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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Warum das alles?, 6. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Fleck - Täter, Attentäter, Einzeltäter? (DVD)
Zum Inhalt des Films wurde schon alles geschrieben und ich habe lange überlegt, ob ich drei oder vier Sterne geben soll. Eigentlich finde ich nur drei angemessen, denn bei aller Bemühung spart der Film, im Gegensatz zu den Radio-Features, den brisantesten Punkt aus, die Frage nach dem "Warum" hinter all der Vertuschung und Manipulation, und erweckt darum den Eindruck es handele sich um eine Verkettung von persönlichem Unvermögen, politischen Loyalitäten und allgemeiner Blindheit auf dem rechten Auge.
Die Wirklichkeit ist um einiges komplexer und verstörender! Nach wie vor finde ich es schwer auszuhalten, wie auf Kosten von Menschenleben Politik gemacht wird und der Status Quo der "Ermittlungen" ist für mich die blanke Verhöhnung der Opfer. Und bei aller Erleichterung über die bisherige Unversehrtheit Ulrich Chaussys bleibt doch die deprimierende Erkenntnis, es ist nicht nötig, auch ihn noch zu ermorden, denn egal, wieviele Menschen die "Ergebnisse" der Ermittlungen auch in Frage stellen, egal wie viele unbequeme Fragen auch noch gestellt werden mögen, die Beweise sind vernichtet, der Fall ist abgeschlossen und alle weiteren Bemühungen somit obsolet.
Für das grundlegende Anliegen des Films, zu informieren und die zahllosen Ungereimtheiten und Manipulationen aufzuzeigen gebe ich aber nun doch vier Sterne.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn die Politik die Bevölkerung zum Narren hält und die Presse mitspielt, 17. Mai 2014
Von 
StefanB - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn es einen politischen Skandal gibt oder ein terroristischer Anschlag geschah, dann treten Politiker gern vor das Mikrophon und sagen Sätze wie „Ich verlange eine brutalst mögliche Aufklärung“. Und diese erwartet die Bevölkerung dann auch. In dieser Phase sind auch die Medien hellwach und berichten täglich. Doch durch andere Ereignisse rückt die Aufklärung immer mehr in den Hintergrund, bis sie vergessen ist. Das macht einen schon wütend, erst recht, wenn Menschen durch ein Attentat ihr Leben verloren haben oder für den Rest ihres Lebens gekennzeichnet sind. Der deutsche Film DER BLINDE FLECK berichtet über ein solches Vorgehen der Politik.

Am späten Abend des 26. September 1980 explodierte auf dem Oktoberfest in München eine Bombe, die mehrere Menschen tötete oder schwer verletzte. Natürlich waren alle an einer schnellen Aufklärung interessiert. Insbesondere der amtierende bayrische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß, denn nur eine Woche später waren Landtagswahlen. Und so wurde bereits wenige Tage später der Student Gundolf Köhler, der bei diesem Attentat starb, als alleiniger Täter präsentiert. Doch war er wirklich ein Einzeltäter? Kann ein solcher Anschlag wirklich von nur einer Person geplant und durchgeführt werden? Und warum kannten Teile der Medien bereits den Täter, obwohl die Bundesstaatsanwaltschaft noch keine Namen genannt hatte?

Der für den Bayrischen Rundfunk arbeitende Journalist Ulrich Chaussy (Benno Fürmann) glaubt nicht an den Aussagen der Bundesstaatsanwalts Rebmann und ermittelt auf eigene Faust und erhält dabei Unterstützung aus hohen Kreisen. Was er herausfindet, ist mehr als ein Skandal…

Der Film beginnt mit Rückblenden aus den 1960er und 1970er Jahren. Diese erinnern an der Terror der RAF, politische Demonstrationen und zeigen kurze Ausschnitte aus Reden von Franz-Josef Strauß und Helmut Schmidt. Das ist nicht unwichtig, denn diese vermitteln dem Zuschauer, in welcher innenpolitischen Situation sich die Bundesrepublik Deutschland damals befand.
Danach beginnt die eigentliche Geschichte. Jedoch nicht mit dem Attentat, sondern mit der Vorstellung der Protagonisten. Insbesondere Dr. Hans Langemann (Heiner Lauterbach) spielt eine wichtige Rolle, auch wenn er im Film nicht viel zu sehen ist. Doch gleich am Anfang erklärt er jungen Polizisten das politische Verhalten bei schlimmen Verbrechen und das Attentate niemals von einzelnen Personen verübt werden. Genau diese Aussagen haben im weiteren Verlauf eine große Bedeutung.

Der Ermittlungen von Ulrich Chaussy werden durchgängig ruhig erzählt. Die Spannung entsteht durch die Hinweise die der Journalist erhält. Genau dadurch entsteht ein mehr als beunruhigendes Gesamtbild. Mitverantwortlich für diese Spannung sind auch die Schauspieler, die ihre Charaktere sehr gut und vor allem überzeugend spielen, wodurch die Geschichte sehr glaubwürdig erzählt wird.

Lediglich im letzten Drittel weicht der Film von seinem gradlinigen Handlungsstrang ab. Zum einen weil Lise Chaussy meint ihren Mann Ulrich, wegen seiner immer noch andauernden Ermittlungen, verlassen zu müssen, um aber gleich darauf wieder zurückzukehren. Und dann gibt es noch eine kurze Verfolgungsjagd, die aber nur dazu dient die Spannung künstlich zu dramatisieren. Denn weitere gefährliche Situationen gibt es nicht.

Gut gemacht ist das Ende. Einerseits wird dem Zuschauer gezeigt, wie der Staat mit wichtigen Beweismitteln umgeht, andererseits gibt es einen nicht unberechtigten Wink mit dem Zaunpfahl, wenn die NSU-Affäre kurz ein Thema ist.

DER BLINDE FLECK ist ein kurzweiliger und überzeugender Film, den ich gerne Menschen empfehle, die sich für die deutsche Vergangenheit interessieren. Letztlich bekommt man ein weiteres dunkles Kapitel deutscher Geschichte zu sehen. Doch auch im Ausland wird es solche Vorfälle zur Genüge geben. Das ist sicherlich kein Trost, sondern die traurige politische Wahrheit auf dieser Welt.

Bild und Ton der Blu-ray sind ausgezeichnet.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kammerspielartig inszenierter Wachruf, 30. Januar 2014
Von 
Jimmy K. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Fleck - Täter, Attentäter, Einzeltäter? (DVD)
Ein junger Mann namens Gundolf Köhler zündete im September 1980 eine Bombe auf dem gut besuchten Münchner Oktoberfest. Ungefähr ein Dutzend Menschen zählten zu den Todesopfern, die die Bombe forderte; viele weitere wurden zum Teil schwer verletzt. "Der blinde Fleck" erzählt die Geschichte um die Hintergründe des Attentats.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht nicht etwa der Bau der Bombe oder das Attentat selbst, sondern die Bemühungen eines BR-Journalisten namens Ulrich Chaussy (gespielt von Benno Fürmann), der versucht, gegen die Widerstände des Staatsschutzes und der Polizei die wahren Hintergründe des Attentats aufzudecken. Die zentrale Frage hierbei lautet: War Köhler ein Einzeltäter oder handelte er namens und im Auftrag einer größeren Gruppe?

Der Film hat viele, viele positive Merkmale. Zunächst einmal die Tatsache, dass ausnahmslos hervorragende Schauspieler in ihm mitwirken, so zum Beispiel einige aus dem deutschen Fernsehen bekannte Tatort-Kommissare (z. B. Udo Wachtveitl oder Miroslav Nemec). Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die schauspielerische Leistung von Heiner Lauterbach, der den Staatsschutz-Chef Langemann spielt und seine Aufgabe sehr, sehr gut macht. Ich denke, er dürfte der beste Darsteller des ganzen Films sein.

Ein weiteres, echt positives Merkmal des Films: Das Fehlen jeglichen Pathos. Der Film wirkt nüchtern, fast schon steril und komplett auf die Fakten konzentriert, was beim Zuschauer den Effekt auslöst, dass man während des Ansehens schon ins Nachdenken gerät. Nicht auszudenken, wenn derselbe Stoff beispielsweise von einem amerikanischen Produzenten aufgegriffen worden wäre: Wahrscheinlich wäre der Streifen dann im Pathos ertrunken. So ist Der blinde Fleck" regelrecht ernüchternd - der Zuschauer wird mit der harten Welt der Geheimdienste und ihrer Verstrickungen innerhalb der Grauzone zwischen Recht und Unrecht, zwischen Ehre und heuchlerisch vorgetragener Realpolitik hineingezogen.

Ganz besonders begeistert hat mich der Schluss (den ich hier selbstverständlich aber nicht verrate). Er zeigt in deutlich schockierendem Ausmaß die aktuellen Bezüge des kammerspielartig inszenierten Wachrufs und macht uns heute lebenden Menschen klar, dass sich viele Mechanismen in der heutigen Bundesrepublik noch sehr deutlich an von älterer Zeit tradierten, längst überkommenen Vorgehensweisen orientieren, die sich mit einem Schlagwort recht gut beschreiben lassen: Mit dem Schlagwort vom "Blinden Fleck".
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen spannend inszenierter Krimi Thriller mit tollen Schauspielern - Geheimtipp, 10. Mai 2014
Von 
Sascha Hennenberger "sascha332" (Renchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Wenn man sich das Thema des Filmes anschaut, wird man schnell an den Streifen "Der Baader Meinhof Prozess" erinnert. Tatsächlich geht "Der blinde Fleck" noch eine Ecke weiter und versucht weniger biografisch vorzugehen, sondern eher in Form des investigativen Journalismus des Reporters Ulrich Chaussy aufzuklären. Die Handlung basiert tatsächlich auf dem Anschlag auf das Münchener Oktoberfest vom 26. September 1980, der bis dato der schwerste Terroranschlag der deutschen Nachkriegsgeschichte und geht dabei besonders auf die eigenen Ermittlungen des Journalisten Ulrich Chaussy vom bayrischen Rundfunk ein. Dieser hat mit Regisseur Daniel Harrich auch das Drehbuch verfasst und dabei sein Buch "Oktoberfest – Das Attentat: Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann" mit einbezogen.
Im Grunde zeigt "Der blinde Fleck" keine Emotionen, er versucht sie beim Zuschauer zu wecken. Neugier, Ratlosigkeit, Empörung, ob so etwas wirklich sein kann und überrascht dabei mit einigen aufschlussreichen Fakten, die in Zusammenhang mit zahlreichen Original TV Einspielungen beispielsweise der Tagesschau Aufnahmen von damals fast schon dokumentartorisch erscheint. Das stört aber keinesfalls und dank der gut konstruierten Geschichte sowie den tollen Schauspielern wie Benno Führmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach, Jörg Hartmann, Miroslav Nemec oder August Zirner bleibt die Spannung und der Unterhaltungswert stets hoch. Einziger Kritikpunkt ist die stark polarisierende Aussage des Films. Harrich und Chaussy beziehen logischerweise klar Stellung konfrontieren die Regierung sowie die Polizei konsequent mit Vorwürfen, die mitunter vielleicht auch nur Unterstellungen sind. Da vermisst man hin und wieder doch etwas mehr Sachlichkeit, auch wenn das sicherlich nicht das Anliegen der Filmemacher war, eher wohl im Gegenteil. Somit wurde die Aufgabe auch sehr gut erfüllt.

Bild
Das Bild (2,35:1) ist aufgrund der Archivaufnahmen doch hin und wieder qualitativ wechselhaft, da die älteren Aufnahmen selbstverständlich nicht in HD vorliegen, sondern lediglich skaliert wurden. Dennoch ist der Gesamteindruck positiv, da die neuen Aufnahmen eine sehr gute Schärfe bei stets hohem Detailgrad bieten. Die Farben sind natürlich und kräftig bei gut eingestelltem Kontrast. Kompressionsspuren sind nicht aufgefallen.

Ton
Für einen dialoglastigen Film ist die Surroundkulisse auffallen aktiv ausgefallen und bietet zahlreiche direktionale Effekte, die eine hervorragende Räumlichkeit erzeugen. Sogar in den Originalaufnahmen aus den 80ern wurden die Surroundkanäle toll mit eingebunden. Der Klang ist stets natürlich und klar, so dass eine sehr gute Authentizität entsteht. Sogar der Subwoofer darf recht häufig einige kräftige Bässe aus seiner Membran zaubern. Dank einer ausgewogenen Balance sind auch die Dialoge bei sehr guter Dynamik stets gut zu verstehen.

Das Bonusmaterial
Making of
Interviews
Trailer & Trailershow
Das Bonusmaterial ist zwar nicht sonderlich umfangreich ausgefallen bietet aber in Form eines Making ofs sowie zwei ausführlichen Interviews (vor allem mit dem echten Ulrich Chaussy) zahlreiche aufschlussreiche Fakten zum Film sowie zum Thema. Sämtliche Beiträge liegen in HD vor. Ein Trailer zum Film, eine Trailershow sowie ein Wendecover runden das Angebot ab.

Fazit:
"Der blinde Fleck" ist ein durchaus spannender Krimi Thriller, der phasenweise fast schon wie ein Dokumentationsfilm erscheint, aber aufgrund der tollen Schauspielerbesetzung für gute Unterhaltung sorgt und mithilfe der stramm inszenierten Geschichte (anderthalb Stunden Spielzeit) die Spannung stets hoch hält. Geheimtipp!
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufarbeitung eines schrecklichen Geschehens, 24. Januar 2014
Von 
Felix-Ine - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Fleck - Täter, Attentäter, Einzeltäter? (DVD)
Das Münchner Oktoberfest 1980 auf den Wiesn war wie immer gut besucht. Frauen in hübschen Dirndl, Burschen in knackigen Lederhosen, Bier in Massen, Hähndl und Haxl zum Verzehr, alles passte. Eine fröhliche und ausgelassene Oktoberfeststimmung wurde urplötzlich durch einen ohrenbetäubenden Knall unterbrochen. Panik breitete sich aus, niemand wußte was geschehen war. Bis lokalisiert war, woher dieses Explosionsgeräusch kam, vergingen Minuten.
Um 22 Uhr 19 tötete damals eine im Feuerlöscher versteckte Mörsergranate, bespickt mit Nägeln und Schrauben, versteckt in einem Papierkorb in der Nähe des Haupteinganges zur Theresienwiese 13 Menschen, unzählige wurden schwer verletzt.
Es war eine grausige Situation. Zahlreichen Menschen konnten bei ihrer Aufnahme in den Kliniken nur durch Amputationen von Armen und Beinen das Leben gerettet werden. Unvorstellbarer Horror für die Wiesnbesucher, ein Trauma, das für viele bis heute nicht überwunden ist.
Aufgrund der markanten, schweren Verletzungen, die ein dort tot aufgefundener Mann aufwies, wurde nach den ersten polizeilichen Ermittlungen dieser als Gundolf Köhler und zunächst als möglicher Mittäter identifiziert. Köhler wurden Verbindungen zur rechtsradikalen Wehrsportgruppe Hoffmann nachgewiesen, die bekannterweise in verschiedenen fränkischen Wäldern paramilitärische Übungen abhielten. Die Wehrsportgruppe war zu dieser Zeit vom Bundesinnenminister Gerhard Baum verboten worden.

Es waren drei Jahre vergangen, als vom Generalbundesanwalt Kurt Rebmann als alleiniger Täter der bei dem Attentat ums Leben gekommene Geologiestudent Gundolf Köhler aus Donauschingen festgestellt wurde. Es gab keinerlei Hinweise auf irgendwelche bestimmten Motive. Benno Fürmann spielt in dem Film den Journalisten Ulrich Chaussy vom Bayrischen Rundfunk, der genau wissen will, wie sich alles abgespielt hat und ob die These des Einzeltäters der Wahrheit entspricht. Chaussy befasst sich mit der hartnäckigen Aufarbeitung der politischen, polizeilichen und juristischen Vorgänge in Verbindung mit diesem Anschlag. Der Zuschauer wird mit historisch belegbaren Fakten konfrontiert, taucht nochmal in das vergangene Geschehen ein und erlebt einen 1980 erbitterten Wahlkampf unter Franz Josef Strauß, der die liberale Innenpolitik der Bundesregierung dafür verantwortlich macht. Damit war zwar der linke Terror gemeint, durch dieses Attentat galt es jedoch den rechten Terror im Keim zu ersticken.
Es ist gruselig. Der Zuschauer bleibt zurück mit dem angeblich bewiesenen Einzeltäter Köhler und schaut mit Schaudern auf eine abgerissene, am damaligen Tatort aufgefundene Hand, die bislang niemandem zugeordnet werden konnte. Die Frage steht im Raum: Wem gehört diese Hand? Dem eigentlichen Täter?
Es ist ein eindrucksvoller Film, er geht in die Tiefe und holt das Vergessene dieses sechsundzwanzigsten Septembers an die Oberfläche. Der Kinobesucher muss bereit sein diese im Film gezeigte Untat erneut verarbeiten zu wollen.
Benno Fürmann spielt einen Chaussy, der von einer Bessenheit der Aufklärung dieses Geschehens erfasst wird und dabei seine Frau Lise, gespielt von Nicolette Krebitz, zu verlieren droht. Hervorragend emotional gespielt!
Der Film wird bereits in den deutschen Kinos gezeigt, in diesem Fall war es im Casablanca.
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5.0 von 5 Sternen "Der blinde Fleck"..., 7. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Fleck - Täter, Attentäter, Einzeltäter? (DVD)
Auf den Ergebnissen von BR-Redakteur Ulrich Chaussy Spurensuche nimmt der Film "Der blinde Fleck" von Regisseur Daniel Harrich die doch sehr dubiose Rolle des Verfassungsschutzes und die Rolle der Politik unter Franz-Josef Strauß unter die Lupe. Regisseur Harrich gelang ein spannender Film, teils mit einem semidokumentarischen Stil, als Polit-Thriller und auch mit dramaturgischen Elementen. Der Zuschauer wird mit hineingenommen in eine Welt dubioser Untergrundstorys. Ein Einzeltäter? Die rechtsradikale Wehrsportgruppe Hoffmann? Alles setzt sich Stein um Stein zusammen. Für den Zuschauer dadurch spannend bis zur letzten Minute.

Auch der Cast kann sich mehr als sehen lassen. Benno Fürmann überzeugt als akribische Hauptfigur, Heiner Lauterbach als eiskalter Staatsschutz-Chef, Nicolette Krebitz als Ehefrau von Chaussy, die irgendwann ihrem Mann ein Ultimatum setzt. Aber auch August Zirner, Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl darf man nicht unerwähnt lassen. Bis in die kleinste Rolle wie ich finde perfekt besetzt.

"Der blinde Fleck" zeigt in beeindruckender Art und Weise die Verstrickungen zwischen Täter, Politik und Verfassungsschutz und ist mehr als nur die lose Aufarbeitung eines brisanten Falles.

Als Bonusmaterial liegt der DVD u. a. ein umfangreiches Making of, verschiedenste Interviews und der Kinotrailer bei.

Fazit:

Ein Stück deutsche Geschichte, von Regisseur Harrich grandios aufgearbeitet. Empfehlenswert!
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5.0 von 5 Sternen Macht einen sprachlos, 16. Juli 2014
Von 
Marc Jozefiak "horror 1966" (Hildesheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Fleck - Täter, Attentäter, Einzeltäter? (DVD)
Gut gemachte Polit-Dramen die auf einem wahren Fall beruhen beinhalten immer eine gewisse Brisanz. Auch im Fall von "Der blinde Fleck" verhält sich das keinesfalls anders und so bekommt man wieder einmal ein Stück deutscher Zeitgeschichte präsentiert, bei dem die Ermittlungen nach den Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest von 1980 im Mittelpunkt stehen. Dabei thematisiert der Film nicht den Anschlag an sich, sondern vielmehr die sogenannten Ermittlungen der Behörden, die wohl ganz augenscheinlich von größter Manipulation durchzogen waren. Daniel Harrich baut seine Story auf den Recherchen des BR-Mitarbeiters Ulrich Chaussy auf, der auch gleichzeitig mit für das Drehbuch verantwortlich zeichnet. Bis in die heutige Zeit ist der Fall nie restlos aufgeklärt worden und so offenbart sich dem Zuschauer hier ein Szenario, das förmlich ein Paradebeispiel dafür liefert, wie auf dem Rücken normaler Bürger die große Politik gemacht wird und dabei offen liegende Fakten ganz einfach unter den Tisch gekehrt werden.

Wirkliche Antworten kann die Geschichte natürlich nicht liefern und so wird man stattdessen mit jeder Menge Einzelheiten konfrontiert, die alle zusammen genommen schon einen handfesten Skandal ergeben. Schnell wird der Betrachter dabei in eine ganze bestimmte Richtung gelenkt und mit einem angeblichen Einzeltäter bedient. Relativ schnell wird jedoch klar, das bei den vorliegenden Indizien davon überhaupt keine Rede sein kann und mit zunehmender Laufzeit kristallisiert sich heraus, das unzählige Beweise mit voller Absicht regelrecht ignoriert wurden. Auch der Grund dafür wird angedeutet, stehen doch die Bundestagswahlen vor der Tür und eine genaue Untersuchung der Vorfälle könnten den Wahlsieg des damaligen bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauss gefährden. Also wird kurzerhand auf die gröbste Art und Weise manipuliert und selbst gewisse Teile der Presse scheinen an diesem politischen Komplott beteiligt zu sein. Diese Fakten bekommt man allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt geliefert und auch die wahren Hintergründe des Ganzen bleiben letztendlich der Interpretation des Zuschauers überlassen, doch das die rechte Szene hier im Mittelpunkt der Ereignisse steht, kommt immer stärker zum Vorschein.

Es ist schon unglaublich wenn man sieht, wie an den Tag geförderte Beweise der Hauptfigur Chaussy einfach ignoriert werden, in dem der politische Machtapparat seine ganze Stärke ausspielt und den Angehörigen der Opfer die Wahrheit vorenthalten wird. An diesem Punkt möchte man ehrlich gesagt gar nicht so genau wissen, was sich hinter den Mauern der Macht so alles abspielt, von der der ganz normale Bürger noch nicht einmal den Ansatz einer Ahnung hat. Benno Führmann kann in der Rolle des Ulrich Chaussy absolut überzeugen und verkörpert mit sehr viel darstellerischer Kraft einen Mann der sein eigenes Privatleben gefährdet, da er sich regelrecht in die Recherchen verbeißt. Sich selbst der Gefahr aussetzend geht er mit dem größten Eifer daran, die wahren Hintergründe des Anschlages aufzudecken, muss aber zum Ende hin erkennen, das er ganz offensichtlich keine Chance gegen den übermächtigen Regierungsapparat hat. Auch als er im Jahr 2006 durch die neuen Möglichkeiten der DNA Analyse den Fall noch einmal neu aufrollen will, werden ihm wieder Steine zwischen die Beine geworfen, zudem sollen zuvor vorhandene Beweise auf einmal vernichtet worden sein.

"Der blinde Fleck" ist ein Film, in dem man definitiv keinerlei Action oder jede Menge Tempo erwähnen sollte. Das Werk besteht in der Hauptsache aus Dialogen, doch diese liefern einem einen recht guten Einblick in eine politische Verschwörung, denn anders kann man das Gesehene schwerlich beschreiben. Ohne Rücksicht auf Angehörige und die Ehre der Toten werden hier Ermittlungen manipuliert und den Bürgern unter Mithilfe der Presse angebliche Tatsachen verkauft, die im Prinzip jeder normal denkende Mensch logisch entkräften könnte. Das die falschen Fakten aber anscheinend trotzdem von den meisten Menschen einfach akzeptiert werden zeigt meiner persönlichen Meinung nach eindeutig, das diese einfach nur von den richtigen Personen ausgesprochen werden müssen, um ihre ganze manipulative Kraft entfalten zu können.

Fazit:

Lösungen und eine durch Fakten untermauerte Wahrheit bietet "Der blinde Fleck" zwar nicht, aber der Film zeigt ganz eindeutig die Umrisse einer politischen Manipulation, die einen als Zuschauer unglaublich nachdenklich stimmt. Gute Darsteller und eine jederzeit stimmige Inszenierung sorgen dabei dafür, das die Geschichte von der ersten bis zur letzten Minute interessante und auch spannende Filmkost bietet.
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5.0 von 5 Sternen Der blinde Fleck, 31. Mai 2014
Bei Der blinde Fleck handelt es sich um ein deutsches Filmdrama aus dem Jahre 2007. Die Regie übernahm Daniel Harrich, der auch zusammen mit Ulrich Chaussy für das Drehbuch verantwortlich war. Der Film greift die Geschichte vom 26. September 1980 auf – Der Tag, an dem das Attentat auf dem Oktoberfest 13 Menschenleben forderte. Der Film basiert auf dem Buch „Oktoberfest – Das Attentat: Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann“.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Journalist Ulrich Chaussy, der zusammen mit seiner Freundin Lise in einer WG in München lebt. Eines Tages steht die Polizei mit einem Durchsuchungsbefehl vor der Tür. Die Bewohner der Wohnung werden verdächtigt Sprengstoff gelagert zu haben. Auch Ulrich wird verhört, dann aber freigelassen.Daraufhin beschließt das Paar sich eine eigene Wohnung zu suchen und bezieht eine neue Bleibe in der Nähe der Theresienwiese.

Kurz darauf – genauer gesagt am 26. September 1980 – werden bei einem Anschlag auf das Münchener Oktoberfest 13 Menschen getötet und mehr als 200 Menschen verletzt. Die Polizei nimmt Gundolf Köhler als einem der Täter fest, doch Ulricht glaubt, dass sie den Falschen gefasst haben. Er beginnt eigene Nachforschungen anzustellen und seine Ergebnisse beim Bayrischen Rundfunk zu senden.

Der Anschlag auf das Münchener Oktoberfest ist der schwerste Terroranschlag der Nachkriegszeit. Der Zuschauer bekommt hier zu sehen wie sich die Polizei auf die Suche nach den Tätern macht und auch, das sie fieberhaft überlegen, welches Motiv die Attentäter angetrieben hat. Für mich wirkt die Darstellung der Geschichte sehr authentisch, zumal immer wieder Originalsequenzen aus der damaligen Berichterstattung in den Film eingefügt wurden. Wer sich für das Attentat interessiert, sollte sich den Film nicht entgehen lassen.
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5.0 von 5 Sternen Der blinde Fleck, 30. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Fleck - Täter, Attentäter, Einzeltäter? (DVD)
Ein sehr brisanter, sehr politischer Film, der viele Fragen aufwirft und gleichzeitig beantwortet. Mit sehr viel Hintergrundwissen bestückt und in der heutigen ein unbedingtes Muss. Preis-Leistung sehr gut.
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