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Kundenrezensionen

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am 9. März 2014
Allroundtalent Chris Harms hat in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt, dass er sich in den verschiedensten Musikgenres zu Hause fühlt.
Jetzt soll es also in Deutsch und ganz was Neues sein. Dazu wurde das Projekt "Harms & Kapelle" gemeinsam mit den langjährigen Weggefährten Thilo Weging, Benjamin Lawrenz, Corvin Bahn und Tobias Mertens Ende 2012 ins Leben gerufen. Da man sich ganz bewusst dem Erwartungs- und Termindruck entziehen wollte, folgt das dazugehörige Album mit dem verheißungsvollen Titel „Meilenstein“ erst ein Jahr später. Die darauf befindlichen Songtitel lesen sich nicht minder selbstbewusst.

Aufgrund der Vielfältigkeit fällt es auf den ersten Blick schwer, eine Empfehlung auszusprechen, für welche Ohren dieses Erstlingswerk am Besten geeignet wäre.
Egal ob man dem Country, Rock, Folk, Rockabilly oder Jazz zugeneigt ist: eine Kaufempfehlung ist es allemal, da dieses Album eine schöne Abwechslung zum täglichen Einerlei ist. "Harms & Kapelle" wagen es, die eingetrampelten Pfade zu verlassen und frei von jedem Erfolgsdruck zu experimentieren. So sei der Leser auch vorgewarnt, dass es durchaus passieren kann, dass nicht alle der 14 vorliegenden Musikstücke auf Anhieb gefallen.

Eröffnet wird das Album mit dem treibenden Stück „Nach uns die Sinn Flut“. Sowohl die Kraft der einzelnen Instrumente, wie auch die markante Stimme von Chris Harms entfalten exakt an den richtigen Stellen ihre Stärken. Wer nun erwartet, in den nächsten 13 Songs eine Wiederholung dieses Stils zu finden, der sei noch einmal daran erinnert, dass sich das Gesamtalbum aufgrund seiner Vielfältigkeit keinen Stempel aufdrücken lassen kann, beziehungsweise will. Wenn man sich darauf einlässt, wird man auf jeden Fall Spaß daran haben.
Schmutzig, dreckig, verrucht und rau – so wie der Mythos von Hamburg St. Pauli, der Heimat der Combo, nun einmal ist - geht es in dem nächsten Song „Wenn sich Monster lieben“ weiter.
Bei „Bis zum letzten Mann“ scheinen sich Tobias Mertens (Schlagzeug, Perkussion) und Chris Harms (Gesang, Gitarre) ein wenig um die Vorherrschaft zu streiten. Dies nimmt zuweilen recht spannende Züge an und der Hörer kann sich immer wieder neu entscheiden, wer wohl gewinnen wird.
„Rosenbluth“ versetzt uns in die Zeit zurück, wo Schiffe noch aus Holz und Männer aus Stahl waren – also St. Pauli in seiner urigsten Form. Solche Lieder werden heute eigentlich nicht mehr geschrieben. Doch Herr Harms, der sich für die tiefgründigen Texte der gesamten Kapellenstücke verantwortlich zeigt, beweist, dass es doch geht und das es gut ist.
Die Richtung ist vorgegeben und man befindet sich auf einer musikalischen Erlebnisreise, bis man schließlich am Ende „Das Narrenschiff“ erreicht, wo man vom fröhlichen markanten Klarinettenspiel von Le Comte Caspar von Coppelius begrüßt wird. Die Lyrics werden im Stil von "Fettes Brot" oder "Deichkind" dargeboten – frei nach herber, norddeutscher Art. Und genauso sollte eine Coverversion sein: sie zollt dem Original von Reinhard Mey Tribut, doch klingt frisch und gar nicht aufgesetzt und passt sich so absolut gut in das gesamte Album ein.

Fazit:

Auch wenn man geneigt ist, den einen oder anderen Titel auf der Suche nach seinem eigenen Ohrwurm zu übergehen, so sollte man sich doch die Zeit nehmen, jedes einzelne Stück mit seinen instrumentalistischen Nuancen wirken und die erzählten Geschichten im Kopf entstehen zu lassen, die mit der Reichhaltigkeit und Vielfältigkeit der deutschen Sprache erzählt werden.
Vielleicht ist es tatsächlich so, dass so etwas nur entstehen kann, wenn man sich keinen Verkaufsprognosen oder den eigenen hohen künstlerischen Ansprüchen unterwirft. Und möglich, dass sich dies sogar als das Erfolgsrezept schlechthin herausstellt. Den nötig hätte es die deutsche Musiklandschaft alle Mal, dass hier mal wieder eine steife Brise durchfegt!
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am 2. März 2014
Als völlig entflammter LORD OF THE LOST-Anhänger mußte ich natürlich mal hören, was Chris Harms und seine Kapelle auf die Beine gestellt haben. Ich habe nicht erwartet, daß es mir so gut gefällt! Wunderbare Texte,
gute Musik, eingängige Refrains-und eine Stimme, die unter die Haut geht. Gut gemacht, gerne mehr davon!
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am 3. März 2014
Mit ihrem Debütalbum Meilenstein, ist der Musikband Harms und Kapelle ein sehr guter Start gelungen.Das wochenlange Warten hat sich gelohnt..
Hier bekommt man kein gewöhnliches Allerlei, sondern eine musikalische Abwechslung geboten.
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am 6. Juni 2016
Ein sehr unaufdringliches, aber definitiv gut gemachtes Album. Wer Musik im Stil von "Lord of the Lost" erwartet wird schwer enttäuscht. Herr Harms singt deutsch und das sehr gut. Mit von der Party LOTLDrummer Tobias Mertens und die heimlichenStars von "LOTL" Benjamin Lawrenz und Corvin Bahn. In einigen Songs hat er musikalische Unterstützung u.a. von Der Schulz und dem Le Comte Caspar von 'Coppelius'.
Die CD swingt und groovt sehr altmodisch daher. Obwohl es ja eher eine Mischung aus Rockabilly/Folk/Rock mit einem Spritzer (einem kleinen, da muss man sehr genau aufpassen) Country. Man muss ihr eine zweite Chance einräumen, wenn man nicht (wie ich) vom ersten Mal durch hören sofort von der musikalischen Varietät begeistert wurden ist. Spontan besonders herausgehört hat sich bei mir "Mein Leib" mit Der Schulz. Absoluter Hit-Wert. "In der Nacht" ist so ein typischer 'Heimwegs/Nachtdienst' Song bei mir wenn ich durch die Stadt muss. Auf jeden Fall einer meiner Lieblinge. Gewöhnungsbedürftig und auch heute noch an einigen Tagen gestaltet sich mir der Song 'Von der Liebe bis zur Bahre' der sich um den Verlust eines Kindes dreht.
Der Rest lässt aber dann wie gewohnt doch Füße wippen und schafft ein sehr angenehmes Feeling.
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am 6. März 2014
Seit 2 Jahren höre ich mit stetig wachsender Begeisterung Lord oft he Lost. Nun hat der Sänger und Kopf Chris Harms mit befreundeten Musikern ein deutschsprachiges Album vorgelegt – einem entspannten Mix aus Country, mit Rock- und Bluesanleihen und auch noch einer Prise Shanty. Also etwas komplett anderes. Beim ersten Anhören hielt sich meine Begeisterung in Grenzen, aber schon bei der nächsten Runde hatten sich einige der eingängigen Songs schon ganz tief in die Gehörgänge gegraben. Die Texte bestechen durch wunderbare Wortspielereien, die dunkle Stimme des „Lord“ dominiert das Album und die Kapelle ist perfekt aufeinander abgestimmt. „Rosenbluth“, „Im Krieg und in der Liebe“ sind tolle Rocksongs mit sehr schönen Gitarrensoli, es gibt Balladen wie „Ohne Grund“ mit ganz dezenten Streichereinsatz …jeder Song besticht auf seine Weise!
Bei „Mein Leib“ harmonisiert die hellere Stimme von Gast Daniel Schulz von der „Unzucht“, der größtenteils den Gesangspart übernimmt, mit der dunklen Stimme von Chris perfekt.
Das absolute Highlight ist für mich das herzzerreißende „Von der Liebe bis zur Bahre“, daß allein mit der hochemotionalen, leicht brüchigen Stimme des Chris Harms beginnt; im Hintergrund ist ein wenig Piano fast nur zu erahnen, das auch im Verlauf des Songs ganz sparsam eingesetzt wird. Ein tieftrauriger, berührender und zugleich wunderschöner Song – für mich ein Meisterwerk.
Um den Hörer nicht völlig fassungslos zurück zu lassen, schließt sich eine gelungene Coverversion von Reinhard Meys „Narrenschiff“ mit Caspar Coppelius an der Klarinette an, daß der CD noch mal eine andere Richtung gibt. Ein gelungener Erstling, der in keine Schublade paßt und dem man immer das Herzblut anmerkt, daß alle Beteiligten in das Projekt gesteckt haben.
Gerne mehr davon und die Kapelle darf auch mal zum Tanz bitten und das möglichst bald.
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am 10. März 2014
Offiziell begonnen hat es irgendwann 2012. Vermutlich geisterte der Gedanke an eine Band, die mit deutschen Texten und einer Mischung aus Country und Goth Rock auftritt, schon länger im Kopf des Bandleaders herum. Chris "Lord" Harms ist schließlich kein unbeschriebenes Blatt, zieht er doch gerade LORD OF THE LOST groß und tourt mit den Jungs durch die USA. Aber es sollte etwas anderes und so wurde es auch etwas Neues. HARMS & KAPELLE heißt das Projekt, das vor allem deswegen so beliebt ist, weil endlich mal auf Deutsch gesungen wird, ein Wunsch, den Harms Fans schon lange geäußert hatten, der Sänger aber bisher immer abgelehnt hatte, da es zu LORD OF THE LOST nicht passe.
Welch Glück, kann man sagen, denn so scharte Harms andere Musiker um sich, allesamt talentierte Burschen und Weggefährten, die eingefleischte Fans schon lange kennen. Heraus kam eine Kapelle, die bei Amazon unter Country abgelegt wurde und dort mit dem Debütalbum binnen einer Woche auf Platz 1 schoß. Gerechtfertigt? Man wird sehen.

Zum ersten Sond des Debüts "Meilenstein" gab es bereits im Vorfeld das etwas farblose Video, das scheinbar die Musiker vorstellen soll und den zukünftigen Fans ermöglicht, sich die Gesichter einzuprägen. Das funktioniert und wird durch eine mitreißende Melodie vereinfacht, die einen Text unterlegt, den man bereits beim ersten Hören mitsingt. "Nach uns die Sinn Flut" steckt voll Tiefgründigkeit, wenn man genauer hinhört kann man sowieso auf der gesamten Platte Tiefgründigkeit erkennen, ernste Themen, Gesellschaftskritik und schärfste Kritik an der Regierung. Aber dazu später mehr. Nicht nur die Sinn Flut wird besungen, auch Monster, die sich lieben, und kirchenkritisch Geistliche, die sich dann eben doch verlieben und ihren Nächsten gleich ganze Nächte lang lieben. Ja, hier merkt man schnell, dass Religion nicht den obersten Stellenwert hat, teilweise könnte man von Blasphemie sprechen, teilweise allerdings auch von schönen Texten, die man gut mit der Bibel und dem Christentum in Einklang bringen kann. Wer sich ein bisschen in dieser Gemeinschaft auskennt, kann hier sicherlich viel für Schule und Konfirmationsunterricht herausfiltern, warum nicht auch für eine Predigt?
Die Melodien sind allesamt sehr eingängig und recht einfach gehalten. Sie gehen ins Ohr und ziehen mit, egal, ob schnell oder langsam. Auch die Balladen funktionieren, wenngleich sie bisweilen etwas zu einfach und geradzu langweilig erscheinen - oder gerade deswegen gefallen. "Im Krieg und der Liebe" hat fast den gleichmäßigen Rhythmus von Kindergedichten, wirkt dadurch beruhigend, hat aber einen melancholischen Text, bei dem man durchaus mal nachdenken kann. "Es ist nur eine Frage der Zeit, am Ende ist jeder zum Töten bereit", singt Harms und dabei muss man nicht mal zu einer Waffe greifen, denn schließlich geht es hier um Liebe und gebrochene Herzen. Um die kleinen Tode, die man stirbt und die inneren Schmerzen, die manchmal erheblich bitterer sind, als körperliche Verletzungen. HARMS & KAPELLE wissen genau, was die Fans hören wollen, was sie anspricht und worin sie sich wiedererkennen. In Liebeskummer, Schmerz und der Suche nach Sinn.
Wer aufmerksam ist, kann immer wieder die Wortspiele bemerken, die Harms eingebaut hat. Sprichwörter werden umgestellt, manches, was bekannt ist, klingt plötzlich anders und man merkt erst beim zweiten Mal, warum das so ist.
Alleine waren die fünf Musiker bei den Aufnahmen nicht. Sie hatten tatkräftige Unterstützung von Daniel Schulz, Fronter von UNZUCHT, der "Mein Leib" mit seiner unverkennbaren Stimme singt. Im letzten Lied kommt es dann zu einer wundervollen Symbiose zwischen Monsieur Le Comte Caspar, Klarinettist der Kapelle COPPELIUS und ein wahrer Virtuose an seinem Instrument - glaubt man zumindest seinen eigenen Angaben. "Narrenschiff" ist mein persönlicher Hit des Albums. Man kann in ihm die gewöhnliche Piratenstory sehen und sich tragen lassen von der Musik, der verspielten Klarinette, der kleinen Geschichte, die ruhig vorgetragen wird. Wer aber genauer hinhört, kann eine bombastische Gesellschafts- und vor allem Politikkritik heraus hören, die es so schon lange nicht mehr gab. Eine tolle Metapher, das Narrenschiff, das blind, betrunken und desinteressiert immer weiter auf das Riff zuläuft.

Das Album überzeugt. Nicht gerade durch einen riesigen Country-Touch, aber Harms schafft es, mit seiner Stimme zu verzaubern. Die Musiker sind gut, nicht aufdringlich, aber sehr harmonisch und rhythmisch. Die Songs sind die perfekte Mischung aus Kritik, Ballade, Liebe, Hass und Einsamkeit. Was Harms hier geschaffen hat, lässt sich hören und wird sicherlich mehr begeistern, als nur die alten Harms Fans, die sowieso alles gut finden, was der Musiker macht. Ein gelungener Einstieg, der Lust auf mehr macht und vor allem auch den Hunger nach einem Konzert weckt.
Es bleibt abzuwarten, was das Quintett noch alles auf die Beine stellen wird. Sicher ist: Das Debüt haut ordentlich rein!

Anspieltipp: Narrenschiff
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am 5. März 2014
Es ist erfrischend, einmal Musik von vermeintlichen Finsterlingen zu hören, bei dem einem das Lächeln nicht aus dem dem Gesicht und das Jucken nicht aus dem Tanzbein weichen mag. Endlich mal ein mutiges Projekt, das nicht nur die ewig gleichen (Musik-)Klischees wiederholt. Fünf Sterne plus ein Augenzwinkern!
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am 12. April 2015
Bevor ich mir die CD gekauft habe, hatte ich gedacht, naja es werden bestimmt nur ein paar Lieder gut sein. Doch Irrtum, die CD hat meine Erwartungen vollkommen übertroffen.
Vor allen die Musikrichtung finde ich beeindruckend, weil es eine Mischung ist, die man nicht jeden Tag hört und sich von dem Einheitsbrei den man im Radio hört, abgrenzt. Es ist irgendetwas zwischen Folk, Country, Jazz, Blues und Alternative.
Harms hat gezeigt, dass er ein sehr guter Songschreiber ist und Ahnung von seinem Beruf hat und zwar auch auf Deutsch. Die Songs sind sehr durchdacht, tiefgründig und regen sehr zum Nachdenken an und ich habe keines was ich wegklicken möchte.

Meine Favoriten:
Die erste Veröffentlichung "Nach uns die Sinn Flut" ist dominierend von Schlagzeug und besitzt ein sehr einprägsames Gitarrenriff.

(Nach uns der Sturm
Nach uns die Sinn Flut, verdammt
Selbst Liebe frisst der Teufel in der Not
Nach uns der Sturm
Nach uns das Feuer, verdammt
Wir tanzen und wir fallen ins Morgenrot
Wir tanzen und wir warten auf den Tod)

In dem zweiten Lied 'Wenn sich Monster lieben' dominieren auch wieder Schlagzeug und Gitarre. Doch hier kommt auch das Piano im Hintergrund gut zur Erkennung.

(Wenn sich Monster lieben
Ihren Trieben gehorsam sind
Wenn sich Monster lieben
Dann wird aus Lügen ein Menschenkind
Wie du)

Im Lied 'Rosenbluth' ist das Schlagzeug auch wieder ein wichtiger Bestandteil, die Gitarre hingegen wird spärlicher eingesetzt, aber nur solange bis das Solo an der Reihe war. Im Hintergrund ist Zeitweise auch der Synthesizer zu hören.

(Ich habe Treue geschworen
Doch dann hab ich mein Herz verloren
Sehnsucht tut selten gut
Sag, warum ertrinken wir im Rosenbluth)

Das achte Lied 'Mein Leib', was mit Der Schulz (Unzucht) zusammen aufgenommen wurde, klingt anders als die anderen, weil noch eine zweite Stimme mit im Spiel ist. Eine Mischung aus einer dunklen und einer helleren Stimme ergänzt sich sehr gut. In dem Lied gibt es wieder ein einprägsames Riff und viele Anspielungen auf die Bibel.

(Ja, das ist mein Leib und das ist mein Leben
Und nur für dich, ja nur für dich
Für dich will ich mein Blut verlieren
Die Schuld der Welt glorifizieren
In Flammen wasche ich euch rein
Mein Leib soll deine Sünde sein
Ja, nur für dich)

Das Lied ' In der Nacht' beginnt mit sparsamen Synthi Klängen und einem gedämpften Schlagzeug, was sich durch das ganze Lied zieht. Das ganze Lied ist eher sehr gefühlsbetont und an den Instrumenten wurde sehr wenig gearbeitet.

(Wenn die Sonne blutrot untergeht
Sand und Staub sich in den Himmel hebt
Tageslicht den Sternenklängen weicht
Finden wir Frieden, frei und leicht
In der Nacht)

Das Lied 'Im Krieg und der Liebe' beginnt mit einem Gitarrenriff, doch danach wird sehr viel mit dem Piano gearbeitet, vor allen in den Strophen. Das endet so wie es begonnen hat, mit einem Gitarrenriff.

(Es ist nur eine Frage der Zeit
Schlussendlich ist jeder zum Töten bereit
Du wirst es tun, auch wenn du es nicht glaubst
Im Krieg und der Liebe ist alles erlaubt)

In dem Lied 'Von der Liebe bis zur Bahre' gibt es nur ein Klavier, mit dem aber nur sehr sparsam gearbeitet. Es geht hier um einen Menschen der sein kleines Kind verloren, was an einen Ort geht, an dem man nicht folgen kann. Das Lied ist sehr emotional und das merkt man auch an der Stimme, die sehr brüchig ist.

(Und mit Blut an meinen Händen
Spür ich Leben noch in dir
Zog dich groß in meinen Lenden
Nun ein Schlaflied sing ich dir
Von der Liebe bis zur Bahre
Von dem ganz, ganz großen Glück
Ich werde dich zu Grabe tragen
Noch viel weiter und zurück
Von der Wiege auf der Bahre
Von nur einem Tag mit dir
Von der Nacht, die ich am Tage
Über Jahre trag in mir)

Das Narrenschiff, ein Gecovertes Lied von Reinhard Mey und klingt etwas nach Seemannsmusik. Begleitet wird das Lied von Comte Caspar (Coppelius) der an der Klarinette spielt. Bis auf die Klarinette hört man nur das Schlagzeug heraus, die Gitarre ist sehr leise im Hintergrund zu hören. Zwischen den Strophen klingt es so als gäbe es ein Akkordeon.

Ich kann die CD nur jeden sehr Empfehlen, auch denen die eher skeptisch sind. Es lohnt sich.
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am 4. März 2014
Ich finde das Album sehr gelungen und war überrascht über die Musikrichtung, die mich hier erwartet hat. Danke Jungs, dass Ihr diesen Schritt gegangen seid, er hat sich definitiv gelohnt!
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am 5. März 2014
...solche Fragen stellen Chris Harms und seine Kapelle auf ihrem Erstwerk.
Hier erwarten euch philosophische Überlegungen oder auch nur neugieriges Abklopfen von typischen Redensarten - und dieses Abklopfen verwandelt sich dann plötzlich wieder in einen neuen Gedankengang. Ganz offensichtlich hat C. Harms in seiner Muttersprache noch viel interessantere Dinge mitzuteilen, als in den englischen Texten von "Lord of the Lost".

Musikalisch gibt es viel Feines und handwerklich Geschicktes; fast jeder Song hat einen eigenen kleinen musikalischen "Gimmick": mal gefällt einem der Schlagzeugsound, mal geht die Basslinie ins Ohr - und der letzte Titel der CD, "Narrenschiff" (ein Cover von Reinhard Mey) fährt einem mit einem munter-ironischen Klarinettenmotiv ins Tanzbein.

Die Songs sind in sich z.T. sehr verschieden, sodaß fast jede/r Hörer seine/ihre eigenen Lieblingsstücke entdecken kann - meine Anspieltipps wären neben dem schon erwähnten "Narrenschiff" z.B. "Mein Leib" (unter Mitwirkung von D. Schulz / Unzucht) und ganz besonders "Von der Liebe bis zur Bahre". Dieses Lied behandelt einfühlsam, persönlich und unter die Haut gehend das Thema von Eltern, die ihr Kind in der Schwangerschaft bzw. bei der Geburt verloren haben - eine Liebeserklärung an das kleine Wesen, das nur sehr kurz auf dieser Erde war und doch für immer in Erinnerung bleiben wird.

Warum trotz des Lobes von mir "nur" vier Sterne? Das Album würde ich ganz extrem als ein "Stimmungsalbum" bezeichnen... paßt bestimmt sehr gut zu Herbstnachmittagen oder ruhigen Mondnächten über den Dächern der Stadt, aber es paßt eben nicht in *jede* Stimmung. Da passiert es schon mal, daß zwei oder drei Songs in der Mitte des Albums beim Hören an einem vorbeidümpeln.
Wer aber musikalisch nicht allzu festgelegt ist und neugierig auf frische, deutschsprachige Musik, sollte unbedingt reinhören.
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