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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich will die Menschen nicht hassen"
… sagt Philomena auch noch, nachdem ihr das Ausmaß an Vertuschung und Quälerei klar vor Augen steht. Zu diesem Zeitpunkt ist sie eine alte Dame mit einer schon länger erwachsenen Tochter. Die Ereignisse, die den Ursprung des Konfliktes in der erzählten Geschichte darstellen, liegen schon Jahrzehnte zurück. Allerdings waren die Erlebnisse so...
Vor 4 Monaten von Martin Ostermann veröffentlicht

versus
5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Späte Vergebung
(Kinoversion)

Stephen Frears, der uns so wundervolle Filme wie "Gefährliche Liebschaften", "High Fidelity" und "The Snapper" beschert hat, bleibt mit seinem aktuellen Film "Philomena" ein wenig hinter den Erwartungen zurück, die man in einen Regisseur seines Formates gesetzt hat. Die besten Geschichten schreibt ja...
Vor 4 Monaten von MissVega veröffentlicht


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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ich will die Menschen nicht hassen", 2. März 2014
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Philomena (DVD)
… sagt Philomena auch noch, nachdem ihr das Ausmaß an Vertuschung und Quälerei klar vor Augen steht. Zu diesem Zeitpunkt ist sie eine alte Dame mit einer schon länger erwachsenen Tochter. Die Ereignisse, die den Ursprung des Konfliktes in der erzählten Geschichte darstellen, liegen schon Jahrzehnte zurück. Allerdings waren die Erlebnisse so einschneidend, dass sie auch der alt gewordenen Philomena noch klar und deutlich vor Augen stehen: Als junges Mädchen wird sie auf der Kirmes von einem jungen Mann angesprochen. Nach kurzer Annäherung kommt es zum intimen Kontakt. Bereits in einer nächsten Szene steht die schwangere Philomena weinend vor zwei Ordensschwestern und rechtfertigt sich, dass ihr niemand 'das mit den Babys' erklärt habe. Sie wird vier Jahre im Kloster der 'Sisters of the mercy heart' mit schwerer Arbeit in der Wäscherei verbringen. Ihren Sohn Anthony, den sie unter unzureichenden medizinischen Bedingungen im Kloster zur Welt gebracht hat, sieht sie nur einmal täglich für eine Stunde. Eines Tages fährt wieder eine von den großen Limousinen am Kloster vor. Eine andere junge Frau, die mit Philomena in der Wäscherei arbeitet, hat Angst, dass nun ihre Tochter weggeholt wird. Aber Philomena muss aus der Ferne mit ansehen, dass auch ihr Sohn ins Auto steigt und ohne ihn noch einmal gesprochen zu haben, er einfach wegfährt. Geblieben ist ihr ein Foto des Dreijährigen, dass eine Ordensschwester heimlich aufgenommen und ihr zugesteckt hat. Dieses Foto ist auch der Ausgangspunkt einer Suche nach dem verschollenen Sohn. Gemeinsam mit dem (ehemaligen) BBC-Reporter Martin Sixsmith verfolgt sie die Wege der (erzwungenen) Adoption bis in die USA. Ihr Sohn müsste nun 50 Jahre alt sein, ohne jemals seine leibliche Mutter wiedergesehen zu haben.

Stephen Frears, berühmt geworden mit Mein wunderbarer Waschsalon und einem größeren Publikum bekannt durch Die Queen, hat eine spannende Mischung aus Drama, Road-Movie, Krimistück und Komödie gedreht. Obwohl die auf Tatsachen beruhende Geschichte Philomena: Eine Mutter sucht ihren Sohn (die echte Philomena war auch zu Gast bei den Dreharbeiten) äußerst tragisch anmutet, schafft es Frears zusammen mit seinen beiden großartigen Hauptdarstellern Judi Dench und Steve Coogan, der auch das Drehbuch mit verfasste, niemals in Rührseligkeit oder reine Betroffenheit abzugleiten. Judi Dench spielt Philomena als eine zwar sehr gutherzige, etwas naive Dame, die aber mit viel Lebenspragmatik, Liebe zu den Menschen und einem immer noch tiefen Glauben ausgestattet ist. Gerade mit ihrer, trotz des erlittenen Leids immer noch positiven Weltsicht weist sie den oft zynisch spottenden Sixsmith mehr als einmal in seine Grenzen. Auf den Spuren des seit Jahren verschwundenen Sohnes lernen beide Figuren voneinander: Sixsmith, der durch seinen beruflichen Rauswurf sich zu Unrecht behandelt fühlt und wütend über das Verhalten der Kirche ist, lernt einen tiefen Glauben kennen, der vor allem mit Güte auf die Menschen schaut. Philomena hingegen muss lernen, wie groß und verzweigt die Welt ist, wie ungewöhnlich Schicksale verlaufen und dass auch ihr Glaube nicht völlig unerschütterlich ist.

'Philomena' ist an der Oberfläche ein recht klar erzählter Film (in welchem die Vergangenheit durch Erinnerungsrückblenden und alte Videoaufnahmen eingearbeitet ist) über die Suche nach einem geliebten Menschen, über die Vertuschung eines (kirchlich-gesellschaftlichen) Skandals und das Schicksal einer vom Leben geprüften aber niemals verbitterten Frau. Auf einer zweiten und dritten Ebene differenziert der Film aber recht klar zwischen Opfern und Tätern, ohne schwarz-weiß zu malen, er deckt ein gesellschaftliches Klima der Doppelmoral auf, in das auch (aber eben nicht nur) die Katholische Kirche und auch verantwortliche staatliche Stellen eingebunden sind, und zu dessen Opfern vor allem Frauen und Kinder werden. Dieses gesellschaftlich-kirchliche Drama wurde auch bereits von Peter Mullan in seinem Film Die unbarmherzigen Schwestern dramatisch und beeindruckend aufgearbeitet.
Vor allem erzählt 'Philomena' aber von unterschiedlichen, menschlichen Perspektiven auf den Lauf dieser Welt, und dass erlittenes Unrecht nicht automatisch zu Hass und Zynismus führen müssen, sondern dass Vergebung - so schwer sie auch immer fallen mag - eine Möglichkeit im Zwischenmenschlichen bleibt.

Gerade durch das beeindruckende (und hervorragend gespielte und inszenierte) Porträt von Liebe und Zwischenmenschlichkeit, welches niemals erlittenes Leid und Unrecht schön redet, sondern klar aufdeckt, wirkt 'Philomena' noch lange über das Sehen nach. Sehr Sehenswert!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überwindung, 8. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Philomena (DVD)
Als der Film " die unbarmherzigen Schwestern" ( hier zitiert) rauskam war die Empörung groß. Über die Kirche, dere Unmenschlickeit und von der Kirche, die sich massiv gegen Diffamierung wendete.

Mehr als ein Jahrzehnt später ist die Unmenschlichkeit der Menschen dieser Kirce allgemein bekannt, die Kirche in der Defensive,wobei ich nicht weiß, ob die irische Kirche jemals eine Schuld eingestand und um Vergebung bat?

Die Geschichte der Grausamkeit, der Menschenverachtung der Nonnen nochmals darzustellen, bedarf es nicht. Das ist geschehen.

Aber eine "normale" Geschichte erzählen, die über Jahrzehnte währende Scham, die Zweifel darzustellen, das ist berichtenswert.
Die Differenziertheit der Gefühle, die Trauerarbeit, die Verzweiflung dieser Frau, das ist beeindruckend und wird brilliant von Judi Dench dargestellt.

In einer Schlüsselscene werden die sadistischen Menschen konfrontiert, ihr Haß wird deutlich und nachvollziehbar. Philomena hat den nicht im Herzen, und dadurch ist sie die " Siegerin". Das Licht im Herzen triumfiert über die Dunkelheit des Hasses.

Damit hat sie die Hölle der Nonnen überwunden, sie mu nicht angreifen, sie kann vergeben,all das Unrecht, das ihr angetan wurde.

Die wahre Geschichte sicher beeindruckend und der Film von Frears folgt dem nach.

Sehr sehenswert.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Skepsis, Glaube, Verurteilung und Vergebung, 6. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Philomena (DVD)
Nach über 50 Jahren bricht die pensionierte Krankenschwester Philomena Lee ihr Schweigen. Als Teenager hat sie einen Sohn geboren. Im streng katholischen Irland jener Zeit war dies eine Schande. Sie musste als "gefallenes Mädchen" in einem Nonnenkonvent leben und arbeiten. Gegen ihren Willen wurde das Kind adoptiert.

Nun möchte sie wissen, wo und wie ihr Sohn aufgewachsen ist. Der politische Journalist, Martin Sixsmith, ist bereit, Philomena bei ihrer Suche zu unterstützen. Trotz ihrer gegensätzlichen Glaubens- und Lebensvorstellungen freunden sich beide an. Die Nonnen helfen ihnen nicht weiter: Sie haben die Akten aus jenen Jahren verbrannt und schweigen eisern. Die Spuren des adoptierten Sohnes führen in die USA. Martin und Philomena finden heraus, dass er bis zum Präsidentenberater in Washington aufstieg. Von einem Freund erfahren sie, dass er vor einigen Jahren an einer schweren Krankheit verstorben ist.

Nach einer realen Geschichte entfaltet der Film den Dialog einer gläubigen Katholikin mit einem verweltlichten Agnostiker, angesichts ihrer tiefen Verletzung durch die Kirche. Jeden Tag ihres Lebens hat sie an den Sohn gedacht, der ihr genommen wurde. Schuldgefühle, Sehnsucht und ein kaum fassbarer Verlust haben ihr Leben überschattet. Trotz der bitteren Erfahrung hält sie an ihrem christlichen Glauben fest. In den Gesprächen gewinnen der Journalist und sie Toleranz und Verständnis füreinander. Der Film hält die Balance zwischen der Frömmigkeit und freundlichen Wärme der älteren Philomena und der kühlen Ironie des jüngeren Martin. Die Kritik an einer menschenfeindlichen kirchlichen Praxis wird genauso deutlich wie die an einer oberflächlichen Medienöffentlichkeit.

Ein großer Film; humorvoll und dennoch ergreifend, intellektuell wie emotional überzeugend, hält er die Spannung zwischen Skepsis und Glaube, Verurteilung und Vergebung offen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Äußerst gelungen, 2. März 2014
Von 
opernfan - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Philomena (DVD)
S. Frears läuft in diesem Film wieder zur alten Höchstform auf. Wie es ihm gelingt, dieses eigentlich sehr "schwere" Thema wunderbar in Balance zu halten zwischen Tragik und Komik, ist äußerst sehenswert.
Erzählt wird die Geschichte von Philomena (eine wahre Geschichte!), die in den 50ern ungewollt schwanger wird und bei den "unbarmherzigen Schwestern" in Irland landet, die ihr das Kind dann letztlich wegnehmen und zur Adoption freigeben. Ihre Suche nach dem verlorenen Sohn 50 Jahre nach dieser "Untat" - gemeinsam mit einem eher zynischen Reporter - bietet die Grundlage dieses warmherzigen Films, der letztlich auch ein road movie ist, in dem sich zwei sehr unterschiedliche Charaktere - hier die warmherzige, etwas einfach gestrickte Philomena mit einer Schwäche für Kitschromane, dort der zynische Oxbridge Journalist - zusammenraufen müssen, um einmal mehr festzustellen, wie herzlos und verbohrt die Kirche bis zum heutigen Tag sein kann. Und so zeigt uns der Film, wie die Opfer der "Verbrechen" im Namen der Kirche mehr Herz und Größe entwickeln, wie die gesamte Institution Kirche.
Neben der wunderbar ausbalancierten Regie lebt der Film v.a. auch von dem Schauspiel der überragenden J. Dench. Wie sie ihrer Rolle Würde und Tiefe verleiht, ist atemberaubend. Ganz großes Theater.
In der Summe ein bewegender, nie zu schwerer Film, der seiner wunderbaren Hauptdarstellerin viel Raum lässt und damit der (realen!) Figur ihre Würde wiedergibt. Es ist ein Film wider das Vergessen und Verdrängen, der zeigt, dass letztlich nur das Hinschauen zur wahren Vergebung führen kann. Diese findet aber nicht bei der Kirche statt. Insofern auch ein (bitteres!) Lehrstück für selbige: einfache Menschen haben mehr Größe und Herz als es der Anspruch der Kirche offensichtlich je vermöchte….
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klasse!, 21. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Philomena [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich komm gerade aus dem Kino und fand den Film sehr bewegend.Sehenswert!Für diesen Film lohnt sich der Weg ins Kino.Die beiden Hauptdarsteller sind machen ihre Sache sehr gut!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Suche, 7. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Philomena (DVD)
Stephen Frears hat ein warmherziges Drama abgeliefert, das auf einer wahren Begebenheit beruht und das hauptsächlich von der titelgebenden Hauptfigur Judi Dench ausdrucksstark getragen wird.
Nach 50 Jahren sucht eine Mutter ihren Sohn, den die Nonnen ihr damals, weil sie unverheiratet war, weggenommen und verkauft haben. Die ‘unbarmherzigen‘ Magdalen Sisters, die jedes Kind in Irland kennt, werden erwähnt und eine Assoziation zum Film von Peter Mullen drängt sich auf.
Die gemeinsame Suche mit dem Journalisten Martin (Steve Coogan) ist ein Roadmovie, das vom Gegensatz der beiden Hauptfiguren lebt. Alter, Geschlecht und Bildung können kaum unterschiedlicher sein. Darauf basiert der Witz der Dialoge. Und das verhindert wiederum, dass es eine Herz-Schmerz-Geschichte wird. Außerdem nimmt der Handlungsverlauf immer wieder neue, unerwartete Wendungen und macht das ganze Unternehmend zusehends spannend.
Frears spart nicht mit Kritik an der katholischen Kirche. Doch weil Philomena lange Zeit eine gläubige Christin war, versucht sie immer wieder mit verständnisvollen Gegenargumenten die kirchliche Position zu verteidigen. Der Szene im Beichtstuhl erhält da eine zentrale Bedeutung für ihren Sinneswandel.
Und selbst nachdem fast alles geklärt und das Schicksal des Sohnes erforscht ist, legt Frears noch eine emotionale Schippe menschlicher Größe drauf. Das irische Symbol der Harfe führt Philomena und Martin nochmals in das Kloster des Grauens zurück. Die damals verantwortliche Schwester zeigt keinerlei Gesinnungsänderung und beharrt auf ‘Sünde‘. Philomena kann ihr schweren Herzens vergeben.
Damit erhält eine zentrale Aussage des Films eine generelle Bedeutung: Verzeihen ist einen Eigenschaft, die nur der Mensch hat und die wertvoller ist als Rache und ideologischer Starrsinn.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ergreifende Geschichte, die den Zuschauer auch mit einem Kopfschütteln zurück lässt, 3. April 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Philomena (DVD)
Am Tag des 50. Geburtstages ihres Sohnes, der ihr Anfang der 50ger Jahre von den Nonnen weggenommen wurde, möchte Philomena endlich wissen, was aus ihrem Sohn, Anthony, geworden ist. Einst wurde er in die USA verkauft, nachdem Philomena ungewollt schwanger geworden war, das Kind in einem irischen Kloster zur Welt gebracht hatte und als Strafe dafür vier Jahre in der hauseigenen Wäscherei sich abplacken musste.

Nun als ältere Dame verpflichtet sie Martin Sixsmith, der gerade arbeitslos geworden ist und keine Idee, was er mit seinem Leben anfangen sollte, mit ihr zu versuchen herauszufinden, was aus ihrem Sohn geworden ist. Die Nachforschungen führen beide in die USA.

Judy Dench spielt ihre Rolle hervorragend, nie wird sie rührselig, obwohl die Geschichte manch einen Anlass dazu böte. Sie verurteilt niemanden, auch nicht die Katholische Kirche, obwohl auch hier genügend Gründe vorliegen könnten. Eine sehr einfache, aber weise Frau. Ihr gegenüber steht der Journalist Sixsmith, der mit dem Glauben an Gott gar nichts im Sinn hat. Erfreulicherweise wird er bis zum Schluss nicht weich und lässt sich etwa bekehren, sondern bleibt seinen Glaubensgrundsätzen treu. So wie auch Philomena ihren Überzeugungen treu bleibt. Trotzdem haben beide sich sehr viel zu geben. Wunderbar gespielt. Ein wunderbarer Film, der glücklicherweise nicht in Rührseligkeit ertränkt wird.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bedenklicher Umgang mit Menschen im Namen des "Glaubens", 23. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Philomena [Blu-ray] (Blu-ray)
Philomena Lee (Judi Dench) gesteht ihrer baffen Tochter, dass sie einst einen Bruder hatte. Philomena hatte damals einen jungen Mann auf einer Kirmes kennengelernt. Die beiden verliebten sich schnell und schliefen miteinander. Allerdings hatte sie niemand aufgeklärt und so gebar sie einen Sohn. Philomena landete im Kloster. Sie musste ihre "Sünden" und die Entbindung unter der Aufsicht der strengen Nonnen abarbeiten. Aus dem Klostereigenen Kindergarten wurden den dort malochenden Müttern, die dort Sklavendienste im Akkord in einer 7-Tage-Woche ableisteten nur gestattet, ihre Kinder eine einzige Stunde lang zu sehen. Das hinderte das Kloster allerdings nicht daran, die Kinder zu verscherbeln. Immer wenn ein dickes Auto vorfuhr wusste man, dass erneut ein Kind abgeholt würde. Als eines Tages eines vorfuhr wusste Philomena, dass es dieses Mal die Tochter ihrer Freundin erwischt. Allerdings hat man gleich noch ihren Sohn mitgenommen. Sie hat ihn nie wiedergesehen. Das Kloster mauert. Zunächst widerwillig hilft ihr der Ex-BBC-Reporter Martin Sixsmith (Steve Coogan). Man findet unglaubliches heraus...

Grandios gespielt wird hier eine wahre Geschichte aufgetischt, die ähnlich den fundamentalistischen Glaubensrichtungen nur mit Kopfschütteln begegnet werden kann. Anstatt aufzuarbeiten und zu helfen wird gemauert, vertuscht, gelogen und mit menschlichen Schicksale gespielt. Schließlich wird den Opfern noch eingeredet, sie seien die Täter und im Hintergrund wurde noch dick auf den Rücken der Mädchen die Kohle reingefahren. Eine riesige Sauerei. Klasse Film mit einer überragenden Judi Dench.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein super Film total empfehlenswert , leider in so wenigen kinos, 3. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Philomena (DVD)
Philomena ist es sehr schönen Film der zeigt welche Macht die Kirche (nicht nur in Großbritannien) auf die Schwester hat.
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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Späte Vergebung, 5. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Philomena (DVD)
(Kinoversion)

Stephen Frears, der uns so wundervolle Filme wie "Gefährliche Liebschaften", "High Fidelity" und "The Snapper" beschert hat, bleibt mit seinem aktuellen Film "Philomena" ein wenig hinter den Erwartungen zurück, die man in einen Regisseur seines Formates gesetzt hat. Die besten Geschichten schreibt ja angeblich immer noch das Leben, aber manchmal sind diese einfach nicht so filmtauglich, wie man vermuten könnte. Bei "Philomena" jedenfalls ist das so. Es geht um eine Frau, die es in ihrem Leben nicht leicht gehabt und der man ihr Kind weggenommen hat, welches sie Dekaden später zu suchen beginnt. Es geht um gierige und grausame Nonnen im katholischen Irland der 50er Jahre und um einen desillusionierten Journalisten, der seine Karriere durch die Suche nach dem verlorenen Sohn wieder etwas vorantreiben kann. Das Ganze verteilt sich auf relativ unspektakuläre 98 Minuten, in denen es meist sehr betulich zugeht, so dass es nur eine Handvoll komischer und auch tragischer Momente gibt, die einem eine emotionale Reaktion entlocken können. Das überschwängliche Kritikerlob vermag sich mir einmal wieder nicht zu erschließen, einzig Judi Dench als Hauptdarstellerin liefert wie üblich perfekt ab und sticht somit aus einem mittelmäßigen Drama positiv hervor.

Irland, Anfang der 50er Jahre: die junge Philomena wird ungewollt schwanger und wird von ihrem strenggläubigen Vater ins Kloster geschickt. Dort entbindet sie ihren Sohn Anthony, mit dem sie fortan im Kloster lebt. Sie muss hart arbeiten und viel beten, damit ihr ihre Sünden vergeben werden und sie Kost und Logis, die ihr die Nonnen gewähren, abarbeiten kann. Eine Stunde pro Tag darf sie ihren Sohn sehen und diese eine Stunde ist die glücklichste des ganzen Tages für sie. Doch eines Tages, Anthony ist gerade einmal drei Jahre alt, wird er Philomena weggenommen und von einem amerikanischen Ehepaar adoptiert. Auch 50 Jahre später ist Philomenas (Judi Dench, "Best Exotic Marigold Hotel") Schmerz über den Verlust des Sohnes nicht verheilt, so dass sich ihre Tochter der Sache annimmt und Philomena mit dem Journalisten Martin Sixsmith (Steve Coogan, "Ruby Sparks") zusammenbringt, der sich bereit erklärt, Philomena bei der Suche nach ihrem Sohn behilflich zu sein. Nach einigen fruchtlosen Recherchen in Irland machen sich die Zwei auf nach Washington, da Philomenas Sohn dort leben soll. Es bleibt abzuwarten, ob die Suche nach Anthony wirklich erfolgreich sein wird…

Die knapp 70jährige Philomena Lee war dieses Jahr bei der Oscarverleihung zugegen, wo "Philomena" für vier Oscars nominiert war, unter anderem für den für die beste Hauptdarstellerin und den für den besten Film. Gewonnen hat "Philomena" bei den Oscars nicht, und wenn man nach 98 Minuten aus dem Kino kommt, weiß man auch, warum. Die Geschichte ist einfach zu schlicht und wird von Regisseur Frears so unspektakulär und behäbig erzählt, dass man das Drama, das dieser Geschichte innewohnt, kaum wahrnimmt. Ein paar erschütternde Momente gelingen Frears zwar durchaus, aber für 98 Minuten ist das einfach zu wenig, um mehr als punktuelle Empathie für Schicksale und Protagonisten aufbringen zu können. Auch die komischen Momente, die aus der ungewöhnlichen Beziehung einer älteren "Working Class"-Frau und einem gebildeten Journalisten entspringen, bleiben fragmentarisch und können so nur selten zur Erheiterung beitragen. Hier wäre definitiv mehr drin und auch erforderlich gewesen, um den Zuschauer emotional an die Charaktere zu binden. Nun gut, vermutlich hat Frears sich eng an Philomenas wahre Lebensgeschichte gehalten, und das war wahrscheinlich meistens nicht sonderlich komisch. Ein wenig mehr Mut zu künstlerischer Freiheit hätte dem Film dennoch gut getan.

Auch verständliche Emotionen (des Zuschauers) wie Wut kommen bei "Philomena" selten auf, was nicht nur an Frears' distanzierter Regie, sondern auch an Philomenas Einstellung liegt. Man weiß nie genau, ob die Reaktionen dieser Frau auf Einfältigkeit oder nahezu grenzenloser Güte beruhen. Schlussendlich ist Beides nicht wirklich nachvollziehbar, auch, wenn Philomenas Großmut ehrenvoll ist.

Abgesehen von den emotionalen Defiziten fehlt es dem Film sowohl an Tempo als auch an Spannung. Gemächlich schreitet die Suche von Philomena und Sixsmith voran, und dann geht es auf einmal nur mit einem Mausklick ganz schnell, nur um daraufhin wieder in das betuliche Erzähltempo von vorher zu verfallen. Und auch, als alle Fakten endlich auf dem Tisch liegen und man zumindest auf einen emotionalen Schlussakkord hofft, bleibt einem dieser aufgrund Philomenas Persönlichkeit verwehrt. Es ist ja durchaus ehrenvoll, der wahren Person hinter dem Filmcharakter möglichst nahe kommen zu wollen, aber eine etwas mutigere Dramaturgie hätte dem Film eindeutig besser gestanden. Denn leider wird auch das humoristische Potenzial, das diese beiden gegensätzlichen Charaktere anbieten, nur sehr selten thematisiert, geschweige denn ausgeschöpft. Und auch der Erzählstrang um die geldgierigen Nonnen und ihr verabscheuungswürdiges Handeln bleibt erschreckend oberflächlich und ohne jegliche Konsequenzen. Schlussendlich muss man wohl sagen, dass das Leben der echten Philomena für die ganz große Leinwand doch zu beliebig und unspektakulär ist, um wirklich fesseln und interessieren zu können.

Darstellerisch zumindest ist Stephen Frears absolut nichts vorzuwerfen. Steve Coogan, der das Drehbuch zum Film beigesteuert hat und ebenfalls als Produzent fungiert, spielt den leicht arroganten Journalisten mit typisch britischer Zurückhaltung, um Judi Dench uneigennützig die Bühne zu überlassen. Und diese brilliert in der Rolle der naiv-einfältigen Philomena, die das Herz auf dem rechten Fleck hat und manchmal wunderbar scharfsinnig sein kann. Besonders die Momente der wortlosen Trauer und Verzweiflung gelingen Dench hervorragend, feinste emotionale Veränderungen zeichnen sich ausdrucksstark in ihrem Gesicht ab und gehören zu den besten Momenten des Films. Der restliche Cast verschwindet als souveräne Nebendarsteller in einem, man muss es so sagen, Judi-Dench-Film.

"Philomena" ist weit weniger erschütternd, emotional und spannend, als man vermutet hätte. Die Geschichte wirkt zu beliebig und ist zu zurückhaltend inszeniert, um wirklich nachhaltig beeindrucken zu können. Vorstellbare große Emotionen bleiben hier weitestgehend aus, wodurch die Sicht auf die behäbige und distanzierte Inszenierung frei wird. Zu wenig Dramatik und Emotion, zu wenig Humor und kaum spannend erzählt, bleibt "Philomena" leider in dramaturgischer Mittelmäßigkeit hängen. Einzig Judi Dench sticht mit ihrer großartigen Darstellung aus der Beliebigkeit heraus. Insofern ganz knappe drei von fünf Lebensgeschichten, die nicht unbedingt hätten verfilmt werden müssen.
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Philomena
Philomena von Stephen Frears (DVD - 2014)
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