Kundenrezensionen


73 Rezensionen
5 Sterne:
 (44)
4 Sterne:
 (11)
3 Sterne:
 (8)
2 Sterne:
 (6)
1 Sterne:
 (4)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunst als Konstante
Mehr als zehn Jahre sind seit der Veröffentlichung des letzten Romans („Der kleine Freund“) der amerikanischen Autorin Donna Tartt vergangen, bevor sie mit ihrem neuen Monumentalwerk „Der Distelfink“, immerhin 1022 Seiten in der deutschen Ausgabe, nachgelegt hat. Umgehend auf Spitzenplätzen in den Bestsellerlisten vertreten, wurde der...
Vor 25 Tagen von Hamlet veröffentlicht

versus
51 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schöne Sprache, dünner Inhalt
„Der Distelfink“ von Donna Tartt ist ein Roman, der das Schicksal eines Jungen im modernen Amerika mit einem von ihm gestohlenen Gemälde verbindet – in der gebundenen Ausgabe auf 1024 Seiten.

Kurz zum Inhalt: Der dreizehnjährige Theo besucht mit seiner alleinerziehenden Mutter ein Museum in New York, als sich sein Leben auf einen...
Vor 2 Monaten von Sarah O. veröffentlicht


‹ Zurück | 1 28 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

51 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schöne Sprache, dünner Inhalt, 21. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
„Der Distelfink“ von Donna Tartt ist ein Roman, der das Schicksal eines Jungen im modernen Amerika mit einem von ihm gestohlenen Gemälde verbindet – in der gebundenen Ausgabe auf 1024 Seiten.

Kurz zum Inhalt: Der dreizehnjährige Theo besucht mit seiner alleinerziehenden Mutter ein Museum in New York, als sich sein Leben auf einen Schlag verändert. Ein Gemälde aus dem Museum, „Der Distelfink“, das er heimlich mitgehen ließ, begleitet ihn von nun an, während er bereits in jungen Jahren den Boden unter den Füßen verliert.

Unter normalen Umständen würde ich den Inhalt klarer anschneiden. Bis zum ersten Wendepunkt der Geschichte, nie mehr als ein guter Klappentext, kurz zusammenzufassen, worum es geht, um dem zukünftigen Leser einen Einblick zu geben, halte ich an sich nicht nur für legitim sondern fast für notwendig. Doch bei diesem Roman fällt mir das schwer, denn der Anfang ist mit seiner Tragik, seinem Tempo und seiner Emotionalität eigentlich schon der beste Teil des gesamten 1000-Seiten-Werkes und, auch wenn dieser Anfang bereits gut 200-300 Seiten umfasst, wird der Klappentext des Verlags dort für meinen Geschmack bereits zu konkret.

Was die Autorin anschließend dokumentiert, ist der Abstieg des jungen Ich-Erzählers Theo, der sich über verschiedene Stationen seines noch jungen Lebens von einer Depression zur nächsten, von einer Trunkenheit zur nächsten und von einem Drogenrausch zum nächsten manövriert und dabei auf Nebendarsteller trifft, von denen kaum eine Entwicklung ausgeht und die in den meisten Fällen eine so sehr gespaltene Persönlichkeit besitzen, dass ihre Undurchschaubarkeit für den Leser zwar auch regelmäßig Überraschungen mit sich bringt und sie als Charaktere spannend macht, sie aber insgesamt auch blass und austauschbar wirken lässt.

Die Autorin verliert den roten Faden ihres Romans – die Verbindung zwischen Theo, der Entwicklung seines Lebens und dem Gemälde als Symbol – zu oft aus den Augen. Theos Geschichte schweift ab und kreist in sich wiederholenden Situationen, die das Lesevergnügen mit der Zeit immer zäher machen. Wenn das Gemälde dann einmal wieder in den Fokus rückt, ist es meist nur für kurze Zeit – lange habe ich darauf warten müssen, dass die Autorin zum längst überfälligen Finale kam. Dieses wirkte dann allerdings zu überzogen und passte weder von der zeitlichen Folge (was für ein Zeitsprung!) noch vom inhaltlichen Rahmen her zum Rest des Romans. Internationale, organisierte Kriminalität und ein überstürzter Gangster-Road-Trip schafften einen eher kitschigen als runden Abschluss. Also blieb der Anfang der inhaltlich stärkste Abschnitt des Distelfinken.

Meine Motivation während des Lesens wurde dabei kurz nach dem starken Auftakt, als ich gerade in der ersten langen, langen Phase aus Drogen und Alkohol festhing und verzweifelt die Spannung suchte, noch einmal deutlich gesteigert: „Der Distelfink“ wurde als Gewinner des renommierten Pulitzer Preises bekannt gegeben. Leider konnte ich aber trotz größter Mühe und größtem Durchhaltevermögen auf den langen, langen 1000-und-ein-paar-Seiten nichts finden, dass mich jetzt befähigen würde, diese Auszeichnung oder den Hype um das Buch nachzuvollziehen. Möglicherweise haben dabei die Erwartungen, die mit der langen Bearbeitungszeit von mehr als zehn Jahren, in denen man nichts von der Autorin hörte, einhergingen sowie der gigantische Umfang des Werkes und die mit Sicherheit vorhandenen sprachlichen Fähigkeiten Tartts nicht nur mitgewirkt, sondern auch eine größere Rolle gespielt als der eigentliche Inhalt.

Sprachlich ist „Der Distelfink“ wirklich gelungen. So wurde die Lektüre für mich dann auch eher ein Lesen um des Lesens Wille. Schöne Worte aneinandergereiht, auf den Punkt gebrachte Beschreibungen mit einem hervorragenden Gespür für die einprägsamen Details und nicht zuletzt auch die Fähigkeit den jugendlichen Ich-Erzähler und die anderen jungen wie alten Charaktere im Roman (fast immer) glaubwürdig agieren zu lassen, machten „Der Distelfink“ zu einer erzählerisch runden Reise. Wären die schön geschriebenen Dialoge doch nur nicht zu oft inhaltlich leer und die detailreichen Beschreibungen nicht zu oft der Ersatz für einen deutlichen Handlungsfortschritt – der Roman wäre perfekt. So, wie er ist, empfand ich ihn leider als 300 bis 400 Seiten zu lang - der Roman war inhaltlich zu wenig dicht.

Fazit: Pulitzer-Preis-Träger 2014, Bestseller und Auslöser eines Hypes um ein einziges kleines Kunstwerk. „Der Distelfink“ ist der erste Roman von Donna Tartt nach rund zehn Jahren. Sprachlich hat er auch mir sehr gut gefallen, inhaltlich flachte der Roman jedoch nach dem bewegenden Beginn spürbar ab und verlor sich in Wiederholungen, Rauschzuständen und leeren Gesprächen. Theo und sein gestohlener Distelfink waren zu selten gemeinsam im Mittelpunkt des Geschehens. Ich vergebe gute 3 Sterne für einen gut geschriebenen, aber zu langen Roman, der deutlich eher auf den Punkt hätte kommen können.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunst als Konstante, 3. Juli 2014
Von 
Hamlet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mehr als zehn Jahre sind seit der Veröffentlichung des letzten Romans („Der kleine Freund“) der amerikanischen Autorin Donna Tartt vergangen, bevor sie mit ihrem neuen Monumentalwerk „Der Distelfink“, immerhin 1022 Seiten in der deutschen Ausgabe, nachgelegt hat. Umgehend auf Spitzenplätzen in den Bestsellerlisten vertreten, wurde der Roman in diesem Jahr mit dem renommierten Pulitzer-Preis für Belletristik ausgezeichnet.

Wir lernen Theo Decker kennen, einem Amerikaner Mitte zwanzig, dessen Leben untrennbar mit einem Gemälde des niederländischen Malers Carel Fabritius, nämlich dem titelgebenden „Distelfink“ verbunden ist. Theo erzählt seine Erlebnisse in der Rückschau, beginnend mit einer Kunstaustellung, die er mit seiner Mutter in New York besucht, bei der diesem ihm ihr Lieblingsbild, den „Distelfink“ zeigt. Das Museum wird zum Ziel eines Bombenanschlags, bei dem zum einen seine Mutter ums Leben kommt, zum anderen ihm ein sterbender Mann den Auftrag erteilt, das Gemälde zu retten. In den kommenden Jahren sind es die verschiedensten Menschen, die ihm ein Heim bieten, aber die einzige Konstante in seinem Leben ist das Bild, das er als Erinnerung an seine verstorbene Mutter behält. Es folgt ein Intermezzo mit seinem leiblichen Vater in Las Vegas, diverse Frauengeschichten, Alkohol und Drogen und schließlich die Rückkehr nach New York, wo er eine Stelle bei einem Antiquitätenhändler annimmt. Sein Leben scheint endlich in ruhigeren Bahnen zu verlaufen, bis ihm eines Tages der „Distelfink“ gestohlen wird…

In erster Linie erzählt Donna Tartt die Entwicklungsgeschichte Theos, in der wir aber gleichwohl einiges über Kunst und deren Bedeutung für das Leben erfahren. Auf wunderbar verschlungenen Pfaden nähert sie sich ihren Figuren, baut verschiedene Handlungsstränge auf, verwirrt den Leser und löst doch am Ende elegant die Knäuel auf und webt die losen Fäden stimmig zusammen.

Auch wenn man meiner Meinung nach die Handlung problemlos hätte straffen können und sollen – die ausufernden Beschreibungen der Drogenexzesse des Protagonisten fand ich nur bedingt lesenswert – so bleibt doch zu sagen, dass dieser Roman sich sprachlich auf eine Niveau bewegt, welches kaum ein Autor erreicht. Und gerade deshalb habe ich jede einzelne Seite des „Distelfinks“ genossen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Fisch, nicht Fleisch, nicht eckig, nicht rund - verschenkte Möglichkeiten eines vielleicht schlicht zu langen Werkes, 29. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
Uff, nun habe ich nach 1022 Seiten und drei Wochen Lesen diesen gewaltigen Roman beendet, den Deckel geschlossen und sitze da und frage mich: Was war das? Ein Buch, wie es einem eigentlich gefallen sollte, ein echter Pageturner, ein 'Sucker', ein Werk, das einen die Nächte vergessen läßt, den Schlaf vergessen läßt, alles um einen herum vergessen läßt, um bloß die nächste Zeile, die nächste Seite, das kommende Kapitel zu erreichen, weiterweiterweiter, nicht nachlassen, denn diese Geschichte...

...ach, wenn es doch bloß so wäre...

Das dritte Werk der Bestsellerautorin Donna Tartt, hochgelobt in der amerikanischen, britischen und auch der hiesigen Presse, wurde angekündigt als genau das, was oben beschrieben wurde. Und das Buch sieht auch genau so aus: Tausend Seiten einer epische Geschichte, ausgebreitet über Jahrzehnte, die uns von Verlust und Trauer, Erwachsenwerden und den damit verbundenen Ängsten, von der Kunst und der Kunst des Lebens erzählt, die uns liebenswert skurrile und verachtenswert verkommene Figuren präsentiert, ein Geheimnis, verschiedene Schauplätze, Abhandlungen über das Gute und das Böse, das Kunstwerk in den Zeiten seiner Reproduzierbarkeit, Action, Räusche undundund...und dennoch zündet das Ganze nicht. Warum bloß?

Theo Decker erzählt uns aus seiner Perspektive, wie er als 12jähriger eine Bombenexplosion im MET, dem Metropolitan Museum of Art in New York, überlebt, bei der seine Mutter stirbt und er selbst einem alten Mann beisteht, bis dieser in den Trümmern stirbt, nicht ohne Theo zuvor einen alten Siegelring gegeben zu haben. Den Theo an sich nimmt, so wie er auch das Gemälde Der Distelfink an sich nimmt, das seine Mutter ihm hatte an diesem Morgen zeigen wollen. Theos Vater hat sich ein Jahr, bevor die Handlung einsetzt, aus dem Staub gemacht, so daß der Junge zunächst bei seinem besten Freund Andy, Sproß einer vornehmen Familie der Upper West Side, unterkommt, die ihn fast wie einen Sohn aufnimmt. Doch sein Vater, ein Spieler, Trinker, gescheiterter Schauspieler, taucht eines Tages auf und nimmt ihn mit nach Las Vegas, wo er zunächst einige Jahre verbringt, die er mehr oder weniger im Drogen-, Tabletten- und Alkoholrausch durchlebt, in denen er Boris - selbst verlorener Sohn eines ukrainischen Bergbauingenieurs - kennenlernt und als Freund gewinnt. Als auch sein Vater bei einem Unfall (oder Selbstmord?) umkommt, macht sich Theo auf eigene Faust auf, nach New York City zurück zu kehren, immer das wertvolle Gemälde und seinen Hund Popschick im Gepäck. In New York findet er Unterschlupf bei seinem Freund Hobie, ein Restaurator antiker Möbel, zu dem ihn einst der Siegelring des sterbenden alten Mannes geführt hatte. Hier erlernt Theo das Handwerk der Restauration ebenso, wie er sich autodidaktisch das Handwerk des Geschäfts- und Kaufmannes beibringt. Und so erzählt er uns davon, wie er erwachsen wurde, wie er Pippa liebt und Kitsey zu heiraten gedenkt, wie Boris ihm ein fürchterliches Geheimnis offenbart und sie gemeinsam versuchen, in Ordnung zu bringen, was kaum mehr in Ordnung zu bringen ist und schließlich erfahren wir von der großen Läuterung in Theos Leben...

Eigentlich ist alles da, was es braucht, um genau den Pageturner zu produzieren, der hier angekündigt war. Aber vielleicht ist auch genau das das Problem des Buches: Zuviel, viel zu viel und das alles viel zu gewollt. Dieses Buch sollte mit aller Macht genau dieser Pageturner werden, der er Vielen, betrachtet man die Kritiken einer-, die guten Kommentare und Rezensionen hier und in ähnlichen Foren andererseits, ja auch zu sein scheint. Man traut sich also kaum, anderer Meinung zu sein. Aber vielleicht gelingt es mir ja, zu begründen, was mich dieses Buch nicht loben läßt.

Donna Tartt - so etwas wie ein literarisches Geheimnis - legt hier gerade mal ihren dritten Roman in drei Jahrzehnten vor, sie gilt als ein Wunderkind der anspruchsvollen Belletristik. Das kann man anhand ihres Debuts DIE GEHEIME GESCHICHTE auch durchaus nachvollziehen, war dieser Psychothriller damals doch wirklich ein großes Versprechen auf eine großartige literarische Karriere. Hier aber, im DISTELFINK, wird zu offensichtlich, wo die Wurzeln der Autorin liegen - bei den Klassikern - und die Konstruktion ergötzt sich streckenweise derart an sich selbst, daß man sich in einem literarischen Selbstbedienungsladen wähnt. Da werden Dickens' OLIVER TWIST und DAVID COPPERFIELD zitiert, da steht zeitweilig das LEBEN EINES TAUGENICHTS Pate, Dostojewskijs DER IDIOT dient als Vorlage und Benjamins Essay über DAS KUNSTWERK IM ZEITALTER SEINER TECHNISCHEN REPRODUZIERBARKEIT wird gerade auf den letzten Zweihundert Seiten scheinbar in einen erzählenden Fließtext überführt. Der Verweise sind noch einige, es seien nur diese ebenso stilbildenden wie einprägsamsten genannt. Nun ist ja nichts dagegen einzuwenden, sich auf die Schulter der Giganten zu stellen, auch das (postmoderne) Spiel mit Anleihen und Zitaten - auch wenn es im Jahr 2014 schon ein wenig überholt anmutet - ist immer willkommen. Doch sollte es einerseits dann andocken an wirklich packende Geschichte(n), andererseits sollte das, was dann entsteht, schon etwas Eigenes sein. Donna Tartt gelingt das aber schlicht nicht. Sie entscheidet sich für den ganz großen Wurf, den langen Atem, den weiten Blick. Sie entwirft ein Konstrukt, in welchem viel Seltsames geschehen, seltsame Figuren auf-, erstaunliche Wendungen eintreten sollen, allerdings bleibt das alles meist pure Behauptung. Man liest das, man staunt auch immer mal wieder, doch fällt einem dann beim Nachdenken über das Gelesene meist auf, daß die Figuren dann eben doch nicht so ausgeklügelt sind, nicht die vorgegebene Tiefe aufweisen, die Geschehnisse sich allzu oft als banal, die Wendungen als Hilfskonstrukte in einer Handlung erweisen, die lange scheinbar ziellos mäandernd von einem Schauplatz zum nächsten, von einem Ereignis zum nächsten treibt.

Es werden eine Reihe gekonnter literarischer Kniffe genutzt, um die Erzählung mal zu strecken, mal zu dehnen, es gelingen der Autorin großartige dialogische Passagen, ebenso durchaus den Intellekt befeuernde Reflektionen über Gut und Böse, über Kunst und das Wesen des Leidens. Nur merkt man beim zweiten Nachdenken ständig, daß es all das schon gegeben hat: Gerade die von vielen so hochgelobten letzten 50-60 Seiten, die von metaphysischen Betrachtungen nur so strotzen, sind in ein durchaus (auch in der Übersetzung) ebenso schön zu lesendes wie wirksames Wortgeklingel gekleidete Banalitäten. Aus Gutem kann Böses, aus Bösem Gutes entstehen? Aha. Hinzu kommt ein nahezu über 600 Seiten gleichbleibendes Erzähltempo - gemäßigt, nicht zu rasant, immer darauf getrimmt, nicht zu lange an einer Thematik zu verweilen, also immer sich an die Leseerfahrung eines breiten Publikums anschmiegend. Der Roman fordert nichts, er überfordert niemanden und er konfrontiert uns nicht einmal mit etwas wirklich Herausforderndem.

Wie so oft bei den langen, den ganz langen Erzählungen, wäre weniger mehr gewesen. Die ersten 200 Seiten dieses Romans sind eine wirklich gelungene Geschichte darüber, wie gerade ein junger Mensch versucht, mit Verlust und Trauer umzugehen. Die Explosion im Museum - Tartt hat in mehreren Interviews betont, die Zerstörung der Buddhafiguren in Bamiyan durch die Taliban seien der Auslöser für die Grundidee des Werkes gewesen - ist natürlich auch eine Reflektion auf den 11. September 2001, den Angriff auf New York und damit auf Amerika. Theos Aufnahme in die Familie seines Freundes Andy und sein Leben in diesen Kreisen eine gelungene Darstellung der Upper Class New Yorks. Hier gelingen auch die ansonsten eher im Trivialen bleibenden Figurenzeichnungen, werden wir staunende Zeugen, wie Theo - selber staunend - all die Versehrtheiten hinter der Fassade des kalten Reichtums entdeckt. Wäre es dabei geblieben - man hätte diesem Werk gut und gerne 4 oder sogar 5 Sterne geben mögen. Doch spätestens mit dem Auftauchen des trinkenden Vaters und seiner Gespielin Xendra, die beide seltsam unscharf bleiben auf den dann folgenden 300 Seiten, gleitet das Buch in Kolportage ab, die ganze Las-Vegas-Story um Theo und seinen Kumpel Boris, wirkt wie ein nie eingehaltenes literarisches Versprechen. Wir kriegen zwei 13-, 14-, 15jährige vorgeführt, die sich jahrelang mit so ziemlich allem zudröhnen, was sich ihnen bietet, von Aufputschern bis Heroin, vom durchgehend konsumierten Alkohol ganz zu schweigen, doch nie scheinen diese Jungs wirklich dadurch berührt oder gar geschädigt. Und so wirken auch diese Passagen wenig zwingend. Weder scheinen diese Kids Probleme in der Schule zu bekommen, noch scheint sich irgendwer für deren Belange zu interessieren, was die beiden natürlich freut, in ihnen jedoch nie irgendein bleibendes Gefühl von Verlassenheit oder gar Abstumpfung hinterläßt. Im Grunde, so scheint diese Erzählung uns weißmachen zu wollen, ein großes Abenteuer, diese Jugend. Doch dadurch entsteht eine Art Blase - wir wähnen diese Figuren beschützt, wir bangen nicht um sie. Nicht an dieser Stelle des Romans und im Grunde auch später nicht. Muß das Las Vegas sein? Nein, denn sozusagen gefangen in den Outskirts dieser Glitzerstadt, bekommen sie von dem, was die Stadt ausmacht, sowieso nichts mit. Sie könnten in jedem Kaff hocken. Daß Boris zudem zwar einerseits ein mit allen Wassern gewaschener Kerl zu sein scheint, der immerhin schon Wochen auf den Straßen einer ukrainischen Stadt gelebt haben will, zugleich aber keinerlei Interesse an den Verlockungen der Spieler-Metropole zeigt, ist schlicht unglaubwürdig. Wie überhaupt sowohl Theos Vater, als auch Boris als Figuren blaß bleiben, weil sie Klischees entsprechen.

So kann man letztlich Stück für Stück den ganzen Roman durchforsten und wird immer wieder auf ähnliche Einwände stoßen. An einem Punkt merkt man dem Werk auch die Ratlosigkeit der Autorin an, wenn sie - im Anschluß erzählerisch durchaus gekonnt verwoben - einen Zeitsprung von acht Jahren einbaut und uns den mittlerweile erwachsenen Theo vorführt, der dann - gefangen in einer unglücklichen Liebesgeschichte, die den ca. zehn Millionen unglücklichen Liebesgeschichten, die man bereits kennt, auch nichts Neues hinzuzufügen weiß - durch das Wiedersehen mit seinem Freund Boris in eine wilde Räuberpistole verwickelt wird, in der es um den Diebstahl des aus dem Museum entführten Bildes geht, das Theo Jahre in seinem Besitz wähnte, wo es doch eigentlich längst...aber ich will hier nicht zu viel verraten. Jedenfalls finden wir uns nach ca. 600 Seiten in einem Krimi wieder...

Die Idee, das berühmte Bild des Distelfinks als einen Leitfaden der Erzählung zu nutzen, ist charmant, kann die Autorin daran doch sowohl emotionale Entwicklungen ihres Hauptprotagonisten aufzeigen, Reflektionen auf seine Mutter, auf seinen Werdegang, die Verlorenheit und das Gefangensein in einem Dasein, das wir uns nunmal nicht aussuchen können, wie sie darauf ebenso abheben kann, dem Leser lange kunsthistorische und -theoretische Abhandlungen anzubieten; letzteres v.a. im letzten Viertel des Buchs. Überhaupt ist vieles hier charmant, klug und durchdacht. Was dem Leser aber auch alle naslang durch das Werk selbst mitgeteilt wird. Daß Tartt schreiben kann, steht ja vollkommen außer Frage. Es ist eben eher der Wulst dieses Romans, dieser scheinbar überbordende Inhalt, der heillos überfrachtet wirkt, dann aber eben zu Vieles einfach angeschnitten wieder beiseite läßt, der den Lesegenuß stört. Der Vergleich zu Dickens drängt sich geradezu auf, es steht zu befürchten, daß das so auch gewollt und gedacht war. Doch allzu schnell kommt die Überlegung auf, daß man doch, anstatt dieser immer unglaubwürdigeren und auch zusehends weniger packenden Handlung zu folgen, einfach zum Original greifen könnte. Warum soll man ein Werk lesen, das sich AN Dickens orientiert, wenn man in der gleichen Zeit einfach eines von dessen umfangreicheren Werken lesen könnte? Interessanterweise bietet sich gerade bei diesem Vergleich noch ein ganz anderer an: Dickens war in der Lage, selbst ein 1000-Seiten-Werk in relativ kurzer Zeit zu verfassen. Dadurch bleiben seine Erzählungen bei allen manchmal doch arg bemühten Zufällen und Koinzidenzen in sich kohärent. Das hat einmal damit zu tun, daß bei ihm das Szenische so ausgeprägt ist, zum andern aber auch und vor allem an seinen Figuren, die sich in ihrer karikierenden Skizzenhaftigkeit dem Leser einprägen, manche - Mr. Bubbles, Uriah Heep, Fagin oder the Artful Dodger, um nur einige zu nennen - für ein ganzes literarisches Leben. In dem vorliegenden Werk gibt es diese Figuren nicht. Zumindest nicht in dieser nachhaltigen Einprägsamkeit. Vielleicht liegt das daran, daß es schier unmöglich anmutet, eine in sich geschlossene Erzählung über zehn Jahre aufrecht zu erhalten, wenn man es auf einen realistischen Roman anlegt. Und damit haben wir es hier zu tun. Dies ist kein abstraktes Werk.

Donna Tartt hat zehn Jahre an diesem Text geschrieben und vielleicht hat dem genau das nicht gut getan. Zu inkohärent, zu uneinheitlich, zu unentschlossen, worauf das alles hinauslaufen soll, die Figuren zwar ausgeprägt, dann aber doch zu harmlos und oberflächlich, hat man es mit einem Konvolut von einem Roman zu tun, der zu viel auf einmal sein will und dabei irgendwann mitten auf halber Strecke sogar anfängt zu langweilen. So bleibt nur das Hoffen auf das nächste Werk, das wohl in zehn Jahren vorliegen könnte. Dieses hier bekommt 3 durchschnittliche Sterne, da es von atemberaubend bis atemberaubend öde die ganze Latte literarischer Erfahrung durchmisst, partiell durchaus zu fesseln weiß, dies aber leider nicht durchhält. Und auch schlicht zu anbiedernd wirkt, manches Mal. Eine durchschnittliche Bewertung für ein letztlich "nur" durchschnittliches Werk.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Viel zu langatmig, 24. Juni 2014
Von 
Iris Wurth (Lahr) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch, das im April den renommierten Pulitzerpreis gewonnen hat, konnte mich überhaupt nicht fesseln. Zunächst beschreibt die Autorin ca. 70 Seiten lang (!) wie die Hauptfigur durch die Trümmer irrt. Allein hier hätten meiner Meinung nach 20-30 Seiten völlig ausgereicht. Die Szenerie erinnert stark an die Ereignisse des 11. Septembers 2001, das schlimmste Trauma der USA, auch wenn es dazu keinen konkreten Hinweis gibt. Tatsächlich hat Donna Tartt bereits vor über elf Jahren mit dem Schreiben des Buches begonnen.

Nach fast 800 Seiten bleibt eine sehr wichtige Frage, die als dramaturgisches Mittel benutzt wird, unbeantwortet. Das ist nicht nur unbefriedigend, sondern richtig ärgerlich.

Es tut mir leid, ein Buch so hart zu kritisieren, es ist auch das erste Mal, das ich nur einen Stern für ein Buch vergebe. Aber ich möchte auch nicht Begeisterung heucheln, wo keine ist, nur weil ein großer Name oder Preis im Raum steht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


73 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Und der Rausch nimmt kein Ende..., 28. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch auf eine Ebene mit den Werken renommierter Schriftsteller der Weltliteratur zu heben, halte ich für überzogen. Während der Lektüre dieses monumentalen Bandes war ich immerfort versucht diesen aus der Hand zu legen, ohne einen Verlust über die entgangene Handlung zu empfinden, doch ich habe mich bis zum Schluss durchgekämpft.
Die Autorin möchte offensichtlich einen Entwicklungsroman aus der Perspektive eines jungen Mannes erzählen und es gelingt ihr auch meisterhaft sich in dessen Gefühlswelt einzufühlen und diese sprachlich geschickt darzustellen.
Mein großes Problem mit diesem Buch war zum einen der drastische Wechsel im Erzähltempo. Nachdem der geplagte Leser sich mehrere hunderte Seiten mit den jugendlichen Sauftouren und Drogenexzessen des Adoleszenten abmühen muss, der immer wieder in Lachen seines Erbrochenen erwacht, werden mit einem Schlag weitere acht Jahre überschlagen und der Leser hat plötzlich einen 26-jährigen jungen Mann vor sich, der sich nun völlig der Tablettensucht hingegeben hat. Zum Glück gelingt ihm die Entwöhnung in Eigenregie, wobei die Nebenwirkungen nur denen einer Grippe entsprechen. Wenig motiviert scheint die Liebesgeschichte zu Kitsey und die schlagartig vorbereitete und dann doch nicht durchgeführt Hochzeit, da im Hintergrund immer noch die große unerfüllte Liebe zu Pippa lauert. Beide Frauencharaktere sind nur oberflächlich ausgearbeitet und wirken wenig differenziert. So erscheint die vom Protagonisten sehr verehrte Pippa immer nur am Rande und ist dann plötzlich - für den Leser sehr überraschend - verlobt. Angesichts der Länge des gesamten Werkes erfährt man viel zu wenig über diesen doch so wichtigen Charakter.
Mir persönlich war auch nach ca. 400 Seiten und nach etlichen Drogenexzessen nicht klar, wie der Titel des Buchs zustandegekommen ist. Aber dann wird der Leser mit Gewalt darauf gestoßen.
Für mich ein Entwicklungsroman, der dem Anspruch dieses Genres nicht gerecht werden kann. Die drei Sterne gibt es für das gute Einfühlungsvermögen der Autorin und die auch im Deutschen schöne sprachliche Umsetzung des Themas.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


44 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entwicklungsroman mit Gemälde, 9. März 2014
Von 
Buchdoktor - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
Alles war Theos Schuld. Seine Mutter ist zu einem Lehrergespräch in die Schule bestellt worden und nimmt sich deshalb frei. Nur wegen des dummen Termins befinden Mutter und Sohn sich exakt in dem Moment in einer Kunstausstellung, als dort eine Bombe explodiert. Theo kommt inmitten der Gebäudetrümmer neben einem sterbenden alten Mann wieder zu sich. Obwohl er die letzten Worte des Sterbenden nicht genau versteht, nimmt Theo im allgemeinen Durcheinander das ungerahmte niederländische Gemälde Der Distelfink mit aus dem Museum, wie der Mann es ihm gesagt hat. Theos Mutter überlebt den Bombenanschlag nicht. Auch wenn der Dreizehnjährige formal Großeltern und einen getrennt lebenden Vater hat, muss für das frisch verwaiste Kind kurzfristig eine Unterkunft gefunden werden. Aufgenommen wird Theo von den Barbours, den Eltern eines Klassenkameraden aus der Grundschule. Ein Hinweis des sterbenden Welton Blackwell führt Theo zu Hobie, der mit Blackwell gemeinsam einen Antiquitätenladen führte. In Hobie findet der Junge einen unkomplizierten Gesprächspartner, der immer für ihn da ist. Theo kämpft weitgehend auf eigene Faust mit seinen Schuldgefühlen und dem Trauma der Explosion, das er mit Alkohol- und Medikamentenmissbrauch verdrängt. Durch Theos Vagabundieren zwischen seinem leiblichen Vater in Las Vegas, den Barbours und Hobie kann er erfolgreich verdrängen, dass seine Posttraumatische Belastungsstörung nie konsequent therapiert worden ist. Eine zweifelhafte Rolle in Theos Leben nimmt Boris ein, der kriminelle Sohn eines Berufsganoven, mit dem Theo in Las Vegas ziellos in den Tag hinein lebt, ohne dass ein Erwachsener auf das Abgleiten der Jungen in Sucht und Kriminalität aufmerksam wird.

Seit der Explosion und dem Tod von Theos Mutter sind fast 10 Jahre vergangen. Zentrales und sorgfältig gehütetes Objekt bleibt für Theo der Distelfink. Die Chance zur Rückgabe des Bildes an das Museum hat Theo längst verpasst. Hobie hat sich immer nur für die Restaurierung alter Möbel interessiert und den Verkauf seinem Kompagnon überlassen. In die Lücke, die sein getöteter Geschäftspartner hinterließ, rückt nun Theo nach, der sich mit beachtlicher Geschäftstüchtigkeit dem Antiquitätenhandel widmet. Doch die beschaulich wirkende Teamarbeit von Hobie und Theo kann kaum darüber hinweg täuschen, dass Theo ein schwer traumatisierter Mann ist, noch immer auf der Suche nach einer Familie. Ärger mit einem schwierigen Kunden und das überraschende Auftauchen von Boris führen Theo schließlich in die Niederlande und in eine ausweglos scheinende Situation.

"Der Distelfink" ist ein Roman mit Überlänge, der schwelgerisch in die Beschreibung von Gegenständen und Arbeitsabläufen eintauchen lässt. Fünf pralle Lesetage habe ich mit Theo und seinem Bild verbracht. Theos Erlebnisse werden so genau beschrieben, als würde man die Details eines Gemäldes mit der Lupe betrachten. Will man statt der Nahaufnahme das Gesamtbild sehen und zu Theos traumatisierter Persönlichkeit vordringen, muss man bis zum dramatischen Ende durchhalten. Hobie mit seinem selbstvergessenen Herumbasteln an Antiquitäten und seiner lässigen Haltung gegenüber Theos Eskapaden war für mich dabei ein besonderer Sympathieträger. Indem Donna Tartt Theo als Icherzähler auftreten lässt, beschränkt sie den Blickwinkel des Lesers über den größten Teil der Handlung auf das, was Theo in der jeweiligen Situation von sich preisgeben will. Das Rätseln darüber, ob Theo wohl sein Problem mit dem unterschlagenen Bild lösen kann, fand ich trotz des sehr weit gespannten Handlungsbogens ausgesprochen spannend.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen BOOK IS THE DRUG, 6. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
Was für ein Leserausch. Man sollte unbedingt genug Zeit einplanen, um sich dieser Lektüre hinzugeben. Ein Wunder, dass ich das Buch am Abend überhaupt zur Seite legen konnte, so hat es mich gepackt und an manchen Stellen kaum zur Ruhe finden lassen.
Es enthält auf tausend Seiten alles, was man sich von einem Buch wünscht. Spannend wie ein Kriminalroman ist die Geschichte eines Jungen (oder später jungen Mannes), der seinen Platz auf dieser Welt sucht, nachdem beide Eltern gestorben sind. Es ist zugleich eine Liebesgeschichte der eher traurigen Art und enthält philosophische Betrachtungen über das Leben und über die Kunst – und ausführliche Erfahrungsberichte über Drogenkonsum.
„Leider“ wollte ich immer zu schnell wissen, wie es weitergeht, so dass ich mich mit literarischen Fährten und philosophischen Gedanken nicht näher auseinandergesetzt habe – bis auf die Anspielung auf Dickens-Romane und natürlich – sehr komisch – „Potter“. Allerdings werde ich den „Distelfink“ sicher noch einmal lesen, und dann in aller Ruhe. Wahrscheinlich wird es irgendwann einen Film geben, jedenfalls wäre es naheliegend, da die Beschreibungen zum Teil sehr plastisch sind und Kinoszenen sich förmlich aufdrängen in der Vorstellung.
Die Autorin hat das gleiche Niveau erreicht wie mit ihrem Erstlingswerk „Die geheime Geschichte“ und ein Buch geschrieben, das ich bedingungslos empfehlen kann.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk..., 15. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
...hat Denis Scheck dieses Buch genannt. Aus heutiger Sicht hat er wirklich Recht.
Ob dieser fabelhafte Entwicklungsroman auch noch in 20 oder 120 Jahren so geschätzt wird, wage ich zu bezweifeln. Dafür ist er zu lang, zu anstrengend,zu anspruchsvoll.
Der Roman hat mich einige Male an Salingers "Fänger im Roggen" erinnert, aber auch an "Smplicius Simplicissimus" .
Ein wenig Schelmenroman trotz aller Trauer und Verzweiflung, die als Grundstimmung immer durchschimmert..
Wie Donna Tartt das alles zu bändigen versteht, ist einfach faszinierend.
Bezeichnend für mein Urteil ist, dass ich nach Beendigung der Lektüre nach vorne geblättert habe und mich dabei ertappte, dass ich dabei war, das Buch ein zweites Mal zu lesen
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Don't believe the Hype! Ein mäßiger Schmöker!, 5. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Gebundene Ausgabe)
Alles, was recht ist, Donna Tartt, ist eine ausgezeichnete Erzählerin mit großer Beobachtungsgabe und Genauigkeit. Sie kennt das bürgerliche amerikanische Milieu genau und die Hauptfigur, der kleine Junge dieses Entwicklungsromans ist sehr lebensecht entworfen. In der Kunstgeschichte kennt sie sich auch gut aus, aber damit hat es sich dann schon. Die meisten Figuren bleiben leider seltsam eindimensional und blaß. Ein "Meisterwerk" oder wenigstens gutes Buch hätte es werden können, wenn, wenn, wenn...., Ja wenn es auch sprachlich etwas literarischer und nicht ganz so umgangssprachlich bis trivial wäre... Zuerst könnte man meinen, dass "Der Distelfink" die weibliche Antwort auf Tom Wolfes "Back to Blood" werden könnte, doch dazu fehlt dem Werk einfach die Klasse und sprachliche und formale Brillanz von Tom Wolfe. Die allgegenwärtige Alkohol- und Drogensucht wird schnell zur enervierenden Masche und bildet leider kein dramatisches Element, an dem sich der Protagonist etwa abarbeitet. Dem letzten Drittel des Buches merkt man, dass der Autorin die Puste ausgeht, der Abgabetermin drückt und sie nicht mehr so recht weiter weiß. Daher reiht sie schnell ein Klischee an das andere: über Drogenbosse und die russische Mafia. Alles schon tausendmal gehabt. Auch wenn der Roman überaus unterhaltsam immer wieder interessante Wendungen nimmt, erkennt man irgendwann das simple Muster, wie sie ihre "überraschenden" Wendungen eingefädelt. Zum Ende hin kann sich die Autorin nicht einmal mehr für eine ordentliche Auflösung der Story entscheiden und verpasst daher dem Werk ein laues, unentschiedenes Ende, zu dem man sich wie mit einem Schneepflug durch hohen Tiefschnee quälen muss. Die anfänglichen Rasanz ist vorher schon irgendwo im letzten Drittel stecken geblieben. Der anspruchsvollere Leser fühlt sich nach all dem Hype um das Buch arg enttäuscht und von sonst so verlässlichen Rezensenten wie Dennis Scheck ziemlich genasführt. Der Berg der Frau Tartt kreiste mit viel Exzessen und Getöse und gebar mit dem Schluss eine... ja was eigentlich? Eine Enttäuschung für knapp 25 €! 600 Seiten hätten es auch getan. Das letzte Drittel hätte der Lektor zusammenstreichen sollen und auf "Verdichten" und einen angemessenen Schluss bestehen sollen. I want my money back! Schade!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen bis zur Hälfte kurzweilig, dann langatmig und quälend, 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Distelfink: Roman (Kindle Edition)
Muste mich zwingen das Buch zu Ende zu lesen. Habe die letzten 100 Seiten dann auch nur noch überflogen. Am meisten hat mich irgendwann genervt, dass der Hauptdarsteller wie ein Fähnchen im Wind sich ohne eigenen Willen hat treiben und manipulieren lassen. Absurd wurde dann die Geschichte, als er nach Amsterdam reiste. Das einzige was mich dann noch interessierte war, ob es das Bild wiklich gibt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 28 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen