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Kundenrezensionen

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am 10. Mai 2015
Adam ist verzweifelt und gelangweilt von seinem Alltag als Professor für Geschichte und seiner Beziehung zu Mary. Eines Abends entdeckt er in einem Independence-Film den Schauspieler Anthony Claire, der Adam vom Aussehen bis hin zur Stimme vollkommen gleicht. Neugierig geworden, versucht Adam mit seinem Doppelgänger Kontakt aufzunehmen. Als ihm dies auch gelingt, steigert sich das Interesse an seinem Double zu einer gefährlichen Bessesenheit, der sich Adam bald nicht mehr entziehen kann …

*

Denis Villeneuves Interpretation von José Saramagos Roman “Der Doppelgänger” hat es in sich. Visionär, geschickt und herrlich verworren wird hier der Kampf eines Mannes gegen sich selbst geschildert. Zur Regie kommt noch die schon fast oscarreife Schauspielleistung von Jake Gyllenhaal hinzu. Der Amerikaner geht in seiner Rolle völlig auf und liefert hier seine, meiner Meinung nach, beste Performance neben “Brokeback Mountain” ab. Das Psychospiel der beiden Doppelgänger ist höchst faszinierend und alles andere als langweilig, wie viele Zuseher bemängeln. Sicher, wer hier Action und Mainstream-Popcorn-Kino erwartet, bekommt wahrscheinlich schon nach den ersten Minuten einen “Kulturschock”, weil er vergeblich nach Special-Effects und einer bereits auf den ersten Blick nachvollziehbaren, logischen Handlung sucht. “Enemy” ist eine raffinierte Mischung aus David Cronenberg, David Lynch und Nicholas Roeg. Ruhig wird der Zuseher in einen Sog gerissen, den weder er noch der Protagonist so richtig verstehen, dem man sich aber schwer entziehen kann.

Gyllenhaals Darstellung ist es zu verdanken, dass “Enemy” nicht in einen unglaubwürdigen Plot abgleitet, sondern den Zuschauer auf fast schon unheimliche Weise anspricht. Wenn man genau hinsieht, erkennt man sich in einigen Dingen vielleicht sogar selbst wieder. Villeneuves Film ist eine Metapher für die Unsicherheit vieler Menschen, die mit der Realität nicht klarkommen und Auswege in Form eines Alter Ego suchen. “Enemy” ist ein nachhaltiges Erlebnis voller schauspielerischem Können, inszenatorischer Raffinesse und einem Plot, der in bester Lynch-Manier Platz für Unmengen an Interpretationen zulässt. Edelkino zum Nachdenken mit einem fantastischen Blick ins Seelenleben eines Menschen, der auf der Suche nach seinem ganz eigenen Sinn des Lebens ist.

Viele finden das Ende nicht gelungen, ich hingegen bin echt begeistert. Auch wenn es vielleicht im ersten Moment etwas unbefriedigend und verwirrend wirkt, so entfaltete es nach einer Zeit eine unglaubliche Stimmung in mir, die ich nicht näher erklären kann. “Enemy” ist ein enorm ausdrucksstarkes Filmabenteuer.

*

Fazit: Nachhaltiges Erlebnis, das voller schauspielerischem Können und inszenatorischen Raffinessen steckt. Der Plot lässt unglaublich viele Interpretationen zu, so dass “Enemy” für den durchschnittlichen Mainstream-Kinogänger eher langweilig und unverständlich wirkt. Der aufmerksame Zuschauer wird diese Reise in eine gebrochene Seele allerdings von Anfang bis Ende genießen.

© 2015 Wolfgang Brunner
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am 24. November 2014
Man sieht schon an den sehr polarisierenden Rezensionen, dass dieser Film nichts für den Normalo sein kann. Höchstens als Schlaftablette, das gebe ich zu. Wer allerdings nicht zu den Normalos gehört und die Welt sowieso ständig als was seltsames, abstraktes und unreales erlebt, dem gefällt das bestimmt. Zu letzteren gehöre ich und mir hat dieser surreale Trip in Form eines Traums direkt aus dem Unterbewusstsein, ebenfalls gut gefallen. Den können wie gesagt aber auch Normalos gucken, wirkt trotzdem, auch wenn man nichts darin wirklich versteht, worum's ja zum Großteil auch geht. Die einen finden's dann voll geil, die anderen schnarchen aufgrund mangelnder 'geistiger' Führung und Story-Checkpoints einfach weg.

Auch dieser Film ist ein gnadenloses Experiment, so wie 'Under The Skin' mit Scarlett Johansson. Während bei letzterem nur ein paar sehr wenige Szenen wirklich interessant waren und über den restlichen Film wirklich alle, also alle wirklich einratzten (echt schade), brilliert 'Enemy' als gelungenes Gesamtkunstwerk... wenn man's denn halt mag und versteht oder eben auch nicht versteht!

Obwohl es sich um völlig normale Aufnahmen in sehr dunklen, orangefarbenen Tönen handelt, geht von allen Szenen eine unglaublich bedrohliche Stimmung hervor. Langsame Aufnahmen und ständig kreist das Gefühl im Magen, das irgendwas völlig daneben ist und niemand einen Schimmer davon hat was das ist, oder wie es weitergehen könnte. Am allerwenigsten der Zuschauer! Es spricht das Unterbewusstsein sich mit Bildern frei, die wir sehen dürfen... David Lynch?!

'Solaris' mit George Clooney kommt da noch am nächsten ran, falls jemand eine Erklärung für den inhaltlichen Erzählstil braucht. Wer Jerry Bruckheimer-Produktionen mag und/oder deutliche, geradlinige Geschichten mit festem Boden braucht, für den wird das nix sein. Da passiert nicht so viel und deshalb passiert recht viel, also, schauen Sie sich das Ding doch einfach mal an. Danach sind's dann eben ein Stern oder fünfe, wie bei mir...
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am 30. November 2015
Enemy ist ein äußerst cleverer Film, der viel Aufmerksamkeit und Nachdenken fordert. Dabei kommen fast alle Elemente markellos zusammen. Die Schauspielleistung und Cinematographie ist ausgezeichnet und hällt die Spannung auch in langsameren Teilen des Film aufrecht. Insbesondere sticht hierbei für mich jedoch die Regie hervor. Die Art, wie jede Zeile Dialog und jede Kameraeinstellung dem Zuschauer die behandelten Themen vermittelt ist meiner Ansicht nach herausragend.

Es ist dabei vorgezunehmen, das Enemy, obwohl es in die Kategorie (Psycho-)Thriller fällt stark in den Bereich des Kunstfilms verläuft und für Zuschauer, die daran keine Interesse haben wenig zu bieten haben wird.

Dabei verfolgt Enemy die Psyche eines untreuen Mannes und taucht in die konfuse Welt dessen Unterbewusstseins ein, was den Film äußerlich schwer zugänglich, jedoch im Inneren viel Platz für Interpretation bietet, was mir persönlich äußerst gut gefallen hat. Enemy bietet viel Gesprächsbedarf, wobei jede Szene in die unterliegende Thematik einfließt.

Ich habe kein Problem in dem Film gefunden und würde ihn jedem/jeder empfehlen, der/die sich für substanzielle Filme interessiert, getragen von starken schauspielerischen Leistungen und einem Regisseur mit dem Blick für's große und Feingefühl für Details.
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am 10. November 2014
Eines kann man diesem Film nicht absprechen: er ist cinematographisch auf sehr hohem Ninveau. Bild, Schnitt und die erzeugte Atmosphäre sind einzigartig und man merkt sofort die Handschrift des Regisseurs von "Prisoners". Die sterile Stadt, dargestellt im Gelbstich, zwei scheinbar völlig unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Motiven. Mich jedenfalls hat die Atmosphäre sofort in den Bann gezogen.

Man darf nicht den Fehler machen, diesen Film mit einem Thriller á la "Prisoners" zu vergleichen. Völlig falsch.

Vergleichbare Filme sind z. B.

- The Machinist
- Mullholland Drive
- Memento

Wenn Sie diese Filme mögen und auf anspruchsvolle, kafkaesque Filme mit viel Symbolik stehen, so sollten Sie sich Enemy auf jeden Fall ansehen.
Ich gebe zu: Ich habe den Film beim ersten Mal ansehen auch nicht verstanden. Hat der Protagonist nun einen Doppelgänger oder nicht? Warum taucht die Spinne immer wieder auf? Wird die Erde von Aliens heimgesucht? Spielt sich alles nur im Kopf der Person ab?

Anworten darauf gibt z. B.[...]
(recht schlüssig, finde ich)

Beim zweiten Ansehen fand ich den Film dann einfach nur genial. Es steckt sehr viel Hirnschmalz in diesem Streifen. Viele Brücken werden geschlagen vom Anfang zum Ende des Films.
Dass dem Zuschauer davon ca. 80% verborgen bleibt, ist leider der Schwachpunkt des Films. Er ist einfach so nicht Mainstream-tauglich und auch nicht als reiner Unterhaltungsfilm zu sehen. Man muss mitdenken.

Tut man dies jedoch, offenbart einem "Enemy" eine wundervolle Detailverliebtheit.

Jedoch muss ich auch sagen, dass etwas Potenzial verschenkt wurde. Man kann einfach nicht erwarten, dass jeder Zuschauer einen Film, der einen zunächst ratlos zurück lässt, auch gut findet. Vielleicht hätten einige Fingerzeiger doch deutlicher sein müssen. Dann hätte "Enemy" wirklich ein kleines Meisterwerk werden können.

So sehe ich "Enemy" als überdurchschnittlich guten Film, der Fans von obigen Filmen auf jeden Fall ein Blick wert sein sollte.
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am 8. Mai 2015
Bei diesem Film scheint fast alles zu stimmen.
Kamera, Schnitt und die gesamte Bildkomposition, die mit Farben und Metaphern spielt, ist so brilliant wie man es von Villeneuve gewohnt ist aber erreicht in diesem Werk neue Sphären.
Scheinbar jede Szene, jeder Satz, jedes Bild fügen sich zu einem Mysterium zusammen, das sich dagegen zu wehren scheint aufgelöst zu werden.
Jake Gyllenhaal demonstriert in seiner (Doppel-) Rolle sein schauspielerisches Genie und gewährt uns durch Mimik und Gestik einen weiteren Einblickwinkel in das psychologische Rätsel, das dieser Film darstellt.
Einziger Kritikpunkt ist vielleicht die vergleichsweise hohe Komplexität des Themas mit dem sich der Film befasst. Das hier ist kein Popcorn Kino und mag Zuschauer abschrecken, die seichte Unterhaltung erwartet haben.
Wer sich jedoch darauf einlassen kann wird merken, dass dieser Film bis zum letzten Moment, der perfekt gewählt ist, fesselt, verwirrt und fasziniert.
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am 22. Juli 2014
Adam Bell (Jake Gyllenhaal) ist ein Geschichtslehrer, der von seinem Leben gelangweilt ist. Dies ändert sich schlagartig, als er eines Abends einen von seinem Kollegen vorgeschlagenen Film sieht: Einer der Darsteller sieht haargenau so aus wie er. Adam stellt Nachforschungen an. Ist dieser Anthony St. Claire vielleicht sein Zwillingsbruder? Seine Mutter (Isabella Rossellini) bestreitet dies. Als Adam schließlich den Kontakt zu Anthony aufnimmt, setzt dies Entwicklungen in Gang, die nicht nur ihrer beider Leben erschüttert, sondern auch das ihrer jeweiligen Freundinnen, Mary (Mélanie Laurent) bzw. Helen (Sarah Gadon)...

Wow, was für ein schwerer Film. Nicht im Sinne von erschreckend. Eher schwer zu durchschauen und noch schwerer zu verstehen. Ein bedrückender und gleichzeitig schöner Film, der einem den Blick ins Innere eines mit sich und seinem Leben zutiefst unzufriedenen Mannes gewährt, dessen wahrer Horror seine eigene Zerissenheit und vielleicht auch Sexualität ist. Komplex statt kompliziert, schwer greifbar und beinahe gänzlich unfassbar.

Jake Gyllenhaal überzeugt in seiner Doppelrolle vollauf. Doch auch seine schwangere Frau (Sarah Gadon) performt das Leiden einer Beziehung gekonnt, die im vermeintlich perfekt eingerichteten Leben und einer traumhaft schönen Wohnung nur so vor sich hin siecht. Mélanie Laurent, die man vielleicht noch als Shosanna in "Inglourious Basterds" kennt, ist eine ebenso perfekte Besetzung für die Rolle der Geliebten.

Die kaum wahrnehmbaren Längen des Films packen den Zuschauer durch seine eigene Neugier auf eine mögliche Auflösung aller Kafkaesk-konstruierten Symboliken und Stimmungen. Diese Spannung ist so unheilvoll wie elektrisierend und lässt einen wie gebannt auf die Leinwand starren und es nicht wagen zu blinzeln, aus Furcht, man könne etwas verpassen. Und dann ist da noch dieser durchgehend trist-gelbe Farbton, den Regisseur Denis Villeneuve benutzt und so für eine fesselnde Atmosphäre sorgt.

Doch klatscht es der Schluss schließlich nur zynisch-pessimistisch an die Leinwand: der Ekel und die Abscheu des Protagonisten vor seinem eigenen Leben sitzt zu tief - ein Entrinnen daraus bleibt Hoffnung, stellt sich mit seinem eigenen Film im Kopf wohl aber nicht ein. Der Zuscahuer wird von jetzt auf gleich zurückgelassen, tief versunken in seiner Gedankenwelt. Ein Film, der geradezu nach Zweitsichtung und definitiv Interpretationshilfe schreit - bei Whiskey und Zigarre.
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am 8. März 2015
Adam, ein Geschichtsprofessor, der sich der farblosen Gleichförmigkeit seines Lebens bewusst wird und sich dieser völlig hingibt (Wahl der Wohnung, Form der Beziehung etc.), beginnt innerlich sein Potenzial zu hinterfragen und zu prüfen. Er sucht nach den Gründen für die ihm kontrolliert erscheinende Gleichförmigkeit, die es nicht mehr zulässt, dass er emotional erreicht wird. Die Hinterfragung manifestiert sich in einer glamouröseren, selbstbewussteren und rücksichtsloseren Version seines Selbst, Anthony, welche er sukzessive erforscht.

In der Manifestation weicht das Farblose dem Gefühl: Die bewusst gewählte, kaum eingerichtete Batteriewohnung Adams, wird durch ein exklusiveres, bewusst gestaltetes Appartement Anthonys kontrastiert; dem vernünftigen Auto Adams wird ein leuchtend blaues, potenzverkörperndes Motorrad (die zentralste Farbigkeit des Filmes) gegenübergestellt; Anthonys Kleidung ist markant und maskulin. Auch der Beruf der Manifestation ist glamouröser, wenngleich Anthony nicht zwingend „erfolgreicher“ erscheint als Adam. Das emotional bedeutungslose Sex-Verhältnis Adams, wird aufgeladen und zeigt sich in Anthonys Lebens als eine Beziehung mit einer schwangeren, einer Spur hübscheren Partnerin. Nach Phasen der Untreue, versucht sich Anthony scheinbar, auf diese Beziehung einzulassen. Möglicherweise ausgelöst durch die Schwangerschaft seiner Partnerin, die er ansonsten ignoriert.

In seiner Selbstvisionierung lässt der intellektuelle Adam auch seine Schwächen und Limitationen einfließen. Er erkennt ein Kernproblem in seinem Verhältnis zu Frauen. Im wahren Leben ist ihm seine ihn dominierende Mutter eine enge Vertraute. Frauen nimmt er als ihm, zumindest in der Entschlüsselung, Überlegene war. Sowohl im Leben als auch in der Manifestation wählt er hingebungsvolle Frauen, die er durch die Entscheidung über Distanz und Nähe tendenziell dominiert.

Adams moralische Einstellung und der Wunsch liebevoll zu sein, hindern ihn daran, sich auf Frauen einzulassen. Er weiß, dass er sich ihnen nicht voll verschreiben kann, da sie ihn innerlich auch als Beute faszinieren. Er scheint zu erkennen, dass – sobald er die emotions- und bedeutungslose Gleichförmigkeit verlässt, welche ihn und seine Partnerin vor seinen Trieben schützt – er ins Dunkle verfällt und der Frau, für die er theoretisch gerne Verantwortung übernehmen würde, nicht gerecht werden kann. Die Abweichungen von seiner gelebten emotionslosen Norm erscheinen ihm bedrohlich (im Film durch das Symbol der Spinne dargestellt), gleichzeitig eröffneten sie ihm ein neues Spektrum an Möglichkeiten. Während ihm in der Manifestation der Voyeurismus als eine bedrohlich-gangbare, die distanzierte Prostitution als eine bedrohliche Alternative erscheint, zeigt sich ihm die Einlassung auf eine feste, auf Dauerhaftigkeit angelegte Beziehung als unbewältigbar.

Adam behält stets die Kontrolle über die Manifestation, bis sie überhandnimmt und Anthony in sein Leben eingreifen will. Doch auch hier geht Adam das Abenteuer ein und gewinnt die Kontrolle zurück. So gelangt er zum Ende seines Gedankenexperiments. Er erkennt, dass er das Leben für das er sich entscheiden will, er wählt das Beste aus beiden Welten, nicht bzw. nur mit größten zu kontrollierenden Ängsten bewältigen könnte. Er wird den Trieb nicht besiegen und seinem moralischen Anspruch, ein liebevoller Partner zu sein nicht gerecht werden können. Emotionale Nähe und die Bindung an eine Frau bleiben zerstörerische Bedrohungen.
So verkörpert ADAM das grundlegende Dilemma des Männlichen.

Empfehlung: Insbesondere aufgrund der künstlerischen Umsetzung sehr sehenswert.
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am 9. November 2014
Rezensenten die dem Film Sinnlosigkeit unterstellen, haben sich womöglich noch nie mit Filmen von Lynch oder Cronenberg auseinandergesetzt, sondern konsumieren die im üblichen Erzählstil gehaltenen, direkt nachvollziehbaren Filme. Enemy ist aufgebaut wie ein in sich verschachteltes Rätsel, spiegelt dabei die inneren Konflikte einer offensichtlich zutiefst unzufriedenen, wenn nicht gar zerrissenen, Seele wider. Die Geschichte ist in einer wunderbar tristen Bildsprache filmisch umgesetzt, kommt dabei mit wenig gesprochen Wort aus und wirkt auf psychologische Weise nach. Also bitte, liebe Konsumenten von Hollywood Blockbustern, macht einen Bogen um diesen Film mit Anspruch. Und allen Freunden von Lynch, Cronenberg und Co sei dieser filmische und geistige Genuss wärmstens empfohlen.
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am 19. November 2014
Nach dem wirklich guten Thriller Prisoners (der nach Enemy entstand) wagte ich mich an dieses Werk von Denis Vileneuve. Wer einen "geraden" einfachen Film erwartet wird hier aber bitter entäuscht werden. Ob es einen Doppelgänger gibt oder nicht und warum einfach so ein paar Sachen passieren, muss man selber erforschen. Schon nach dem zweiten Anschauen wird vieles klarer und einfach zu verstehen. Ein ruhiger, schwerer Film der mich von Anfang an Faszinierte. Das Ende ist wohl eines der krassesten der Filmgeschichte. Nach dem ersten Anschauen rast der Puls sage ich Euch!

Wer die Erstlingswerke von Cronenberg mochte wird sich hier sofort "zu Hause" fühlen. Grandioses Kino!
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am 13. September 2015
wird in „Enemy“ sehr anschaulich thematisiert. Wer gewinnt die Oberhand – der Unsichere, der Draufgänger, der Eitle etc.? Welche Auswirkungen haben unsere „Befindlichkeiten“ auf unsere Umwelt, insbesondere auf die nächsten Personen und wiederum deren Charaktere auf uns?
Der Film von Regisseur Denis Villeneuve fängt dieses Interagieren in den architektonischen Albtraumwelten der Stadt Toronto ein. Das Individuum scheint in diesen von Ängsten manifestierten Betontrotzburgen verloren und ständig auf der Identität nach sich selbst zu sein. Glaubt es eine Krise überwunden, so beginnt bereits die nächste. In solch einer Krise befindet sich der Geschichtslehrer Adam. Bereits seine hängende Körperhaltung drückt die Unsicherheit aus. Der berufliche wie private Alltag ist geprägt von ermüdenden Wiederholungen. Da entsetzt ihn die Entdeckung des Schauspielers Anthony, der ihm (zumindest äußerlich) aufs Haar zu gleichen scheint. Anthony ist eitel, leichtfertig und besitzt wenige Skrupel. Letzterer erzwingt/provoziert regelrecht einen „Frauentausch“, der anders verläuft als angenommen…
Die Krise wird überwunden – bis (siehe oben) zur nächsten, wohlmöglich existentielleren…

Neben dem Hauptfilm (auf Blu-ray und DVD) gibt es noch zahlreiche Extras:

• Making Of
• Interviews
• Featurette
• Teaser
• Kinotrailer

Zum Bonusfilm „Polytechnique“ (auf Blu-ray - ebenfalls von Denis Villeneuve) im empfehlenswerten Media-Book:

Hier spielt die Psyche des Antagonisten eine absolut destruktive Rolle. Er wird zum Amok-Läufer - weil ihm eine Reflektion angesichts seiner dogmatischen, selbstbemitleidenden Persönlichkeit unmöglich ist. Er gibt den Feministinnen die Schuld an seinem generellen Bankrott. Sie würden alle Positionen (in „Männerberufen“) streitig machen und ständig bevorzugt. Zeitgleich erlebt die Protagonistin Valery eine dieser „Bevorzugungen“. Auf die Bewerbung eines Ingenieur-Praktikums hin wird sie vor die Wahl gestellt: Entweder Job oder Kind. Sie nimmt den Job und ist desillusioniert, dass ihre bisherigen Leistungen im Studium offenbar nicht zählen. Hauptsächlich aus ihrer Perspektive und der ihres Freundes erlebt der Zuschauer das realistische Grauen, welches der Amokläufer an der Elite-Schule anrichtet. Dieses wirkt sich bis weit nach dessen Selbsttötung aus…

Im Gegensatz zu „Enemy“ basiert „Polytechnique“ auf einer wahren Begebenheit - dem Massaker an der École Polytechnique in Montreal im Dezember 1989. Regisseur Villeneuve sucht hauptsächlich nach den Ursachen von Hass. Dabei nehmen seine drastischen Bilder nicht allein auf dieses regionale Ereignis Bezug, sondern allgemein, global - sobald sich ein Mensch/eine Menschengruppe erdreistet über das Leben von anderen zu befinden. (Bei den Hinrichtungen kamen mir unwillkürlich Bilder von afrikanischen Kindersoldaten und auch vom Holocaust in den Sinn.)
Isolation ist dabei ein wichtiges Stichwort. Diesbezüglich wird die Theorie der Entropie im Film mehrmals besprochen: Eingangs zwischen Valery und ihrer besten Freundin. Ein weiteres Mal in dem Seminar, in welchem die erste Attacke erfolgt. Simplifiziert wird aufgezeigt, dass dies das Maß an Unordnung innerhalb eines Systems bedeutet. Jedes (isolierte) System, das einem äußeren Druck ausgesetzt ist, verändert sich und führt zu Ungleichgewicht und einem Energieaustausch…

„Polytechnique“ ist ungleich verstörender als „Enemy“, da es weniger auf metaphysischer Ebene, als in der Realität angesiedelt ist. Die Bilder des Massakers sind nur schwer zu ertragen. Jeder fiktive Horror verblasst dagegen. Dankenswerterweise ist der Film in schwarz/weiß gedreht. Zur Glaubwürdigkeit tragen die trostlosen Winterbilder ebenso bei, wie die klaustrophobische Architektur (sic!) der Hochschule. Villeneuve scheut sich nicht, die Gewaltorgie mit der Kamera unbarmherzig einzufangen. So wird der Zuschauer von Beginn an ein Beteiligter des gnadenlosen Geschehens. Sensible Gemüter sollten daher Abstand von diesem Streifen nehmen.
Trotz des Gedenkens der Opfer im Abspann, ist vorstellbar, dass der Film einige Kontroversen, zumindest in Kanada, ausgelöst hat.
Leider gibt es dazu keine Extras – abgesehen von einem Trailer.

„Polytechnique“ hat mich noch lange Zeit auf mehreren Ebenen beschäftigt und ist aus meiner Sicht der klare Hauptfilm dieses Media-Books.
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