Kundenrezensionen


238 Rezensionen
5 Sterne:
 (135)
4 Sterne:
 (31)
3 Sterne:
 (19)
2 Sterne:
 (17)
1 Sterne:
 (36)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Kultband geht Ihren Weg konsequent weiter !
So nun sind knapp drei Wochen mit dem neuen Werk „Playing the Angel" meiner Lieblingsband (seit 83) ins Land gezogen und nun wird es Zeit auch mal eine sachliche Rezension zu schreiben. Außnahmsweise habe ich mir sogar die Mühe gemacht und habe mir den Großteil der bisher verfassten Kritiken hier durchgelesen und in vielen Fällen kann man...
Veröffentlicht am 4. November 2005 von Exciter30

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es war einmal eine Band, die Geschichte schrieb...
Tja, da ist es nun: das Album nach "Exciter". Das triste Cover hatte mich bereits während der Vorankündigungen bestürzt und ließ nichts Gutes ahnen. Und tatsächlich: meiner Ansicht nach ist "Playing the angel" keinerlei 'Verbesserung' gegenüber "Exciter", das mich bereits wenig begeisterte. Womöglich ist es sogar noch...
Veröffentlicht am 30. Oktober 2005 von Dizzyfugu


‹ Zurück | 1 224 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Kultband geht Ihren Weg konsequent weiter !, 4. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
So nun sind knapp drei Wochen mit dem neuen Werk „Playing the Angel" meiner Lieblingsband (seit 83) ins Land gezogen und nun wird es Zeit auch mal eine sachliche Rezension zu schreiben. Außnahmsweise habe ich mir sogar die Mühe gemacht und habe mir den Großteil der bisher verfassten Kritiken hier durchgelesen und in vielen Fällen kann man dafür leider nur ein müdes Lächeln übrig haben. Viele Nostalgiker warten anscheinend immer noch auf ein zweites Violator und sehnen die ach so wunderbaren 80er Jahre herbei. Ich war auch begeistert von den Alben „Black Celebration", „Music for the Masses", „Violator" und natürlich auch „Songs of Faith and Devotion", aber was hätten wir gesagt wenn DM nun im Jahre 2005 eine Kopie dieser Alben veröffentlicht hätten. Alle hätten geschrien das sich die Band nicht mehr weiter entwickelt und wohl am Ende ist. Seit den doch eher durchschnittlichen Anfängen auf „Speak & Spell" bis heute zu „Playing the Angel" gab es keinen Stillstand bei Depeche Mode und genau das erwarte ich von einer Band die unzählige Bands beeinflusst und Maßstäbe gesetzt hat. Außerdem gibt es einige Songs auf dem Album die Parallelen zu alten Hits aufweisen, so erinnert „John The Revelator" sehr an „Personal Jesus" und die erste Single „Precious" weißt auch Gemeinsamkeiten zu „Enjoy the Silence" auf.
Zwei Wochen lang läuft PTA nun in meinem Player auf und ab, und es wird noch lange nicht langweilig. Hat es beim Vorgänger „Exciter" noch einige Zeit gedauert bis die Lieder den Weg ins Gehör fanden, so zünden viele Songs auf PTA schon beim ersten mal hören und der Rest wird bei jedem male besser.
Schon der Opener „A Pain that I used to", lässt das DM Fan Herz höher schlagen, ein klasser Refrain und Daves Stimme, ja der Song ist allererste Sahne.
Danach folgt „John The Revelator" für mich einer der beiden besten Songs des Albums, vor allem bin ich der Meinung das dieser Song bei der Kommenden Tour einer der Kracher wird.
Mit „Suffer Well" folgt das Debut als Songrwriter von Dave Gahan auf einem DM Album, der nach seinem Soloalbum „Paper Monsters" dies gefordert hatte und nun auch drei Songs beigesteuert hat. „Suffer Well" ist ein eingängiger Popsong der auch als Single eine gute Figur machen würde.
„The Sinner in me" ist pefekter Depeche Mode Sound, düstere Atmosphäre, schrille Elektronik, einfach klasse.
Mit „Precious" wurde ein eher untypischer Song als erste Single ausgekoppelt, aber trotz alledem ist es ein sehr gelungener Titel der sehr an den Synthie Pop der 80er Jahre erinnert und im Refrain dem Megahit „Enjoy the Silence" gar nicht so unähnlich ist.
Der erste von Martin Gore gesungene Song auf dem Album ist „Macro" der mich beim ersten mal hören ein wenig enttäuscht hat, aber mit jedem mal hören wird der Titel schlüssiger.
Nun folgen mit „I want it all" und „Nothing`s Impossible" die beiden anderen Titel aus der Feder von Frontman Dave Gahan. Während „I want it all" zwar gut ist, aber doch im Vergleich zum Rest ein wenig abfällt, ist „Nothings Impossible" mein zweiter Lieblingstitel auf PTA. Alle Achtung Dave, du hast es wirklich drauf. Ein düsterer und sehr elektronischer Song mit einem Refrain und einer Stimmung die sofort mitreist. Der Song hat auch jetzt nach zwei Wochen Dauerhörens noch nichts von seiner Orginalität verloren.
Mit „Introspectre" folgt das einige Instrumental auf dem Album welches zwar relativ schlicht gehalten ist aber trotzdem absolut passend wirkt.
„Damaged People" ist der zweite von Martin Gore gesungene Titel und im Vergleich zu „Macro" zündet dieser gleich beim ersten mal. Allerdings sollte man sich bei solchen Titeln und vor allem Texten einmal Gedanken über den psychischen Zustand von Martin Gore machen.
Mit „Lilian" geht es noch einmal flotter zur Sache und DM legen uns damit einen sehr eingängigen Popsong vor, der mich ein wenig an den Titel „But not tonight" aus der „Black Celebration" Zeit erinnert.
Zum Schluss gibt's mit „The Darkest Star" noch einmal eine richtig düstere Ballade die wie z.B. „Waiting for the Night" das Zeug zum Klassiker hat.
„Playing the Angel" ist ein absolutes Hammeralbum von einer Band die in 25 Jahren Bandhistorie keinen Stillstand zuliess und mit Ihrem Schaffen noch lange nicht am Ende ist. Wer immer noch alten Alben nachtrauert, der soll sich mal den Rest der Charts anhören der zum Großteil nur aus belangloser und recyclter Gehörfolter besteht und wie wohltuend ist es da einmal wieder ein derartiges Album zu hören. Einige Rezensenten hätten halt einfach mal warten sollen und sich das Album öfter anhören sollen, bevor sie hier voreilig etwas kritisieren das Sie kaum kennem. Ich kann das Album jedem Freund guter Musik nur wärmstens empfehlen und freue mich sehr auf die kommende Tour. Für alle Kritiker sei es mit den Worten von Dieter Nuhr gesagt: „Wer keine Ahnug hat, einfach mal ...."
Ich habe mir das Album natürlich in der limitierten Edition mit Bonus DVD geholt und kann dies nur jedem Fan ans Herz legen, das die Bonus DVD definitiv das Geld wert ist.
In diesem Sinne 5 Sterne für ein Album mit dem eine Kultband den beschrittenen Weg konsequent weitergeht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


83 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Playing The Angel, 24. September 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
So nach mehrmaligem hören der PTA, möchte ich kurz meinen persönlichen Eindruck davon wiedergeben.
Das Album ist meiner Ansicht nach gut gelungen, mit Tendenz zum sehr gut.
Vorab muß ich sagen, daß ich kein Exciter-Hasser bin/war. Wer bei der PTA auf Vergleiche zur Violator oder SOFAD hofft, der wird sicher ein wenig enttäuscht sein.
Zu Beginn des Albums wären derlei Vergleiche vielleicht durchaus gerechtfertigt, aber spätestens nach der Hälfte des Albums wird es wieder eher gemächlicher und ruhiger. Was aus meiner Sicht jedoch nicht heißen soll, daß es schlechter wird. Meiner Meinung nach ist Precious der einzige Song auf dem Album, der sich wohl relativ schnell abnutze wird, eventuell noch APTIUT.
Den von der Band beschriebenen analog und organischer klingenden Sound kann ich so unterschreiben, allerdings verliert sich durch die Vielzahl der „schrägen" Töne und Effekte bei so manchem Titel ein wenig das Soundgerüst und das eine oder andere Mal, klingt es mir zu erzwungen und verspielt. Dafür gibt es aber auch jede Menge geniale Melodiereihen, die einen dann doch hin und wieder an frühere Zeiten denken lassen. Jedoch eher an die Zeit vor Black Celebration.
Wer sich nicht vom allgemeinen Forentheater auf diversen Depeche Mode Seiten hat verrückt machen lassen und das Album unvoreingenommen anhört, wird sicher viel Freude damit haben!
Hier meine Eindrücke der einzelnen Songs:
A Pain That I'm Used To - Guter Song, bei dem mich persönlich allerdings die 3 x (!) zum Einsatz kommenden DON-Sirenen doch gewaltig nerven. Der Aufbau hätte auch super ohne diese gepaßt
Note: gut
John The Revelator - nach ein paar unmotivierten Eingangstönen ein sehr schöner, treibender, ja leicht rockiger Sound, der sich live wohl sehr gut eignet, die Fans ein wenig „arbeiten" zu lassen. Beim mehrfach wiederholten Bye-bye, Bye-bye, John the Revelator - Bye-bye, John the Revelator sehe ich die Fanmasse förmlich schon winken...
Note: sehr gut
Suffer Well -wirklich schönes melodiöses Stück mit dem für mich stärksten (aber seichten) Gitarrenriff und tollem Refrain. Die Gitarre geht mir nicht mehr aus dem Kopf! Das sind Depeche Mode wie ich sie liebe! Potentielle Single!
Note: sehr gut
The Sinner In Me - ebenfalls sehr schöner, im Grunde vom vielbeschworenen Analogsynth getragener Song, dessen Melodie am Ende durch Effekthascherei oder Verspieltheit leider völlig zerstört wird. Wäre ansonsten wohl charttauglich!
Note: gut bis sehr gut trotzallem)
Precious - allseits bekannt, wirkt auf mich wie ein Fremdkörper auf dem Album! Trotzdem netter Chartsong
Note: gut
Macrovison - von Mart gesungen, mit sehr ruhigem Beginn, aber tollem Refrain mit Dave als zweite Stimme. In diesen Song muß man sich erst hereinhören, was aber durchaus gelingt
Note: gut
I Want It All - ruhiger und gefälliger Song, wie für dave geschaffen ;O) , der mir immer besser gefällt, der Song ;O)
Note: gut
Nothing`s Impossible - sehr geiler uptempo (für DM-Verhältnisse) Song (vielleicht sogar der Beste auf PTA?), bei dem Daves Stimme ein wenig verzerrt, aber unglaublich sonor daherkommt. Würde man heute zu einer Party gehen und den Saal betreten wenn NI läuft, es würde sich für jeden Depeche Mode Fan sofort das Gefühl einstellen, zu Hause zu sein!
Note: sehr gut
Demaged People - ein Song zu dem ich bisher keinen so richtigen Zugang finde. Er hat was, aber auch irgendwas, was mich momentan stört. Finde ich noch raus. Wie heißt es so schön, der wächst bestimmt noch.
Note : gut
Lillian - der Song, der mich, bedingt durch die Vorabberichte, doch ein wenig enttäuscht hat. Hat eigentlich alles was ein guter Song braucht (schöner Refrain usw.), aber bei den Strophen wirkt Daves Stimme einfach überfordert und limitiert, was für den Rest des Albums absolut nicht zutrifft! Mein Tipp - der geht live gar nicht!
Note: befriedigend
The Darkest Star - schöner, eigentlich gut strukturierter und aufbauender Song, der aber immer dann, wenn man damit beginnt sich dem Song hinzugeben, von einem fürchterlich düsteren Klaviermelodiefragment regelrecht zerschlagen wird . Weiß nicht was ich sagen soll, der Song hat geile Momente, aber ich habe wirklich körperlich gelitten....
Ein ähnliches Gefühl hatte ich bei der Exciter immer dann, wenn mich DON aus allen Träumen gerissen hat.
Note: gut (hat trotzallem was)
So, ich konnte euch mit meinen Eindrücken hoffentlich ein wenig vom Album vermitteln und sage nochmal, es ist ein tolles Album, wie ich es mir noch vor einem Jahr nicht hätte vorstellen können. Die Instrumentalstücke hab ich mal außen vor gelassen, da sie für mich auf der PTA erstmals wirklich überflüssig sind , da irgendwie belanglos.
Allen Dave-Kritikern sollte nun ein wenig der Wind aus den Segeln genommen sein, denn alle Stücke gefallen (mir)!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Not Every Pain Hurts, 30. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
Im Vorfeld wurde ja viel geschrieben und diskutiert. Die erste Single-Auskopplung „Precious" gab mir persönlich schon ein gutes Gefühl, weil ich mich dabei in die Violator-Zeiten zurück versetzt fühlte. Aber so wurde das Album dann doch nicht.
Auf der Rückseite kann man schon lesen, dass es in den Liedern um „Pain and Suffering in various tempos" geht. Ist ja nicht wirklich was Neues.
Der erste Lied „A Pain That I'm Used To" geht schon mal gut los: ein richtig rockiger Opener zum Wachrütteln. Aber obwohl ich nicht finde, dass es musikalisch ausgefeilt ist und sich fürs Radio eignet wird das die nächste Single.
Der 2. Song "John The Revelator" hat ein gutes Rock 'n Roll Feeling und einen guten Groove. Das Lied könnte auch Elvis gesungen haben. Amerikanische DeMo-Fans werden es lieben.
Ungefähr 25 Jahre musste Dave Gahan warten, bis er als Komponist bei Depeche Mode aufgeführt werden konnte. Bei drei Titeln ist das jetzt der Fall. Das erste „Suffer Well" ist ein flottes Liedchen, das gut in die Beine geht und im Vergleich zum restlichen Album fast fröhlich ist.
Etwas langsamer und bedrückender ist der nächste Track „The Sinner In Me", aber diese Schwermut, typisch für viele DeMo-Songs, macht den Charme des Liedes aus. Ich find's klasse!
Traurig und tanzbar ist „Precious", DER Übersong auf der CD, der bestimmt mal mit Hits wie „Enjoy The Silence" und „Never Let Me Down Again" in einem Atemzug genannt werden wird.
Natürlich darf auch Martin Gore zwei Lieder singen, wobei er beim Ersten „Macro" zwar viel Gefühl in die Stimme legt, aber der Song kommt irgendwie nicht so gut rüber.
„I Want It All" ist wieder von Dave komponiert und klingt so, als stammt der Track von seinem Soloalbum. Er ist recht ruhig, recht entspannt, aber kein Reißer.
Das nächste Lied von Dave heißt "Nothing's Impossible" und ist absolut düster und wird bestimmt ein Hit in den Wave-Charts. Ich finde ihn super, aber für's Radio ist er wohl nicht geeignet. Klasse, Dave!
Nach dem Instrumentalstück „Introspectre" folgt "Damaged People", das zweite Lied, das von Martin gesungen wird. Der Sound klingt nach dem Beginn der elektronischen Tonerzeugung, aber Martin singt dazu im Stile eines Soulsängers. Sehr bemerkenswert!
"Lilian" ist wieder ein sehr eingängiges Lied mit einem tanzbaren Beat. Könnte ich mir durchaus als radiotaugliche Single vorstellen.
Das letzte Stück "The Darkest Star" ist eine Ballade, die ruhig dahin fließt und zum Träumen anregt.
Viel wurde auch über Produzent Ben Hillier gesprochen, der u.a. für das Blur-Album „Think Tank" verantwortlich war, das mir überhaupt nicht gefallen hat, weil Blur dort viel zu elektronisch waren. Nun passen Elektro und Depeche Mode aber besser zusammen, weshalb diese Entscheidung nicht verkehrt war. Und so brummt, rauscht und klirrt es auf dem Album, dass es eine wahre Pracht ist. Wenn manche Geräusche übersteuert wurden, so unterstelle ich hier klare Absicht. Viele dürften sich davon schon abgeschreckt fühlen, aber Depeche Mode waren selten Mainstream und für schräge Klänge und Disharmonien schon immer bekannt.
Wenn auch Vieles auf dem Album an ihre erfolgreiche Ära erinnert, so fallen Depeche Mode nicht zurück in die 80er! Das würde auch nicht gut gehen, da das nach Selbstironie klingen würde. Das Album hört sich so an, wie man es von ihnen erwarten konnte, mit etwas mehr Disharmonien und schrägen elektronischen Geräuschen, ohne den Sound alter Album zu kopieren.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Depeche Mode's neuer Makrokosmos, 1. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
Nachdem Depeche Mode mit Songs of Faith & Devotion scheinbar ihren Zenit nicht nur erreichten sondern ihn auch physisch und psychich überschritten, folgte das ernüchternde aber ebenbürtige Meisterwerk Ultra. Nach der Ernüchterung folgte das uninspirierte und ziellose Exciter, welches die Jungs anschliessend auf Solopfade schickte. Diese Solopfade von Herrn Gore und Herrn Gahan taten sich aber ganz offensichtlich als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration auf, denn mit Playing The Angel, haben es Depeche Mode tatsächlich nocheinmal geschafft, ihren Zenit erneut zu erreichen.
Auf diesem Meisterwerk besinnen sich Depeche Mode wieder auf ihre eigentliche Stärken, tiefgründige Emotionen, getragen von einem konstruiertem Soundgerüst, dass durch Mark und Knochen geht. Dem Hörer erschliesst sich ein Makrokosmos, den er von Depeche Mode noch nie gehört hat. Spätestens wenn man bei der von Martin Gore vorgetragenen Nummer "Damaged People" angelangt ist, kann niemand mehr ernsthaft behaupten, dass ihm diese Musik völlig kalt liesse. Hier ist der Vergleich zu den Beatles wirklich mal angebracht.
Das völlig Neue in Depeche Modes Makrokosmos sind aber die 3 beigesteuerten Songs aus der Feder von Dave Gahan. Hiermit beweist Gahan endgültig die kongeniale Verwandtschaft zu Gore, der ihn bei den Refrains tatkräftig unterstützt, was einfach unglaublich schön klingt.
Martin Gore setzt seine Gitarre so konsequent ein wie noch nie, aber dennoch ist das Album geprägt durch einen neuen frischen Experimentalismus, der sicherlich dem Produzenten Ben Hillier zu verdanken ist.
Martin Gores und Dave Gahans Kongenialität gipfeln in der abschliessenden klagenden Ballade "The Darkest Star", welche dem Album auch den Namen "Playing The Angel" gegeben hat.
"Playing The Angel" beweist ziemlich eindrucksvoll, dass die 25jährige erfolgreiche Karriere von Depeche Mode kein Zufall ist und wahr, sondern das Ergebnis eines nicht enden wollenden Kreativen Outputs eines Herrn Gore und jetzt auch eines Herrn Gahan.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und sie können es doch noch!, 30. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
1. A Pain That I`m Used To: Gleich zu Beginn ein sehr aggressiver, fast schon hasserfüllter Uptempo Song. Geschrieben von Martin Gore lässt sich hier vielleicht eine Nachricht an seine noch Ehefrau erahnen (die Scheidung läuft zur Zeit noch). "I don`t need to believe all the dreams you conceive, you just need to achieve something that rings true" heisst es im Refrain. Ein sehr starker Opener, der übrigens auch 2. Single werden wird.
2. John The Revelator: Der wohl überraschendste Song auf "Playing The Angel"! Der Song handelt von einer biblischen Figur, dem Apostel John der Insel Patmos. Der Song kommt aber alles andere als religiös daher. "Who`s that shouting?" fragt Dave ins Mikro, "John The Revelator!" schreit Martin zurück. Fantastischer, flotter und zugleich anspruchsvoller Song! Man hört die Massen bei der kommenden Tour schon förmlich mitgröhlen. Der Song ist für mich eine potentielle Single und dürfte auch bei der breiten Masse ankommen.
3. Suffer Well: Der erste Song von Dave geschriebene Song auf diesem Album. Und zugleich ein ziemlich guter. Wieder eine Uptempo Nummer mit einem tollen Gitarren Riff, aber einem leider nicht so starken Refrain. Ich bin allerdings auch kein Freund von Dave Gahans Solo Album gewesen, dieser Song ist aber deutlich stärker als alles auf "Paper Monsters".
4. The Sinner In Me: Klasse Electro/Industrial Nummer. Hier geht es etwas ruhiger zur Sache. Langsam baut sich im Song der Klangteppich auf. Das ganze erinnert an "Massive Attack". Zum Ende gibt es noch ein schräges Gitarrensolo von Martin.
5. Precious: Den meisten schon bekannt. Sehr radiotaugliche Nummer, richtige Wahl als erste Single, allerdings absolut nicht representativ für das Album. Trotzdem sehr ergreifender Song über den Effekt der Scheidung auf Martin Gores Kinder. Warum aber die US Radio Version nicht veröffentlicht wird bleibt mir ein Rätsel. Diese klingt vom Sound viel stärker.
6. Macro: Der erste von Martin gesungene Song hat mich sofort begeistert. Sehr ungewöhnliche Nummer, aber doch so typisch Martin Gore. Sehr komplexes Songwriting, ganz großes Kino!
7. I Want It All: Etwas zu lang geratene Ballade von Dave. Klasse Sounds, aber der song überzeugt mich nicht. Für viele der schwächste Song auf diesem Album.
8. Nothing`s Impossible: Habe ich gerade geschrieben das Dave den vielleicht schwächsten Song auf dem Album geschrieben hat? Gut, dann muss ich ihm jetzt aber mit "Nothing`s Impossible" bescheinigen, dass er für mich einigen der besten Depeche Mode Songs überhaupt geschrieben hat! Ich traute meinen Ohren nicht, so atmosphärisch, düster und ergreifend ist diese Nummer! Wieder sehr flott, gepsickt mit genialen Sounds und einer Stimme Dave Gahans, bei dem es einem den Rücken runterläuft. Der perfekte Soundtrack für eine deftige Hrbstdepression und hoffentlich Single!
9. Introspectre: Gleich an "Nothing`s Impossible" reiht sich das Instrumental Stück des Albums. Für viele belanglos, meiner Meinung aber sehr atmosphärisches Stück und ganz und gar nicht überflüssig.
10. Damaged People: Der zweite Song mit Martin Gore Vocals. Unglaublicher Retro Sound, man hat das Gefühl sich in den 80ern zu befinden! Nette Anekdote: Dave Gahan wollten den Song nicht singen, da er sich selber nicht als "Beschädigten Menschen" sieht. Macht aber auch nichts, Martin hat es auch unnachahmlich hinbekommen!
11. Lilian: Und weiter geht es mit den Retro Sounds! Sehr starke Popnummer, die mich an "Shake The Disease" und die Band "Camouflage" erinnert. Trtotzdem im einzigartigen Depeche Mode Style! Wieder potentielle Single!
12. The Darkest Star: Langsame, düstere Nummer mit einem unglaublichen Soundteppich! Hier werden nochmal alle Geschütze aufgefahren, die die Synthesizer hergeben. Ein wundervoller Abschluss eines klasse Albums!
Depeche Mode sind zurück und machen "Exciter" vergessen. Es gab viele die, die es ihnen nicht mehr zugetraut hätten, die Band stand eine Zeit lang auf der Kippe. Dave wollt unbedingt Songs besteuern, Martin aktzeptierte das und wird sicherlich auch nicht weinen deswegen. Dave kündigte in einem Interview indirekt schon das nächste Album Depeche Mode Album an. Rosige Zeiten also für uns Depeche Mode Freaks!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


61 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unberechenbar, 3. Oktober 2005
Von 
Norman Fleischer "it's about progress" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
"Warum wir seit 25 Jahren so erfolgreich sind? Hmmm...keine Ahnung, ehlich gesagt". Mit diesem Satz hat es Andy Fletcher von Depeche Mode auf den Punkt gebracht. Die Band gibt es mittlerweile seit einem vierteljahrhundert und in dieser Zeit haben sie genausoviele Musikgenres erfunden, wie sie auch überlebt haben.
Depeche Mode sind immer noch da, klingen frisch und unberechenbar. Nie machen sie das, was ihre Fans erwarten und letztendlich treffen sie mit dem Ergebnis genau den Nerv der Zeit und der wartenden Masse
Dass das 11. Studioualbum "Playing the Angel" keine leichte Geburt war ist klar und typisch für Depeche Mode. Das "Exciter"-Album von 2001 verschreckte mit seinem Click/Clack-Sounds viele Fans, Dave wollte von nun an mit Texte schreiben und Martin lässt sich gerade von seiner Frau trennen. Wie immer keine günstigen Rahmenbedingungen... aber auch das für die Band normal.
Doch überraschenderweise ist Depeche Mode mit "Playing the Angel" ein hevorragendes, teilweise geniales Album geworden, das die Faszination und Magie dieser Band nur unterstreicht. Es ist düsterer, als der Vorgänger und deutlich schneller und tanzbarer, sowie zu gleichen Anteilen eingängig wie experimentell. Als "Heavy-Electronic" hat es Produzent Ben Hilliar (Blur, Elbow etc.)bezeichnet... er hat die Band wieder zusammengeführt. Der Soundteppich ist wieder "voller", als bei "Exciter", es werden analoge Synthies wie in den 80ern benutzt und die Gitarre steht wie seit "Songs of Faith and Devotion" nicht mehr im Vordergrund. Doch keine Angst: DM werden auf ihre alten Tage nicht "Retro". Viel besser... sie gehen nur 1 Schritt zurück dafür aber 3 bis 4 nach vorne.
"A Pain that I'm used to" gibt mit seinem treibenden Beat gleich anfangs die Marschrichtung des Albums vor. Sperrige Synthieeffekte, wummernde dunkle Beats und raue Gitarren stehen wieder im Vordergrund. Das experimentell groovige "John the Revelator" macht da gleich weiter. Man merkt... es sind Depeche Mode, aber sie klingen schon wieder anders, aber doch vertraut.
Auch beim Rest des Albums gibt es keine Ausfälle... "Suffer Well" ist sehr poppig und eine klassische DM-Nummer, "The Sinner in Me" oder "Nothing's Impossible" erinnern in ihrer düsteren Monotonie an alte Depeche Nummern wie "Clean", "To have and to hold" oder Massive Attack. Die 1. Single "Precious" fällt dabei aufgrund ihres freundlichen Radio-Pop-Musters noch ziemlich aus dem Rahmen. Wer das Album danach kauft könnte nen Fehlkauf erleben.
Martins Tracks "Macro" und "Damaged People" sind gewohnt melancholisch, "Lilian" ein richtig stylischer, fast schon lockerer Synthie-Pop-Song und mit "The Darkest Star" endet das Album in einem düsteren 6-Minuten Mix aus Trauer und Hoffnung. Depeche Mode at their best, natürlich! Also praktisch gesehen gibt es keinen halbwegs schlecht abfallenden Song auf diesem Album. Das ist selbst für DM-Verhältnisse keinesfalls selbstverständlich.
Richtig viel gibt es bei "Playing the Angel" nicht zu kritisieren. Depeche Mode besinnen sich auf ihre Wurzeln, ohne dabei sich selbst zu stark zu kopieren, denn auf der anderen Seite klingen sie 2005 frischer und experimentierfreudiger als zuvor. Zwar hätten einige Klangexperimente zugunsten besserer Atmosphäre wegbleiben können, aber das ist nicht so tragisch.
Dieses Album hat all das, wofür DM in den letzten 25 Jahren standen. Es ist Rückblick und Neuerfindung in einem. Die Tatsache, dass diese fantastische Band sich nie selbst kopiert hat und immer wieder neu erfindet hat sie so erfolgreich gemacht und lässt ihre Fangemeinde immer weiter wachsen. Und wenn man so ein Wahnsinns-Album wie "Playing the Angel" hört, dann weiß man auch, wieso.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Majestically!, 9. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
Es gab ja im Vorfeld etliche Erklärungsversuche, wie die Platte denn nun klinge. Retro sei das auf jeden Fall, irgendwo angesiedelt zwischen Violator, Songs Of Faith And Devotion und Ultra, mehr Dampf in der Gasse, Düsternis at its best, mehr Melodien und richtige SONGS, Synthies wieder im Vordergrund und so. Und alle haben irgendwie recht, DM besinnen sich auf ihre Stärken und kennen eigentlich nur eine Referenz - sich selbst.
Das beginnt schon beim ersten Song, der wie zum Hohn mit dem dreimaligen Exciter-Fanal von "The Dead Of Night" beginnt und munter vorwärtsstrebt. Der Refrain stampft sich schlagzeugunterlegt ins Ohr und wird an seinem Ende nochmal von der Eingangsfanfare im höchsten Schleudergang ordentlich durchgewalkt. Für mich nicht der Megahit, aber wir wollen ja nicht gleich das ganze Pulver verballern, wie leider auf der Exciter mit "Dream On" gleich zu Beginn geschehen. Soll angeblich die zweite Single werden.
Bei welchen DM-Songs flippen die Massen beim Konzert am meisten aus? Richtig - "Enjoy The Silence", "Never Let Me Down Again", aber vor allem doch bei "Personal Jesus", wenn sich Mister Gahan wie ein Derwisch gebärdet. Hier ist der potentielle Nachfolger in Sachen Stadion-Ekstase: "John The Revelator". Klingt mal wie "Pleasure Little Treasure", o.g. "Personal Jesus" und selbst "Master And Servant" schimmert durch. Toller Mitgröl- und Abhott-Song. Ohrwurm-Potential!
Es gab nicht wenige, die sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnten, als sich Martin Gore verbal herabließ, "zwei oder drei Songs" von Dave eventuell Asyl auf dem Album zu gewähren. Uff, kann man nur sagen, Experiment geglückt: "Suffer Well", der erste der drei Gahan-Songs, ist wohl der eingängigste davon. Ein temporeiches Stück, "Behind The Wheel" mit Speed! Dazu ein Gitarrenriff, wie man es so perfekt nur noch von "Enjoy The Silence" in Erinnerung hat. Und diese Melodie...grandios! Gut gemacht, Dave. *tätschel*
Daß diese Platte wieder in dunklen Farben gemalt werden würde, war nach all den Ankündigungen klar, daß sich aber Massive Attack und Nine Inch Nails, selbst klare Depeche-Mode-Verehrer, ein ideelles Stelldichein bei Kerzenschein und Knochensuppe geben würden, war so nicht zu erwarten. "The Sinner In Me" stichelt sich auf schmalen Dornenpfaden gemächlich ins Hirn. Mit dem Refrain kann ich nicht soviel anfangen, dafür knallt das experimentell schräge Gitarrensolo von Gore mit Trent-Reznor-Verve am Ende voll rein. Die "Gelehrten" werden sich streiten - Lückenfüller oder Reifezeugnis?
Naja, das war zu erwarten: Eine Single zum Verkaufsstart mußte natürlich her. Und dafür eignet sich kein Song besser als "Precious". Trotz der melancholischen Melodie und der herzzereissenden Lyrics (Herr Gore bedauert seine unter dem Scheidungsdrama leidenden Kinder) fast der optimischste Song auf PTA, dessen Grundstimmung noch viel düsterer und aggressiver erscheint. Gute Nummer, im Gesamtdurchlauf der Platte hinterlassen jedoch andere Songs deutlich tiefere Spuren in den Synapsen.
Herr Gore und die Kunst. "Macro" ist so eine Sache. Nettes Songwriting wie meist beim Maddin, aber es pluckert ein wenig zu oft, die Harmonien des langsam treibenden Stückes verschwinden plötzlich in dissonanten Zwischentönen, eine zerrende Gitarre zerschneidet eine Metallwand, die scheppernd zu Boden kracht. Überhaupt kann ich die viel beschworene Reduziertheit, die doch so an Violator erinnern soll, im Gesamtwerk "Playing The Angel" nicht unbedingt erkennen. Wie bei Exciter gluckst und blubbert es auch hier an vielen Stellen, nur mit dem Unterschied, daß es diesmal offenbar die richtigen sind. Kann manchmal verstörend wirken, wie eben auf "Macro".
Da wärn wir schon bei der zweiten Gahan-Probe, "I Want It All". Auch die bestanden, aber nur mit einem "Gut". Sehr ruhiger Träumersong, von dem man noch hofft, daß er wächst und sich entwickelt. Hätte gut auf die "Ultra" gepasst.
Und nun, traraaaaaa, Dave-Song Number 3: "Nothing's Impossible". Schnell das Violator-Cover auf Harddisk gezogen, "Nothing's Impossible" eingereiht, neu gebrannt - jetzt haben wir das ultimative Meisterwerk! Mit verzerrter Stimme und Minimalakkorden taumelt Gahan durch Raum und Zeit. Die Synthies brummen in Moll, die Elektronik-Schnipsel schwirren durch angstgeschwängerte Luft. Knarz-Knarz, Kling-Klang, welch' ein Refrain, abgeschlossen von einem kurz nachgeschobenen, wenig zuversichtlichen "Nothing's impossible". Suizidgefährdeten nicht unbedingt zu empfehlen. Aber hey, genau auf diesen einen einfachen und doch genialen Song haben Millionen DeMo-Fans mindestens seit Ultra gewartet - sie wurden erhört!
Ruhig geht es weiter, das bei DM obligatorische Instrumental "Introspectre" erinnert mich irgendwie an "Christmas Island", wer sich noch entsinnen kann...
Nächster Versuch von Martin Lee Gore: Während "Macro" meiner Meinung nach überhaupt nicht zu ihm paßt, entwickelt er bei "Damaged People" wieder einen seiner klassischen Schrittgeschwindigkeits-Songs, die ihm so auf den Leib geschnitten sind. "Damaged People" könnte auch in eine WG mit "Somebody" oder "A Question Of Lust" ziehen. Also Gore-Fans, Taschenlampen, Feuerzeuge und Domina-Peitsche gezückt!
Einer meiner persönlichen Favoriten beendet die Ruhephase der Platte - "Lillian"! So muß Pop klingen! Dave schwingt das Tanzbein und trimmt den etwas verzerrten Kehlkopf zur Höchstleistung an. Sehr schöne Melodie, zwischendurch ein "Shake-The-Disease"-Seufzer von Martin, Schlagzeug und Synthie treiben den Song an, den New Order auf irgendeiner Kiffer-Toilette verschlampten.
Irgendwann geht die schönste Zeit zuende. "The Darkest Star" spielt den Rausschmeißer und drückt dem Hörer unmißverständlich nochmal aufs Ohr, welche Stimmung er gefälligst mitnehmen soll von diesem Kunstwerk. Windet sich langsam dahin, und noch bevor man so etwas wie Harmonie verspürt, erinnert einen ein klirrender Klavierakkord an die Leiden des Irdischen. Was hätte nur aus der Exciter werden können, gespickt mit solchen Momenten.
Fazit: Was soll ich sagen, ich bin schwer begeistert. Klare Grundstimmung, Synthies reloaded, Gore muß sich keine Gedanken über die Verträglichkeit von Gahans Songwriting mehr machen, schnelle und langsame Nummern stehen sich nicht konträr gegenüber, und im Gegensatz zu Exciter fehlen dieser Platte nicht die Hits (durchaus nicht kommerziell bzw. massenkompatibel gemeint). Klare Kaufempfehlung!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es war einmal eine Band, die Geschichte schrieb..., 30. Oktober 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
Tja, da ist es nun: das Album nach "Exciter". Das triste Cover hatte mich bereits während der Vorankündigungen bestürzt und ließ nichts Gutes ahnen. Und tatsächlich: meiner Ansicht nach ist "Playing the angel" keinerlei 'Verbesserung' gegenüber "Exciter", das mich bereits wenig begeisterte. Womöglich ist es sogar noch schlimmer...
Bereits der Opener "A pain that I'm used to" macht bereits klar, wohin die musikalische Reise geht: bemüht, depressiv, schlapp, etwas uninspiriert. Dieser Eindruck setzt sich beim Weiterhören fort - wobei die Betonung auf "bemüht" liegt. Denn die ganzen Retro-Sounds, Drumkit-Perkussion und irgendwie unmotiviert eingesprengselten, 'plürrenden' Elektro-Geräusche nerven, da dies nur als stilistische Garnitur auf mäßigen Songs wirkt. Hinzu kommen noch ein paar sehr spartanische Gitarren-Riffs, die den Eindruck erwecken, dass sie nur deshalb beigemischt wurden, damit Martin Gore auf der Tournee stolz und dramatisch die Gitarre schwingen kann...

Das alles klingt durchaus nach Depeche Mode, aber mehr wie ein akustisches Selbst-Zitat. Nichts auf "Playing the Angel" hat mich als wirklich innovativ angetan, das Album macht auf mich einen eher konstruierten Eindruck. Eben wie gewollt, nicht gekonnt. Ich mußte beim Hören unweigerlich an Erasure oder das erste Front 242- Album "Geography" denken. Aber das war vor mehr als 20 Jahren! Nachdem ich rausbekam, dass auch ehemalige Blur-produzenten daran rumgefingert haben, ahne ich, warum mir das ganze nicht gefällt. Der Slogan "Pain and suffering in various tempos" wirkt wie eine müde Attitüde, die das schwache Gesamtwerk wohl rechtfertigen soll. Huah!
Inhaltlich kann die erste Hälfte des Albums zwar noch ganz gut überzeugen und unterhalten, dann wird es aber... langweilig. Das Album wirkt sehr... lustlos, ich denke, dies ist sein größtes Manko. Da ist kaum Leidenschaft oder die gewisse Aggressivität und sehnsüchtige Melancholie zu erkennen, die die m .E. großen Alben der späten 80er ausgezeichnet haben. Vielleicht werden die Mannen auch einfach alt und fühlen sich wohl in ihrer Ecke? Das von Martin Gore intonierte "Damaged people" wirkt beispielsweise so harmlos und beliebig, als ob es das Demo einer Schulband sei. "Precious" war/ist die erste Single, und zwar zurecht. Alles andere vom Album hätte im Ansatz gefloppt, und das Thema Scheidung und Kinder gaukelt Ernsthaftigkeit vor und der m. E. melodiös etwas hermacht. Weitere Single-Anwärter sind womöglich "A pain that I am used to" [ist passiert, Anm. d. Autors], "Nothing's impossible" und "Lilian". Diese Stücke heben sich gegenüber dem Rest des Album-Materials musikalisch noch halbwegs ab. Echte Hin- und Gerne-hörer sind es aber nicht. Der Wunsch nach "nochmal Hören" stellt sich bei mir beim ganzen Album nicht ein, auch nach nun einigen Wochen und mehrfachen Durchhören.
Die 50 Minuten plätschern so vor sich hin, ab ins depressive Nirvana. Schade. Ich gebe dem Longplayer (wohlwollend!) zwei Sterne, einer wäre auch O.K. gewesen. Na ja.
Mich persönlich enttäuscht die Platte eigentlich durchweg, aber nicht, dass ich nach "Exciter" mehr erwartet hätte. Doch "Playing the angel" ist trotz aller Hoffnung mein persönlicher Beweis, dass bei dieser Band, die einmal musikalische Meilensteine gesetzt hat und die mich einst begeisterte, kreativ kaum mehr was geht - insbesondere, seit Alan Wilder ausgestiegen ist und sein Produktions- und klassischer Input fehlt. Wer sich z. B. seine unter dem Projektnamen "Recoil" veröffentlichten Alben "Unsound methods" oder "Liquid" anhört, wird verstehen, was ich meine und was bei Depeche Mode seit 10 Jahren abhanden gekommen ist. Nur nette Songs von Martin Gore und nun die (etwas dünnen) Versuche von Dave Gahan als Songwriter reichen nicht aus, um Depeche Mode eine Seele einzuhauchen. Es geht um die Musik. Und hier flopt "Playing the Angel".
Tja. Es war einmal eine Band, die Geschichte schrieb... Adé.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DM-Alben werden immer schwieriger!, 14. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
Es ist wahr das DEPECHE MODE sich mit "Playing the Angel" an alte Sounds erinnern die gerade in den 80ern Ihre Musik prägten. Andererseits ist es aber auch kein Retroalbum das man zu Ohren bekommt. Ich würde sagen eine gesunde Mischung aus altem und neuem. Hier und da wird es mit den Klangexperimenten zwar übertrieben doch so gesehen waren diese Spielereien ja schon seit "Exciter" bekannt. Ein Album, das von den meisten Fans ziemlich verrisen wurde, obwohl ich es weniger schlimm fand da mir an DM-Alben die gesamte Stimmung wichtig ist, weniger die vertrauten Sounds die als Popsingles in Frage kommen.
Bei "Playing the Angel" ist es eigentlich ganz ähnlich wie beim Vorgänger. Die Platte fängt mit den Fünf zugänglichsten Stücken an und bahnt sch dann einen Weg über sehr düstere und teils schwer zugängliche Soundschnipsel, denen Fans von "Music for the Masses" oder "Violator" wahrscheinlich nichts abgewinnen können. So viel sei gesagt, "PTA" ist weit poppiger als sein Vorgänger. Die Beats erinnern teilweise an die "gute alte Zeit" und es sind mit "Suffer Well", "John the Relevator", "A Pain that i'm used to", "Precious" sowie "Nothing's Impossible" die besten Songs seit langem zu hören. Teilweise sehr Radiotauglich (Precious), teilweise aber auch düster und EBM-mäßig (The Sinner in me).
Ingesamt gesehen muß man sich das Album mehrfach anhören damit es seine Wirkung erzielt. Die reine Popzeit die DM einst ausmachte ist seit "SOFAD" und Alan Wilders Ausstieg vorbei. Das DEPECHE MODE jedoch immer noch bezaubern können stellen sie auf ihrem elften Studioalbum eindeutig unter Beweis.
"Suffer Well" (Einer der drei Gahan-Songs) ist schon jetzt mein absoluter Liebling. Sehr schöner Beat mit netten Gitarrenriffs und einem tollen Refrain.
"I Want it all" ist allerdings nicht mein Fall. Zwar ein guter Anfang und interessanter Verlauf doch dann zieht es sich in die Länge wie ein Kaugummi.
Der Rest stellt ein überdurchschnittliches DM-Album dar, das an alte Zeiten erinnert und doch einen neuen Weg einschlägt. Wirklich Retro werden DEPECHE MODE wohl nie werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


55 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sie haben die Kurve bekommen, 9. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Playing The Angel (Audio CD)
Nach dem Album Exciter von vor vier Jahren war ich äußerst skeptisch, ob es die Jungs aus Basildon nochmal schaffen könnten, mich mit einem ihrer Longplayer richtig zu begeistern. Der Vorgänger von Playing The Angel war nicht wirklich schlecht, dennoch aus meiner Sicht ihr schwächstes Werk seit A Broken Frame. Es fehlte auf Exciter einfach der gewisse Pepp - als wäre die Luft raus gewesen.
Nun ja, aus den Querelen innerhalb der Band jüngster Tage, sowie Daves Sologang, wurde anscheinend neue Energie geschöpft und man entkam dem Schlingerkurs, auf dem sich das Ganze ab 2001 befand.
Und tatsächlich, PTA ist wieder ein wunderbares Werk und steckt nach meinem Empfinden sogar Ultra und manchen Klassiker aus den 80ern in den Sack.
Das Album beginnt dank A Pain That I'm Used To direkt mit einem "Schlag ins Gesicht", nämlich mit einem nervendem Getöse ähnlich dem Zahnbohrer beim SOFAD-Opener I Feel You. Genau das Richtige, um seine Freundin oder seine Nachbarn zu verschrecken und um sich direkt zuhause zu fühlen. Der Refrain erinnert mich hingegen an The Sun & The Rainfall.
Überhaupt geizten Depeche Mode auf ihrem neuen Longplayer nicht mit musikalischen Selbstzitaten. Und trotzdem wirken die Songs auf unfaßbare Weise neuartig. Das Elektro-Rockabillystück John The Revelator klingt wie eine Weiterentwicklung von Sachen wie Personal Jesus oder Pleasure, Little Treasure. Precious ist das Enjoy The Silence von PTA - ein Fremdkörper auf einem ansonsten eher düsteren Album - und trotzdem oder gerade deswegen würde ich es nicht missen wollen. Das Arrangement zum Schluß von I Want It All erinnert an das von Judas, wenn auch vielleicht nicht so ausgepfeilt (ein Alan Wilder fehlt trotz allem nach wie vor). Und Lillian könnte ein neu aufbereitetes Stück aus der Ära 1984 sein, hört sich aber auch ein wenig nach Sea of Sin an. Neben dem locker, poppigen Suffer Well und JTR, sehe ich Lillian auch als heißen Singleanwärter.
Es gab aber auch einige ganz große Überraschungen für meine Ohren. Da wäre erstmal The Sinner in Me, für mich der erste große Höhepunkt des Albums - ein sehr ausgearbeitetes, ambitioniertes Stück, daß nur noch von Nothing's Impossible getoppt wird.
Nothing's Impossible ist mein absoluter Liebling auf PTA und eines der stärksten Songs von Depeche Mode seit Langem.
Um so überraschender nahm ich es zunächst auf, daß NI eines der drei neuen Kompositionen ist, die unter anderem von Dave geschrieben wurden. Das Stück ist ziemlich düster gehalten, klingt aber nach nichts, was ich jemals von Depeche Mode gehört hätte. Der verzerrte Gesang erinnert mich entfernt an diverse britische Psychedelic Bands später 60er. Mein Wunsch wäre eine Singleveröffentlichung des Songs, aber dafür ist er vielleicht doch zu ungewöhnlich.
Mein Fazit: Playing the Angel ist ein ausgezeichnetes Album, daß sich bei mir wohl auf lange Sicht eines der oberen Plätze gesichert haben dürfte. Daves Songs fügen sich wunderbar zu den Songs von Martin. Zwar gibt es einige Anklänge an Exciter, aber die fallen nicht negativ auf. Depeche Mode sind wieder da - definitiv!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 224 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen