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Fast im Jahresrhythmus sind Christian Thielemanns Brahms-Konzerte aus Dresden erschienen: im Oktober 2011 das erste Klavierkonzert, das irgendwie nicht homogen gelingen wollte; das kongeniale Violinkonzert im Januar 2013; im Dezember 2013 – quasi zwischendurch – die fulminanten Sinfonien; und nun, im April 2014, das zweite Klavierkonzert. Abermals tritt Maurizio Pollini als Solist auf, während Thielemann wieder die Staatskapelle leitet.

Fortsetzung des ersten Klavierkonzerts?

Ja und nein! Pollini und Thielemann knüpfen zwar an die Virtuosität der vorigen Aufnahme an, brechen aber mit dem weniger "synchronen" Vorgänger. Denn diesmal gelingt beiden die Verschmelzung von Solo- und Orchesterpart. Ein Umstand, der dem Vorgänger fast durchweg gemischte Kritiken einbrachte. Hier ist es anders.

Die Dresdner spielen herrlich luftig und farbenfroh, während sie Pollinis stringent zupackendes Spiel gekonnt auffangen. Endlich sind die Akteure beieinander. Thielemann führt sein Orchester mit großer Beweglichkeit und macht es so zum ebenso samtig wie glasklar spielenden Konterpart des 71jährigen Pianisten. Der überzeugt mit zielstrebiger Ausdruckskraft und Flexibilität. Die große Spielfreude aller Beteiligten ist berauschend.

Mich hat das Konzert schon bei der Radioübertragung begeistert. Die Interpretation besticht durch eine fließende Brillanz und lyrische Schönheit, die außergewöhnlich sind. Was das erste so komplexe Klavierkonzert noch nicht vermochte, das versöhnliche zweite schafft es endlich. Es vereint die beiden großen Interpreten, Pollini und Thielemann samt seiner grandiosen Staatskapelle, zu einem überzeugenden Ganzen.

(Das Begleitheft ist in englischer, deutscher, französischer und italienischer Sprache.)
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am 7. Juli 2014
und der Thielemann-Kapelle mit dem alten Pollini, der an seine frühen Wiener- und späteren Berliner-Brahms-Highlights
mit Freund Abbado nicht mehr pianistisch (und musikalisch) so versiert, altersbedingt etwas zähflüssig und gewichtiger, anknüfpen kann, - Von fliessender Brillanz und lyrischer Schönheit vergleichsweise Jahre entfernt.
Nunja, die Wiener Zeit mit Abbado, noch unter mediterraner Influenz der 1977er, ist auch nicht mit der dt. Dresdner
Schwergewichtigkeit eines Thielemann vergleichbar, der Brahms wie einen gigantomanen Cello-Klangkörper versteht.
Jedem Dirigenten und Solisten seine, auch verlorene Zeit.
Überflüssige, selbstreferentielle, redundante Produktionen.
11 Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Juli 2014
Über Pollini's Aufnahme mit Abbado und den Berliner Philharmoniker - von mehr als 15 Jahren her - hatte ich gezweifelt, aber diese Ausführung met Thielemann und Der Staatskapelle Dresden ist glänzend!
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