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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einmal um die ganze Welt
Der traurige Überrest der Menschheit nach einer immensen Naturkatastrophe oder vergleichbarem Unbill gefangen in einem abstrusen Szenario - in diesem Fall einem Zug, der seit 18 Jahren unendlich die mittlerweile komplett vereiste Erdkugel umrundet. So weit, so abenteuerlich. In den hinteren Waggons darbt die ausgebeutete Unterschicht dahin, während es sich die...
Vor 3 Monaten von Blagger veröffentlicht

versus
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3.0 von 5 Sternen Eine Tolle Idee und ein lohnenswerter Film, jedoch zerstören Logiklöcher die Immersion
Als jener Film letzes Jahr ins Kino gelangte, wollte ich ihn mir eignetlich ansehen. Bedrauerlicherweise kam ich erst heute dazu.
Meine Erwartungshaltungen waren moderat, hatte ich doch keine Kritiken gelesen, noch eine genaue Vorstellung, was in diesem Film ablaufen würde. Meine Erwartungen waren insbesondere auf eine tolle Geschichte bzw. auf die Idee des...
Vor 2 Tagen von Seher veröffentlicht


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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einmal um die ganze Welt, 8. Mai 2014
Von 
Blagger - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer (DVD)
Der traurige Überrest der Menschheit nach einer immensen Naturkatastrophe oder vergleichbarem Unbill gefangen in einem abstrusen Szenario - in diesem Fall einem Zug, der seit 18 Jahren unendlich die mittlerweile komplett vereiste Erdkugel umrundet. So weit, so abenteuerlich. In den hinteren Waggons darbt die ausgebeutete Unterschicht dahin, während es sich die herrschende Elite in der vorderen Luxusklasse gutgehen lässt. Es folgt der Aufstand, die Auflehnung gegen die unerträglichen Zustände - so weit, so vorhersehbar.

Die Grundidee und die daraus entwickelte Geschichte ist schon vielfach filmisch umgesetzt worden, da fallen einem fast zwingend der "Planet der Affen" ein, "Total Recall" oder die "Twelve Monkeys", um nur einige zu nennen. Regelmäßig wird daraus eine Mischung aus Actionfilm und philosophischer Allegorie, mal mit dem einen, mal mit dem anderen Schwerpunkt. Bei "Snowpiercer" halten sich beide Elemente in etwa die Waage. Auch wenn man sich nicht auf die tiefere Bedeutung des Szenarios einlassen mag, funktioniert "Snowpiercer" als Actionkino ganz ordentlich: die Handlung hat das richtige Tempo, die Schauspieler sind hervorragend (allen voran die großartige Tilda Swinton, aber auch Chris Evans und John Hurt), die Inszenierung ist trotz durchschnittlicher Tricktechnik ansehnlich. Dass bei einem derart konstruierten Szenario Logiklöcher nicht ausbleiben, darüber sollte man sich vorab klar sein. Zu bemängeln wäre, dass die Handlung zu wenig Überraschungen bietet.

Ob die philosophische Komponente über das Wesen der Menschheit und des Daseins nun eher plump oder eher tiefgründig ist, das liegt im Auge des Betrachters. Für diejenigen, die es gar nicht blicken, liefert einer der Protagonisten am Ende noch die mundgerechte Interpretation mittels eingängiger Weisheiten ab ("Der Zug ist die Welt, die Passagiere sind die Menschheit"). Das empfinde ich persönlich als etwas aufgesetzt und eigentlich als Beleidigung des Zuschauers, sofern man ein Hirn zwischen den Ohren als gegeben voraussetzt. Wie dem auch sei, immerhin geht "Snowpiercer" mit seiner ernsthaften und ernstgemeinten Gesellschaftskritik im Anspruch weiter als viele andere Actionfilme.

Insgesamt habe ich mich recht gut unterhalten und ein wenig zum Nachdenken angeregt gefühlt. Letzteres wäre bei einer weniger offensichtlich präsentierten Metaebene wohl intensiver ausgefallen und hätte den Streifen für mein Empfinden interessanter gemacht. Dennoch: sehenswert ist "Snowpiercer" allemal.
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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Luhmann-Habermas Debatte als Sci-Fi-Movie!, 7. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer [Blu-ray] (Blu-ray)
Mal wieder ein toller Film, der an den Kinokassen leider untergegangen ist.

Snowpiercer ist entweder ein Science-Fiction/Actionfilm mit philosophisch-soziologischer Note, oder eine gesellschaftstheoretische und philosophische Debatte, die in einem Action-Korsett eingebettet ist.

Kann man sich aussuchen.

Worum gehts? (in Stichworten):
- düsteres Endzeit-Zukunftsszenario
- letzte überlebende Menschen in einem unentwegt fahrenden Zug eingesperrt
- Passagiere in Zug getrennt zwischen "Oberschicht" und "Unterschicht"
- Unterschicht will (mal wieder) Revolte anzetteln, um ihre prekäre Lebenssituation zu verbessern

Was sieht man in dem Film? (in Stichworten):
- einen Zug
- einen überzeugenden Chris Evans
- eine grandiose Tilda Swinton
- massenweise Action und Gemetzel (Brutalität hält sich aber in Grenzen)
- ein überraschendes, gutes und nachdenkliches Ende

Was gefällt an dem Film?
- Der Handlungsverlauf
- überraschende, unvorhersehbare Momente
- stimmige Action
- Der intelligente Inhalt
- Chris Evans (mal) als seriöser Darsteller
- Tilda Swinton
- John Hurt

Was kann nicht überzeugen?
- Die teilweise billigen Computer-Effekte
- einige wenige Logikfehler (der kleine Pelzmantel etc.)
- die dunkle Vergangenheit des Helden kommt irgendwie nicht glaubwürig daher.

So, jetzt kommt der Teil mit den SPOILERN, SPOILERN, SPOILERN, ab hier nicht weiterlesen, wer nicht zu viel erfahren will...
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Das eigentlich grandiose an dem Film ist die Philosophie, die dahinter steckt. Es werden dabei zwei verschiedene "Weltanschauungen" gegeneinandergestellt.
Zum einen hat man die "Klassenkampf"-Theorie der Unterschicht bzw. jene des Anführers, gespielt von John Hurt. Dabei geht es darum, dass die Unterschicht von der herrschenden Oberschicht ausgebeutet und unterdrückt wird. Ziel des Kampfes ist es, die soziale Ungerechtigkeit zu überwinden und die Klassen letztlich aufzulösen. Klassischer Marxismus halt. Das ist auch die Position des deutschen Philosophen und Intellektuellen Jürgen Habermas.

Die andere Theorie ist die der "Systemtheorie". Das Leben im Zug (und in der Welt?) ist ein in sich geschlossenes System, welches eine bestimmte Balance aufweist und nur in dieser Balance Bestand hat und funktionieren kann. Es ist eine Theorie, die alles rechtfertigt, was es in diesem System gibt, da es systemerhaltend ist und wirkt. So sind die soziale Ungleichheit, die Gewalt, das Stehlen der Kinder, die Genozide und sogar die Revolten und Aufstände nötig, um das Gleichgewicht im Zug aufrecht zu erhalten. Das ist vergleichbar mit der Position des deutschen Soziologen Niklas Luhmann (†).
Diese Theorie ist wesentlich perfider, da sie sogar die Theorie des Klassenkampfes inkludiert, aber sie insofern pervertiert, indem sie sie für die Aufrechterhaltung der Balance und somit der sozialen Ungleichheit rechtfertigt, und somit umkehrt.

Dies ist auch der Kasus Knaxus im Film.

Als der Hauptdarsteller Curtis (Chris Evans), der für den Klassenkampf und die Klassenüberwindung steht, nämlich am Ende des Films zu dem Erschaffer und Herrscher des Zuges gelangt, um diesen zu beseitigen, erwidert dieser, überzeugend gespielt von Ed Harris, dass er auf Curtis gewartet habe, da Curtis sein Nachfolger werden solle, um die Hierarchie und die Balance innerhalb des Zuges aufrecht zu erhalten.

Wilford (Ed Harris), der Herrscher des Zuges, geht sogar noch einen Schritt weiter. Er behauptet, dass der geistige Mentor von Curtis, von Wilfords Plänen gewusst habe und ständig mit ihm zusammengearbeitet habe und das auch die von ihm angezettelten Revolten nur dafür da gewesen seien, die Population zu reduzieren und das System im Zug stabil zu halten. Auch habe er gewusst, dass Curtis der neue "Führer" des Zuges werden solle.

Bezogen auf die Theorien von Habermas und Luhmann würde das in etwa bedeuten, dass Habermas garnicht die soziale Ungleichheit und das Klassensystem überwinden wollte, sondern mit der Systemtheorie konform geht und den Klassenkampf nur für die Erhaltung des Klassensystems will.
Ganz schön harter Tobak und eine ganz schöne Anschuldigung.

Curtis ist verständlicherweise extrem geschockt durch diese Behauptung, sein ganzes "Weltbild" gerät aus den Fugen und er muss sich entscheiden, ob er der neue "Führer" werden-, oder das gesamte System auslöschen soll.

Ich weiß, das ist meine Interpretation, und vielleicht lehne ich mich dabei ganz schön aus dem Fenster, aber man kann es durchaus so deuten.

Übrigens denke ich, dass die Besetzung von Ed Harris in der Rolle von Wilford eine ganz klare filmische Anspielung auf die "Truman-Show" ist. Dort verkörpert Ed Harris nämlich ebenfalls den Strippenzieher, als "Regisseur".

Ja, warum vergebe ich nur vier Punkte und keine fünf? Der Film ist gut, vielleicht sogar sehr gut, aber die fünf hat er nicht verdient, da er dann doch nicht das Zeug zum Klassiker oder Kultfilm hat. Trotzdem sehr sehenswert!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Science-Fiction vom Allerfeinsten, 8. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer (DVD)
Als die globale Erderwärmung ihren Höhepunkt erreicht wird in einem verzweifeltem Versuch ein Kältemittel in der Atmosphäre verteilt. Das Experiment schlägt furchtbar fehl und die Welt erstarrt in Eis und jegliches Leben wird ausgelöscht. Nur eine Handvoll Menschen kann sich in einen Zug retten der auf einem den Globus umspannenden Schienennetz ziellos durchs ewige Eis rattert und angetrieben wird von einem geheimnissvollen Perpetuum Mobile.

Die Menschen im Zug leben in einem Art Kastensystem von überschwenglichem Luxus bis zu Gulag ähnlichen Verhältnissen, aber es gärt. Die "Economy" Passagiere wollen die Unterjochung nicht mehr hinnehmen und planen unter Führung von Curtis (Chris Evens) und John Hurt die Revolte, dabei soll die geheimnisvolle Maschine vorne im Zug unter Kontrolle gebracht werden und wenn dabei ein paar Aufseher oder Bonzen draufgehen umso besser.
Als der Aufstand beginnt platzt förmlich eine Blase des Hasses und Gewalt.

Was nun folgt sind von Regisseur Bong Joon-ho hervorragend inszenierte Actionszenen die durch atemberaubendes Tempo und Spannung jeden Zuseher in den Kinosessel drückt. Bong Joon-ho verleiht den Kämpfen dabei auch die nötige Härte und untermalt das Ganze mit einem wummernden Soundtrack. Im weiterem Verlauf wird die Szenerie von Minute zu Minute abgefahrener und es zeigt sich immer mehr wie viel Tiefgang der Film besitzt.

Das alles wäre allerdings unmöglich gewesen ohne den erlauchten Kreis von Darstellern die sich hier versammelt. John Hurt als graue Eminenz, Chris Evans "das Beste was ich bisher von ihm gesehen habe", Jamie Bell, Ed Harris und eine Tilda Swinton die man so richtig von Herzen hassen darf.

Bei diesem Film stimmt einfach Alles weil zu der tollen Action auch Story und Szenerie absolut überzeugen, daher mein Rat an alle Science-Fiction Freunde "UNBEDINGT ANSEHEN" der Film ist gerade angelaufen, leider in viel zu wenigen Kinos.
Das Beste was ich seit District 9 gesehen habe.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Snowpiercer - ein sympathischer Underdog, 9. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer (DVD)
Habe mir den Flic gestern im Cinestar angeschaut. Das kino war ziemlich leer. Die Vorstellung war auf Englisch und auf 23:00 angesetzt.
Nach mind 15-20 min droeger Hollywood Kinotrailern, wie z.b. der des neuen Transformers o. Captain America...also Filme die nach dem bekannten langweiligen Hollywood Schema gestrickt sind. Ich war dementsprechend erwartungsfroh als Snowpiercer dann endlich anfing. Ich habe schon so einige interessante facts ueber den Streifen gehoert, beispielsweise soll er aufwendig produziert und dennoch nicht dem ueblichen vorhersehbaren Hollywood Baukastenprinzip entsprechen.
Ich wurde nicht enttaeuscht. Die "guten" Charaktaere sind eigentlich alle wie ueblich entworfen. Bei den "boesen" sticht besonders der von Tilda Swinton hervor, die uebrigens eine hervorragende Performance abliefert. Ihr Charakter wird zum einen sehr eiskalt und skruppelos dargestellt zum anderen aber auch unfreiwillig komisch, schrullig, zerstreut, niedlich. Hieraus gibt sich eine grosse Spannung, die den Charakter sehr bizarr wirken laesst. "Bizarr", das ist der Terminus, den ich fuer den ganzen Film als passend und zentral empfinde. Die Erzaehlweise des Films zeichnet sich dadurch aus, dass der Streifen sich anfangs ziemlich bedeckt haelt mit allen Hintergruenden ueber den Zug und die starre soziale Hierarchie, die unter den Passagieren herrscht. Es werden anfangs lediglich Andeutungen ueber Dieses und Jenes gemacht. Das man als Zuschauer im Dunkeln gelassen wird haben einige Leute im Youtube Forum stark kritisiert. Ich allerdings finde, dass dies gut zum Konzept des Flics passt. Die Protagonisten arbeiten sich mit Hilfe eines geheimnissvollen Ingenieur, der die Türen öffenen kann, von Zugabteil zu Zugabteil durch. Jedes Abteil bringt irgendwie neue Erkenntnisse und bringt den Plot voran. In einigen werden aber auch leider wieder neue Fragen aufgeworfen. Es kommt hinzu, dass die Abteile mit jedem Mal etwas skurriler werden. Ich will mal sagen, der Film wird immer bizzarer. Anders als konventionelle Hollywood Filme, die den Plot dann irgendwann umschwenken lassen und die Bizzarheit aufloesen oder abmildern bleibt der Kern von Snowpiercer weiterhin nebeloes. Hier weicht der Film, finde ich, von der ueblichen Hollywoodlinie ab. Das praktische Ziel bleibt aber weiterhin klar und deutlich: sich bis zum letzten Abteil durchzukaempfen. Dabei fliesst natuerlich wie es sich gehoert auch eine Menge Blut. Dort sitzt der Maschinenraum, welcher von einer mysterioesen Gestalt namens Wilford kontrolliert wird, und mit welchem der proletarische Protagonist die Konfrontation sucht. Er hofft so auf Verbesserung der Lebensbedingungen für seine Brüder und Schwestern. Ich hoere an der Stelle mal auf, sonst wirds too spoiling.
Der Spannungsbogen wird durch die Treibjagd in die vorderen Abteile konstant aufrecht erhalten.

Als der Film zu Ende war und das Licht anging, wurde mir wieder mal gewahr, wie wenig Besucher sich im Saal versammelten. Ich fragte mich woran das (abgesehen von der Uhrzeit und Sprache) liegen koenne.
Ich vermute, dass durch die mediale Berichterstattung ueber den Streifen, bei dem Ein oder Anderen gewisse Vorurteile erzeugt wurden (zu intellektuel, zu unkoventionell...zu sonderbar). Auch ich hab mich dadurch ein bisschen leiten lassen und kann mich dem Tenor des Pressespiegels ein wenig anschliessen (ich habe schon weiter oben engedeutet, wo der Film von den sonst ueblichen Standards abweicht). Am Ende muss ich aber schon sagen, dass ich es schade finde, dass der Film so wenig Zuschauerzahlen aufweisen kann. Das hat der Film wahrhaftig nicht verdient! Ich fand ihn spannend und auch mal wieder eine willkommene Gelegenheit sich bewusst zu machen, wie sehr man auf das uebliche Hollywoodschema konditioniert ist - in der Hinsicht kann man sagen war Snowpiercer frech, froehlich, innovativ! Ich kann den Flic auf jdn Fall allen Fans guter Comic Adaptionen ans Herz legen!
Der Film wird kein Box Office Knueller, aber einen Kult Status a la Bladerunner dürfte ihn in ein paar Jahren sicher sein!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Böse neue Welt, 21. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer (DVD)
Schon vor einigen Jahren hatte sich der südkoreanische Regisseur Joon-ho Bong die Filmrechte an der gleichnamigen dreiteiligen Graphic Novel (deutsch: Schneekreuzer) von Jacques Lob, Jean-Marc Rochette und Benjamin Legrand gesichert. 2013 legte er mit dieser koreanisch-französischen Koproduktion mit vielen englischsprachigen Darstellern einen der ungewöhnlichsten Filme der Saison vor.
Die Welt im Jahre 2031 hat eine der schlimmsten Klimakatastrophen der Menschheitsgeschichte hinter sich. 17 Jahre nachdem sich die Erde in einen lebensbedrohlichen Eisplaneten verwandelt hat, fahren die wenigen Überlebenden in einem Zug mit hunderten von Wagons unaufhörlich rund um die Welt. Der Industrielle Wilford, der den Zug lenkt und für die Versorgung der Bewohner sorgt, wird wie ein Götze verehrt, sichere er doch das Überleben der Menschen. Innerhalb des Zuges hat sich ein Klassensystem herausgebildet. Während die Menschen in den hinteren Wagons in Gulag-artigen Zuständen leben, scheinen die Bewohner der vorderen Abteils ganz anders zu leben. Regelmäßig besucht Minister Mason (Tilda Swinton in grotesker Maske) den hinteren Teil des Zugs, um vermeintliche Aufrührer zu foltern oder ein paar Kinder zu vermessen und mit sich zu nehmen. Die Bewohner planen einen Aufstand und wollen die übrigen Wagons durchqueren, um die Leitung des Zuges an sich zu reißen. Viele sind skeptisch, da ein Aufstand vier Jahre zuvor blutig niedergeschlagen wurde. Der junge Curtis (Chris Evans in angenehm ernsthafter Rolle) wird ihr Anführer, graue Eminenz ist der verkrüppelte Gilliam (grandios undurchschaubar: John Hurt). Er warnt Curtis zugleich, sollte es ihm gelingen, bis zu Wilford durchzudringen, sollte er ihm als erstes die Zunge herausschneiden. Will er Curtis vor einer bösen Wahrheit schützen oder fürchtet er, dass Wilford ihn manipulieren könnte? Um die Türen zu den vorderen Wagons öffnen zu können, brauchen sie die Hilfe des politischen Gefangenen Namgoong Minsu (Kang-ho Song), den sie zusammen mit seiner verschreckten Tochter Yona (Ah-sung Ko)befreien. Nun arbeiten sich die Kämpfer vor...

--- LEICHTE SPOILER ---
Die Zuschauer haben keinen Wissensvorsprung. Sie wissen genauso wenig wie Curtis und seine Mitkämpfer, was sie im nächsten Teil des Zuges erwartet, das ist manchmal erschreckend, sehr brutal, höchst grotesk oder erhaben dämlich. Neben der Einteilung in "hinten" und "vorne" gibt es noch eine Einteilung in "vorher" und "nachher". Mit letzteren sind die jungen Leute gemeint, die nur das Leben im Zug kennen und keinen Vergleich zur früheren Welt haben und so die perfekten Opfer von Indoktrination sind. Alison Pill hat als Lehrerin einen kurzen, aber denkwürdigen Auftritt.
Neben Curtis wird langsam auch Minsu zu einer wichtigen Figur, der durch reine Naturbeobachtung zu einer ganz anderen Lösung des Problems kommt. Die schneebedeckten Landschaften, die grotesk zerstörten Städte spielen eine weitere Hauptrolle im Film. Das alles ist von erhabener Schönheit und tödlicher Distanz. Auch sollte das "Zugbaby" Edgar (Jamie Bell) im Auge behalten werden, da er zum Verständnis der Figur von Curtis beiträgt. Wilford wird von einem Darsteller gespielt, der schon in einem Kultfilm der 90er Jahre eine gottähnliche Figur gespielt hat. Es lohnt sich also bei der ersten Sichtung des Films sich hier einfach überraschen zu lassen.
Auch wenn einige Handlungselemente für Zuschauer, die sich an den klassischen Dystopien der 70er wie "Soylent Green", "Logan`s Run", "Scream and Scream again" oder "Westworld" geschult haben, nicht ganz so überraschend sind, so sind auch die "erwarteten Überraschungen" schaurig-grotesk und schmälern nicht den Genuss des Films. Ein böser Humor entfaltet sich gelegentlich, zum Beispiel wenn sich herausstellt, dass ein Rauschmittel in größeren Mengen auch als Sprengstoff dienen kann. Die Figur Masons (sie doziert darüber, wer "Fuß" und wer "Kopf" in dieser Gesellschaft sei) ist vielleicht etwas zu sehr zur Karikatur verkommen, aber das ist natürlich auch eine Geschmacksfrage.
Am Ende des Films laufen alle Handlungsstränge zusammen und der Zuschauer erfährt die bittere Wahrheit, warum Curtis sich nicht zum Anführer berufen fühlt, da er noch beide Arme habe und warum Minister Mason ein so großes Interesse an den Kindern der "Parasiten" hat. Die "Theorie der Revolution", die Wilford Curtis erläutern wird, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Ist das Streben nach einer gerechten Welt nur eine Illusion, die dem "Systemerhalt Menschheit" zuwiderläuft? Es werden sogar Zweifel gestreut, ob die Naturkatastrophe wirklich ein Versehen war.
--- SPOILER ENDE ---

Natürlich kann der Film nur einen Teil der umfangreichen Vorlage visualisieren, aber das kann ja nun nicht ernsthaft gegen die Verfilmung gewendet werden. Die letzte Einstellung ist wunderschön, surreal, auch etwas bedrohlich. Potential für "Snowpiercer II"? In Frankreich waren die Einspielergebnisse recht übersichtlich und ich fürchte, dass sie auch in Deutschland nicht rekordverdächtig sein werden. Eigentlich schade, denn "Snowpiercer" ist ein ausgezeichneter Actionfilm jenseits der ausgetretenen Mainstream-Pfade, der eine bessere Vermarktung verdient hätte.

Fazit: Bildgewaltige, brutale, surreale, zutiefst pessimistische Zukunftsvision mit starken Darstellern, lohnt ein mehrmaliges Ansehen und hat das Potential zum Kultfilm.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk!!!, 3. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer [Blu-ray] (Blu-ray)
Endlich hat Lieblingskoreaner Bong Joon-ho einen englischsprachigen Film gemacht. Und was für ein Meisterwerk. Der Zug ist unglaublich, die Story packend.Ein Trip mit hervorragenden Darstellern und noch besseren Schauspielern!!! Einfach nur empfehlenswert.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Tolle Idee und ein lohnenswerter Film, jedoch zerstören Logiklöcher die Immersion, 20. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer [Blu-ray] (Blu-ray)
Als jener Film letzes Jahr ins Kino gelangte, wollte ich ihn mir eignetlich ansehen. Bedrauerlicherweise kam ich erst heute dazu.
Meine Erwartungshaltungen waren moderat, hatte ich doch keine Kritiken gelesen, noch eine genaue Vorstellung, was in diesem Film ablaufen würde. Meine Erwartungen waren insbesondere auf eine tolle Geschichte bzw. auf die Idee des Films gerichtet.

Und diese Erwartungen wird vom Film vollends erfüllt.

Die Situation der letzten Menschen wird mehr als anschaulich beschrieben. Wie die "Insassen" der letzten Waens behandelt werden, was für Strafen für Missachtung von Befehlen und Regeln drohen wird hervorragend inszeniert und brachte mich, trotz meines ausgeglichenen Wesens zu echter Wut ob der grausamen Bestrafung eines Vaters. Bis zu diesem Teil des Films (ca. die ersten 15 minuten) hätte ich dem Film 5 Sterne gegeben. Einerseits durch die grandiose Stimmung und Atmophäre der Szenen, als auch für den Einblick in die menschlichen Abgründe und wie menschen mit Macht umgehen.

Leider verschlechtert sich der Film rapide mit eintreten der Rebellion. Zunehmend kommen neue Logiklöcher hinzu oder Erklärungen für verschiedenste Sachen werden schlicht verwehrt. Man wird nicht nur aus der Immersion gerissen, sondern stellt sich zunehmend die Frage der absurdität des Films. Dies ist wirklich wörtlich gemeint, da man der Filmlogik zu bestimmten Zeitpunkten schlicht nicht mehr zu folgen vermag bzw. diese sowohl den Zuschauern, als auch den Menschen die im Zug leben jedwede Fähigkeit zu logischen Überlegungen abspricht. Man wird mir verzeihen wenn ich hier ein Beispiel anführe. Für jene, die den Film noch nicht sahen, verzeiht mir bitte und überspringt diesen Abschnitt.

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Der modernste (und letzte) Zug der Erde scheint keinerlei Termometer zu haben. Da die durchscnittstemperatur wieder stark gestiegen zu sein scheint, was jedoch keinen anbord in irgendeiner weise tangiert.
- bereits anfangs wird auf die kritische Situation der Menschheit hingewiesen, sowie auf entsprechende Minustemperaturen, die jedliches Leben innerhalb Minuten töten. Bei der bestrafung des Mannes ( Zu diesem Zeitpunkt ist der Zug seit 17 Jahren unterwegs bzw. herrscht jene Eiszeit) wird sein Arm aus einer Öffung im Zug gehalten, mit dem Ziel diese absterben zu lassen. Dies dauert genau 7 Minuten, wohlgemerkt bei fahrendem Zug mit hoher Geschwindikeit.
Man stellt sich unweigerlich die Frage, wie kalt soll es denn bitte sein wenn der Arm zum durchfrieren 7 Minuten bei schneller fahrt braucht. Wohl kaum so kalt, dass Menschen nicht mehr ausserhalb des Zuges leben können. Aber vielmehr stellt man sich die Frage, warum dies noch niemandem aufgefallen ist, zumal viele seit beginn der Fahrt anbord sind und diese Bestrafung wohl verbeitet ist.
-Müsste man nicht unweigerlich festellen, wenn im Jahr 1 diese Aktion nur geschätzt 15 Sekunden dauert (bei einem Fluchtversuch sind 7 Menschen innerhalb von Minuten komplett erfroren) und einige Jahre später auf 7 Minuten ansteigt??

Auch stellt man sich irgendwann die Frage, warum man einen Sushikoch braucht, der aufgrund der Fischpopulation nur zwei mal im Jahr Fisch servieren kann. Gleiches gilt für die restlichen Nahrungsabteile, welche einfach viel zu klein dargestellt werden. Was ein weiteres Problem der Imersion darstellt. Schlussendlch durchqueren die Rebellen nur knapp 10 Abteile. Sieht man den Zug jedoch von außen wird klar, das jener über 600m lang sein muss. Wo sind die restlichen Abteile?

Oder warum muss in diesem wirklich spannenden Film ein derart absurdes Schussduell stattfinden? zumal mit einer Maschinenpistole und einem Gewehr? Auf lange Distanz bei fahrendem Zug?

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Aber auch stören die oft absurden Handlungen der Protagonisten, gerade in Krisenentscheidungen, das Gesamtbild des Films. Diese sind oft nur schwer nachvollziehbar und ohne weitere Spoiler anzuführen- oft unglaubwürdig. Auch lassen sie sich nicht immer durch den Schock der Handelnden ob ihres vordringes/ verlust ihrer Kameraden/ allgemeine Verwirrung erklären.

Dies stellt leider eine weitere Rubrik dar, inder der Film nicht brillieren kann. Die Schauspieler.

Die Leistung jener ist wirklich solide, kommt aber leider nie über dieses Maß hinaus und lässt leider keine wirkliche Verbindung zu diesen zu, da das letzte fünkchen glaubwürdigkleit fehlt. Oder anders gesagt es fehlt diesen an echten Emotionen.

Letzlich ist dies wahrlich kein schlechter Film, der sich jedoch im Verlauf seiner Spielzeit verrennt, als könnte er sich nicht entscheiden, Drama, Aktionfilm, oder die Darstellung einer Dystopie zu sein. Leider bekommen vorllem die Aktionszenen dem Film nicht und rissen mich jedes mal aufs neue aus dem Film. Auf der anderen Seite macht der Film vieles richtig. Er bietet Innovationen, ein sehr interessantes Setting und darüber hinnaus eine sehr düstere Atmosphäre. Ich hätte mir jedoch einen deutlicheren oder längeren Eindruck des Kontrastes zwischen 1. und 3. Klasse gewünscht, da vieles einfach zuschnell geht.
Letzlich denke ich fehlem dem Film schlicht 20-30 Minuten, was oft den Eindruck erweckt, als müsste der Film zum Ende sprinten um ja unter 130 minuten zu bleiben. Andererseits hätte man gut die knapp 30 minuten sinnloser Aktion streichen können und mit, zum Film passenderen, inhalten füllen können. Auch wenn bei asiatischen Regisseuren Gewalt als Stilmittel gern verwendung findet wirken diese hier im zusammenhang mit den Aktionszenen eher irgendwie unpassend. Es stellt sich die frage warum die Gewalt nicht so inteligent in den kontext eingearbeit wird wie zu Anfang mit der bestrafung des Mannes. Dies war nähmlich mein Moment des Films - warum wehrt sich niemand dagegen!-

Ich musste bei diesem Film oft an "Das Boot" denken. Der Film hätte so viel Potential gehabt, hätte er sich enfach mehr Zeit gelassen oder die Handlung auf zwei Filme aufgeteilt. Es ist wirklich schade und beinah unverständlich, wie man mit so einer Idee, guten Schauspielern usw. so viel verschenken kann oder vielmehr wegwirft. Letzlich bleibt der Film sehr ausßergewöhnlich und trotz der Fehler wirklich sehenswert.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sozialkritisches Sci-Fi-Drama mit Chris Evans, 14. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer (DVD)
Besucht und liked meine Facebookseite: Filmfreak Kritik.

Sneak-Previews sind was sehr interessantes.
Man weiß nie was einen erwartet und wird deswegen ganz schnell überrascht - sowohl positiv, als auch negativ.
Bei Snowpiercer war die Überraschung gleich zwei mal positiv.
Zum einen weil er wirklich klasse war, zum anderen weil ich den Film gar nicht auf meinem Sneak-Radar hatte, obwohl ich bereits etwas vielversprechendes über den Film gelesen hatte und ihn deswegen unbedingt sehen wollte.
Dementsprechend groß war meine Freude als ich den Filmtitel zu Begin las und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Aber worum geht es in dem Film überhaupt?
Es geht um die globale Erwärmung und den kleinen Rest der Menschheit.
Dieser zog sich nach einem erfolglosem Versuch, die Erwärmung zu stoppen, in einen 650 Meter langen futuristischen Zug zurrück.
Dieser fährt ununterbrochen seine Strecke, welche sich über die ganze Welt erstreckt und ist in zwei klare Klassen geteilt.
Hinten im Zug lebt die große Masse in elenden Verhältnissen, während vorne die wenigen Reichen ihren Luxus genießen.
Diese Zustände sorgen natürlich für eine große Unzufriedenheit bei den Armen, was dazu führt, dass trotz vorherigem Scheitern wieder eine Revolution gestartet werden soll.
Diese soll von Curtis (Chris Evans) angeführt werden, welcher mit seinem Freund Edgar (Jamie Bell) und Gilliam (John Hurt) den Erfinder des Zuges, Wilford (Ed Harris) stürzen will.

Ich weiß nicht wie es euch ergeht, aber ich finde dieses Grundszenario sehr ansprechend.
Natürlich ist es etwas seltsam, dass man sich bei Eiseskälte in einen modernen Zug zurrückzieht, aber das wurde so großartig umgesetzt, dass man sich kein bischen daran stört, zumal man die globale Erwärmung in Verbindung mit einer Eiszeit ja bereits kennt.
Auch die Geschichte um eine Revolution ist nichts wirklich neues, allerdings find ich die Thematik sehr erfrischend, da man diese Geschichten nicht so oft in Filmen sieht - im Gegensatz zu den Zahllosen Die USA wird angegriffen-Storys.

Jetzt fragt ihr euch natürlich zurecht, wie man das alles in einem Zug glaubhaft bzw. nachvollziehbar umsetzen will.
Ins Detail möchte ich jetzt zwar nicht gehen, aber alles, was es außerhalb des Zuges gab, gibt es hier im Zug.
Dazu zählen Restauronts, Gärten und unter anderen eine Schule, deren Unterricht und Kinder einen bleibend Eindruck hinterlassen.
Somit muss man trotz beschränkter Räume nicht auf Orte verzichten, welche man aus der realen Welt kennt.

Die Geschichte ist also sehr interessant, das Szenario inhaltlich klasse und super umgesetzt und der Cast hält da locker mit.
Wer die Storyzusammenfassung gelesen hat, weiß bereits, dass sich der Cast hervorragend liest - und das ist er auch wirklich.
Vor allem Chris Evans wächst hier über sich hinaus und hat mich total fasziniert.
Er trägt einen Großteil des Films auf seinen Schultern und wirkt dabei kein bisschen überlastet, sondern zeigt was allles in ihm steckt.

Die Lobeshymne endet aber hier noch nicht.
Denn die große Stärke des Films, sind nicht die guten Effekte, nicht die guten Actionszenen, welche gut dosiert gezeigt werden, sondern die sozialkritischen Momente des Films.
So, wie man sich die Unterdrückung und Kontrolle der Armen durch die Reichen und die darauffolgende Revolution vorstellt, so wird das alles auch gezeigt.
Während die Armen ekliges Zeug (!) zu essen bekommen, genießen die Reichen ihre Steaks und können sich schön breit machen, da sie viel Platz haben, während die Armen sich kaum bewegen können.
Dazu kommen noch Folterszenen, welche sehr originell umgesetzt sind und so noch nicht zu sehen waren.
Alles, was die Thematik beinhalten muss, wird gezeigt und kritisiert - etwas, dass z.B. in Elysium letztes Jahr zu kurz kam, obwohl es dort sehr gut gepasst hätte.
Bei anderen Filmen würde ich jetzt kritisieren, dass der Film vorhersehbar ist.
Hier muss ich aber sagen, dass man sich einfach an die Regeln einer Revolution hält und schlicht gezeigt wird, was in einer Revolution gezeigt werden muss.
Allerdings wird das so großartig gespielt und inszeniert, dass man die Vorhersehbarkeit einer Revolution schnell missachtet - zumal es trotzdem einige große Überraschungen gibt.

Während sich das alles bis hier fantastisch anhört, muss ich leider auch anmerken, dass der Film nicht immer zu unterhalten weiß.
Bei seiner Laufzeit von 125 Minuten gibt es nämlich einige Szenen bzw. Momente, in denen man sich wünscht, dass es endlich weitergeht.
Und das ist auch die größte und einzige Schwäche des Films - die Langeweile, welche hin und wieder herrscht.

Fazit:
Der Film packt einen von Anfang bis Ende und hat ein paar großartige Momente, leidet aber unter einigen langweiligen Minuten, welche den starken Gesamteindruck etwas trüben.
Am Ende aber handelt es sich bei Snowpiercer um einen wirklich guten Film, welchen ich vor allem denen empfehlen würde, die etwas mit Dramen und Sozialkritik anfangen können - alle anderen würden sich größtenteils langweilen.

Wertung: 4 von 5 Sternen.

Weitere Meinungen:
Ich habe mich nach dem Film mit einigen anderen (älteren) Zuschauern ausgetauscht, welche ich nicht kannte.
Alle waren sehr angetan, teilweise sogar begeistert von dem Film.
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5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessanter Film mit Schwächen, 15. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer [Blu-ray] (Blu-ray)
Eher durch Zufall habe ich mir den Film im Kino angeschaut. Eine spontane Entscheidung, die wohl jeder ab und zu mal trift. Ich hatte keinerlei Wissen über den Streifen, außer dass Chris Evans, Jamie Bell, John Hurt und Ed Harris mitspielen.

Eigentlich dachte ich, ich hätte keinerlei Erwartungen an den Film. Dennoch war er anders als ich ihn erwartet habe. In Snowpiercer geht es darum, dass die globale Erwärmung ein immer schlimmeres Problem für die Menschheit darstellte. Um dem entgegenzuwirken wurde eine bestimmte Substanz in die Erdatmosphäre geschossen um die Temperatur auf ein erträgliches Ausmaß zu reduzieren. Innerhalb kürzester Zeit, ist aber die komplette Erde zugefroren und alle Menschen sind gestorben, bis auf ein paar Hundert die Zuflucht in einem besonderen Zug gefunden haben. Dieser brettert seit 17 Jahren durch die Erde, jedes Jahr umrundet er sie komplett.
Allerdings werden nicht alle Passagiere gleich behandelt. Diejenigen die sich nur ein günstiges Ticket leisten konnten, müssen ganz hinten im Zug ausharren und werden wie Vieh behandelt (nicht bei Ökobauern sondern eher wie in Batteriehaltung :) ). Sie haben keinerlei Rechte und bekommen nur das nötigste zum Überleben und werden mit Waffengewalt ruhig gehalten. Je weiter vorne man im Zug ist, desto mehr Luxus wird einem geboten.
Curtis ist einer der armen Passagiere und gemeinsam mit seinen Leidensgenossen, plant er einen Aufstand um den Zug in ihre Gewalt zu bekommen und das einzufordern was eigentlich jedem zustehen sollte.

Obwohl das Setting interessant aufgebaut ist, konnte mich der Film nicht wirklich mitreißen. Ich werde ihn mir vermutlich nicht ein 2. mal anschauen. Ich kann verstehen wenn andere den Film mögen aber mich stören zu viele Sachen daran. Der Film ist sehr ernst aufgezogen und will einen tiefgründigen Eindruck vermitteln und es werden auch gewichtige Wendungen behandelt. Bei solchen Filmen erwarte ich aber auch, dass er nachvollziehbar und logisch ist. Hier schwächelt Snowpiercer aber sehr. Es gibt einige Fehler im Film die mir sofort aufgefallen sind, die mich immer wieder aus der Immersion rissen, weil es zu unglaubwürdig war. Es gab auch ein paar widersprüchliche Szenen und die Storywendungen wurden auch nicht glaubhaft dargestellt. Sehr schade.
Ich möchte hier aber nicht spoilern. Wen es interessiert, welche Szenen ich genau meine, dem kann ich gerne bei den Kommentar Rede und Antwort stehen.

Was mir auch nicht besonders gefallen hat, war die Tatsache, dass der Film extrem gewalttätig dargestellt wurde. Bei einigen Szenen musste ich sofort an Spartakus denken. Das ist natürlich rein subjektiv und kann anderen gefallen. Mir tut es das nicht und ich denke es interessiert hier den ein oder anderen.

Was aber hervorzuheben ist, ist die Leistung von Chris Evans. Er spielt seine Rolle ausgezeichnet und beweist einmal mehr, dass er ein ernst zu nehmender Schauspieler ist. Auch die meisten anderen Schauspieler überzeugen in ihrer Rolle, aber Gelegenheit zum brillieren bekommt keiner, auch nicht der wie immer starke Ed Harris oder John Rush.

Fazit:
Grundsätzlich ist der Film nicht schlecht. Die Story ist gut und die schauspielerische Leistung zwischen Durchschnitt und sehr gut. Der Film ist aber sehr ernst und bei solchen Werken erwarte ich mir Glaubwürdigkeit und Logik. Auf diese wird hier aber nicht sehr hoher Wert gelegt. Auch die knallharte Gewaltdarstellung im großen Ausmaß hat mir missfallen. Wer aber anders als ich die Glaubwürdigkeit hinten anstellen kann bei solchen Filmen und dem eine solche Gewaltdarstellung nichts ausmacht, dem kann ich eine volle Kaufempfehlung geben. Den anderen würde ich empfehlen den Film vorher auszuleihen.

Ich hoffe wie immer, dass ich helfen konnte.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur bedingt zu empfehlen!, 3. August 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Snowpiercer (DVD)
Die Idee, die hinter dem Film steckt, ist durchaus interessant, wenngleich sie doch einige Lücken vorweist (hält der Zug auch einmal? Fährt er immer nur im Kreis? Was passiert, wenn er tatsächlich anhält?) und demnach unausgegoren wirkt. Dies ist aber noch gar nicht das Hauptproblem: Zunächst hat der Film doch seine Längen, so habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich auf die Uhr geschaut habe. Sicher könnte man ihn gut um eine halbe Stunde kürzen und trotzdem das gewünschte Ergebnis erzielen.
Außerdem ist der Film, wie hier schon öfters beanstandet, doch sehr brutal. Koreanische Regisseure verwenden gerne rohe Gewalt, um die Drastik der Situation zu unterstreichen. Nur, muss das sein?!
Als störend habe ich zudem die grotesken Elemente des Films empfunden, z.B. den Charakter von Tilda Swinton oder die Szene in der "Schule". Diese grotesken Elemente stören einfach die Atmosphäre und die Story, weil sie meiner Meinung nach, nicht zum Film passen.
Wer sich diesen Film anschaut, darf kein Hollywod-Mainstream-Kino erwarten, was natürlich nicht schlecht ist, aber dem Zuschauer dennoch viuel Toleranz abverlangt.
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Snowpiercer
Snowpiercer von Jean-Marc Rochette (DVD - 2014)
EUR 14,99
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