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5.0 von 5 Sternen Ein gelungenes Debüt!
Ich habe die Vinyl+CD Edition heute erhalten. Ich kaufe Musik eigentlich nie, ohne vorher irgendwie einmal reingehört zu haben, ob diese mir auch wirklich zusagt. Mit "Vom Stehen und Fallen" habe ich mich jedoch über dies hinweggesetzt und von diesem Album erst während der Wartezeit zwischen Bestellung und Lieferung mit der Single "Nicht Anders...
Vor 7 Monaten von Jens Jakob veröffentlicht

versus
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2.0 von 5 Sternen schade...
Leider... Leider nicht annähernd so gut wie die " mit Liebe gebraut " EP... Voll das langweilige Album. Von Heisskalt wird man leider in wenigen Jahren nichts mehr hören.
Vor 1 Monat von Timo veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gelungenes Debüt!, 21. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe die Vinyl+CD Edition heute erhalten. Ich kaufe Musik eigentlich nie, ohne vorher irgendwie einmal reingehört zu haben, ob diese mir auch wirklich zusagt. Mit "Vom Stehen und Fallen" habe ich mich jedoch über dies hinweggesetzt und von diesem Album erst während der Wartezeit zwischen Bestellung und Lieferung mit der Single "Nicht Anders Gewollt" einen ersten Eindruck bekommen. Dementsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an das Album, das den übereifrigen Kauf rechtfertigen soll.

Von der bisherigen EP "Mit Liebe gebraut" habe ich nur vereinzelt Lieder gehört, weil ich diese leider nicht besitze. Damit haben Heisskalt bei mir bereits einen guten Eindruck hinterlassen. Wie überzeugend kann das fertige Album nun sein?

Mir gefallen vor allem die Texte zusammen mit dem Musikstil, den Heisskalt praktizieren. In dieser Kombination habe ich bisher noch keinen deutschen Künstler gehört. Zugegebenermaßen höre ich bisher auch sehr wenig deutsche Musik, weil mich in diesem - wenn auch großen - Bereich noch niemand wirklich überzeugen konnte. In letzter Zeit erscheinen glücklicherweise aber immer mehr Werke, die mich echt überwältigen. "Vom Stehen und Fallen" von Heisskalt gehört dazu (neben Newcomer "Die Rakede" zum Beispiel, auch wenn die Musikrichtung unterschiedlich ist!).

Insgesamt betrachte ich das Album als rundum gelungen. Jedes einzelne Lied stellt etwas besonderes dar. Natürlich gibt es immer ein paar wenige Lieder, die einem besonders gut gefallen. Im Gegensatz zu anderen Erscheinungen gibt es aber dagegen auch keine Lieder, die man als schlecht bezeichnen könnte. Jedes Lied lässt sich gut hören.

Musik zu bewerten ist meiner Meinung nach immer schwer. Entweder man findet Gefallen daran oder eben nicht. In der Hinsicht hat wohl jeder einzelne individuelle Vorlieben und Vorstellungen. In meinem Fall kann ich aber sagen, dass Heisskalt mit dem Album einen großen Treffer gelandet hat. Ich möchte daher auch meine vollste Empfehlung aussprechen und kann einem jeden nur nahelegen, Heisskalt kennen und schätzen zu lernen. Reinhören! Und mal sehen, was die Zukunft außerdem noch bringen wird - ich bin jedenfalls gespannt und erwarte mehr!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein atemberaubendes Debüt, 28. April 2014
Zu Heisskalt bin ich mehr oder weniger durch einen glücklichen Zufall gekommen: eine Freundin fragte mich, ob ich Interesse an zwei Karten für das Konzert in Leipzig hätte und so hörte ich einfach mal rein, um festzustellen, dass diese Band meiner Meinung nach eine große Zukunft vor sich hat. Das erste Lied, das ich von Heisskalt hörte war "Hallo" - ein schön nach vorn gehender Rocksong, der einfach Spaß macht und schon ein gewisses Potential erkennen lässt, aber trotzdem noch recht konventionell gestrickt ist. "Dezemberluft" ist für mich eine der besten deutschsprachigen Balladen aller Zeiten und ich entschied mich, die Karten zu übernehmen. Auf Spotify hörte ich dann zum ersten Mal "Vom Stehen und Fallen" komplett durch und war geflasht, ausgereifter kann man ein Debüt nicht auf den Markt bringen, die Spielfreude ist den Jungs in jedem Lied anzumerken. Auf dem Konzert wurde ich dann endgültig zu einem großen Fan, die Energie, die die vier Schwaben auf die Bühne bringen, ist enorm, und wie sie das Publikum fesseln, ist ganz großes Kino. Nach dem Konzert dann Zeit, das Album zu kaufen und unterschreiben zu lassen, dazu ein paar Gespräche mit der Band zu führen. Zuhause die Platte gleich wieder in den Player geworfen und zurück in den kleinen Club versetzt, der anderthalb Stunden brannte. Wahnsinn!

Mit drängenden Drums und Sprechgesang beginnt das Longplayer-Debüt der Jungs mit dem Lied "Das bleibt hier". Anfngs drängt sich der Vergleich zu Casper etwas auf und man hat schon Angst, dass sich hier jemand auf diesem einzigartigen Kurs versucht, um erfolgreich zu sein. Diese Angst verfliegt aber spätestens zu Hälfte des Liedes, als der hymnische Gesang einsetzt und große Gitarrenwände aufgezogen werden. Dazu sind die Lyrics zu Beginn voller Anspielungen und man muss den Refrain, der im Prinzip die letzte Hälfte komplett ausfüllt, einfach mitsingen.
Mit einem geilen Gitarrenriff fängt dann "Nicht anders gewollt" an. Ziemlich punkig geht der zweite Titel der Platte nach vorne, außerdem sind Einflüsse aus Post-Hardcore und sogar Screamo ("Wir wollen ein Stück vom Kuchen") zu finden. Im Mittelteil folgt ein brillanter Instrumentalteil mit harten Gitarren. Dazu sind die Lyrics wieder ein ganz großer Wurf und das Musikvideo ist auch einen Blick wert.
Und auch bei "Sonne über Wien" ist man sofort im Flow des Titels - der Beginn ist einfach fantastisch. Der Gesang klingt absolut genial und die Lyrics überzeugen erneut mit einer erstaunlichen sprachlichen Ausgereiftheit. Der Refrain ist extrem eingängig, musikalisch bewegen wir uns hier irgendwo zwischen Melodic Hardcore und Pop-Punk. Am Ende wird der Titel mit großen Gitarrenharmonien verdammt melancholisch und erzeugt bei mir immer Gänsehaut. Auch live der absolute Hammer.
Der Anfang von "Identitätsstiftend", dem nächsten Lied, ist extrem ruhig, dann explodieren die Gitarren, Matze und Phil brüllen sich Satzfetzen um die Ohren, dann versteht man, dass sie sich gegenseitig ergänzen. Der Refrain kann auch sofort mitgesungen werden, immer wieder durchbrechen laute Rufe die lauten Gitarren und Drums, dann wird die Nummer wieder ruhiger und geht in einen melancholischen Instrumentalteil über, der fantastisch klingt und zum Ende hin langsam ausläuft, bis auch die letzte Gitarre verstummt.
Es folgt der anfänglich auch recht ruhige Song "So leicht". Besonders toll sind hier die Drums, die den Gesang immer mal wieder durchbrechen, bis toll gespielte Gitarren einsetzen, die weiterhin ziemlich ruhig, aber auch sehr düster (so wie auch der Text) sind. Es wird mit langen Instrumentals eine unglaubliche Spannung erzeugt, die sich zum zweiten Drittel in einer düsteren Sound-Explosion entlädt, was klingt wie The National auf Speed. Matze schreit fast schon philosophische Textzeilen („Du musst nur fliegen, wenn du fällst“). Zum Ende wird die Nummer wieder ruhiger und lässt den Hörer mit offenem Mund zurück.
"Kaputt" beginnt so ruhig, wie "So leicht" endete. Klatschende Hände geben den Rhythmus vor, dann spielt die Band laut auf. Hier kommen erneut sehr punkige Sounds zutage, fette Gitarren treffen auf mitreißende Drums und aggressiven Gesang. Wieder schaffen es auch die auf der einen Seite jugendlich-rebellischen und auf der anderen Seite sprachlich ausgereiften Lyrics zu überzeugen.
Und jetzt müssen wir auch einfach mal die Sau raus lassen, das machen wir mit Lied Nummer sieben, "Alles gut". Ein Party-Rocksong von einer Band, die trotzdem ihrem recht rauen Sound treu bleibt und auch hier was zu sagen hat. Textlich sicherlich teilweise etwas simpel ("Solange der Club nicht voller ist als wir"), aber Spaß macht die Nummer allemal und dass die Jungs wieder etwas zu sagen haben, kommt gerade wegen des Textes gut rüber, da hier textlich fast bis zur Karikatur übertrieben wird.
Ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn der nächste Titel, "Nicht gewinnen", anläuft. Matze singt extrem ruhig, dann wird die Ruhe mit lauten Gitarren zerrissen. Der sehr ernste Text wird in einem grandiosen Rocksong zwischen Ruhe und Lärm, zwischen Ballade und Hardcore toll umgesetzt. Am Ende setzen noch klatschende Hände ein und vermitteln eine gewisse hoffnungsvollere Stimmung als der Rest des Liedes, auch wenn der Text diese Hoffnung nicht so recht unterstützen mag.
"Gipfelkreuz" ist einfach nur große Rockmusik. Auf der einen Seite sehr unruhig, auf der anderen fast schon meditativ eingängig. Mit Gesang zwischen normal und salvenartig ausgespien, einem verdammt klugen Text, mit der Gipfelkreuz-Thematik perfekt umgesetzt, und einer atemberaubenden Instrumentaliesierung ist das hier eines der bewegendsten Stücke deutschsprachiger Rockmusik. Und die Botschaft am Ende ist eindeutig: "Passt bitte aufeinander auf in dieser Scheißwelt!"
Hoch emotional kommt "Bestehen", der vorletzte Titel des Albums, daher. Mit genialen Lyrics, leisem Gesang, der fast zu brechen droht, und chorartigem Hintergrundgesang schafft es "Bestehen", zutiefst zu bewegen. Auch wenn Gesang und Musik wieder etwas Casper erinnern, man hört, dass das ein Werk von "Heisskalt" ist. Wie die Nummer zum Ende geführt wird, ist unaufgeregt und sehr still - Zeit zum Nachdenken.
Auch das letzte Lied "Zweifel" beginnt leise und mit ruhigem Gesang, dann schrammeln die Gitarren los, das klingt wunderschön dreckig und macht großen Spaß. Am Ende steht tatsächlich so etwas wie Hoffnung, Hoffnung voller melancholischer Zwischentöne und hymnischem Gesang, bevor verzweifeltes Geschrei am Ende diese Hoffnung wieder in Frage zu stellen scheint.

Fazit:
"Vom Stehen und Fallen" ist ein atemberaubendes Debüt. Hier stimmt alles von vorne bis hinten, die Songs sind variabel aufgebaut, die Texte anspruchsvoll und die Jungs haben, das hört man, Spaß mit dem, was sie machen. Was dann herauskommt ist eines der besten deutschsprachigen Alben der letzten Jahre. Dass Heisskalt nach ihrer EP, die im Großen und Ganzen noch nicht ganz ausgereift war, den Schritt zu progressiveren, härteren und experimentelleren Tönen greifen, ist genau der richtige Weg gewesen. Sie verbinden amerikanische Einflüsse mit deutscher Sprache und werden damit, das ist sicher, noch viel von sich hören lassen. Ich freu mich drauf!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein würdiger Nachfolger von "Mit Liebe Gebraut", 21. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vorweg, "Mit Liebe gebraut" ist mein absolutes Lieblingsalbum der letzten Jahre. Ich hatte gehofft, dass das neue Album nur annährend so gut wird und war ehrlich gesagt skeptisch bzw. hatte sogar Angst vor der nächsten großen Enttäuschung nach Hinterland. Aber ich bin glücklich, die Jungs haben es tatsächlich geschafft. Natürlich klingen die Sound teilweise wie bei MLG, aber es ist trotzdem ein göttliches, eigenständiges Album geworden. Wie man die Band kennt, schöne laute Gitarren, harte Drums und der einzigartige Gesang, dreckig aber doch so geil.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Debut, 25. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eines meiner am meisten erwarteten Alben der letzten Jahren - und ich wurde nicht enttäuscht! Sowohl die Musik, als auch die Texte sind für ein Erstlingswerk einfach genial. Ich hoffe es folgen noch viele weitere Alben mit dieser Qualität.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen klasse Debütalbum!, 27. März 2014
Von 
Christin Meyer (Kamenz (Sachsen), Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hier liegt das Debütalbum von Heisskalt vor mir, „Vom Stehen und Fallen“. Es geht nach Durchhören dieser Platte so unglaublich viel in mir vor. Die Gedanken und Emotionen überschlagen sich. Wie „einzig und allein“ Musik so etwas in einer Person auslösen kann? Das wäre abnormal?
Ich weiß nicht, ob es abnormal ist. Ich weiß nur, dass ich diese Platte nie wieder hergeben möchte und versuche, nur ansatzweise zu beschreiben, woran das liegt. Seht es mir nach, wenn das vielleicht etwas holprig wird, wenn ich hier und da so die Stimmung einfach nicht übertragen bekomme, aber mit so etwas hätte selbst ich nicht gerechnet. Völlige Überforderung.
Das wird also mit Sicherheit die am persönlichsten gefärbte Rezension, die ich bisher veröffentlicht habe.

„Vom Stehen und Fallen“ von „Heisskalt“
Erscheinungsdatum: 21.03.2014
Label: Chimperator Department Disdeal (Sony Music)
Musikstil: deutscher Gitarrenrock zum Abgehen und Spaß haben
Spieldauer: 11 Tracks mit einer Gesamtspieldauer von 46:22 min

Zunächst kurz zur CD an sich. Ich habe hier die Limitierte Deluxe Buch Edition vor mir liegen. Eine schicke stabile Papphülle zum Aufklappen. In Frontansicht zu sehen: der brennende einbeinige Soldat. Oben der Bandname, unten der Titel. Klappt man das Ding auf, entdeckt man zunächst die Songtexte und ziemlich verrückte Collagen. Etwas spacig, viel Zerstörung, Feuer, Skurriles. Hat irgendwie was. Auf der letzten Seite versteckt sich dann rechts hinter einem Bandfoto, auf dem wirklich keiner in die Kamera schaut, die CD. Auf der Rückseite befindet sich die Tracklist samt des üblichen Heisskalt-Blitzes, der sich an so einigen Stellen des Albums wiederfindet.

Der Opener des Albums trägt den Namen „Das bleibt hier“ und dürfte dem einen oder anderen Hörer durch das dazu veröffentlichte Musikvideo schon aufgefallen sein. Ein Song, bei dem man sich zunächst denkt, woher Mathias Bloech plötzlich die erwachsenen Metaphern nimmt. Wo man sich einfach fragt, was er damit sagen möchte. Dabei ist die Lösung gar nicht so schwer. Was Adel Tawil holprig in „Lieder“ verpackt, geben Heisskalt geschickt in diesem Track wieder. Nur sind es hier eben Bandnamen von und Anspielungen auf Größen wie His Statue Falls, Alexisonfire oder Defeater (⇒ „Letters home“). Auch On Top Of The Avalanche, die ehemalige Band von Drummer Marius und Sänger und Gitarrist Matze, verstecken sich in diesem Lied. Hat man einmal das Geheimnis des Songs gelüftet, so puzzelt man in Gedanken sowieso nur noch die Bandnamen zusammen. Je mehr sich der Song dem Ende zuneigt, desto eher hat man auch das Bedürfnis, den Chorgesang „das bleibt hier in meiner…“ zu vervollständigen. Ein echtes Brett.
Weiter geht es mit einem anderen bereits bekannten Song. Auch zu „Nicht anders gewollt“ gibt es bereits ein Musikvideo. Aber auch von zahlreichen Liveauftritten sollte man diesen Titel bereits kennen. Geht einfach total ab. „Zieht die Clownsmasken auf, es ist Frühling!“ … und jetzt alle: „WIR WOLLEN EIN STÜCK VOM KUCHEN!”
Beim dritten Track handelt es sich um „Sonne über Wien“. „Es ist fraglich, ob unsere Spuren verweh‘n oder nach Jahren noch zu sehen sind“. Ein treibender Rhythmus, Mitsingcharakter, ein richtig genialer Livesong, muss man gar nicht viel zu sagen. Brennt sich einfach ein, so wie die Sonne über Wien. Passt auch irgendwie zum Abgehen bei schönstem Sonnenwetter.
Der längste Song des Albums trägt den wundersamen Namen „Identitätsstiftend“. Was für ein eigenartiger Titel. Ein ruhiger Beginn. Was soll man davon halten? „Ich atme die Nacht ein, Luft anhalten, abtauchen… aus dem Wollen wird ein Haben, wird ein unbedingtes Brauchen.“ Kurze Zeit später ein Bruch. Matze und Phil geben verbal sich die Klinke in die Hand und brüllen abwechselnd Satzfetzen, die zusammen ein Ganzes ergeben. Der Song nimmt an Fahrt auf und droht zu eskalieren. Entschleunigt sich auch wieder. Facettenreich.
„Komm, wir zünden uns an und sehen uns zu, wie wir verbrennen… lebendige Fackeln, die lachend durch die Straßen rennen. Komm, wir werden zu Staub und lassen uns von den Dächern streuen, lernen zu fliegen oder zumindest nicht zu bereuen.“ So düster und schwierig einzuordnen beginnt „So leicht“. Und dann irgendwann wieder ein so heftiger Umbruch. Das wohl epischste Instrumental des Albums trifft auf Zeilen wie „Du musst nur fliegen, wenn du fällst“. Ein Titel, den man anfangs unterschätzt. Aber der kann was!
Absolut nahtlos geht der Song in „Kaputt“ über, einen meiner absoluten Favoriten, schon von der Festivalsaison an. „Komm, wir pflanzen einen Baum und wir zünden den an, bevor die Sonne im Zenit steht, sind unsere Träume verbrannt. KOMM, WIR MACHEN WAS KAPUTT, WEIL HIER NICHTS MEHR NOCH SINN MACHT, DIE LEEREN STRASSEN MIT SCHERBEN GEPFLASTERT! NICHT EINE TRÄNE MEHR DA, UM ZU WEINEN. WIR HABEN EUCH BELOGEN, ALS WIR SAGTEN, DASS WIR EUCH VERZEIH‘N!“ Das rockt. Das zeichnet Heisskalt aus.
Wenn man nun schon länger mit der Band umher ist, fragt man sich plötzlich, woher einem Track mit der Nummer sieben bekannt vorkommt. „Solange du tanzt, solange du lebst, solange du trinkst, solange du stehst“ - hey, hieß das nicht mal „Mischkonsum“? Richtig. Umgekrempelt, umbenannt, hier habt Ihr tatsächlich „Mischkonsum“ vor Euch. Die Umbenennung tut dem Abrockcharakter des Songs aber kaum einen Abbruch. Und immerhin ist das endlich mal ein lockeres Ding. Feiern, eskalieren, trinken, läuft halt.
Stimmungswechsel. „Nicht gewinnen“. Man hört Matzes Stimme so klar wie sonst selten in den Songs. Der Titel beginnt recht gemäßigt. „Doch du kannst nicht gewinnen gegen die nur versuchen, nicht zu schreien. Wir haben nichts in der Hand gegen sie, du kannst nur warten, dulden, schweigen.“ Und dann? Fette Gitarrenriffs. Einer der ruhigeren Tracks, zu denen man trotzdem abfeiern kann. Also weder im Stil von „Dezemberluft“, noch von „Hallo“. So ein schönes Zwischending eben.
„Gipfelkreuz“ hat wohl eine der wichtigsten Messages des Albums parat. „Passt bitte aufeinander auf in dieser Scheißwelt“. Ein Song mit Größe. Steht auf, geht raus, verschließt Euch und Eure Augen nicht, gebt Acht aufeinander.
Kommen wir zum wohl emotionalsten Song, der mir je untergekommen ist, zur größten Überraschung des Albums. Normalerweise würde es mir im Traum nicht einfallen, so persönlich von mir zu sprechen, vor allem nicht in einer Rezension. Aber bei „Bestehen“ kann ich nur sagen – so sehr geweint habe ich selten. Ob ich nur den Songtext lese oder den Titel höre, es fließen einfach Tränen. Worum es offensichtlich in diesem Song geht, ist kein großes Geheimnis. Hört es Euch einfach an, ich möchte diesen unglaublichen Track nicht kaputtschreiben…
Der letzte Titel namens „Zweifel“ fängt die vorangegangene Stimmung auf. Zum Glück, denn ein großer Bruch würde den Hörer vermutlich nur völlig verwirrt zurücklassen. „Und alles wird gut, wenn alles zerbricht, verbrennen die Trümmer und baden im Licht…“ Ein Hoffnungsschimmer. Wird schon wieder. Irgendwie.

Auf den ersten Blick wirkte es wie ein sehr eintöniges Debütalbum. „Vom Stehen und Fallen“ kracht viel. Aber muss halt so. Das sind Heisskalt. Und nimmt man sich die Zeit und hört Song für Song durch, so unterscheiden sie sich doch ziemlich. Von der Message her, von den stilistischen Mitteln. Auf jeden Fall war es die beste Entscheidung überhaupt, dass die Vier nach der EP nicht direkt lieblos das Album auf den Markt gekotzt haben. Die Zeit des Reifens zahlt sich aus. „Vom Stehen und Fallen“ ist definitiv eins der top Alben des Jahres 2014.

Anspieltipps: „Sonne über Wien“, „Identitätsstiftend“, „Kaputt“, „Nicht gewinnen“, „Bestehen“
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Absolute Wahnsinn, 26. März 2014
Wahnsinnig gute und Tiefgründige Texte verewigt auf epischen Gitarren Riffs mit einem MEGA Schlagzeug Sound.

Bin einfach nur beeindruckt. Mir gefällt wirklich jeder Song. Hab mir das Album bereits bei Itunes runter geladen und weiß das ich es auch im Regal brauche :D

Das ist Musik. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Wer dieser Wunderbaren Band keine Chance gibt, ist selber schuld und verpasst auf jeden Fall etwas.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles Super, 26. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mich sehr gefreut endlich mein Album zu bekommen!! und nur 20€ für Platte,CD und Autogramm ist sehr billig! danke :)
Bin vollkommen zufrieden und finde das Album sehr lobenswert!
Seh Sie bald zum dritten mal live und liebe die Band einfach!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einzigartig und ehrlich!, 24. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein gutes Zeichen ist, wenn ein Album von mal zu mal hören immer besser wird. Genau das schaffen die Jungs von Heisskalt! Man hört diesem Album den ehrlichen und echten live Charakter an! KEINE Streicher, getriggerte Drums oder "plastik" Stimmen.
Fein ausgetüftelte Gitarrensounds gepaart mit Drums die ordentlich mit dem Bass grooven und Vocals denen ich jedes Wort abkaufe.

Jungs, Ihr habt es nicht anders gewollt! 5* und riesen Respekt für dieses Werk!

Cheers
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irgendetwas passiert mit mir..., 23. April 2014
wenn ich diese Cd höre. Ich muss hier was sagen, eigentlich wollte ich das nicht mehr tun , aber:

Bin seit Ewigkeiten Fan amerikanischer und britischer Alternative und Post- Bands- das dieses Genre dann doch noch in D präsentiert wird, hätte ich nicht geglaubt. Grade in dieser Zeit, wo solche Bands sich eher auflösen (Thrice,Underoath...) oder sich zurück entwickeln . (Circa Survive,Norma Jean..)
Das mich dann ausgerechnet eine deutsche Band so beeindruckt...und das ohne überall die Ideen zu klauen, was nicht selbstverständlich ist, wenn es um Rock aus D geht.

Gelobt werden muss neben den Arrangements außerdem der fantastische Mix!
Alleine das dem Sänger hier und da die Stimme bricht und das nicht korrigiert wurde, macht den einzigen schwächeren Song "Alles gut" schon wieder gut.

Jetzt höre ich die Cd zum 15. Mal, bin noch lange nicht satt. Worum es bei den Texten geht? Kein Plan, aber ich singe laut mit!

Meine Lieblingssongs:
Das bleibt hier (der Text!)
Sonne über Wien
Identitätsstiftend
Gipfelkreuz
und besonders: So leicht

Mann , Mann dieses Ende von "nicht gewinnen" ....Ts,Ts, Toll toll.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mega-Ding!, 24. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Unglaubliche Entwicklung weg vom straighten Refrain, den man nach einmal hören auswendig kann.
Vollkommen begeistert, eines der besten Alben im Schrank; Respekt!
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