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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beeindruckendes Lebens- und Kindheitszeugnis, 21. Mai 2014
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Der später nach dem Krieg unter anderem in Frankfurt Geschichte lehrende Edgar Feuchtwanger war ein Neffe des berühmten Schriftstellers und Emigranten Lion Feuchtwanger.

Im Jahr 1939, als er 15 Jahre alt war, emigrierte auch Edgar Feuchtwanger mit seiner Familie nach England und kehrte im Unterschied zu vielen anderen Emigranten später in das demokratisch gewordene Deutschland zurück.

Bertil Scali, der in der Vergangenheit schon einen Roman und eine TV-Dokumentation über die Kindheit von Edgar Feuchtwanger im nationalsozialistischen Deutschland geschrieben hat, hat diesen nun in hohem Alter noch einmal ermutigt, seine Geschichte einer zunächst behüteten bildungsbürgerlichen Kindheit in einem jüdischen Elternhaus zu erzählen, in dem sich die intellektuelle Elite der Weimarer Republik die Klinke in die Hand gab. Am Münchner Prinzregentenplatz wird der aufstrebende Hitler zeitweise der Nachbar der Feuchtwangers, was dem Buch den Titel gab, zu dem Scali nun Edgar Feuchtwanger noch einmal ermutigt und überredet hat.

Auf eine berührende und eindrucksvolle Weise erzählt Feuchtwanger von einer großbürgerlich - jüdischen Lebenswelt, die mit dem Holocaust für immer verloren gegangen ist. Ein Verlust, den man in Deutschland lange nicht wahrhaben wollte und der den Leser an vielen Stellen traurig stimmt.

Zehn Jahre in der Nachbarschaft eines Diktators, vor dem die Familie dann doch fliehen und in der Fremde überleben konnte. Nicht allen, auch nicht allen Verwandten und Bekannten der Familie Feuchtwanger war das möglich. Viele sind ermordet worden oder haben das Leid und Elend der Emigration nicht ertragen.

Auch daran erinnert dieses beeindruckende Lebens- und Kindheitszeugnis.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erlebte Geschichte - spannend zu lesen, 12. Juni 2014
Man erlebt zehn Jahre aus der Sicht des Edgar Feuchtwanger, die beginnen, als er 5 Jahre alt ist, im Jahr 1929. Adolf Hitler zieht im Haus gegenüber der Familie Feuchtwanger am Münchner Prinzregentenplatz ein. Spannend und bewegend ist zu lesen, wie Edgar die Veränderung der Welt erlebt.
Schweigend lauscht er den Gesprächen der Erwachsenen. Noch 1932 sagt sein Vater: "Niemand will eine Diktatur. Nein, ich mache mir keine Sorgen."
Den ersten schmerzlichen Verlust erlebt Edgar, als sein Kindermädchen Rosie verschwindet, da sie als Arierin nicht mehr bei Juden arbeiten darf. Zunehmend verändern die politischen Verhältnisse in Deutschland auch seine kleine Welt. In der Schule verliert er seine Freunde und steht immer mehr im Abseits. Sein Vater ist jetzt mehr zu Hause, die Gespräche seiner Eltern klingen immer beunruhigender und schließlich wird sein Vater verhaftet.
Nach seiner Entlassung sucht er intensiv nach einer Möglichkeit Deutschland zu verlassen.
1939, vor Ausbruch des Krieges, entschließen sich seine Eltern zur Ausreise nach England und es gelingt ihnen ein Familienvisum für England zu erhalten. Edgar verlässt Deutschland als erster, alleine, im Alter von fast 15 Jahren.
Am letzten Abend vor seiner Abreise nach England schreibt er: "Seit wir die Bestätigung für unsere Abreise nach London erhalten haben, muss ich immer lächeln, wenn am Abend das Licht hinter den Fenstern des Führers angeht. Er weiß nicht, dass ich ihn beobachte, dass ich da bin. Er hat keine Ahnung davon, dass genau ihm gegenüber in zehn Jahren ein Kind herangewachsen ist, das eines Tages Zeugnis ablegen wird."
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wertvolles Zeitdokument, 10. April 2014
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Harmlos klingt es selbst nicht aus dem Munde des kleinen Edgar, wenn er darüber spricht, das Adolf Hitler gleich gegenüber in das Haus eingezogen ist. Hitler wird beobachtet, nicht nur von dem kleinen fünfjährigen Steppke. Wird Hitler abgeholt und es regnet, dann ist da ein fremder Mann der ihm den Regenschirm hält. Einmal kommt Edgar geht Edgar sogar so dicht an Hitlers Haustür vorbei und er bekommt mit, dass "Hitler" nicht Mal auf dem Namenschild steht. Das Kindermärchen erklärt warum dies so ist.

Dieses Buch liest sich spannend. Es beginnt mit dem Jahr 1929. Edgar Feuchtwanger schildert seine kindlichen Eindrücke, er beschreibt aber auch wie bekannte Leute auf Hitler reagieren. Da ist zunächst sein Onkel Lion Feuchtwanger, ein Bruder seines Vaters, aber zu den Prominenten gehören auch Thomas Mann und Carl Schmitt. Unterschiedlich bewerten sie die Gefährlichkeit Hitlers. Manche sehen in ihm den Spinner, andere einen gefährlichen Mann dem man alles zutraut.

Die einzelnen Kapitel sind jahrweise geordnet. Das letzte endet 1939. Inzwischen ist klar wie gefährlich Hitler geworden ist. Auch für Edgar Feuchtwanger hat das gefährliche Leben längst begonnen. Parks dürfen von Juden nicht mehr betreten werden und die gesamte Stimmung die der Autor erfährt ist geprägt von Gefahr und Drangsal.

Aus dieser Sicht habe ich jene Zeit noch nicht geschildert bekommen. Ein wertvolles Zeitdokument!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtiges Zeitdokument, 16. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hervorragend bildhaft geschrieben. Die ganze Vergangenheit steht wieder vor einem. Solche Zeitdokumente gehören in jede Bibliothek. Die Feuchtwanger - Tradition ist fortgesetzt.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiges Stück Zeitgeschichte!, 16. April 2014
Von 
Monika Schulte ""Lesezeit"" (Hagen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Edgar Feuchtwanger wächst in ein einer großbürgerlichen Welt auf. Kino, Theater, Konzerte. Sein Vater leitet einen Verlag. Seine Mutter ist Pianistin. Sein Onkel ist der berühmte Autor Lion Feuchtwanger (Jud Süß). Er sieht Menschen wie Carl Schmitt und Thomas Mann kommen und gehen. Eines Tages jedoch bekommen die Feuchtwangers einen neuen Nachbarn. Adolf Hitler. Er wohnt schräg gegenüber, direkt am Prinzregentenplatz in München. Wachen stehen vor dem Haus. SA-Leute marschieren durch die Straßen. In der Wohnung der Feuchtwangers nimmt das Thema Hitler und seine Politik einen immer größeren Raum ein. Noch darf der Vater seiner Arbeit nachgehen, doch in der Schule wird der junge Edgar immer mehr ausgegrenzt. Sein einst bester Freund spielt plötzlich nicht mehr mit ihm. Im Unterricht müssen sie Hakenkreuze malen. Der Vater ist immer öfter zu Hause. Immer mehr wird der jüdischen Bevölkerung verboten. Die Luft zum Atmen wird für sie immer dünner. Immer mehr deutsche Juden verlassen das Land, doch wo sind sie wirklich sicher? Erwarten sie in einem anderen Land nicht auch dieselben Erniedrigungen? Immer mehr Menschen werden verhaftet, werden nach Dachau in die Nähe Münchens gebracht. Hitlers "Säuberungsaktion" hat längst begonnen. Kommunisten, Demokraten, Homosexuelle, Kranke, Zigeuner und natürlich Juden - sie alle kommen ins Lager, ins Gefängnis. Auch Edgars Vater wird verhaftet, kommt nach Wochen der Angst und der Verzweiflung abgemagert wieder frei. Die Eltern wollen nun auch endlich Deutschland verlassen, ihr geliebtes Land. Hier haben sie immer gelebt, geliebt, gearbeitet. Mit Hilfe der schon geflohenen Verwandtschaft im Ausland gelingt es den Feuchtwangers, Visa zu bezahlen. Als erster fährt Edgar - ganz allein. Er fährt nach Großbritannien. Die Eltern folgen einige Zeit später. Bevor der alles zerstörende Krieg beginnt, haben sie es geschafft das Land zu verlassen.

"Als Hitler unser Nachbar war", das sind die Kindheitserinnerungen des Edgar Feuchtwangers, der später Historiker wurde. Lange Zeit sah er keine Notwendigkeit darin, seine Geschichte aufzuschreiben. Bertil Scali gelang es schließlich ihn umzustimmen. Gemeinsam sind die beiden aufgebrochen, haben sich auf Spurensuche durch München gemacht, auf die Spurensuche von Edgars Kindheit.

"Als Hitler unser Nachbar war" ist ein außergewöhnliches Buch. Da ist der kleine Edgar Feuchtwanger, der hautnah miterlebt, wie sich seine Stadt, wie sich sein ganzes Leben plötzlich innerhalb kürzester Zeit verändert. Dieses Buch ist spannend, es ist authentisch. Es ist ein großartiges Stück Zeitgeschichte, verstörend, berührend.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tolles buch!, 19. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr interessant, eine schilderung aus dieser perspektive zu lesen! Sehr angenehm geschrieben, der autor schildert seine erlebnisse bildhaft, dass man sich gut in die handlung hineinversetzen kann.
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