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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht Halbzeit, aber mittendrin!
Erstaunlich ist es schon, beinah irritierend, dass ausgerechnet ein Musiker, der seit bald sechs Jahrzehnten Songs schreibt und Platten aufnimmt, die deutlichsten Worte zum aktuellen Zeitgeschehen findet, zu all dem galoppierenden Irrsinn der mittlerweile unser privates und gesellschaftliches Leben prägt, bedrängt und massiv beeinflusst; wenn auch oft nur...
Vor 8 Monaten von Christian Günther veröffentlicht

versus
11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 'n bisschen einfach...
Ich mag ihn ja recht gern, den alten Udo. Immer hören mag und kann ich ihn nicht - dafür kommt er mir denn doch zu pathetisch und oftmals auch zu betroffenheitslyrisch daher, die Streicher fiedeln immer gar zu schön, und die meisten seiner Harmoniefolgen kennt man inzwischen auch. Udo mag ich - aber ich mag ihn nur phasenweise, wobei er live nach wie vor...
Vor 6 Monaten von Lilalu veröffentlicht


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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht Halbzeit, aber mittendrin!, 21. Februar 2014
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Erstaunlich ist es schon, beinah irritierend, dass ausgerechnet ein Musiker, der seit bald sechs Jahrzehnten Songs schreibt und Platten aufnimmt, die deutlichsten Worte zum aktuellen Zeitgeschehen findet, zu all dem galoppierenden Irrsinn der mittlerweile unser privates und gesellschaftliches Leben prägt, bedrängt und massiv beeinflusst; wenn auch oft nur schleichend und subtil. Jüngere und zum Teil sehr viel jüngere Musiker finden in den letzten Jahren anscheinend nur noch Worte über persönliche Befindlichkeiten - was an sich auch kein Qualitätsdefizit ist; Musik soll ja berühren und private Befindlichkeiten spiegeln, allein das >nur< ist das Problem - und kaum mehr den Mut oder die Kraft auch Kritisches in Töne zu kleiden; möglichen Widerspruch auch von Fans bereit auszuhalten; obwohl es doch gerade den Jüngeren ein Anliegen sein müsste ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen, auch musikalisch. Was, wenn nicht Musik, kann Menschen auch in großer Zahl für gesellschaftliche Schieflagen und Gefahren sensibilisieren? Ein Vortrag an der Volkshochschule? An speziell interessierte Leser adressierte Fachliteratur? Wohl kaum!

Es gibt vielfach die Meinung, dass Musik und Politik so gut zusammenpassen wie Kartoffelsalat und Schokoladenpudding; was auch stimmt, wenn man es falsch macht, wenn man Lieder zu herumfuchtelnden Zeigefingern geraten lässt, zu schwingenden roten Fahnen oder anfängt eine imperative Morallehre zu vertonen. Das kann dann nur so zerknirscht und besserwisserisch klingen, dass kein Ton mehr imstande ist daraus ein Lied zu machen, was man gern und freiwillig hören mag. Man kann es aber auch richtig machen! In dem man einfach Ängste artikuliert, unbequeme Fragen stellt, das was ist reflektiert und weiter in die Zukunft hinein spinnt, die Hörer zum selber denken animiert und nicht Handlungsanweisungen erteilt, Schlüsse nicht vorgibt, und vor allem dabei nicht völlig auf Humor, Ironie und Augenzwinkern verzichtet. Und dann klingt es! Und es wirkt auch! Eine Disziplin, die Udo Jürgens seit Jahrzehnten beherrscht, die schon seit den späten 1960er Jahren immer einen festen Platz auf seiner Alben hat, und die immer wesentlicher wird, ihm zunehmend Nährstoff beim Entstehen neuer Lieder gibt, je verrückter und überreizter unsere Welt wird.

Anno 2014 ist viel los auf der Welt und so war es fast vorhersehbar, dass Udo Jürgens die Themen aufgreift und in sein neues Album einfließen lässt. Und wie!
"Der gläserne Mensch" ist das erste (zumindest mir bekannte) Lied, was das ungeheuerliche Ausmaß der Spionageaktivitäten gegen unsere Zivilisation ganz konkret aufgreift und ungehalten Empörung, Befürchtungen und Protest musikalisch umsetzt. Nicht ganz, stimmt, denn bereits vor drei Jahren war es ebenfalls Udo Jürgens, der mit "Du bist durchschaut" das Problem des Verschwindens der Privatsphäre thematisch aufgriff. Damals allerdings eher humorvoll, in bester "Ein ehrenwertes Haus" Tradition, eben mit dem Kunstgriff Gesellschaftskritik mit einem Augenzwinkern zu servieren, und damals ging es auch mehr um die freiwillige Selbstentblößung. "Der gläserne Mensch" ist textlich und musikalisch deutlich zorniger und das Augenzwinkern wird bestenfalls noch angedeutet, im Kern aber ist das Lied bitterernst. "Zur Sicherheit - Lauschangriff. Wir werden voll überwacht. BND - NSA, wir alle stehen unter Generalverdacht... Der gläserne Mensch, gefangen im Netz, gegen jedes Recht und Gesetz!" ist nur ein Ausriss des Textes, dazu braust die Komposition auf wie ein Hochseesturm und im großen Orchester haben alle Musiker viel und schnell zu spielen. Ein absoluter Höhepunkt auf dem insgesamt außergewöhnlich starken Album.

Ein weiterer ist "Die riesengroße Gier", ebenfalls thematisch von sich in den letzten Jahren immer mehr zuspitzender Dringlichkeit. Musikalisch ähnlich kraftvoll und treibend wie "Der gläserne Mensch", geißelt Jürgens den hemmungslosen und völlig entmenschlichten Größenwahn, der ohne Netz und doppelten Boden bei kleinsten Fehlern einzelner selbsternannter Übermenschen ganze Nationen und deren Völker (zur Erinnerung, das sind Menschen!) unverschuldet in schwerste wirtschaftliche Bedrängnis bringen und sogar in den Ruin reißen kann, welch Irrsinn! "So viele Nullen unterwegs, dass auch der aller schlauste Schädel schwirrt..." lautet eine wunderbar doppeldeutige Zeile des Stückes. Besonders in den Magen fährt einem aber die Quintessenz des Liedes, die Udo Jürgens am Schluss in nur vier Zeilen zum ausklingenden Orchester mehr spricht als singt: "Nur ein Gedanke macht mich krank: Wär' diese Erde eine Bank, ich hätte glatt gewettet, sie wäre längst gerettet." Das sitzt. Das klingt nach.

Nun gibt Udo Jürgens auf seinem neuen Album nicht nur den "angry old man", bei weitem nicht. Auf "Mitten im Leben" vereint er alles wofür er seit Jahrzehnten steht und treibt es groß orchestriert zur Perfektion. Es ist der Traum eines jeden Musikers, dass ihm einmal das absolut perfekte Album glücken möge; ohne den kleinsten Makel, virtuos bis in den dezentesten Ton, bis in die letzte Silbe brillant. Nun, auch ohne rosa Fanbrille kann man Udo Jürgens quittieren, dass er (bis auf sehr wenige Ausnahmen) mit kaum einer seiner vielen Produktionen bisher allzu weit daneben lag, aber so nah dran, wie mit diesem Album, war selbst er dem perfekten Album selten.

So wie der Zorn, die gebotene Entrüstung und berechtigte Sorge in aufbäumenden Liedern widerhallt, finden sich auf dem neuen Album auch Stücke, mit einer sagenhaft poetischen Kraft und Substanz, textlich wie musikalisch. Schon das zweite Lied, nach dem dynamisch polemischen Auftakt mit "Der Mann ist das Problem", zeigt Jürgens von eben dieser empfindsamen Seite. Nachdenklich, intensiv und poetisch wie selten: "Alles Illusion, alles Träume lediglich, doch du sollst einfach wissen, was ich gerne wär für dich..." singt er zu einer traumverlorenen Piano-Komposition. Auch die vier Intermezzos, die jeweils nur etwa 40 Sekunden lang sich zwischen den zwölf Stücken des Albums wiederfinden, sind von derartig sanft bezwingender Kraft. Eindringlich und still, streut er "Dieser Tag/Unser Glück/Der Augenblick/Diese Lieder" betitelt ein paar Gedanken nur sich selbst am Klavier begleitend ein.

Auch das vereinen von Phantasie und Philosophie ist ein immerwährendes Markenzeichen von Jürgens, hier auf diesem Album mit "Wohin geht die Liebe, wenn sie geht?" mit beachtenswerten Gedanken vertreten. Im Text treten zur Liebe Strophe für Strophe Glück, Worte, Trauer und Hoffnung in angelehnter Fragestellung hinzu, und die Antworten kann man natürlich auch als pathetischen Quatsch abtun - wenn man aus Holz ist und nur das sachlich Faktische anerkennt! Man kann darin aber auch eine höhere Wahrheit erkennen, die oftmals eben doch Fakten schafft, auch wenn sie sich sachlich nicht erklären lassen.

Es gab schon einige Umfragen, nach denen Udo Jürgens (oder Menschen von seinem Schlage) gern als Kanzler oder Präsident gesehen wären. Nun, darüber sollten manche Politiker vielleicht mal angestrengt nachdenken und sich fragen, warum das so ist. Auf diesem neuen Album aber ist ein Lied, dass ihn meines Erachtens für ein noch höheres Amt qualifiziert: zum Papst! Hei, das wär ein Spaß! All die entrüsteten fehlerlosen Immerfrommen mit aus den Gleisen getragenen Gesichtszügen. Ausgerechnet Udo Jürgens! Ich meine schon. Mag sein, dass er "Alles aus Liebe" gar nicht als Gebet in Liedform gemeint hat, aber man kann es genau so hören. Lässig und mitreißend swingend zählt er Strophe um Strophe auf, was so menschelnd vorkommt, was unsere oft amüsante Artenvielfalt so alles hergibt. Und natürlich passt nicht immer alles allen. Aber solang nicht einer dem andern damit mutwillig auf die Füße steigt "Lass es alles aus Liebe geschehen". Ob man diese Bitte nun an den einen Schöpfer richtet oder aneinander, mir jedenfalls ist kein schöneres Gebet bekannt - eines was noch mehr swingt übrigens auch nicht.

Wenn das in der Duluxe-Ausgabe im Hardcover-Buch auch auffällig schön gestaltete und reich bebilderte Album mit "Zehn nach elf" still ausklingt; einem Lied, mit dem Jürgens die Leere, die sonderbar intensive Einsamkeit nach dem Konzert aus Sicht des Sängers für uns Konzertbesucher fühlbar macht; hat man eine ganz besondere knappe Stunde hinter sich.
"Mitten im Leben" ist Leben satt, in allen Facetten, mit weiten Themenbögen, musikalisch außerordentlich intensiv, eben mitten im Leben. Mitten leider nicht im Sinne von Halbzeit, dafür aber umso mehr mittendrin. Mittendrin in diesem wunderbar verrückten Leben, mit allem was elementar dazu gehört: Weinen, Lachen, Trauer, Freude, Angst, Hoffnung, Wut, Vertrauen - und Liebe!

Ach ja, und 80 wird er im September - man merkt es nicht.
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32 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erneut starke Kompositionen - teils durchwachsene Texte, 21. Februar 2014
Von 
Stephan Imming (Wetter (Ruhr)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mitten im Leben (Audio CD)
Auch mit 79 Jahren spielt Udo Jürgens noch immer in der internationalen Liga mit. Er wird inzwischen zu Recht in Zeitungsartikeln als "letzter großer Entertainer" bezeichnet. Immer mehr Menschen erkennen, dass Udo eben Profi-Musiker und -Komponist mit Anspruch ist und eben NICHT Schlagersänger.

Wesentliche Bausteine dafür, dass Udo sich inzwischen auch in der "breiten Masse" Respekt und Anerkennung verschafft hat, sind wohl seine ungewöhnlichen, teils bombastischen Kompositionen und seine teils lyrischen, teils humorvollen Texte, die aber zumindest in den meisten Fällen sich deutlich von der "breiten Masse" abheben, wobei die Themen-Vielfalt inzwischen fast grenzenlos ist - es gibt kaum noch Lebens-Situationen, zu denen Udo nicht ein Lied erschaffen hätte.

Was die Kompositionen angeht, steht Udo mit seiner aktuellen "Schallplatte", wie er liebenswert selbst in einem offiziellen Interview sein neues Werk nennt, seinem Schaffen in nichts nach. Nicht zuletzt dadurch, dass er erneut keine Kosten und Mühen gescheut hat und großartige "echte" Musiker ins Studio geholt hat, sind wieder ganz große, teils bombastisch arrangierte Lieder entstanden.

Unter musikalischen Aspekten liebe ich immer, wenn Udo belegt, dass er dem "Swinger-Club" angehört. In diese Schublade passt diesmal lediglich der Song "Alles aus Liebe", der mich musikalisch etwas an "Jetzt oder nie" erinnert und auch musikalisch aus meiner Sicht nicht ganz an vergleichbare Lieder wie "Wenn ein Lied so wär wie Du" oder "Schenk mir einen Traum" heranreicht - dennoch ist es ein starkes Lied, auf dessen Live-Umsetzung ich mich freue.

In die Rubrik der pathetischen Songs fallen meine beiden Lieblingslider des Albums: "Mein Ziel" und insbesondere "Zehn nach elf". Allein beim Gedanken daran, dass dieses sehr persönliche Lied wohl in Live-Version als Schluss-Lied dienen wird, macht mir eine Gänsehaut. Im Studio griff meines Wissens Udos Freund und Star-Violinist Julian Rachlin zur Violine - ich bin bespannt, wer diese Funktion "live" übernehmen wird.

Textlich gefällt mir der Song "Wohin geht die Liebe, wenn sie geht" zwar gut, allerdings ist die Idee nicht neu - einen Song gleichen Namens sang Alexandra Maria Lara im Film "Vom Suchen und Finden der Liebe". Vielleicht ist Udo ja diesem Thema wohl gesonnen, weil MORITZ Bleibtreu dort eine Hauptrolle spielt? (Sorry, kleiner Insider;-)).. - zurück zum Thema: Auch ein Bestseller namens "Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen geht" hatte ja schon ein ähnliches(!) Thema. Dennoch liebe ich die Lyrik einer Katharina Gerwens, die auch für die Texte der schönen Intermezzi auf der CD zuständig ist und halte den Song für einen der (textlich gesehen) besseren auf der CD.

Textlich(!) am besten gefällt mir der "Vogel im Käfig". Interessant, dass Udo bei diesem Song als Textdichter (mit) erwähnt ist, was ja nicht oft vorkommt und zum Ausdruck bringt, wie sehr er sich gerade mit dem Thema des im Käfig sitzenden Vogels identifiziert, der so gerne "frei" wäre.

Damit sind wir beim Thema, das subjektiv für mich zu einem Stern Abzug führen muss (und damit für bestimmt viele "Dislikes"- na, darauf kann ich keine Rücksicht nehmen) - die Texte der neuen Lieder. Insbesondere die vermeintlich "satirischen" Lieder finde ich textlich weit unter Udos Niveau. Früher, "in der guten alten Zeit", war im spießigen Deutschland die Rede von der "wilden Ehe im ehrenwerten Haus" und vom Papst, der die Pille verbietet - das gab Reibungspunkte, die heute komplett ausgespart werden zugunsten einer möglichst breit gestreuten Zielgruppe, wobei man sicher auch die Helene Fischer- und Andrea Berg-Fans anpeilt.

Texte dieser anbiedernden Sorte finden sich auf Udos neuer CD leider mehrheitlich. Absoluter Tiefpunkt ist in meinen Augen der Song "Der gläserne Mensch". Dass Udo von moderner Technik nichts hält und insbesondere in Sachen Internet und da konkret "Facebook" nichts hält, ist nun wirklich nichts Neues. Das Thema ist ihm so wichtig, dass inzwischen auf jeder CD mindestens ein Song in diese Richtung geht ("Völlig vernetzt", "Du bist durchschaut")und nun "Der gläserne Mensch"); wobei das Thema auch als Nebenschauplatz von Liedern wie "Liebe bleibe Liebe" aufgegriffen wird (letzterer Song übrigens der erste Text von Frank Ramond für Udo Jürgens. Schade, dessen Lieder für Cicero, Schöneberger, Louisan und Co. liebe ich - aber für Udo hat er meines Erachtens einen eher schwachen Text geschrieben - "aus Marx wurde Murks"; "aus Raider wird Twix".. - also das ist doch sehr schlagerhaft und weder typisch für Jürgens noch für Ramond - beide können es eigentlich Klassen besser.

Auch mit dem Lied "Die riesengroße Gier" hadere ich - man hat den Eindruck, dass alles plakativ und einfach sein soll. Das pauschale Schimpfen auf die moderne Technik oder die Banker etc. ist vielleicht auch seinem Alter geschuldet. Dass die beiden (subjektiv für mich) schlechtesten und anbiedernsten Texte ausgerechnet von Oliver Spiecker stammen, der das großartige Lied "Wort" geschrieben hat, finde ich sehr enttäuschend. Ich frage mich, ob Spiecker Udos Vorgabe bedient hat oder von sich aus derart populistisch-plakativ geschrieben hat. Allerdings ist mit "Mein Ziel" auch einer der besten Texte von diesem Autoren.

Unter dem Strich ist Udo auch mit 79 Jahren eine Ausnahmeerscheinung, ein noch immer ernst zu nehmender Musiker, der sich noch immer nicht als "Katze streichelnder Rentner" verdingt. Ich finde es toll, dass er noch immer Bestandteil der Pop-Szene ist und sicherlich auch in den Charts ein Wörtchen mitreden kann - leider dürfte es auch Kalkül sein, recht wenig Experimente zuzulassen, wobei das musikalisch wie gesagt vollkommen in Ordnung ist, textlich aber doch teilweise enttäuschend.

Mein persönlicher Wunsch wäre, wenn Udo wieder andere Textdichter bemühen würde (Michael Kunze hat nun mal viele große Lieder für Udo geschrieben, ich vermisse aber auch Namen wie Uli Heuel (nur mit einem "halben" sehr guten Lied vertreten), Rainer Thielmann (diesmal gar nicht dabei) und.. na ja, Friedhelm Lehmann kann nicht mehr schreiben, dennoch haben dessen Texte natürlich Maßstäbe gesetzt.

Trotz all dieser "leichten" Kritik bin ich begeistert, was Udo auch mit fast 80 Jahren noch zu leisten im Stande ist. Auch, wenn es abgedroschen ist - "..wo auch Kritik aus Liebe kommt.." - Udo, ich hoffe, wir dürfen Deine große Kunst noch viele Jahre genießen!
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 'n bisschen einfach..., 27. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Mitten im Leben (Audio CD)
Ich mag ihn ja recht gern, den alten Udo. Immer hören mag und kann ich ihn nicht - dafür kommt er mir denn doch zu pathetisch und oftmals auch zu betroffenheitslyrisch daher, die Streicher fiedeln immer gar zu schön, und die meisten seiner Harmoniefolgen kennt man inzwischen auch. Udo mag ich - aber ich mag ihn nur phasenweise, wobei er live nach wie vor ein Erlebnis mit Gänsehautfeeling ist.
Sein letztes Album "Der ganz normale Wahnsinn" - das finde ich eines seiner besten, und deshalb war mir fast klar, dass er mit "Mitten im Leben" nicht schon wieder so einen Knaller wird raushauen können. Und so ist es denn jetzt auch gekommen. Ich finde das neue Album - man möge es mir verzeihen - ziemlich einfach gestrickt. Sowohl musikalisch als auch textlich. Da ist nichts Überraschendes dabei, mehrere Texte erreichen leider nicht mehr als "Reim dich, oder ich fress dich"-Niveau, da berührt mich keines der Lieder sonderlich oder hallt länger nach.
Bissel nervig sind auch langsam diese Songs übers Internet und über die modernen Zeiten - da straft der Künstler den Titel seines Albums selber Lügen: Entweder man ist "mitten im Leben" - und dann gehören das Internet und sicherlich auch seine Gefahren und ein verantwortungsvoller Umgang mit neuen Medien eben dazu. Oder man ist halt eher "außen vor" und lamentiert dann über "gläserne Menschen" und Liebesbotschaften per Handy, und dann ist das gar nichts Schlimmes - das darf man mit fast 80 ja ohne weiteres tun. Aber dann sollte man dazu stehen.
So richtig schlecht ist das Album nicht, nein! "Richtig schlecht" kann ein solcher Ausnahmekünstler, wie Udo einer ist, gar nicht sein. Aber so richtig gut ist es halt auch nicht geworden. Ein bisschen lau, ein bisschen flach stellenweise und meistens auch recht vorhersehbar. Aber auch dieses Niveau muss man erst mal hinbekommen - und man muss ja auch ehrlicherweise sagen: Der Udo, der macht seinen Job jetzt schon an die 50 Jahre. Und er macht ihn richtig, richtig gut - wer, bitte, reicht über so viele Jahrzehnte im deutschsprachigen Raum an Udo Jürgens heran? Ich kenne niemanden! Und wer schreibt Lieder, die das Leben Tausender Menschen über die Generationen hinweg begleiten und begleitet haben? Da muss man lange suchen! Und nach so langer Zeit, da ist halt irgendwann auch mal jeder Ton gespielt, da ist jede Harmonie auf dem Klavier schon geklimpert, da ist alles über die Liebe und über das Leben erzählt worden - da kann einem nicht jedes Mal etwas völlig Wunderbares, Neues einfallen und gelingen. Und insofern ist "Mitten im Leben" kein herausragendes, aber sicherlich ein ganz gutes, gediegenes Udo-Werk geworden.
Meine persönlichen Favoriten: "Das Leben bist du" und "Zehn nach elf".
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitten im Leben - aus dem Leben gegriffen, 21. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mich begeistert Udo Jürgens schon viele Jahre und auch dieses Album kaufte ich blind - und ich muss sagen ich bin wie immer nicht enttäuscht worden. Die Musik wirkt von Anfang an vertraut, eben typisch Udo. Er experimentiert da wohl nicht viel rum, was ich mir manchmal wünschen würde. Aber Leute.... die Texte absolute Sahne. Mit fast 80 Jahren sich hier auf der höhe der Zeit zu bewegen - da ziehe ich meinen Hut vor ihm. Die Lieder klingen authentisch, ehrlich, gefühlvoll und auch kritisch - gepaart unter anderem mit einer Portion schwarzen Humors. Für meinen Geschmack sind Lieder "Der gläserne Mensch" und "Liebe bleit Liebe" die Highlights auf diesem Album
Für jeden Udo Fan ist diese CD eine klare Kaufempfehlung von mir. Für Leute die anspruchsvolle Texte mögen und sich auch die Mühe machen in Ruhe zuzuhören und drüber nachzudenken wollen was uns der Künstler vermittelt, sollte diese CD ebenfalls keine Enttäuschung sein.

Ich kann nur hoffen das uns dieser Udo lange mit so herrlichen Lieder weiter beschert. So frisch wie diese Lieder wirken kann man gar nicht glauben wie "alt" Udo ist.

Danke an Udo Jürgens!!! Auf die nächsten 50 Jahre Musik ;-)))
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitten im Leben - Udo Jürgens, 10. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit diesem Album ist Udo Jürgens wieder einmal ein unvergleichliches Werk gelungen, wenn nicht sogar das beste. Wenn man sich seine Musik in einer ruhigen Minute anhört und ihre Aussagekraft auf sich wirken lässt, muss man feststellen, dass sie sich sehr jung anfühlt. Unglaublich, dass dieser Ausnahmekünstler beinahe 80 Jahre alt ist...
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15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Urgestein Jürgens: Garant für Qualität und Niveau, 21. Februar 2014
Von 
Ulrich Groh (Mittelhessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mitten im Leben (Audio CD)
"Mitten im Leben" - dieser Albumtitel mag, sofern man sich das Alter des Künstlers vergegenwärtigt, zunächst etwas befremdlich anmuten, sogar an Selbstironie denken lassen. Jürgens, Urgestein des gehobenen deutschen Liedes, befindet sich immerhin an der Schwelle zum 80.Geburtstag, einer Dekade also, die die letzte darstellt und von so manchem Zeitgenossen mit Lehnstühlen, Rheumadecken, insbesondere aber mit Lethargie assozziiert wird.
Derlei Klischees, die wohl den meisten von uns mehr oder weniger zu Eigen sind, beginnen sich in ihre kleinsten Bestandteile aufzulösen, wenn man sich die neuen Lieder des schier unverwüstlich Scheinenden anhört. Begleitet vom großen Filmorchester Babelsberg entfaltet sich das, was diesen Künstler seit Jahrzehnten auszeichnet und ihn auf der Woge gleichbleibenden Erfolgs zu halten versteht: Qualität, Aussage, musikalische Virtuosität auf hohem Niveau.

Gewiss: Auch ein Udo Jürgens kann mit dieser neuen Produktion das Rad nicht neu erfinden. Es wird kritische Stimmen geben, die ihm vorwerfen wollen, sich wie gewohnt thematisch des Zeitgeistes zu bedienen, von korrupten Bankern, Totalüberwachung, dem gläsernen Menschen zu singen, gar den gleichgeschlechtlich liebenden Fußballer zu bemühen. Es werden sich Leute finden, die die Innovation anmahnen, die klagen, alles sei doch mehr oder weniger "schon mal dagewesen".
Sicher, negativieren lässt sich alles. Hiervon etwas weniger, doch bitte davon etwas mehr. Und dann, es mag kaum verwundern: Wo bleibt das Jazz & Swing-Album, von dem das österreichische Mozarterl hin und wieder einmal sprach, und das auch ich freudig begrüßen würde?

Derlei Kritik erscheint mir jedoch nicht wirklich gerechtfertigt. Udo Jürgens bleibt sich mit dieser Produktion treu, singt mit einer Stimme, die sein Alter Lügen straft, vom Leben in all seiner Vielschichtigkeit, bringt Melodien, die diese Bezeichnung auch verdienen, gibt Denkanstöße, ohne allzu kopflastig und oberlehrerhaft aufzutreten und unterhält damit auf gewohnt hohem Niveau. "Was soll ich euch denn da NOCH singen"? hieß ein in den 1970er Jahren geschriebenes Lied. Das großgeschriebene "noch" ist keinesfalls ein Versehen meinerseits; vielmehr soll es verdeutlichen, dass selbst ein so großer, begnadeter Musikant wie Jürgens niemals allen Erwartungen gerecht zu werden vermag. Reicht es denn nicht, einfach "nur" gut, authentisch und überzeugend zu sein?

"Und ich reiß sicher keine Bäume mehr aus, doch ich will und werde noch welche pflanzen", so hört man ihn in "Mein Ziel", einem Stück mit wundervollem Violinenpart.
Und in der Tat: Udo hat seinem über die vielen Jahre hinweg so unglaublich stattlich angewachsenen Forst einen neuen Baum hinzugefügt, nicht den prachtvollsten im ganzen Areal, aber es ist ein schöner, ein kraftvoller Baum geworden, breitfächrig, verästelt, solide und standhaft.
Darunter sitze ich gerne, genieße seinen wohltuenden Schatten, träume, sinniere, halte inne, erhole und freue mich.

Dafür danke, Herr Jürgens!
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5.0 von 5 Sternen Auch mit 80 Jahren immer noch Top, 31. Oktober 2014
Von 
Walter Lauber "frosch" (Friesenheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mitten im Leben (Audio CD)
was sollman da noch sagen, wie fast jedes seiner Alben einfach perfekt. Eingängige Texte, mal heiter, mal ernst, sehr schöne
Melodien und perfekt in jeder Hinsicht. Eben Profi-Musik. Bemerkenswert, dass die CD nur neue Songs enthält, nichts was schon einmal veröffentlicht wurde, wie man es von anderen Interpreten oft erlebt.
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5.0 von 5 Sternen Auch mit 80 noch mitten im Leben, 30. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Mitten im Leben (Audio CD)
Lieber Udo Jürgens meine Glückwünsche heute zum 80. Geburtstag
und tausend Dank lieber Udo Jürgens für die unzähligen, schönen
gefühlvollen Lieder, der allerbeste deutschsprachige Komponist der
letzten 50 Jahre - Ja, auch international. Tolle CD mit starken Texten
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4.0 von 5 Sternen Weiter gehts!, 5. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mitten im Leben (Audio CD)
Der Mann ist das Problem - ein weiterer Höhepunkt seiner Songs. Danach ist alles solide und weiterhin auf hohem Niveau, keine Einbrüche, eben schon seit Jahren nicht mehr. Mit höchstem Respekt bin ich voller Vorfreude auf seinen Liveauftritt in Hamburg.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht schlecht;, 28. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mitten im Leben (Audio CD)
Wenn man Udo Fan ist, kauft man die neueste Cd einfach;
seine Lieder sind so, wie das LEBEN, und das ist es , was mir gefällt;
also wer Udo mag, dem braucht man nichts mehr weiterempfehlen;
LG E. PIAZZA
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Mitten im Leben
Mitten im Leben von Udo Jürgens (Audio CD - 2014)
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