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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Led Zeppelin gehen neue Wege
Obwohl die Band mit "Led Zeppelin II" einen riesigen Erfolg verbuchen durfte, entschied sie sich, etwas Neues auszuprobieren und nicht eine bloße Kopie des zweiten Albums abzuliefern und auf Nummer Sicher zu gehen. Das ehrt sie und erinnert mich irgendwie an Deep Purple, die nach dem grandiosen Erfolg von "In Rock" ebenfalls mit "Fireball" eine andere Seite an sich...
Veröffentlicht am 13. Mai 2005 von hippie_guy

versus
10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen stadt, land, zeppelin
Immerhin: Es geht gleich programmatisch los, wenn auch nicht bezüglich dieses speziellen Albums, so doch als Bandmanifest. Im "Immigrant Song" beschreibt Robert Plant Led Zeppelin als Horde plündernder Wikinger, deren einziges Ziel die "Küste im Westen" ist. Dazu Kampfrufe, ein galoppierender Bonzo-Beat und ein unverkennbares Jimmy-Page-Riff (für das...
Veröffentlicht am 23. August 2005 von pendikel


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Led Zeppelin gehen neue Wege, 13. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Led Zeppelin III (Audio CD)
Obwohl die Band mit "Led Zeppelin II" einen riesigen Erfolg verbuchen durfte, entschied sie sich, etwas Neues auszuprobieren und nicht eine bloße Kopie des zweiten Albums abzuliefern und auf Nummer Sicher zu gehen. Das ehrt sie und erinnert mich irgendwie an Deep Purple, die nach dem grandiosen Erfolg von "In Rock" ebenfalls mit "Fireball" eine andere Seite an sich offenbarten.
Man suchte im ländlichen Wales neue Ideen und heraus kam ein stilistisch vielfältiges Album, das mit dem knackigen, kompromisslosen "Immigrant Song", dem mitreißenden "Celebration Day" und dem heavien "Out On The Tiles", dessen Intro live oft als Intro des auf dem vierten Album erschienen "Black Dog" verwendet wurde, sowohl Hard Rock-Nummern enthält, als auch mit dem wundervollen, sehnsüchtig klingenden "Tangerine" und dem herrlich entspannten "That's The Way" balladeske Stücke, sowie mit dem fast tänzerisch anmutenden, fröhlichen "Bron-Y-Aur-Stomp" und dem perfekt arrangierten traditionellen "Gallows Pole" Songs mit Folk-Charakter am Start hat.
Hinzu kommen noch das orientalisch angehauchte, mit Streichern aufgemotzte "Friends" und "Hats Off To Roy Harper", welches durch die verzerrten Vocals von Robert Plant und den eigenwilligen Gitarren von Jimmy Page sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig ist.
Das Highlight aber ist für mich ganz eindeutig die dramatische, bluesige Ballade "Since I've Been Loving You", in dem viel Schmerz und Verzweiflung steckt. Ein Song, der sich genial aufbaut, mit geiler Hammond-Orgel unterlegt ist und ein hörenswertes Gitarrensolo von Page anzubieten hat.
Obgleich das Album größtenteils schlechte Kritiken bekam - aber so richtig dicke Freunde wurden Led Zeppelin und die Presse glaube ich nie -, vielleicht weil man sich nicht so leicht an die plötzliche folkige Ausrichtung der Band gewöhnen konnte, wurde es genau wie der Vorgänger natürlich ein großer Erfolg.
Die Kritik kann ich, aus heutiger Sicht zumindest, nicht nachvollziehen, denn meiner Meinung nach zeigten Led Zeppelin trotz völlig unterschiedlich klingender Stücke wie "Since I've Been Loving You", "That's The Way", "Celebration Day" oder "Immigrant Song", dass sie verdammt gute Songwriter waren und darüber hinaus trotzdem immer nach Led Zeppelin klangen. Das war zwar bereits auf den Vorgängern der Fall, nur hatte man auf "III" eben wesentlich mehr stilistische Bandbreite bewiesen - etwas, dass die Band auch auf den folgenden Alben auszeichnen sollte.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaubliche Transparenz!, 8. Juni 2014
Diese Vinylausgabe kann man uneingeschränkt empfehlen! Es hört sich an, als hätte man Led Zeppelin zu einer Privatsession in sein Wohnzimmer eingeladen! War schon die alte Vinylausgabe, die ich seit über vierzig Jahren besitze, von einer überzeugenden Klangqualität, so übertrifft die 2014 Deluxeausgabe alles! Jedes Instrument ist absolut sicher lokalisierbar und Robert Plants Stimme klingt zu einem wie vom Sessel gegenüber!
Musikalisch ist die Scheibe ohnehin über alles erhaben, aber die alternative Fassung von "Since I've been loving you" ist einfach unglaublich: allein hierfür lohnt sich schon der Kauf der Doppel-LP! Unbedingt empfehlenswert ist auch das Schlussstück "Key to the Highway/Trouble in Mind": eine entspannte Bluessession mit Jimmy Page und Robert Plant.
Nun müssen auch die anderen beiden Neuerscheinungen als Vinyl her!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sound stark verbessert und coole Outtakes, 31. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: III - Remastered Deluxe Edition (Audio CD)
Deutlich besserer Sound als auf der alten CD Ausgabe aus den 90ern. Die neuen Remaster klingen transparenter und differenzierter, alle Instrumente sind gut separiert und subtile Details sind besser zu hören als zuvor.

Dazu hat Led Zeppelin III auf der Bonus-CD einige hörenswerte Outtakes und alternative Versionen. Meine Favoriten auf der Bonus Disc: Immigrant Song (alternate mix), Gallows Pole (rough mix) und Jennings Farm Blues (früher Vorläufer von Bron-Y-Aur Stomp, allerdings elektrisch und als Instrumental.

Schönes Digipack inkl. Original Drehscheibe und Booklet.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Folk? Rock? Maßstab!, 8. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Led Zeppelin III (Audio CD)
Tja, was ist denn das?

Gehen die ersten Titel ja noch wie gewohnt zielgerichtet auf den Hörer los und treffen beabsichtigt die Magengrube, kehrt sich das Blatt mit Track Nr. 6 unvermittelt: Led Zeppelin - Down on the farm?

Seinerzeit wurde die geneigte Hörerschaft durch diese Konzeption, nun, zumindest überrascht (um nicht zu sagen: regelrecht schockiert).
Harte Rockkracher hatte man erwartet - aber das?

Dabei hebt die Scheibe ja durchaus gewohnt an:
Der "Immigrant Song" ist ein Rockklassiker par excellence. Treibender Beat, galoppierende Basslinie, mäandernde Gitarre, heulende Singstimme: insgesamt eine paranoide Beschwörung germanischer Gottheiten, geboren in der Kälte Islands. Kurz, prägnant, auf den Punkt gebracht. Kein überflüssiger Ton.
"Friends" wiederum lässt schon erste Folkeinflüsse spüren: Eingängig, allerdings ungewohnt.
"Celebration Day", erprobte Partynummer.
Es folgt "Since I've Been Loving You", eine Bluesnummer allererster Provinienz: Alleine schon die Gitarrenarbeit fasst alles zusammen, was gute Musik aussagen kann. Minutenlange Soli, der Gipfel spielerischer Emotion. Nie wieder erreicht (außer allenfalls in "I'm gonna crawl" erst eine Dekade später).
"Out On The Tiles" wird sich zum Liveklassiker entwickeln.
Im Anschluss das Corpus Delicti: Vier Nummern, schwierig auf ein Genre festzulegen (am ehesten noch Folk). Aber gerade darin ist ein wesentliches Verdienst der Band gelegen, nämlich die Grenzen eines Musikgenres (Hardrock - Rock - Blues - Beat?) zu überschreiten, ja im Wortsinne diese zu überdehnen und Platz für Neues zu schaffen.

Ab diesem Zeitpunkt wurde es ernsthaften Rezensenten unmöglich gemacht, der Band die "Punze" eines gewissen Genres umzuhängen. Eine Meisterschaft, die die Gruppe noch zur Perfektion bringen sollte.

Und übrigens: Auch die solcherart "undefinierbaren" Nummern sind von Meisterhand konzipiert, offenbar mit Vergnügen eingespielt worden und demgemäß mit Genuss anzuhören. Man atmet richtiggehend die Landluft, die rund um die Aufnahmegeräte atmosphärisch aufgeladen worden sein musste.

Ein Meisterwerk, dem noch weitere folgen sollten.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Led Zeppelin mal ganz anders, 17. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Led Zeppelin III (Audio CD)
Als 'Led Zeppelin III' 1970 auf den Markt kam, wurde sie niedergemacht. Mit 'Led Zeppelin' hatte die Band eine atemberaubende, überraschend harte Platte veröffentlicht, deren äußerst ungewöhnlicher Stilmix sofort anschlug. Mit 'Led Zeppelin II' hatten sie ihren Triumphzug fortgeführt- noch härter als die erste Scheibe, ein Welterfolg. Whole Lotta Love wurde zu einem Welthit.
Nach diesen für die damalige Zeit schon legendären Erfolgen war die Erwartungshaltung an die Band gewaltig. Man erwartete eine Scheibe zum Abrocken, gerade die damalige Jugend wollte zu der Musik in Stimmung geraten. Und dann kam Led Zeppelin III.
Das dritte Album der Band unterscheidet sich von den anderen Alben beinahe in jedem Punkt. Während Led Zeppelin 1 und 2 den Hardrock prägten, war Led Zeppelin III vom Konzept ganz anders. Das Album setzte auf ruhigere, tiefgründigere Stücke. Viele der Lieder setzen nicht im Rock an, sondern sind vielmehr als Traditionals zu verstehen. Doch die Hörergruppe von Led Zeppelin hatte sich schon gebildet- meist junge Leute, die auf den Rock sofort anschlugen. Das konnte Led Zeppelin mit ihrer dritten Scheibe anscheinend nicht genügend bieten.
Der Erfolg für das Album blieb aus. Die Kritik an der Band war groß. Led Zeppelin III war ein Flop.

Ich persönlich halte das dritte Album von Led Zeppelin allerdings für eines ihrer besten. Auch wenn die akustischen Stücke überwiegen (die einzigen "härteren" Songs sind 'Immigrant Song', 'Celebration Day' und 'Out on The Tiles), ist das Album einfach klasse. Die Band zeigt sich hier von einer ganz anderen Seite; heute kennt man alle Led Zeppelin Stücke. Man kann sie grob in zwei Sorten unterteilen- die Härteren Songs, und die meist ruhigen, mystisch angehauchten Stücke. Früher, vor dem Release von LZ-III kannte man nur die harte Seite der Band, für die ganz andere Seite war man noch nicht bereit. Doch gerade für diese Seite Led Zeppelins habe ich die Band erst richtig schätzen gelernt.
Im Folgenden ganz kurz und bündig meine Meinung zu den einzelnen Songs:

-Immigrant Song
Wahrscheinlich das rockigste Stück der Scheibe. Zwar passt es nicht zum Gesamtkonzept, als einzelnen Lied ist es jedoch genial. Verdammt gut zum Abrocken- schade nur, dass es nach nicht mal zweieinhalb Minuten schon wieder vorbei ist.

-Friends
Dieses Lied ist für mich ein Musterstück für die mystisch angehauchte Seite der Band. Das Lied klingt einfach toll und ganz anders als alles, was man vorher von Led Zeppelin kannte.

-Celebration Day
Dieser Song ist auch einer der wenigen Rocksongs der Scheibe. Er beschreibt eigentlich genau den frühen Stil der Gruppe, ist für mich aber nichts allzu besonderes.

-Since I've Been Loving You
Diese Ballade ist am Anfang einfach schön und idyllisch; die Emotionen des Songs spiegeln sich durch die Musik wider. Und dieser Übergang dann in den rockigen Part, diese Mixtur zwischen einer Ballade und einem Rocksong... Keine andere Band kann das.

-Out on the Tiles
Ebenfalls einer der Rocksongs. Eine eingängige Melodie, nicht sehr tiefgründig, perfekt zum Hören beim Autofahren.

-Gallows Pole
Einer der akustischen Songs dieser Scheibe. Die Melodie ist sehr einfach, der Song im Ganzen countryhaft. Am Anfang langsam, gegen das Ende immer schneller. Eigentlich ist dieser Song nicht besonders, aber doch höre ich ihn verdammt oft. Ich habe keine Ahung warum.

-Tangerine
Einer der ruhigeren Songs, die gegen Ende nochmal etwas aufbrausen. Diese Mischung der Gitarrenparts, akustisch und kreischend verzerrt, generell die Melodie, die Vocals von Robert Plant- irgendwie passt an diesem Lied alles. Für mich definitiv einer der besten Songs der Band.

-That's the way
Ein sehr entspannendes, ruhiges Lied. Wahrscheinlich das einzige auf der ganzen Platte, das überhaupt nicht mit Rock zu tun hat, aber das würde bei diesem Song auch gar nicht passen. Dieser Song ist nicht rockig, hardrock, Metal oder sonst irgendwas dieser Art. Nein, er ist einfach schön.

-Bron-Y-Aur-Stomp
Dieses Lied beweist Jimmy Pages Genie an der Gitarre. Der Folksong bringt so Stimmung, dass man einfach im Takt der Melodie mitwippen muss.

-Hats off to (Roy) Harper
Einer der Bluessongs Led Zeppelins. Irgendwie etwas ganz Anderes als die restlichen Songs der Scheibe, aber so richtig in Fahrt kommt der Song nicht. Für mich einer der Schwächeren Songs des Albums.

Im Großen und Ganzen muss man sagen, dass Led Zeppelin mit ihrem dritten Alben wie mit dem Vorgängern ein Meisterstück gelungen ist. Und auch wenn aus dem Album nie ein wirklich großer Erfolg geworden ist (verglichen mit den anderen Scheiben), auch wenn nie ein Song wirklich zum Welthit wurde, ist dieses Album doch eine musikalische Erfahrung für sich.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "Hammer Of The Gods" auf Folkpfaden, 20. Dezember 2008
Von 
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Rezension bezieht sich auf: III [Vinyl LP] (Vinyl)
"Hut ab vor jedem, der macht, was er für richtig hält, und sich nicht verkauft."
(James Patrick "Jimmy" Page)

Fernab der von den Ablenkungen Londons zogen sich Led Zeppelin am 19. Mai 1970 nach Headley Gange, einem alten Landhaus in Hampshire zurück, um dort in einem Mobilstudio ihr drittes Album einzuspielen.....

.....das zu einer guten Mischung aus harten Rockgranaten und Akustiknummern, die vom frühen kalifornischen Softrock beeinflusst waren, werden sollte. Eindeutig als Nachfolger von "Whole Lotta Love" war das martialische "The Immigrant Song" (Track 1) gedacht. Mit seinem Schlachtruf "Val-hal-la I am coming" war der Song ein Beispiel für die Affinität der Gruppenmitglieder zu mittelalterlichen Phantasien aus der plündernden und brandschätzenden Welt der Wikinger. Bereits im Umgangs mit der akustischen Gitarre ist "Friends" (2) ein gnadenloser Ripoff von Crosby Sills & Nash. Selbiges gilt auch für die Streicherarrangements die Tony Visconti für die damals große britische Glamrock-Band T. Rex kreiert hatte. Die Orchestrierung und der Gesang Robert Plants sind die letzten Versuche in Richtung Psychedelic. Der Track endet in einem Dröhnen, das in "Celebration Day" (3), einer weiteren Nummer voller Schlachtenlärm und reichlicher Gitarrenoverdubs, übergeht. Hierbei wird im zweiten Vers die "Living Loving Maid" (Led Zeppelin II) kurz zitiert. "Since I've Been Loving You" (4) ist ein hervorragender Blues, das Produkt der Zusammenarbeit von Page und Plant. Da der Song live im Studio eingespielt wurde, vermittelt er einen exzellenten Eindruck des damaligen Konzertsounds und lässt auch erkennen, dass sich Plant zuvor aufmerksam Janis Joplin und Van Morrison angehört haben muss. Das zum Mitstampfen anregende "Out of Tiles" (5) ist eine Einladung zum Abrocken.

Mit den zweiten fünf Songs, die ganz uncharakteristisch leise ausfielen, gaben Led Zeppelin dem harten Kern ihrer Fans ein Rätsel auf. Page & Co. Machten hierdurch deutlich, dass sie sich nicht nur als harte Rocker, sondern auch musikalische Künstler sahen. Nach zwei dröhnend lauten Alben wollten sie endlich einen Longplayer, den man sich auch zu Hause, im Kreise seiner Familie anhören kann. Die Tracks, vor allem die Gitarrenparts spiegeln Pages langjährige Bewunderung alter Folksongs und des traditionellen Gitarrenspiels wider. Das Album steht daher im Zeichen uralter Melodien und instrumentalen Techniken der britischen Inseln.

"Gallows Pole" (5) ist eine gruselige, alte Ballade, die Page auf einem alten Folkways-Album Fred Gerlachs, einem Zwölfsaiten-Gitarristen, gefunden hatte. Eine Fiedel und Jimmy Pages Banjospiel (!) geben ihr einen starken Southerntouch. Page gab später zu, dass sein Fingerpicking eine Kombination aus Pete Seeger, Earl Scruggs und totaler Inkompetenz gewesen sei. Die Metaphorik des Textes hat die Tarotkarte des Gehängten zum Gegenstand für die sich Page, der sein eigenes Tarotkarten-Set entworfen hatte, starkes Interesse zeigte. Die genannte Tarot-Figur steht für Veränderung, die Suche nach Weisheit und die Führung aus dem Unterbewussten. "Tangerine" (7) hatte Page in einer Zeit des emotionalen Aufruhrs geschrieben. Bereits die Yardbirds hatten sich daran erfolglos versucht. Für Led Zeppelin hatte Page die Nummer musikalisch total umgebaut, mit neuen Lyrics und Pedalsteel-Gitarre versehen. Ein tolles Solo ist offensichtlich ein Zitat Jeff Becks, mit dem er bei den Yardbirds zusammengespielt hatte. Der schöne verhallte Gitarrenpart des folgenden "That's The Way" (8) orientiert sich an dem damaligen Sound des Kanadiers Neil Young. Der Text, der Wasserverschmutzung und Ökologie zum Gegenstand hat, ist auch eine Erinnerung der Gruppe an ihre US-Touren, als sie im tiefen Süden in der eigenen Garderobe mit Revolvern bedroht und von örtlichen Sheriffs als pervers und drogensüchtig bezichtigt wurden. Sogar mit Festnahme wurde ihne gedroht, sollten sie es wagen eine Zugabe zu spielen. Der walisisch klingende "Bron-Yr-Aur-Stomp" (9) ist eine klassische Skiffle-Nummer, bei der Jon Bonham mit seinem Schlagzeug den markanten Rhythmus vorgibt. Der letzte Song erinnert mit seinem Gitarrenspiel und der elektronisch behandelten Stimme Plants an "The King Of The Deltablues" Robert Johnson (1911 - 1938) und ist als "Hat Of To (Roy) Harper" (10) eine Hommage an den gleichnamigen englischen Folksänger, die in besonderer Weise in Pages Eingangszitat wiederzufinden ist.

Nach nahezu vier Jahrzehnten gibt es auch für das dritte Werk der selbstbetitelten (jedoch alles andere als) bleiernen Zeppeline 5 Amazonsterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestes Zeppelin Album ever!!!, 10. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Led Zeppelin III (Audio CD)
Auch wenn viele Kritiker dieses als das schwächste der ersten vier Zeppelin Alben bezeichnen bleibt diese Scheibe mit ihrem Abwechslungsreichtum für mich einfach das Beste überhaupt. Mit einer derartigen Vielfalt an Songs wie Immigrant Song, Friends, Out on the Tiles, That's the Way und dem Lagerfeuerhit Bron-Y-Aur Stomp kann das Album mehr als nur mit den anderen Led Zeppelin Alben mithalten. Von Hardrock bis Ballade ist hier alles vertreten.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zehn starke Songs, tolles und lohnenswertes Remaster, 21. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: III - Remastered Deluxe Edition (Audio CD)
Die Gründung von Led Zeppelin datiert im Jahr 1968, ähnlich ihren wesentlich düsterer klingenden Epigonen "Black Sabbath" etwa zur gleichen Zeit. Das Debütwerk war noch stärker im Blues verwurzelt und man hatte oft das Gefühl die Gruppe wusste nicht, wo sie hin wolle. Bei "II" war das hin und wieder auch noch der Fall, doch spätestens bei deren dritten Album "III" war der Weg des Hard Rock für sie geebnet und zurechtgeschnitten. Sie prägten mit ihrem brodelnden Gemisch aus harten Riffs und betonten, ruhigen Klängen die Musikwelt und wenn es epische Songs wie "Immigrant Song", "Friends", "Celebration Day" und "Gallows Pole" nicht gegeben hätte, dann müsste man sie erfinden.

Von den insgesamt zehn Songs der Original-Pressung sind mit vier handverlesenen Klassikern mehrere Songs am Start die auf Konzerten damals nicht fehlen durften und bei denen die Gruppe das vorzeigt was sie in den Siebzigern so erfolgreich gemacht hat: Stringente Rythmen(wechsel), Breaks, stampfende, brachiale Klangkosmen in die man sich hineinlegen möchte und als Kontrastpunkt zum eher aufwühlenden, trotzdem kontrollierten Richtungswechsel vom Blues zum Hard Rock fanden fortan auch klassische Elemente Verwendung für die Musik der Gruppe. Die akustische Nähe ist vorhanden.

Nun aber möchte ich zum kürzlich erschienen Remaster kommen, dem ja bei diesen Neuauflegungen allgemein eine größere Beachtung oder Kritik entgegengebracht wird. Für mich galt die Musik von Led Zeppelin aus einer subjektiven Betrachtung heraus schon immer als ein eigenständiges Kapitel der Hard Rock Geschichte. Für dieser schöne, beschauliche Aufmachung hat sich die Verlegerfirma aber tatsächlich etwas interessantes einfallen lassen, dass jeden Hörer beim ersten oder zweiten mal hören immer wieder aufs Neue begeistern wird, da man durch das nuancenreiche Remaster nun einen Raumeindruck gewinnen und den Sound in Einzelteile zerlegen kann. Das Remaster klingt dabei wesentlich dynamischer und druckvoller als die etwas handzahme Erstpressung aus dem Jahr 1970. Die Anschaffung dieses zur Kasse bittenden Klassikers dürfte also auch für die jenigen von Interesse sein, die das Album bereits besaßen aber hinsichtlich eines besseren Klanges das Remaster außen vorlassen wollen. Als Gimmick gibt es an der Vorderseite eine kleine runde Einkerbung mit welcher man das *eigentliche* Frontcover verschieben kann. Wem das noch nicht reicht, kann sich an den Bildern und Niederschriften im Booklet sattsehen bzw. lesen. Einziger Wehrmutstropfen: Die Tracklist ist auf der Rückseite nicht, dafür aber in der Innenseite des Pappcovers aufgeführt. Wer also mit den enthaltenen Kompositionen nicht vertraut ist, sollte im Netz nachlesen. Allen Hard Rock und Klangversessenen ist die Neuanschaffung von "III" zu empfehlen und man darf beherzt zugreifen, da solche Editionen heute ohnehin zwischen anderen Rock und Metal-Wiederauflegungen untergehen.

Fazit: Zehn starke Songs, vier virtuose Musiker, lohnenswertes Remaster. 5 Sterne!

Jimmy Page - Akustische Gitarre/Elektrische Gitarre/Backing-Vocals
Rober Plant - Vocals/Mundharmonika
John Paul Jones - Bassgitarre/Orgel/Mandoline
John Bonham - Schlagzeug/Percussion
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es dreht sich wieder!, 13. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Led Zeppelin III [Re-Issue] (Audio CD)
"Led Zeppelin III" ist vielleicht nicht das beste Zepp-Album aller Zeiten, wohl aber das mit dem vielleicht interessantesten Cover, wenn man sich noch an die alte Vinyl-LP mit dem Klappcover inkl. der Drehscheibe erinnern kann. Eben dieses Cover inkl. Drehscheibe gibt es jetzt in einer in Japan erschienenen Neuauflage von "Led Zeppelin III" und aller übrigen Zepp-Alben, die jeweils in Miniaturrepliken des Original-LP-Artworks stecken. In der Verpackung stecken jeweils die Jimmy Page-Remasters aus den Neunzigern, lediglich "The Song Remains The Same" kommt im Rahmen dieser Japan-Edition in der expanded Version von 2007! Die gesamte Edition gibt`s übrigens auch als Boxset, nicht gerade zum Schnäppchenpreis, aber für Zepp-Fans unvermeidlich!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das dritte Werk bietet viele Stilrichtungen und Überraschung, 12. August 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Led Zeppelin III (Audio CD)
"Immigrant Song" bleischwer mit einer seltsam ausdrucksvollen Kinderstimme und einer vertrackten einprägsamen "Melodie" war laut Charthistoriebuch ein Hit. DAß die B-Seite der Single "Hey Hey" bisher nirgendwo wiederveröffentlicht wurde ist schade. Dieser Song hat eine mitreißende Akustik-Gitarren Figur (was meiner Ansicht typisch die verklärte erste Generation dieser Musik um 1971 mit "What is life" "It don`t come easy" paßte). Der Song ist -wie gesagt - leider nur auf der Single drauf, die muß man erst mal finden. "Friends" klingt etwas monoton, aber interessant. "Tangerine" ist ein weiteres melodisches Highlight mit attraktiven schlanken Akustikgitarren-Riffs. Irgenwie ist ein folkloristisches keltisches Element in der Musik zu spüren, in den meisten Songs. Richtig bluesig ist (zum Glück finde ich) nur das lange "Since I`ve been loving you", die einzige richtige Heavy Nummer ist der "Immigrant Song". Die Zusammenstellung ist ausgewogen, melodisch und abwechslungsreich. Mit II, "Houses of the Holy" und "IV" anschaffenswert. Thomas Richter
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