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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein heikles Thema mit englischem Humor gemeistert
Das Fremde macht Angst. Und da Angst bekanntlich ein schlechter Ratgeber ist, sucht man besser Wege, dem Ursprung dieser Emotion auf die Spur zu kommen. Als Schriftsteller ist es für Antony McCarten klar, dass er sich dem Fremden in Form von Geschichten nähern muss, wenn er spontane Abwehr vermeiden will. Daher erfindet er Figuren, deren Ähnlichkeit mit...
Vor 6 Monaten von Fuchs Werner Dr veröffentlicht

versus
21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein wenig zu viel...
Wieder einmal nimmt Anthony McCarten sich einer Randgruppe der englischen Gesellschaft an. Dieses Mal geht es um Azime, eine junge Frau mit kurdischen Wurzeln, die ihren Weg zwischen Tradition und Moderne finden muss. Auf der Beerdigung einer Freundin, die es gewagt hat, einen italienischen Freund zu haben und deren Leben mit dem Fall aus dem achten Stockwerk eines...
Vor 6 Monaten von Eskalina veröffentlicht


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein heikles Thema mit englischem Humor gemeistert, 9. März 2014
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Audio CD)
Das Fremde macht Angst. Und da Angst bekanntlich ein schlechter Ratgeber ist, sucht man besser Wege, dem Ursprung dieser Emotion auf die Spur zu kommen. Als Schriftsteller ist es für Antony McCarten klar, dass er sich dem Fremden in Form von Geschichten nähern muss, wenn er spontane Abwehr vermeiden will. Daher erfindet er Figuren, deren Ähnlichkeit mit realen Personen zwar rein zufällig wäre, aber die Wirklichkeit trotzdem besser wiedergibt als viele theoretische Abhandlungen.

Eine solche Figur ist Azime Gevas. Die zwanzigjährige Tochter einer kurdisch-muslemischen Familie lebt mir ihren Verwandten in einem heruntergekommenen Stadtteil von London und will sich partout nicht mit den einengenden Traditionen des Islam abfinden. Doch dieser Widerstand allein wäre noch keine Geschichte, die das Publikum in den Bann ziehen könnte. Was die Story vorantreibt ist der Entschluss von Azime Gevas, der erste weibliche muslimische Stand-Up-Comedian der Welt zu werden.

Selbstverständlich stößt dieses Ansinnen im Umfeld von Azim nicht auf großes Verständnis. Aber da ihre Rebellion nicht aufgesetzt ist, sondern aus dem tiefsten Innersten kommt, kann sie nichts und niemand von ihrem steinigen Weg abbringen. Und wie sie ihr hohes Ziel schließlich erreicht, beschreibt Antony McCarten in Form einer Komödie.

Wenn mich der Roman an etlichen Stellen an das Werk Friedrich Dürrenmatts erinnerte, ist dies wohl kein Zufall. Denn auch Antony McCarten hat sich einen Namen als Verfasser von Theaterstücken gemacht. Daher beherrscht er auch die Kunst, messerscharfe Dialoge zu schreiben und seine Figuren in wenigen Strichen zu skizzieren. Zudem weiss er genau, auf welchen Gegebenheiten der menschliche Witz beruht.

Dieses Wissen wird auch dem Leser oder Hörer dieses Romans vermittelt, indem er Azim Gevas einen Kurs für Amateurcomedians besuchen lässt. Und die Lehrerin dieser „Schule“ ist eine so starke Figur, dass mit dieser Nebenhandlung auch unser Bild moderner Didaktik zerstört wird. Denn immer verstanden und gelobt zu werden, bringt Schüler nicht wesentlich weiter.

Für die dramatischen Momente sorgen die Bewahrer einer islamischen Tradition, die Frauen das Recht zu einem selbstbestimmten Leben verweiger. Denn der Erfolg von Azim Gevas bedroht bestehende Machtstrukturen so stark, dass es schon bald zu Morddrohungen kommt. Wie die Geschichte schließlich endet, wird selbstverständlich nicht verraten.

Kurz zusammenfassen möchte ich jedoch, wie diese witzige und zum Nachdenken verführende Gesellschaftskomödie als Hörbuch umgesetzt wurde. Und da lautet das Gesamturteil schlicht: großartig. Den erzählenden Part übernimmt Rufus Beck, womit auch gleich gesagt ist, dass jede Figur eine unverwechselbare Stimme bekommt. Und wenn die kurdisch-muslemische Abweichlerin auftritt, sorgt Adriana Altaras dafür, dass wir uns so leicht mit der jungen Frau identifizieren können. Die 1960 in Kroatien geborene Schauspielerin ist Rufus Beck jederzeit ebenbürtig, was an sich schon eine Leistung ist. Zudem gelingt es ihr hervorragend, die vielschichtige Seelenlandschaft von Amiz auch akustisch zu vermitteln. Kurz: Ein ideales Gespann, um dieses Hörbuch zum Erlebnis zu machen.

Mein Fazit: Wie der neuste Roman im bisherigen Gesamtwerk von Antony McCarten einzureihen ist, kann ich nicht beurteilen, da ich nur McCartens „Superhero“ gelesen habe. Mich hat die Hörbuchfassung von „funny girl“ jedenfalls so begeistert, dass ich die ungekürzte Lesung jedem empfehlen möchte, der sich auf eine humoristische Darstellung eines brisanten Themas einlassen will. Und wer sich dafür interessiert, was man nach Sigmund Freud und anderen Größen noch Kluges über den Witz sagen kann, muss sich die Geschichte von Azimes Weg zum Comedian-Star ohnehin anhören.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Comedy in Burka, 2. März 2014
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Kindle Edition)
„Lachen ist die Autobahn zum Himmel.“

Azime lebt als Tochter kurdischer Eltern in London. Sie bringt ihre Mutter zur Verzweiflung, weil sie eine eigene Meinung hat, was alle vom Eheberater ausgesuchten Männer in die Flucht schlägt, und langweilt sich im Geschäft ihres Vaters.
Ihr einziger Trost ist der Ordner „Couchgarnituren“ auf dem Firmenrechner, in dem sie YouTube-Videos von Comedians und eigenen Ideen sammelt. Denn Azime liebt Comedy.

Als ihr Freund Deniz zu einem Kurs für Amateurcomedians mitnimmt, ist es um Azime geschehen. Sie bewundert die „Menschen, die versuchten, etwas Ungewöhnliches aus der Gewöhnlichkeit ihres gewöhnlichen Lebens zu machen“.

Die Erlebnisse in der Gruppe und die Ratschläge der Leiterin bringen Azime zum Nachdenken über ihre Situation als muslimische Frau in England.
Zum Beispiel, als ihre Schwester Döndü sich nach der einmonatigen Probezeit entschließt, dauerhaft den Hijab zu tragen, zur Begeisterung aller Verwandten.

„Wenn das Sich-Fügen mit solcher Liebe belohnt wurde, welcher Dummkopf würde dann den Widerstand wählen?“

Azime ist dieser „Dummkopf“, der aufbegehrt. Sie möchte nicht länger hinnehmen, als islamische Frau schlecht behandelt oder, wie ihre Freundin, getötet zu werden. Sie ist wütend, und diese Wut setzt sie in Comedy um.

Nach einiger Zeit traut sich Azime, auf der Bühne aufzutreten. In einer Burka, damit sie nicht erkannt wird.

„Die hier ist das neueste Modell. Und das seit dreitausend Jahren – so was nenne ich einen Klassiker.“

Azime wird zum ersten weiblichen muslimischen Stand-Up-Comedian der Welt. Sie ist witzig, sie ist etwas Neues, das Publikum liebt sie.

Jedenfalls der überwiegende Teil des Publikums. Kurz nach ihrem ersten Auftritt bekommt Azime die ersten Morddrohungen von islamischen Männern. Und dann kommt ihre Familie dahinter, dass sie als Comedian auftritt …

Anthony McCarten ist es einmal mehr gelungen, auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken über das Anderssein in der Gesellschaft anzuregen.

Azime ist ein wunderbarer Charakter mit Ecken und Kanten; ihre Wut und ihr Aufbegehren wirken authentisch. Es macht Spaß, zu lesen, wie sie sich weiterentwickelt, ihre Umwelt bewusster ansieht und ihren Platz zwischen den Kulturen behauptet.

Der Roman liest sich gut und ist ausgesprochen witzig. Gleichzeitig hat er einen ernsten Hintergrund und bewegt dazu, allzu Selbstverständliches zu hinterfragen und neue Sichtweisen zuzulassen.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein wenig zu viel..., 23. Februar 2014
Von 
Eskalina (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Gebundene Ausgabe)
Wieder einmal nimmt Anthony McCarten sich einer Randgruppe der englischen Gesellschaft an. Dieses Mal geht es um Azime, eine junge Frau mit kurdischen Wurzeln, die ihren Weg zwischen Tradition und Moderne finden muss. Auf der Beerdigung einer Freundin, die es gewagt hat, einen italienischen Freund zu haben und deren Leben mit dem Fall aus dem achten Stockwerk eines Hochhauses beendet war, wird Azime bewusst, wie gefangen auch heute noch Frauen aus ihrem Kulturkreis leben müssen.
Sie beschließt, sich dagegen aufzulehnen und als sie zufällig einen Freund zu einem Comedy-Kurs begleitet, erkennt sie, dass Witze bei der Völkerverständigung und der Befreiung der Frauen hilfreich sein können. Sie kauft sich eine Burka und wird die erste muslimische Comedian. Natürlich ist ihre Familie alles andere als begeistert und sie schafft sich mit ihren Auftritten nicht nur in ihrem direkten Umfeld Gegner, die ihr Angst machen.

Ich habe bisher alle Bücher von Anthony McCarten gelesen und jedes Mal haben mir sein Stil und seine Geschichten sehr gut gefallen. Dieses Buch ist nun leider das erste Buch von ihm, das mich nicht wirklich begeistern konnte. „Der englische Harem“ war ein Buch, das sich ebenfalls mit einem sozialkritischen Thema auseinander gesetzt hat und dabei so ganz unaufdringlich und sympathisch blieb, doch das „funny girl“ wirkt von Anfang an etwas gezwungen. Man spürt den Wunsch des Autors seine Botschaft unbedingt vermitteln zu wollen und so wirkt das Ganze manchmal ziemlich dick aufgetragen.

Es geht um muslimische Frauen zwischen den Kulturen, Internetmobbing, Intoleranz und gesellschaftliches Umdenken und es ist von allem ein wenig zu viel. Azime ist als Figur sehr gut gezeichnet und auch ihre Familie und ihre Freunde wirken lebendig und authentisch und wie schon in den anderen Büchern des Autors wirft er einen warmherzigen Blick auf seine Figuren, was sie teilweise sehr sympathisch wirken lässt.

Doch Azimes Auftritte vor Publikum mit der Werbung um Toleranz erinnern an die gruselig moralischen Reden in amerikanischen Filmen, deren aufgedrehte wortreiche Predigten bei manchen Zuschauern möglicherweise funktionieren, die bei mir jedoch einfach nur Ablehnung hervorrufen.

Zitat Azime: „Ein guter Witz verwandelt uns aus dem Stand in eine Familie. Bei einem guten Witz gehören wir alle dazu und sorgen dafür, dass wir uns ein bisschen weniger allein fühlen, weniger hoffnungslos, ein bisschen besser verstanden. Sie umarmen uns“.
Leider hat das Buch dieses familiäre Gefühl bei mir nicht auslösen können und weder die aufgedrängte Botschaft, noch der wenige überzeugende Schluss haben mir gefallen, denn als Vorgabe stehen da all die Vorgänger in meinem Regal, an denen sich Anthony McCarten messen lassen muss. Ich hoffe und wünsche ihm, dass ihm das nächste Buch wieder besser gelingt…
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder ein toller Roman von Anthony McCarten,, 1. Juli 2014
Von 
Ela Flury (Rastatt, Baden-Württemberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Gebundene Ausgabe)
ich habe sie alle gelesen und diesen finde ich besonders gelungen!
Im Gegensatz zu manch anderen Rezensenten empfinde ich dieses Buch keineswegs konstruiert, auch wenn das natürlich die meisten Romane sind. Diese Geschichte ist dagegen so glaubwürdig und wenn man sich in dieser Szene auch nur ein wenig auskennt, auch so authentisch, dass man jedes Wort glaubt. Nicht umsonst hat der Autor eingangs darauf hingewiesen, dass die Ereignisse frei erfunden und Ähnlichkeiten mit realen Personen rein zufällig wären.
Azime, ein in London lebendes 20jähriges kurdisches Mädchen, steht stellvertretend für viele andere Jugendliche, die aus einer anderen Kultur mit ihren Eltern in einem westlichen Land leben und sich im ständigen Kampf befinden zwischen dem, was die Eltern aus ihren Traditionen heraus von ihren Kindern erwarten und dem, was für sie selbst in ihrer neuen Umgebung normal erscheint und von ihnen eingefordert wird.
In die Geschichte um die Identitätsfindung Azimes, ihren Kampf um persönliche Ziele und ihre Suche nach der Todesursache einer Schulfreundin, sind viele andere Konflikte mit eingewebt, die symptomatisch sind für Jugendliche zwischen zwei Welten. Dass Azime ein so herzerfrischend offenes und mutiges Mädchen ist, das nur selten ein Blatt vor den Mund nimmt, macht es dem Leser mehr als einfach an der Geschichte dranzubleiben; allein ihre Einfälle, wie sie heiratswillige Kandidaten, die von ihrer Mutter herbeigeschafft wurden, abwimmelt, sind köstlich und lockern das eigentlich ernste Thema so auf, dass man einfach Spaß am Lesen hat.
Azimes Hang zur Comedy ist als Idee schon umwerfend, zumal Humor, Scherze und Witze, dann auch noch von einer Frau vorgetragen ( und das auch noch in einer Burka auf der Bühne!!!) in ihrem Kulturkreis eher als anrüchig verschrien ist.
Doch als dann terroristische Anschläge in London, an die sich bestimmt noch viel Leser erinnern, die Stadt erschüttern, sieht Azime ihre Zeit gekommen, sich von ihrer Angst zu befreien und zu dem zu stehen, was ihr wichtig ist.
Als Vorwarnung für die, die das Buch noch nicht gelesen haben: Auch wenn im Titel das Wort FUNNY vorkommt, geht es nicht darum, den Leser zu „bespaßen“. Witze werden als Medium genommen um die verkrustete Vorstellung des Publikums (und durchaus auch des Lesers) bezüglich anderer Kulturen, Religionen und Traditionen aufzubrechen. Es ist ein eher schwarzer Humor mit mehr Hintergrund als im ersten Moment ersichtlich ist und das Lachen bleibt einem schon mal im Halse stecken, sofern man auf diese spezielle Art von Humor anspricht.
Für mich war das ein interessanter und bereichernder Roman mit viel Werbung für Mut und Toleranz ganz ohne plumpe Moral oder erhobenem Zeigefinger. Danke, Anthony McCarten!
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4.0 von 5 Sternen Ein Plädoyer für Toleranz, 26. Juni 2014
Von 
Hamlet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Gebundene Ausgabe)
Handlungsort von Anthony McCartens neuem Roman Funny Girl" ist Green Lanes, ein Problemviertel im Nordosten von London, in dem die Bewohner aus allen Teilen der Welt kommen. Hier lebt Azime, eine junge Kurdin, deren Eltern wegen der Diskriminierungen ihrem Heimatland Türkei vor Jahrzehnten den Rücken gekehrt haben. Mittlerweile sind sie in London heimisch geworden und haben sich eine Existenz aufgebaut, konnten aber nie ihre religiösen und kulturellen Wurzeln abstreifen.

Aber Azime, geboren und aufgewachsen in dieser Multikulti-Stadt, ist eine moderne Frau, die mit den alten Traditionen nichts am Hut hat und alles daran setzt, sich von diesen Fesseln zu befreien. Das beginnt bereits damit, dass sie keine arrangierte Ehe eingehen sondern selbstbestimmt über ihre Zukunft entscheiden möchte, in der kein Platz für einen Mann ist, den ihre Mutter ausgesucht hat.

Zwei Ereignisse bestärken sie in ihrem Vorhaben: zum einen sind das die Terroranschläge in London 2005, zum anderen der Tod einer Freundin, die offenbar ihre Bestreben nach Selbstständigkeit mit dem Leben bezahlen musste. Als Azime per Zufall in einem Comedy-Kurs gerät, kommt dies für sie einem Befreiungsschlag gleich, denn sie sieht in diesem Bühnenleben die Möglichkeit, ihrem Leben eine neue Wendung zu geben. Aber damit fangen die Probleme für die junge Kurdin erst richtig an.

Wie bereits in den Vorgängerromane des in London lebenden neuseeländischen Autors Anthony McCarten wird eine Familie in den Grundfesten dadurch erschüttert, dass eines ihrer Mitglieder, in unserem Fall Azime, die traditionellen Werte in Frage stellt und für sich einen selbstbestimmten Weg jenseits ausgetretener Pfade sucht. Es werden zwar Gräben aufgerissen, aber die Geschichten, die McCarten erzählt, enden in der Regel versöhnlich, weil die Beteiligten im Verlauf einen Reifeprozess durchlaufen, der mit totaler Ablehnung beginnt, sich mit gegenseitiger Annäherung und Verständnis fortsetzt und mit dem Entwickeln von Toleranz und Versöhnung endet.

Funny Girl" ist ein Plädoyer für Individualität und für ein tolerantes, friedliches Miteinander in unseren mittlerweile multikulturellen Gesellschaften. Anspruchsvolle Unterhaltung, leicht verpackt - lesenswert!
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4.0 von 5 Sternen Von dichtem Spannungsgeflecht durchzogen - Großartiger Anthony McCarten - Tendenz zu 5 Sternen!, 12. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Kindle Edition)
"Funny Girl" klingt nach einem lustigen Buch, und damit liegt der Leser auch absolut richtig. Aber das Buch bietet sehr viel mehr. Jeder, der schon mal einen Roman von Anthony McCarten lesen durfte, erwartet zu recht eine substantiell gute Geschichte. Mit der Besprechnung dieses Exemplares habe ich mir diesmal ungeplant viel Zeit gelassen, da ein komplexes gesellschaftspolitisches Thema in ihm steckt.
Ungewöhnlich einprägsam präsentiert sich der minimalistisch designete Diogenes-Buchdeckel: Ein weibliches Augenpaar umrahmt von einer zweifarbig angedeuteten Burka. Der Titel "funny girl" und Buchcover in dieser Kombination machen stutzig und aufmerksam. Und das ist sicher auch so gewollt. Denn es geht in diesem Roman um die Gegensätze zwischen zwei Kulturen. Ein Thema, das keineswegs neu ist. Doch Anthony McCarten bedient sich einer einmaligen Herangehensweise und betritt mit diesem mutigen, einfühlsamen und humorvollen Roman wirkliches Neuland.

Die Romanheldin Azime, eine junge kurdische Frau, aufgewachsen in Green Lanes (London) sieht sich als waschechte Britin, so wie ihre ganze Familie. Mit 20 Jahren wohnt Sie aber immer noch bei Ihren Eltern, arbeitet im väterlichen Möbelladen und hat keinerlei Aussicht vor der Heirat ein eigenes Leben anzufangen. Der starke Zusammenhalt der kurdischen Gemeinschaft hält Azime in diesem kleinen Winkel Londons fest. Gern möchte sie dieser Statik entkommen. Durch Zufall gerät die junge Kurdin in einen Comedykurs und findet heraus, dass Ihre Leidenschaft für Lachen und Komik, ihr Talent zum Witze erzählen neue Perspektiven in ihrem Leben eröffnet.

"Azime schwebte auf einer Wolke von Optimismus und mit dem Gefühl ungeahnter Möglichkeiten nach Hause. Die Straßen kamen ihr plötzlich gar nicht mehr so schmutzig vor, die Menschen heiterer, weniger unzugänglich."

*
"Azime kam auf die Bühne, und die Leute japsten hörbar, als sie
sahen, dass sie eine Burka trug - von Kopf bis Fuß in diese Gewand eingehüllt war, so dass nichts von ihr zu sehen gewesen wäre, wären da nicht die beiden rechteckigen Ausschnitte für die schwarz getuschten Augen gewesen, Augen, die zu fast jeder verängstigten jungen Frau hätten gehören können,.."

Doch ihre Familie ist keineswegs begeistert und bald wendet sich fast die gesamte islamische Gemeinschaft gegen Azime. Selbst Morddrohungen bleiben nicht aus. Aber die junge Kurdin erkennt ihr Recht auf Selbstbestimmung und hinterfragt ihre eigenen Möglichkeiten und die Schicksale anderer muslimischer Freundinnen. Dabei geht sie auch dem mysteriösen Todesfall einer muslimischen Schulkameradin nach.
Anfangs droht die eigene Familie zu zerbrechen, doch der Widerstand ihrer Eltern bröckelt immer mehr, gegenseitiges Verständnis wächst und verwandelt sich in Unterstützung. Mutter, Vater, Bruder, kleine Schwester und Azime, machen im Laufe der Handlung eine interessante charakterliche Entwicklung durch. Zwischen Comedy-Schule, Familienstress, Morddrohungen und der Abfuhr lästiger Heiratskandidaten, lernt McCartens Heldin erst ihren besten Freund Deniz besser kennen und dann sich selbst.

Dem Autor gelingt es meisterlich alle Facetten und gedanklichen Haltungen in diesem soziokulturellen Roman herauszuarbeiten. Er provoziert und vermittelt zugleich. Zwischen den kulturellen Welten eröffnet er ein neues Fenster für gegenseitiges Verstehen und Respekt. Dabei versäumt er nicht mit Hilfe dieser "Heldinnengeschichte" die Rechte der Frauen einzuklagen sowie Gewalt und Unterdrückung gegen Frauen klar zu verurteilen. Der Roman ist ein wunderbares Plädoyer für eine tolerante und vielfältige moderne und gleichzeitig traditionelle Gesellschaft.
Die Handlung ist in einer klaren, schönen Sprache erzählt. Ohne Firlefanz, aber anschaulich geschildert und mit Hilfe authentischer Dialoge und Monologe wächst der Leser mit jeder Zeile ein bisschen mehr in die beschriebene Gesellschaft hinein.

Meine Meinung:
Der ganze Roman ist von Anfang bis Ende von einem dichten Spanungsgeflecht durchzogen. Absolut fesselnd! Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen. Von ganzem Herzen gebe ich diesem Kultur-Comedy-Spanungs Roman eine klare Leseempfehlung! Ein Leseerlebnis und ein Gewinn für jedes Bücherregal.

Weitere Rezensionen zu lohnenden Büchern auf meinem Blog: [...]

Grüße Eure Caro
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4.0 von 5 Sternen Sehr unterhaltsam und..., 16. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Kindle Edition)
...ein flammendes Plädoyer für die Redefreiheit, die wir nur verteidigen, wenn wir auch reden.
Die Heldin schmiegte sich Seite für Seite näher an mein Herz.
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4.0 von 5 Sternen Das widerspenstige "Funny Girl", 14. April 2014
Von 
Jürgen Zeller (Kanton Bern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Gebundene Ausgabe)
Ein aufgewecktes zwanzigjähriges Mädchen aus Green Lanes, London verspürt den Wunsch Komikerin zu werden und die Leute zum Lachen zu bringen. An und für sich nichts ungewöhnliches aber diese quirlige junge Frau hier im Roman stammt aus einer kurdischstämmigen Familie der Türkei die nach England emigriert ist. Traditionen, islamische Religion und Familienehre werden seit jeher hochgehalten und intensiv gelebt. Was im Geheimen in einem kleinen Abendkurs für Comedy beginnt findet bald eine kleine öffentliche Bühne und ein Zeitungsbericht zwingt die Familie sich mit dem trotzköpfigen "Problemkind" intensiv zu beschäftigen. Wie sollen sich Eltern und Geschwister gegenüber der muslimischen Verwandtschaft, Freunden und Geschäftspartner verhalten? Anonyme Reaktionen im Internet auf "Azime – Die erste muslimische Bühnenkomikerin der Welt" die im Burka auftritt sind geteilt. Von Lob bis hin zu Todesdrohungen ist alles vertreten. Der Schluss des Buches ist zwar schön aber etwas dick aufgetragen, find ich zumindest.

Dies ist mein erster Roman des Schriftstellers Anthony McCarten und ich war überrascht wie leicht und geschmeidig er sich lesen lässt. Die Lockerheit mit der er ein konfliktbeladenes Thema zwischen westlicher, sprich europäischer Lebensweise und der Kultur der islamischen Immigranten aufgreift ist bemerkenswert. Natürlich hilft der komödiantische Stil, der sich bis auf ein paar Passagen über die gesamt Geschichte durchzieht, brenzlige eth(n)ische Themen auf légere Art anzupacken ohne sich dem Vorwurf auszusetzen, ernste Problematiken inhaltlich zu tabuisieren. Ich grüble immer noch darüber nach, ob es inhaltlich doch etwas mehr Tiefe hätte vertragen können oder ob die leicht fliessende Schreibweise mich dazu verführt hat, gewisse nur leicht angedeutete substantielle Sachen zu überlesen oder nicht bewusst wahrnehmen zu lassen.

Die Motive die der Autor Anthony McCarten verfolgt sind rasch ersichtlich und so ehrenwert sie auch sind, sie dominieren mir den Roman zu stark und stehen zu sehr im Vordergrund. Hier hätten mir subtilere Töne auf der Klaviatur der Sprache besser gefallen. Genauso ergeht es mir mit den Comedy-Passagen im Buch, sowohl die gelungenen wie auch die missratenen Sketche der Amateur-Komiker sind meiner Meinung nach des Guten etwas zuviel. Aus diesen beiden Gründen erlaube ich mir einen Amazon-Stern in der Wertung abzuziehen.

Mir wird die Geschichte einer jungen Frau die als "Funny Girl" mit Leib und Seele Komödiantin ist und die zwischen der familiären Kultur des Orients und dem Alttag des Okzidents gleich in mehrfacher Hinsicht hin und her pendelt in guter Erinnerung bleiben.
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5.0 von 5 Sternen Ungewöhnliche Familiengeschichte, 23. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Gebundene Ausgabe)
Die junge Londonerin Azime will Comedian werden - nicht gerade der Job den sich ihre kurdischen Eltern für sie wünschen. In "Funny Girl" lässt Anthony McCarten Azime jede Menge politisch unkorrekte Witze machen - etwa über Bomben oder Ehrenmord. Und das ist höchst amüsant, auch wenn einem das Lachen oft im Hals stecken bleibt. Lesenswert
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5.0 von 5 Sternen Kaufen, 7. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: funny girl (Gebundene Ausgabe)
Einfach Klasse kann es nur Weiterempfelen. Muss man(oder Frau) einfach Gelesen Haben.kann es nur als kurzweilig beschreiben.
immer wieder gerne.
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funny girl
funny girl von Anthony McCarten
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