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5.0 von 5 Sternen When worlds collide
Es war auf die Schnelle nicht herauszufinden, ob Erika M. Anderson, kurz EMA, bei ihrer Vorliebe für die Cyberspace-Literatur von William Gibson auch schon über das Sci-Fi-Drama “Until The End Of The World” von Wim Wenders gestolpert ist – es würde ihr gefallen, darf man vermuten. In einer Nebenhandlung des Films versuchen Wissenschaftler...
Vor 12 Monaten von Mapambulo veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Nach dem Kritikererfolg des Debüts nun die Reifeprüfung:
Nach dem Kritikererfolg des Debüts nun die Reifeprüfung: Erika M. Anderson weiß jetzt mehr was sie nicht will, aber immer noch nicht, was sie wirklich will mit ihrer Kritik der digitalen Welt mittels Digital-Folk.

Auf „Past Life Martyred Saints“ und meinem Interview schien es bereits durch: Erika M. Anderson hätte gut in die...
Vor 18 Tagen von MQ veröffentlicht


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3.0 von 5 Sternen Nach dem Kritikererfolg des Debüts nun die Reifeprüfung:, 14. März 2015
Rezension bezieht sich auf: The Future's Void (Audio CD)
Nach dem Kritikererfolg des Debüts nun die Reifeprüfung: Erika M. Anderson weiß jetzt mehr was sie nicht will, aber immer noch nicht, was sie wirklich will mit ihrer Kritik der digitalen Welt mittels Digital-Folk.

Auf „Past Life Martyred Saints“ und meinem Interview schien es bereits durch: Erika M. Anderson hätte gut in die Ära des Grunge gepasst, mit ihrer Unsicherheit, Konsumkritik, Rebellion, Ikonisierungsverweigerung. Die Emos mögen das Haare-in-der-Fresse-tragen kultiviert haben, de facto kommt es aus dem Seattle der frühen Neunziger und an die Seite einer jener Ikonen wider Willen dieser Zeit hätte die junge Wahlkalifornierin ästhetisch und emotional gut gepasst.

Dem krachigen Beginn, zwischen Wut („Satellites“) und souveräner Schaustellung („So Blonde“), folgt ein sukzessiver Abgang in die Depressivität und Verunsicherung einer Orientierungs- und Identifikationslosigkeit dank der digitalen, konsumdiktatorischen Welt des Facebook-, des Fassadenzeitalters. So endet „The Future’s Void“, trotz anfänglicher Unterschiede, dann doch so wie das Debüt sich gebiert.

Da mag man bei Literatur raumgreifender, thematisch ergiebiger aufgehoben sein, Stichwort: der postmoderne Roman, vor allem der US-amerikanische à la David Foster Wallace oder Don DeLillo; als Diskursvorlage bietet EMAs zweites Album wenig überzeugende Argumente, eher einen Überdruss am Lamentieren. Auch verweist sie mit dem Songtitel „Neuromancer“ und seinem white-rap vor verzerrten Rockgitarren ausgerechnet auf die Science Fiction-Bibel der Achtziger gleichen Namens von William Gibson, die zur Vorlage der Matrix-Blockbuster wurde und der wir den Duden gewordenen Begriff „Cyberspace“ verdanken. Ein Bestseller, der weniger kritisch als prophetisch mit der nun vorherrschenden Ära des von DeLillo ausgerufenen „digitalen Imperativs“ umging.

Indes sind das alles höchstens Abzüge in der B-Note, Anderson ist keine Uni-Dozentin, obschon sie ihre Gesellschaftskritik weniger platitüdenhaft und stattdessen Alternativen gebend hätte formulieren können. Die emotionale Reise auf der düsteren Ansage „The Future’s Void“ ist fragil und stellenweise mit schönen Höhepunkten durchzogen („Satellites“, „Cthulu“), ihr Digital Folk bleibt grungy, bleibt eine Spielart rebellischen Rocks. Dass eine einzige Frau ihre Unsicherheit so Konsequent musikalisch zur Schau stellen kann, wäre nur eines der Gegenargumente, der Anderson zu entgegnen, dass so „void“ die Zukunft gar nicht sein kann.

MQ
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen When worlds collide, 5. April 2014
Von 
Mapambulo "Mapambulo" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Future's Void (Audio CD)
Es war auf die Schnelle nicht herauszufinden, ob Erika M. Anderson, kurz EMA, bei ihrer Vorliebe für die Cyberspace-Literatur von William Gibson auch schon über das Sci-Fi-Drama “Until The End Of The World” von Wim Wenders gestolpert ist – es würde ihr gefallen, darf man vermuten. In einer Nebenhandlung des Films versuchen Wissenschaftler zu ergründen, ob man die Träume des menschlichen Gehirns mittels modernster Technik in Bildimpulse übersetzen kann, gelänge dies, wäre der Träumende in der Lage, diese Hirngespinste quasi in der darauffolgenden Wachphase als Videostream zu konsumieren. Kurze Auflösung – es gelingt tatsächlich und endet im Wahnsinn. Eine zugleich reizvolle wie auch grauenhafte Vorstellung. Dass EMA solche Gedankenwelten nicht fremd sind, kann man zur Zeit wieder aus zahlreichen Interviews erfahren, man hört es natürlich auch aus den Texten des aktuellen Albums. Nun ist es nicht gerade ungewöhnlich, dass sich eine junge Frau kritisch mit ihrer virtuellen Umgebung, dem Internet also, auseinandersetzt, wenige Musikerinnen tun dies jedoch so nachhaltig und vehement wie sie.

Und dennoch ist der Nachfolger zu „Past Life Martyred Saints“, das betont sie gern, kein Konzeptalbum, sondern einfach „a kind of angry punk record“ (Under The Radar) geworden, schon der Titel ist ja nichts anderes als eine Variation des ewig trotzigen Verweigerungsslogans „No Future“. Und natürlich kennt EMA, die in Gesprächen mit Verweisen auf Isabel Fonseca, Herta Müller oder auch Wolfgang Beckers „Good Bye, Lenin!“ überrascht, nicht nur die großen Themen wie NSA, Überwachungsstaat und den Kalten Krieg. Sie versteht es vielmehr, diese und andere auf das Persönliche herunterzubrechen, auch wenn es nicht immer ihre eigenen Erfahrungen sind, von denen sie hier singt. Das schwermütige „3Jane“ – sie nennt es das lyrische Herzstück des Albums – ist so ein Beispiel, EMA erzählt vom schmerzhaften Kontrollverlust, von der Möglichkeit, wie einem die virtuelle Welt das Leben zur Hölle machen kann, ganz real, schon heute, jederzeit.

Das musikalische Kraftzentrum der Platte folgt gleich darauf mit den Stücken „Cthulu“, „Smoulder“ und „Neuromancer“, wie auch schon beim Vorgänger in der Tradition von PJ Harvey instrumentiert und vorgetragen, alles hier kratzt und beißt und kreischt ganz wunderbar, die Gibson-Hommage kommt noch dazu mit mächtigem, technoiden Gewummer daher. Die Texte dazu weiterhin in bewusster Zweideutigkeit, Menschen, Maschinen, Diesseits, Jenseits, Künstliche Intelligenz und gefährliche Willkür, EMA mischt all das zu einem Universum, dessen Grenzen, zumindest für die Dauer ihrer Songs, auf irritierende Weise verwischt scheinen. Gute Laune kann da natürlich nicht aufkommen, wenn man sich Gedanken darüber macht, ob alles, was wir in den letzten hundert Jahren zustandegebracht haben, wirklich so segensreich war („100 Years“), wenn einen nur noch das skandalversessene Promi-Spektakel von der eigenen Lebensleere abzulenken vermag („Dead Celebrity“). Ein in jeder Hinsicht anspruchsvolles, ambitioniertes, ein nachdenkliches Album über die Kollision zweier Welten und noch dazu eines, das rockt. mapambulo:blog
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The Future's Void
The Future's Void von EMA (Audio CD - 2014)
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