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4.0 von 5 Sternen Interessante Einspielung der ersten Brockes-Passion, 19. April 2014
Von 
Ein kritisches Ohr "Jommelli" (Bavaria) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Keiser: Brockes-Passion (1712) (Audio CD)
Wer die die Brockes-Passionen von Händel, Telemann oder Stölzel kennt, wird gespannt sein, wie sich die allererste Vertonung dieses Textes durch Reinhard Keiser 1712 anhört. Zunächst könnte Ernüchterung, ja gar verärgerte Enttäuschung aufkommen, denn Keisers Komposition hat nur wenig von Händels Eleganz, Stölzels Innerlichkeit oder Telemanns überbordender Dramatik und instrumentatorischer Phantasie. Seine harmonische Sprache ist sehr schlicht, die Instrumentalbesetzung reduziert (viele Continuoarien, nur vereinzelte solistische Blasinstrumente), die Anforderungen an die Solisten eher bescheiden. Keiser, der dafür berüchtigt war, äußerst schnell und oft auch reichlich oberflächlich zu komponieren, hat sich offenbar bei etlichen Nummern tatsächlich kein allzu große Mühe gegeben. Wer sich allerdings die Mühe macht, etwas genauer hinzuhören, wird zahlreiche kleine Juwelen finden, die die Wiederbelebung des Stücks lohnen, so z.B. die Jesus-Ariosi, die wundervolle große Arie „Heil der Welt“ mit solistischer Traversflöte oder das originelle von 3 Fagotten begleitete „Eilt ihr angefochtnen Seelen“. In den knapp-dramatisch zugespitzten Chören offenbart sich der geborene Opernkomponist von seiner besten Seite.
Diese erste offizielle Einspielung der Passion (eine CPO-Aufnahme musste vor einigen Jahren wegen ungeklärter urheberrechtlicher Fragen aus dem Handel genommen werden) ist klanglich und musikalisch auf hohem Niveau. Zwei gewichtige Kritikpunkte seien aber hier angebracht: Zum einen fällt dem Muttersprachler die mangelnde deutsche Idiomatik fast aller Solisten unangenehm auf, zum anderen beschränkt sich die Generalbassbesetzung durchgehend auf Cembalo und Laute, was den Hörer sehr schnell ermüdet, da der Basso continuo mit Abstand die meistverwendete Klangfarbe bei Keiser darstellt. Warum man hier nicht noch in wohltuender Abwechslung eine Orgel verwendet hat bleibt mir ein Rätsel.
Wer die oben genannten Brockesvertonungen schon kennt und schätzt, sollte diesen Prototyp unbedingt auch noch besitzen, ansonsten kann Einsteigern aus musikalischen Gründen eher zu Telemann oder Händel geraten werden.
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Keiser: Brockes-Passion (1712)
Keiser: Brockes-Passion (1712) von Peter Van Heyghen (Audio CD - 2014)
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