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73
4,4 von 5 Sternen
Das Haus am Alsterufer: Roman
Format: Kindle EditionÄndern
Preis:8,99 €
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. August 2014
Micaela Jary hat mich gefesselt, an mein erstes Buch von ihr.
Sie hat eine große Familiengeschichte mit starken, unvergesslichen Protagonisten geschrieben. Es ist unglaublich stark bildhaft geschrieben, ich konnte mein Kopfkino überhaupt nicht mehr ausschalten. Toll finde ich auch, daß man den ersten Weltkrieg aus der Sicht der "Heimatfront" mitbekommt, meistens liest man die Sicht der Soldaten. Die Lebenskünstler auf dem Monte Verita hat es wirklich gegeben! Überhaupt ist das Schöne, daß es das Haus am Alsterufer auch wirklich gibt, die Wohnungen und Straßen in Hamburg und München auch heute noch da sind, so kann jeder wenn er will an den Originalstätten das Ganze nochmal nachempfinden.
Zur Geschichte:
Es geht im wesentlichen um die Familie Dornhain in den Jahren um 1911, kurz vor und während des 1.Weltkriegs. Die Dornhain besitzen eine Reederei und zählen somit zu den Reichen im damaligen Hamburg. Es gibt den Haushaltsvorstand Victor, seine drei Töchter Ellinor, Helene, genannt Nele und Lavinia, genannt Livi und die Großmutter charlotte. Bedienstete sind auch noch vorhanden, der Fahrer, die Köchin und zwei Hausmädchen, bis Klara dazustößt, das dritte Hausmädchen. Klara bringt ein Geheimnis mit, um das nur Victor und seine Mutter wissen. Leider verlieben sich Nele und Lavinia in den gleichen Mann, wie das ausgeht sollte der geneigte Leser selber lesen. Auch Lavinia, das kapriziöse Nesthäkchen erlebt einiges. Sie schafft es einen Skandal hervorzurufen, an dem ihr Vater schwer zu knabbern hat. Wie und ob Victor das alles aushält und er seine Fassade aufrechterhalten kann, sollten sie auch selber lesen.
Auf jeden Fall eine unbedingte Mußempfehlung, ich hätte gerne 6 Sterne gegeben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 11. September 2014
Als im Jahr 1911 eine junge Frau bei der Reedersfamilie Dornhain klingelt und mit einem Empfehlungsschreiben um Stellung bittet, versetzt das einige Familienmitglieder in Erstaunen. Die Dornhains, das ist der verwitwete Reeder mit seinen drei Töchtern und der im Haushalt lebenden Großmutter. Ebenso das dazugehörige Dienstpersonal nicht zu vergessen.
Die Geschichte handelt aber nicht nur von Klara, die Victor Dornhain als drittes Dienstmädchen einstellt, sondern den drei Schwestern Ellinor, Nele und Lavinia, kurz Livi genannt. Jede Charaktere hat eine eigene Thematik. Die hamburgischen Dornhains zählten zu den alteingesessenen hanseatischen Familien.

Nele wohnte derzeit in München, wo sie Kunst studiert. Für die damaligen Verhältnisse und dann noch als Reederstochter gewiss nicht üblich – Standesdünkel halt.
Als Älteste der drei Schwestern lag es nahe, dass Ellinor die Nachfolge des Vaters antreten würde. Eine starke Persönlichkeit mit Interesse an der Arbeit der Firma und sie setzt sich für die Rechte der Frauen ein. Das aber alles mit klugem Verstand, halt zurückhaltend, nicht auffallen.
Lavinia, die Jüngste des Trios, das Küken, aber auch diejenige, die immer ihren Willen durchsetzen will.
Über sieben Jahre begleitet der Leser die Hamburger Reedersfamilie Dornhain. Welche Rolle das Dienstmädchen Klara in der Familie spielt, gehört zur Geschichte. Deshalb gehe ich auch nicht näher auf den Inhalt ein. Wer mehr wissen möchte, kann auch einfach nur den Klappentext lesen oder halt sehr ausführliche Rezensionen, in denen sehr viel preisgegeben wird.

Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, der Krieg selbst und die Umbruchzeit danach, richtungsweisend für eine Demokratie, gegen eine Räterepublik, all diese Themen finden sich in der Handlung wieder.
Doch nicht nur die damaligen Zeiten, auch ihre lebendig beschriebenen Charaktere lassen den Leser voll in die Geschichte eintauchen, miterleben.

Meiner Meinung kein normaler historischer Roman, auch keine normale Liebesgeschichte, aber Herz und Schmerz sind miteinander verbunden.

Das Buch fängt die Stimmung des 20. Jahrhunderts zu Zeiten des Ersten Weltkriegs gut ein, ebenso das der hanseatischen Oberen Gesellschaft, die frei von materiellen Sorgen in ihren Villen leben.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Februar 2015
Leider ist das Buch tatsächlich ziemlich langatmig und dann auch noch an den falschen Stellen. Mit einer Figur identifizieren konnte ich mich auch nicht, alle hatten wenig Charakter. Das Wort farblos trifft es schon recht gut.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. März 2015
Die Geschichte beginnt mit einem Brief an die ältere Schwester Nele, geschrieben von der jüngeren Lavinia die ankündigt sich demnächst verloben zu wollen. Natürlich möchte Nele ihre Schwester unterstützen und so reist diese kurze Zeit später von München nach Hamburg. Unterwegs macht sie Bekanntschaft mit einem sehr netten, höflichen jungen Mann. Sein Ziel ist ebenfalls Hamburg, er ist Architekt und möchte zur Feier des vor kurzem fertig gestellten Elbtunnels.

Fast zur gleichen Zeit wird die 16 jährige Klara in der Familie Dornhain als Hausmädchen eingestellt und das ganz ohne Referenzen. Nur der Hausherr und seine Mutter wissen, wer diese Klara wirklich ist. Klara ist auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter und lernt dadurch den Mann ihres Lebens kennen und lieben.

Wenige Jahre später bricht der erste Weltkrieg aus der alles bisher dagewesene sehr stärk verändert.

Die war mein erster Roman, welchen ich von der Autorin lesen durfte und es war mit Sicherheit nicht der letzte, soviel steht fest.

Der Schreibstil ist wunderbar locker und einfach gehalten und man kann das Buch prima schnell lesen. Kleiner Kritikpunkt, an manchen Stellen war es mir einfach etwas zu langatmig das ganze.Auch hätte ich nicht zu viel auf dem Klappentext verraten, gerade was die Beziehung Klaras zur Familie Dornhain anging. Ich denke der Leser hätte das ganze selber beim lesen raus finden wollen. Daher leider Punkt Abzug.

Eine wunderbare Familiengeschichte die zum schmökern einlädt. Wir lernen den Reederer Victor Dornhain und seine drei Töchter kennen. Ellinore ist die Älteste der drei und setzt sich sehr für den armen und Schwachen ein, Nele ist die Künstlerin der Familie und studiert Kunst in München und Lavinia ist das verwöhnte Nesthäkchen der Familie, die immer alles bekommt was sie möchte, sogar den Mann, den sie eigentlich nicht liebt, aber indem Nele so eine Art Seelenverwandten gefunden hat. Auch dürfen die Leser Einblicke in das recht junge Leben von Klara Thießen werfen, die als 3. Hausmädchen bei der Familie anfängt. Dem Leser wird schnell klar, welche Rolle Klara im ganzen spielt und warum sie nur auf Empfehlung aus Glückstadt eingestellt wurde. Sie ist die illegitime Tochter des Reederes.

Die Charaktere sind alle wunderbar durchdacht, authentisch und recht sympatisch. (Werde aber jetzt nicht auf alle eingehen)

Allerdings ging mir auch nach kurzer Zeit das Verhalten von Lavinia tierisch auf den Keks. Mit ihr und ihrem doch sehr verwöhnt kindlichem Verhalten konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Da möchte sie auf Teufel komm raus einen Mann heiraten und hat am Ende doch extrem Zweifel, ob es das richtige war, da sie plötzlich andere Interesse hat, als vorher.

Klara das Hausmädchen, von ihr hätte ich noch so viel mehr erfahren und hoffe dies wird noch in den folge Bänden passieren.

Das Buch spiegelt sehr gut die Anfänge des 20. Jahrhunderts wieder auch rund um den ersten Weltkrieg.

Ich finde es ist kein reiner historischer Roman oder gar eine Liebesgeschicht, nein eher eine sehr gute Mischung aus allem. Denn Herz, Schmerzen und die Liebe liegen doch sehr nah zusammen.

Fazit: Wer eine schöne Familiengeschichte zu Beginn des ersten Weltkrieges lesen möchte, ist hier mit wunderbaren Lesestunden an der richtigen Stelle. Ganz klar Empfehlung von mir an euch.
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am 31. August 2014
Hamburg, 1911. Der Reeder Victor Dornhain hat drei Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Älteste, Ellinor, ist eine vernünftige junge Frau, die mangels Sohn vom Vater auch als Erbin des Familienunternehmens vorgesehen ist und entsprechend eingearbeitet wird. Sie ist immer eine vornehme junge Hamburger Dame, die aber auch ihren eigenen Kopf hat und sich für Frauenrechte und sozial benachteiligte Menschen einsetzt. Dies tut sie jedoch immer mit dem gebotenen Anstand und einer bewundernswerten Diplomatie, so dass sie gar nicht groß auffällt.
Ihre beiden Schwestern sind da anders. Helene, genannt Nele, will Künstlerin werden und darf sogar in München studieren. Dort lernt sie eine ganz andere Welt als den steifen Hamburger Kaufmannsadel kennen.

Und dann ist da noch Lavinia, genannt Livi, das Nesthäkchen der Familie. Ihr ließ man alles durchgehen und entsprechend ist sie zu einer ziemlich verwöhnten jungen Dame herangewachsen. Als sie sich in den Kopf setzt, den Architekten Konrad Michaelis zu heiraten, obwohl der gar kein Interesse an ihr zeigt, nimmt das Unheil seinen Lauf.
Denn gerade diesen Mann hat Nele vor kurzem zufällig kennengelernt und die beiden haben sich verliebt, ohne zu wissen, wer der andere ist.
Als Nele begreift, dass sie in den Verlobten ihrer kleinen Schwester verliebt ist, bricht sie den Kontakt zu ihrer Familie beinahe vollständig ab und beinahe kommt es in München zu einer Katastrophe. Nur langsam findet Nele ihren Weg im Leben wieder.

Die Ehe von Livi und Konrad steht so natürlich unter keinem guten Stern und letztlich ist keiner der drei mit der Situation wirklich glücklich. Doch eine Scheidung steht nicht zur Diskussion, so etwas gibt es in diesen Kreisen nicht, da bleibt Victor Dornhain hart. Auch er hat seine Erfahrungen gemacht, was unerlaubte Liebe angeht und leidet bis heute unter den Folgen, über die er mit niemandem sprechen kann.

Für mich war dieses Buch eine äußerst interessante Geschichte, die viele unterschiedliche Themen streift und behandelt, ob es nun um den Bau des Elbtunnels geht, den Kampf für die Frauenrechte, Künstlerkolonien in der Schweiz und vieles andere mehr.
Anhand der drei so unterschiedlichen Schwestern setzt die Autorin ein spannendes und abwechslungsreiches Bild jener Zeit zusammen, von Hamburg über München bis in die Schweiz.

Den Klappentext fand ich etwas unglücklich gewählt, enthüllt er doch praktisch schon, was es mit Klara, dem neuen Dienstmädchen im Hause Dornhain, auch sich hat. Auch wenn man sich das als Leser auch so schnell denken kann, hätte ich Klaras Hintergrund lieber selbst beim Lesen erfahren, denn sie als vierte Protagonistin bildet einen interessanten Gegensatz zu den drei Töchtern des Hauses.

Insgesamt auf jeden Fall eine wunderbar detailreiche Geschichte vom Beginn des 20. Jahrhunderts!
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Meine Meinung:
Von den deutschen Großstädten ist mir Hamburg die liebste und deshalb war ich sehr daran interessiert, dieses Buch zu lesen. Vor vielen Jahren habe ich mich in dieser Stadt öfter aufgehalten und mir kamen die meisten Plätze, an denen die Handlungen spielten, bekannt vor. Durch den alten Elbtunnel bin ich natürlich auch schon gegangen und fand es ganz toll, nun alles noch genauer vor Augen zu haben.

Micaela Jary erzählt in diesem Buch die Geschichte der Reederfamilie Dornhain. Victor Dornhain ist verwitwet und lebt mit seiner Mutter und seinen drei Töchtern in einem wunderschönen Haus am Alsterufer. Natürlich stand der Familie ausreichend Personal zur Verfügung, das dafür sorgte, ihnen das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. In dem Haus hätte ich wohl auch gerne gewohnt. Aber die Zwänge sich immer standesgemäß zu verhalten wären nicht mein Fall gewesen. Allerdings haben die beiden Töchter Elli und Nele für sich die richtigen Wege und Rückzugsmöglichkeiten gefunden. Einzig Livi fand das Leben, das sie führen durfte, toll. Leider entwickelte sie sich in meinen Augen zu einem verwöhnten, oberflächlichen und sehr dummen Mädchen. Teilweise tragen die Großmutter und der Vater die Schuld, sie hätten sie mehr fordern müssen. Aber Livi hatte auch kein Interesse etwas mehr von der Welt zu wissen, sie fand es wichtiger Einkaufsbummel zu machen und in den Tag hinein zu leben. Auch als die Welt durch den Krieg in Scherben lag, hatte sie immer noch nicht den Ernst erfasst. Man merkt, Livi konnte ich so gar nicht leiden und hätte ihr gerne mehr als ein paar ernste Worte gesagt.
Trotzdem fand ich das Buch und die Geschichte der Familie sehr fesselnd. Mit dem Verhalten von Livi waren halt die Schicksale anderer Familienmitglieder verknüpft.

Aber es drehte sich zum Glück nicht alles um Livi. Wie es dem Personal erging, welche Gedanken sie sich machten und wie sie mit allem klar kamen, war ebenso so interessant zu erfahren. In meinen Augen ist Elli etwas zu kurz gekommen in der Schilderung. Aber ich gehe mal davon aus, dass es ja noch weitere Bücher geben wird und ich als Leserin dann viel mehr von ihr erfahren kann.
Nele, die nicht nur unglücklich verliebt, sondern auch schwer erkrankt ist, habe ich sehr bewundert. Sie hat schwere Zeiten bestens gemeistert und sich dem Schicksal gestellt.

Die Autorin hat viele Personen in die Geschichte eingebunden und ihnen gleichzeitig interessante Charaktere zugeordnet. Sei es neugieriges oder loyales Personal. Sei es die Großmutter, die sehr darauf achtet, dass man dem Stand entsprechend lebt und auf Rituale besteht, selbst als es im Krieg immer schwerer wird sie einzuhalten. Oder die Künstler mit denen Nele in München Umgang hat und die so genannten Freundinnen, die Elli in Hamburg kennt und mit denen sie viel gutes für die Frauen durchsetzen will.

Man merkt auch, dass Micaela Jary alle Orte kannte, wo ihre Protagonisten lebten. Das Buchcover hat mir natürlich sehr gut gefallen, passt es doch genau zum Inhalt des Buches.

In der letzten Zeit erschienen immer mehr Bücher, die um die Zeit des ersten Weltkrieges spielten. Das finde ich besonders interessant, denn ich hatte bisher das Gefühl, dass genau diese Zeit etwas vernachlässigt wurde. Die meisten historischen Büchern waren im Mittelalter angesiedelt, über das die interessierten Leser manchmal besser informiert waren, als über Geschehnisse der jüngeren Vergangenheit. Deshalb fand ich es auch ganz toll, dass dieses Buch 1911 begann.

Fazit:
Ich hoffe, dass dieses Buch der Auftakt der Familiensaga ist und wir noch mehr über die Familie erfahren werden. Auf jeden Fall kann ich dieses Buch empfehlen, die Geschichte einer Familie mit historischem Hintergrund.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. September 2014
Die Geschichte um den wohlhabenden Hamburger Reeder Dornhain und seine drei ungleichen Töchter spielt in den Jahren kurz vor und während des ersten Weltkrieges.
Während die älteste, selbstbewusste Tochter Ellinor sich dem väterlichen Geschäft und der Frauenbewegung verschreibt und das verwöhnte, naive Nesthäkchen Lavinia versucht in Liebesdingen ihren Kopf durchzusetzen, studiert die mittlere Tochter Nele Malerei in München.
Während eines kurzen Aufenthalts zu Hause in Hamburg lernt Nele durch Zufall den attraktiven Architekten Konrad kennen und verliebt sich in ihn. Ohne zu ahnen, dass dies der Mann ist auf den es ihre jüngere Schwester abgesehen hat.

Meine Meinung:
Gefühle spielen bei diesem historischen Schmöker eine große Rolle. Vieles dreht sich um die Liebe und ihre verschiedenen Spielarten.
Von der großen Liebe auf den ersten Blick, der verschmähten und unglücklichen Liebe, der kindlich schwärmerischen oder auch der verbotenen, da nicht standesgemäßen Liebe handelt dieser Roman. Alles ist wunderbar eingebettet in den zeitlich-historischen Rahmen, durch den man u. a. viel Interessantes über die damals noch junge Frauenbewegung erfährt oder auch über die Entwicklungen in der Kunst und Architektur des beginnenden 20. Jahrhundert.
Die Personen sind sehr liebevoll und facettenreich gezeichnet, so dass man sich durchaus in jede von Ihnen hineinversetzen kann. Selbst für die eher unsympathischen Charaktere und deren Handlungen entwickelt man dadurch zumindest etwas Verständnis.
Etwas unbefriedigend fand ich die Entwicklung der Beziehung zwischen Dornhain und dem Dienstmädchen Klara.
Dem Leser ist zwar schon bald klar, warum Klara anstandslos in den Haushalt aufgenommen wurde, jedoch fand ich es schade, dass das Mädchen anscheinend nie den wahren Grund erfahren hat.
Aber vielleicht passt ja gerade diese Entwicklung in die Zeit des beginnenden 20. Jahrhundert, in der eine nicht standesgemäße Ehe schlicht unmöglich war und ist somit einfach nur historisch korrekt.

Fazit:
Ein wunderbarer und gefühlvoller Familienroman mit interessanten Charakteren und gut recherchiertem Hintergrund.
Fans dieses Genres werden garantiert viele schöne Lesestunden genießen können.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Micaela Jary schreibt wunderbare Romane, die sie hervorragend recherchiert. Ich habe schon mehrere Romane von ihr gelesen. So ist es auch hier. Interessant ist, wie sie im Anhang schreibt, dass sie bereits mit 17 Jahren den Romanentwurf geschrieben hatte, der jedoch verloren ging. Dies nahm sie jetzt zur Grundlage für diesen Roman. Sie schreibt über Häuser und Villen in Hamburg, die sie kennt oder in denen sie einst selbst gewohnt hat, ebenso in München und andere Orte und Plätze. Aber auch bekannte Menschen dieser Zeit, wie die Maler Marc und Kandinsky z.B. gibt sie Platz in ihrem Roman. Sie gibt dem Leser das Gefühl Teilnehmer und Beobachter ihrer Geschichte zu sein.

Zum Inhalt:

Die reiche Hamburger Reedersfamilie Dornhain lebt in ihrer feudalen Villa am im Harvestehuder Weg am Alsterufer. Das sind der verwitwete Victor Dornhain, seine Mutter und seine 3 Töchter Ellinor, Helene - Nele genannt - und das verwöhnte Nesthäkchen Lavinia. Nele studiert in München, malt und will Grafikerin werden. Ellinor engagiert sich sozial in einer Frauenbewegung und Lavinia fliegt wie ein Schmetterling von Ball zu Ball und will immer im Mittelpunkt stehen.

So ist es auch, als sie bei der Einweihung des Elbtunnels den Architekt Konrad Michaelis kennenlernt. Für sie steht nun fest, dass sie diesen Mann heiraten wird, obwohl er nicht zum Stand ihrer Familie gehört. Sie lässt sich allerhand einfallen, so dass Konrad irgendwann keine Möglichkeit mehr hat, als um ihre Hand anzuhalten. Keiner ahnt, dass er längst Nele liebt, die er schon vor Lavinia kennengelernt hatte. So nimmt diese Tragik ihren Lauf...

Und dann gibts da noch Klara, die von ihrer Ziehmutter ins Haus am Alsterufer geschickt wurde und seit dem dort als Hausmädchen arbeitet. Warum das ausgerechnet diese Familie ist, für die sie arbeiten soll, ist ihr nicht klar. Sie kennt weder ihren Vater noch ihre Mutter und hofft sie in Hamburg zu finden.

Nele bricht in München zusammen und kämpft sehr lange um ihr Leben und Gesundheit. Sie reist zur Erholung in den Tessin und kommt dort zur Ruhe und findet letztendlich ihre Berufung. - Und dann bricht der erst Weltkrieg aus und stellt alles auf den Kopf.

Sehr eindrucksvoll beschreibt die Autorin auch den Einfluss des Krieges auf die Hamburger Bevölkerung, die Not und den Hunger, die die Menschen, die sich nicht an den Kriegsschauplätzen befinden, durchleiden müssen.

Der Schluss des Romans gibt Hoffnung, dass es hierzu eine Fortsetzung geben kann. Ich hoffe darauf!

Eine wunderbare und eindrucksvolle Familiensaga, spannend und berührend, die mich bestens unterhalten hat!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Juli 2014
Der Roman beginnt im Jahr 1911 am Alsterufer in Hamburg. Dort trifft man zunächst auf Nele, Lavinia und Klara. Man lernt auch Konrad Michaelis kennen und ahnt schon direkt, dass sich hier ein Skandal anbahnt. Schließlich haben sich Lavinia und Nele, die beiden Schwestern unabhängig voneinander in Konrad Michaelis verliebt. Doch Nele verzichtet zugunsten ihrer kleinen Schwester auf die Liebe ihres Lebens. Doch lässt sich wahre Liebe ewig verstecken? Werden Nele und Konrad wieder zueinander finden? und wie beeinflusst der nahende Krieg die Protagonisten?

Mich hat die detailreiche Schilderung der Lebensumstände sehr beeindruckt. Das Leben zwischen 1911 und 1918 ist wirklich nicht einfach gewesen, gerade für eine Frau. Die Frauen mussten standesgemäß heiraten und ab dem Zeitpunkt der Hochzeit die treusorgende Ehefrau sein. Eine wirkliche Wahl haben die jungen Frauen von damals nicht gehabt. Um keine Schande auf die Familie zu werfen, war es üblich, dass junge Frauen ihre eigenen Gefühle hintenan gestellt haben.

Die Autorin hat es hier wunderbar verstanden mich in das Jahr 1911 zu versetzen und ich fand es wahnsinnig spannend das Leben von damals mit dem heutigen zu vergleichen. Ich konnte mich so toll an den Ort des Geschehens versetzen, dass ich teilweise wirklich das Gefühl hatte neben den Protagonisten zu stehen und ihren Gesprächen zu lauschen.

Die Entwicklung der Liebesgeschichte hat mich aber auch emotional mit auf eine Reise genommen. Ständig habe ich gezittert ob noch alles gut ausgeht und ich war zutiefst beeindruckt von Neles Selbstlosigkeit. Nele stellt sich selbst völlig hinten an um ihrer Schwester das Glück zu ermöglichen.

Nele war von Anfang an meine Lieblingsprotagonistin, sie ist schlau, selbstlos und sie weiß genau was sie will. Auch versucht sie sich ihre Unabhängigkeit so gut wie möglich zu erkämpfen.

Insgesamt haben wir hier eine durchweg gelungene Familiensaga vor einem beeindruckenden und sehr gut recherchiertem historischen Hintergrund. Ich bin sehr begeistert und kann euch das Buch nur empfehlen.

Ich vergebe hier: ★★★★★
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Juli 2014
Dies war mein erster Roman, den ich von Micaela Jary gelesen habe. "Das Haus am Alterufer" entführt uns ins Hamburg um 1911. Zu dieser Zeit beginnt die tief greifende Familiensage mit unvergesslichen Charakteren.

Inhalt: Nur widerstrebend stimmt der verwitwete Reeder Victor Dornhain der Heirat seiner Tochter Lavinia mit dem Architekten Konrad Michaelis zu. Niemand in der Familie ahnt, daß Lavinias Schwester, die Malerin Nele, ihren Schwager liebt. Etwa zeitgleich wird die 16jährige Klara Tießen als Hausmädchen bei Dornhains eingestellt. Nur Victor Dornhain und seine Mutter Charlotte wissen, dass Klara sein illegitimes Kind ist. Drei Jahre später bricht der Große Krieg aus und verändert alles: In der Tragödie erkennt Lavinia ihre wahre Bestimmung, Klara findet auf der Suche nach ihrer unbekannten Mutter den Mann ihres Lebens, und das Schicksal seiner Familie wird für den Reeder zu einer Frage der Ehre...

Das umwerfende Buch ist in drei Teile gegliedert und jeder Teil beginnt mit einem Brief. Dies ist immer eine wunderbare Einstimmung auf den jeweiligen Abschnitt. Im ersten Teil, der von 1911-1912 spielt, dürfen wir alle Protagonisten sehr gut kennenlernen und bekommen ein interessanten Einblick in die Gepflogenheiten der damaligen Zeit. Die drei Töchter des Reeders könnten nicht unterschiedlicher sein: Da ist die geschäfttüchtige Ellionor, die wahrscheinlich einmal die Reederei übernimmt; dann Helene (genannt Nele), die in München ein unbeschwertes Studentenleben führt und die jüngste Lavinia, die immer und überall ihren Kopf durchsetzt und alles bekommt, was sie will. Der zweite Teil, der im Jahr 1913 spielt, ist Lavinia gewidmet. Hier lernen wir die junge Dame noch besser kennen. Im dritten Teil, er spielt von 1914-1916, ist die Verzweiflung manchen Protagonisten direkt zu spüren. Der Epilog war hoch interssant, lässt jedoch einige Fragen offen, sodaß eine Fortsetzung der Geschichte durchaus möglich wäre.

Der Schreibstil der Autorin hat mich fasziniert. Für mich war alles greifbar. Die geschichtlichen Hintergründe waren hochinteressant und auch das Eintauchen in eine andere Welt vor dem 1.Weltkrieg war aufregend. Eine Geschichte, die mich von Anfang bis zum Ende gefesselt und nicht mehr losgelassen hat. Einfach fantastisch. Ein dickes Lob an die Autorin, der ein wunderbares Werk gelungen ist.

Auch das Cover mit dem prächtigen Herrenhaus an der Alster ist atemberaubend. Ebenso die Aufmachung des Buches. Zu Beginn die tolle Karte, die uns einen Einblick in Hansestadt gibt. Alles hervorragend.

Ich war und bin immer noch restlos begeistert. Schade, daß ich nicht mehr als 5 Sterne vergeben kann. Für mich war es ein absolutes Lesehighlight.
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