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TOP 1000 REZENSENTam 15. November 2013
Die vierte Staffel besteht aus acht Episoden auf drei DVDs(Standard knapp 50 Minuten, erste und letzte auf fast 70 Min verlängert). Sprache ein wie üblich gut verständliches Englisch mit englischen UT. Als Extras drei kurze Produktionsnotizen/Making of.

Die Staffel beginnt im Februar 1922, sechs Monate nach Matthwes's Tod und spielt bis in den August 1922. Die mehr und mehr aufkommende Modern (z.B. in Form von technischen Geräte, Jazzmusik, Hinterfragung des Adels und weniger traditionelle Liebesbeziehungen) stösst immer wieder auf Missfallen von DA-Bewohnern bzw. erfordert deren Anpassung. Mary kehrt aus der Trauer um Matthew langsam ins Leben zurück, was eine durchgehende Storyline ist. Weitere sind Edith' libertäre Beziehung zu Verleger Gregson und noch libertärere Avancen der jungen Lady Rose. Tom sucht weiter nach seinem Platz im Familiengefüge und Matthew's Mutter versucht sich durch kleine Sozialprojekte vom Tod ihres Sohnes abzulenken. Wirtschaftlich muss sich die Familie ein wenig neu ausrichten. Ein Fall sexueller Gewalt und dessen Folgen bilden ebenfalls eine durchgehende Erzählung. In der Dienerschaft kommt es zu Liebe- und Eifersüchteleien und weiteren Intrigenversuchen von Thomas.

Die Staffel führt die gewohnten Qualitäten der Staffel fort: schöne Photographie, starke Ausstattung, viele parallele Plots, hochwertiges Schauspiel. Weiten Teil nehmen kleine, heiter oder zumindest sentimental-heiter gehaltene Mini-Plots und kleine Diaolge ein. Daneben spielen durch die Folgen der Todesfälle der vergangenen Jahre (Sybil und Matthew) und den Fall sexueller Gewalt aber auch 'schwere' und dramatisch kraftvolle Themen eine tragende Rolle.

Das vielfältige und komplexe Nebeneinander der Geschichten (fast mehr als bisher) kann eigentlich gefallen, aber die dramatischeren Plots können mich in ihrer Erzählung nicht ganz überzeugen. Das ist oft zu leicht und zu oberflächlich dargestellt, sowohl in den Dialogen als auch im Schauspiel. Sicher ist es Merkmal der Serie und notwendig, dass die Figuren englisch beherrscht agieren, aber etwas mehr Leben und Emotion würde ich mir oft wünschen. Maggie Smith als Dowager zeigt wieder perfekt, wie das geht und bekommt auch die entsprechenden Dialoge dafür. Speziell bei Mary kommt mir das sowohl in Dialogen als auch in der Darstellung zu dünn rüber und ich habe mit Ausnahme einer starken Szene ihre Verzweiflung und Leid nicht wirklich gespürt.

Dazu gehen viele Handlungsentwicklungen sehr schnell und aufgebaute Spannung wird zu schnell und v.a. einfach gelöst. In der Begegnung mit der Moderne sind mir viele Akteure dabei auch zu verständnisvoll und akzeptieren nach sehr kurzer Irritation dann einfach alles. Die Plot um sexuelle Gewalt und ihre Folgen ist gut lange erzählt, bleibt aber über weite Strecken auch erstaunlich sacht.

Fazit: Wieder gut bis sehr gut gemachte Fernsehunterhaltung, die Auge und Seele gut tun kann und die gewohnten Preziosen bietet (der Sarkasmus der Dowager, der sonore Bass von Carson). Für den fünften Stern bräuchte aber für meinen Geschmack die erzählerische Komponente mehr Kraft und Tiefe, die Dialoge mehr Pfiff und das Ganze etwas mehr Emotion.
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am 28. April 2014
Über die Handlung von Downton Abbey ist ja hier schon jede Menge geschrieben worden, welche ich auch nicht vertiefen möchte.
Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und deshalb sollte jeder für sich seine tollen Momente aus der Serie herausziehen.

Nun denn:-), was soll ich sagen ?

Begeistert haben mich die einfach perfekten Kulissen, Kostüme und die schauspielerische Höchstform ausnahmslos aller Schauspieler. Unmöglich auf alles einzugehen, aber besonders beeindruckt haben mich vor allem Kevin Doyle (Mr. Molesley), der stärker in die Handlung eingebunden wurde und sich gerade durch/nach seine Degradierung zum einfachen Diener zunehmend Selbstvertrauen aneignete. Zudem spielt Kevin Doyle Mr. Molesley einfach perfekt von tragisch bis urkomisch (man erinnere sich in den vorherigen Staffeln an seine "zu tief ins Glas geschauten" Szenen. Habe mir dabei den Bauch gehalten vor Lachen. Jim Carter legt als "Carson" erneut eine Glanzleistung ab. Einfach köstlich die Darstellung seiner "Würde" und überhaupt - seine Gestik und Mimik (das ist wahre Schaupielerkunst). Über Maggie Smith als "Violet Crawley" braucht nichts mehr hinzugefügt werden - neben "gefühlten" Schwächen in der 3. Staffel nun wieder "back to the roots" und Volldampf voraus - Wahnsinn! Einzig Rob James-Collier geht mir in der vierten Staffel als "Thomas" zu sehr unter. Sein Charakter macht meiner Meinung nach keine nennenswerte Entwicklung durch, zumal er als Unterbutler viel besser in die Handlung der vierten Staffel mit einbezogen hätte werden können. Sein eher spärliches Auftreten wurde zum größten Teil mit bösen Wissendurst über das Geschehen im Hause Crawley und Groll gegenüber "Tom Branson" (Allan Leech) gefüttert - ging mir eher auf die Nerven. Zu wenig Platz, um auf alle Akteure einzugehen, aber ich habe das das Gefühl gehabt, dass so ziemlich alle Schauspieler sich förmlich in ihre Rollen hineinsteigerten, was sich auf das gesamte wirklich komplexe Zusammenspiel (super viele Akteure/Handlungsstränge/Szenen/Charakter perfekt auswirkte. Wie gesagt, unmöglich auf alle Beteiligten und Zusammenspiele einzugehen. Das hat meiner Meinung nach die vierte Staffel ausgemacht/vollendet, was mir in der 3. Staffel etwas gefehlt hat. Alles wirkt auf mich stimmig, kurzweilig und ohne nennenswerten Schwächen.

Allerdings habe ich einen Kritikpunkt, den ich aber nicht mit einem Stern Abzug "bestrafen möchte":

Die vier Staffeln erstreckten sich über einen Zeitraum von 1912 - 1923, wenn ich mich nicht geirrt habe.

Warum in aller Welt altern die Akteure nicht ???? Alle sehen "gefühlt" nach 11 Jahren Handlungsstrang noch genau so aus, wie 1912 mit Beginn der ersten Staffel. Selbst der Hund ist noch fit wir ein Turnschuh, wenn es sich denn noch um die gleiche Hündin laut Drehbuch ist. Liegt es an der Luft ? Selbst ältere Charaktere wie Carson, Violet Crawley, Dr. Clarkson und vor allem auch Bates nach seinem Aufenthalt im Knast sehen nach 11 Jahren keinen Tag älter aus.

Hier ergibt sich meiner Meinung nach der einzige wirkliche Schwachpunkt der Serie. So toll und faszinierend auf die zeitlichen Veränderungen in Punkto Kulissen/Kostüme/technischer Fortschritt Wert gelegt wurde, Menschen altern auch - gerade in dieser Zeit inkl. 1. Weltkrieg. Das können auch tolle Kostüme nicht ändern. Sehe ich das alleine so ?

Alles in allem 5 Sterne - freue mich auf die 5. Staffel ..
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am 6. Mai 2016
Diese Staffel ist von vielen Beziehungen und deren Entwicklung geprägt.
Isebel und Mary kämpfen mit dem Verlust, den sie beide erlitten haben. Mary beginnt wieder einen Lebenssinn zu bekommen und wird von einigen Männern umwoben. Ich bin schon sehr gespannt, wer am Ende das Rennen machen wird.
Edith hat auch mit etwas schwer zu kämpfen und steckt in einem Dilemma, zudem vermisst sie die Person ihres Herzens. Wird er wieder auftauchen?
Auch Tom scheint vielleicht in der Zukunft wieder sein Glück zu finden, denn im Augenblick ist er auf der Suche nach seinem "Platz".
Eine neue Kammerzofe bringt eine neue Figur mit in die Serie. Ihre Vergangenheit ist noch nicht geklärt, aber es wird spannend - wann wird es gelüftet?
Das Ende der Staffel macht sehr neugierig auf die 5. Staffel.
Ich mag die Serie immer noch sehr sehr gerne und bin froh, dass ich sie entdeckt habe, aber ich bin auch etwas traurig, da es keine 7. Staffel mehr geben wird. Die Kulisse und die Kostüme, sowie die Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen.
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am 8. April 2014
** Achtung, Spoiler in der gesamten Rezension **

Die Handlung
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Nebelschwaden verwischen die Konturen der Abtei von Downton im frühen Morgengrauen und geben dem Herrensitz eine gespenstische, dunkle Atmosphäre. Und ebenso düster sieht Lady Marys Innenleben aus, die wach und bewegungslos auf ihrem Bett liegt und nicht schlafen kann. Sechs Monate sind vergangen, seit ihr Glück und Eheleben auf schmerzhafte Weise durch den Tod ihres Ehemanns Matthew Crawley aus den Fugen geraten ist. Die junge Witwe und Mutter des kleinen George ist von diesem schrecklichen Ereignis noch immer gezeichnet und völlig apathisch. Selbst gemessen an den strengen damaligen Regeln, was das Tragen der Trauerkleidung anbelangt, besteht sie auch ein halbes Jahr später noch immer darauf, schwarz zu tragen. Noch nichtmal die sanftmütige lady's maid Anna kommt an ihre völlig in sich zurückgezogene Dienstherrin heran.

Ganz anders Marys jüngere Schwester Edith: Sie scheint mit dem Verleger Michael Gregson endlich das ihr lang verwehrte Liebesglück in vollen Zügen genießen zu können. Deshalb trifft man die junge Dame in dieser Staffel auch weitaus häufiger in London an, wo sie sich zusammen mit Michael in den gehobenen Literaten- und Künstlerkreisen der Hauptstadt unters Volk mischt, sowie zu Kerzenschein und in gewagten Outfits in mondänen Lokalen und Restaurants diniert. Dass ihr Freund technisch gesehen noch mit seiner ersten Frau verheiratet ist und sich nicht von ihr scheiden lassen kann (weil diese ihre Tage geistig gestört in einem Sanatorium fristet und somit rechtlich als nicht entscheidungsfähig gesehen wird), ist ein konstanter Gesprächstoff bei den beiden. Auch dass Edith Michael Gregson ihrer Familie, allen voran ihren Eltern Lord und Lady Grantham, vorstellen möchte bereitet dem Verleger einiges an Bauchgrimmen.

Bei einem Teil der jungen Angestellten im Bedienstetentrackt geht das schon in der dritten Staffel thematisierte Liebeswirrwarr in die zweite Runde: Daisy liebt Alfred, Alfred liebt Ivy und Ivy wiederum ist in Jimmy verschossen. Stellt sich die Frage: Wen liebt Jimmy? Oder hat der ebenso weltmännische wie schnöselige junge Footman etwa doch ein Auge auf Ivy geworfen? Und heißt dass, das Alfred irgendwann vielleicht doch erkennt, dass er bei Ivy nicht landen kann, sondern seine Gefühle lieber in Daisy investieren sollte? Fragen über Fragen, die nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Köchin Mrs Padmore auf Trab halten und an den Rand der Verzweiflung bringen - denn die muss das Gezerfe zwischen Ivy und Daisy, sowie die Rivalität zwischen Alfred und Jimmy in ihrer Küche ertragen und hat davon inzwischen tüchtig die Nase voll! Und doch hat die gute Mrs Padmore einen weisen Satz für Daisy übrig: "Nothing is as changeable as a young man's heart. Take hope and a warning from that!"

Probleme viel substantiellerer Art hat da Mr Molseley: Seit dem Tod Matthews, seines Arbeitgebers, dem er als Valet gedient hatte, ist er in Downton Abbey eine nur noch geduldete, aber nicht mehr wirklich benötigte Hilfskraft, bis Butler Carson bei aller Fürsorge die Reißleine ziehen und Molseley hinauskomplimentieren muss. Glücklicherweise kann Molseley erstmal bei seinem alten Vater wohnen, aber reputationsmäßig geht es abwärts für den einst so tüchtigen Bediensteten - er schlägt sich fortan mit Gelegenheitsjobs durch, von Straßenbau bis Spedition. Seine Versuche wie früher erneut bei Matthews Mutter Isobel Crawley als Butler angestellt zu werden schlagen fehl, denn die um ihren Sohn tieftrauernde Witwe gibt zu: "I'm just an old widow who eats off a tray..." und gibt Molesley somit zu verstehen, dass er nun für sie als Butler genauso überflüssig wäre, wie er ihrem Sohn Matthew erschien, als dieser sich in Staffel 1 noch an das Leben als "richtiger" Gentleman gewöhnen musste (... eine interessante Parallele!). In der Tat ist Isobel ebenso niedergeschmettert und gelähmt vom Tode Matthews wie Lady Mary - Kampfgeist und Energie der sonst so resoluten Dame wirken erloschen und auch ihre von Violet so gefürchtete soziale Ader macht den Anschein als würde sie der Vergangenheit angehören.

Aber Downton Abbey wäre natürlich nicht Downton Abbey, wenn alles so bleiben würde, wie es zunächst scheint. Können Mary und Isobel die Schatten der Vergangenheit ein Stück weit hinter sich lassen und wieder ein bisschen anfangen zu leben? Kann vielleicht einer der angesichts ihres Witwenstatus plötzlich aus dem Boden sprießenden, heiratswütigen Junggesellen Marys Interesse wecken (im Laufe der vierten Staffel treten immerhin gleich drei Interessenten auf den Plan, mit denen sich Mary mal mehr, mal weniger gut versteht)? Gibt es für den gutmütigen Molseley doch noch einen Hoffnungsschimmer und somit einen Ausweg aus der beruflichen Misere? Und wie geht es zwischen Alfred, Daisy, Ivy und Jimmy weiter? "Golly, life is full of surprises!", wie Lady Cora doch so treffend bemerkt!

Die Antworten auf diese Fragen, sowie viele weitere interessante, amüsante, tragische und spannende weitere Handlungsstränge gibt es in dieser vierten Staffel der Erfolgsserie zu entdecken. So kann man sich zum Beispiel auf eine weitere schöne "Enthüllung" aus Butler Carsons früherem Leben vor seiner Zeit in Downton Abbey freuen (wer hätte es gedacht - auch unter der blütenreinen Butleruniform des sonst so steifen Carsons schlägt ein menschliches Herz!), die resolute Mrs Hughes zeigt in Bezug auf ihren Arbeitskollegen sowie Isobel Crawley ein erstaunliches seelenklempnerisches und praktisch veranlagtes Potential, und vor allem Lady Rosamunde Painswick wächst mit ihren Hilfsaktionen für die nach kurzer Glücksphase doch wieder vom Pech verfolgte Edith über sich hinaus und dem Zuschauer richtiggehend ans Herz. Doch muss sie die Unterstützung für ihre Nichte gerade gegenüber ihrer Mutter Lady Violet verteidigen, wenn ein von Rosamunde für Edith geplanter Auslandsaufenthalt, bei dem beide zwecks Auffrischung von Sprachkenntnissen einige Monate in der französischen Schweiz verbringen wollen, von Violet zu Recht äußerst kritisch beäugt wird. Und natürlich kann Violet sich einen an Edith und indirekt auch an Rosamunde gerichteten bissigen Kommentar nicht verkneifen: "Your aunt is not interested in learning French... If she wishes to be understood by a foreigner, she shouts!!" Lustige Momente und beißende Pointen gibt es also auch in dieser Staffel trotz des tragischen Untertons wieder reichlich und in gewohnter Qualität.

Die Serie
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Anstatt Dan Stevens (Matthew Crawley) Ausstieg aus der Serie zum Anlass zu nehmen, die Hände über den Kopf zu schlagen, haben sich die Produzenten nach dem Motto "the show must go on" an die Arbeit gemacht und den vermeintlichen Sargnagel in der Erfolgsgeschichte der Serie als Chance begriffen. Insgesamt schafft die Serie eine gelungene Balance aus "Trauerarbeit", die von Mary und ihrer Familie geleistet wird, und Aufbruchstimmung. Die Figur des Matthew wurde nicht einfach fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel, sondern auch im Verlauf der Serie werden sowohl Isobel als auch Mary immer wieder schmerzhaft an ihre schönen Zeiten mit Matthew erinnert - ohne jedoch wie am Anfang der Serie wieder in die innere Emigration zu gehen. Auf diese Weise zeigt die vierte Staffel von Downton Abbey den Trauer- und Verarbeitungsprozess realistisch und mit intimen Einblicken ins Seelenleben der Betroffenen. Ein historisch interessantes Detail sind dabei die schwarzen Tücher die in Isobels Wohnung wie damals üblich als Zeichen ihrer Trauer die Spiegel verhängen. Sehr schön ist auch mit anzusehen, wie die Biestigkeiten zwischen ihr und der Gräfinwitwe Violet sich endlich einmal angesichts Isobels Leid auf Violets Seite in so etwas wie Anteilnahme und ernsthafte Sorge um das Wohlergehen der Trauernden verwandeln. Was jedoch natürlich nicht heißt, dass Violet nicht immer noch Haare auf den Zähnen hätte ...

Die Schauspieler sind allesamt wie auch schon in den vorherigen drei Staffeln exzellent in der Darstellung ihrer Charaktere und die persönlichen Entwicklungen der Figuren sind so real, dass man inzwischen schon das Gefühl hat, jeden einzelnen der Familienangehörigen und Bediensteten persönlich zu kennen: Daisy, die zwar sehr süß, aber zu Ivy auch ziemlich biestig sein kann; Mrs Padmore, welche in Staffel 1 noch ein hartes Regiment in der Küche führte, aber jetzt erkennen muss, dass sie mit den neuen technischen Haushaltsgeräten völlig überfordert ist, da sie eine desaströse erste Bekanntschaft mit dem neuen elektrischen Mixer macht; Tom, welcher sich als früherer Chauffeur seinen Weg kontinuierlich gegen Klassenunterschiede und Anfeindungen nach oben gebahnt hat, sich aber immer noch nicht zugehörig fühlt und sich fragt ob die Upper Class wirklich der Ort ist an dem sein Töchterchen Sybbie aufwachsen soll; außerdem Lord Grantham, der Tom inzwischen als in Sachen Landwirtschaft kompetenten Schwiegersohn akzeptiert, der aber - ganz Patriarch - das Zepter und somit die Teilverantwortung für Downton Abbey trotzdem nicht an Mary weitergeben will (was hierbei auch mit Parallele zu unserer modernen Zeit auf die ebenso problematischen Generationenwechsel in Familienunternehmen übertragen werden kann). Sie alle haben, genau wie die zahlreichen anderen ungenannten Charaktere, über die Staffeln hinweg bemerkenswert realistische persönliche Entwicklungen durchgemacht - während vieles in ihren Einstellungen, Träumen und Ansichten jedoch auch Kontinuität hat: ganz wie es beim Menschen nunmal ist.

Zwar merkt man jetzt erst, wie sehr man doch die intrigante O'Brian vermisst (neben Dan Stevens entschied sich auch Shioban Finneran zum Ausstieg aus der Serie). Komplotte schmiedend waren O'Brian und Thomas schon ein Gespann für sich, aber sie plötzlich einander feindseelig gegenüber stehen zu sehen war in Staffel 3 nochmal ein ganz besonderes Vergnügen gewesen. Doch der mögliche Abgang der Kammerzofe wurde im letzten Christmas Special "Downton Abbey: A Journey to the Highlands [UK Import]" gut vorbereitet, sodass es nun nicht überrascht O'Brien in Begleitung von Susan Flintshire in der britischen Kronkolonie Indien zu finden, wie diese Lady Grantham schriftlich mitteilt, nachdem sie bei Nacht und Nebel Downton Abbey den Rücken gekehrt hatte.

Dem bisher schon außergewöhnlich guten Sountrack von John Lunn hat dieser für die vierte Staffel neben den altbekannten Stücken noch ein paar neue musikalische Themen hinzugefügt, die sich sehr gut für die jeweiligen Szenen eignen. Auch die Jazzmusik, die man immer mal wieder hört - auf Schallplatte oder von einer Band live vorgetragen - ist gelungen und klingt für die damalige Zeit authentisch. Ein absolutes Highlight für alle Freunde der klassischen Musik ist natürlich der Auftritt des australischen Opernstars Kiri Te Kanawa als Dame Nelly Melba, die Downton Abbey im Rahmen einer mehrtägigen Party einen Besuch abstattet (... was übrigens gar nicht so ungewöhnlich gewesen sein dürfte: Auch auf Highclere Castle - drehorttechnisch das reale Vorbild von Downton Abbey - gingen berühmte Persönlichkeiten ein und aus).

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FAZIT

Nicht nur Trauer wird auf Downton Abbey von seinen Bewohnern durchlebt - auch alle anderen menschlichen Gefühle der Palette kommen wieder zu ihrem vollen Einsatz und von Liebe, über Kummer und Sorgen, bis hin zu Eifersucht und jugendlicher Unbeschwertheit ist wieder alles dabei. Man darf sich auf die Wiedereinführung zweier Charaktere freuen (darunter mein Liebling Evelyn Napier), aber ob das Wiederauftauchen einer dritten Person vor allem für Tom so erfreulich ist, das sei mal dahingestellt.

Auch wenn eine Storyline insgesamt vielleicht etwas behäbiger rüberkommt bzw. etwas länger zum Abheben braucht (mit den amourösen Verwicklungen in Mrs Padmores Küche hätten man auch etwas früher zu einer Lösung finden können), während eine andere Storyline in Episode 3 zwar schwerverdaulich, aber realistisch und die Thematisierung völlig gerechtfertigt ist, ist diese Staffel angesichts des herben Verlusts einer der Hauptdarsteller eine mehr als gelungene Weiterführung. Besonders berührt hat mich hierbei der Handlungsstrang um Molesley, aber auch in Alfred, der das hochgesteckte Ziel hat ein Gourmetkoch zu werden, kann sich jeder hineinversetzen, der schon Assessment Center und quälende Bewerbungsprozesse über sich ergehen lassen musste.

Vor allem mit mehrmaligerem Ansehen gewinnt Staffel 4 deutlich an Wert und wird hiermit nachdrücklich empfohlen.

NACHTRAG: Leute, die nicht so ungeduldig sind wie ich und immer sofort die englische Importversion haben müssen, sondern auf das Erscheinen der 4. Staffel mit deutscher Synchronisation warten wollen, sollten wieder beachten, dass das direkt an diese Staffel anschließende Christmas Special 2013 "Downton Abbey: The London Season (Christmas Special 2013) [UK Import]" in Großbritannien zwar immer seperat hinzugekauft werden muss, hierzulande jedoch wie - auch die alten Christmas Specials - höchstwahrscheinlich wieder in Form einer vierten DVD zur deutschen Veröffentlichung des Boxsets dazugehören wird.
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am 16. Februar 2014
Auch die vierte Staffel ist wundervoll ausgestattet, tolle Sets, grandiose Kostüme. Davon sowie von den Dialogen und der Darstellung der Sitten und Manieren innerhalb der verschiedenen sozialen Klassen lebt Downton Abbey hauptsächlich. Genau dafür muss man Downton lieben - und natürlich für Maggie Smith. Ich muss jedoch sagen, dass der Plot nicht unbedingt die Stärke der Serie ist. Das ist mir bereits in der ersten Staffel aufgefallen. Oft passieren vollkommen überzogene Dinge (1. Staffel: der tükische Diplomat stirbt und die Leiche muss entsorgt werden; 2. Staffel: entstelltes Brandopfer gibt sich als der auf der Titanic ertrunkene Downton-Erbe Patrick aus) und vor allen Dingen passieren zu viele davon, die die Serie gar nicht nötig hat. Schade, dass die Serienmacher nicht auf die leisen Töne, und weniger "reißerische" Ereignisse vertrauen bzw. einfach nicht so viele davon einbringen. Das Zeitgeschehen von 1912-1922 bringt schon so viele Herausforderungen für die Personen, vor allen Dingen die Frauen, dass einige der in der Serie konstruierten Ereignisse vollkommen unnötig sind. Ich möchte ja nicht zuviel verraten aber vor allem meine ich wie der Plot um Edith sich in der 4. Staffel entwickelt.
Schön ist wie Rose den Jazz und die 1920er nach Downton bringt. Und wie gesagt: Allein schon für die Ausstattung, die verschiedenen englischen Akzente und Maggie Smith lohnt sich auch die 4. Staffel!
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am 25. Juni 2014
Auch ohne Matthew aber Gott sei dank noch immer mit der Dowager Countess haben wir die Serie an einem Wochenende komplett verschlungen. Das Verhältnis der Geschehnisse bei den Herrschaften als auch "downstairs" fanden wir sehr gelungen. Einzig - und dafür ein Stern Abzug - das Christmas Special war uns dann doch zu seicht. Trotzdem freuen wir uns schon auf die 5. Staffel...
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am 12. Juli 2014
Mit Spannung haben wir daheim auf die vierte Staffel gewartet.
Konnten uns nicht bremsen und haben jeden Abend 2 Folgen angeschaut.
Es ist und bleibt eine super Serie! Wir freuen uns schon auf die fünfte Staffel und bis dahin werden wir sicher noch ein oder zweimal die kompletten Folgen der ersten bis vierten Staffel anschauen
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am 3. Juli 2014
auch wenn dies schon die vierte Staffel ist. Meine Begeisterung für die Serie lässt nicht nach.
Wenn man die ersten drei Staffeln gesehen hat dann ist diese DVD ein absolutes muss. Man will ja schließlich erfahren wie es mit den Herrschaften und ihrem Personal weitergeht. Die zwanziger Jahre finde ich sowieso total interessant und die Kombination mit der Downton Abbey Geschichte passt einfach. Absolut überzeugende Schauspieler denen man ihre Rollen abnimmt und die mir selber ein schönes Seherlebnis gegeben haben.

Fazit: Wunderbar! Ich bin begeistert.
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am 23. August 2015
Ich sehe die Serie immer noch gerne ,und kann es kaum erwarten wie es weiter geht. Die Oma ist echt am besten ,die haut die herrlichsten Schoten raus, könnte mich jedes mal wegschmeißen vor Lachen. Nun hoffe ich das es noch weiter geht und nicht mit Staffel 6 aufhört.
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Drei wundervolle Staffeln lang war die Geschichte von Downton Abbey untrennbar mit dem Liebespaar Mathew Crawley und Mary Crawley verbunden. Als Zuschauer litt und liebte man mit den beiden mit und war von dem Ende des Weihnachtsspeziell nach Staffel 3 tief geschockt. Wie sollte es nun ohne Mathew überhaupt weitergehen?

Nun, tatsächlich ganz gut, denn so herzlos es klingt, Mary als Fixpunkt ist nun umso präsenter und es eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Entwicklung der Geschichte von Downton Abbey. Der Schöpfer der Serie, Julian Fellowes, hat die Möglichkeiten bereits teilweise genutzt, wobei er bei Staffel 4 besonders darum bemüht zu sein scheint, den Fokus mehr auf die Bewohner von Downton selbst zu richten und die Probleme und Konflikte von innen heraus zu reflektieren. Dabei nimmt er im Besonderen die Gefahren eines Frauenlebens im Jahre 1922 ins Visier. Gewalt gegen Frauen ist auch heute noch ein bedeutendes Thema, aber die Versuchung, moderne Frauen in historische Gewänder zu stecken, wurde hier bewusst vermieden. Ebenso gut gelungen sind die Darstellungen der jungen Ladies, die versuchen ihrem Herzen zu folgen und im Konflikt zwischen Pflicht und Liebe stehen. Kann man unter den strengen gesellschaftlichen Regeln ein paar Schlupflöcher finden?

Obwohl die Behandlung dieser Themen auf einem gewohnt hohen Niveau ausgeführt wird und die Entwicklungen insbesondere für die weiblichen Zuschauer sehr interessant sein mögen, fehlen bei Staffel 4 dem einen oder anderen die gewohnten Intrigen. Schuld daran ist wahrscheinlich der Abgang mit Miss O`Brian. Gleich zu Beginn der Serie stehen sowie die adelige Familie wie auch die Dienstboten unter Schock, als die intrigante und scharfzüngige Kammerzofe über Nacht verschwunden ist. Auch wenn Thomas sich bemüht, seine dunkle Seite von Staffel 1 und 2 wiederzubeleben, so fehlt ihm doch diesmal ein ebenbürtiger Gegner, was sich sehr wohl bemerkbar macht.

Als Ersatz der Kammerzofe steigt zunächst Edna Braithwaite wieder in Downton ein, die bereits als Dienerin versucht hatte, Tom Bransons Herzensfrieden zu stören und gerade noch rechtzeitig von Miss Hughes weggelobt wurde. Nun versucht sie erneut, ein Spiel mit Branson zu spielen.

Wirkliche Neuzugänge sind dagegen der charmante, gelockte Tom Cullen als Lord Gillingham, der seine strahlenden Augen mit den langen Wimpern auf Lady Mary richtet, die eben beschlossen hat, zu den Lebenden zurückzukehren. Konkurrenz erhält der tapfere Lord unerwartet von Charles Blake (Julien Ovenden) der mit dem alten Bekannten aus Staffel 1 und 2, Mr. Napier, in die Gegend kommt, um die Grafschaften zu inspizieren und zu begutachten, ob diese für das neue Zeitalter gerüstet sind. Hier bleibt es spannend, für welchen gutaussehenden Gentleman Mary diesmal ihren kühlen Blick mildern wird.

Schließlich gibt es auch im Dienstbotenpersonal einen Neuzugang. Auch hier hat Thomas seine Finger im Spiel, aber die von ihm empfohlene Phyllis Baxter, die ein unaussprechliches Geheimnis zu haben scheint und eine Nähmaschine als moderne Erneuerung mitbringt, scheint nicht auf Dauer gewillt zu sein, klaglos in den Diensten von ihrem Vermittler zu stehen. Kurioserweise freundet sie sich mit Mr. Molesley an, der daraufhin ein ganz neues Selbstvertrauen entwickelt.

Auch das Weihnachtsspezial, wenn auch von der Story her ziemlich zahm, hat einen angenehmen Neuzugang zu bieten. Der bekannte Paul Giamatti ("Ein russischer Sommer") darf den amerikanischen Onkel Harold Levinson mimen, der obwohl keine Schönheit, als reiche Persönlichkeit doch Aufregung auf dem Londener Debütantinenball verursacht.

Abgerundet werden die acht Episoden und das Spezial durch drei unterhaltsame Extras. Man lernt die neuen Schauspieler kennen, wirft einen Blick auf den Arbeitstag von Cast und Crew und kann noch ein Making of genießen. Eines wird dabei ganz klar: die Zukunft von Downton Abbey ist gesichert - auf dem Bildschirm!
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