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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zirkusprog und diese Sache mit den Erwartungen..., 31. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Twilight Cinema (MP3-Download)
Da ist es wieder. Dieses Gefühl, wenn man auf eine Interessante Band stößt, sich ein Album anhört und plötzlich merkt, wie vielschichtig, spannend und klangstark die Songs sind. Auf einmal hat man eine neue Lieblingsband, deren Songs sich ins Ohr fressen und dort ihre Widerhaken ausfahren, so dass man sie nicht mehr los wird. Die Alben laufen auf Dauerrotation und bei jedem Durchlauf entdeckt man neue Ecken und Winkel in diesem spannenden Zauberland.
So ist es mir vor etwa 1,5 Jahren mit Major Parkinson passiert. Was ist das für eine Wahnsinnsband! Zwischen all dem Plunder, der so durch die Gegend schwirrt, am Anfang ganz nett wirkt, aber mit zunehmender Wiederholung wie ein nervendes "Sind wir bald da-Rücksitz-Göhr" wirkt, ist es selten eine solche Perle zu finden, die nicht reißerisch sich selbst feiernd über den Äther schwingt sondern einfach mal kompromisslos und mit Herzblut ihr Ding macht!

Nun, dann heißt es plötzlich, es ist ein neues Album geplant. Freude und Erwartungen steigen auf. Zugleich Angst, dass diese Erwartungen nicht erfüllt werden. Welche Band schafft es schon einen furiosen Start in die nächste Runde zu bringen? Wie viele der 2000-2005er Hype-Bands sind beispielsweise an Ihrem eigenen Anspruch, der Erwartungshaltung der Fans und dem plötzlichen Erfolg gescheitert, weil sie auf Zwang einen Drauflegen wollten?

Vielleicht ist es dem Umstand geschuldet, dass sich um Major Parkinson eben kein Hype gebildet hat und sie eben nicht super-erfolgreich sind, dass sie immernoch geniale Musik produzieren? Schließlich war ein Crowdfunding-Projekt nötig um diese Scheibe hier fertig zu bekommen.

Aber kommen wir mal zum Album:
Skeleton Sangria startet verhalten und wirkt anfangs wie eine Bandproben-Aufnahme, die um 4 Uhr Nachts in ein Diktiergerät gesungen wurde, bis der Klangteppich einer ordentlichen Instrumentalpassage den Song auf ein gutes Tonstudioniveau hievt und das ganze richtig Fahrt aufnimmt.
Es folgt die etwas stumpf wirkende Single Impermanence, die sich jedoch mit ihrer Stimmung und dem furiosen Finish gut einfügt um zu einem Highlight des Albums: Black River überzuleiten.
Zu diesem Song kann man die Band nur gratulieren. Ein weiblicher Gesangspart ist bei Major Parkinson bis dato eher die Ausnahme. Begleitet mit der typischen Instrumentierung der Band kann man schon förmlich spüren, wie sich ein kleines Kriechgetier im Gehörgang häuslich einnistet. Da kann der nächste Song doch fast nur scheitern.
Falsch: The Wheelbarrow ist ein imposantes, kraftvolles und klangbreites Prog-Rock-Machwerk und der längste Song auf dem Album. Sicher braucht der Song ein paar durchläufe um richtig zu zünden, aber ist es nicht das, was gute Musik ausmacht? "Over and over" - "Dancing for repitition"? Was darauf folgt ist wohl der obligatorisch abgedrehte Major Parkinson-Song des Albums.
Cabin in the sky spielt mit den Gesichtsmuskeln des geneigten Hörers (Vorausgesetzt er mag den Stil der Band) und versorgt ihn mit dem, worauf er bis dahin gewartet hat.
Brachial scheppert einem dann Heart Machine entgegen, welches mir derzeit wohl am besten gefällt. Das Spiel mit Tempo, Dynamik, Lautstärke, Klavier, Gitarren, Bass, Schlagzeug und die eindringliche Stimme von Jon Ivar Kollbotn leiten auf ein fast märchenhaft klingendes Thema hin, das den Song abschließt. Ohnehin wirkt die Scheibe sehr viel Proggiger und weniger abgedreht als die Vorgänger, ohne dabei übers Ziel hinauszuschießen. Aber es kommen ja noch zwei Songs:
Beaks of benevola ist der zweite Song, der einen weiblichen Gesangspart hat. Er beginnt wieder sehr verhalten. Man möchte meinen vor dem inneren Auge jemanden nachts durch den Wald schleichen zu sehen, bis er auf eine mysteriöse Frau trifft. Sehr ruhiger und verträumter Song, der ein Kandidat ist, der in die zweite Doppelhaushälfte neben Black River im Ohr des geneigten Hörers einzuziehen vermag.
Zuletzt der Albenbetitelnde Song Twilight Cinema. Hier drehen sie noch einmal an der Schrägheitsschraube. Das Album endet mit einem Song der verschrobene Klänge und Melodien, viele Themenwechsel und kurz vor Schluss sogar einen Gesangspart liefert, der extrem an Ungdomskulen erinnert... gabs da etwa eine Kooperation? Nun zwei Norwegische Bands mit ähnlichem Stil? Warum nicht...

So endet Twilight Cinema nach nur 8 Tracks (aber immerhin 40 Minuten). Aber was ich in diesen Songs erlebt habe ist mehr wert als die gesamte Diskography einiger Möchtegern-Indie-Bands. Die Klangwelten, die Vielfalt und die Gewissheit, dass hier Herzblut drin steckt, lassen mich bei jedem Durchlauf strahlen und immer wieder neue Aspekte entdecken.

Alles in Allem hat dieses Album bei mir nur eine Erwartung nicht erfüllt. Und zwar die Erwartung, mich zu enttäuschen. Ich lege JEDEM der auch nur ein bisschen Interesse an guter alternativer Musik dieses Album (Und den Vorgänger, und den Vorvorgänger) ans Herz. Es gibt derzeit kaum etwas besseres um aus dem Alttag zu entfliehen und in eine wunderbare Welt voller... Ach mir gehen schon die Worte aus. Hört einfach selbst.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Major ist zurück, 20. Februar 2014
Von 
Benjamin Klein "bvonklein" (Gevelsberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Twilight Cinema (MP3-Download)
Wieder ein starkes Album von Major Parkinson, stilistisch näher am letzten Output als am Debüt. Unverkennbar, crazy, dunkel und nach mehrfachen Hören mit integrierter Ohrwurmgarantie. Jons tiefe Stimme und die aufwändige Instrumentierung sorgen tatsächlich für ein Twilight Cinema im Kopf! Wer das letzte Album mochte, greift bedenkenlos zu.

Ich persönlich mochte die etwas harschere, durchgeknallte Seite des Debüts und vermisse Granaten wie zum Beispiel 197. So hat die Band zwar anscheinend ihren Stil gefunden und kommen, wie gesagt, unverwechselbar schräg daher, nach wirklich neuen Elementen oder schmutzigen Rockkanten sucht man, außer dem weiblichen Vocals in 2 Songs, leider vergeblich. Die schnellen Stilwechsel zwischen Rock, Ska, Prog und sogar etwas Rap wurden leider gestrichen. Nun ja, ist halt Geschmackssache. Weniger als 5 Sterne wären nicht angemessen, ich würde mir für die nächste Scheibe ein wenig mehr Rotz, Wut und Abgedrehtheit wünschen.
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Twilight Cinema
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