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4.0 von 5 Sternen Wieder nur fast eine Referenzaufnahme...
"Tamerlano", das blutige Mittelstück aus Händels Opern-Dreigestirn von 1724/25, stand und steht immer noch etwas im Schatten der beiden Schwesterwerke "Giulio Cesare" und "Rodelinda". Dafür dürfte neben der Fassungsproblematik auch das Libretto verantwortlich sein, das die Ereignisse nicht in ein erzwungenes "lieto fine"...
Vor 5 Monaten von Claus Fischer veröffentlicht

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine Sternstunde....
Diese Neuaufnahme von "Tamerlano", einer der schönsten Händelopern überhaupt ist eine Enttäuschung nahezu auf allen Ebenen. Mein Vorrezensent muß wohl eine völlig andere Einspielung gehört haben. Es existieren auf dem Markt eine bekanntere und exzellente Aufnahme unter John Eliot Gardiner mit hervorragenden Solisten. Eine unglaublich...
Vor 2 Monaten von Händelfan veröffentlicht


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder nur fast eine Referenzaufnahme..., 25. April 2014
Von 
Claus Fischer "clausfischer" (Lampertheim, Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Handel: Tamerlano (Audio CD)
"Tamerlano", das blutige Mittelstück aus Händels Opern-Dreigestirn von 1724/25, stand und steht immer noch etwas im Schatten der beiden Schwesterwerke "Giulio Cesare" und "Rodelinda". Dafür dürfte neben der Fassungsproblematik auch das Libretto verantwortlich sein, das die Ereignisse nicht in ein erzwungenes "lieto fine" münden, sondern den vom Mongolenherrscher Tamerlan besiegten Bajazet stolz und konsequent in den Freitod gehen lässt. Der Komposition ist Händels Bestreben anzuhören, eine Musik zu schreiben, die der Größe des Stoffes angemessen ist. Die Arien in "Tamerlano" sind nicht nur Prüfsteine für Technik und Stilgefühl der Sänger, sie stellen auch ungewöhnliche emotionale Anforderungen ans Publikum. Die Intensität der musikalischen Affektdarstellung sorgt dafür, dass einem das dramaturgisch ausgeklügelte Schachspiel der Handlung und ihrer Figuren näher geht, als man es sonst in diesem Operngenre gewohnt ist. Kein reines Vergnügen um des Vergnügens willen also. Zwar finden unter den Überlebenden die richtigen Paare zueinander und stimmen den obligatorischen Schlusschor an, aber der Jubel klingt recht gedämpft.

Lediglich gedämpfter Jubel stellte sich auch angesichts der Diskographie dieser Oper ein, bis George Petrou sich bei seiner 2007 von MDG veröffentlichten Gesamtaufnahme erstmals für die ungekürzte Urfassung von 1724 entschied und eine vorzügliche Interpretation vorlegte, in der allenfalls die Besetzung der (über weite Strecken sehr tief liegenden) Tenorpartie des Bajazet mit einem Bariton stellenweise etwas problematisch erschien. Riccardo Minasi hat nun die Zweitfassung von 1731 gewählt (mit zwei Arien für Leone statt nur einer) und mit dem aus der ersten Fassung übernommenen Terzett "Voglio stragi" angereichert, so dass hiermit die bislang umfangreichste "Tamerlano"-Einspielung vorliegt. (Leider wieder ohne den heiß ersehnten Appendix mit den von Händel schon vor der Premiere der ersten Fassung gestrichenen Nummern.) Da sowohl Tamerlano als auch Andronico hier mit einem Countertenor besetzt sind, erscheint Händels leidenschaftliches Seelengemälde so weit wie möglich mit originalgetreuen Stimmfarben restauriert.

Dabei gibt es freilich Licht und Schatten. Ohne Abstriche überzeugend der Bajazet von John Mark Ainsley, der sämtliche Höhen und Tiefen dieser Rolle auf grandiose Weise meistert und dem für eine barocke Seria unüblich vielschichtig angelegten Charakter des gefangenen osmanischen Sultans keine Nuance schuldig bleibt. Karina Gauvin gestaltet mit schön gereiftem, warm grundiertem Sopran ein ebenfalls rundum beglückendes Porträt von Bajazets Tochter Asteria. Max Emanuel Cencic könnte in der Senesino-Rolle des Andronico nach heutigen Maßstäben ebenfalls eine Idealbesetzung sein, wäre da nicht seine Neigung zu unorganisch aus der musikalischen Linie ausbrechenden Ver(un)zierungen in hörbar unbequemer Höhenlage. Xavier Sabata ist ein durchaus rollenkonformer Tamerlano, solange der Tyrann sich in affektiert-gespreizten Liebesgesängen ergeht - doch in der Rachearie "A dispetto" ist er leider ein Küken gegen den furiosen Nicholas Spanos bei Petrou. Die Sängerriege wird komplettiert von einer ansprechenden Irene (Ruxandra Donose) und dem sonoren Koloraturbass Pavel Kudinov, der aus den beiden dramaturgisch unerheblichen Leone-Arien musikalische Hauptattraktionen macht.

Minasi und sein Ensemble "Il pomo d'oro" zählen zu jener Gruppe von Interpreten, die beim "Barock" den Akzent auf die zweite Silbe legen. Entsprechend werden die Noten von HWV 18 einem zuweilen an Crossover grenzenden Belastungstest unterzogen. Dabei erweist sich Händels Musik als strapazierfähiger als die Instrumente der Musiker. Bei den Streichern machen sich immer wieder leichte Intonationstrübungen bemerkbar. So sehr das Streben nach einer packenden, nicht nur rein kulinarischen Wiedergabe zu loben ist - Vieles ist einfach klanglich zu wenig ausgefeilt, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Das kostet die an sich begrüßenswerte Einspielung leider einen Stern.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine Sternstunde...., 14. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Handel: Tamerlano (Audio CD)
Diese Neuaufnahme von "Tamerlano", einer der schönsten Händelopern überhaupt ist eine Enttäuschung nahezu auf allen Ebenen. Mein Vorrezensent muß wohl eine völlig andere Einspielung gehört haben. Es existieren auf dem Markt eine bekanntere und exzellente Aufnahme unter John Eliot Gardiner mit hervorragenden Solisten. Eine unglaublich schöne, hochinteressante und individuell gestaltete Aufnahme mit herausragenden griechischen Solisten, darunter ganz besonders hervorstechend die hochmusikalisch und stimmschön singende Mary-Ellen Nesi unter dem ungewöhnlich inspirierten Dirigenten George Petrou kam 2007 auf den Markt. Eine direkte Empfehlung für diese beiden Aufnahmen sei hiermit ausgesprochen. Wer einen wirklich gelungenen Tamerlano hören möchte, sollte um diese neu vorliegende Aufnahme jedoch einen großen Bogen machen. Sie funktioniert, trotz einiger durchaus schöner Einzelstellen einfach nicht, es kommt keinerlei wirkliche musikalische Atmosphäre noch ein stimmiges Gesamtbild auf. Max Emanuel Cencic, einer der souveränsten und besten Countertenöre unserer Zeit, der diese Aufnahme wohl für sein eigenes Ego produziert hat, hat sich hiermit einen schlechten Dienst erwiesen. Leider kann er in der Rolle des "Andronico" nicht überzeugen und ist somit eine Fehlbesetzung mit seinem eher hell timbrierten Timbre, das sich bestens für strahlendere und siegreichere Barock Helden eignet. Cencic vermag es hier einfach nicht, der Figur ein Gesicht zu geben, er bleibt der Rollle all die Sinnlichkeit, Audrucksfähigkeit, den Schmerz und die Souveränität schuldig, die beispielsweise von Michael Chance in der älteren Aufnahme mit Gardiner so überzeugend dargestellt wurden. Auch Mary-Ellen Nesi singt und vor allem gestaltet diese Rolle unter George Petrou unvergleichlich besser. Die elegischen Arien sind hier uninspiriert und schnell heruntergesungen. Überzeugen kann Cencic jedoch wiederum in den lebhaften Koloraturarien des 2. Aktes, die seiner Stimmfarbe und Stimmführung eher passend sind. Unterboten wird das ganze aber von einem völlig abgesungenen, von mir jedoch einst sehr geschätzten Tenor John Mark Ainsley, hier in einer seiner schwächsten Aufnahmen. Man erkennt hier sein einst so unvergleichliches Timbre seiner äußerst gelungenen "Hyperion" Aufnahmen von Händel Oratorien aus den 90er Jahren leider nicht wieder. Von musikalischem Singen und technischer Souveränität weit und breit nichts mehr zu hören. Bemüht quält er sich mit seiner inzwischen brüchigen lyrischen Stimme durch die heldischen Arien des Bajazet und nimmt ihnen somit ihre ganze Majestät und Kraft. Eine völlig Fehlbesetzung. Eine Enttäuschung dieser Aufnahme ist aber auch Karina Gauvin für alle diejenigen, die ihre sanft timbrierte und schlank geführte wunderschöne Stimme der letzten Jahre geschätzt haben. In dieser Aufnahme, vor allem im gesamten 1. Akt ist Sie nur noch ein Schatten Ihrer selbst. Die Stimme von Gauvin klingt hier müde, gequält, aufgequollen, einfach nicht mehr souverän und das Timbre erinnert nur noch von fern an früher. Gauvin bietet somit an zahlreichen Stellen die Karrikatur ihrer eigenen Stimme an. Schön gesungen und an die Leistung früherer Jahre erinnernd nur Ihre große Arie "Cor di padre" und das zusammen mit Max Emanuel Cencic ausdrucksvoll gestaltete Duett "Vivo in te" aus dem 3. Akt. Leider hat sich auch diese einst hochbegabte Sopranistin wie viele Sänger im modernen, schnelllebigen Opernbetrieb in unzähligen Aufnahmen und Aufführungen in den letzen Jahren verheizen lassen und somit ihr wertvolles Kapital verschleudert und ist auf dem besten Wege es durch Überbelastung zu ruinieren. Es tut weh dies zu hören. Selbst das bemühte aber nicht wirklich inspirierte Dirigat von Riccardo Minasi kann diese Aufnahme nicht tragen, es ist eher durchschnittliche, schon oft gehörte Barockroutine, nicht mehr. Die Aufnahmetechnik bietet einen gut ausbalancierten jedoch leicht metallischen Klang. Einzig Xavier Sabata mit seinem tonschönen Countertenor und die souverän und ansprechend singende Ruxandra Donose meistern Íhre Aufgaben äußerst solide, können hiermit diese Aufnahme aber auch nicht retten, da das Hauptaugenmerk von "Tamerlano" auf den großen Arien der zuvor rezensierten Protagonisten liegt. Wer die Ausnahmesänger Max Emanuel Cencic, Karina Gauvin und Xavier Sabata jedoch in Bestform erleben möchte, dem sei die 2012 bei DECCA erschienene Aufnahme von Händels "Alessandro" unter dem fabelhaften Dirigat von George Petrou mit dem Ensemble Armonia Atenea ans Herz gelegt. Dieser "Alessandro" mit der ebenfalls schön singenden Julia Lezhneva bereitet Freude pur und ist in der Tat eine kleine Händel Sternstunde....Vorliegende Aufnahme leider nicht!
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Handel: Tamerlano
Handel: Tamerlano von Xavier Sabata (Audio CD - 2014)
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