Kundenrezensionen


199 Rezensionen
5 Sterne:
 (153)
4 Sterne:
 (18)
3 Sterne:
 (13)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (11)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


160 von 168 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "But it's a changing world"
Eine düstere Nacht in Downton Abbey, sechs Monate nach dem tragischen Ende der letzten Staffel (Journey to the Highlands). Alles scheint dunkel und düster, nebelverhangen und grau. Der große, unüberbrückbare Verlust wird visuell eindrucksvoll inszeniert. Auch der neue Tag verheißt nichts Gutes, ein tristes grau in grau. Man setzt sich...
Vor 13 Monaten von Isabelle Klein veröffentlicht

versus
47 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zarte Bande
"Was für ein Trost ist es, dass doch noch ein paar gute Menschen auf der Welt zu finden sind."
Mit diesem Satz wird im Weihnachtsspecial die Handlungsebene "Upstairs" geschlossen - er scheint allerdings programmatisch über dieser vierten Staffel zu stehen.

Hmm, wie drücke ich mich möglichst freundlich gegenüber dieser wunderbaren...
Vor 7 Monaten von Richard Blaine veröffentlicht


‹ Zurück | 1 220 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

160 von 168 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "But it's a changing world", 18. November 2013
Von 
Isabelle Klein "vintage books" (Hannover & Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Eine düstere Nacht in Downton Abbey, sechs Monate nach dem tragischen Ende der letzten Staffel (Journey to the Highlands). Alles scheint dunkel und düster, nebelverhangen und grau. Der große, unüberbrückbare Verlust wird visuell eindrucksvoll inszeniert. Auch der neue Tag verheißt nichts Gutes, ein tristes grau in grau. Man setzt sich stimmig mit dem Ereignis auseinander. Neuigkeiten verbreiten sich in Windeseile, O'Brien hat DA über Nacht verlassen. Man ist sich einig, nichts bleibt wie es ist, alles ist im Wandel ... Doch am Ende des ersten Teiles geht die Sonne auf und es scheint bergauf zu gehen.

Up- wie auch Downstairs gibt es Neuzugänge: Rose, die Cousine aus den Highlands bringt frischen Wind in Form des Jazz in das alte Gemäuer und sorgt für weiteren Aufruhr. Robert hat es nicht leicht, mit all den Neuerungen Schritt zu halten: neue Bedienstete, alte, die nach Höherem streben und eine Tochter, die ihm bei der Führung des Anwesens Konkurrenz macht. Auch Edith fordert ihn mit ihrem Verhältnis zu dem verheirateten Gregson heraus. Die Entwicklung des kleinen hässlichen und weitestgehend unbeachteten Entleins ist diesmal besonders interessant, gerade in den ersten Folgen hat sie große Auftritte (wie z.B. der in rot - und scheint einer kleinen Sünde nicht abgeneigt).
Während Carson der Vergangenheit nachhängt, Mrs Hughes ein dunkles Geheimnis mit sich herumträgt und Daisy ihre Liebe zu Alfred entdeckt, hadert Mrs Patmore einmal mehr mit den unsäglichen Neuerungen der Technik, die sie überflüssig erscheinen lassen: Wer braucht schon einen Mixer? Dann kommt auch noch eine neue Kammerzofe und bringt ihre elektrische Nähmaschine mit. Nicht genug, da will die Gräfin höchst selbst auch noch einen Kühlschrank... Die Zeiten ändern sich, man diniert unstandesgemäß mit einer Sängerin, beherbergt eine Jazzband. Neben Valentinos "THE SHEIK" begeistert der Jazz und Ragtime - die Roaring Twenties - und wir sind mittendrin.
Ein Highlight ist wie immer Maggie Smith, diesmal allerdings etwas ruhiger und weicher. Nichtsdestotrotz hat sie zum richtigen Moment immer einen herrlich trocken-spritzigen Kommentar parat: "It's the job of a grandmother to interfere", nachdem sie Carson gesteckt hat, er solle mal ein offenes Wort mit Lady Mary wechseln und sie sich auch gegenüber der vernagelten Sichtweise ihres Sohnes durchsetzt. Oder aber: "If I were to search for logic I should not look for it among the English upper class." Gelungen sind weiterhin die Momente der Vertrautheit, die sie mit Isobel Crawley teilt.

Es gibt einige zutiefst berührende Momente, an denen einem das ein oder andere Tränchen über die Wangen läuft, v.a. wenn Mary ihr Leid in Worte fasst. Auch wenn diese Staffel 'nur' durch kleine Begebenheiten und durch den Einbezug neuer Figuren, als auch dem Wiederauftauchen altbekannter lebt, berührt sie nicht weniger als die vorangegangenen mit den großen geschichtlichen Ereignissen. Wir erleben in 8 Episoden (3 DVDs, je die erste und letzte Folge mit 65 Min, die anderen mit rund 45 Minuten Laufzeit) die kleinen und großen Freuden der großen und kleinen Leute. Nach den Aufregungen der letzten Staffeln scheint man vorerst zur Ruhe gekommen, doch neue Entwicklungen und ein offenes Ende lassen einen sehnsuchts- und erwartungsvoll dem nahenden Weihnachtsspecial und der kommenden 5. Staffel harren. Ich war zu Beginn etwas zwiegespalten. Muss man um des Kommerzes Willen eine Serie ins Endlose fortsetzen? Kann man die Drehbücher auf dem hohen Niveau halten? Und vor allem - wie wird man an das tragische Ende anknüpfen, wie werden sich gewisse Figuren weiterentwickeln? Doch bereits zu Beginn wurden all die Zweifel zerstreut, denn man hat es bis auf einige kleine Ecken und Kanten in gewissen Handlungssträngen äußert gelungen all die Klippen umschifft, an denen man hätte scheitern können. Etwas weniger Männer in der ein oder anderen Situation und etwas weniger Melodramatik um Anna sind nur kleine Makel.

Einmal mehr überrascht die Wandlungsfähigkeit unseres intriganten Mr. Barrows. Immer wenn man denkt aus dem kann einfach kein Gutmensch werden reagiert er unerwartet sozial, nur um munter weiter zu intrigieren. Doch was wäre das Leben ohne all die liebgewonnen Gestalten downstairs? Wobei das Geschehen in den Folgen 4-8 teils etwas unnötig in die Länge gezogen wird. Wirklich gelungen ist nur Molesleys Geschichte, die einen sehr berührt und mitunter zum Schmunzeln bringt. Das vermag ansonsten nur der gute Carson mit all seinem starren Gehabe. Gerade in dieser Staffel, wo nur Mary und Edith das Geschehen upstairs wirklich vorantreiben, Rose lediglich eine nette Dreingabe ist. Fast hätte ich Branson vergessen, der an seinen Aufgaben wächst, doch wird er in DA alt werden oder liegt seine Zukunft in der weiten Welt? Fragen über Fragen, die uns zu gegebener Zeit beantwortet werden. Es gäbe noch viel zu berichten, doch man soll schließen, wenn es am schönsten ist.

Wie immer erstklassige Kostüme, Kulissen und Schauplätze. Neben DA begeistern vor allem die wunderbaren Karossen, alte Kinderwägen usw - eben alles, was die Zeit so unverkennbar macht.

Via Amazon.co.uk kann die 4. Staffel für derzeit rund 26,50€ bestellt werden. Auf drei DVDs gibt es neben den Folgen noch Extras: ein Making of; Downton Diaries & New Arrivals.

Fazit: Stellenweise sehr berührend. Auch die vierte Runde DA bringt viele kleine und große Freuden. Visuell herausragend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen There can be too much truth in any relationship.., 12. November 2013
das ist nur eine der vielen großartigen Bemerkungen der Dowager Countess. Wie bereits in den vergangenen Staffeln dominiert Maggie Smith jede Szene und sorgt für beste Unterhaltung. Hier eine weitere Kostprobe. Dowager Countess zu Tom Branson:
„If I were to search for logic, I should not look for it among the English upper class“
Maggie Smith ist also weiterhin eine Klasse für sich und macht Downton Abbey sehenswert.
Nach dem Ausscheiden von zwei Hauptdarstellern nach Staffel 3 und den damit verbundenen tragischen Todesfällen, war ich etwas skeptisch, wie sich die Geschichten und Personen weiterentwickeln würden.
Ich kann mit gutem Gewissen sage, ich habe jede Minute der acht neuen Folgen genossen. Auch in diesem Jahr hat mich Downton Abbey wieder bestens unterhalten.
Die Kleider und die Ausstattung sind wirklich sehenswert und das ganze Ensemble hat durch gute schauspielerische Leistungen überzeugt. Besonders Mrs. Hughes hat mir sehr gut gefallen und der konservative Butler Carson ist immer ein Genuss. Ich finde, dass es Julian Fellowes insgesamt besser gelingt interessante storylines für die Herrschaft zu entwerfen. Die Rückkehr von Lady Mary ins Leben war gut gemacht und auch die Weiterentwicklung von Lady Edith ist sehr interessant. Anders sieht es bei den Dienstboten aus. Thomas hat in diesem Jahr keine wirkliche storyline, das fand ich etwas schade und die Verliebtheiten und Eifersüchteleien der Dienstboten waren langatmig und fast anstrengend. Gut unterhalten hat mich hingegen Mr. Mosley und auch die wechselvolle Beziehung von Anna und Bates war gut dargestellt. Auch wenn ich den Beiden etwas mehr Glück und weniger Drama gewünscht hätte. Tom Branson und seine Suche nach seinem Platz im Leben bleibt ebenfalls eine interessante Figur.
Nach Folge 8 sind viele Fragen offen und ich freue mich auf die diesjährige Weihnachtsfolge, die hoffentlich ein paar Antworten bringen wird. Ausstrahlung der Weihnachtsfolge am 25.12.13 in GB. Downton Abbey wird im neuen Jahr mit einer weiteren Staffel fortgesetzt.

Fazit: Downton Abbey Staffel vier, immer noch eine Klasse für sich. Natürlich nicht mehr ganz so unverbraucht wie in Staffel eins. Trotzdem beste britische Unterhaltung. Mir hat die Fortsetzung genauso gut gefallen, wie Staffel drei.

Die DVD Box mit 3 DVD enthält die 8 Folgen der 4. Staffel.
Laufzeit Folge 1 und 8 je 60 Minuten, Folge 2-7 je 45 Minuten
Sprache Englisch mit zuschaltbaren englischen Untertiteln
Die DVD Box ist mit folgenden Extras gut ausgestattet: a making of, the Downton diaries, new arrivals
Die Box kostet bei Amazon UK 19.50 GBP plus 2.28 GBP für Verpackung und Versand.
Das sind ca. 26 Euro.
Kaufempfehlung für alle DA-Fans.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


69 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humorvoll, echt britisch und eine wunderbare Gesellschaftsstudie, 1. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Downton Abbey - Staffel vier [4 DVDs] (DVD)
Die vierte Staffel von Downton Abbey meistert den kritischen Moment, den Tod von Matthew Crawley, doch recht ordentlich. Dem Drehbuchautor Julian Fellowes gelingt es den eigentlichen Mittelpunkt der Serie, die Liebe und Romanze zwischen Matthew und Lady Mary, geschickt durch die Weiterentwicklung anderer Charaktere zu kompensieren. Das verändert die Story natürlich, aber verleiht ihr auch durchaus einen gewissen Reiz. Für Lady Mary besteht die Herausforderung, sich ihrem Leben ohne ihren geliebten Ehemann zu stellen, mit ihrer Trauer fertig zu werden und für sich einen neuen Weg zu finden. Einen Weg mit privaten und beruflichen Herausforderungen, denn mit dem Tod ihres Mannes muss sie sich auch mit der ökonomischen Leitung des Gutes von Downton Abbey befassen. An Hand dieser ökonomischen Frage gelingt es Fellowes geschickt, die in den Nachkriegsjahren stattfindenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen in Großbrittanien zu thematisieren. Er entwickelt die weiblichen Charaktere (Mary, Edith, Daisy...) dabei feinfühlig weiter und zeigt ihr zunehmendes Selbstbewußtsein. Die neuen Zeiten gehen auch nicht spurlos an der Dienerschaft vorbei. Besonders amüsant ist dabei die Weihnachtsfolge (Das wird in der deutschen Ausgabe der neunte Teil der Staffel sein). Wenn hier amerikanische Dienstboten, mit ihrem freieren und ungezwungeren Verhalten und den zumindest verbal deutlich niedrigeren Hierarchieunterschieden auf die stocksteifen britischen Gesinderegeln treffen, ist so manches Schmunzeln garantiert. Für Carson, den Butler, ist das doch öfters eine neue und ungewohnte Welt. Hier trifft dann das alte Vorkriegsengland auf die neue Nachkriegswelt. Dieser kulturelle Konflikt ist eine produktive Quelle für interessante Charakterstudien. Und wenn Amerika auf England trifft, wie in der letzten Folge, dann sind die unterschiedlichen Lebensauffassungen und gesellschaftlichen Vorstellungen immer ein Fundus für amüsante Szenen, Verwicklungen, Mißverständnisse und Amüsement. Besonders hervorragend werden diese Unterschiede von Paul Giamatti, der Coras Bruder, Mary und Ediths amerikanischen Onkel Harold Levinson, spielt, verdeutlicht. Seine Begegnung mit dem Prince of Wales ist herrlich komisch, echt britischer Humor. Auch Shirley MacLaine (Martha Levinson) ist wieder wunderbar. Ihre verbalen Duelle mit Maggie Smith (Countess Violet Crawley) stehen geradezu symbolisch für das Aufeinandertreffen von neuer und alter Welt. Von untergehendem Adelsglanz und der aufziehenden Zeit der Geschäftsleute. Die vierte Staffel ist insgesamt deutlich besser gelungen, als ich befürchtet hatte nach dem Tod von Matthew Crawley. Julian Fellowes ist wieder eine interessante Staffel gelungen, die mit der feinfühligen Weiterentwicklung der Charaktere die gesellschaftlichen Umbrüche der damaligen Zeit verdeutlicht. Sehenswertes Fernsehen, das einem Lust auf die fünfte Staffel von Downton Abbey macht, wäre es doch spannend zu sehen, wie die Figuren sich weiter entwickeln.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


64 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Downton Reloaded, 16. November 2013
Die Abbey im Winterschlaf: Der Park liegt kahl und trist unter einem grauen Himmel, upstairs und downstairs schleicht man auf Zehenspitzen herum, während Lady Mary, die Schneekönigin aus dem Eiszapfenland, sich nach den letzten Ereignissen emotional in den Bezirk nördlich des Polarkreises zurückgezogen hat. Und dort ist sie unerreichbar - für ihre Familie, für Baby George, für Anna und sogar für Mr Carson.

Man kann weiter darüber nachgrübeln, was der Fangemeinde im allgemeinen und Downtons Bewohnern im besonderen mit dem grausamsten Weihnachts-Special aller Zeiten angetan wurde. Angesichts der stark geschriebenen, wunderschön melancholisch bebilderten und selbstredend großartig gespielten ersten Folge der neuen Staffel kommt man aber auch nicht umhin zu denken: Vielleicht war dieser harte Einschnitt genau das, was die Serie im vierten Jahr brauchte, um einen echten Neustart hinzulegen?

Zunächst herrscht verkehrte Welt: Isobel, drei Staffeln lang damit beschäftigt, die Welt zu retten, ganz egal, wie sehr sie ihren Mitmenschen dabei auf die Nerven geht, hockt leer und traurig vor ihrem Kamin und fühlt sich nur noch als Bürde für die Crawleys. Branson kämpft einerseits mit dem Gefühl, am falschen Ort - und oft auch in den falschen Klamotten - zu stecken und andererseits mit dem Bedürfnis, Downton in Matthews Sinn weiterzuführen und den Einfluss seines Schwiegervaters, der leider nachvievor nicht mit Geld umgehen kann, möglichst gering zu halten. Pechmarie Edith scheint auf der Suche nach ihrem kleinen Stückchen Glück endlich erfolgreich zu sein und blüht geradezu auf. Nur eine ist unverändert: The Dowager Countess, die zwar bekanntlich nicht auf den Mund gefallen ist, aber immer noch große Schwierigkeiten hat, den Namen Tom auszusprechen.

Downstairs entpuppt sich Thomas ("I'm Mr Barrow now") als Kinderfreund, um wie jedesmal, wenn man gerade anfängt ihn zu mögen, seine unfeine Seite hervorzukehren. Mrs Patmore hat alle Hände voll damit zu tun, das Liebesdrama zwischen Küche und Servant Hall unter Kontrolle zu bringen, Mr Carson verteilt Aufgaben und Lebensweisheiten mit gewohnter Autorität und Mrs Hughes beweist bei mehr als einer Gelegenheit, dass das ganze Haus ohne sie zusammenbrechen würde, insbesondere, als Anna und Mr Bates aus ihrer kleinen, glücklichen Nische auf grausame Art und Weise vertrieben werden.

Die vierte Staffel Downton Abbey bietet neben Altvertrautem viele Überraschungen und sicher auch den einen oder anderen Grund zu Kritik (und damit meine ich nicht die Tatsache, dass die gute Luft in Yorkshire jegliche Form von Alterung aufhält). Einige Handlungsstränge wirken überflüssig - wer hätte Edna nach dem Weihnachts-Special noch wiedesehen wollen? Manche Folgen sind überfrachtet an Ereignissen, weshalb einige Szenen dann so kurz und schnell und hastig abgetan sind, dass ihre Wirkung verpufft. Mehr als einmal stellt sich ein Déjà-vu ein: Es scheint eine Eigenart der britischen Upperclass zu sein, wichtige Briefe zu schreiben, die dann erst nach dem eigenen Ableben auftauchen. Peinliche Gesprächssituationen lässt man mit Vorliebe dadurch entstehen, dass diverse Figuren vergessen, wen ihr Gegenüber da gerade unter tragischen Umständen verloren hat. Und wie viele Freunde und Verwandte die Crawleys haben, von denen man auch nach zehnjähriger Bekanntschaft noch nichts gehört hat... naja. Wie das Serienleben halt so spielt.

Letztendlich überwiegen aber die Downton-Glücksmomente, die Dialoge, die einen laut auflachen und schnell den Rücklauf einschalten lassen, der liebevolle Blick auf die Bewohner, die cleveren kleinen erzählerischen Details - wer erinnert sich noch an das Telegramm, mit dem die allererste Folge begann und das per Fahrrad ausgeliefert wurde? Dieses Mal kommt wieder ein Telegramm an, aber der Bote fährt mittlerweile Motorrad. Wie viel Herz nachwievor in der Serie steckt, zeigt der Handlungsstrang um Mr Molesley, bekanntlich auch kein vom Glück beschienener Charakter, der sich nach dem Verlust seines Arbeitgebers mit Gelegenheitsjobs durchschlagen muss.

Was mir auch besonders gut gefallen hat: Am Ende haben alle Traurigen- Mary, Isobel, Branson und jawohl, man glaubt es kaum, auch Mr Molesley - einen echten Lernprozess durchgemacht. Ohne zu spoilern: Die Staffel endet zumindest upstairs erheblich fröhlicher, als sie begonnen hat.

Das Sonderlob für besonders bewegende Schauspielkunst geht an Joanne Froggatt alias Anna - großer Taschentuchalarm. Das DVD-Set enthält acht Folgen zu 45 Minuten, die erste und letzte Folge sind wie immer etwas länger. Als Extras ist das obligatorische Making-Of dabei sowie eine Einführung der diversen neuen Figuren.

Wie lange Downton nach diesem Neustart weiterleben wird? Ich habe keine Ahnung. Erst einmal freue ich mich auf das diesjährige Weihnachts Special, und im übrigen halte ich mich hoffnungsvoll an ein Gespräch der Dowager Countess mit Isobel: "How long does this go on for?" - "Ages!" - "Oh, goody goody!"
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Golly, life is full of surprises!", 8. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Downton Abbey: Series 4 [UK Import] (DVD)
** Achtung, Spoiler in der gesamten Rezension **

Die Handlung
-------------------------

Nebelschwaden verwischen die Konturen der Abtei von Downton im frühen Morgengrauen und geben dem Herrensitz eine gespenstische, dunkle Atmosphäre. Und ebenso düster sieht Lady Marys Innenleben aus, die wach und bewegungslos auf ihrem Bett liegt und nicht schlafen kann. Sechs Monate sind vergangen, seit ihr Glück und Eheleben auf schmerzhafte Weise durch den Tod ihres Ehemanns Matthew Crawley aus den Fugen geraten ist. Die junge Witwe und Mutter des kleinen George ist von diesem schrecklichen Ereignis noch immer gezeichnet und völlig apathisch. Selbst gemessen an den strengen damaligen Regeln, was das Tragen der Trauerkleidung anbelangt, besteht sie auch ein halbes Jahr später noch immer darauf, schwarz zu tragen. Noch nichtmal die sanftmütige lady's maid Anna kommt an ihre völlig in sich zurückgezogene Dienstherrin heran.

Ganz anders Marys jüngere Schwester Edith: Sie scheint mit dem Verleger Michael Gregson endlich das ihr lang verwehrte Liebesglück in vollen Zügen genießen zu können. Deshalb trifft man die junge Dame in dieser Staffel auch weitaus häufiger in London an, wo sie sich zusammen mit Michael in den gehobenen Literaten- und Künstlerkreisen der Hauptstadt unters Volk mischt, sowie zu Kerzenschein und in gewagten Outfits in mondänen Lokalen und Restaurants diniert. Dass ihr Freund technisch gesehen noch mit seiner ersten Frau verheiratet ist und sich nicht von ihr scheiden lassen kann (weil diese ihre Tage geistig gestört in einem Sanatorium fristet und somit rechtlich als nicht entscheidungsfähig gesehen wird), ist ein konstanter Gesprächstoff bei den beiden. Auch dass Edith Michael Gregson ihrer Familie, allen voran ihren Eltern Lord und Lady Grantham, vorstellen möchte bereitet dem Verleger einiges an Bauchgrimmen.

Bei einem Teil der jungen Angestellten im Bedienstetentrackt geht das schon in der dritten Staffel thematisierte Liebeswirrwarr in die zweite Runde: Daisy liebt Alfred, Alfred liebt Ivy und Ivy wiederum ist in Jimmy verschossen. Stellt sich die Frage: Wen liebt Jimmy? Oder hat der ebenso weltmännische wie schnöselige junge Footman etwa doch ein Auge auf Ivy geworfen? Und heißt dass, das Alfred irgendwann vielleicht doch erkennt, dass er bei Ivy nicht landen kann, sondern seine Gefühle lieber in Daisy investieren sollte? Fragen über Fragen, die nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Köchin Mrs Padmore auf Trab halten und an den Rand der Verzweiflung bringen - denn die muss das Gezerfe zwischen Ivy und Daisy, sowie die Rivalität zwischen Alfred und Jimmy in ihrer Küche ertragen und hat davon inzwischen tüchtig die Nase voll! Und doch hat die gute Mrs Padmore einen weisen Satz für Daisy übrig: "Nothing is as changeable as a young man's heart. Take hope and a warning from that!"

Probleme viel substantiellerer Art hat da Mr Molseley: Seit dem Tod Matthews, seines Arbeitgebers, dem er als Valet gedient hatte, ist er in Downton Abbey eine nur noch geduldete, aber nicht mehr wirklich benötigte Hilfskraft, bis Butler Carson bei aller Fürsorge die Reißleine ziehen und Molseley hinauskomplimentieren muss. Glücklicherweise kann Molseley erstmal bei seinem alten Vater wohnen, aber reputationsmäßig geht es abwärts für den einst so tüchtigen Bediensteten - er schlägt sich fortan mit Gelegenheitsjobs durch, von Straßenbau bis Spedition. Seine Versuche wie früher erneut bei Matthews Mutter Isobel Crawley als Butler angestellt zu werden schlagen fehl, denn die um ihren Sohn tieftrauernde Witwe gibt zu: "I'm just an old widow who eats off a tray..." und gibt Molesley somit zu verstehen, dass er nun für sie als Butler genauso überflüssig wäre, wie er ihrem Sohn Matthew erschien, als dieser sich in Staffel 1 noch an das Leben als "richtiger" Gentleman gewöhnen musste (... eine interessante Parallele!). In der Tat ist Isobel ebenso niedergeschmettert und gelähmt vom Tode Matthews wie Lady Mary - Kampfgeist und Energie der sonst so resoluten Dame wirken erloschen und auch ihre von Violet so gefürchtete soziale Ader macht den Anschein als würde sie der Vergangenheit angehören.

Aber Downton Abbey wäre natürlich nicht Downton Abbey, wenn alles so bleiben würde, wie es zunächst scheint. Können Mary und Isobel die Schatten der Vergangenheit ein Stück weit hinter sich lassen und wieder ein bisschen anfangen zu leben? Kann vielleicht einer der angesichts ihres Witwenstatus plötzlich aus dem Boden sprießenden, heiratswütigen Junggesellen Marys Interesse wecken (im Laufe der vierten Staffel treten immerhin gleich drei Interessenten auf den Plan, mit denen sich Mary mal mehr, mal weniger gut versteht)? Gibt es für den gutmütigen Molseley doch noch einen Hoffnungsschimmer und somit einen Ausweg aus der beruflichen Misere? Und wie geht es zwischen Alfred, Daisy, Ivy und Jimmy weiter? "Golly, life is full of surprises!", wie Lady Cora doch so treffend bemerkt!

Die Antworten auf diese Fragen, sowie viele weitere interessante, amüsante, tragische und spannende weitere Handlungsstränge gibt es in dieser vierten Staffel der Erfolgsserie zu entdecken. So kann man sich zum Beispiel auf eine weitere schöne "Enthüllung" aus Butler Carsons früherem Leben vor seiner Zeit in Downton Abbey freuen (wer hätte es gedacht - auch unter der blütenreinen Butleruniform des sonst so steifen Carsons schlägt ein menschliches Herz!), die resolute Mrs Hughes zeigt in Bezug auf ihren Arbeitskollegen sowie Isobel Crawley ein erstaunliches seelenklempnerisches und praktisch veranlagtes Potential, und vor allem Lady Rosamunde Painswick wächst mit ihren Hilfsaktionen für die nach kurzer Glücksphase doch wieder vom Pech verfolgte Edith über sich hinaus und dem Zuschauer richtiggehend ans Herz. Doch muss sie die Unterstützung für ihre Nichte gerade gegenüber ihrer Mutter Lady Violet verteidigen, wenn ein von Rosamunde für Edith geplanter Auslandsaufenthalt, bei dem beide zwecks Auffrischung von Sprachkenntnissen einige Monate in der französischen Schweiz verbringen wollen, von Violet zu Recht äußerst kritisch beäugt wird. Und natürlich kann Violet sich einen an Edith und indirekt auch an Rosamunde gerichteten bissigen Kommentar nicht verkneifen: "Your aunt is not interested in learning French... If she wishes to be understood by a foreigner, she shouts!!" Lustige Momente und beißende Pointen gibt es also auch in dieser Staffel trotz des tragischen Untertons wieder reichlich und in gewohnter Qualität.

Die Serie
----------------

Anstatt Dan Stevens (Matthew Crawley) Ausstieg aus der Serie zum Anlass zu nehmen, die Hände über den Kopf zu schlagen, haben sich die Produzenten nach dem Motto "the show must go on" an die Arbeit gemacht und den vermeintlichen Sargnagel in der Erfolgsgeschichte der Serie als Chance begriffen. Insgesamt schafft die Serie eine gelungene Balance aus "Trauerarbeit", die von Mary und ihrer Familie geleistet wird, und Aufbruchstimmung. Die Figur des Matthew wurde nicht einfach fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel, sondern auch im Verlauf der Serie werden sowohl Isobel als auch Mary immer wieder schmerzhaft an ihre schönen Zeiten mit Matthew erinnert - ohne jedoch wie am Anfang der Serie wieder in die innere Emigration zu gehen. Auf diese Weise zeigt die vierte Staffel von Downton Abbey den Trauer- und Verarbeitungsprozess realistisch und mit intimen Einblicken ins Seelenleben der Betroffenen. Ein historisch interessantes Detail sind dabei die schwarzen Tücher die in Isobels Wohnung wie damals üblich als Zeichen ihrer Trauer die Spiegel verhängen. Sehr schön ist auch mit anzusehen, wie die Biestigkeiten zwischen ihr und der Gräfinwitwe Violet sich endlich einmal angesichts Isobels Leid auf Violets Seite in so etwas wie Anteilnahme und ernsthafte Sorge um das Wohlergehen der Trauernden verwandeln. Was jedoch natürlich nicht heißt, dass Violet nicht immer noch Haare auf den Zähnen hätte ...

Die Schauspieler sind allesamt wie auch schon in den vorherigen drei Staffeln exzellent in der Darstellung ihrer Charaktere und die persönlichen Entwicklungen der Figuren sind so real, dass man inzwischen schon das Gefühl hat, jeden einzelnen der Familienangehörigen und Bediensteten persönlich zu kennen: Daisy, die zwar sehr süß, aber zu Ivy auch ziemlich biestig sein kann; Mrs Padmore, welche in Staffel 1 noch ein hartes Regiment in der Küche führte, aber jetzt erkennen muss, dass sie mit den neuen technischen Haushaltsgeräten völlig überfordert ist, da sie eine desaströse erste Bekanntschaft mit dem neuen elektrischen Mixer macht; Tom, welcher sich als früherer Chauffeur seinen Weg kontinuierlich gegen Klassenunterschiede und Anfeindungen nach oben gebahnt hat, sich aber immer noch nicht zugehörig fühlt und sich fragt ob die Upper Class wirklich der Ort ist an dem sein Töchterchen Sybbie aufwachsen soll; außerdem Lord Grantham, der Tom inzwischen als in Sachen Landwirtschaft kompetenten Schwiegersohn akzeptiert, der aber - ganz Patriarch - das Zepter und somit die Teilverantwortung für Downton Abbey trotzdem nicht an Mary weitergeben will (was hierbei auch mit Parallele zu unserer modernen Zeit auf die ebenso problematischen Generationenwechsel in Familienunternehmen übertragen werden kann). Sie alle haben, genau wie die zahlreichen anderen ungenannten Charaktere, über die Staffeln hinweg bemerkenswert realistische persönliche Entwicklungen durchgemacht - während vieles in ihren Einstellungen, Träumen und Ansichten jedoch auch Kontinuität hat: ganz wie es beim Menschen nunmal ist.

Zwar merkt man jetzt erst, wie sehr man doch die intrigante O'Brian vermisst (neben Dan Stevens entschied sich auch Shioban Finneran zum Ausstieg aus der Serie). Komplotte schmiedend waren O'Brian und Thomas schon ein Gespann für sich, aber sie plötzlich einander feindseelig gegenüber stehen zu sehen war in Staffel 3 nochmal ein ganz besonderes Vergnügen gewesen. Doch der mögliche Abgang der Kammerzofe wurde im letzten Christmas Special "Downton Abbey: A Journey to the Highlands [UK Import]" gut vorbereitet, sodass es nun nicht überrascht O'Brien in Begleitung von Susan Flintshire in der britischen Kronkolonie Indien zu finden, wie diese Lady Grantham schriftlich mitteilt, nachdem sie bei Nacht und Nebel Downton Abbey den Rücken gekehrt hatte.

Dem bisher schon außergewöhnlich guten Sountrack von John Lunn hat dieser für die vierte Staffel neben den altbekannten Stücken noch ein paar neue musikalische Themen hinzugefügt, die sich sehr gut für die jeweiligen Szenen eignen. Auch die Jazzmusik, die man immer mal wieder hört - auf Schallplatte oder von einer Band live vorgetragen - ist gelungen und klingt für die damalige Zeit authentisch. Ein absolutes Highlight für alle Freunde der klassischen Musik ist natürlich der Auftritt des australischen Opernstars Kiri Te Kanawa als Dame Nelly Melba, die Downton Abbey im Rahmen einer mehrtägigen Party einen Besuch abstattet (... was übrigens gar nicht so ungewöhnlich gewesen sein dürfte: Auch auf Highclere Castle - drehorttechnisch das reale Vorbild von Downton Abbey - gingen berühmte Persönlichkeiten ein und aus).

------------
FAZIT

Nicht nur Trauer wird auf Downton Abbey von seinen Bewohnern durchlebt - auch alle anderen menschlichen Gefühle der Palette kommen wieder zu ihrem vollen Einsatz und von Liebe, über Kummer und Sorgen, bis hin zu Eifersucht und jugendlicher Unbeschwertheit ist wieder alles dabei. Man darf sich auf die Wiedereinführung zweier Charaktere freuen (darunter mein Liebling Evelyn Napier), aber ob das Wiederauftauchen einer dritten Person vor allem für Tom so erfreulich ist, das sei mal dahingestellt.

Auch wenn eine Storyline insgesamt vielleicht etwas behäbiger rüberkommt bzw. etwas länger zum Abheben braucht (mit den amourösen Verwicklungen in Mrs Padmores Küche hätten man auch etwas früher zu einer Lösung finden können), während eine andere Storyline in Episode 3 zwar schwerverdaulich, aber realistisch und die Thematisierung völlig gerechtfertigt ist, ist diese Staffel angesichts des herben Verlusts einer der Hauptdarsteller eine mehr als gelungene Weiterführung. Besonders berührt hat mich hierbei der Handlungsstrang um Molesley, aber auch in Alfred, der das hochgesteckte Ziel hat ein Gourmetkoch zu werden, kann sich jeder hineinversetzen, der schon Assessment Center und quälende Bewerbungsprozesse über sich ergehen lassen musste.

Vor allem mit mehrmaligerem Ansehen gewinnt Staffel 4 deutlich an Wert und wird hiermit nachdrücklich empfohlen.

NACHTRAG: Leute, die nicht so ungeduldig sind wie ich und immer sofort die englische Importversion haben müssen, sondern auf das Erscheinen der 4. Staffel mit deutscher Synchronisation warten wollen, sollten wieder beachten, dass das direkt an diese Staffel anschließende Christmas Special 2013 "Downton Abbey: The London Season (Christmas Special 2013) [UK Import]" in Großbritannien zwar immer seperat hinzugekauft werden muss, hierzulande jedoch wie - auch die alten Christmas Specials - höchstwahrscheinlich wieder in Form einer vierten DVD zur deutschen Veröffentlichung des Boxsets dazugehören wird.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


47 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zarte Bande, 29. April 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Downton Abbey - Staffel vier [4 DVDs] (DVD)
"Was für ein Trost ist es, dass doch noch ein paar gute Menschen auf der Welt zu finden sind."
Mit diesem Satz wird im Weihnachtsspecial die Handlungsebene "Upstairs" geschlossen - er scheint allerdings programmatisch über dieser vierten Staffel zu stehen.

Hmm, wie drücke ich mich möglichst freundlich gegenüber dieser wunderbaren (!!!) Serie aus?
Da wären all die schönen Dinge, die ich vor dem Aber aufzählen möchte: die gewohnt köstliche Violet Crawley (Maggie Smith), die schöne Ausstattung - insbesondere die Szenen auf Bahnhöfen und in London(er Clubs) hatten es mir angetan, etliche feine Zeichnungen in den Charakteren und Dialogen. Dass sich das Anwesen ganz sanft darin versucht, den sich wandelnden Zeiten anzupassen, ohne dazu dramatische Bedrohungen von außen (wie in den drei ersten Staffeln) zu bemühen, hat eine durchaus entspannende Wirkung. Man versucht, sich zu konsolidieren, zur Ruhe zu kommen. Allseits werden zarte Bande geknüpft, was nicht immer erfolgreich verläuft.

Aber - ich bitte vielmals um Entschuldigung - etwas mehr 'stiff upper lip', Snobismus und Arroganz der vergangenen Staffeln hätten auch dieser Staffel gut getan. Kammerdiener Thomas wird zwar immer finsterer (warum eigentlich?), doch der Rest des Hauses, oben wie unten, überschlägt sich geradezu in besonnener Selbstreflexion und gegenseitigen Wohltaten. Selbst Violet muss jede böse Spitze sogleich mit einer folgenden guten Tat büßen. Die Gefühlskälte der Lady Mary gibt es nicht mal mehr als Fassade und auch dem knorrigen Butler Mr. Carson wird es letztendlich versagt, sich auch nur einmal herzlos durchzusetzen.

Vielleicht brauchte das Publikum nach der tragischen dritten Staffel eine große Dosis Harmonie und Loyalität innerhalb der Schicksalsgemeinschaft Downton Abbey. Jedoch wünsche ich mir für die Zukunft wieder etwas mehr von der (realistischen) Würze - Neid und Egoismus, Geringschätzung und Dünkel - der alten Folgen, bevor ich noch verwirrt glaube, mich ins ZDF verzappt zu haben.

Tipp für die Wartezeit auf Staffel 5 (auch als Rückbesinnung für die Autoren):
Vor Downton Abbey schrieb 'Creator' Julian Fellowes (Julian Alexander Kitchener-Fellowes, Baron Fellowes of West Stafford, Member of the House of Lords, alias 'Rebecca Greville' als Verfasser von Kitschromanen) für den Regisseur Robert Altman nach dessen Idee das Drehbuch zu Gosford Park, das die Blaupause für Downton Abbey darstellte. Man muss den überaus bissigen Film allerdings mehrfach gucken, um durch das verwirrende Geflecht Up- & Downstairs wirklich durchzusteigen. Maggie Smith war auch damals schon dabei, hieß aber statt Grantham seinerzeit Trentham ;-)

\\\ Für Feedback - insbesondere bei Nichtgefallen mit einem kurzen Kommentar - bin ich dankbar ///
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Matthew fehlt, 31. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Downton Abbey - Staffel vier [4 DVDs] (DVD)
Der Tod von Matthew hatte mich auch sehr ergriffen. Die Rückkehr von Mary ins Leben war eindrucksvoll, hat mich aber nicht so begeistert, wie die vorherigen Folgen. Die Darsteller der Familie und der Dienerschaft sind mir ans Herz gewachsen und ich hoffe auf eine Fortführung der Serie. Maggie Smith ist wieder umwerfend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Routinierte Staffel, 15. November 2013
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Die vierte Staffel besteht aus acht Episoden auf drei DVDs(Standard knapp 50 Minuten, erste und letzte auf fast 70 Min verlängert). Sprache ein wie üblich gut verständliches Englisch mit englischen UT. Als Extras drei kurze Produktionsnotizen/Making of.

Die Staffel beginnt im Februar 1922, sechs Monate nach Matthwes's Tod und spielt bis in den August 1922. Die mehr und mehr aufkommende Modern (z.B. in Form von technischen Geräte, Jazzmusik, Hinterfragung des Adels und weniger traditionelle Liebesbeziehungen) stösst immer wieder auf Missfallen von DA-Bewohnern bzw. erfordert deren Anpassung. Mary kehrt aus der Trauer um Matthew langsam ins Leben zurück, was eine durchgehende Storyline ist. Weitere sind Edith' libertäre Beziehung zu Verleger Gregson und noch libertärere Avancen der jungen Lady Rose. Tom sucht weiter nach seinem Platz im Familiengefüge und Matthew's Mutter versucht sich durch kleine Sozialprojekte vom Tod ihres Sohnes abzulenken. Wirtschaftlich muss sich die Familie ein wenig neu ausrichten. Ein Fall sexueller Gewalt und dessen Folgen bilden ebenfalls eine durchgehende Erzählung. In der Dienerschaft kommt es zu Liebe- und Eifersüchteleien und weiteren Intrigenversuchen von Thomas.

Die Staffel führt die gewohnten Qualitäten der Staffel fort: schöne Photographie, starke Ausstattung, viele parallele Plots, hochwertiges Schauspiel. Weiten Teil nehmen kleine, heiter oder zumindest sentimental-heiter gehaltene Mini-Plots und kleine Diaolge ein. Daneben spielen durch die Folgen der Todesfälle der vergangenen Jahre (Sybil und Matthew) und den Fall sexueller Gewalt aber auch 'schwere' und dramatisch kraftvolle Themen eine tragende Rolle.

Das vielfältige und komplexe Nebeneinander der Geschichten (fast mehr als bisher) kann eigentlich gefallen, aber die dramatischeren Plots können mich in ihrer Erzählung nicht ganz überzeugen. Das ist oft zu leicht und zu oberflächlich dargestellt, sowohl in den Dialogen als auch im Schauspiel. Sicher ist es Merkmal der Serie und notwendig, dass die Figuren englisch beherrscht agieren, aber etwas mehr Leben und Emotion würde ich mir oft wünschen. Maggie Smith als Dowager zeigt wieder perfekt, wie das geht und bekommt auch die entsprechenden Dialoge dafür. Speziell bei Mary kommt mir das sowohl in Dialogen als auch in der Darstellung zu dünn rüber und ich habe mit Ausnahme einer starken Szene ihre Verzweiflung und Leid nicht wirklich gespürt.

Dazu gehen viele Handlungsentwicklungen sehr schnell und aufgebaute Spannung wird zu schnell und v.a. einfach gelöst. In der Begegnung mit der Moderne sind mir viele Akteure dabei auch zu verständnisvoll und akzeptieren nach sehr kurzer Irritation dann einfach alles. Die Plot um sexuelle Gewalt und ihre Folgen ist gut lange erzählt, bleibt aber über weite Strecken auch erstaunlich sacht.

Fazit: Wieder gut bis sehr gut gemachte Fernsehunterhaltung, die Auge und Seele gut tun kann und die gewohnten Preziosen bietet (der Sarkasmus der Dowager, der sonore Bass von Carson). Für den fünften Stern bräuchte aber für meinen Geschmack die erzählerische Komponente mehr Kraft und Tiefe, die Dialoge mehr Pfiff und das Ganze etwas mehr Emotion.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fast Perfekt, aber ..., 28. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Downton Abbey - Staffel vier [4 DVDs] (DVD)
Über die Handlung von Downton Abbey ist ja hier schon jede Menge geschrieben worden, welche ich auch nicht vertiefen möchte.
Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und deshalb sollte jeder für sich seine tollen Momente aus der Serie herausziehen.

Nun denn:-), was soll ich sagen ?

Begeistert haben mich die einfach perfekten Kulissen, Kostüme und die schauspielerische Höchstform ausnahmslos aller Schauspieler. Unmöglich auf alles einzugehen, aber besonders beeindruckt haben mich vor allem Kevin Doyle (Mr. Molesley), der stärker in die Handlung eingebunden wurde und sich gerade durch/nach seine Degradierung zum einfachen Diener zunehmend Selbstvertrauen aneignete. Zudem spielt Kevin Doyle Mr. Molesley einfach perfekt von tragisch bis urkomisch (man erinnere sich in den vorherigen Staffeln an seine "zu tief ins Glas geschauten" Szenen. Habe mir dabei den Bauch gehalten vor Lachen. Jim Carter legt als "Carson" erneut eine Glanzleistung ab. Einfach köstlich die Darstellung seiner "Würde" und überhaupt - seine Gestik und Mimik (das ist wahre Schaupielerkunst). Über Maggie Smith als "Violet Crawley" braucht nichts mehr hinzugefügt werden - neben "gefühlten" Schwächen in der 3. Staffel nun wieder "back to the roots" und Volldampf voraus - Wahnsinn! Einzig Rob James-Collier geht mir in der vierten Staffel als "Thomas" zu sehr unter. Sein Charakter macht meiner Meinung nach keine nennenswerte Entwicklung durch, zumal er als Unterbutler viel besser in die Handlung der vierten Staffel mit einbezogen hätte werden können. Sein eher spärliches Auftreten wurde zum größten Teil mit bösen Wissendurst über das Geschehen im Hause Crawley und Groll gegenüber "Tom Branson" (Allan Leech) gefüttert - ging mir eher auf die Nerven. Zu wenig Platz, um auf alle Akteure einzugehen, aber ich habe das das Gefühl gehabt, dass so ziemlich alle Schauspieler sich förmlich in ihre Rollen hineinsteigerten, was sich auf das gesamte wirklich komplexe Zusammenspiel (super viele Akteure/Handlungsstränge/Szenen/Charakter perfekt auswirkte. Wie gesagt, unmöglich auf alle Beteiligten und Zusammenspiele einzugehen. Das hat meiner Meinung nach die vierte Staffel ausgemacht/vollendet, was mir in der 3. Staffel etwas gefehlt hat. Alles wirkt auf mich stimmig, kurzweilig und ohne nennenswerten Schwächen.

Allerdings habe ich einen Kritikpunkt, den ich aber nicht mit einem Stern Abzug "bestrafen möchte":

Die vier Staffeln erstreckten sich über einen Zeitraum von 1912 - 1923, wenn ich mich nicht geirrt habe.

Warum in aller Welt altern die Akteure nicht ???? Alle sehen "gefühlt" nach 11 Jahren Handlungsstrang noch genau so aus, wie 1912 mit Beginn der ersten Staffel. Selbst der Hund ist noch fit wir ein Turnschuh, wenn es sich denn noch um die gleiche Hündin laut Drehbuch ist. Liegt es an der Luft ? Selbst ältere Charaktere wie Carson, Violet Crawley, Dr. Clarkson und vor allem auch Bates nach seinem Aufenthalt im Knast sehen nach 11 Jahren keinen Tag älter aus.

Hier ergibt sich meiner Meinung nach der einzige wirkliche Schwachpunkt der Serie. So toll und faszinierend auf die zeitlichen Veränderungen in Punkto Kulissen/Kostüme/technischer Fortschritt Wert gelegt wurde, Menschen altern auch - gerade in dieser Zeit inkl. 1. Weltkrieg. Das können auch tolle Kostüme nicht ändern. Sehe ich das alleine so ?

Alles in allem 5 Sterne - freue mich auf die 5. Staffel ..
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Qualitätsvolle Unterhaltung, die süchtig macht, 11. August 2014
Von 
Andreas Camino (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Downton Abbey - Staffel vier [4 DVDs] (DVD)
Downton Abbey habe ich voriges Jahr zufällig entdeckt und bin in den Sog dieser Serie gerissen worden. Ich spare es mir über den Inhalt oder die Einordnung der vierten Staffel zu schreiben. Das ist aus der Inhaltsangabe hinreichend ersichtlich.

Diese Serie ist für mich perfekte Unterhaltung, durchsetzt mit bekannten Schauspielkünstlern oder neu entdeckten Talenten. Julian Fellowes (siehe auch Gosford Park) schreibt seit der ersten Staffel qualitätsvolle Episoden, die unterhaltend, romantisch, tragisch, auch mal kitschig, aber oft wunderbar britisch kühl und ironisch sind. Trotz all dieser Adjektive, die auch sonst möglicherweise für eine Vorabendserie gelten könnten, ist hier jederzeit die Qualität und der Anspruch zu spüren. Angefangen von der Ausstattung, der Musik, den Kostümen, bis zu den Bedeutungen der Beziehungen, die durch Bilder wie oben und unten, hell und dunkel, Arbeit und Muße etc. repräsentiert werden. Diese Serie lebt besonders vom Spiel zwischen den Gesellschaftsschichten. Die Suche nach dem Ziel im Leben, dem Glück, der Erfüllung, dem Traum wohnt jeder Person inne und diese Suche zu beobachten und zu erleben macht sehr viel Freude, ist sehr spannend und lehrreich. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 220 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Downton Abbey - Staffel vier [4 DVDs]
Downton Abbey - Staffel vier [4 DVDs] von Jon East (DVD - 2014)
EUR 22,26
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen