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121 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hardcore der Musikwirtschaft als Flowerlebnis präsentiert
Ein Stern für Kenntnisse der Musikbranche

Der Autor (John Niven) und der Übersetzer (Stephan Glietsch) sind beide hervorragende Kenner der Musikbranche. Der Roman bezieht sich auf britische Labels in den 90er Jahren. Dennoch haben viele Episoden auch hier und heute ihren Wahrheitsgehalt. Die Unmengen von Demotapes, die bei den Labels eingehen - die...
Veröffentlicht am 6. März 2008 von S. Stein

versus
29 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur zwei Anmerkungen
Inhaltlich und stilistisch wurde alles meiner Meinung nach sagenswerte gesagt, deshalb an dieser Stelle statt einer richtigen Rezension nur zwei Anmerkungen, die für den einen oder anderen von Belang sein könnten:

1. Es wird auch im Klappentext damit angegeben, das Buch stünde "in der Tradition" von American Psycho. Das ist, gelinde gesagt,...
Veröffentlicht am 2. Juli 2008 von ramses101


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121 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hardcore der Musikwirtschaft als Flowerlebnis präsentiert, 6. März 2008
Von 
S. Stein (Duisburg / Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
Ein Stern für Kenntnisse der Musikbranche

Der Autor (John Niven) und der Übersetzer (Stephan Glietsch) sind beide hervorragende Kenner der Musikbranche. Der Roman bezieht sich auf britische Labels in den 90er Jahren. Dennoch haben viele Episoden auch hier und heute ihren Wahrheitsgehalt. Die Unmengen von Demotapes, die bei den Labels eingehen - die (geringen) Chancenverteilungen zum (Welt-) "Star" zu werden, auch wenn die Band gesingt wurde - die Hintergründe wie Bands aufgebaut werden - der schwere Stand von Frauen (nicht nur) im MusikBiz - Hintergründe zu Vorschüssen, Messen, Meetings, Aufstieg und Fall von Künstlern - witzige Randbemerkungen zu Nightlinern, plakativen Vortragsreihen und "Fachwissen", welches mitunter nur ein undefinierbares "Bauchgefühl" ist etc. pp.: da steckt sehr, sehr viel an Wahrheit und Realität drinnen, welche mit Witz und Charme vermittelt werden. Übrigens auch bestens übertragbar auf andere (globale) Unternehmen. Fazit: Ein Abendstern der Musikindustrie.

Ein Stern für Hardcore

Das Buch ist in der Reihe "Heyne Hardcore" erschienen. Das sollte man wissen. Das sollte man auf jeden Fall wissen! Das Buch IST Hardcore pur: Hardcore-Sex, zum Teil sehr harter Hardcore-Sex - Hardcore-Drogen - Hardcore-Hass: gegen jeden und alles - Hardcore-Mord. Ein zutiefst abscheulicher Mord. Dennoch in diesem Bereich immer noch mit Stil, mit Ironie, mit Sarkasmus und daher als Fazit: ein Fixstern am "Hardcore-Himmel".

Ein Stern für die "Gleichverteilung der Negativität"

Im allgemeinen gibt es in Büchern EINIGE Vorurteile, EINIGE Gruppen werden negativ dargestellt, andere werden positiv dargestellt. Anders in diesem Buch. Der Anti-Held hasst wirklich ALLES. Seine Kollegen, seine Vorgesetzten, die Sekretärinnen. Reihenhäuser, Mietswohnungen, historische Bausubstanz. Kinder, Alte, Erfolgreiche, Loser. Major-Labels, Indie-Labels, Musikmessen, Clubs. Vertreter, Restaurantangestellte, Hotelmitarbeiter, Taxifahrer. Top-Acts, Newcomer, nebenberufliche Musiker. ALLES. Es handelt sich um eine "vollkommen gerechte Gleichverteilung des Hasses". Niemand wird verschont. Vermutlich werden sich alle Leser irgendwann (oder auch öfters) auf den Fuß getreten fühlen - sofern man sich über irgendeine Gruppierung schon einmal geärgert hat, wird man sich allerdings möglicherweise auch ertappen, hin und wieder selbstironisch zu schmunzeln. Gründlicher als in diesem Buch kann man gar nicht die verschiedensten Gruppen von Menschen ohne Kompromisse niedermachen. ALLE. Ohne jede Rücksicht. Bei aller Niedertracht: die "Neutralität" wurde sozusagen gewahrt: es trifft jeden. Fazit: Ein Meteorit des Hasses.

Ein Stern für das Flowerlebnis

Das Buch treibt voran. Die Story. Den Leser. Es zieht in den Bann - in eine eigene Umlaufbahn. Die Story fließt, strömt, reißt mit: liest sich im "Flow". Ich habe den größten Teil des Buch in kürzester Zeit während einer Dienstreise "in einem Zug" gelesen. Fazit: Ein Komet des literarischen Flow-Erlebnisses.

Ein Stern für die Übersetzung

Oftmals sind Übersetzungen "holperig" und kommen nicht an das Original heran. Dem Übersetzer Stephan Glietsch ist es hier gelungen, die Dichte, den Takt und Rhythmus von John Niven umzusetzen. Fazit: Ein Morgenstern der Übersetzung.

Viele Romane lassen sich in eine "Schublade" packen. Nicht so "Kill Your Friends". Das Buch ist anders, direkter, subtiler, sarkastischer, düsterer und härter als die meisten Romane, die ich in der letzten Zeit in die Hände bekam. Es hat mich von Anfang an in seinen Kosmos gezogen.

Fazit: Fünf Sterne.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erzählungen eines Psychopathen, 15. Mai 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
Erster Eindruck:

"Der ultimative Roman zum Untergang der Musikindustrie."

Mit diesem Satz wird auf dem Klappentext von "Kill your friends" geworben. Folglich erwartete ich einen Roman über den moralischen Verfall des Business, in dem wohl jeder Musik-Fan sich sehen könnte. Nach beendigung des Buches kam mir als erstes in den Sinn, dass die Werbung um dieses Buch herum (gemeint sind hierbei Klappentext und Titel) nicht wirklich zum Inhalt passen.
Die Musikindustrie liegt schon von Anfang des Buches an in Trümmern und dem Leser wird schnell suggeriert, dass sich jeder der vom Rockstar-Leben träumt, sich diesen Wunsch getrost an den Hut stecken kann.
Darüberhinaus geht es im Buch zwar mitunter um das "killen", allerdings wird schnell klar ,dass der Protagonist überhaupt keine Freunde hat.

Zum Inhalt:
Steven Stelfox ist ein abgebrühter A & R-Manager der sich eigentlich einen Dreck um Musik schert. Ihm geht es nur um den Erfolg und das Geld mit dem er seine zahlreichen Drogen/Nutten-Eskapaden bezahlen kann. Der Charakter des Protagonisten bleibt so ziemlich das ganze Buch über konstant. Er macht keine Entwicklung durch oder ist am Ende um eine Erfahrung reicher. Vielmehr liegt der Lesespaß mehr darin, geschockt zu werden und sich schief zu lachen über die Eskapaden von Steven Stelfox. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz und lässt einem das Herz an einigen Stellen höher schlagen.
Die wirklich sehr harte Sprache im Buch wirkt jedesmal authentisch und nicht erzwungen. Vorallem die inneren Hasstiraden die häufig am Anfang des Buches auftreten machen Lust auf die nächsten Seiten. Allerdings ist man nach ein paar dieser monologe gegenüber der Härte bereits so abgestumpft so dass man nicht wenig Lust hat sie beim X-ten mal einfach zu überfliegen.
Auch die Sex- und Partyszenen sind urkomisch und bleiben im Gedächtnis.
Wobei hier wieder negativ Auffällt das es bei den Partys immer der gleiche Ablauf ist:
Koks, Musik, Titten, Koks, Luds, Ketamin, Sex, Gespräche bei denen Steven nicht zuhört sondern überlegt wieviele Synonyme er für Koks kennt, Absturz, Koks.
Nur die Erbarmungslosigkeit von Steven schockiert jedes mal neu, an den Rest hat man sich schnell gewöhnt.
Teilweise ist ein gutes Namengedächtnis gefragt, da nahezu keiner der Charaktere ein bisschen Leben eingehaucht bekommt, sondern eher wie Statisten in Steven Stelfox Abwärtsspirale wirken.
Dies kann aber auch so gewollt sein. Mit unvorhergesehenen Wendungen und viel Witz wird der Leser bei Laune gehalten es gibt keine Stellen an denen man sich durchquälen muss.

Größtes Manko ist allerdings das Ende. Es wirkt eher hinkonstruiert als glaubwürdig, lässt den Leser allerdings nicht mit Enttäuschung zurück.

Fazit:

Alles in allem ein klasse Buch mit einigen Schwächen, über die man allerdings hinwegsehen kann.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen British Psycho, 14. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
Leute, wenn Ihr mal wieder eine Ladung Musik ebenso kostenlos wie illegal aus dem Internet zieht und Ihr Euch dann beim Warten denkt, ob es nicht doch schade sein könnte um die Musikindustrie, dann lest einfach dieses Buch !

Dieses Werk wird oft mit "American Psycho" von Bret Easton Ellis verglichen. Tatsächlich dürfte John Niven seinen Ellis gelesen und einige Anregungen mitgenommen haben. Herausgekommen ist eine britische Variante, die sehr viel Spaß macht. Weil sie deutlicher als Satire daherkommt als das Vorbild und gleichzeitig auch viel realistischer ist. Zumindest nach Aussage von Brancheninsidern. Die zwei größten Stärken des Autors sind jedenfalls zum einen, dass er als ehemaliger Berufskollege seiner psychopathischen Hauptfigur viele der Situationen, die er so köstlich beschreibt, so oder so ähnlich selbst erlebt haben dürfte. Zum Anderen ist er ein begnadeter Zyniker, neben dem Harald Schmidt zu seinen fiesesten Zeiten wirkt wie eine kuschelsüchtige Sozialpädagogin. Es ist jedenfalls schon länger her, dass ich bei der Lektüre eines Buchs mehrfach schallend lachen musste. Glänzende Unterhaltung für Leute, die es in jeder Hinsicht explicit mögen.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ironisch, zynisch, böse, wahr ?!, 5. April 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
Eigentlich ist der Titel des Buches irreführend"; zumindest teilweise. "Gekillt" wird zwar tatsächlich. Aber das mit den "Friends" ist so eine Sache. Denn von Freunden - oder Freundschaft - kann man hier nicht unbedingt sprechen; und das ist noch geschmeichelt.
Im Großen und Ganzen geht es im Buch um Drogen, rücksichtslose Konkurrenzkämpfe, und Sex.
Inhaltlich geht es um Steven, ein A&R (Artist & Repertoire), der bei einer großen Plattenfirma arbeitet. Dort ist er "[...] für die Entdeckung und Pflege neuer Talente zuständig [...]"; also eine Art Talent-Scout. Mit dem Unterschied, dass ein Talent-Scout auf die Straße geht und dort nach neuen "Talenten" sucht. Steven hingegen hängt lieber in seinem Büro ab; auf seiner Couch, vor seinem TV-Gerät. Nur selten lässt er sich dazu herab, mal ein Festival oder ein Konzert zu besuchen, um sich neue "Talente" anzusehen; die er eventuell unter Vertrag nehmen könnte. Meistens verbringt er seine Zeit damit, Drogen einzuwerfen, zugedröhnt umherzuspazieren und zu f***. (Tut mir leid, aber anders lässt es sich einfach nicht beschreiben.)

Die Ausdrucksweise in diesem Buch ist nicht unbedingt was für jedermann. Manch einer würde einige der Wörter, die hier geschrieben stehen, nicht mal denken; und sie würden die hier vorliegende Niederschrift wohl als "geschmacklos", "ordinär" und "unzumutbar" beschreiben. Ich hingegen würde das ganze eher als "derb", "direkt" und "unmissverständlich" bezeichnen. Der Autor, John Niven, nimmt absolut kein Blatt vor den Mund. Was zum Teil wohl auch der Tatsache geschuldet ist, dass er Brite ist. Und die haben ja im Allgemeinen eher die Feinfühligkeit eines Panzers; zumindest in verbaler Hinsicht. Und John Niven ist da, wie schon gesagt, keine Ausnahme. Er knallt einem schonungslos die Wahrheit vor die Füße; und das mithilfe eines Vokabulars, in dem das Wort "geil" noch das harmloseste ist.
Inwieweit die Darstellungen der angewandten Praktiken und Methoden der Musikindustrie der (wirklichen) Realität entsprechen, kann ich nicht sagen. Aber ich habe für mich entschieden, sollte das, was im Buch steht, auch nur zu 50 % wahr sein, will ich das alles lieber gar nicht so genau wissen.
Abschließen möchte ich mit einem Zitat von Hunter S. Thompson, das auch im Buch steht:
"Das Musikgeschäft ist eine grausame und hirnlose Geldkloake, ein langer Korridor aus Plastik, in dem Diebe und Zuhälter tun und lassen, was sie wollen, und gute Menschen vor die Hunde gehen. Im Übrigen hat es auch eine negative Seite."
Müsste ich den Inhalt des Buches in wenigen Worten zusammenfassen, würde ich es mit dem ersten Satz des Zitats tun. Wenn das allerdings die positive Seite der Musikindustrie darstellt, will ich nicht wissen, wie die negative Seite aussieht.
Dass in dieser Branche nicht unbedingt Friede, Freude, Eierkuchen herrscht, ist, denke ich, nicht so unbekannt. Da John Niven selbst als A&R-Manager gearbeitet hat, wird er wohl wissen, wovon er schreibt. Und auch wenn das Buch mit Sicherheit die gängige Praxis zumindest ansatzweise überspitzt darstellt, glaube ich doch, dass mehr davon wahr ist, als wir denken; und vor allem als uns lieb ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unzitierbar, 26. August 2011
Von 
Th. Leibfried "TL" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
John Niven, ehemaliger A&R-Manager (A&R: Artist & Repertoire) einer Plattenfirma, machte aus dieser Zeit im Musikbusiness seinen ersten Roman, dem bislang zwei weitere folgten: "Coma", über einen bescheuerten Golfspieler (Niven ist selbst begeisterter Golfspieler und Golfjournalist), dem ein Volltreffer eines Golfballs erstaunliche Fähigkeiten und mindestens genauso erstaunliche Wesenszüge verschafft und jüngst "Gott bewahre".

Niven schildert das Musikbusiness als einen Moloch, bei dem nichts ist, wie sich ein braver Staatsbürger Wirtschaft und Gesellschaftsleben vorstellt. Sicher, man liest, hört und sieht immer wieder von Exzessen, Drogenkonsum oder Affären, in Nivens Roman aber ist ALLES exzessiv. "Jeder gegen jeden" lautet die Devise. Der eigene Vorteil ist der einzige Parameter, den die Beteiligten auf dem Radar haben. (Ich habe selbst auf sehr überschaubarem Level eine Zeit in die Musikbranche hinein geschnuppert und kann mir vorstellen, dass Niven zwar übertreibt und zuspitzt, nicht jedoch grundlegend verfälscht.)

Die Hauptfigur in "Kill your friends" ist Steven Stelfox, ein A&R-Manager bei einer großen Plattenfirma. Er ist siebenundzwanzig und steht unter dem enormen Druck, ständig für den nächsten Hit sorgen zu müssen. Bei dieser Aufgabe schreckt er vor keinem Mittel zurück, auch nicht vor Mord. (Übrigens begegnen wir Steven Stelfox auch in "Gott bewahre", wo er als Juror der amerikanischen Casting-Show "American Pop Star" in einer Nebenrolle auftaucht.)

Gerne zitiere ich aus den Büchern, die ich rezensiere. In diesem Fall ist das nicht möglich, soll meine Rezension nicht lange oder ewig in den Amazon-Textfiltern hängenbleiben. Oder ich müsste die Zitate mit **** verstümmeln. Kein Absatz im gesamten Buch, in dem Niven nicht drastisches Vokabular verwendet. Auch ohne eigene zarte Besaitung habe ich Verständnis, wenn einem das manchmal zu viel wird. Ich bin gespannt, wie viele Romane diese sprachliche Drastik durchhalten wird oder will.

Ärgerlich sind verhältnismäßig viele Fehler, die im Text zu finden sind. Da werden mehrfach (!) dass und das verwechselt ("Die Vorstellung, es gäbe irgendwo ein Mädchen, dass beschränkt genug wäre, Desoto für aufrichtig zu halten, ist dermaßen irrwitzig, das Trellick und ich in schallendes Gelächter ausbrechen." - Zweimal falsch in einem Satz!). Da heißt es "[...] eine halbe ver***** Millionen Pfund" statt "eine halbe Million Pfund" und eine Figur heißt mal Marty Kersch, dann wieder Marty Kersh. Bei einer hastig veröffentlichten Erstausgabe gerade noch zu verzeihen, bei der siebten Auflage aber nicht mehr. Hardcore hin oder her. Allerdings kann ich das dem Autor und dem Buch nicht vorwerfen, deshalb keine Abzüge dafür.

Die Vergleiche mit Amis` "Gierig" und vor allem Ellis` "American Psycho" halte ich für absolut legitim und angebracht. Es gibt eine Menge Parallelen zwischen diesen Romanen, mehr jedenfalls als fundamentale Unterschiede. Mich persönlich hat "American Psycho" mehr beeindruckt als "Kill your friends". Das kann aber auch daran liegen, dass AP der erste Roman dieser Machart war, den ich gelesen habe. Knappe vier Punkte für Niven, dessen "Coma" mir besser gefallen hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das eine Falle ist ..., 11. Oktober 2014
Von 
Ralf Raths "Raths" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
„Kill your friends“ ist ein fürchterliches Buch. Es ist deshalb fürchterlich, weil es witzig, fesselnd und faszinierend ist – und dabei aus der Innenansicht eines der widerlichsten Menschen verfasst ist, die mir bisher zwischen Buchdeckeln begegnet sind.

Steven Stelfox hasst und verachtet alles, was die Personen ausmacht, die seine Zeilen lesen. Er ist unfassbar arrogant, endlos brutal in seinen Aussagen und derartig frei von Selbstzweifeln, dass man durch die witzige, schnelle und elegante Schreibe sich immer wieder dabei ertappt, wie man seine menschenverachtenden, rassistischen, sexistischen, macchiavellistischen Gedankengänge irgendwie total logisch und überzeugend findet. Man muss aufpassen, nicht auf die Kumpanei eines Stelfox hereinzufallen, und leicht ist das nicht.

Dabei hat Stelfox keine zwei Seiten. Anders als Kennedy Marr aus „Straight white male“ ist in Stelfox Innerem wirklich alles Gute tot, keine Liebe ist nur betäubt oder begraben. Stelfox fasziniert, weil er so konsequent ist, dass die üblichen Schutzschilde durchschlagen werden.

Man sollte dieses Buch lesen, weil es ein wunderbar geschriebenes, elegant konstruiertes, wirklich witziges und nebenbei auch noch lehrreiches Buch ist.

Und man sollte ganz genau aufpassen, was es mit einem macht.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hooligan trifft es!, 10. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
Das Buch ist nichts für zarte Gemüter, das sollte man wohl vorweg sagen. Es geht um Drogen, Sex, Gewalt und Mord. Das Ganze auch ausgeschmückt und zum Teil schön detailliert, was nicht unbedingt jedermanns Sache ist, und auch schon für Aufregung sorgte.
Die Musikindustrie ist nur das Drumherum. Sozusagen der Anzug. Aber es könnte auch in der Filmbranche spielen. Von daher ist es egal. Es soll nicht realistisch sein.
Mich hat es zum Lachen, Schmunzeln und Kopfschütteln gebracht.

Stelfox ist ein Versager und Neider der ersten Garde. Alle haben es besser. Selbst die von ihm zusammengemischte Über-Über-Überdosis haut seinen Kollegen nicht aus dem Sessel ins Grab. Die kruden Irrungen und Wirrungen seines verkoksten Verstandes sind Wahnsinn pur, und doch kommt er irgendwie immer auf die Beine. Mehr Glück als Verstand möchte man sagen.

Aber zum Schluss muss man sich selber eingestehen, die blöde Popmusik, die man niemals für erfolgsversprechend gehalten hat, wird der Renner, und schaut man sich die echten Charts an, fragt man sich, ob nicht doch ein Fünkchen Wahrheit in dem Buch steckt.

Ich geb ihm 4 Sterne, weil ich »Gott bewahre« etwas besser fand.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top Unterhaltung und Einblicke ins Musikbusiness, 31. Januar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
Als eine Person, die in den letzten 30 Jahren in der int. Musikindustrie gearbeitet hat, habe ich dieses Buch höchst amüsiert verschlungen und inzwischen schon zum zweitenmal gelesen.
Es geht um Sex & Drugs & R&R und um die Geschäftspraktiken der Muskindustrie. Wenn ich auch schon immer wusste, dass das englische Musicbusiness in allem eine Nummer überdrehter war als das continental-europäische..... ich hab da wohl einiges verpasst....

Ein Muss für jeden jungen Künstler, der noch Illusionen hat, das Music-Biz würde noch Künstler aufbauen. Niven als ehemaliger A & R Manager im Polygram Konzern schreibt offen, wie es wirkich zuging in den 90er und es heute noch viel schlimmer geworden ist.
Das ganze ist absolut amüsant und locker geschrieben, wenn auch sicher in einigen Exzessen dann doch etwas überzogen. Aber gerade deswegen macht es so einen Spass zu lesen und vermittelt einen Einblick, wie es ehemals in der Musikindustrie - als das grosse Geld noch locker sass - zuging.

Hinter den meisten Protagonisten stecken übrigens wirkliche Personen der engl. Musikszene lt. einem engl. Kollegen.

Ich hoffe sehr auf ein Nachfolgewerk. Bis dahin werde ich es wohl noch ein weiteres mal lesen.
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4.0 von 5 Sternen Hauptsache hardcore, 23. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
Als ehemaliger A&R-Manager bei einer bekannten Plattenfirma möchte man meinen, John Niven wisse genau von was er hier zu berichteten weiß. Tatsächlich mag einem die Story in groben Zügen die Wahrheit darüber vorgaukeln, wie es denn tatsächlich im Sumpf der Musikindustrie zur Sache geht, aber im Wesentlichen ist das Ganze doch leicht überzogen und definitiv zu dünn dargestellt. Der Protagonist befindet sich auf einem geistigen und moralischen Amoklauf und legt sich innerlich mit so ziemlich jedem an der seinen Weg kreuzt. Rechthaberisch, oberflächlich und mit einer abgrundtiefen Respektlosigkeit wird das Treiben aus seiner Sicht geschildert weswegen alle Personen in dem Buch auch absolut platt gezeichnet sind und man irgendwann Probleme bekommt jedes Gesicht (sofern man sich denn zu jeder Person eins denken kann) noch richtig einzuordnen. Ansonsten geht alles nach der altbewerten Formel „Sex, Drugs and Rock'n'Roll“ vonstatten und das nicht unbedingt zaghaft. Im Grunde genommen alles reine Überkompensation für den ansonsten durch und durch beruflich versagenden Protagonisten Stelfox. Für Leute, die sich für die Welt der populären Musik begeistern, bietet das Buch sicherlich sowas wie eine kleine Offenbarung. Auch für diejenigen, die aufgrund der American Psycho-Anspielung darauf gestoßen sind, wird es ein paar „Lekcerbissen à la Patrick Bateman“ geben, jedoch Letzterem gegenüber sehr reduziert. Allen anderen wird hier eher schwere Kost vorgesetzt. Ich zähl mich zu ersteren weswegen das Buch auch bei mir auf (aufgerundet) 4 Sterne kommt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erste Sahne, 4. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kill Your Friends (Taschenbuch)
Ich habe diesen Autor kürzlich zufällig in der Münchner Stadtbibliothek entdeckt, und mein Hauptgedanke nach den ersten zehn Seiten war: Nicht auszudenken, wenn der Mann an mir vorbeigegangen wäre, er gehört für mich jetzt schon zu den witzigsten, authentischsten und originellsten zeitgenössischen Autoren von anspruchsvoller Unterhaltungsliteratur. Dieser erste Roman von John Niven spielt in der britischen Popmusikindustrie der 90er Jahre (also im Endstadium der exzessiven fetten Jahre), in der er selber lange tätig war und deren Mechanismen er deshalb wunderbar anschaulich beschreibt. Die Hauptperson ist zwar in ihrem abgrundtiefen Zynismus und mit ihrer pausenlosen Kokserei etwas grenzwertig, aber das Umfeld ist doch einigermassen realistisch dargestellt. Also eindeutig 5 Sterne, ebenso für seinen Folgeroman "The Amateurs", der zum grossen Teil auf dem Golfplatz spielt, aber so, dass man auch als Nichtgolfer voll auf seine Kosten kommt. Jetzt warte ich sehnlichts auf seinen 3. Roman, der kurz vor der Veröffentlichung steht. Letzte Anmerkung zu "Kill your Friends": Ich habe das Original gelesen, habe mir dann aber auch noch die Übersetzung besorgt, weil mir vieles schwer übersetzbar schien, aber der Übersetzer hat tadellose Arbeit geleistet, also auch da 5 Sterne.
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