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3,3 von 5 Sternen
Gravitas
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. März 2014
Wetton/Downes verbunden mit Palmer ergibt ASIA. Eine einfache Tatsache die sich mit diesem Album einmal mehr bestätigt.

Nach dem ersten Anhören hätte ich einigen der hier zu lesenden Kritiken Recht gegeben, nun nach dem fünften Durchgang nicht mehr. Mag sein dass jeder seine guten Gründe für 1 bis 2 Sterne hat, ich glaube aber es sind Schnellschüsse. Ich gehe sogar so weit zu behaupten "Gravitas" ist besser als "XXX" obwohl ich einen vergleichbaren herausragenden Titel wie "Tomorrow The World" vermisse.

Was ich jedoch nicht vermisse sind die mühevollen Steve Howe Titel die sich oft so gar nicht zwischen die Wetton/Downes Songs integrieren wollten (Siehe bzw. besser höre "Phoenix"). Aber ich gebe zu auf der "Omega" und der "XXX" hatten auch die Howe Titel ASIA Touch.

"Gravitas" ist durchgängig ein gutes und phasenweise sogar sehr gutes Album. Es findet sich kein Lückenfüller auf "Gravitas". Dieses Werk schließt nahtlos an "Omega" an und lässt, als Gesamtwerk betrachtet, "XXX" hinter sich.

Deluxe Edition
Lohnt sich die Deluxe Edition? Eine Frage der man sich oft stellen muss. Im Falle von "Gravitas" ist es einfach.

Die beiden Extratitel sind wunderschöne alternative Versionen der Titel "The Closer I Get To You" und "Joe DiMaggio's Glove", wenn man Balladen mag. Wenn nicht => Einfache CD.

Die Bonus-DVD hält sich in Grenzen. "Valkyrie" ist für meinen Geschmack zu einfach für ein Musikvideo. Das "The Making of Gravitas" kann ich nur mit viel Ironie als solches betrachten. Ich habe schon Werbeclips mit mehr Inhalt gesehen. Die drei Livetracks sind OK.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. März 2014
Reich an Strukturen, allen äußeren Einflüssen trotzend, beständig und bodenständig, mal härter mal weicher aber manchmal auch hohl, alt und nicht dazu bereit oder fähig, neue Wurzeln zu schlagen.

Ähnlich ist es mit Asia. Am Anfang war noch alles gut. Erfolgreich kreierten „die Vier“ eine spannende Mischung aus Progressivem-Bombast Rock der einschlug wie eine Bombe. Mit ihrer zweiten Platte „Alpha“ dann der direkte Rückzug zu dem, was die Ursprungsbesetzung von Asia heute noch macht. Eingängige Rock/Pop Musik mit großen pathetischen Refrains, gesampelten Chören, Keyboard-Streichern, Steve Howe’s verschachtelten Gitarren-Soli und einem (leider nur) soliden Schlagzeugspiel von Geschwindigkeitsdrummer Carl Palmer. Wer die Solo-Alben von Icon bzw. Wetton & Downes während der Payne-Ära gehört hat weiß, dass sich an dem Grundgerüst der Musik Asia’s nicht viel geändert hat. Und genau das stört mich am neuen Album „Gravitas“. Es mag ja eher die Regel sein,
dass Bands sich nach so vielen Jahren nicht völlig neu erfinden aber das alles einfach nur gleich bleibt, wirkt dann doch irgendwann ermüdend.

Vom schlecht produzierten und irgendwie nicht ganz „fertigen“ Reunionalbum „Phoenix“ mal abgesehen, haben mich diese Abnutzungserscheinungen auf den letzten Alben noch nicht so gestört, aber beim neusten Werk machte sich nach den ersten Hördurchgängen schon eine gewisse Enttäuschung breit.
Das ‚Steve Howe’ keine große Lust mehr hatte über immer die gleiche Liedstruktur zu dudeln, wundert mich nicht. Auch die Tatsache, dass der wesentlich jüngere ‚Sam Coulson’ seinen Part übernommen hat, störte mich ebenfalls nicht besonders, aber nun fehlen mir ‚Howe’s’ kleine Spielereien doch ein ganzes Stück.
Vielleicht waren es auch gerade seine kleinen Beiträge, die die Asia Alben in den letzten Jahren noch etwas spannender machten.
Nichts gegen ‚Coulson’s’ Spiel aber seine Soloparts auf dem Album sind nur gewöhnlich und nur selten wirklich abwechslungsreich.
Er spielt gut und schnell und ich wäre froh wenn ich so auf der Gitarre zaubern könnte,
aber schnell ist nicht immer besser und an Steve Howe kommt er dann doch nicht heran.
Vor allem fehlen die kleinen feinen Solo-Einlagen, die Howe mit in den Asia-Sound gebracht hat.

Der allgemein etwas härtere Sound auf der Platte gefällt mir wiederum sehr gut.
John Wetton singt ebenfalls unglaublich frisch und kräftig. Beinahe besser als in den 80ern. Carl Palmer zeigt, neben seinem immer währenden kaum ausgefallenen 4/4 Takt Spiel, dass er doch hin und wieder anders kann. Auf „Valkyrie“ und „I will die for you“ hört man sogar eine seltene Double-Base. Wie dem auch sei, an sich ist bis auf einige Ausnahmen alles beim Alten. Das größte Problem sind aber die Songs an sich.
Natürlich jagt hier, wie immer, ein fetter Ohrwurm den Nächsten aber Asia’s Problem, jeden Chorus so lange und immer wieder durch zu nudeln, stört hier gewaltig. Songs wie: ‚Valkyrie’, ‚Nyctophobia’ oder ‚I would die for you’ kommen nur auf ihre Spielzeit, weil der Refrain einfach unheimlich lange wiederholt wird. Mal davon abgesehen, dass in obigen Songs im Refrain auch nur jene Worte verwendet werden, die im Namen des Titels vorkommen. Ich sage nicht, dass diese Songs schlecht sind, aber nach all dem was man von Wetton und Downes in den letzten zwei Jahrzehnten hören konnte auch absolut nichts Neues, was es diesmal schwierig macht. Das man jeden zweiten Titel am Ende ausblenden musste, finde ich auch irgendwie seltsam und inkonsequent. Wie dem auch sei, vielen wird es mit Sicherheit gefallen aber dennoch wird man zu schnell an andere Titel erinnert. So darf ein fast 2 1/2 Minuten langes Keyboard-Intro vom Tastenmaster ‚Downes’, zu hören im Titelstück, natürlich nicht fehlen. Sehr positiv ist diesmal die Produktion, bei der ‚It Bites’ Frontman John Mitchell an den Reglern gedreht hat. Der Sound hört sich im Großen und Ganzen sehr gelungen an. Natürlich lebt meine Rezension vom Meckern auf höchstem Niveau aber wenn man selbst Musiker ist und immer versucht neue Melodien und Rhythmen zu kreieren, fällt es einem schwer immer wieder das Gleiche zu hören, obwohl ich Wetton und Asia sehr mag. Machen Sie sich ein Bild vom neuen Album.

Fazit:
Mit ‚Garvitas’ bekommt man ein solides Asia Album mit einigen gelungenen Ohwürmern (The Closer I Get To You, Russien Dolls, I Would Die For You u.a.) und praktisch keinem Totalausfall zu hören. Sam Coulson spiet solide und gibt dem Sound einen etwas härteren Touch, Palmer trommelt endlich mal etwas ausgefallener, Downes legt kräftig Keyboardteppiche auf den Boden und Wetton singt fast besser als zu ‚Heat Of The Moment’ Zeiten. Die einzigen negativen Punkte sind schnell erklärt: Steve Howe’s gut positionierten Soloparts fehlen und die Songs mit deren Melodien und Ablauf, hat man einfach schon zu oft von Asia gehört, was mich einfach nicht mehr 100% zufrieden stimmt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. April 2014
...die neue asia ist , wie ich finde, keineswegs eine biedere, gesetzte altherrenplatte, wie man mancherorts lesen durfte...
...sie ist ruhig, aber das macht sie noch lange nicht langweilig, oder ist alles ruhige langweilig, sind wir schon soweit?!...
...die songs, und zwar allesamt, warten mit melodieführungen und arrangements auf, nach denen mnach andere band sich die finger mehr als lecken würde...
...es muß nicht immer ein 7/4 takt oder ähnliches sein um anspruchsvolle musik zu produzieren...
...einzig der drumsound klingt etwas künstlich, wäre er erdig, es wäre ohne zweifel eines der allerbesten alben der band überhaupt...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2015
Nunmehr präsentieren Asia ihren - nach meiner Rechnung zwölften- Longplayer und ganz vorab möchte ich sagen, dass ich mich freue, dass es sie noch immer gibt. Seit je her zählen sie zu meinen absoluten Lieblingsbands und die einzigartige Stimme John Wetton's möchte ich auch in Zukunft nicht missen. Doch was wird bzw. kann die Zukunft noch bringen ?
Im Laufe der - mittlerweile - Jahrzehnte haben Asia viele Wandlungen durchgemacht, denen zu folgen, zumindest als eingefleischter Fan, nicht immer leicht war. Von den ersten beiden Alben Asia" und Alpha", die in meinen Ohren Weltklasse-Format im Bereich Bombast/AOR besitzen über den fast ebenbürtigen Drittling Astra" (damals allerdings auch schon mit etwas metallischeren Six-String-Klängen versehen) über diverse Querelen mit Besetzungswechseln bis hin zur Payne-Aera" und wieder zurück zur Originalbesetzung ...

Bis zum Jahr 1983 konnte noch niemand erahnen, welche Wechselbäder der Gefühle die Band-Geschichte Asia's noch für ihre Fans bereit halten würde.
Nun sind wir - bezogen aufs Album- im Jahr 2014 angekommen, in dem der aktuelle Silberling Gravitas" erschienen ist. Wieder einmal wurde er mit Vorfreude und Spannung erwartet.
Und sicher auch ein bisschen mit der Hoffnung, dass die alten Recken stilistisch wieder etwas mehr zu ihren Wurzeln - oder anders ausgedrückt zu alter Stärke - zurück finden würden. Nach dem nunmehr mittlerweile vierten Werk nach ihrer Re-Union (nach Phoenix, Omega, XXX) bleibt leider die etwas ernüchternde Feststellung, dass dies auch mit Gravitas" nicht gelungen ist. Andererseits hätte ich es, wenn ich ehrlich bin, auch eigentlich nicht erwartet. Trotzdem war dieses Fünkchen Hoffnung irgendwie vorhanden.

Mit ihren nunmehr round about 65 Lenzen auf dem Buckel sind zumindest von den Ur-Mitgliedern der Gruppe naturgemäß nicht mehr allzu viele Alben zu erwarten. Von daher finde ich mich - wenn auch ungern - mit der Tatsache ab, dass Asia's Tage bald gezählt sein werden und sich bis zum Ende ihrer Karriere auch ihr derzeitiger Stil nicht mehr großartig ändern wird.

Nun aber zu "Gravitas".

Den Opener Valkery durfte man ja schon vorab im Internet kennen lernen. Nach dem auf Anhieb durchaus nicht schlecht klingenden a-capella-Auftakt-Refrain und der recht passablen Strophe wartet man hier allerdings vergeblich darauf, dass da noch ein bisschen was anderes passiert". Es wurde hier eine ebenfalls recht nette" Bridge eingebaut, aber das war's dann auch schon. Ein solides Stück, was allerdings keine großen Wow-Effekte oder Überraschungsmomente bereit hält. Und nun kommen wir zu einem weiteren leidigen Thema: Dem endlosen Wiederholen des Refrains, was einem auch in einigen weiteren Stücken des Albums begegnen wird. Jeder noch so gut gemeinte melodische Ansatz wird themenmäßig dermaßen zu Tode genudelt", dass er einem nach nicht allzu langer Zeit aus den Ohren wieder heraus kommt. Ein Effekt, der besonders dann zum Tragen kommt, wenn der Refrain eh nur aus einem Wort besteht, welches dann wie ein Kaugummi in die Länge gezogen wird. Das trifft insbesondere auf den Eröffnungssong Valkery" zu, wo der Refrain gefühlte 50 Mal wiederholt wird, als auch auf das Nachfolgestück Gravitas".

Bei "Gravitas" ist dieser Umstand zwar leicht abgeschwächt, dafür fällt jedoch bei zuletzt Genanntem auf, dass sich Strophen- und Refrain-Melodie nicht sonderlich voneinander unterscheiden und hier zudem auch die Strophen-Melodie auffällig oft wiederholt wird. Aber gerade das Gegenteil hiervon ist etwas, was einen starken Song ausmacht. In früheren Zeiten war dies eine absolute Stärke ASIA's, welches Ihre alten Stücke zu wahren Melodic-Rock-Perlen veredelt hat. So bleiben die ersten zwei Tracks leider wieder einmal nur im guten Ansatz stecken. "Gravitas" hat rockigere Anleihen als der Opener und somit auch etwas mehr Drive. Aber auch hier gilt, insbesondere auf den Refrain bezogen: Das Potenzial ist da, aber man hätte mehr daraus machen können.

Der 3. Track The Closer I get to you" erschreckt mich fast ein wenig. Die Strophe plätschert - von einem klinisch anmutendem Drumsound begleitet - dahin und ich frage mich die ganze Zeit, an welches bekannte Lied mich diese Melodie erinnert. Unwillkürlich kommt mir Another day for you and me in paradise" von Phil Collins in den Sinn. Eine Erkenntnis, die mich verwirrt. Dann aber folgt eine zugegebener Maßen recht starke Refrain-Melodie mit den auch aus früheren Zeiten so ASIA-typischen Chorussen. Nach diesem kurzen Highlight, das mich für einen Moment erfreut aufhorchen lässt, werde ich wieder in die Banalität der Strophe zurück befördert". Auch hier muss man sagen: Schade, da steckt eigentlich mehr drin.
Aber eben diese Momente sind es, die einen daran erinnern, warum man ASIA eigentlich so lieben gelernt hat.

Bei Track 4 Nyctophobia" kommt wieder die unsägliche Geschichte mit dem Endlos-Refrain zum Tragen. Rhythmik und Melodie der Strophe sind asia-untypisch aber im Grunde gar nicht mal uninteressant arrangiert. Eine Art Wurlitzer-Piano lässt kurzzeitig Assoziationen zu Supertramp aufkommen. Diese Spieltechnik wurde von Downes aber teilweise auch schon in einigen Stücken der Payne-Aera eingesetzt und hat ihren Ursprung vermutlich schon in seiner Zeit bei den Buggles. Wer dachte, dass man einen Refrain nicht öfter wiederholen kann als im Opener Valkery", wird in Nyctophobia" eines Besseren belehrt !
Hier nervt extrem die ausufernde Betonung auf die erste Silbe Nyc" mit den im Hintergrund wie in einer Schleife laufendem falsett-artigem Chorus-Gesang (der vermutlich auch noch von Downes gesampelt wurde?). Auch dies können Asia besser, was sie meisterhaft in The Smile has left your eyes" auf ALPHA bewiesen haben. Hier wurden die extrem hoch gesungenen Backgrund-Chöre traumhaft arrangiert und dargeboten, was einem auch heute noch eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken jagt. Davon ist Ncytophobia" Lichtjahre weit entfernt. Ganz im Gegenteil ... spätestens nach der 20. Wiederholung des Refrain spiele ich mit dem bösen Gedanken, die CD aus dem Fenster zu werfen. Schlimmer geht's nimmer ? Doch !

Der 5. Track Russian Dolls" ist in meinen Ohren kein Song, sondern ein Etwas". Wieder einmal beginnt das Ganze mit einer ganz netten Strophe, wobei sich die Melodieführung in den Re-Union-Stücken mit der Zeit auch immer mehr wiederholt bzw. unglaublich vorhersehbar ist. Und der Refrain klingt für mich eher uninspiriert, zusammengebastelt oder was weiß ich was. Die Melodie ist weder nachvollziehbar noch prägt sie sich irgendwie richtig ein noch reißt sie mich vom Hocker.
Kurzum, sie passt nicht in diesen Song (vielleicht aber auch in keinen anderen).
Rhythmisch begleitet wird das Alles von allem Anderen, aber nicht von Carl Palmer`s Schlagzeug ! Eher hat es dem Anschein, als würde hier ein Drum-Computer in einschläfernder Manier vor sich hin schraddeln. Ganz übelste Sorte und wohl eines der schlechtesten Stücke, die ich jemals von Asia gehört habe (und das schließt die Payne-Aera mit ein).

Aber dann lässt doch noch Track 6 Heaven help me now" das Herz eines alten ASIA-Fans höher schlagen ... einer der Songs, die qualitativ aus dem bisherigen Einheitsbrei hervor stechen. Hier taucht zwar auch wieder der für meinen Geschmack überhaupt nicht zu ASIA passende Wurlitzer-Sound auf, der aber irgendwie geschickt integriert worden ist. Eine toll gesungene a-capella-Passage gefolgt von einem echt hörenswerten bombastischen Intro (Erinnerungen an Rock and roll dream" von ASTRA werden wach!), eröffnet den Reigen. Der Refrain selbst ist gesanglich klasse arrangiert, was wieder Erinnerungen an ASIA`s stärkere Phasen aufkommen lässt. Schade, dass es nur zu wenigen solcher Lichtblicke reicht. Aber sie führen einem auch immer wieder schmerzlich vor Augen, was Asia einmal zu ihren Glanzzeiten waren bzw. wozu sie offensichtlich nur in ganz kurzen Momenten noch in der Lage sind. Ein Umstand, der einem das Herz bluten lässt.

Track 7 I would die for you" gehört auch eben zu diesen besagten Highlights. Das ist nach meinem Empfinden eher die Stilrichtung der Phase, als die EP bzw Mini-Compilation Then and Now" (mit Summer can't last too long" und Days like these") erschien... ordentlich, solide, gut hörbar. Kurzum: Klingt durchaus nach ASIA und ist überdurchschnittlich gut. Laut Booklet soll dieser Song allerdings bereits 1986 komponiert worden sein, was für mich kaum zu glauben ist. Zur Erinnerung ... das ist nur ein Jahr nach dem grandiosen dritten Album ASTRA". Ich frage mich ernsthaft, wo da der mitreißend rockig-symphonische Stil des 85'er Werks geblieben ist (ohne I would die for you" zu nahe treten zu wollen). Es wäre übertrieben von Stilbruch zu sprechen, aber qualitativ fällt der Track im Vergleich zu den zehn auf ASTRA stark ab. Immerhin ist das Stück aber immer noch gut genug, dass es einen Platz auf einem der nachfolgenden Studio-Alben verdient gehabt hätte. Sei's drum.

Kommen wir nun zu Joe Di Maggio's Glove", was ich ebenfalls für eines der stärkeren Stücke auf Gravitas" halte. Die Anfangsklänge allerdings scheint man auch schon mal auf einem anderen ASIA-Album gehört zu haben ... genau, nämlich im genialen Without You" vom Debut-Album. Aber die Qualität des oben erwähnten Klassikers kann J.D.G." natürlich nicht einmal ansatzweise erreichen. Dennoch ein richtig gutes Stück, was auch sein Erscheinen auf diesem Album auf jeden Fall rechtfertigt.

Den Schlusstrack Till we meet again" würde ich hingegen in die Kategorie weder Fisch noch Fleisch einordnen". Die Melodie von Strophe und Refrain ähneln sich auch in diesem Song erschreckend, sind zudem wieder einmal sehr vorhersehbar, weil schon x-mal da gewesen. Hier muten die Lead Vocals doch arg ASIA-untypisch an (die Gesangs-Art würde besser zu Country-Rock passen ....), was die Sache nicht besser macht.
Dieses Stück hätte man sich schenken können, weshalb der Songtitel fast wie Ironie klingt.

Noch ein Wort zum Neuen im Bunde:
Wieder einmal wird unmissverständlich klar, dass das Gitarrenspiel eines gewissen Steve Howe bei Asia einfach nicht ersetzbar ist. Sam Coulson mag ein guter Gitarrist sein, aber in puncto Spieltechnik und Ideenreichtum vermag auch er ihm - wie bereits alle seine Vorgänger - nicht das Wasser zu reichen. Howe hat damals einfach einen unverwechselbaren und individuellen Stil kreiert, der noch heute seinesgleichen sucht (und wohl auch nie finden wird).

Geoff Downes findet nur streckenweise zu alten Tugenden (Schweine-Orgel" und auch epischen Symphonic-Keys) zurück. Der Asia-Keyboard-Sound im Jahre 2014 ist eine Mischung aus Supertramp meets Payne-Aera. Ich persönlich fand's früher besser.

Carl Palmer's Schlagzeugarbeit wirkt erschreckend künstlich. Ich hoffe mal nicht, und kann's mir eigentlich auch, ob der immer noch vorhandenen Klasse eines C.P., nicht vorstellen, dass da ein Drum-Computer zum Einsatz gekommen ist. Andererseits sollte man sich ernsthaft Gedanken über die Qualität der Produktion machen. Das klingt doch größtenteils schon ziemlich blechern.

John Wetton hingegen (und ich habe schon von Vielen Gegenteiliges gelesen) halte ich persönlich noch immer für einen ausgezeichneten Sänger, der kaum etwas von seiner Klasse eingebüßt hat. Für einen 65-Jährigen, der zudem fast ein halbes Jahrhundert seine Stimmbänder als Profimusiker strapaziert hat, ist diese Stimme mehr als beachtlich. Vielleicht nicht mehr ganz so frisch klingend, aber noch immer mit genug Energie und vor allem Charisma versehen, gehört er sicher auch heute noch zu den besseren Vocalisten seiner Zunft.

Im Fazit bleibt zu sagen: Gravitas" ist ein Album, was auf jeden Fall in meinen Ohren noch die Vergabe von 3 Sternen wert ist. Es ist ja irgendwo immer noch ordentlich gemachter AOR. Was ich schade finde: Der für ASIA seinerzeit so charakteristisch gewesene konsequent und druckvoll durchgeschlagene 4/4-Takt-Beat ist wohl endgültig Geschichte. Offensichtlich ist man nunmehr auf 4/8-Takt umgestiegen, was sich schon beim letzten Album "XXX" andeutete ("Tomorrow the world","Face on the bridge"). Ein weiteres Markenzeichen also, was mit der Zeit verloren gegangen ist.

Ja ...ASIA haben im Laufe der Jahre an Qualität verloren ...

Nein ... schickt sie bitte trotzdem noch nicht (wie auch schon gelesen) in Rente !

Man sollte nie vergessen: Diese hoch sympathische Gruppe hat in ihrer Glanzphase Melodic-Rock-Alben für die Ewigkeit geschaffen. Man möchte gerne -zumindest mir geht es so- diese Band noch so lang wie möglich hören. Selbst wenn nicht mehr alles Gold ist, was glänzt, hin und wieder schimmern doch noch alt gewohnte Klangfacetten durch und lassen Erinnerungen an selige Zeiten wach werden. Und irgendwo ist es halt auch Jammern auf hohem Niveau, denn auch schwächere Songs der Band sind immer noch stärker als Vieles, was der Melodic-Rock-Markt der Neuzeit hergibt !
Zumindest ich werde immer ein großer Fan von ASIA bleiben.
Sie haben es verdient.
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am 4. Dezember 2014
Wo ist Steve Howe ? Meine Güte, wie der Mann fehlt. Der neue Gitarrist ist ja dermassen sinnlos in dieser Band. Zum Einen hat er einen furchtbaren Ton. An der Stelle wo Steve ein perliges, perfekt zum Song passendes (vielleicht manchmal etwas ziellos aber dennoch geschmacklich ok) Solo einstreute, knallt der Neue sinnlos fuddeliges Griffbrettgewetzt in den Song, keinesfalls songdienlich, fast immer störend, und wie gesagt, mit grauenhaftem plärrendem Ton. Ich brauche Yes persönlich garnicht, aber hier wird Steve gebraucht.

Naechster Punkt, oft in anderen Kritiken gelesen : Schlechte Produktion, übler Drumsound. Wenn man Asia ist, und den Hintergrund dieser Kollegen, dann muss sowas nicht sein, oder?

Schliesslich: Ab von der wie gesagt fehlenden Gitarre von S.H, erkennt man viele der Songs tatsaechlich sofort als ASIA Songs, aber sie sind alle irgendwie...Sie kommen alle nicht aus den Hufen, das war alles schonmal besser da. Mit den Grosstaten anfänglicher Veröffentlichungen wie z.B. Time will tell und dergleichen lässt sich das alles schon seit der Re-Union for Jahren nicht mehr messen, das Niveau erreichten sie nie mehr. Nehemn wir Valkyrie, einen der immerhin besseren Songs der Platte : das klassische Asia feeling ist da, aber dann nudelt das Ding sich zu Tode und Herr Wetton singt 20x "Valkyrie", auf mich wirkt das schlicht einschläfernd. Kurzfassung: Fuer mich ein Aufguss. Waere es die erste Asia würde ich sie vielleicht mögen, aber da es viel bessere gibt, und diese schon in 3 oder 4 vorangegangenen CDs vorweggenommen wurde - 2 müde Sterne.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Toll ist die Asia "Gravitas" !!!
Jede Menge balladenartiges Liedgut mit kleinen
Anteilen an hardrockähnlichen Parts.
Einfach so, wie man Asia erwartet.
Der ursprüngliche Stil von Asia ist vollkommen
erhalten geblieben und dennoch ist der
Hörgenuss dem heutigen Geschmack leicht angepasst worden.
Vor vielen Jahren war Asia etwas fast Neuartiges.
Viele Gruppen waren mit dieser Art Musik damals "unterwegs".
Asia konnte sich jedoch damals klar absetzen und ist auch mit
"Gravitas" noch heute dazu in der Lage.
Da Musik immer eine Geschmacksfrage bleibt, sind solche
Bewertungen klar subjektiv.
Bei Amazon sind die Titel anspielbar und werden so bei
einem Kauf nicht vollständig überraschen.
Ich mag alle Titel !
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am 27. Juni 2014
Für mich eine der besten Asia-Platten. Bei Valyrie liegt mir zwar der Schwerpunkt ein bisschen zu sehr auf dem Refrain, der dadurch etwas ausgelutscht wird und das an sich gelungene Lied etwas entwertet. Davon abgesehen sind die verschiedenen Titel recht abwechslungsreich, aber trotzdem im typischen Asia-Stil dargeboten. Ich kann die teilweise sehr schlechten Bewertungen nicht verstehen und empfehle ein mehrfaches Anhorchen, wie schon von anderen Rezensenten vorgeschlagen. Für einen Asia-Freund ist diese Platte eigentlich ein Muss...
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am 28. Juli 2014
aber leider nicht mehr; einzig Valkyrie ( und das ist schon von der Single bekannt ) kann voll überzeugen. Der Rest ist gut gemacht aber kommt halt leider nicht an das grandiose Vorgängeralbum heran, welches ich als das Beste seit dem Debut nennen möchte. Ich denke der Abgang von Howe ist nicht schuld daran, die Herren um Wetton und Co. haben einfach Ihren Zenit überschritten oder möchten noch mal an Ihre Erfolge anknüpfen. Was hier leider fehl schlägt.
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am 30. Mai 2014
Yo, es ist anders als die Vorgängeralben, das ist kein Wunder, die Band musste sich ja mit dem Wechsel von Steve Howe zu Sam Coulson arrangieren. Die Musik ist viel getragener und symphonisch, mit einem ganzen Orchester wäre das bestimmt der Hammer. Ich musste mich erst mal reinhören, dann entwickelte z. B. Valkyrie einen ganz eigenen Reiz.
Fazit: Anders, aber immer noch sehr ASIA.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. März 2014
Asia ist und bleibt eine meiner absoluten Lieblingsgruppen.
Als ich das erstemal " my own time" gehoert habe war es um mich geschehen,
dieser bombastische epische Sound hat mich einfach umgehauen.
Auch mit dem neuen Album Gravitas geht es mir genauso. Fantastische Ohrwurm-
melodien, bombastische Choere, tolle Instrumentalpassagen, alles beim Alten,ja und
das ist auch gut so. An Asia wurde schon immer, mir unverstaendlich, rumgemeckert
Zu aufgeblasen,zu selbstverliebte Musiker usw..
Fuer mich bieten Asia auch auf ihrem 2014 er Album, das was ich an Ihnen so liebe,
eben den typischen Asiasound mit etwas mehr Pepp dank des neuen Gitarristen Sam Coulson,
der sehr schoene Soli und Riffs beisteuert.
Wo Asia draufsteht ist eben Asia drin und das ist auch gut so und soll sich auch nie aendern.
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