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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut lohnenswerte Anschaffung, 6. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Great Symphonies (Audio CD)
Fast 20 Jahre lang war der amerikanische Dirigent David Zinman beim Tonhalle-Orchester in Zürich musikalischer Leiter. In dieser Zeit konnte er das Schweizer Orchester zu einer europäischen Top-Formation heranziehen - zum Teil unbemerkt von den großen Medien, die ihre Aufmerksamkeit lieber den bekannten Orchestern in Berlin, Los Angeles oder Wien schenkten. Erstaunlich: über 50 CD-Alben sind in der Zeit zwischen 1995 und 2014 entstanden, allesamt von hervorragender Qualität. Das hängt nicht zuletzt mit dem Aufnahmeteam Chris Hazell und Simon Eadon zusammen, die fast alle Aufnahmen aus Zürich betreut haben. Zwei ehemalige DECCA-Mitarbeiter, die von der englischen Firma den bekannten DECCA-Sound mitgebracht haben. Der Zyklus der Beethoven-Sinfonien (Ende der 90er Jahre zurecht mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet) frappiert und überwältigt immer noch durch eine unglaubliche Frische und das ungestüme Vorwärtsdrängen der Interpretation. Hervorragend auch die kompletten Zyklen der Mahler-, Brahms und Schumann-Sinfonien. Einzig bei Schubert (auch hier sämtliche Sinfonien plus einige unbekanntere Randwerke) wird nicht ganz das Niveau der frühen Beethoven-Bilderstürmerei erreicht; dennoch sind auch die diese Einspielungen auf höchstem Niveau. Aber mein absoluter Favorit: Sämtliche Orchesterwerke von Richard Strauss. Orchesterbrillanz, Spielfreude, souveräne Gestaltung und optimistische Grundeinstellung werden hier aufs Schönste kombiniert. Ein absoluter Aufsteller! Wie die ganze Box (jedes Exemplar ist einzeln nummeriert): ein Schnäppchen und absolut lohnenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Produkt harter und großartiger Arbeit, 1. Mai 2014
Von 
Tobias Fabian-Krause (Landau, Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Great Symphonies (Audio CD)
Beinahe 20 Jahre war der gebürtige New Yorker David Zinman Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich. Der Maestro und das Orchester haben diese Zeit genutzt. Aus einem Klangkörper mit solidem Renomée, das aber letztlich über die Grenzen der Schweiz hinaus nur bei absoluten Kennern einen Namen hatte ist mittlerweile eine führende Adresse geworden. Hauptverantwortlich dafür war sicherlich der spektakuläre Beethoven-Symphonienzyklus, den das Gespann Ende der 90er auf den Markt brachte. Straffe Tempi, markante Sforzati, eine große Liebe zur Transparenz, zur Nebenstimme und zum Detail in der Begleitung, nahezu polyphoner Beethoven. Das in einer Zeit, in der zwar Harnoncourt, Brüggen, Gardiner, Hogwood, Herreweghe und wen ich jetzt ungerechterweise alles vergesse bereits die Idee der historischen Aufführungspraxis auf dem Markt vertreten haben, in der sie aber durchaus noch nicht die Marktdurchdringung geschafft hatte, die sie heute hat. Zumal Zinman aus dem Tonhalle-Orchester kein Originalklangorchester gemacht hat - bis auf Blechbläser und Schlagwerk wurde auf "neuen" Instrumenten musiziert. Auch war Zinman nie ein originärer Vertreter der historischen Aufführungspraxis. Vielmehr zeigten sich Dirigent und Orchester einfach flexibel und offen für eine höchst intensive Auseinandersetzung mit den Partituren und dazu bereit, ihre bisherigen Sichtweisen zu hinterfragen. Wie im Booklet diese CD-Sammlung zu lesen ist, leistete Frans Brüggen durch Gastdirigate mit höchst intensiven Proben Starthilfe bei der Vorbereitung auf das Projekt.

Das Resultat ist heute aus meiner Sicht nach wie vor eine höchst empfehlenswerte Alternative auf dem nicht gerade kleinen Markt der Beethoven-Symphonien-Zyklen. Herausheben würde ich insbesondere die ersten beiden Symphonien, die Pastorale und die Neunte. Während ich bei den ersten beiden Järvi- Aufnahmen vorziehe, würde ich bei der Neunten die Zinman-Aufnahme fast schon als Referenz bezeichnen wollen - jedenfalls ist sie großartig gelungen. Da ich letztlich nicht nur den Beethoven-Zyklus rezensiere, sondern die gesamte Box möchte ich nicht zu tief ins Detail gehen - insgesamt ist der Beethoven-Zyklus großartig gelungen und kann sich auch noch trotz der teilweise großartigen Konkurrenz (Järvi, Dausgaard, Chailly) hören lassen. Fast noch mehr möchte die Aufmerksamkeit aber darauf lenken, dass mit Yefim Bronfman m.E. exquisite Aufnahmen der Klavierkonzerte und der viel zu helten aufgeführten und eingespielten Chorphantasie Op. 80 entstanden sind und mit dem großartigen Christian Tetzlaff Violinkonzert und Violinromanzen auf einem Niveau eingespielt wurden, dass sich trotz der zahlenmäßig sehr großen Konkurrenz behaupten kann. Ich finde, diese Aufnahmen haben in den letzten Jahren zu wenig Beachtung bekommen, sie sind exzellent.

Zinman und das Orchester hielten ihr Niveau, widmeten sich mit großen Erfolg so unterschiedlichen Komponisten wie Richard Strauss, Franz Schubert, Gustav Mahler, Robert Schumann, Johannes Brahms und in geringem Umfang Richard Wagner.

Zu Strauss und Mahler fehlt mir letztlich noch der ausreichende Zugang, um die Leistung des Tonhalle-Orchesters und die Zinmans beurteilen zu können. Hierüber mögen andere urteilen.

Die Brahms-Aufnahmen habe ich mir letztlich wohl auch noch nicht ausreichend oft angehört. Ein Problem, weswegen ich diese Aufnahmen zwar soweit gut, aber keineswegs herausragend finde ist für mich, dass ich bei Brahms letztlich doch gerne traditionelleren Großorchesterklang habe - Brahms verträgt einen dichteren "Streicherteppich" besser als Beethoven, ja bei Brahms erwarte ich diesen förmlich, wo er mich bei Beethoven eher stört.

Die Schubert-Aufnahmen fand ich ein wenig enttäuschend, wohl auch weil ich nach Zinmans Beethoven und Schumann gedacht hatte, er müsse ein exzellenter Schubert-Interpret sein, gerade mit diesem Orchester. Das Resultat ist anhörbar, gar keine Frage, Vorderfeld, aber auch wenn ich nach wie vor darauf warte, dass jemand Brüggens alten Schubert-Zyklus "überholt", an guten Einzelaufnahmen fehlt es mittlerweile auch jenseits von Großer C-Dur und "Unvollendeter" kaum noch (am ehesten bei Erster und Zweiter). Im Booklet ist zu lesen, Zinman sehe Schubert als großen Komponisten, sehe die großen Leistungen aber eher bei den Liedern und der Kammermusik. Mal davon abgesehen, dass mir dann die Motivation für einen Symphonien-Zyklus nicht klar wird, ärgert mich diese Äußerung auch. Ich bin weder Musiker, noch Dirigent oder Musikwissenschaftler, aber in meinen Ohren sind die Schubert-Symphonien absolute Meisterwerke. Dass Zinman nicht voll hinter dem Werk steht, meine ich den Interpretationen teilweise anzuhören. Schade!

Was die Mozart-Violinkonzerte betrifft, bin ich etwas unschlüssig: sie sind wirklich sehr gut anhörbar, das Orchester spielt klangschön, farbig, detailverliebt und mit dem schwungvoll-spritzigen Zugang, zu Mozart, den ich mir erhofft hatte. Was die Frage aufwirft: warum nur die Violinkonzerte und keine Symphonie-Aufnahmen? Aufnahmen der Violinkonzerte gibt es wie Sand am Meer. Natürlich fehlt es auch nicht gerade an Aufnahmen von Mozarts späten Symphonien, wobei gerade die Zwischenposition zwischen historischer Aufführungspraxis mit komplett alten Instrumenten und dem traditionellen Orchesterstil ist aus meiner Sicht in der Mozart-Diskographie noch erstaunlich unterrepräsentiert. Da gibt es Norrington mit dem SWR-Orchester, da gibt es Abbado mit dem Orchestra Mozart. Aber sonst verzweifle ich bei der Suche nach Mozart-Symphonie-Aufnahmen nach meinem Geschmack regelmäßig. Naja...kann nicht Zinmans Aufgabe zu sein, meine Sammlung zu komplettieren, aber wenn er mir schon so eine schöne Kostprobe gibt...
Die Violinkonzerte als solche zu beurteilen, fällt mir schwer. Pamela Frank spielt exzellent, aber es gibt so endlos viel Konkurrenz. Manchmal finde ich die Solistin etwas zu leise. Ihr Zugriff auf das Werk ist schnörkellos und sympathischerweise wenig effektgierig. Gut!

Die Aufnahmen von Haydns und Hummels Trompetenkonzert hätte ich persönlich nicht gebraucht, das gibt es bei Güttler, Balsom, Hardenberger, Helseth, Boldoczki usw. einfach besser.

Die Posaunenkonzert von den mir zuvor gänzlich unbekannten Ferdinand David und Georg Christoph Wagenseil bereiten mir große Freude: der Klang dieses wunderschönen Instruments solistisch plaziert ist einfach etwas wunderschönes, auch wenn die Kompositionen an sich jetzt eher "Durchschnittsklassik" sind.

Schließlich zu Schumann, denn hier ist Zinman ein weiterer Höhepunkt gelungen:
Bei Schumann gilt ähnliches wie bei Beethoven: Zinman kam zwar meines Wissens nach Gardiner, aber auch deutlich vor der mittlerweile sich entwickelnden Schumann-Welle. Zinmans Zugriff auf Schumann ähnelt dem Gardiners und hat mit dem Schumann-Bild früherer Tage wenig zu tun. Schumann wird weder als typischer Romantiker gesehen und seine Symphonien werden auch nicht als die tollpatschigen Versuche eines begabten Komponisten von Klaviermusik gesehen, der sich an Orchstermusik veruscht und "verhoben" hat - eine Sichtweise auf Schumann, die meines Wissens ihren Ursprung bei Gustav Mahler hat. Schumann wird man gerecht, wenn man die Orchestertraditionen, die vor allem Mahler und Wagner geprägt haben etwas zurückdreht. Zinman und dem Orchester ist dies exzellent gelungen. Wer die beste Frühlingssymphonie aufgenommen hat und wer die beste Vierte, darüber könnte man sich lange streiten: Gardiner, Dausgaard, Järvi, Sakari Oramo und unbedingt auch Leonard Bernstein sind aus meiner Sicht zu nennen. Zinman reiht sich hier mit den Zürcher ganz vorne ein.

Fazit: für denjenigen, der sich bei Beethoven, Mozart, Brahms, Schumann und Schubert auf starke Einflüsse der historischen Aufführungspraxis einlassen kann, ist dieses Box-Set insgesamt eine Goldgrube, vor allem was Beethoven und Schumann betrifft. Brahms und Schubert sind gut eingespielt worden. Zumal Mahler sollen sich andere äußern. Viel ausgezeichnete Musik zu einem vertretbaren Preis zum Abschied eines großartigen Dirigenten, der mit diesem phantastisch arbeitenden Orchester der Musikkultur einen großen Dienst erwiesen hat. Danke, Tonhalle-Orchester Zürich! Danke, David Zinman!
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Great Symphonies
Great Symphonies von Ludwig van Beethoven (Audio CD - 2014)
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