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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Tribunal des Todes
Mehr als zwanzig Drehbücher zu Fernsehfilmen wie Bella Block oder dem Tatort stammen aus seiner Feder – und nun hat André Georgi mit „Tribunal“ seinen ersten Roman vorgelegt.
Wenn man den Roman so liest, glaubt man kaum, dass Georgi bisher eher konventionelle Krimikost abgeliefert hat. „Tribunal“ ist unglaublich hart, schnell...
Vor 4 Monaten von Marius veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zeitgeschichte oder Thriller?
Ich habe mir das Buch bestellt, weil es spannend fand, dass hier der Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien und die juristische Aufarbeitung durch das Haager Kriegsverbrecher-Tribunal thematisiert wurden. Hierzulande doch eher ungewöhnliche Themen für einen Thriller.
Das Leseerlebnis war für mich dann eher zwiespältig.

Einerseits viele...
Vor 28 Tagen von Martin veröffentlicht


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2.0 von 5 Sternen Zu realistisch grausam, 18. Juli 2014
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Dezember 2005. Der Jugoslawienkrieg ist eigentlich vorbei, aber er wirkt noch nach. Die „Wölfe“, ehemalige Partisanen, stecken immer noch in den alten Denkweisen und in ihrer Brutalität fest.
Einem der schlimmsten Kriegsverbrecher, Kovac, soll vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag der Prozess gemacht werden, aber das gestaltet sich schwierig. Zu groß ist noch seine Macht, zu sehr kann er noch die Zeuginnen und Zeugen, die gegen ihn aussagen wollen, einschüchtern.

Die Ermittlerin Jasna, die selbst aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt, soll den letzten übrig gebliebenen Zeugen zur Gerichtsverhandlung bringen. Aber im letzten Moment wird der Zeuge bei einem Anschlag getötet.
Kurz darauf bekommt Jasna einen Tipp: Es gibt einen weiteren Zeugen, der bereit ist, vor dem Kriegsverbrechertribunal gegen Kovac auszusagen, aber Jasna muss ihn aus seinem Land herausholen.

Ich habe mich selten so schwer getan, ein Buch zu bewerten. Ich habe es irgendwann in der Mitte abgebrochen; normalerweise wäre meine Bewertung für einen Abbruch ein Stern. Aber so einfach ist es nicht.

Der Abbruch hatte teilweise mit dem Schreibstil zu tun, der mir gleichzeitig gefallen und mich genervt hat.
Gefallen hat mir das außerordentlich hohe Tempo, das mich beim Lesen fast atemlos machte.
Genervt hat mich, dass auf Anführungszeichen verzichtet wurde. Das scheint neuerdings Mode zu sein, aber das macht es für mich nicht besser.
Außerdem hinkten einige Vergleiche, und es wurde zu viel vom Ende vorweg genommen, was auf Kosten der (Thriller-)Spannung ging. Ich bin auch nicht so recht mit den Charakteren warm geworden.
Soviel zu den Äußerlichkeiten.

Was dann aber letztendlich dafür gesorgt hat, dass ich das Buch abgebrochen habe, ist die außerordentliche Brutalität, die schonungslos in allen Einzelheiten beschrieben wird. Dass eine Hand in die Fritteuse gesteckt wird, um eine Frau zum Reden zu bringen, ist da noch das Harmloseste.
Ich bin wirklich nicht zimperlich, aber die – realistischen – Bilder des Krieges, die hier heraufbeschworen werden, wollte ich nicht in mein Gedächtnis aufnehmen. Mir war es zu viel Sadismus und Grausamkeit. Die natürlich Bestandteil eines jeden Krieges sind, vor allem gegenüber Frauen.

Ich rate allen von diesem Buch ab, die über ein gewisses Maß von Empathie verfügen, denn die grausamen Bilder dieses Buches wird man nicht so schnell los.
Im Unterschied zu den zahlreichen Serienmörder-Thrillern, in denen ja auch nicht gerade sanft mit den Charakteren umgegangen wird, geht es hier nämlich nicht um Fiktion. Sondern um die fürchterliche Realität des Krieges. Und das macht es so schwer erträglich.
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3.0 von 5 Sternen "Warum lebe ich noch?", 18. Juli 2014
Von 
Carmen Vicari "dg9tm" (Dossenheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Jasna Brandic ist Topermittlerin und arbeitet für das Tribunal in Den Haag. Ihr Job ist es Kriegsverbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen, damit sie verurteilt werden können. Im Fall Kovac, einem Massenmörder, hat Jasna einen Kronzeugen aufgespürt, den zu der entscheidenden Gerichtsverhandlung bringen soll. Doch es gibt einen Anschlag und alle sterben dabei bis auf Jasna. Sie wird zwar schwer verletzt, überlebt aber.

Jasna will Kovac verurteilt sehen und versucht weitere Zeugen zu finden. Da meldet sich jemand bei ihr, der bereit ist, gegen Kovac auszusagen. Aber Jasna soll ihn abholen und bis zur Verhandlung beschützen.

Die Geschichte ist sehr interessant und man erfährt auch viel zur Historie und den Menschen zur damaligen Zeit. Als Leser erhält man viele Einblicke in den Bürgerkrieg im Ex-Jugoslawien, sowohl politischer wie auch menschlicher Natur. Dies lockte mich zu Beginn und mich hat der Informationsgehalt auch nicht enttäuscht.

Was mir das Buch aber etwas schwer gemacht hat, war der Schreibstil. Mit kurzen, teil abgehackten Sätzen kommt zwar Tempo in die Geschichte, jedoch machte der Autor es für mich schwierig, das Buch flüssig lesen zu können. Es gibt viele Verfolgungsjagden, die der Autor sehr spannend beschrieben hat. Doch dazwischen gibt es immer wieder Längen, bei denen man die Spannung vermisste.

Bei der Brutalität scheiden sich sicherlich die Geister. Einige Szenen hat er sehr genau beschrieben und regelrecht ausgeschlachtet, jedoch habe ich schon anderes gelesen, so dass ich es zwar als brutal, aber nicht als übermäßig fand. Im Rahmen des Buches war es meines Erachtens sogar angebracht, denn die Zeit brachte diese Szenen einfach mit sich und der Autor wollte damit sicherlich ein Bild der Zeit wiedergeben.

Was mich allerdings, neben dem Schreibstil, noch gestört hatte, war die Vorhersehbar mancher Szenen oder Aktionen. Man konnte fast schon erahnen, wie es weiter ging oder was passieren würde und hatte damit wenige Überraschungsmomente, die auch zu Lasten der Spannung gingen.

Das Cover finde ich gelungen, eine weißte Taube auf schwarzem Grund, über die sich quer in blutroter Schrift das Wort Tribunal zieht. Alleine wegen des Covers hätte ich das Buch im Handel schon einen zweiten Blick gewürdigt.

Fazit:
Der Schreibstil war definitiv nicht meiner, die teilweise vorhersehbaren Passagen schmälerten noch zusätzlich den Spannungsbogen, jedoch machten mich die Beschreibungen des menschlichen Umfeldes nachdenklich, sodass das Buch noch einen gewissen Nachhall in mir hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packender Thriller, jedoch nichts für Zartbesaitete, 30. Juni 2014
Jasna Brandic gehört zu den Topermittlern des Tribunals in Den Haag. Ihr Ziel ist es Kriegsverbrecher aufzuspüren, vor Gericht zu zerren und am Ende zu verurteilen. Auch diesmal soll es so laufen. Der Angeklagte ist der Massenmörder Kovac. Es gibt einen Kronzeugen, den Jasna ganz alleine aufgespürt hat und der nun gegen Kovac aussagen soll. Doch es ist oberste Vorsicht geboten, denn Kovac hat auch vom Gefängnis aus noch viele treue Anhänger. Als der Kronzeuge am Tag der Verhandlung zum Gerichtsgebäude gebracht wird, gibt es einen Angriff und alle Beteiligten bis auf Jasna werden getötet. Nun muss Jasna einen neuen Zeugen aufspüren, der Kovac zu Fall bringen soll.

Inhalt:

Der Inhalt des Buches hat mir insgesamt gut gefallen. Die Handlung ist extrem spannend. Es gibt rasante Verfolgungsjagden, die mich zeitweise den Atem anhalten ließen. Jasna befindet sich zudem mehr als einmal in Lebensgefahr. Die Spannung lebt jedoch davon, dass viele Szenen extrem brutal sind. Der Autor schildert diese Szenen jedoch ebenso detailliert, wie alles andere, was für den ein oder anderen vielleicht etwas zu viel ist. Ich habe an einigen Stellen auch schlucken müssen und wollte mir einige Dinge dann doch nicht bildlich vorstellen. Aber gerade auch von dieser Brutalität lebt das Buch. Es macht es um einiges spannender. Der politische und geschichtliche Hintergrund hat mir darüber hinaus sehr gut gefallen. Er wird sehr gut geschildert, sodass der Leser das Geschehen sehr gut verorten kann. Ich fand das Geschilderte zudem äußerst interessant. (Sofern es denn dann stimmt, aber da gehe ich von aus).

Schreibstil und Aufbau:

Der Schreibstil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Zum einen ist das Buch, wie bereits erwähnt, sehr spannend geschrieben. Der Autor versteht es sehr gut das Erzählten mit einer gewissen Dynamik zu versehen. Wenn er Verfolgungsjagden schildert, hatte ich das Gefühl die Luft anhalten zu müssen, weil alles so schnell passiert. Ich hatte wirklich das Gefühl live dabei zu sein. Das hat das Buch wirklich zu etwas besonderem gemacht. Die teilweise doch sehr detaillierten Beschreibungen besonders grausamer Verbrechen hätten für mich ein wenig kürzer ausfallen können, aber scheinbar gehören sie einfach dazu. Was ich ebenfalls sehr gelungen finde, ist der Aufbau des Buches. Die Erzählperspektive springt immer wieder zwischen den handelnden Personen hin und her. So erfährt man parallel, was bei den einzelnen Figuren passiert. Dies baut noch mehr Spannung auf, da meist an den besonders spannenden Stellen ein Erzählerwechsel stattfindet.

Charaktere:

Die Charaktere des Buches haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Die Ermittlerin Jasna ist eine sehr starke Frau, die emotional sehr gefestigt ist. Natürlich kann auch sie aus der Bahn geraten, doch was sie alles erlebt, hätte ein normaler Mensch nicht so einfach wegstecken können. Aber auch die Kriegsverbrecher haben mir von ihrer Persönlichkeit her gut gefallen. Sie sind alle extrem unterschiedlich von arrogant und hochmütig, über folgsam bis zu nachdenklich. Es gibt in diesem Buch sogar Kriegsverbrecher mit Gefühlen und einem einigermaßen ausgeprägten Gewissen, aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Dies hat mir jedoch besonders gut gefallen. Auch die Vielfalt der Persönlichkeiten finde ich sehr gelungen.

Cover und Klappentext:

Das Cover des Buches finde ich sehr interessant. Der rote Schriftzug auf dem weißen Gefieder ist sehr auffällig. Das Gefieder finde ich jedoch noch auffälliger, da hier offensichtlich der Kopf fehlt. Ich nehme doch mal stark an, dass es sich um einen Vogel handelt, doch wo ist der Kopf? Ich finde dieses Bild so verstörend, dass es schon wieder genial ist. Es erregt auf jeden Fall viel Aufmerksamkeit und das soll es ja auch. Deshalb finde ich es extrem gelungen.

Den Klappentext hingegen finde ich nicht ganz so gelungen. Ich finde er verrät bereits zu viel über die Handlung des Buches. Ich finde es nicht gut, wenn der Klappentext bereits ca. einen Drittel des Buches verrät. Eine etwas kürzere Beschreibung der Geschehnisse im Sommerhaus hätte hier sicherlich auch gereicht und hätte nicht so viel verraten.

Fazit:

Insgesamt hat mir das Buch jedoch wirklich gut gefallen. Der Autor versteht sein Handwerk sehr gut und schafft es eine unheimliche Spannung zu erzeugen, wie ich es bisher selten erlebt habe. Dies kombiniert mit der Vielfalt der Persönlichkeiten der Kriegsverbrecher und dem geschichtlichen Hintergrund macht dieses Buch für mich zu etwas wirklich besonderem. Ich kann dieses Buch wirklich sehr empfehlen, jedoch nur, wenn man nicht allzu zartbesaitet ist, denn manche Stellen des Buches sind wirklich brutal und grausam.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein Buch, das man nicht vergisst, 24. Juni 2014
Von 
Medienjunkie - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ja,dieses Buch ist brutal und schockierend, doch was erwartet man von einem Buch, das über die Gräuel des Krieges berichtet? Einen Krieg, der mehr als 20 Jahre zurückliegt und sich mitten in Europa abgespielt hat. Und hat man die Kriegsverbrecher dingfest machen können und ist ein gerechtes Urteil über diese Personen, die Menschen schlimmer wie Vieh behandelt haben, verhängt worden? Ich bezweifele es und bin beim Lesen immer wieder erschrocken, zu was Menschen fähig sind, wenn sie fanatisch sind.

Dieses Thema wird in dem Buch Tribunal behandelt, das zwar fiktiven Urspungs ist, obwohl viele bekannte Namen im Zusammenhang mit dem Balkankrieg genannt werden, dabei aber so real wirkt, als wenn es sich um eine Berichterstattung handelt.

Jasna Brandic ist Topermittlerin des Tribunals in Den Haag. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zeugen ausfindig zu machen, die vor dem Tribunal Aussagen gegen den Massenmörder Kovac machen. Doch der Versuch scheitert. Ein Attentat, bei dem Jasna die einzig Überlebende ist, macht alle Hoffnungen zunichte. Wird es noch eine zweite Chance geben ?

Dieses Buch ist ein harter Brocken, keine Frage und es fiel mir an einigen Stellen schon schwer weiter zu lesen. Doch was erwartet man von einem Buch , das einen Krieg zum Thema hat? Auch Hitlers "ethnischen Säuberungen" sind schwer zu verkraften, doch es ist Teil unserer Geschichte und so auch der Balkankrieg.
Zu Anfang hatte ich schon etwas Schwierigkeiten mit dem Sprachstil des Autors, der etwas stakkatohaftes an sich hatte, doch je weiter ich gelesen habe, je mehr hat mich die Handlung gefangen genommen, erinnerte sie mich doch schon an die Realität. Mit welcher Selbstverständlichkeit Menschen wie Milosevic oder Karazic ihre menschenverachtenden Machenschaften verteidigten. Auch das undurchdringliche Netz von Helfern und Helfeshelfern kann ich mir gut vorstellen. Wie viele Leute wohl heute noch, ohne überhaupt gefasst zu werden, auf dem Balkan weiterleben.
Über Opfer und Täter berichtet dieses Buch, über den Willen der Gerechtigkeit Genüge zu tun. Aber sind die, die versuchen die Gerechtigkeit siegen zu lassen, wirklich die Gewinner? Ein Sieg, der teuer bezahlt wird, nämlich mit ewiger Angst.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein erschütterndes, ein wichtiges Buch über ein verdrängtes Stück jüngster europäischer Geschichte, 24. Juni 2014
Von 
talia97 (Thüringen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Jasna Brandic, deutsche Polizistin mit jugoslawischen Wurzeln, ist Ermittlerin beim Internationalen Gerichtshof Den Haag, dem sogenannten Kriegsverbrecher-Tribunal.

Jasnas aktueller Job ist es, einen wichtigen Belastungszeugen nach Den Haag zu bringen. Mit dessen Aussage steht und fällt der anstehende Prozess gegen den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Kovac, das Oberhaupt der "Wölfe", einer ehemaligen paramilitärischen Einheit, der furchtbare Gräueltaten im jugoslawischen Bürgerkrieg zur Last gelegt werden.

Nachdem ehemalige überlebende Opfer der "Wölfe" massenweise weggeknickt sind und es außer einer paralisierten Zeugin, einem Vergewaltigungsopfer der "Wölfe", niemand mehr wagt, überhaupt auszusagen, liegen alle Hoffnungen auf dem Zeugen Oreskovic, der ehemaligen Nr. 2 der "Wölfe", mit dessen Aussage man sich endlich einen Durchbruch in dem Prozess erhofft. Doch trotz umfassender Sicherheitsvorkehrungen passiert das Unfassbare: Kurz vor dem Gerichtsgebäude gibt es einen Anschlag, den Oreskovic nicht überlebt.

Jasna überlebt schwer traumatisiert. Sie kann auf keinen Fall zulassen, dass es vermutlich keinen Prozess mehr geben wird, wenn niemand die Verbrechen von Kovac und seinen Wölfen" bezeugen kann. Eine winzige Hoffnung tut sich auf, als Jasna die Information über einen weiteren Abtrünnigen aus Kovacs ehemaligem Führungskreis zugespielt wird. Und so wagt sich Jasna erneut zu einer noch gefährlicheren Mission auf den Balkan in dem Wissen, dass sie nur noch diese eine Chance hat, die ihr vermutlich das Leben kosten wird...

"Tribunal" ist ein erschütterndes, ein grausames Buch. Der Schreibstil des Autors Georgi, der auch Drehbücher schreibt, ist knapp, rasant und schnörkellos. Sätze sind kurz und abgehackt, die Interpunktion sparsam. Das Thema ist hart und düster, da gibt es nichts weichzuzeichnen. Der Autor hetzt den Leser durch das Geschehen, aber im Nachgang ist dieses Stilmittel wohl die einzige Möglichkeit, all das Unfassbare und die Grausamkeit dieses Krieges zu ertragen und zu erlesen. Und so litt und weinte ich mit der verlorenen Seele Jasna Brandic, die hier ihr persönliches Waterloo erlebt.

Ich muss sagen, ich hatte das Buch schon eine Weile, ehe ich mich wagte, es zu lesen. Wer sich mit dem Thema Jugoslawien-Krieg auch nur ansatzweise auskennt - ich hatte mich schon mehrfach damit beschäftigt - weiß, was einen erwartet. Auch wenn ich versucht habe, mich mental auf das Buch vorzubereiten, war ich nicht vorbereitet auf die Eindrücke, die noch immer nachwirken.

Neben einem spannenden und actiongeladenen Polit-Thriller ist das Buch zugleich eine Brandrede gegen jedweden Krieg und zeigt in drastischster Art die Verrohung von Menschen, die wie Tiere über ihre Artgenossen hergefallen sind. Warum die Aufarbeitung des jugoslawischen Bürgerkriegs bis heute so schwierig ist, beschreibt der Autor Georgi in seinem Buch sehr deutlich. Nur allzu aktiv funktionieren die alten Seilschaften bis in höchste Kreise. Sie sitzen in diesen Tagen nicht selten in öffentlichen politischen, militärischen oder sozialen Ämtern. Die alten Kameraden sorgen füreinander. Da bleibt keiner auf der Strecke und aus lauter Dankbarkeit wird spioniert, verraten, vertuscht, gedroht und zur Not auch gemordet. Die Akzeptanz der Kriegsverbrecher im Volk grenzt noch heute oft an Heldenverehrung und macht die Arbeit des Kriegsverbrecher-Tribunals so schwierig.

Man kann niemals sagen, selbst heute nicht, dass sich die Schrecken eines solchen Bürgerkriegs nicht wiederholen könnten. Sie können und sie werden es, wie wir aktuell am Beispiel der Ukraine hoffentlich nicht erleben werden.*NW*
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beklemmend, Grausam und furchtbar Real, 22. Juni 2014
Von 
Anna S. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
»Georgi schreibt mit dem Hammer, schildert kaum erträgliche Grausamkeit. ... Der beste Politthriller zum jugoslawischen Bürgerkrieg.« Zitat Hr. Tobias Gohlis - DIE ZEIT

Diesem Zitat kann ich nur Zustimmen und genau hier liegt auch mein Problem mit dem Buch.

Zum Positiven:
Als Politthriller unheimlich spannend. Die Seiten sind nur so geflogen und nach 2 Tagen habe ich das Buch fertig gelesen.
Die Stimmung ist von Anfang an klar und weicht hier keinen MIllimeter ab:
Depressiv, Düster, Kalt und Hart.
So sind auch die Sätze. Kurz, knapp.
Keine Satzzeichen ausser Punkt und Komma. Zu Anfang etwas gewohnheitsbedürftig, nach 30 Seiten jedoch kein Problem mehr.
Die Story an sich ist sehr realistisch.
Die Hauptprotagonisten Jasna undurchschaubar, hart, fast mechanisch funktionierend.
Mit all dem kommt man jedoch erstaunlich gut zurecht.

Zum Negativen:
Das Buch ist sehr detailliert.
Die Foltermethoden und Vergewaltigungen klar und ungeschminkt beschrieben.
Und das war für mich einfach zu viel. Die Grausamkeiten der Folter sind für mich erträglich zu lesen, beispielsweise die Kreuzigung um jemanden zum reden zu bringen.
Bei den Schilderungen der Vergewaltigungen jedoch, hätte mir ein Hauch der Andeutung gereicht. Hier wird allerdings auch mit dem Hammer zugeschlagen und schonungslos wird von der Schändung kleiner Mädchen und alter Frauen geschrieben.
Dies ging mir an die Nieren, war jedoch wohl so vom Autor beabsichtigt?!

Mein Fazit:
Von der Politischen Seite und der Story ein grandioses Buch.
Von der tiefen Verwurzelung der Konflikte die heute noch schwelen, den Fanatismus für die eigene Sache, der Armut und der Ausweglosigkeit eines ganzen Volkes, sowie den Massakern und den großen Politikern, die Ihre Macht ausüben und sich später in Schweigen hüllen. Menschen die skrupellos die Fäden ziehen und Menschen die versuchen Gerechtigkeit zu erwirken für jene, die nicht mehr gehört werden.
Die Grausamkeiten der Folter und der Vergewaltigung sind jedoch zu viel und ich möchte hier eindringlich die zartbesaiteten Leser warnen, das es dieses Buch in sich hat. Wer das nicht verträgt lässt es besser im Regal stehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen bedrückende Geschichte, nicht immer passender Stil, 19. Juni 2014
Von 
Logan Lady (FR) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
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Jasna Brandic ist kurz vor dem Ziel. Sie hat es geschafft einen Kronzeugen für die Verurteilung des Kriegsverbrechers Kovac nach Den Haag zu bekommen. Doch kurz bevor der Zeuge vor Gericht aussagen kann, kommt es zu einem tötlichen Attentat. Der Prozess droht aufgrund fehlender Zeugen zu platzen, da erreicht Jasna eine Nachricht aus Belgrad. Wird sie ihr folgen?

"Tribunal" ist der erste Thriller von André Georgi und er hat sich dafür ein nicht gerade leichtes Thema ausgesucht. Er behandelt in seinem Werk die Jagd auf Kriegsverbrecher aus dem Bosnienkrieg Anfang der 90er Jahre. Auch wenn die Thematik bedrückend ist und viel Raum für gut erzählte Geschichten lässt, konnte mich der Stil Georgis nicht überzeugen.

Die Geschichte wird die gesamte Zeit aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei begleitet man sowohl die Ermittlerin Jasna, als auch später eine kleine Gruppe von Kriegsverbrechern, die sich auf der Flucht befinden. Die Entwicklung der Story ist spannend und man merkt, dass der Autor auch als Dramaturg unterwegs ist.

Allerdings wird Georgi mit seinem Stil seiner Geschichte nicht gerecht. Er erzählt nüchtern, distanziert und schonungslos. Was zu Beginn noch sehr gut passt, verleidete mir mit Fortschreiten des Werkes den Spaß am Lesen (soweit man hier von Spaß aufgrund der Thematik sprechen kann). Seine Figuren bleiben blass und oberflächlich, so dass ich auch keine Bindung aufbauen konnte. Die Beweggründe der Täter bleiben ebenso im Dunkeln wie die Entscheidungen der Ermittler. Zudem verwendet Georgi keine Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede, was gerade en vogue zu sein scheint, aber für mich immer wieder störend ist.

Das für mich größte Manko sind aber die bildlichen Vergleiche, die der Autor zieht. Egal, in welcher blutigen oder gewaltsamen Situation sich seine Figuren gerade befinden, die Vergleiche Georgis beziehen sich auf die primären und sekundären Geschlechtssmerkmale von Männern und Frauen. Das passt nun gar nicht zur Geschichte und schon gar nicht zur Thematik. Hier hätte ich mehr Fingerspitzengefühl erwartet.

Fazit: ein sehr gutes Debüt, was die Story angeht, aber am Stil sollte der Autor meiner Meinung nochmal feilen. Daher auch nur eine eingeschränkte Leseempfehlung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alles andere als Einheitsbrei, 13. Juni 2014
Von 
Hannibal (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
...aber auch nichts für zart besaitete Menschen. Denn hier kann man sich nicht ausschließlich damit beruhigen, dass es nur der Fantasie eines Autoren entsprungen ist. Autoren, die ihren Opfern immer neue Gräuel zuteil werden lassen.
Abgeschnittene Gliedmaßen, aiufetackerte Augen usw usw.
Tribunal erinnert an die schrecklichen Geschehnisse im Zuge des Balkan-Konflikts in den frühen 90ern und ruft uns ins Gedächtnis, was damals eigentlich so richtig schief gelaufen ist. Wie die internationale Gemeinschaft darauf reagierte.
Das ist der politische Aspekt.
Für die Thrillerkomponente strickte der Autor einen sehr gut ausgearbeiteten Plot um das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Es stockte einem ob der Brutalität schon manchmal den Atem. Dabei bin ich durchaus einiges gewöhnt.
Die Gräuel werden schonungslos und treffend beschrieben. So ist das ganze Buch in einem sehr angenehmen, an den entsprechenden Stellen eben auch schonungslosen Stil verfasst worden. Jedoch hat man dabei zu keiner Zeit das Gefühl, das hier Effekthascherei betrieben wurde.
Ich habe das Buch für den Urlaub geordert, jedoch gestern und heute Nacht zuende gelesen.
Schade. Jetzt muss ich im Urlaub auf zweite Wahl zurück greifen, denn Tribunal ist definitiv das beste Buch, welches ich in 2014 lesen durfte.
5 Sterne
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Düstere Einblicke, 2. Juni 2014
Von 
Gerda - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Dem Den Haager Kriegsverbrechertribunal fällt es schwer den Massenmörder Kovac festzunageln, Zeugen sterben, oder ziehen ihrer Aussagen zurück. Eine Ermittlerin des Tribunals, Jasna Brandic, begibt sich nach Serbien um weitere, mögliche Zeugen ausfindig zu machen .Eine ebenso schwierige wie gefährliche Aufgabe.
Mit seinem Nachkriegsroman gibt der Autor düstere Einblicke in die Vergangenheit und teilweise such in die Zukunft von Ex-Jugoslawien. Sowohl die Gräueltaten der Jugoslawienkriege, als auch die verbleibende Grausamkeit derer, für die der Krieg nie endete werden sehr detailliert geschildert. Flüssig und detailgetreu reiht Georgi eine Brutalität an die andere, nichts für zarte Seelen .Seine beiden Hauptprotagonisten bleiben erstaunlich seelenlos, sowohl Jasna als auch Peneguy wirken zu abgebrüht, wohingegen Branko sich deutlich abhebt, von ihm bekommt man ein klares Bild. Toll wäre auch eine Erklärung für die Motive der Wölfe ( die Jugoslawienkriege ) gewesen, eine Ursache für soviel Zerstörung hätte sicher den einen oder anderen Charakter verständlicher gemacht. Alles in allem sehr spannend, sehr brutal, sehr düster.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zuviel Blut, zuwenig Geschichte, 22. Mai 2014
Von 
Sonja von Faltin "Kaffeetrinker" (Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Ich muss mich den mauen Kritiken anschliessen, mir hat "Tribunal" so gar nicht gefallen.
Um die angesprochenen Bewertungen aufzugreifen: auch mir ist viel zu viel Blut im Spiel. Das Buch jagt von Beginn an von fürchterlicher Szene zu fürchterlicher Szene. Alles erinnert an ein Drehbuch, aber nicht an eine Geschichte. Grausamkeiten eines Ereignisses leben in einem guten Roman meines Erachtens auch vom Weglassen, aber hier wird alles breitgewalzt, jeder kleinste Schweisstropfen, der die Schläfe herunter rinnt, jeder Blutfleck auf dem Strassenpflaster.
Verloren gehen historische Hintergründe, das Verständnis für das Handeln der einzelnen Personen; mir war es ebenfalls nicht möglich, mich in die handelnden Charaktäre einzufühlen, oder gar mitzuleiden.
Gerade aber dieses Mitgefühl für einzelne Opfer hätte es mir möglich gemacht, dieses Buch trotz aller Grausamkeiten gerne zu lesen.
Dieses Auswalzen der Brutalität des Bosnien-Krieges bräuchte ein Gegengewicht, doch da ist leider nichts. Nicht der smarte Staranwalt Peneguy, nicht die leidende Ermittlerin Jana, und auch nicht deren Beziehung.

In den letzten Jahren gab es immer wieder Romane, die die Grausamkeiten des Bosnien-Krieges versuchten, schriftstellerisch aufzuarbeiten. Dieses Anliegen ist immer ein Gutes, aber im Fall von "Tribunal" gelingt es nicht wirklich, dem Leser Wissen zu vermitteln, welches über das unmittelbare Befremden den Tätern gegenüber und deren Verbrechen hinausgeht. Was ich auch extrem schade finde.

Fazit: zwei Sterne gibt es, weil der Autor gut schreiben kann, auch wenn mir der Stil zu abgehackt ist. Aber der Versuch, erzählerische Fiktion und die wahre Brutalität des Bosnien-Krieges unter einen Hut zu bekommen, hat mich nicht berührt, sondern eher abgestossen. Ich habe mich beim Lesen immer mehr durchringen müssen, das Buch nach einer Pause wieder in die Hand zu nehmen. Feinfühligeren Lesern rate ich vor einem Kauf, vorab ins Buch zu lesen.
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Tribunal (suhrkamp taschenbuch)
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