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am 2. April 2014
Theodore Twombly schreibt Briefe.
Er schreibt Briefe für alle möglichen Menschen, die es offensichtlich nicht mehr selbst auf die Reihe bekommen, die richtigen Worte zu finden, um einer geliebten Person, dem Vater, der Mutter, den Kindern, wem auch immer, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
Es gibt also, in dieser nahen Zukunft, in der "Her" spielt, Agenturen, die Leute wie Twombly beschäftigen, um Briefe wildfremder Menschen zu schreiben, teilweise komplett den Schriftwechsel zu übernehmen.
Auch sonst ist die Welt, in der Theodore (Joaquín Phoenix) lebt, geprägt von menschlicher Antikommunikation. Die Generation Smartphone/ Google Glass hat ihr Endstadium erreicht. Die Menschen rennen über öffentliche Plätze, reden mit sich selbst / mit dem Chip in ihrem Ohr, der ihnen Ihre E-Mails, die Nachrichten, das Wetter, einfach alles vorliest.
In dieser Welt lebt Twombly, als seine Ehe mit Catherine (Rooney Mara aus "Verblendung") in die Brüche geht, passenderweise aufgrund des Umstandes, dass sie offensichtlich nicht mehr in der Lage sind, miteinander zu kommunizieren.
In seiner Einsamkeit, eingefangen zwischen seinen lyrischen Briefen für und an Menschen, die er niemals kennenlernen würde und seinem Liebeskummer, schafft er sich ein sog. "Operating System" an, eine Art Betriebssystem, welches man auf seinen Ohrchip/aufs Handy installiert. Es handelt sich hierbei um die finale Form künstlicher Intelligenz, denn das O.S. ist nicht nur fähig, seine eigene K.I. zu erfassen und zu realisieren, nein - es lernt auch stetig dazu, empfindet Empathie und entwickelt einen eigenen Charakter & Gefühle. Es ist schlicht wie ein Mensch. Nur eben ohne Körper. Ein Mensch, namens Samantha (Stimme im engl. OT: Scarlett Johansson)...

Mir hat der Film wahnsinnig gut gefallen.
Über die gesamte Spieldauer hinweg verbreitet er mit seiner melancholischen Grundstimmung und seiner traurigen Anmutung eine ganz schmerzliche, zerbrechliche Atmosphäre, der man sich aber ganz schwer entziehen kann.
Er behandelt eine Zukunft, in der ich ehrlich gesagt nicht leben möchte (auch wenn sie m.E. nicht in allzu weiter Ferne liegt). Er handelt von Menschen, deren Miteinander auf ein Minimum geschrumpft zu sein scheint, deren Körper in manchen Szenen wie plumpe Hüllen erscheinen, während sich ihr Kopf durch die technischen Möglichkeiten vollständig vom realen Leben verabschiedet zu haben scheint.
Doch trotz dieser Tatsache gelingt es dem Zuschauer mit Leichtigkeit, sich ganz tief in die Charaktere hineinzuversetzen. Das liegt sicherlich zu einem beträchtlichen Teil auch an der guten bis herausragenden Leistung der Schauspieler. Phoenix als verträumter, grundsätzlich liebenswerter aber heillos verunsicherter und desillusionierter "Freak" fügt sich sehr gut in die allgemeine Grundstimmung des Films. Er hat die allermeiste Screentime, was natürlich dem geschuldet ist, dass er hauptsächlich mit einem Computer spricht, schafft es aber, den Zuschauer komplett in seinen Bann zu ziehen. Man leidet und fühlt mit, man kann sein Handeln und seine Gefühle immer nachvollziehen, was bei diesem doch recht grotesk wirkendem Thema auf den ersten Blick nicht leicht zu fallen droht.
Warum es im Endeffekt doch so gut gelingt, liegt sicherlich an Samantha. Diese "Frau" ist tatsächlich einfach eine Wucht. Johansson spricht mit so einer Hingabe und einem Feingefühl, dass es tatsächlich nie störend ist, nicht zu sehen, wie dieses O.S. denn aussehen würde, wäre es ein Mensch. Sie verleiht Samantha so eine Tiefe und Vielschichtigkeit, wie es die wenigsten anderen Schauspieler bei einer real existierenden Figur schaffen. An dieser Stelle sei wirklich empfohlen, den Film in englisch zu sehen, um Johanssons tolle Leistung zu erleben. Sie wertet diesen Film definitiv auf (ich habe die dt. Version zwar nicht gesehen, aber an diese Leistung dürfte durch eine Synchronisierung kaum anzuknüpfen sein).

Die recht offensichtliche gesellschaftskritische Note des Films wirkte, während der Film lief, auf mich erstaunlich subtil. Auch hierbei mag mit eine Rolle spielen, dass man Theodore in den meisten Situationen so sehr verstehen kann, dass einem der Umstand, dass er diese innige Beziehung "lediglich" zu einer Software entwickelt, gar nicht bewerten, komisch finden oder gar verurteilen kann.
Dass ich hier das Wort "lediglich" zwischen Anführungsstriche setzen muss/will, zeigt schon, was der Film mit einem anstellt. Dass er es schafft, einem den Spiegel vorzuhalten und verstehen zu machen, dass man möglicherweise auch selbst in der Lage sein würde, eine derartige Beziehung (mit allem was dazugehört) zu einer Stimme aus einem Computer zu entwickeln.
Und genau das ist es, was wiederum umso mehr die gesellschaftskritische Note des Films verstärkt. Dann nämlich, wenn der Abspann über die Leinwand flimmert und man sich erst dann wieder bewusst wird, wie wichtig - ja wie essentiell lebensnotwendig unser tägliches soziales Miteinander, unsere gegenseitige Empathie, unsere physisch realen Kontakte sind. Bei der Heimfahrt vom Kino in der Bahn durchzog mich tatsächlich ein unwohles Gefühl, als ich auf mein Smartphone starrte, um irgendetwas nachzusehen, an das ich mich jetzt schon nicht mehr erinnern könnte, und mit mir etliche andere Menschen um mich herum genau dasselbe taten.
Ist das der Anfang? Und ist das, was wir in "Her" erleben, das Ende?

Insgesamt könnte ich noch sehr viel mehr über "Her" schreiben, da ich wirklich extrem angetan von diesem Kunstwerk bin. Doch letztendlich möchte ich auch nicht zu viel verraten.
Man kann den Film nur empfehlen, schon alleine deshalb, weil er in seiner Art tatsächlich einzigartig ist, weil er eine zwischen Tragik und Komik perfekt ausbalancierte Erzählung über charmante, lebensechte Charaktere ist und weil er eine wahrhaft wichtige Aussage besitzt.
Ein paar Menschen um mich herum haben beim Erscheinen des Abspanns geklatscht. Das habe ich in einem Kino bislang ganz selten erlebt. Doch irgendwie schien es passend.
Irgendwie war man am Ende dankbar, ihn gesehen zu haben.
Und froh, dass Theodore's Welt dann doch (noch) nicht die Unsere ist.
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am 5. Mai 2015
Als ich die Inhaltsangabe gelesen habe, dachte ich nur "das klingt interessant.. ein Typ lässt sich auf ein Computerprogramm ein.. sowas gab es glaube ich noch nicht"..
Ich habe nicht damit gerechnet, wie detailverliebt der Film gemacht ist.. die kleinen Szenen zwischen dem Hauptdarsteller und seiner Ex (ich denke, viele Menschen kennen solche Momente.. kleine Blödeleien, die einem selbst mehr bedeuten als alles andere und eine Beziehung einzigartig machen).. es war einfach unfassbar authentisch..
Die Beziehung zu dem Computerprogramm werden höchstwahrscheinlich nur Menschen nachvollziehen können, die Träumer oder Idealisten sind... das ist eine spezielle Art der Verbundenheit, die theoretisch keinen Körper benötigt.. wie in einer Fernbeziehung per Internet/Chat z.B.. wer sich selbst als Menschen sieht, der im "Hier und Jetzt" lebt und der mit Träumereien nichts anfangen kann, wird auch mit diesem Film nichts anfangen können und sich gnadenlos langweilen...

Joaquin Phoenix ist insgesamt einfach unfassbar glaubwürdig und die Stimme von Samantha schafft es, alle Emotionen zu zeigen, die man sonst durch Gestik und Mimik zeigen müsste..

Ich war begeistert und konnte in den Film komplett eintauchen.. demnach: für alle Träumer eine klare Kaufempfehlung!
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TOP 1000 REZENSENTam 15. November 2014
>>> ZUM FILM <<<
Wer Spike Jonzes Filme (z.B. ADAPTION oder BEING JOHN MALKOVICH) kennt und weiß, wie sehr sie polarisieren, wird um HER entweder einen großen Bogen machen oder voller Vorfreude auf ein neues Jonze-Werk "abseits der Spur" sein. Ich gehörte zu letzterer Gruppe, zögerte jedoch lange, mir den Film aufgrund der erzählten Geschichte - Mensch verliebt sich in eine Computerstimme - anzuschauen. Mittlerweile weiß ich: Die Skepsis war unbegründet...

Die vielleicht klügste Drehbuchentscheidung war es, HER in einer (vermutlich?) nahen Zukunft anzuisiedeln. Diese ist nahe und vertraut genug, um sich mit den täglichen Sorgen und Nöten der handelnden Personen identifizieren zu können; und ausreichend weit entfernt, um die Leistungsfähigkeit der gezeigten IT-Technologie und der mit ihr verbundenen Gadgets zumindest glaubwürdig erscheinen zu lassen.
Und so entwickelt sich inmitten einer vollkommen vernetzten Welt, in der sich die "Intelligenz" von Software bzw. Betriebssystemen mindestens auf der Ebene der menschlichen Akteure befindet, eine ungewöhnliche Love-Story zwischen Mr. Durchschnittsbürger und Mrs. Betriebssystem.
Wer an dieser Stelle aussteigt, weil er sagt, das erschent ihm zu durchgeknallt, verpasst zweifellos eines der intelligentesten und melancholischsten Sci-Fi-Satire-Liebesdramen, die je gedreht wurden. Wobei mir beim Schreiben dieser Zeilen auffällt, dass ein solches Filmgenre sehr wahrscheinlich nicht existiert und der Film alleine schon dadurch einzigartig ist.

Die für mich größte Überraschung waren die starken Emotionen, die HER in mir ausgelöst hat. Spike Jonze gelingt mit Hilfe des grandiosen Drehbuchs, einer gelungenen Bildsprache, einem wunderschönen Soundtrack und einem hervorragend aufspielenden Hauptdarsteller tatsächlich, den Zuschauer mehr als nur zu berühren. Joaquin Phoenix trägt den Film quasi alleine und liefert gleichzeitig seine vermutlich reifste Leistung ab.
Beschäftigt damit, die starken Emotionen zu verarbeiten und die intelligente Inszenierung zu genießen, merkt der Zuschauer erst im Verlaufe des Films, dass die erzählte Geschichte lediglich als Mittel dafür dient, wirklich grundlegende Fragen zur menschlichen Existenz aufzuwerfen.
Meine Freundin und ich saßen gebannt vor dem Fernseher, litten mit dem durch und durch sympathischen Theodore (Joaquin Phoenix), lachten mit ihm und hofften inständig, dass er die große Liebe finden würde. Und so saßen meine Freundin und ich am Ende des Films, beinahe sprachlos und mit mehr als nur feuchten Augen, vor dem Abspann und sagten beide quasi zeitgleich: "Wow, gaaanz großes Kino!".

>>> ZUR BLU-RAY <<<
BILD (gesehen auf einem 50 Zoll Plasma-Display)
Die Bilder sind zumeist mit einem reduzierten Kontrast aufgenommen. Nach meinen Informationen ist dies ein bewusst gewähltes Stilmittel des Regisseurs, um die Stimmung des Films zu unterstreichen. Abgesehen davon ist das Bild schlichtweg hervorragend, besonders die Detailschärfe weiß zu überzeugen.

TON (gehört auf einer 7.1-Anlage)
In Gedächtnis blieb mir vor allem der sehr präsente Soundtrack. Ansonsten gilt: HER ist ein Dialogfilm, bei dem keine Soundgewitter zu erwarten sind. Eine Bewertung ist daher kaum möglich. Da mich der Film jedoch emotional stark ergriffen hat und auch der Soundtrack einen beträchtlichen Teil dazu beigetragen hat, würde ich sagen: Alles richtig gemacht! ;-)

EXTRAS
Kleinere "Hinter den Kulissen"-Ausschnitte, Interviews -> nichts, was mich besonders begeistert hätte.

>>> FAZIT <<<
HER ist einer jener kleinen Filme, die ein größeres Publikum verdient hätten. Er spielt perfekt auf der Klaviatur aller menschlicher Emotionen und vollbringt das Kunststück, eine eigentlich skurrile Liebesgeschichte zwischen Mensch und Betriebssystem nicht nur glaubwürdig, sondern auch ergreifend und zutiefst menschlich darzustellen. Das ist tatsächlich gaaanz großes Kino!
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TOP 1000 REZENSENTam 20. August 2015
Irgendwann in der Zukunft: Der melancholisch veranlagte Theodore Twombly bestreitet seinen Lebensunterhalt damit das er gefühlvolle Briefe für andere Menschen schreibt.
Er selber hat gerade eine Trennung hinter sich und steht kurz vor der Scheidung.
Nichts kann ihn aus seinem Trübsal herausholen....scheint es.
Doch dann installiert er sich ein neuartiges Betriebssystem das über eine KI verfügt.
Diese stellt sich nach der Installation als Samantha vor und gewinnt im Nu seine Sympathien dank ihrer Schlagfertigkeit und ihres Witzes.
Im Laufe der Zeit wird Samantha immer wichtiger für Theodore und er öffnet sich ihr vollständig.
Da sie sich emotional immer weiter entwickelt verliebt er sich schließlich in die künstliche Intelligenz aus seinem Headset.
Das führt dazu das er sich immer mehr von der realen Welt zurückzieht obwohl reale Frauen an ihm Interesse zeigen.
Was Theodore nicht bedacht hat: Er ist nicht der einzige User der das Betriebssystem verwendet.

Normalerweise mag ich keine Liebesfilme/Romanzen.
Ausnahmen gibt es nur wenige als da wären Lost in Translation, Schiffsmeldungen, Brücken am Fluss, Die fabelhafte Welt der Amelie oder Up in the Air....und nun Her.
Von Anfang an bezaubert dieser Film durch seine ruhige, unaufgeregte Erzählstruktur und die tollen Dialoge vor allem zwischen Theodore und Samantha.
Auch die leicht futuristischen Settings und Gegenstände sind hervorragend in Szene gesetzt.
Auch Atmosphärisch und vom Soundtrack her überzeugt der Film voll und ganz.
Dazu dann noch der wunderbar bitter-süße Plot der aber zu keiner Zeit ins schmalzige oder kitschige abgleitet.
Für mich eine echte Überraschung...
Mit dabei sind u.a.: Joaquin Phoenix, die Synchronstimme von Scarlett Johansson die im O-Ton Samantha spricht, Rooney Mara, Amy Adams, Olivia Wilde und Chris Pratt.
Fazit: Ein berührender und wunderschöner Film der auch Genre Fremden, wie z.b. mir, gefallen dürfte.
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am 24. August 2015
Los Angeles in naher Zukunft: Theodore hat eine Trennung hinter sich und verbringt seine Abende alleine und einsam in seiner Wohnung. Als er von einem intelligenten Computer-Betriebssystem erfährt, legt er sich dieses sofort zu. Das System spricht mit ihm, reagiert verständnis- und liebevoll auf seine Worte und schon bald beginnt Theodore, sich in die Stimme und das System zu verlieben …

*

Schon nach den ersten Minuten wurde mir klar, dass “Her” ein Film wird, den ich lieben würde. Und ich habe mich nicht getäuscht. Spike Jonzes Zukunfts-Liebes-Drama ist schlichtweg genial. Die Stimmung, die Jonze schafft, ist der absolute Wahnsinn. Jonze, Ehemann von Sofia Coppola, legte bereits mit dem grandiosen “Being John Malkovich” einen nicht alltäglichen Film vor. Mit “Her” übertrifft er sich aber sogar selbst. Was wie eine Zukunftsvision erscheint, könnte in ein paar Jahren bereits erschreckende Realität sein. Wie Jonze diese tragische Cyberspace-Lovestory umgesetzt hat, ist schwer zu erfassen, denn man meint tatsächlich, Zeuge einer wahren Geschichte zu sein.

Joaquin Phoenix legt eine oscarreife Schauspielerleistung hin, die unvergesslich bleibt. Seine Darstellung eines einsamen, verzweifelten Mannes auf der Suche nach einer perfekten Liebe ist unglaublich intensiv und glaubwürdig. Für mich ist diese Rolle der bis jetzt unübertreffliche Höhepunkt seiner Karriere. Ich konnte mich an seiner Darstellung überhaupt nicht sattsehen, so gefühlvoll und echt war sie. Überhaupt hatte das ganze Szenario einen Reiz, dem ich mich nicht entziehen konnte.
Melancholisch, herzerweichend und irgendwie auch todtraurig wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich in die Stimme eines Betriebssystems verliebt. Jonzes Film zeigt, dass Liebe durchaus auch körperlos existieren kann. Es ist eine philosophische Gratwanderung, die “Her” darstellt, und nicht jeder wird diese Art Liebeserklärung mögen. Für mich war dieser Streifen eine Art Lebenserfahrung, die man schwer erklären kann. “Her” muss man einfach gesehen haben! Dieses tragische Dystopie-Liebesdrama ist eines der intelligentesten der letzten Jahre. Die Zukunft, die Jonze zeigt, ist nur noch ein paar Schritte von uns entfernt und wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir Menschen tatsächlich den Bezug zu wahrer Liebe und flüchten uns in die vermeintliche “Wärme” eines Betriebssystems.

“Her” weckt Emotionen, mit denen man bei der Thematik dieses Films nicht rechnet. Unweigerlich wird der Zuschauer, der sich auf dieses Spiel einlässt, von einer tiefen Melancholie erfasst, die traurig und irgendwie glücklich zugleich macht. “Her” ist ein unvergessliches, unvergleichliches und beeindruckendes Erlebnis, das abseits des Mainstream zeigt, wie gute Filme mit hervorragender Schauspielerei auszusehen haben.

*

Fazit: Eine emotional wuchtige Lebenserfahrung voller Melancholie und Liebessehnsucht. Eindeutig Joaquin Phoenix’ bisheriger Karriere-Höhepunkt. Seine Darstellung ist grandios.

© 2015 Wolfgang Brunner
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am 21. Februar 2015
Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein.
Zunächst sei gesagt, dass sich in dieser Rezension KEINE Spoiler befinden, aber daher muss ich mich relativ kurz und allgemein halten. Ich habe den Film in englischem Originalton gesehen und habe auch kurz den deutschen Trailer zum Vergleich herangezogen. Wer des Englischen mächtig ist, MUSS diesen Film auch so anschauen, da führt leider kein Weg daran vorbei. Der Hauptgrund ist der weibliche Hauptcharakter, im Original von Scarlett Johansson gesprochen und das beinahe unvergleichlich genial.
Der Film wurde mir von einem Freund empfohlen, die IMDB-Wertung von 8.0 ließ zumindest auf einen guten Film schließen. Also habe ich guter Dinge angefangen zu schauen und war bereits nach den ersten Szenen gefesselt. Sehr schnell wird klar was die Authoren mit dieser Zukunftsvision portraitieren wollen. So fantastisch die Welt von übermorgen wirkt, so beängstigend ist der Gedanke, dass dies definitiv im Bereich des Möglichen liegt. Phoenix spielt seinen Charakter genial. Es wirkt stellenweise etwas befremdlich, allerdings nicht weil er etwa Probleme hätte richtig in die Rolle einzutauchen, sondern weil er mit einem wahnsinnigen Realismus schauspielert. Das klare Highlight ist allerdings der weibliche Hauptcharakter, der im Film keinen Körper besitzt. Die Rolle ist eine neuartige künstliche Intelligenz und in Relation mit den anderen Charakteren, allen voran natürlich Phoenix, sehr spannend. Sowohl situative Interaktionen, als auch die (Charakter-) Entwicklung über längere Zeit ist umwerfend umgesetzt. Schlüssig, faszinierend, spannend und mit einer Prise Sci-Fi, hat mich dieses Meisterwerk schlichtweg umgehauen.
Ich werde den Film in Zukunft mit Sicherheit noch diverse Male sehen.
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TOP 500 REZENSENTam 12. Februar 2015
Kauf Intension:
Nach den vielen guten Kritiken wollte ich mir mal selbst ein Bild von dem Film machen.

Story (Kurzbeschreibung, da ich Versuche Spoilerfrei zu bleiben):
Wir schreiben eine nicht ganz so ferne Zukunft: Theodore Twombly verfasst Hauptberuflich Liebesbriefe, doch im realen Leben ist er nicht so sehr vom Liebesglück geprägt. Als sich seine Frau von ihm scheiden lässt installiert Theodore ein neues sprachgesteuertes Betriebssystem auf seinem PC und wählt eine individuelle, weibliche Persönlichkeit names Samantha als KI. Dieses Betriebssystem ist nun der Begleiter in allen Lebenslagen und hilft ihm nicht nur bei den normalen Dingen sondern leistet ihm in jeder Lebenslage Rat und wird ein sehr interessanter Gesprächspartner. Mit der Zeit verliebt sich Theodore in Samantha und diese Liebe scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Doch kann eine KI lieben? Wie sieht die Gesellschaft diese Liebe?

Genre:
Drama

Bild und Ton:
Das Bild ist hervorragend. Die nicht satten Farben und das Insgesamt nüchterne Bild sind ein gewolltes Stilmittel und können daher nicht für Abzüge verantwortlich gemacht werden

Darsteller:
Joaquin Phoenix/ Theodore Twombly (bekannt aus Gladiator, Signs – Zeichen, Walk the Line)
leistet hier neben seiner Rolle als Johnny Cash in Walk the Line seine beste Schauspielerische Leistung ab. Er trägt den Film fast alleine und kommt in diesem Film nie Komisch rüber. Man kann mit ihm mitfühlen und findet sofort eine Bindung. Eine Oscar Nomminierung wäre hier angebracht gewesen!

Scarlett Johansson/ Samantha (bekannt aus Die Insel, Marvel’s The Avengers, Don Jon)
verleiht hier ihre Stimme dem Betriebssystem Samantha. Sie ist nicht ein mal in dem Film zu sehen doch schafft sie es auch hier eine Bindung zu Ihr aufzubauen und dadurch die Geschichte glaubhaft zu machen.

Box Office:
Bei einem Budget von $23 Millionen spielte der Film $47 Mio wieder ein.

Extras:
- Das titellose Rick Howard Projekt
- Liebe im Modernen Zeitalter
- Wie teilt man sein Leben mit jemandem

Gut zu Wissen:
- Scarlett Johansson sprach ihre Rolle erst nachdem der Film fertig war, da die Schauspielerin Samantha Morton, die eigentlich die Rolle von Samantha sprach nicht gut ankam und umbesetzt wurde.
- Dies ist der einzige Film den Spike Jones selbst geschrieben und Regie geführt hat.
- Scarlett Johansson sprach in Robot Chicken schon einmal ein Betriebssystem in das sich der User verliebte
- In naher Zukunft scheint es keine Gürtel mehr zu geben, da in dem Film nie einer getragen wird.
- Steven Soderberg half Spike Jones dabei den Film zu schneiden als dieser bei einem 150 Minuten Film war. Soderberg kürzte ihn innerhalb von 24 Std auf 90 Minuten, was Jones half den Film auf die endgültigen 126 Minuten zu schneiden.

Zu Ultraviolet/Digital Copy:
Ein Feature dass ich lange nicht genutzt habe, da ich nicht wusste was es ist daher möchte ich es hier denjenigen erklären, welche ebenfalls keine Ahnung haben.
Dieses System dient dazu, dass man den Film neben der Disk Version auch als Digitale Version haben kann.
Doch im Gegensatz zu den bisherigen Systemen finde ich dieses System endlich mal nützlich und empfehlenswert.
Hier kann man mit dem Code, der eingefügt ist über die Flixster Webside oder der Flixster App (für Android, Windows Phone und IOS) registrieren. Danach kann man diesen Film jederzeit online schauen oder ihn auf das Gerät runterladen. Dies funktioniert dann auch im Ausland oder auf Reisen im Flugzeug oder Zug. Ich nutze dieses System nun ausgiebig und möchte es nicht mehr missen.
Einfach zu handhaben und riesen nutzen!

Ähnliche Filme:
- Hautnah
- Being John Malkovich

Kurzum:
Eine interessante Prämisse, bei dem der Film keine Wertung oder sonstiges abgibt.
Für Leute, die langsame Filme die einem zum Nachdenken anregen mögen ist dieser Film definitiv ein muss für alle anderen könnte der Film langweilig werden.
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am 20. Mai 2015
Ein leiser, wundervoller Film, der so ein angenehmes "Nachrauschen" mit sich bringt, das man noch ein/zwei Tage lang danach mit in den Alltag trägt.
Joaquin Phoenix hatte ich als Schauspieler seit "Gladiator" und "Walk the Line" nicht auf dem Schirm, aber hier finde ich ihn einfach nur großartig. Absolut glaubwürdig ist es, wie er sich in Samantha verliebt und eine Beziehung zu ihr aufbaut. Diese emotionalen Feinheiten, der Ausdruck oft in seinen Augen oder in seinem Gesicht. Wunderbar gespielt.
Ein weiteres Plus: Die musikalische und optische Umsetzung des Films: Beinahe poetisch. Wundervolle Bilder.
Doch - für mich! - das Schönste: Der Film driftet nicht auch nur für eine Sekunde in irgendeine "moralische Wertung" ab, wie zum Beispiel: "Technik ist böse" oder "Technik ist gut". Stellenweise fragte ich mich im Film: Wirft Theodore seinen Ohrstöpsel samt Samantha jetzt in den Guli? Knipst er sie jetzt aus? "Bringt er sie um"? - Als Antwort auf die Frage, wie der Film zu verstehen sei. - Gott sei dank beantwortet der Film diese Frage nicht und wertet daher nicht, was ich als sehr angenehm empfinde. Dem Zuschauer wird nicht vorgegeben, wie er zu "verstehen" hat, es obliegt ganz ihm selbst.
Gezeigt wird eine mögliche Welt, und darin die gesamte Innerlichkeit des Protagonisten. Diese, seine innere Welt, ja, sein gesamtes Erleben, zieht einen völlig in den Bann.
Selten, dass mich ein Film so fasziniert hat.
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am 30. November 2014
Best Film ever! Everything in one package, I am not sue how that has been possible but even the places choosen in Melbourne, or on the great ocean road are a solid hole in one!
On the storyline,
I do really like the idea of it. Even so the end is a bit of a pull down, and should get people back to the "real life". But lets be serious for the people writing such software this is reality.
So don't say that life is a delusion (-;
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am 6. September 2015
Man könnte vielleicht sagen hierbei handelt es sich um einen Frauenfilm. Man könnte auch sagen der Film sei für Tagträumer. Beides trifft sicherlich zu und trotzdem versprüht der Film einen Zauber, den man so wohl nur aus Märchen kennt. Es ist irgendwie erheiternd und bedrückend zugleich, wie sich Theodore Twombly zwischen der realen und fiktiven Welt auf Sinnsuche begibt und dabei erkennen muss, daß trotz gesellschaftlicher Akzeptanz einer virtuellen Liebe, diese nur scheinbar real werden kann und unweigerlich in einer digitalen Sackgasse enden muss. Im Zeitalter von Internet und Smartphone, indem wir stetig die Fähigkeit verlieren zu scheinen mit realen Personen zu interagieren, ein durchaus realistisches Szenario, welches zunächst als " Normalität" begriffen wird aber bei näherer Betrachtung durchaus Angst machen darf. Der Film zeigt sehr eindringlich und einfühlsam, was diese heutige medial gesteuerte, "zivilisierte" Welt mit menschlichen Beziehungen anzurichten vermag, ohne dabei den drohenden Zeigefinger zu erheben und wirft einige Fragen auf: Was ist Liebe eigentlich wirklich? Lässt sie sich auf eine Person beschränken? Muss sie immer auch körperlich sein? Aber schlussendlich bleibt eine Frage definitv offen: Ist die Liebe, in welcher Form auch immer, überhaupt in der Lage uns von unser Einsamkeit zu erlösen?

Wirklich sehr schön und auch traurig!
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