Kundenrezensionen


8 Rezensionen
5 Sterne:
 (5)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als Richard Dawkins!
Dieses Buch kann ich nur empfehlen. Es versetzt einen in die Lage, zumindest rein vorstellungsmässig die Evolution unseres Bewusstsein von den ersten Anfängen an nachzuvollziehen. Darwin selbst hätte damit seine Freude gehabt, da er selbst es noch für unmöglich hielt, die einzelnen Stufen von den ersten Primaten hin zu den geistigen...
Veröffentlicht am 30. Januar 2009 von Amara Gunatilaka

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Seichte Lektüre
Für den evolutionsbiologisch Interessierten gibt dieses Werk wenig her - die Verhaltensökologie der Primaten (vor allem des Gibbons) wird anekdotisch und teilweise humoristisch beschrieben um menschliche Verhaltensweisen zu erklären (auch solche, die sich einer simplen Erklärung per Artvergleich entziehen): verglichen mit den seriösen Titeln auf...
Veröffentlicht am 2. Juni 2010 von Simone


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Seichte Lektüre, 2. Juni 2010
Für den evolutionsbiologisch Interessierten gibt dieses Werk wenig her - die Verhaltensökologie der Primaten (vor allem des Gibbons) wird anekdotisch und teilweise humoristisch beschrieben um menschliche Verhaltensweisen zu erklären (auch solche, die sich einer simplen Erklärung per Artvergleich entziehen): verglichen mit den seriösen Titeln auf diesem Gebiet (etwa von Sarah Blaffer Hrdy, deren Arbeiten nicht einmal im Literaturverzeichnis erwähnt werden) ein eher enttäuschender Band.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als Richard Dawkins!, 30. Januar 2009
Dieses Buch kann ich nur empfehlen. Es versetzt einen in die Lage, zumindest rein vorstellungsmässig die Evolution unseres Bewusstsein von den ersten Anfängen an nachzuvollziehen. Darwin selbst hätte damit seine Freude gehabt, da er selbst es noch für unmöglich hielt, die einzelnen Stufen von den ersten Primaten hin zu den geistigen Fähigkeiten des heutigen Menschen Schritt für Schritt zu beschreiben. Dass dabei am Ende ausgerechnet der Gorilla, der bislang weitgehend vernachlässigt wurde, sich als das trotz genetischer Nähe zum Schimpansen klar bessere Modell der Menschwerdung herausstellt, ist nur eine der vielen Überraschungen,
denen man in diesem Buch zusätzlich zu seinen attraktiven Abbildungen (in Farbe) begegnet.
Eine weitere Besonderheit ist die Wiederentdeckung von Freuds Theorie vom Es, Ich und Über-Ich und ihres engen Bezugs zur modernen evolutionären Interpretation menschlichen Verhaltens, was inzwischen auch immer stärker empirisch untermauert wird. Nicht zuletzt erfährt man dann noch auf plausible Weise, wie animistische Vorstellungen ganz allgemein und später bewusst ausformulierte religiöse Ideen im Speziellen aus Vorstufen bei Menschenaffen entstanden sein dürften und dies noch dazu ohne die allzu ätzende und letztlich weitgehend kontraproduktive Polemik eines Richard Dawkins, der darüber hinaus offensichtlich noch gar nicht bemerkt hat, dass die neuzeitlichen Tempel" der Wissenschaft genannt Universitäten" selbst auch nichts anderes sind als direkte Ableger der hochheiligen Institutionen der römisch-katholischen Kirche, wenn auch mit inzwischen etwas modifiziertem Tätigkeitsbereich. Über deren primär auf kausalen Einsichten in die Welt basierenden Erfolg wird man am Ende des Buches aufgeklärt, wobei überrascht, wie relativ spät in der Entwicklung der einzelnen Wissenschaften deren letzte anthropomorphe Reste (vgl. Einstein: Gott würfelt nicht!") verschwanden. In Summe ergibt sich ein befreiender Effekt mit Langzeitwirkung, vielleicht sogar für manchen (noch) gläubigen Menschen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzweilige Darstellung zur Evolution des menschlichen Bewusstseins, 21. Mai 2010
Von 
Lulu "Lena" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Der Autor stellt dar, in welchen Schritten das menschliche Bewusstsein auf evolutionäre Weise entstanden sein könnte. Die Darstellung ist kurzweilig und auch leicht zu lesen. Allerdings sind manche Aussagen hypothetisch, ohne dass dies immer klar genug herausgestellt wird.

Ich habe lange überlegt, ob ich aufgrund der doch recht problematischen Darstellung der Evolutionstheorie - speziell im Abschnitt "Die zehn Gebote der Evolutionstheorie" - ein paar Punkte abziehen sollte.

Da heißt es beispielsweise: "Aus der offensichtlichen Abwesenheit eines intelligent, d.h. vorausschauend agierenden Designers folgt auch schon die einfachste und doch allerwichtigste Grundregel der Evolution. Jede Änderung eines Organismus muss notwendigerweise vollkommen zufallsartig vonstatten gehen, da das zusätzliche Wissen, das gewonnen werden soll, genau aus diesem Grund noch nicht vorhanden sein kann (Heschl 1990). Wäre nämlich eine gerichtete, das heißt durch ein intelligentes Wesen angeleitete Änderung möglich, dann müsste dies grundsätzlich für alle weiteren Evolutionsschritte genauso gelten. Allwissenheit gekoppelt mit Unsterblichkeit wäre dann die unvermeidliche logische Konsequenz. Aus diesem Grund hätten beispielsweise Menschen rein theoretisch schon vor vier Milliarden Jahren, also kurz nach der Entstehung beziehungsweise 'Erschaffung' des Lebens, entstehen können."

Ich finde, man sollte in der Auseinandersetzung mit der Intelligent Design-Bewegung wenigstens auf deren Niveau argumentieren, und das wird hier nicht getan. In der Tat ist es wenig wahrscheinlich, dass Lebewesen selbstständig und gerichtet völlig neue Lebensfunktionen erfinden. Stellen wir uns vor, es gäbe noch keinerlei Musik auf der Erde. Wie sollte dann ein Lebewesen die Musikalität erfinden können, d.h. eine Fähigkeit für etwas, was noch überhaupt nicht existiert, und was dieses Wesen nicht einmal denken kann?

Auf der anderen Seite: Mittlerweile ist der genetische Code sehr weit entschlüsselt und Forscher beginnen bereits damit, die ersten einfachen Lebewesen (Bakterien) mit frei erfundenen genetischen Codes zu konstruieren. Man hofft dabei, solche Wesen könnten vielleicht später einmal ganz bestimmte wichtige Aufgaben erfüllen (z. B. ölverschmutzte Meere ohne (?) Nebenwirkungen reinigen). Warum sollte man dann nicht auch herausfinden können, dass z. B. bestimmte Gene eine viel bessere Anpassung an höhere Außentemperaturen bewirken. Würde eine solche generelle Temperaturzunahme auf der Erde tatsächlich wahrscheinlich sein, dann könnte die Menschheit die dafür erforderliche genetische Anpassung gezielt vorwegnehmen.

Ein wenig dazu zählen könnte man auch die vorausschauende Reaktion auf einen Kometen, der vielleicht in 50 Jahren auf die Erde treffen und alles höhere Leben vernichten würde. Es ist denkbar, dass die Menschheit schon heute in der Lage wäre, das Himmelsobjekt noch rechtzeitig aus der Bahn zu drängen. Dann hätte sie auf gezielte, vorausschauende und vor allem auch intelligente Weise Eingriff in die Evolution auf der Erde genommen.

Doch es geht noch weiter. Zur natürlichen Selektion heißt es im Buch wenig später: "Ab diesem Punkt setzt das zweite 'Gebot' der Evolutionstheorie ein und das ist die natürliche Auslese oder Selektion. Charles Darwin hat ihre Wirkung als Erster entdeckt und sie zum zweiten zentralen Grundpfeiler der heutigen Evolutionstheorie gemacht. Obwohl im technischen Fachjargon etwas bombastisch als 'differentielle Reproduktion' bezeichnet, ist ihr Wesen einfach zu verstehen: Jene Organismen, die sich langfristig am stärksten vermehren, setzen sich in der Evolution durch. Schlaue Gemüter aus der philosophischen Ecke haben an dieser Formulierung auch gleich eine nichtssagende Tautologie (...) erkannt, die angeblich nichts erklärt, und in der Tat ist sie auch nicht viel mehr als eine einfache, rein zahlenmäßige Selbstverständlichkeit. Je mehr Nachwuchs ein bestimmter Organismus in die Welt zu setzen vermag und je mehr von diesem Nachwuchs sich wiederum selbst vermehrt, umso stärker wird das Wesen dieses Organismus in Form seiner Gene in der Population vertreten sein. Dieser Zusammenhang ist so einfach, dass er von jedermann verstanden werden kann, auch ohne viel Mathematik."

Nur leider nicht vom Autor selbst. Denn ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil der natürlichen Selektion ist, dass die Auswahl (Selektion) der Individuen (aufgrund der höheren Reproduktionsrate) nicht rein zufällig ist, sondern auf bestimmten (genetischen) Eigenschaften beruht. Aus diesem Grund heißt es auch "Survival of the Fittest". Man trifft nur deshalb solch problematische Darstellungen der natürlichen Selektion, wie die des Autors, unter Biologen recht häufig an, weil in der Populationsgenetik Fitness üblicher- und leichtsinngerweise als relativer Fortpflanzungserfolg definiert wird. Dann würde - bei einer Übertragung einer solchen Begrifflichkeit auf die Evolutionstheorie - 'Survival of the Fittest' nur noch eine Tautologie sein: Es überleben die, die die meisten Nachkommen hinterlassen.

Die natürliche Selektion bedarf zwingend eines Bezugs zur Umwelt, und so wurde sie auch von Darwin - als nichttautologisches - Evolutionsprinzip formuliert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darwins Traum: die Entstehung des menschlichen Bewusstseins, 14. Januar 2009
Das Buch ist in einem erstaunlich gut lesbaren Stil, ja fast "Plauderton", geschrieben und Heschl verliert dabei aber nie die nötige Präzision. Der Autor führt eine Reihe von alltäglichen Erlebnissen im Lichte der Evolutionstheorie vor, sodass man die evolutionäre Entwicklung der Bewusstseinswerdung praktisch fast miterleben kann.

Dass wir mit den Affen ein starkes genetisches Naheverhältnis haben, beruhigt mich im Lichte der Evolution ungemein. Wir sind nicht alleine als so genannte "Kronen der Schöpfung" auf dieser Erde unterwegs, sondern ein besonders selbstbewusster Zweig des Ganzen. Mit dem Wissen der dargestellten Behauptungen und Schlussfolgerungen kann man auch viele mystische Zwänge (religiöse Forderungen) sehr viel entspannter betrachten.

Also, das Buch ist sowohl für jeden Anhänger der Evolutionstheorie, als auch für die religiös motivierten Menschen eine spannende und unterhaltende Lektüre.

Kaufen und lesen!
Gerhard
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Packend und nachvollziehbar, 29. August 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Heschl gelingt es, dem Leser die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins geradezu "handgreiflich" zu machen - warum "handgreiflich" erklärt sich dem Leser schon auf den ersten Seiten wenn der Autor darlegt, wie grundlegend alles mit dem Bewußtwerden der Hand bei den Tieraffen beginnt. Das Buch ist recht umfangreich, Gott sei Dank auch immer wieder redundant, so dass wichtige Gedankengänge häufig wiederholt werden. Heschl schreibt sehr verständlich und packend, scheut aber auch vor plakativen Vergleichen nicht zurück. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der sich für die Evolutionstheorie im Allgemeinen und für die Evolution des Phänomens Bewusstsein im Speziellen interessiert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Darwins Traum, 20. April 2009
Das der Mensch mit den Menschenaffen eng verwandt ist steht seit vielen Jahren außer Frage, auch wenn es immer wieder einige Gruppen von Menschen gibt, die dieses bestreiten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass unser wissenschaftliches Interesse in einem hohen Maße unseren nahen Verwandten gilt und es somit immer wieder neue Erkenntnisse in der Primatenforschung gibt, die auch ein wenig Licht in unsere Abstammungsgeschichte bringen. Mittlerweile lassen sich Erkenntnisse aus den verschiedenen biologischen Disziplinen wie Molekularbiologie, Ökologie, Neurobiologie und Verhaltensbiologie miteinander verknüpfen und fügen sich zu einem großen Ganzen zusammen.

Auch Adolf Heschl verbindet in seinem Buch 'Darwins Traum ' Die Entstehung des menschlichen Bewusstseins' die verschiedenen neuen Erkenntnisse in der Primatenforschung, die in den unterschiedlichen biologischen Disziplinen errungen wurden. Er führt in das Thema ein, indem er die 10 Gebote der Evolutionstheorie erläutert, so dass auch der Leser, der nicht detailliert mit der Entstehung der Arten vertraut ist einen Überberblick bekommt, worum es überhaupt geht. Die Wichtigkeit der Sinne wird erläutert, denn wie kann sich ein Bewusstsein seiner selbst entwickeln, wenn man sich nicht wahrnehmen kann? Mit dem Sehsinn war es möglich seine Hände zu entdecken und somit sich dieser überhaupt bewusst zu werden. Durch die visuelle Kontrolle der Hände wiederum ergab sich die Möglichkeit Werkzeuge zu benutzen und durch das Selbstbewusstsein konnte man Fremdbewegungen nachahmen uns somit Verhaltensweisen kopieren. Um aber Verhaltensweisen kopieren zu können muss ein gewisses Maß logischen Denkens vorhanden sein, da der Primat sich mit mehreren Dingen gleichzeitig oder kurz nacheinander beschäftigen und sich vorstellen muss, wie es wäre in der Position des Beobachteten zu sitzen. Somit besitzen Primaten die Fähigkeit des Abstrahierens bis zu einem gewissen Grad. Auch andere Gegenstände werden von Menschenaffen gerne genau untersucht und dies auch aus verschiedenen Perspektiven. Junge Menschenaffen zeigen ein ausgeprägtes Spielverhalten, dies fördert die Entwicklung von Intelligenz und Selbstbewusstsein genau wie es auch beim menschlichen Nachwuchs der Fall ist.
Vor allen Boden lebende Primaten hatten genug Material, welches sie als Werkzeug benutzen konnten. Am Boden zu leben brachte den Vorteil eine neue ökologische Nische zu besetzen aber auch den Nachteil eines höheren Feinddrucks. Durch diese Umstände ergaben sich größere Gruppen, die gegenüber Feinden wehrhafter waren. So entwickelten sich neue Sozialstrukturen mit familiären Beziehungen der einzelnen Gruppen- oder Familienmitglieder. Durch den sich entwickelnden aufrechten Gang war auch der Blick auf die Füße frei und nach und nach setzte ein Bewusstsein des gesamten Körpers ein. Menschenaffen erkennen ihr eigenes Spiegelbild, da sie sich durchaus über ihren gesamten Körper bewusst sind
Die Menschwerdung geschah mit dem Verlassen des Regenwaldes, da nun ganz neue Hindernisse überwunden werden mussten. So waren weite offene Flächen zu überqueren, die auf Grund von Raubtieren äußerst gefährlich waren. Neue Erkenntnisse führen zu der Annahme, das der erste Mensch aufrecht ging und mit einem Stock bewaffnet war um sich vor Raubfeinden zu schützen, da er durch den aufrechten Gang recht langsam war. Von diesem ersten Vorfahren dem Salenthrops und dessen agieren mit seiner Umwelt lassen sich auch unsere heutigen Verhaltensweisen und Sozialstrukturen erklären und ableiten.

Das Buch lässt sich grob in zwei Teile aufteilen. In dem ersten geht es darum, wie Bewusstsein überhaupt entstand und was für äußere Einflüsse dafür nötig waren. Um dies genau und verständlich zu erläutern geht der Autor zuerst auf die Tieraffen ein und beschreibt die Entwicklung hin zu den Menschenaffen bis zu den ersten Menschen und dann letztlich des heutigen Menschen selbst. Dabei werden immer mal Querverweise zu anderen Tieren wie Katzen und Hunden gezogen um Beschriebenes genauer zu erklären. Die Entdeckung von eigenen Körperteilen wie der Hand oder des Fußes wird genau erläutert und damit die Entdeckung des eigenen Ich beschrieben. Ausführlich und mit netten und lustigen Vergleichen zu dem heutigen Menschen wird so langsam die Evolution vom Tieraffen zum Menschen erklärt. Durch einen erfrischenden Schreibstil wird das Buch trotz viel Wissenschaft auch für den nicht Evolutionsbiologen nicht langweilig und verführt den Leser immer mal wieder zu einem Grinsen, das sich einfach nicht verkneifen lässt. Für einen nicht Biologen könnte das Buch an einigen Stellen recht schwer zu verstehen sein, da doch die Kenntnis einiger biologischer Begriffe vorausgesetzt wird. Sehr ansprechend ist, dass nicht nur auf einen bestimmten Teil der Biologie eingegangen wird, sondern dass tatsächlich die Erkenntnisse aus verschiedenen Gebieten verknüpft werden und das Buch somit sehr fächerübergreifend ist. So wird zum Beispiel mehrfach erklärt, welcher Teil des Gehirns für welche Verhaltensweisen zuständig ist und warum es ganz logisch ist, dass eine bestimmte Verhaltensweise eine andere nach sich zieht, da ja die Gehirnareale direkt nebeneinander liegen.
Der zweite Buchteil geht auf die Verhaltensweisen, Sozialstrukturen und Ritualte des heutigen Menschen ein, ohne jedoch die Menschenaffen gänzlich außen vor zu lassen. Hier hat der Leser immer mal wieder einen 'aha' Moment, der zum grübeln anregt. So ist uns die Angst vor den Raubkatzen und anderen Feinden des ersten Menschen bis heute geblieben und drückt sich in Dämonenbildern und Abbildungen vom Teufel aus. Auch die Angst vor Dunkelheit, Ertrinken und Abstürzen sind aus Sicht des Autors noch Relikte aus der Zeit des ersten Menschen. Aber auch unsere Begeisterung für offene Landschaften und Plätze mit guter Übersicht werden von dem Autor in diese Zeit zurückgeführt. Für den Leser ist es sehr spannend sein eigenes Verhalten anhand dieser Erläuterungen zu analysieren und vielleicht auch das Verhalten von Menschengruppen genauer zu betrachten und Parallelen zu unseren Vorfahren zu finden. Der Autor geht auf unsere heutigen Sozialstrukturen aber auch auf Religion ein und versucht diese im Rahmen der Evolutionstheorie zu erklären. Gerade so für den Naturwissenschaftler unerklärliche Dinge wie Religion werden verständlich aber auch, dass PS starke Autos bei der männlichen Bevölkerung so beliebt sind lassen sich anhand der Evolution erklären.

Abschließend lässt sich ganz klar sagen, dass dieses Buch keineswegs ein reines Lehrbuch ist, sondern dass es durch den lockeren Schreibstil des Autors einen sehr unterhaltsamen Charakter hat. Das Lehrreiche kommt jedoch keineswegs zu kurz, sondern wird durch nette Anekdoten aufgelockert und oftmals auch verständlicher. Auch soll nicht nur die Evolution des Menschen beleuchtet werden. Denn das Buch geht darüber hinaus und lässt den Leser verstehen, warum er sich verhält wie er es eben tut und macht auch der Verhalten der Mitmenschen klarer.
Dem Autor ist es gelungen verschiedene Disziplinen der Biologie miteinander zu verbinden, wenn auch das Hauptaugenmerk auf der Evolutionsbiologie liegt.
Auch wenn das Buch in einen frischen Stil geschrieben wurde ist es dennoch keine leichte Lektüre und muss aufmerksam gelesen werden. Es eignet sich also nicht als Lektüre für zwischen durch.
Das Buch ist etwas für Personen, die an der Evolution des Menschen interessiert sind, denen aber ein reinen Lehrbuch zu trocken ist und die gerne auch ein wenig über den Horizont der Evolutionsbiologie hinaus lesen wollen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Faszinierende, leicht zu lesende Einführung, 30. März 2009
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch ' der Klappentext und die sonstigen Beschreibungen hatten mich neugierig gemacht.
Ich wurde nicht enttäuscht: 'Darwins Traum' bietet eine faszinierende, fundierte und gleichzeitig gut zu lesende Einführung in die Evolutionsgeschichte, die mit Erkenntnissen aus den verschiedensten Fachbereichen (neben der Biologie z. B. auch der Psychologie) zu packen weiß.
Das Buch ist ansprechend gestaltet ' schon der Einband ist farbenfroh, und beim Durchblättern sieht man, dass der Text größtenteils durch Bilder aufgelockert ist.
Das Inhaltsverzeichnis ist ein bisschen klein geraten und dadurch etwas unübersichtlich; meiner Meinung nach sollten die Seitenzahlen außerdem nicht gleich bei den Überschriften stehen, da das ebenfalls den Überblick erschwert.
Der Rest des Buches ist jedoch übersichtlicher strukturiert, z. B. sind die jeweiligen Kapitel auch am unteren Seitenrand angegeben.
Die enthaltenen Bilder sind gut und treffend gewählt ' sie unterstreichen das im Text Gesagte. Viele der Bilder machen z. B. auf ausdrucksstarke Weise Ähnlichkeiten im Verhalten von Affen und Menschen deutlich.
Es hat mir aus mehreren Gründen viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen: Zum einen finde ich es ganz allgemein ein sehr spannendes Thema, wie wir Menschen uns entwickelt haben. Zum anderen war es überwältigend zu lesen, welche Gemeinsamkeiten es zwischen Affen und Menschen gibt ' sei es in der Körpersprache, der Kommunikation'
Ich kann mir außerdem gut vorstellen, dass ich Wissen aus diesem Buch später als Lehrerin im Unterricht einbringen kann (die Beschäftigung mit so einer interessanten und im wahrsten Sinne lebensnahen Thematik kann denke ich auch für Schüler aufschlussreich sein; ich glaube da lassen sich viele Berührungspunkte für Biologie, Psychologie und z. B. Philosophie finden).
Des Weiteren hat mir gefallen, dass das Buch sich meist einer einfachen Sprache bedient ' man muss sich nicht mit kompliziertem Fachjargon herumschlagen; leicht verständliche Beispiele z. B. aus dem Leben der Affen, vermitteln eine plastische Vorstellung der beschriebenen Zusammenhänge.
Ein gelungener Beitrag zum Darwin-Jahr!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Darwins Traum von Adolf Heschl, 18. März 2009
Das Buch besteht aus einem Vorwort, 35 Kapiteln und im Anschluss findet man Literaturempfehlungen, eine Auflistung interessanter Seiten im Internet, den Bildnachweis und einem Stichwortverzeichnis.

Auf diesen gut 400 Seiten schafft es Herr Heschl sehr gut dem Leser die Entstehung unseres menschlichen Bewusstseins näher zu bringen. Schritt für Schritt wurde diese 'Geschichte' niedergeschrieben. Der Autor kommt auf Zusammenhänge (z.B. der Gorilla ist dem Menschen ähnlicher wie die Schimpansen und viele andere die ich hier nicht verraten möchte) die vorher von nur wenigen Menschen angesprochen wurden und wohl von noch weniger Menschen veröffentlicht wurden ' zumindest sind mir persönlich viele Sachen einfach unbekannt. Er führt aber genauso auch ganz alltägliche Erlebnisse an und beschreibt was diese mit der Evolutionstheorie zu tun haben. Besonders Interessant fand ich persönlich das Kapitel 'Wozu überhaupt miteinander reden?'. Herr Heschl prangert in seinem Buch aber auch an das Kinder in ihrer Entwicklung behindert werden da es nur noch wenige natürliche Orte gibt an denen Kinder wirklich Kinder sein können (Bäume zum klettern, Orte an denen man Lagerplätze bauen kann usw.). Aus meiner Sicht hat er absolut recht, was in meiner Kindheit noch normal war ist heute, selbst auf dem Land, nicht mehr überall möglich. Ich persönlich möchte auf diese Erfahrungen nicht verzichten und ich hoffe das auch mit Hilfe dieses Buches andere Menschen zum nachdenken gebracht werden. Ebenfalls das Thema 'Traditionen' kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Ich gehe stark davon aus das die Leser diese wohl im nachhinein in einem anderen Licht sehen werden und sich zweimal überlegen werden, ob sie noch daran glauben oder nicht.

Im Buch selbst finden sich farbige Abbildungen die viele Thesen des Autors unterstützen bzw. einfach bildlich zeigen auf was er quasi hinaus will. Lächeln musste ich z.B. bei einer kleinen Fotoreihe eines Gorilla-Männchens und eines Weibchens, diese Reihe mit der passenden Bildunterschrift erinnert doch sehr stark an das 'Balzverhalten' des Menschen. Die Bilder finde ich alle sehr gut ausgewählt und auch Interessant ' man sieht einfach was der Autor meint.

Der Schreibstil dieses Buches ist für ein Fachbuch in einem erstaunlich 'lockeren' Stil, sprich auch ein Laie kann quasi 'mitreden' und versteht zu 100% was der Autor sagen will. Dieses Buch ist meiner Meinung nach aber auch für Fachleute bzw. angehende Fachleute interessant, da, wie bereits weiter oben erwähnt, alles sehr gut zusammengefasst und erklärt wird. Trotz dieses eher unterhaltsamen Textstils schafft der Autor es Wissen zu vermitteln und man hat Spaß am lesen. Allein wegen dieses Schreibstils würde ich das Buch jedem empfehlen der gerne liest und sich damit aber auch weiterbilden möchte.

Alles in Allem finde ich dieses Buch wirklich lesenswert und interessant und kann es vorbehaltlos weiterempfehlen. Der Preis kann evtl. manche von einem Kauf abschrecken ABER für das was man erfährt ist er wirklich angebracht und das Geld ist nicht zum Fenster 'hinaus geschmissen'. Bisher habe ich das Buch auch erst einmal gelesen aber ich bin mir sehr sicher das es mir auch noch ein zweites mal in die Finger kommen wird und ich gehe davon aus das ich auch beim zweiten 'Lauf' noch interessante Aspekte finden werde die mir beim ersten vielleicht einfach nur nicht im Gedächtnis geblieben sind. Ich denke das alleine spricht schon für das Buch denn wer liest schon gerne ein langweiliges Fachbuch ein zweites mal wenn er/sie nicht muss ;-)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
ARRAY(0xb19b0810)

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen