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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nichts für nebenbei, 7. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Liminal (Audio CD)
Und das ist es auch wirklich.
Dafür ist es nicht gefällig genug. was allerdings nicht heißen soll, dass es nicht gefällt. Nein, Liminal ist einfach nichts für die Ausstrahlung im Radio des modernen 50 Minuten Programms, wo alles am besten gleich klingen muss. Nein Liminal ist kein Mainstream Album und will es auch gar nicht sein.

Ich gehe sogar soweit, zu sagen, dass es sich in weiten Zügen nicht einmal um das handelt, was weitläufig als Musik bezeichnet wird. Durch den bewussten Verzicht auf ein großes Ensemble an Instrumenten wird eine gewisse Stimmung erzielt, die einen in eine fremde Welt entführt. Und zwar eine Traumwelt der verschiedensten Emotionen. Und egal welche Stimmung erzeugt wird, es schwingt immer etwas bedrohliches mit. Mal mehr mal weniger. Wie das? Dieser absolut fiese Bass der so gut wie durchgängig hinter den einzelnen Tracks steht. Und mit "hinter" ist auch genau das gemeint. Ich kann mich an kaum ein Album erinnern , bei dem der Bass so abgrundtief und "unaufdringlich dominant dauerpräsent im Hintergrund" war. Ich muss das anders beschreiben:

Stellt euch vor, ihr sitzt in einem Theater und seht euch ein Konzert von einem sehr minimalistischen Künstler an...und der Typ hat es echt drauf euch zu fesseln. Draußen vor der Tür bahnt sich etwas an. Ihr wisst nicht was, aber ihr wisst, dass es verdammt groß ist. Verflucht Ihr seid euch sicher Godzilla und King Kong ziehen um das Theater ne Show ab udn kommen den euch umgebenen Mauern immer näher.
Aber das ganze tangiert euch nur sekundär, weil es sich ja im Hintergrund, im Unsichtbaren abspielt. Alles, worauf ihr achtet, ist das, was gerade auf der Bühne geschieht. Der Rest ist zwar nicht zu ignorieren, aber eben in sicherer Entfernung.

Ja, ich denke das trifft es ganz gut.

Damit wären wir auch bei einem Thema, das mir bei dieser Scheibe besonders am Herzen liegt: Die Produktion ist so unglaublich gut. Man kann sich wirklich einen Raum Vorstellen, in dem das Gehörte stattfindet. Der Vergleich mit dem Theater ist da vielleicht gar nicht mal so fehl am Platz. Diese Räumlichkeit(vorausgesetzt man beachtet die Kleinigkeit des Stereo Dreieckes) ist einfach genial. ich hab bereits nach dem ersten Track geprüft, ob ich meinen AVR versehentlich auf ProLogic (7.1 "Hochrechnung") gestellt hatte, weil ich das Gefühl hatte, die Rears laufen mit. Dem war nicht so. Drei Lieder später wiederholte ich diese Prüfung, da bei Fame dieses "Düdelüd" dauernd um mich herum kreiste. Wieder war es nur Stereo. Ich hab es mir aber nicht nehmen lassen ProLogic tatsächlich einmal hinzuzuziehen. Verdammt ist das geil. Ich hoffe ja fast, dass von der Platte noch eine Multi Channel SACD herauskommt...was meiner Meinung nach allerdings unwahrscheinlich ist.

Zwischendrin wird die Luft von einem "Snare"-ähnlichen "Tschahaaa" förmlich durchschnitten. Bei Basic Instinct zu Beispiel war ich gerade in Gedanken wo anders, als ich mit diesem Klatschen wieder voll auf die Couch gerissen wurde(zugegeben, die Lautstärke war gehoben). Ich bin so tierisch erschrocken und hatte sofort gänsehaut. Sehr schöner Effekt.
Das ist auch so etwas, diese Musik lebt von den verwendeten Effekten. Dadurch macht es einfach immens Spaß, sich die Scheibe immer wieder anzuhören.
Aber erwartet nicht, dass jeder eurer Freunde euch auf Anhieb zustimmt, denn The Acid will(meine Einschätzung) nicht einfach von jedem gemocht werden. Das Trio setzt darauf, dass sich die Leute auf diese Art Musik einlassen, sich mit Ihr beschäftigen. Ihr auch einmal eine zweite, dritte, vierte Chance geben. Dass der Hörer versucht, die Ideen hinter den Kompositionen versucht zu ergründen und das Gesamtwerk wertschätzt. Quasi eine CD für Leute, die sich auch wirklich mit Musik beschäftigen.
Komisch, ich muss bei Liminal immer an Psychic von Darkside denken. Da ist das nämlich sehr ähnlich. Und wo man dort mit solchen Schätzen wie dem Pink Floyd-nahen Paper Trails belohnt wird, so bekommt man bei Liminal mit Basic Instict(hat irgenwie was von Smashing Pumpkins) ein exquisites Sahnestück zugesprochen.

So, und was ist nun der Fehler an dem ganzen? Warum gibt dieser Typ, der scheinbar zu viele bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich nimmt, nur 4 Sterne?

Ganz einfach, genau deshalb. Also nicht wegen den Substanzen, sondern wegen dieser Exklusivität. Versteht mich nicht falsch, ich finde das Album echt gelungen und empfehle es gerne, aber bestimmt nicht jedem. Ich denke, ein Großteil der Leute kann mit The Acid nicht viel anfangen. Vielleicht mit ein, zwei Liedern aber im Großen und Ganzen ist es ein sehr eigensinniges Album, das nicht leichtfertig gekauft werden sollte. Meiner Meinung nach sind 5 Sterne mit einer uneingeschränkten Kaufempfehlung gleichzusetzen. Dies ist hier definitiv nicht der Fall. Hört euch ein paar Sachen vom Album an, und zwar nicht nur die von mir genannten Tracks. Entschiedet euch, ob ihr euch darauf einlassen wollt.

Und wenn das der Fall ist, werdet Ihr es kaum bereuen.

Aber wie gesagt: Es ist ein anspruchsvolles Album, dass zumindest ich nicht im Hintergrund laufen lassen kann und nur für bewusstes Hören hergenommen werden sollte.
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Liminal
Liminal von The Acid
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