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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung
Würden die Leute endlich mal aufhören ständig zu jammern das eine Buchverfilmung nicht 100% wie im Buch ist (Zeile für Zeile, Satz für Satz) hätte dieser Film sicherlich eine höhere Bewertung. Die wenigsten Bücher kann man 100% genau so verfilmen, ohne das der jeweilige Film langweilig wird. Was in einem Buch funktioniert, muss...
Vor 3 Monaten von Christine Schneider veröffentlicht

versus
70 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Film ist nicht schlecht....
Aus Vorfreude auf den Film habe ich das Buch, dass ich zuletzt vor 22 Jahren gelesen hatte, wieder hervorgeholt und verschlungen. Wärend des Lesens habe ich mir vorgestellt, ach, wie setzten sie wohl dieses und jenes im Film um. Das war der Fehler! Der Film hat, außer der Grundstory - englische Bader reist nach Persien- aber auch rein gar nichts mit dem Buch zu...
Vor 6 Monaten von Düster veröffentlicht


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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung, 22. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus [Blu-ray] (Blu-ray)
Würden die Leute endlich mal aufhören ständig zu jammern das eine Buchverfilmung nicht 100% wie im Buch ist (Zeile für Zeile, Satz für Satz) hätte dieser Film sicherlich eine höhere Bewertung. Die wenigsten Bücher kann man 100% genau so verfilmen, ohne das der jeweilige Film langweilig wird. Was in einem Buch funktioniert, muss nicht auch auf der Leinwand klappen. Irgendwann müssen die Leute das doch mal begreifen und aufhören ständig schlechte Bewertungen zu geben, weil der Film anders ist. Das ist kein vernünftiger Kritikpunkt. Ein Film kann auch gut sein, auch wenn er nur 20% vom jeweiligen Buch enthält. Aber dazu muss man lernen, diesen jeweiligen Film getrennt zu betrachten.

Der Film: Hat mich gut unterhalten. Es ist kein Meilenstein der Unterhaltung, aber es unterhält. Und das ist für mich das wichtigste an einem guten Film. Egal ob das logisch 100% nachweisbar ist oder nicht, solange mich ein Film unterhält (und das tut DerMedicus) ist der Film für mich gut. Vor allem dann, wenn ich am Ende weiß, ich werde mir den Film wieder ansehen wollen.

Ich mag besonders die für mich sehr sympathische Charaktere. Das Casting ist sehr gelungen. Und ich finde es sehr angenehm, das dieser Film keines dieser Charaktere hat, welches die Aufgabe hat den Zuschauer tödlich nerven. So das man sich die ganze Zeit denkt "Wann beisst der endlich ins Gras!?" Vielleicht mag dieser Film deswegen für den einen oder andren langweilig wirken, aber ich fand es sehr wohlig und entspannend.
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70 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Film ist nicht schlecht...., 11. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Aus Vorfreude auf den Film habe ich das Buch, dass ich zuletzt vor 22 Jahren gelesen hatte, wieder hervorgeholt und verschlungen. Wärend des Lesens habe ich mir vorgestellt, ach, wie setzten sie wohl dieses und jenes im Film um. Das war der Fehler! Der Film hat, außer der Grundstory - englische Bader reist nach Persien- aber auch rein gar nichts mit dem Buch zu tun. Jedes Detail ist anders!
Wer also die Umsetzung eines sehr guten Buches erwartet, wird -wie ich- enttäuscht sein. Wer jedoch einen netten DVD-Abend erleben möchte, besser noch, das Buch gar nicht kennt, wird sicher gut unterhalten.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, 17. Juli 2014
Von 
berti2 "meggie" (Aalen, Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Das Buch habe ich Ende der 80er/Anfang der 90er verschlungen. Jede Seite war ein Eintauchen in Abenteuer, in das mittelalterliche Europa und in eine mysteriöse Welt des Orients. Noah Gordon verfasste ein Buch, das zu meinen Favoriten zählte.

Das es ein Film dann schwer hat dagegen anzuspielen, ist offensichtlich. Die menschliche Fantasie zeichnet beim Lesen des Buches so vielfältige individuelle Bilder, bei dem der Film nicht mithalten kann. Allein die Fülle der facettenreichen Erlebnisse von Rob, seine Ängste, seine Gefühle kann der Film nicht so leicht transportieren. Auch die Freundschaft zu dem arabischen Mitstudierenden kommt zu kurz. Ich glaube mich an einen Wettlauf zu erinnern, der im Buch schon eine wichtige Stellung einnahm und im Film ganz wegblieb.

Nichtsdestotrotz ist der Film in Ordnung. Wer einen schönen Film anschauen will, ist mit dem "Medicus" gut bedient. Er sollte nur vorher nicht das Buch lesen.....
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Medicus : Ein Filmepos mit kritischer Kernaussage, 4. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Der Roman zu dieser Verfilmung war schon längere Zeit bekannt, und die Chance bei so einer Umsetzung enttäuscht zu werden ist relativ hoch, gerade wenn sich eine Liebesgeschichte innerhalb der Story verbergen soll und sich Charaktere vom Leser bereits im Vorfeld nach eigenen Vorstellungen vordefiniert haben. Der Film zum Buch macht jedoch zur recht umfangreichen Romanvorlage einige notwendige Schnitte und Kürzungen, und einiges wird verkürzt oder leicht abgeändert, jedoch behutsam, was die Erzählung an sich intakt lässt. Trotz allem bleiben 150 Minuten, die fesseln können. Wenn man den Vor- und Abspann ignoriert wäre man der festen Überzeugung einem Historien-Epos aus US-Produktion zuzuschauen. Regisseur Philipp Stölzl gibt sich bild- und ausstattungsgewaltig, selten hat eine deutsche Produktion so reich und gut genährt dagestanden. Die Schauspieler sind gut besetzt und leisten gute Arbeit, auch wenn Tom Payne ruhig ein bis zwei mal weniger tränennass hätte dreinblicken dürfen, und Sir Ben Kingsley zwar eine quasi konkurrenzlose Wahl für seine Rolle ist, jedoch als Charakter schon fast Gott- bzw. Heiligenstatus erreicht. Lediglich die Religion als Konvention für seinen Charakter holt ihn noch weit genug zurück, um als menschlicher Charakter glaubhaft zu werden.
Tatsächlich wertvoll sind die kritischen Kernaussage zu den Themen Religion, Fanatismus und Dogmen. Dies bleibt neben dem Unterhaltungswert erfreulich selbstständig, im richtigen Maß für sich bestehen und verleiht dem Film tatsächlich einen gewissen wenn auch nicht dokumentarischen Nährwert. Es bleibt eine Geschichte, aber eine wertvoll erzählte, die die epische Weite von die Päpstin oder Gladiator aufbringt, jedoch nicht die Schlachten in den Mittelpunkt stellt, sondern den keimenden Forscherdrang, den Willen menschliches Leid zu heilen. Zwar sind die Figuren fiktiv, trotzdem greifen sie halbwegs historisch korrekt viele Dinge auf.
Eine gelungene Mischung, die ein breites Publikum genießen kann und unter Umständen sich sogar ansehen sollte. Die Message dieses Films ist sehr menschlich und gerade für unsere heutige Zeit zunehmend wertvoll.
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33 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der heiße Atem des epischen Abenteuers, 23. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
"Trag deine Erkenntnisse hinaus in die Welt. Du bist jetzt der neue Medicus",
und wenn der durch viele Abenteuer nun gereifte Rob Cole mit diesen Worten hinaus in die ewige Wüste reitet, Isfahan, der orientalischen Stadt der Träume, in die er einst heimlich als wißbegieriger Lehrling kam, um grosses medizinisches Wissen zu erlangen den Rücken kehrt, dann liegen zweieinhalb Stunden begeisterndes, heißblütig bewegendes Kinoabenteuer hinter uns.
Ein Abenteuerepos, das uns mit dem jugendlichen Rob Cole durch Okzident und Orient, durch heiße Sandstürme, unerfüllte Liebe, in die grossen Städten des Islam führt, dort wo die damalige Heilkunst weiter fortgeschritten ist, als es sich der Junge jemals im fernen London des Jahres 1021 überhaupt vorstellen konnte.
Leuchtende Minarette am Horizont, die furchtbaren tödlichen Folgen der Pest, die unsäglichen Konflikte dreier Weltreligionen die sich in der Stadt Isfahan kreuzen.
Das Judentum, der Islam, das Christentum in steter Selbstzerfleischung zwischen Dogmatikern, Fanatikern und Reformansätzen.
Das auferlegte Tabu niemals Tote zu obduzieren, welches endgültig im Dienste der Menschheit und des Fortschritts durchbrochen werden muß, und der stete Wille für die Wissenschaft und die Heilkunst auch unter Einsatz des Lebens Dogmen zu durchbrechen.
Noah Gordons "Der Medicus" war einer der grössten Bestseller der achtziger Jahre und im Wesenlichen folgt Regisseur Philipp Stölzls grosses schillerndes Kino -Epos auch dem Buch.
Einen jungen wißbegierigen Neunjährigen, eine Waise, verschlägt es unter vielen Gefahren nach Jahren des Umherreisens
in den Orient um dort von dem berühmten, hochangesehenen Arzt Ibn Sina ausgebildet zu werden, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu erlangen und so zum weisen "Medicus" heranzureifen.
Sein wechselvolles Schicksal führt ihn zunächst zu dem verschrobenen Bader Henry Croft (Stellan Skarsgard) der mit ihm zusammen als fahrende Heilkünstler mit einem schaukelnden Planwagen durch das regennasse, zerklüftete England reist ,um auf jedem Marktplatz unter unsäglichen hygienischen Bedingungen die Landbevölkerung von ihren Gebrechen zu heilen.
Als dieser mehr und mehr sein Augenlicht verliert, reift in Rob der Plan selbst zum grossen Mediziner zu werden.
Ein Schiff führt ihn weit über das Meer in die unbekannte Welt des Orients.
Sechs Millionen Mal verkaufte sich das Buch, fast dreißig Jahre dauerte es bis sich ein Regisseur an die Verfilmung wagte.
Doch dem "Medicus" erging es wie vielen anderen Literaturverfilmungen vor ihm.
Wie Tykwers "Das Parfüm" oder auch Annauds "Der Name der Rose" wurde er von Kennern des Buches in der Luft zerissen.
So ist es unbedingte Vorraussetzung für den Kinogenuß sich von der Buchvorlage etwas zu lösen, offen zu sein für die wirklich sagenhafte Magie der Bilder die Stölzl hier auf der Leinwand entstehen läßt.
Mich interessieren auch weniger kleinste historische Genauigkeiten und zu den freudlosen Krämerseelen, die sich naserümpfend selbst die Begeisterung an einem grossen Kinofilm verderben, gehöre ich ebenfalls nicht.
"Medicus" - der Film ist ein episches Historien Spektakel allein für sich stehend, und niemand würde bei einem Film-Klassiker wie "Dr. Schiwago" der selbst zum Mythos geworden ist, ein halbes Jahrhundert später noch die immensen Unterschiede zu Pasternaks Vorlage immer wieder heraufbeschwören.
Buch und Film sollten eigenständig betrachtet werden. Sie können gut nebeneinander bestehen.
Zumindest wenn wie hier soviel Verve, soviel inszenatorisches Können in grosser Kinoverzauberung geschaffen wird.
Dabei ist der Film natürlich viel flüssiger, viel kintoppgerechter aufbereitet, nimmt damit aber auch wesentlich mehr gefangen als die für meinen Geschmack doch oftmals sehr sperrige, trockene Buchvorlage.
Philipp Stölzl zieht alle Register um etwas zu erschaffen, was heutzutage fast nicht mehr auf der Leinwand zu sehen ist.
Er gibt uns das Staunen wieder , wenn wir episches, monumentales Erzählkino erleben, fremde geheimnisvolle Welten und Zeiten entdecken, er inszeniert ohne Durchhänger mit einer unglaublich begeisternden schönen ,märchenhaften Bilderflut, und versetzt uns direkt aus dem Kinosessel in die mittelalterlichen Landschaften des finsteren Englands, in die tobenden Wüstenstürme, in das magisch verwunschen wirkende orientalische Isfahan.
Jede einzelne Stofffalte der authentischen Kostüme glaubt man erfühlen zu können.
So detailliert ist hier jedes Bild aufwendig komponiert, überragend gut ausgeleuchtet.
Spannend, packend, magisch ist das funkelnde Werk. Landschaftsbilder zum Niederknien, gleitende Kamerafahrten über unendliche Küsten, Beduinenaufstände, die donnernd über die Wüstensteppe reiten, daß Lawrence von Arabien begeistert wäre.
Bis in kleinste Details hervorragend ausgestattetes Decor, das farbenprächtig das Auge verwöhnt, brillante Optik, aber auch unterfüttert durch ein straffes Drehbuch, das nicht im Kitsch versinkt sondern neben den hochspannenden Einzelschicksalen niemals die erschreckenden noch immer aktuellen Konflikte zwischen drei Weltreligionen und ihrer Anmaßung die einzige Wahrheit zu verkünden, außen vor läßt.
Erschreckend aktuell wie sinlose kriegerische Konflikte aus Fanatismus fortschrittliches Denken und Aufklärung verhindern.
Ebenfalls eine weitere Trumphkarte des Films sind die charismatischen Schauspieler.
Stellan Skarsgard ist eine grossartige Besetzung des glücklosen Baders, der als fahrender Quacksalber von Ort zu Ort zieht und Ben Kingsley als edler, großherziger weiser Mediziner Ibn Sina läßt mit jedem Auftritt natürlich die Leinwand vibrieren.
Da ist es zu verschmerzen, daß Tom Payne als junger Medicus neben solchen Schauspielgiganten etwas blass bleibt.
Lange hat man solch eine betörende grosse Historienpracht auf der Leinwand vermisst, und allein der Seltenheitswert hier einmal wieder ein legendenhaftes, wuchtig, mitreissendes, erfreulicherweise etwas altmodisches Reiseabenteuer erzählt zu bekommen, ohne hektische Bildschnitte, ohne überflüssige Knalleffekte sondern in majestätisch begeisternder Optik ist allemal fünf Sterne wert.
Die Kameraführung in schwelgerischen, hypnotisch langen Aufnahmen, dazu ein exzellenter Soundtrack der mal heroisch donnernd, mal sanft, dann wieder leise , geheimnisvoll die vibrierende Atmosphäre schwelgerisch unterstreicht.
"Wie blass und langweilig wäre diese Welt ohne Geheimnisse" sagt Ibn Sina im Feuerschein einer brennenden Bibliothek gegen Ende des Films.
Wohl wahr , und wie blass wäre das Kino ohne den Hauch des grossen, aufregend verführerischen Abenteuer- Kintopps, wie es uns "Der Medicus" einmal wieder beschert.
Sehr erfreulich, daß hier endlich auch einmal wieder ein deutscher Regisseur, deutsche Geldgeber plus internationale Stars gegenüber Hollywood hier mehr als ebenbürtig produzieren und diese packende , gleißend schöne Kinomagie erschaffen haben.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anders als das Buch aber authentische Darstellung, 24. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich bin total begeistert vom Buch.

Das Gleiche kann ich nicht unbedingt vom Film sagen, jedenfalls nicht vom Einstieg in den Film.
Das liegt daran, dass man sicher, ganz von den Endrücken des Buches gefangen, eine gewisse Erwartungshaltung an den Film
hat.
Wer das Buch aber nicht kennt und ganz unvoreingenommen den Film erlebt, wird fasziniert sein. Denn der Film trifft aber absolut den Nerv der damaligen Zeit. Die Handlung ist leicht abgewandelt und einige Protagonisten, die mir wichtig erscheinen, etwas verändert oder weggelassen.

Sehr gute und hochkarätige Besetzung machen das wett . Es ist eine gelungene und aufwendige Verfilmung, die das Geschehen absolut authentisch darstellt und die Betrachter in ihren Bann zieht.

So war auch ich versöhnt mit den Änderungen, mit denen man leben muss, wenn ein großes Epos in einen Film gepackt und umgesetzt werden soll.

Der Film ist sehenswert und absolut empfehlenswert !

Ch. Rehfeld
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134 von 170 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großes Buch, ein sehr guter Film, 25. Dezember 2013
Von 
Joerg Mergenthaler "joergmergenthaler" (Metropolregion Rhein-Neckar) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Eine Bemerkung vorab: Dieser Besprechung liegt der Kinobesuch zugrunde; die DVD erscheint erst ein Jahr später, ich werde sie mir aber mit Sicherheit kaufen! In der Zwischenzeit kann die Besprechung vielleicht als Anregung für einen Kinobesuch wirken. Ohne entsprechende große Kinofilme könnte Amazon auch keine DVD 's verkaufen! Und noch eine Vorbemerkung: Für das Buch gibt hier es mehrere hundert Besprechungen, die auch auf den Inhalt eingehen, insoweit sei hier auf die Kurzbeschreibung verwiesen. Die vielen Millionen, die das Buch gelesen haben werden noch nicht einmal diese benötigen.

Wenn ein großer und sehr erfolgreicher Roman verfilmt wird, dann hört man als Reaktion immer: „Das Buch ist besser gewesen“. Für die Verfilmung des „Medicus“ gilt dies nicht: Der Film ist etwas anderes, und zum Teil ist er sogar besser als die Romanvorlage. Letzteres deshalb, weil der bei einer Verfilmung immer gegebene Zwang zur Verkürzung und Dramatisierung hier dazu führt, dass einige historische Fehler der Romanvorlage mit weggekürzt worden sind. Das fängt gleich im ersten Teil des Films an, dem Leben des jungen Waisen Rob Cole im England kurz nach der ersten Jahrtausendwende. Der Roman schildert zwar auch ein hartes Leben, aber immerhin sorgt ein blühendes Zunftwesen (im Jahr 1020!) zumindest für ein ganz kleines Mindestmaß an sozialer Sicherung. Ein solches Zunftwesen gab es damals nicht. Der Film zeigt das elende Leben der einfachen, armen Bevölkerung mit aller Härte. Wenn ich das Buch erneut, dann zum dritten Mal, lese, werde ich diese Bilder im Kopf haben.

Natürlich ist die Verkürzung nicht immer gut: Für den ganzen Film gilt, dass die gigantische Willensanstrengung des Titelhelden, der sich immerhin in die jüdische Lebensweise einleben muss und auch noch Fremdsprachen wie arabisch zu lernen hat, überhaupt nicht rüber kommt. Schon bei seinem Bader in England war es für ihn (im Buch) eine Frage des Überlebens, mit möglichst vielen Bällen jonglieren zu lernen, im Film ist auch die Schaustellerei des Baders nur eine Randnotiz. Richtig schade habe ich einen, den wohl größten Schnitt gefunden. Die ganze Reise durch das mittelalterliche Europa, vom (heutigen) Frankreich auf dem Festlandweg über Byzanz und das Osmanische Reich bis nach Isfahan ist weitestgehend weggefallen. Das hätte tolle Bilder gegeben. Allerdings wäre der Film dann mindestens eine Stunde länger geworden, etwa so lange wie „Vom Winde verweht“, und das machen die Kinos heute wohl nicht mehr mit. Die ARD, die ja Mit-Produzent ist, hätte allerdings eine Mini-Serie draus machen können, 4 Folgen zu je eineinhalb Stunden; es wäre nicht das erste Mal, dass man von einem Kinofilm eine wesentlich längere TV-Fassung produziert. Herr Stölzl, Herr Hofmann, noch leben alle Schauspieler und sind nicht wesentlich gealtert, könnte man nicht ein paar Stunden nachdrehen? Zumal Tom Payne als Titelheld eine echte Entdeckung ist. Das gute an dem Schnitt: die grotesken historischen Fehler von Noah Gordon hinsichtlich der politischen Situation in Mitteleuropa sind so gleich mit weggefallen. Der Grenzübertritt vom schönen Frankreich ins finstere und gefährliche Deutschland, das es damals noch gar nicht gab; und das Ganze auch noch bei Straßburg, einer rein französischen Stadt? Man kann sich ja mal irren, aber gleich um mehr als ein halbes Jahrtausend?

Leider fehlt im Film damit auch die Schilderung des faszinierenden jüdischen Netzwerkes, von Europa bis zu Orient, mittels dessen Rob Cole sich bis nach Isfahan zu dem berühmte Ibn Sina durchschlagen kann. Er muss sich ja als Jude ausgeben, da er als Christ in den islamischen Staaten nie geduldet worden wäre. Allerdings auch hier eine positive Seite: Dadurch, dass Rob im Hafen von Dover das Schiff besteigt und in der nächsten Szene im Orient, in Ägypten wohl, wieder aussteigt wird der Kontrast zwischen dem damals zurückgebliebenen Europa und dem damals blühenden Orient um so deutlicher. Der unbändige Drang von Rob, dort lernen zu wollen, wird so umso verständlicher.

Bei der Schilderung von Isfahan im Film fängt dann richtig großes Historienkino an. Der Schah, wie im Roman ein halb aufgeklärter Tyrann, wird hervorragend von Oliver Martinez dargestellt: genauso habe ich ihn mir nach der Lektüre des Buches vorgestellt. Ben Kingsley wird auch in anderen Besprechungen als Idealbesetzung dargestellt, dem kann ich beipflichten. Mit der Figur der Rebecca (Emma Rigby) ist das so eine Sache: Der Roman ist in sexueller Hinsicht sehr freizügig; der Film ist auf eine FSK-Freigabe ab 6 Jahren getrimmt. Da Rebecca auch noch mehr Objekt als Handelnde ist bleibt sie relativ blass. – Dafür überzeugen großartige, monumentale Aufnahmen der Landschaft und der mittelalterlichen Stadt Isfahan (gedreht in Marokko), und auch der Schrecken einer mittelalterlichen Pest-Epidemie vermittelt sich dem Zuschauer eindringlich.

Nach Intrigen und der Eroberung von Isfahan durch die Seldschuken kehrt Rob als ausgebildeter Medicus nach England zurück. Warum tut der Drehbuchautor dem gelungenen Film ein solch abstruses Ende an: Der nach London zurückgekehrte Bader, der einst den jungen Waisen aufgenommen hatte, hat plötzlich keine Kunden mehr; er erfährt von einem Wunder-Medicus aus dem Orient namens Rob Cole, der ein Krankenhaus betreibt, wo selbst arme Bettler-Jungen stationär behandelt werden, mit Wunder-Medizin, in Betten mit weißen Laken, mit Musikberieselung. Und das im Jahr 1030 oder 1040 in London!!

Hat der Film auch eine Aussage? Oh ja, und sie kommt m.E. wesentlich deutlicher rüber als in dem 850-Seiten-Roman. Der Feind allen Wissens ist der Aberglaube, und wo die Grenze zwischen Religion und Glaube einerseits und Aberglaube andererseits ist, das ist so eine Sache. Schon der junge Rob Cole, der gerne wissen möchte, wie es im menschlichen Inneren aussieht, um besser helfen zu können, wird von seinem entsetzten Bader belehrt, dass allein schon der Wunsch dazu führen könnte, dass ihn seine christlichen Mitmenschen bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen zu Tode rösten. Und seine (bescheidene) Heilkunst darf auch nicht zu erfolgreich sein, sonst setzt er sich dem Vorwurf der Zauberei aus. Bedrohlich tauchen im Film denn auch einige Herren mit Mönchskutte und Tonsur auf. – Richtig ernst wird es in Isfahan, wo konservative Mullahs den Schah stürzen wollen, und natürlich auch dem sündigen Universitätsklinikum von Ibn Sina den Garaus machen wollen. Einige Szenen des Films könnte man in der Tagesschau als Zwischenschnitt einfügen, so aktuell wirken sie. Auch die Juden bekommen ihr Fett weg, als sie die schöne Rebecca wegen Ehebruch zu Tode steinigen wollen. Obwohl ihr Ehemann sie durch Handelsgeschäft doch rechtmäßig käuflich erworben hat. So gesehen ist der Film auch ein Aufruf zu Menschlichkeit und Rationalität, und gegen Intoleranz und Fundamentalismus, gleich durch welche Art von Religion, soweit deren Credo heißt: “Du sollst nicht erkennen“. Essen vom Baum der Erkenntnis als Ursünde, die zur Vertreibung aus dem Paradies geführt hat, dieser Film sieht das etwas anders.
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63 von 81 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Der Medicus" oder "Der Heiler", 2. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Komme gerade aus dem Kino. Habe vorher schon einige Rezensionen gelesen, die mich vor einer zu großen Enttäuschung bewahren sollten. War also auf alles gefasst. Und am Ende bleiben leider nur drei Sterne : a) weil ich das Buch liebe und b) weil es eigentlich auch kein schlechter Film war, nur dass er sich nicht als "Medicus" hätte bezeichnen sollen, dann wäre alles in Ordnung gewesen.Der Film ist weder platt und langweilig, noch genial und epochal. Er ist einfach ganz gut gelungen, zumal für einen deutschen Film (wenn man die Vorlage nicht kennt und mit zu hohen Erwartungen ins Kino geht.) Die Schauspieler sind gut bis sehr gut, werden ihren im Drehbuch vorgesehenen Rollen gerecht. Es gibt schöne Bilder und berührende Szenen. Die Story hat Schwächen, aber das haben so viele andere "Blockbuster" auch. Realismus ist nicht unbedingt das, was ich im Kino erwarte. Insgesamt ein eindrucksvolles Filmerlebnis, wäre da nicht...... ja, eben das Original. Wenn man ein schmales Büchlein wie "Der kleine Hobbit" auf drei überlängliche Großprojekte aufblähen kann, warum muß man dann ein fettes Buch mit einer so komplexen Geschichte in einen Teil reinquetschen (egal ob es noch eine längere TV-Version davon geben wird)? Das, was für mich den Charme des Buches ausmachte, nämlich die Wanderung vom finsteren mittelalterlichen England über die jüdische Gemeinde mit ihren fremden Ritualen und wie der junge Rob über die Thora erst die jüdische Sprache und später über den Koran die islamische Sprache und Kultur erlernt, fällt im Film fast völlig weg. Und durch die zeitliche Verdichtung erhalten fast alle Charaktere ein ganz anderes Gesicht, so dass man die ursprüngliche Geschichte kaum noch wieder erkennt. Der Film weicht vom Buch für meine Begriffe doch zu stark ab, eben so wie der Koran von der Bibel und die wiederum von der Thora, obwohl doch eines aus dem anderen entwickelt hat. Also das Buch ist eine Sache (ist eines meiner Lieblingsbücher), der Film ist eine ganz andere Sache (hat mir unabhängig davon aber auch gefallen). In dem Fall ist es wohl besser, wenn man das Buch vorher nicht gelesen hat, aber das sollte man in jedem Fall mal tun. Jemand meinte hier, wenn der Film "Der Heiler" hieße, wäre das passender. Dem kann ich nur zustimmen. Unabhängig vom Original ist es ein guter Film geworden.
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4.0 von 5 Sternen sehenswertes Abenteuer, 21. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Vom kalten schmutzigen England verschlägt es den jungen Rob Cole (Tom Payne)auf eine abenteuerliche Reise in den südlichen Orient.Sein Ziel:Das Studium der vergessenen Künste der Heilung bei Meister Ibn Sina(verkörpert durch Ben Kingsley).Machtlos gegen den Tod seiner Mutter ist er getrieben vom Ehrgeiz, das Leid der Menschen zu lindern und zu bekämpfen. Dabei hat er die einmalige Fähigkeit den Tod der Menschen vorauszusehen und durch Handauflegen zu spüren.Aber gerade diese Fähigkeit ist auch eine Last im weiteren Handlungsverlauf. Soll er einen Menschen behandeln von dem er weiß dass dieser sterben wird?
Der Film beinhaltet die großen Themen wie Politik,Religion,Liebe,Moral,Leben und Tod.In diesem Zusammenhang wird besonders der Konflikt von Fortschritt und Wissenschaft beleuchtet,als Cole für seine Forschungen, menschliche Leichen obduzieren will.Selbst sein großer Lehrmeister Ibn Sina verbietet dies im Sinne der Ethik und Religion.Durch hinterhältige Machenschaften wird gerade dieser Disput den Lehrer und seinen Schüler letztendlich vereinen.
Es gelingt eine wunderbare Inszenierung durch grossartige Bilder. Beeindruckende Schauplätze, tolle Kostüme und ein durchweg spielstarker internationaler Cast wissen zu gefallen und lassen keine lange Weile aufkommen.Besonders die Nebenrollen Stellan Skarsgard als schrulliger "Bader"oder Oliver Martinez als extrovertierter Schah sind sehr gut besetzt.Das I-Tüpfelchen ist Ben Kingsley als weiser Lehrmeister.Diese Rolle ist dem Charakterdarsteller auf den Leib geschrieben und passt hervorragend.

Insgesamt hat mich der Film trotz seiner knapp 150 Minuten gut unterhalten.Er beinhaltet viele interessante Themen und kann es als internationale Produktion mit dem Hollywoodblockbusterkino aufnehmen.Abwechslungsreich und bildgewaltig wird ein spannendes Abenteuer erzählt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Film und Buch sind zweierlei Paar Schuhe ...., 27. Juni 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus (DVD)
Das Buch stand nun schon Ewigkeiten ungelesen bei mir im Bücherschrank. Als ich aber gesehen habe, dass das Werk nun verfilmt wurde und ich schon ganz gespannt war auf den Film las ich noch schnell das Buch, da die umgekehrte Reihenfolge ( erst Film dann Buch, meistens ein Fehler ist).

Ja was soll ich sagen?? Der Film ist im allgemeinen nicht schlecht, für einen netten DVD-Abend wunderbar geeignet. Ich war auch einigermaßen gut unterhalten, wobei ich einige Zeitsprünge zu groß fand und an der ein oder anderen Stelle hätten etwas mehr Informationen/ Details nicht geschadet.

ABER: Eine Buchverfilmung ist der Medicus für mich nicht! Ein Teil der Grundidee scheint noch mit dem Buch einigermaßen übereinzustimmen ( Waisenjunge findet in einem Bader eine Art Ziehvater, wird selber Bader und reist nach Persien um Medicus zu werden, unter dem Vorwand Jude zu sein, da es Christen nicht erlaubt war dort Medizin zu studieren ), dass war es dann aber auch, jegliche andere Details wurden verändert. Sehr schade eigentlich. Ich hatte mich auf den Film gefreut und war schon ganz neugierig wie sie wohl das Buch umgesetzt haben mögen, aber dass sie es im Prinzip gar nicht umgesetzt haben sondern völlig abgeändert war irgendwie doch enttäuschend.

Summa sumarum vergebe ich dennoch 3 Sterne, weil es ein, trotz der Kritikpunkte meinerseits, unterhaltsamer, solider Film für einen entspannten DVD-Abend ist.
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