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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rückkehr der Urzeitmonster des Death Metal, 25. März 2014
Von 
Gregson "eurozentrisch" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Back from Beyond (Limited Edition) (Audio CD)
Im September 2012 schrieb ich eine ausufernde Rezension zur - eher mittelprächtigen - "Condemned To The Shadows"-E.P. (nur Vinyl und Download), aus der ich hier, gerade zu Beginn des Textes, einiges zitiere, denn es betrifft das eigentliche Comeback-Album in Vielem ebenso (die beiden Songs der E.P., "Back From Beyond" - ja, ohne Kalkül läuft läuft hier nichts - und "Succumb to Rapture", sind nun auch erwartungsgemäß auf dem Album).
Erste Lebenszeichen der Band 1984 (!), Massacre waren eine besonders dicke Blase auf der Ursuppe des Death Metal. "From Beyond" (1991) - legendär, ebenso die "Inhuman Condition"- E.P. (1992), sogar das Venom-Cover mit Cronos als Gastschreier habe ich mir über die Jahre schöngehört. 1996 dann "Promise", der umstrittene Abgesang, für Anhänger der simplen, effektiven und mächtig fetten DM-Walzen vom Schlage "Succubus", "Dawn Of Eternity" oder des Gassenhauers "Corpsegrinder" ein Graus.
Auf der ersten Kurzzeit-Reunion-Tour 2007 fand ich die Band blass, Terry Butler (Bass) wirkte gelangweilt (viel Action ist bei dem bei Konzerten ohnehin nie zu erwarten) und Kam Lee, in diskussionswürdiger, eingeschwärzter Rapper-Optik, schien deutlich an Stimmgewalt verloren zu haben (bei Rogga Johanssons "The Grotesquery" kommt er aber zumindest im Studio den damaligen Zeiten nahe).
Mit Lee hat man sich gründlich verstritten, der neue Sänger heißt Ed Webb. Mit an Bord und an der Gitarre ist wieder Rozz, den Butler, ebenso aus der Urbesetzung, wieder rekrutieren konnte. Ein Mensch namens Mike Mazzonetto (nicht namens Bill Andrews) bearbeitet das Schlagzeug (und das gut).
Wie die Covergestaltung und der Albumtitel schon unmissverständlich mitteilen, geht man (im Wesentlichen, nicht Ganzen!) back to the roots, über das fragwürdige "Promise" wird in Interviews auch kein Wort mehr verloren, und etwas Anderes, als die Rückbesinnung auf die Achtziger-/ Frühneunziger-Geschosse, würde im Rahmen dieser Reunion auch keinen Sinn machen.
Beinahe das Wichtigste, wie schlägt sich Webb (es gibt genug Stimmen, die Massacre ohne Lee ablehnen)? - Er ist nicht so gut, wie Lee Anfang der Neunziger, aber das wäre auch der aktuelle Lee nicht. Webbs Stimme ist vielleicht nichts Besonderes, aber kraftvoll. Mitteltiefe, sehr ordentliche Grunts, man versteht halbwegs was er singt, aber wen interessiert letzteres.... Aber: Beachtlich übel schreien kann er. Diese Schreie sollte er noch weit mehr einsetzen.
Die Limited Edition (ein Digipack) bietet übrigens als Bonus den Massacre-Klassiker "Corpsegrinder" und den altehrwürdigen Death-Gassenhauer "Mutilator". Diese beiden Dinger radieren alles aus, walzen alles platt, sind der feuchte Death Metaller-Traum. Und sind - ich wage das Frevelhafte niederzuschreiben - sogar etwas besser als die Originale. Doch dazu später mehr...
Back From Beyond" funktioniert oft ähnlich brutal simpel wie die legendären alten Sachen, in fast jedem Song wird mal auf das Schönste nach vorne gebollert, es wird aber ebenso oft technischer. Insbesondere das Schlagzeugspiel ist komplexer als das extrem puristische Spiel von Andrews anno dazumals. Die Titel sind variabler angelegt, das Ganze ist intelligenter arrangiert als die alten Sachen, bei "Honor The Fallen" bringt man sogar einige sehr harmonische Klänge, man ist älter geworden, besser an der Gitarre, am Bass, will das verständlicherweise auch zeigen.
Ich finde das alles gut, das Songwriting ist stark, aber der neue Abwechslungsreichtum geht fraglos auch etwas auf Kosten der unglaublichen Geradlinigkeit, die einen damals noch in Raserei versetzte. Ein mitreißendes Hochgeschwindigkeitsgeschoss vom Schlage "Succubus" oder "Dawn Of Eternity" sucht man deshalb vergebens, wobei "As We Wait To Die", die Eröffnung nach dem, die Vergangenheit beschwörenden, Intro "The Ancient Ones", schon bald gut nach vorne losgeht und auch das folgende "Ascension Of The Deceased", das recht deutlich die wieselflinke Rhythmik von "Biohazard" aufnimmt (ja, es ist in Vielem ein Auf Nummer sicher-Album) viel Freude macht.
Erfreulicherweise kann man auch konstatieren, dass die quietschenden, nachhallenden Soli wieder da sind - sie scheinen teilweise wirklich von "From Beyond" rübergebeamt worden zu sein.
Die Produktion von Tim Vazquez (at CGM Studios) ist angemessen druckvoll, nicht zu poliert, die unglaublich mächtigen Bratgitarren der Vergangenheit hat man aber nicht mehr reproduzieren können.
Es ist fraglos nicht alles so mitreißend wie auf "From Beyond", wie sollte es das auch sein, aber es liegt hier ein sehr gutes Death Metal-Album vor, das ich nach jedem Hören besser finde, die anfängliche größere Enttäuschung ist einer nur kleinen gewichen, weil viele Songs zünden.
Ein Jungspund, der Massacre bislang nur aus der Propyläen Weltgeschichte oder so kennt, wird beim Hören, insofern er auch nur halbwegs über Geist und sittlichen Anstand verfügt sofort bemerken: Dies ist richtiger Death Metal. Und das weit mehr als dieses meist eher ulkige Brutal Death-Gefiepe oder diese ganzen Easy Listening-Kapellen vom Schlage Arch Enemy und Konsorten.
Noch einmal zu den beiden Bonustracks: Ausgerechnet hier bringt Webb seine Höchstleistung - fabelhafte Grunts und dazu, gerade bei "Mutilator", hysterische Schreie en masse. Dass (nicht allein) mir die beiden Bonustitel, die nichts Anderes als tüchtig aufpolierte Revisionen von Altbewährtem darstellen, am besten gefallen, offenbart vielleicht auch das kleine Manko von "Back From The Dead".
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