von 
Peter Raeggel (Olsberg-Bigge) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Korruption, Schuldgefühle, Bigotterie, Untreue und Dummheit sind die Zutaten, aus denen Frau Leon den 22. Fall für Commissario Guido Brunetti und seine Kolleginnen mixt.

Den Fall, auf den er eigentlich angesetzt ist, eine kleine Speichelleckerei seines Chefs für den Bürgermeister, die Sicherung eines läppischen finanziellen Vorteils nebst Straffreiheit für den Teilhaber von dessen zukünftiger Schwiegertochter, erledigt Brunetti mit links, ohne das jedoch besagtem Chef, dem Vize-Questore Guiseppe Patta auf die Nase zu binden, dem er vorspielt, er habe die Sache nur mit Mühe im Sinne des Stadtoberhauptes klären können. Patta indes wird von Brunetti als Gegenleistung in internen Querelen mit Signora Elettra und Tenente Scarpa zurückgepfiffen. Eine Hand wäscht halt die andere. Dass der Commissario bereit ist, auch im zweiten Fall auf diese Karte zu setzen, verstört auch Vianello, als sein Freund Guido ihn bittet, seine Frau Nadja zu Spionagediensten im Fall Davide Cavanella heranzuziehen.

Davide Cavanella, der bei seiner Mutter Ana lebte, ist nach der Einnahme von Schlaftabletten zu Tode gekommen. Voller Schuldgefühle hat Paola Brunetti ihren Mann um Nachforschungen gebeten, weil ihr klar geworden ist, dass der gehörlose Mann jahrzehntelang in ihrer Nachbarschaft gelebt und in der Reinigung an der Ecke gejobbt hat und trotzdem für alle nur der "taubstumme Junge" war. Um die 40 Jahre alt, war er nur wenigen in seinem Umfeld überhaupt dem Namen nach bekannt. Auch den Brunettis nicht.

Brunetti ermittelt also: Zunächst äußert sich der Hausarzt der Familie. Auch den erreicht er auf dem "kleinen Dienstweg" weil er mit dessen Bruder zur Schule gegangen ist. Auf Brunettis Frage nach Davides Problem antwortet der Doktor: "Er war das Kind einer zutiefst dummen Frau, die, was auch immer er hatte, als Strafe Gottes ansah, als lebe sie in einer Hütte im Wald und glaube noch an Hexen. Wie die meisten Christen kannte sie sich mit Schuldgefühlen bestens aus, verstand aber nichts von Nächstenliebe. Also schwieg sie sich über seine Krankheit aus und holte sich keine Hilfe....(198)." Später interpretiert Brunetti den Arzt so, dass die Mutter diese Sicht nicht nur auf die Krankheit ihres Sohnes, sondern auch auf Davide selbst haben könnte (244).

Dass es sich auch um echte Bosheit handeln könnte, legt der später von Signora Ghezzi kolportierte Spruch Anas nahe. Ich werde das Baby schon versorgen (300). Genau dies hat sie schließlich getan. Doch auch Brunetti verliert diesmal seine philosophisch weiße Weste, mit der er immer ein wenig über den Dingen zu schweben scheint. Auch er netzwerkelt gegen Patta, versucht Nadja Vianello und den Doktor für sich einzuspannen und hofft darauf, dass Ana Cavanella nochmals über ihre Dummheit stolpern und einen, den Schuldgefühlen der Nachbarschaft geschuldeten, sozialen Tod sterben wird.

Das macht den Commissario vielleicht ein wenig menschlicher. In den ersten Bänden hätte Guido sich aber garantiert auch in die Frage verbissen, ob Davide die Pillen absichtlich, versehentlich oder gegen seinen Willen genommen hat.

Wieder ein Band aus der Brunetti-Reihe, der weniger Krimi als sozialkritische Millieustudie ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse, 10. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich mach alle Bücher von Donna Leon, die Krimis aus Venedig besonders. Und ich hoffe, dass noch einige folgen. Auch dieser ist wie gewohnt toll geschrieben, spannend und gut übersetzt.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen “Das goldene Ei” ein Krimi, der eigentlich keiner ist, 5. Juni 2014
In ihrem zweiundzwanzigsten (!!) Krimi lässt Donna Leon ihren Commissario in einer sehr privaten Angelegenheit ermitteln. Dabei vermittelt sie Einblicke in ein korruptes italienisches System, in dem jeder mit Beziehungen, Vetternwirtschaft oder engagiertem “Networking” versucht, das jeweils Beste für sich herauszuholen. Und sie zeigt, wie die italienische Gesellschaft mit behinderten Menschen umgeht – im Negativen wie im Positiven. Besonders geht es um die Bedeutung von Sprache und sprachlicher Ausdrucksfähigkeit. Was in einer gebildeten Familie wie der von Brunetti höchst wichtig ist, stellt für den gehörlosen Davide eine völlig fremde Welt dar. Und natürlich gibt es auch im Italienischen viele verschiedene Dialekte, deren Beherrschung – oder Vermeidung – von entscheidender Bedeutung für das gesellschaftliche Fortkommen sein kann. So ist “Das goldene Ei” ein Krimi, der eigentlich keiner ist, und in dem es viel um die sozialen Verhältnisse in Italien und insbesondere in Venedig geht.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das goldene Ei, 7. Juli 2014
Commissario Brunetti und seine Familie sind ein gutes Team. Er findet dort durch seine Frau Paola viel Unterstützung für seine Fälle. Sie schildert ihm, was sie denkt aus ihrem Blickwinkel.

Brunetti wird von Patta mit einem belanglosen Fall beauftrag. Wegen Bestechung und Korruption irgendwie wirft es auf den Bürgermeister ein schlechtes Licht. Da will natürlich Patta sehr gerne helfen und aus diesem Grunde bekommt Brunetti den Fall zugeschoben.
Als er erfährt, dass ein junger Mann in der Nachbarschaft zu Tode kommt und seine Frau Paola ihn bittet mal sich darum zu kümmern, wird er aufmerksam und beginnt verdeckt zu ermitteln.
Es ist seltsam auf welche Weise er gestorben ist. Er hat Tabletten geschluckt . Allen Anschein hat er Suizid begangen oder aus Versehen die Tabletten geschluckt. Der junge Mann war taubstumm und hat in der Reinigung gearbeit. Er ist nie aufgerfallen. Paola kann es sich nicht vorstellen. Sie ist geschockt, weil man ihn nur als der Junge aus der Reinigung kannte. Sonst nichts.
Als Brunetti sich intensiver mit dem Fall beschäftigt stößt er auf viele Ungereihmtheiten. Die Reinigungsfrauen, die Mutter und Menschen die etwas zur Lösung der Geschichte beitragen könnten, hüllen sich in Schweigen. Es werden wichtige Informationen zurückhehalten.
Durch die Schauspielerei von Pucetti und Griffoni, bringen sie immer mehr Details ans Licht. Was war mit dem jungen Mann passiert? Der zwar eine Mutter hat, die ihn identifiziert, aber keine richtige Identität in Form von Ausweispapiere, Geburtsurkunde und Krankenkarte.

Brunetti verfolgte und löste den Fall soweit, bis er wußte was vorgefallen war. Er ist erschüttert in welcher Weise dieser junge Mann viele Jahre gelebt hatte.
Wie viele Menschen die in irgendeiner Weise daran Schuld waren, wie er leben mußte.

Als ich das Buch las, fand ich Donna Leon hat wieder einmal voll aus dem Leben geschrieben. Sie hält der Gesellschaft wie immer den Siegel vor.
Wenn wir in unserer Gesellschaft keine Gleichgültigkeit, Feigheit, sich nicht einmischen, Egoismus, Habgier, Korruption und wegschauen zur Normalität geworden wäre, dann wäre Davide nicht gestorben. Einige Menschen hätten das verhindern können, wenn gehandelt worden wäre. Aber aus den vorher genannten Gründen ist alles so geschehen wie Donna Leon es beschrieben hat.

Ein sehr schönes Buch, aber es regt ganz stark zum Nachdenken an.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es wird Herbst – in Venedig und in dieser Krimi-Reihe, 24. Juni 2014
Von 
Die Brunetti-Reihe ist im Wandel begriffen. Weg von den früheren, teils spektakulären Kriminalfällen, hin zu ruhigeren Erzählungen über Commissario Brunetti, seine Familie, seine Arbeit und vor allem - sein Venedig. Das Ergebnis muss dabei jedoch nicht zwangsläufig schlechter ausfallen als bei einem Krimi nach der Machart, wie man sie früher von Donna Leon kannte.

Um es vorwegzunehmen - „das goldene Ei“ hat mir gut gefallen. Im Gegensatz zu den eher schwachen letzten Fällen hat es diesmal wieder Spaß gemacht, Brunetti auf seinen Streifzügen durch Venedig zu begleiten. Die gemeinsame Zeit war angenehm und verging wie im Flug. Dass Brunetti seine Ermittlungen lieber in eine der zahlreichen venezianischen Bars bei Weißwein und Tramezzini verlegt anstatt in der Questura Akten zu wälzen, ist man inzwischen gewöhnt. Auch habe ich nicht mitgezählt, wie oft er seine Arbeit mittags zugunsten eines ausgedehnten Essens daheim bei der Familie unterbrochen oder am frühen Nachmittag einfach mal Feierabend gemacht hat - man könnte neidisch werden ...

Hätte ich einen Stadtplan von Venedig zur Hand gehabt, ich wäre versucht gewesen, Brunettis Wege konkret nachzuverfolgen, so detailliert beschreibt die Autorin die Plätze, Kanäle und die Architektur Venedigs. Das Leben und Treiben in dieser Stadt ist mindestens ebenso unterhaltsam wie der eigentliche „Fall“. Kriminalfall wäre diesmal etwas hoch gegriffen, „das goldene Ei“ ist eher eine gesellschaftskritische Erzählung. Es geht um den plötzlichen Tod des gehörlosen und in seiner geistigen Entwicklung zurückgebliebenen Davide, einem Mann mittleren Alters, den Guido und Paola vom Sehen kannten, über den sie aber eigentlich so gut wie nichts wussten.

Bei seinen Ermittlungen stößt Brunetti auf einige Ungereimtheiten und mit der Zeit wird das ganze Ausmaß der menschlichen Tragödie um Davide sichtbar. Begleitet wird der zunehmend abgeklärt wirkende Commissario diesmal von seinen jüngeren Kollegen Pucetti und Griffoni. Sie ergänzen sich gut und unterstützen einander, jede/r nach seinen Fähigkeiten und Erfahrungen. Vianello hat leider nur zu Beginn ein paar Szenen, im weiteren Verlauf taucht er dann praktisch nicht mehr auf. Gegen Ende gerät die Handlung dann mehr und mehr zu einer Brunetti-Ein-Mann-Show.

Schade fand ich, dass einige Handlungsfäden zwar begonnen, dann aber entweder irgendwie nicht mehr richtig weitergeführt oder aber ziemlich abrupt beendet wurden, wie zum Beispiel Pattas Besorgnis wegen der „vigili urbani“, Vianellos Loyalitätsproblem gegenüber Brunetti, Paolas nur anfangs großes Interesse am Schicksal von Davide, Elettras drohendes Büro-Problem usw.

Fazit: Der 22. Band ist einer der besseren aus der Reihe. Gut, aber nicht sehr gut. Ein schöner, flüssig und angenehm zu lesender, Venedig-Roman mit einem langsam in die Jahre kommenden Brunetti, einigen durchaus amüsanten Stellen, reichlich Venedig-Flair und der Donna Leon-üblichen Kritik an der Gesellschaft und dem politischen System Italiens. Wer dagegen einen handfesten oder gar spannenden Krimi erwartet hat, wird jedoch enttäuscht werden.

-> Knappe 4 Sterne
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