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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unkonventionell!
Ja, der Westernhagen der 70er-Anfang 80er; der war eine Klasse für sich, unabstreitbar.. anschließend wurde er Ende der 80er für die nächsten 10 Jahre Deutschlands größter Rockstar der machen konnte was er wollte und auch dementsprechend Platten rausbringen konnte, weil er unantastbar war.. da finden sich Kuriositäten wieder wie:...
Vor 4 Monaten von André veröffentlicht

versus
24 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Provozierend und polarisierend
Okay, Westernhagen hat also ein neues Album: "Alphatier". Das Ding ist ziemlich sperrig und speziell geworden, in jedem Fall alles andere als netter, radiotauglicher Mainstream: aggressive, harte Rockarrangements, teilweise extreme Gesangsparts - von zornigem Geschrei bis hin zur überbetonten Kopfstimme - und engagierte Texte. "Alphatier" provoziert und polarisiert,...
Vor 4 Monaten von Blagger veröffentlicht


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5.0 von 5 Sternen Tolle Nummern!, 25. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alphatier (Audio CD)
Ich mag zwar nicht alle Lieder, die Höhepunkte reichen mir aber für 5 Sterne! "Oh, Herr", "Clown", "Engel, ich weiss", "Was ich will bist du", "Halt mich noch einmal" und ganz besonders "Wahre Liebe" sind großartige Songs!
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16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das wars jetzt wohl - wieder eine Enttäuschung, 6. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alphatier (Audio CD)
Nun, meine erste Rezi war in der Erregung etwas kurz und unausgegoren, deshalb wollte ich der Scheibe noch eine Chance geben und danach neu und besser begründet beurteilen.

Nun, es hat sich nichts geändert, jedenfalls nichts, was einen Stern mehr rechtfertigen würde.

Es liegt mir fern mit pseudo-intellektuellen Ansprüchen die tollen Seiten dieser Scheibe herauszukehren oder mit einem Schwall an selbsbeweihräuchenden Fremdwörtern anderen Hörern meine Meinung aufdrücken zu wollen, so wie einige Leute, die hier durch die Kommentare tingeln und dieses schwache Machwerk mir gegenüber mit für mich abstrusen Begründungen rechtfertigen und schön reden wollen. Mir muss niemand erklären warum diese Scheibe angeblich gut sein soll. Ich habe Ohren. Man hört eine CD, und entweder sie gefällt einem - oder eben nicht. Alles subjektiv. Mir sagt niemand, was "Qualität" ist, das entscheidet mein Geschmack immer noch selbst. Und ich gebe hier eben nur meine ganz eigene Meinung wieder. Wenn Anderen diese Scheibe gefällt und sie ihr Geld gut angelegt sehen, dann freut mich das ganz ehrlich - ich finde die CD unterirdisch schlecht. Was nützen mich ein guter Sound und Produktion (obwohl sich da auch die Geister streiten), wenn dreiviertel der Songs einfach langweiliges, höhepunktloses Dahingesinge/gerotze sind.

Natürlich - ich mag lieber die Sachen bis "Halleluja", auch noch Teile vom "Affentheater". Aber mit dem "rollenden Käse" fing ja dort schon der Niedergang in der Qualität der Marius'chen Werke an.

Bereits beim ersten Hören hätte ich nach den beiden ersten Songs "Hereinspaziert" und "Alphatier" am liebsten abgeschaltet. Aha. Wohl zu viel ZZ Top gehört.... Einfach nur übertrieben dreckig gesungene textliche Peinlichkeiten; eingängiger Refrain strengstens verboten. Motto: Der Kritiker muss ja zufrieden gestellt werden, nicht der Fan.....

Es muss nicht alles melodischer Schöngeist a la "Freiheit" oder "Sexy" sein, aber bei "Alphatier" überwiegen die bluesigen Töne ohne musikalische Höhepunkte, unausgegoren und langweilig in die Länge gezogen. Schon im Titelsong passiert eigentlich - - - nichts! Meinem eher rockig-poppigen Naturell entsprechend kann ich "Clown", "Oh Herr" "Was ich will bist Du" oder "Halt mich noch einmal" noch gute Seiten abgewinnen, allerdings ohne sie wirklich voll überzeugend zu finden. Das sind nur die Songs, die am ehesten an meinen (möglicherweise alten) Geschmack anknüpfen. Ich bin mir aber sicher - und das zeigen auch die übermäßig vielen schlechten Rezis, das ganz viele das so sehen. Aber man kann wohl niemandem vorwerfen, dass er die Musik liebt, die er früher von diesem Künstler mochte. Denn GENAU DESWEGEN mag oder mochte man ihn ja. Wenn ich dreckigen Blues hören will, kaufe ich B.B. King, und nicht Westernhagen-Scheiben, denn der kanns nicht richtig. "Wahre Liebe" hätte auch noch gut werden können, holpert und stolpert aber letztlich doch nur wie ein Demo herum. Die beiden Bonustracks wären im Übrigen besser für immer im Archiv geblieben oder im Mülleimer gelandet. Die sind vollkommen schauderhaft. Zu Singles-Zeiten wären das noch als B-Seiten Frechheiten gewesen.

Nun, man soll ja niemals nie sagen, aber ich habe (dieses mal wirklich,heul) vor, für diesen, ähem, Künstler, künftig kein Geld mehr locker zu machen. Das war jetzt die 4. oder 5. letzte Chance, ich glaube es ist Zeit, dass wir uns endgültig trennen.
Marius ite domum.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der alte Marius ist wieder da...., 13. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alphatier (Audio CD)
Endlich bewegt sich Marius wieder mal nach vorne und das ist nach dem Vorgänger "Williamsburg" wieder ein neues Album, dass ich immer und immer wieder höre. Die Alben davor gefielen mir (Fan seit 1980) nicht so, da ich mit Songs a la Willenlos nichts anfangen kann.

Auf Alphatier gibt es wieder Texte, die sich am aktuellen Zeitgeschehen orientieren, Dinge aufgreifen, wie es nur Marius (oder vielleicht noch Udo L.) kann und wo gerockt und mit der Stimme geröhrt wird. Wo es Gänsehautmomente gibt, alle Risiken eingegangen werden und alle Kompositionen durchgängig hochwertig sind. Auf diesem Album gibt es keinen Lückerfüller, keinen Totalausfall. Das Album ist durch und durch stimmig und textlich und musikalisch auf höchstem Niveau.

Wer Marius an sich immer schon mochte und lediglich mit den Alben während der "Stadionphase" (90er Jahre) nicht mehr viel anfangen konnte, der sollte sich mit diesem Album beschäftigen. Back to the roots. Hier wird wieder geröhrt und gerockt und es gibt wieder richtig schöne Liebeslieder, die nicht peinlich sind.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als überzeugend!, 12. Juni 2014
Von 
R. Schroedel (Neusorg, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alphatier (Audio CD)
Nachdem ich nun etliche Rezessionen überflogen habe, auch und vor allem die mit schlechter Bewertung, muss ich mich nun doch zu Wort melden. Eins vorab: ich bin kein "eingefleischter" Westernhagen-Fan der ersten Stunde, aber ich mag seine Musik: Er ist einer der wenigen deutschen, im Blues und Rock verwurzelten Musiker von internationalem Format. Das vorliegende Album ist mehr als überzeugend. Ein paar Stichworte zu den Titeln:

"Hereinspaziert" - ein Intro, das wach macht, "Gehirn ist nicht vonnöten";
"Alphatier" - eine knallharte Rocknummer;
"Liebe (Um der Freiheit willen)" - eine typische Westernhagen-Hymne, ein Aufschrei, dauert über 6 Minuten;
"Oh, Herr" - eine Westernhagen-Ballade;
"Clown" - ein lockerer Rocker;
"Engel, ich weiß ..." - nimmt das Tempo zurück; toll instrumentierte Ballade;
"Verzeih" - wieder eine harte Rocknummer mit überwältigender Steigerung;
"Was ich will bist du" - der übliche schwungvolle Rock'n'Roller;
"Liebeslied" - ein Blues, nicht besser zu machen mit wunderbar ausklingendem Schluss;
"Keine Macht" - eine bluesgetränkte Nummer, Klasse Rhythmus, Klasse Percussion, dauert über 6 Minuten;
"Halt mich noch einmal" - ein Spitzen-Stück, stampfend, treibend, dauert über 6 Minuten
"Wahre Liebe" - eine Westernhagen-Ballade der Sonderklasse
"Ich bin besessen" (Bonus) - rumpelnder Bluesrock vom Feinsten
"Hast du vergessen" (Bonus) - Klasse Freight-Train-Blues

Westernhagen bleibt sich treu, und er geht mit der Zeit. Man erkennt ihn wieder und er experimentiert musikalisch. Was manche Rezensenten als störend empfinden, ist nichts als moderner Sound. Tiefe, betonte Bässe; kribbelnde, "fuzzy" Lead-Gitarre; treibender Rhythmus. Ich gebe zu, dass ich beim ersten Hören auf das übliche "langweilige, schnulzige" Stück gewartet habe, das man mit SKIP überspringen kann. Gibt es nicht! Immer, wenn ich glaubte, jetzt sei es soweit, überraschte mich Westernhagen mit spannendem, fesselndem Songaufbau und toller Instrumentierung. Hier ist es nun auch an der Zeit, den beteiligten Musikern ein dickes Lob auszusprechen: spitzenmäßig!! Es hat sich gelohnt in die Staaten zu gehen und mit amerikanischen Musikern zu arbeiten. Das passt hundertprozentig zum Charakter der Musik, die uns Westernhagen hier bietet.

Noch ein paar Worte zu Mit-Rezensenten: Da wird Westernhagen mit Maffay verglichen, was ja nun überhaupt nicht geht! Die Musik Westernhagens ist ja wohl um Klassen besser. Und wer sich beschwert, der Sound sei grauenvoll und die Texte nicht zu verstehen, der sollte sich mal mit seiner Musikanlage beschäftigen, oder sich an der Schlagerwelt (würg!) orientieren - und sich mal fragen, ob er bei englischen Songs die Texte immer auf Anhieb versteht, oder auch mal ins Booklet sehen muss. Und was ist in diesem Zusammenhang mit Grönemeyer?

Fazit: Direkt, polarisierend, schreiend, provozierend, am Rande des Perversen (die Videos - wer sich den gesamten Horizont des Albums erschließen will, sollte sich die DVD dazu gönnen). Ein Album ohne Schwächen. Wirklich ohne Schwächen! Eine ganze Minute Gitarrensolo am Ende eine Songs (Was ich will bist du); ein Blues, der eine Minute zum Ausklingen hat (Liebeslied); ein percussion-betontes Rhythm-&-Blues-Stück, das zwei Minuten dahintreiben darf (Keine Macht); Rock, Blues, Balladen. Westernhagen eben. Das kann nur Westernhagen auf diesem Niveau. Ein erstklassiges Album, eines der besten in meiner Sammlung, die inzwischen an die 600 CDs reicht. Nur zu empfehlen. Sechs Sterne! Ach so, geht ja nicht. Dann halt fünf.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich endlich wieder gut, 21. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alphatier (MP3-Download)
Ich war ein großer Westernhagen-Fan. Naja, bis zum Album 'Die Sonne so rot'. Und das war 1984.
Die Platten danach fand ich ganz ok aber mit den Jahren wurde ich immer mehr enttäuscht. Seichte Musik und arrogantes Gehabe (wo war die coole Socke von damals?) haben mich zuletzt sogar echt verärgert. Darum war ich auch nicht überrascht, nun doch einige schlechte Kritiken zum neuen Album zu lesen. Aber in Gedenken der alten Zeiten habe ich doch reingehört und war seltsam positiv überrascht. Also Album gekauft und seitdem schon ein paar mal gehört. Und was soll ich sagen? Ich finde es klasse. Und zwar richtig klasse. Keine Ahnung warum, ich bin auch wirklich kein Musikkenner und fürchte sogar, ich neige mittlerweile zu eingängigen Mainstream-Stücken. Aber irgendwie fühle ich mich bei diesem Album an die gute alte Marius-Zeit zurück erinnert und deswegen gebe ich gerne 5 Sterne. Es gibt schöne (Rock-)Balladen wie 'Oh Herr', 'Wahre Liebe' und 'Liebe' (in dieser Reihenfolge meine Lieblingslieder), Bluesstücke wie 'Verzeih' ' oder etwas auch etwas dreckiger wie 'Hereinspaziert'. Eine wie ich finde abwechslungsreiche und sehr gelungene Mischung!
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5.0 von 5 Sternen Neues von Westernhagen, 27. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alphatier (Audio CD)
Westernhagen Neu? In diesem Fall kann man es bekräftigen. Auf allen Alben die ich von ihm besitze immer gut
von schmuseweich bis rockig. Bei Alphatier nun auch ausgesprochener Blues bis Hardrock ohne seine leisen
Lieder zu vernachlässigen. Ein gelungenes Album.
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen geil und laut, 2. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Meine Erwartung bezüglich des neuen Albums war gering, zu sehr hat er die letzte Zeit am perfekten Sound, an der perfekten Harmonie, der perfekten … gefeilt und bis auf wenige Lieder dabei nicht mein Geschmack getroffen. Zugegeben, einige der letzten Alben waren musikalisch absolut anspruchsvoll, so anspruchsvoll wie man sie von keinen anderen deutschen Künstler je gehört hat.
Aber, sei’s drum. Ich bin Westernhagen Fan seit den ich ihn vor dreißig Jahren das erste Mal in der Kölner Sporthalle live erlebt habe und deshalb habe ich mir auch dieses Album vorbestellt. Es kam wie immer bei Amazon pünktlich, allerdings kam ich erst am Samstag dazu reinzuhören – und ich war begeistert. Beim dritten Lied ‚Liebe (der Freiheit willen)‘ bekam ich eine Gänsehaut und dachte nur ‚Putin, hörst du das‘… so intensiv (ja auch laut) muss man den Schrei nach Freiheit und Liebe vortragen. Nicht kuschelig, nicht harmonisch, sondern einfach nur ‚geil und laut‘.

Das ganze Album hat kein wirklichen Ausrutscher nach unten. Hier und da ist die Gitarre zu laut, die Stimme zu undeutlich und einmal auch die Aufnahme nicht ganz sauber.
Die Videos sind nicht mein Geschmack, ich denke auch das man sich die hätte sparen können. Viel zu roh!

Bei manchen Bewertungen hier denke ich: „hat der Schreiber das Album“ überhaupt gehört?
„Rammstein-Verschnitt“? Ein Lied wie ‚Liebe (der Freiheit willen)‘ würde man von Rammstein im Leben nicht hören.
„überbordendem Ego“ oder „arrogante Selbstbeweihräucherung“, was hat das mit der Musik zu tun? Und wenn das was auf diesen Album drauf ist „abgestandender Mainstream-Pop“ ist, dann kann es nicht anders sein, als das der Kritiker das Album gar nicht gehört hat.
Gott sei Dank gibt es hier aber noch objektive Bewertungen. Wenn z.B. ‚Blagger‘ hier nur zwei Sterne vergibt, das aber sachlich darlegt und (obwohl das sowieso allen klar sein sollte) es nur seine Meinung und sein Geschmack wiederspiegelt, super. Aber was einige hier abgeben – dann kann man nur den Kopf schütteln.
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5.0 von 5 Sternen Genial, 19. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alphatier (MP3-Download)
So isser halt, unser Marius.
Geniale Liederzusammenstellung, ältere Lieder fehlen aber, die schon immer besser waren wie etwas neueren.
Aber lässt sich sehr gut anhören. Weiter So!
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3.0 von 5 Sternen Etwas unruhiger als früher, 28. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alphatier (MP3-Download)
Marius auf Krawall gebürstet. Die alten Scheiben gefielen mir besser und waren soundmäßig etwas stimmiger.
Von Altersmilde keine Spur... Er gibt in diesem Album alles :-)
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23 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gehörig Dreck an den Füßen, 25. April 2014
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es geht nicht mehr um Zahlen. Es geht nur noch um Kunst, um die Geschlossenheit eines Albums als Kunstform, um ein klares Statement, ungeachtet der Kompatibilität mit dem Zeitgeist oder des Zuspruchs eines größtmöglichen Publikums. Und das nicht erst seit heute, nicht erst seit "Alphatier".
Man kann begründet darüber streiten, ob es glaubhaft ist, wenn Westernhagen nicht müde wird zu betonen, dass es ihm auch in der Über-Dekade von 1989 bis 2000 vorrangig um die Kunst ging, er die Kunstform der großen Stadion-Show ausloten wollte und beweisen, dass individuelle Mega-Inszenierungen aus Musik, Licht, viel Ego und Bühnenaufbauten von der Dimension einer Kleinstadt nicht nur Global Playern wie den Rolling Stones oder U2 vorbehalten sind. Den Beweis hat er erbracht. Dass sich sechs Alben dieser Jahre (ein Best of und ein Live-Album mitberücksichtigt) durchschnittlich jeweils 1,5 Millionen mal verkauften, schuf eine stabile Grundlage. Wenn sich auch in jenen Jahren nun die Kollegen Grönemeyer, Maffay, die Toten Hosen oder die Ärzte wahrlich auch nicht beschämt wegducken mussten, genoss er doch weidlich die mediale Inszenierung als Deutschlands größter Rockstar, unnötige Überhöhungen inklusive. Ob da nun wirklich nur die Kunst das treibende Motiv war oder nicht doch auch ein Berauschen an der eigenen Bedeutung, wie ihm zunehmend vorgeworfen wurde, sei dahin gestellt. Fakt ist: er selbst hat dieser riesenhaften Maschine mit Ankündigung nach der Tour'99 und dem Best of Album 2000 den Stecker gezogen.

Seither geht es ihm glaubhaft nicht mehr um Zahlen. Die jeweils unvorhersehbare und sehr unterschiedliche Ausrichtung der drei Alben seither belegt es. Alle drei wurden kontrovers diskutiert, große Teile der Besucher der Stadion-Rock-Konzerte wandten sich vorhersehbar ab (viele nicht ohne noch vorher ihren Unmut letztinstanzlich wie ein Fallbeil im Internet öffentlich zu verkünden); "In den Wahnsinn" wurde als zu sperrig, überladen und verkopft beschrieben, "Nahaufnahme" als viel zu still und introvertiert, und dass sich bei "Williamsburg" vor nun bald fünf Jahren die Wogen langsam wieder glätteten und abfällige Kommentare nachließen, lag wohl auch daran, dass sich das einstige Superhit-Publikum neue Helden gesucht hat (gehen die jetzt alle zu Helene Fischer?). Ungeachtet des persönlichen Geschmacks - es ist und bleibt bitteschön jedem frei gestellt, dass ihm auch ein noch so gutes Album ganz und gar nicht gefällt - kommt man nicht umhin, Westernhagen zuzugestehen, dass jedes der drei Alben einem weit höheren künstlerischen Ansatz gefolgt ist als alle Alben der 1990er Jahre zusammen. Dass sich alle drei Alben addiert etwa 800.000 mal verkauften und somit wiederum zusammen nur halb sooft wie ein einziges in den Neunzigern allein, ist eine wenig überraschende Folge.
Abgesehen davon, dass sich auch die neueren Zahlen immer noch auf einem Level befinden, von dem die allermeisten Musiker nicht zu träumen wagen, spricht es ungemein für Marius Müller-Westernhagen, dass er nicht die geringsten Zugeständnisse macht, um noch einmal solch rauschhafte Dimensionen zu erreichen.

"Alphatier" ist jetzt so was wie das Ausrufezeichen hinter den Vorsatz zu absoluter Kompromisslosigkeit, für jeden der bisher daran vielleicht noch zweifelte: Westernhagen will gewiss nicht zurück ins Stadion, will keinen Airplay-Hit! Denn radiotauglich ist an dem Album gar nichts - und das allein ist schon so wunderbar!
Was auch immer Sie für ein Klischee von Westernhagen im Kopf haben mögen, vergessen Sie's. Man erkennt ihn natürlich noch, aber in dieser Wucht und Heftigkeit kam noch keines seiner Alben daher; keines war so schroff, so kehlig, so wütend, so betont laut, allerdings auch so weitgehend frei von sofort ins Ohr gehenden Melodien. Wenn es überhaupt Anleihen auf diesem nun schon 19. Album zu früheren Werken gibt, dann tatsächlich zur 78-81-Trilogie (Mit Pfefferminz/Sekt oder Selters/Stinker), aber auch das nur vage. "Clown" und "Was ich will bist du" erinnern in Stil und Struktur zwar an diese (für viele bis heute beste) Phase und ihre temporeichen, klaren, schnörkellosen Rocksongs, haben aber ungemein mehr Druck auf dem Kessel als die Nummern von vor 35 Jahren.

Der Grundton des Albums ist krachend schnaubender Blues-Rock mit gehörig Dreck an den Füßen und einer demonstrativen >Es reicht!< Attitüde. "Schinderhannes" oder "Wir haben die Schnauze voll" vom letzten Album, sind vergleichsweise harmlos.
Völlig uncharmant stolpert Westernhagen mit seinen diabolisch wütend spielenden Musikern in das neue Album; "Hereinspaziert, hereinspaziert" beklagt wortgewaltig und lautstark holzend die Verschwachbirnung unserer Gesellschaft; nicht mit erhobenem Zeigefinger, eher mit ausgestrecktem Stinkefinger - die Marschrichtung wäre somit vorgegeben.

Hier soll nun kein Buch über "Alphatier" entstehen (auch wenn ich gerade glatt Lust dazu hätte) und darum auch nicht jeder der 14 (in der Standart-Ausgabe 12) neuen Songs besprochen werden, einige Stücke, die vom Grundton des Albums recht stark abweichen, sollen aber noch erwähnt sein.

So sehr das Album auch ganzheitlich quer durch die Tür will, gönnt es dem Hörer auch stille Momente. So beispielsweise im ersten Drittel von "Liebe (um der Freiheit Willen)". Ganz sacht und nur von einer Akustik-Gitarre begleitet, zwingt Westernhagen zum zuhören. Die Inklammersetzung im Titel deutet es schon an: das Lied ist im Grunde genommen ein Update des '87er Klassikers (und 1990 in der Live-Version zur Wiedervereinigungs-Hymne gewordenen Hits) "Freiheit". Nur was damals eine umarmende Piano-Ballade blieb, verharrt im neuen Lied nur die ersten etwa 90 Sekunden in erzählerischer Ruhe. Dann hebt der Song ab, wird mehr und mehr zu einem Aufschrei, zum Freiheitskampf, der mit sechseinhalb Minuten das thematisch verwandte kleine Lied nicht nur in der Spiellänge um mehr als das doppelte überragt. Ein besser/schlechter-Vergleich wäre völliger Unsinn, gar nicht nur des Superhit-Status des älteren Liedes wegen, aber eine überaus eindrucksvolle Weiterführung der damaligen Gedanken ist der neue Song mindestens, vielleicht sogar eine bitter nötige, in einer Zeit, in der immer unverhohlener die Freiheit wieder mit Füßen getreten wird, auch da, wo man sie in sicheren Händen glaubte. Wo "Freiheit" eine stille Mahnwache mit leuchtenden Feuerzeugen war, ist "Liebe (um der Freiheit Willen)" drohend empor gestreckte lodernde Fackeln.

Apropos Liebe: Das Thema wird auf der Platte natürlich nicht ausgespart, auch wenn es gegenwärtig natürlich boulevardeske Interpretationen schüren könnte; nein, wird. Da Westernhagen seit Jahrzehnten deutlich macht, dass seine Lieder bestenfalls hier und da autobiografisch umspült sind, in erster Linie aber Kunst und Fiktion (was in vielen Liedern ja auch überdeutlich so ist), sollte man hier nicht zu viel herum und hinein deuten. Für uns Hörer ist entscheidend, dass "Alphatier" mit "Engel, ich weiss..." und "Wahre Liebe", dem eigentlichen Charakter des Albums entgegengesetzt, gleich zwei wirklich große Liebeslieder parat hält, die früheren Vertretern dieser Spielart wie "Weil ich dich liebe", "Tanz mit dem Teufel" oder "Engel" mindestens ebenbürtig sind. Dass das Wörtchen Engel damals wie heute Verwendung findet, könnte im Privaten zwar zu Kränkungen führen... jetzt fang ich auch schon an... Es geht uns einfach nichts an. Die Lieder sind kitschfrei und schlichtweg schön - Punkt.

Alles in allem fällt auf, dass Westernhagen sich auf diesem Album weniger scheut gerade auch gesellschaftskritisch sehr konkret zu werden, weniger umschreibend oder allgemein, formuliert er klarer und ganzheitlicher als meinetwegen vor zwanzig Jahren bei dem zweifellos großartig im Stakkato wortgefetzten "Schweigen ist feige" oder "Krieg". "Kein Macht" z.B. ist eine direkte Reminiszenz an Rio Reiser und den Ton Steine Scherben Polit-Rock-Klassiker "Keine Macht für niemand". Ungewöhnlich deutlich und außergewöhnlich gut! Rhythmisch diffus und dennoch eingängig erinnert sich der neue Westernhagen-Song an Rios Worte von vor 42 Jahren: "... und es wird mir klar, was die Lösung war: Keine Macht..."

Westernhagen wurde viel kritisiert, regelrecht angegriffen, manches war vielleicht sogar berechtigt. Qualitativ aber gab er sich keine Blöße, handwerklich waren alle Alben bestechend (schweigen wir an dieser Stelle bitte über die Mitte der Achtziger Jahre). Dass gerade die jüngeren Produktionen stilistisch polarisieren und nicht jedem gefallen, spricht für den Künstler, nicht gegen ihn. Bestand Ende der Neunziger vielleicht tatsächlich die Gefahr, dass er zum Dienstleister der Massenunterhaltung verkommt, hat er diese inzwischen gründlich gebannt und war bereit einen hohen Preis dafür zu zahlen. Das verdient Anerkennung. "Alphatier" wird von einigen - z.B. von mir - für eines seiner herausragenden Alben gehalten werden. Genauso sicher wird es einigen zu hart, zu wenig melodiös, zu dies und zu jenes und zu wasweissichdenn sein. Gut so!

------ Zusatz zur DVD-Edition und Premium-Box ------

Dass für die DVD bei der Deluxe-Edition nicht nur ein obligatorisches Making of von zehn Minuten und ein Videoclip zur ersten Single produziert, sondern beinah das ganze Album filmisch umgesetzt wurde, unterstreicht den insgesamt hohen Aufwand, den Westernhagen mit seinen Musikern und seinem Team für dieses Album betrieben hat.

Die Box ist dann die optisch absolut vollendete Erscheinung dieses Albums, wirklich wertvoll! Die stabile Kiste in LP-Format birgt neben der Deluxe-Edition mit 14 Titeln und der DVD auch die Doppel-Vinyl-Ausgabe (2x180g, ebenfalls alle 14 Songs) mit dem Cover-Motiv in 3D auf der Hülle als besonderem Hingucker, einem Poster (sechsfaches LP-Format, eigenes Motiv) und einem T-Shirt - kurz: für Westernhagen-ganz-besonders-gerne-haber eine wirklich schöne, fair kalkulierte Edition.
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Alphatier
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