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am 13. November 2013
Das ist schon mal 'ne Krux, wenn sie Dich selbst aus dem Kinderchor verstoßen, weil bereits hier Dein dylanesques Gekrächze die Harmonie stört. Was bleibt Dir da, wenn Du nun unbedingt beschlossen hast, auf keinen Fall auf eine Musikerkarriere zu verzichten? Du wirst Punkmusiker, da fällt's nicht auf. Oder Du beschließt konsequent zu Dylan 2 zu mutieren - das allerdings mit dem Haken, dass es nun Dylan 1 eben auch noch gibt.

So in etwa sieht der Werdegang Graham Lindsey's aus: nach Punk kommt die erste Soloaufnahme, und alle Welt ist verblüfft wie einer dermassen nach akustischem Dylan 1963 klingen kann - 1:1, Stimme und Songqualität in nichts zurückstehend. Das ändert sich auch mit Aufnahme Nummer 2 nicht, die Stimme bleibt die selbe, das musikalische Konzept verschiebt sich mehr in Richtung allgemeine Americana, befördert auch durch die Hinzuziehung von Altgrößen der Vergangenheit aus den Bands Tom Waits' und Don Van Vliet's. Hat nix genutzt - die Kritiker waren einigermaßen beeindruckt - der Handel wohl kaum...

Und dann, 2008, darf er noch einmal richtig, da kommt der ganz alte Hase Steve Deutsch abermals ins Spiel, er hat die beiden Vorgänger schon technisch betreut, er ist der Produzent und Mixer solcher Größen wie Rod Stewart, Ray Charles und eben auch Dylan (Under a Red Sky) und der beschließt - das fantasier ich jetzt - wir müssen Dir einen eigenen Charakter, eine eigene Identität verpassen, das wird sonst nix....und damit wird's tatsächlich was. Jedes 'rumlavieren, jedes Ausprobieren und Dylan-Vermeiden sind hier im Studio in LA vorbei, von jetzt an gibt's Graham Lindsey. Dessen Stimme klingt zwar nach wie vor wie Dylan, aber Songs und Sound sind jetzt ganz und gar seins: Folk-Blues der einerseits kargen und kantigen und andererseits dennoch ausgereiften, nein, reifen Sorte. Die Songs erreichen eine Songqualität, die nun tatsächlich an einen Dylan heranreicht und dennoch völlig eigenständig im Blues wurzelt, wo Dylan ganz klar sich zur Folkflagge bekennt. Dass das so gut gelingt, liegt vermutlich mit an Steve Deutsch, liegt aber auch an solchen musikalischen Partnern wie Greg Leisz - der ewige, der göttliche - und auch wieder, wie bereits zuvor, Ira Ingber - der beefheart'sche und ironischerweise eben auch dylan'sche - an diversen Gitarren, von der Dobro und Pedal Steel bis zur Baritone und High-Strung Guitar.

Was daraus entsteht ist ein Folkblues, der es verdient gehabt hätte gehört zu werden - 1965 hätte man ihn gehört. Doch wir schreiben das Jahr 2008 und alle Welt klingt so. Folk-Blues-Revival ist angesagt und nun ausgerechnet wie ein Dylan zu klingen....ist tödlich, denn alle American-Folk-Welt gründet in dem - und müht sich es zu vermeiden. Zudem kommt ein Handicap zum tragen, dass auch für diese Aufnahme nur 4,5 Sterne zulässt: im Gegensatz zum Ahnen sind die Songs nicht catchy. Sie sind gut, es sind intelligente und ausgereifte Bluessongs, super eingespielt - aber sie bleiben nicht haften. Das hat ihm der Meister mit It Ain't Me Babe... eindeutig voraus.
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