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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch wie eine Waffe
Es ist ihr erster Militäreinsatz. Es riecht nach Abenteuern und Testosteron. An den Tod denkt niemand, schließlich kommt man in friedlicher Absicht. Doch dann entwickelt sich die Krisenintervention in Afghanistan für die italienischen Soldaten zum Alptraum. Einige von ihnen (oder Teile von ihnen) werden im Leichensack zurückkehren. In "Der menschliche...
Vor 5 Monaten von deep read veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen „Eher als Drehbuch denn als Roman zu bezeichnen“
Paolo Giordano, ein „Newcomer“ unter den renommierten italienischen Schriftstellern, geboren 1982 in Turin, wurde nach seinem Studium der theoretischen Physik, mit seinem ersten Roman Die Einsamkeit der Primzahlen: Roman, welcher auch erfolgreich verfilmt wurde, weltberühmt.

Der Roman Der menschliche Körper, der sich mit dem Soldatendasein...
Vor 3 Monaten von Mag Sarah Krampl veröffentlicht


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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch wie eine Waffe, 17. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Gebundene Ausgabe)
Es ist ihr erster Militäreinsatz. Es riecht nach Abenteuern und Testosteron. An den Tod denkt niemand, schließlich kommt man in friedlicher Absicht. Doch dann entwickelt sich die Krisenintervention in Afghanistan für die italienischen Soldaten zum Alptraum. Einige von ihnen (oder Teile von ihnen) werden im Leichensack zurückkehren. In "Der menschliche Körper" beschreibt Paolo Giordano den Krieg mit so erschütternder Intensität, dass einem schlecht werden kann. Und das ist gut so!

Wer das Buch aber erstmals in die Hand nimmt, der könnte etwas missverstehen. Man kann zwar gerade noch erahnen, dass der junge Mann auf dem Cover ein Barett trägt, die innige Szene deutet aber eher auf ein Liebes- als auf ein Kriegsdrama hin. Vielleicht wollten Giordanos Verleger im In- und Ausland die Fans seines gefühlvollen Bestseller-Debüts “Die Einsamkeit der Primzahlen” nicht verschrecken. Die Frage ist, ob sie dem Zweitling mit dieser Trojanischen Pferd-Taktik wirklich einen Gefallen tun oder ob der ein oder andere Leser angesichts falscher Erwartungen nicht enttäuscht sein wird.

Die fiktive Handlung beschreibt die Erlebnisse des dritten Zuges der Kompanie Charlie, die im Distrikt Gulistan der Provinz Farah stationiert ist. Nervös flackert die personale Erzählperspektive dabei zwischen den Truppenmitgliedern hin und her. Gerade am Anfang ist das verwirrend. Wenn man aber erst einmal durchgestiegen ist, wer hier wer ist, entwickelt gerade diese komplexe Vielstimmigkeit eine unaufhaltsame Wucht. Es gibt Hauptfiguren, Nebencharaktere, gesichtslose Statisten, die nicht mehr als ein Name bleiben. Zusammen bilden sie einen kollektiven Körper, der schwitzt, rülpst, verdaut. “Unter ihnen herrscht vollkommene Freiheit, eine fast obszöne Freiheit, für sie alle ist der Körper der anderen nicht weniger vertraut als der eigene.” Und doch bleibt jeder über diese dinghafte Verbundenheit der Leiber hinaus allein und auf sich gestellt.

Wer Stanley Kubricks “Full Metal Jacket” gesehen hat, kennt das Gefühl: Man weiß, es ist großes Kino, aber man will den Film trotzdem kein zweites Mal sehen, weil er einen fertig macht. Auch Giordano gelingt es, den Leser etwas spüren zu lassen, was sich wie Hohlspitzgeschosse in den Eingeweiden anfühlt. Mein Unbehagen rührte vor allem daher, dass es keine wirklichen Sympathieträger im Roman gibt. Giordanos Soldaten muss man erst lernen zu lieben, denn sie sind Großkotze, Feiglinge, Verräter – weil sie jung sind, formbar, unerfahren. Das macht sie so unglaublich nahbar und authentisch. Der Krieg hat schon immer das Beste und das Schlechteste im Menschen hervorgebracht. Dieses Buch ist eine Waffe, die Wunden schlägt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie der Krieg die Menschen verändert - ein sehr gutes Buch, 17. Januar 2014
Von 
Andreas Schröter "Andreas Schröter" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Gebundene Ausgabe)
Der italienische Schriftsteller Paolo Giordano, geboren 1982, ist 2008 mit seinem Erstling „Die Einsamkeit der Primzahlen“ bekannt geworden. Unter dem etwas irreführenden Titel „Der menschliche Körper“ lässt er nun ein Werk folgen, in dem er eine Gruppe Soldaten in Afghanistan auf eine heikle Mission schickt.

Und schon nach wenigen Seiten ist der Leser ganz nah bei diesen Soldaten, spürt ihre Langeweile, ihre Sehnsucht nach den Freundinnen zu Hause und ihre Angst, als sie einmal aus der Ferne beschossen werden. Man findet den egoistischen Stabsgefreiten Cederna unsympathisch, leidet mit dem Muttersöhnchen Ietri, und hofft, dass die einzige Soldatin Zampieri bald besser schießen lernt – um nur einige zu nennen.

Dann folgt der vermaledeite Einsatz, und diejenigen, die von ihm zurückkehren, sind nicht mehr dieselben wie vorher. Und das ist sicherlich das Hauptanliegen des Buches: zu zeigen, was der Krieg aus den Menschen macht.

Paolo Giordano ist ein verstörender, lebenskluger und psychologisch überaus glaubwürdiger Roman gelungen, der auch den Unterhaltungsanteil nicht zu kurz kommen lässt.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sie nehmen ihre inneren Konflikte mit nach Afghanistan, 17. Januar 2014
Von 
Felix-Ine - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Gebundene Ausgabe)
Paolo Giordano hat es seinen im Afghanistankrieg teilnehmenden italienischen Protagonisten nicht leicht gemacht. Jeder von ihnen hat persönliche Probleme, sie nehmen sie mit in ein ihnen unbekanntes Land. Sie fliehen vor sich selbst und begeben sich bei diesem Auslandseinsatz in Situationen, die ihre inneren Konflikte und moralischen Grundsätze bis ins Mark erzittern lassen.

Die persönlichen Schwierigkeiten von René, Cederna, Ietri und des Militärarztes und Oberleutnantes Allessandro Egitto spiegeln sich in Alltagsituationen im äußerst gefährlichen Vorposten der Provinz wieder und hinterlassen bei diesen Personen ein Trauma, das beginnt, als ihr Konvoi in einem engen Tal in den Hinterhalt der Taliban gerät.

Der Feldwebel René hatte vor seinem Einsatz als Callboy gearbeitet. Sein Leben gerät aus den Fugen, als er kurz vor seiner Abreise erfährt, dass eine seiner Kundinnen ein Kind von ihm erwartet.

Cederna ist ein typisch italienischer Macho der seine besondere Freude daran hat ihm Unterlegene zu schikanieren und dranglasieren. Sein tiefes Inneres zeigt jedoch einen Menschen, der mit sich selbst nicht im Reinen ist.

Ietri ist noch grün hinter den Ohren, er hat noch nie mit einer Frau geschlafen und erhofft bei diesem Auslandeinsatz sehnlichst seine Unschuld zu verlieren.

Der Militärarzt Alessandro hat massive familäre Probleme, mit denen er nicht zurechtkommt. Er flüchtet sich in seine eigene Behandlung mit Antidepressiva, sie gehören für ihn zur täglichen Tagesration.

Ein gut gelungener, 416 Seiten umfassender Roman über den Afghanistankrieg, der geprägt ist von Gewalt und Verzweiflung, Furcht und Todesangst, der die Männer in der äußersten Not zusammenschweißt und dennoch ist jeder für sich allein. Nach diesem Einsatz sind sie geprägt fürs Leben, nichts wird mehr so sein, wie es mal war. Paolo Giordanos Roman ist voller emotionaler Tiefe.

Geboren 1982 in Turin, studierte und lehrte Giordano Physik. Er verfasste etliche Kurzgeschichten und feierte mit Die Einsamkeit der Primzahlen: Roman ein sensationelles Romandebüt. Es war das meistverkaufte Buch Italiens 2008. Sein Roman wurde in 26 Länder verkauft.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die trostlose Wirklichkeit hinter „Full Metal Jacket“, 27. Januar 2014
Von 
Thomas Brasch (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Kindle Edition)
Mit „Die Einsamkeit der Primzahlen“ hat er mich und Millionen weitere Leser beeindruckt. Mit seinem neuen Roman ist es ihm bei mir wieder gelungen, doch ich erwarte nicht, dass dieses Buch ein Auflagenerfolg wird. Paolo Giordano hat sich ein ebenso ernüchterndes wie beklemmendes Thema gewählt: das Soldatendasein.

Die szenische Erzählung beginnt am Ende der Geschichte. Im Fortlauf seziert Paolo Giordano wie ein Pathologe sehr eindringlich anhand einzelner Begebenheiten und unterschiedlicher Figurenperspektiven die Entwicklung von Berufssoldaten und -soldatinnen im Afghanistan-Einsatz. Das Geschehen und der besondere Wendepunkt sind zwar absehbar, doch die Spannung liegt nicht in der Handlung, sondern in der Wandlung der Protagonisten.

Das Buch hat mich – im besten Sinne – sehr angestrengt und trostlos entlassen. Das ist die Crux solch einer schriftstellerischen Bemühung, die sich der Wirklichkeit annimmt, sie reportagehaft behandelt und nicht dramaturgisch verfremdet. Denn auch wenn man es als tragische Handlung bezeichnet, so fehlt dem Roman dass, was die künstlerische Tragödie auszeichnet: die Katharsis. Der Roman läutert nicht oder verbessert gar ein wenig die Welt – weder moralisch noch menschlich. Er lässt uns am Ende mit der fatalen Gewissheit zurück, dass am Verlauf der erzählten Schicksale ebenso wenig zu ändern ist wie offensichtlich an der Notwendigkeit militärischer Einsätze. Zumindest wertet er nicht. Weder befürwortet Paolo Giordano mit dem Roman Militäreinsätze noch lehnt er sie offenkundig grundsätzlich ab - vom utopischem Wunsch eines ewigen Friedens einmal abgesehen.

Das Fatalistische dieses Romans wird wohl sein Erfolg verhindern. Kaum jemand wird ihn gerne empfehlen und Freunden zumuten. Denn ja, er ist eine Zumutung. Er fordert dem Leser Mut ab, zu bekennen wie entpersonalisiert das wirkliche Leben ist. Soldaten versinnbildlichen dies nur besonders konsequent. Wir nehmen sie nur in ihren Funktionen war – nicht als Personen. Jegliche Individualität ist in der geforderten Funktion hinderlich, gar ein Risiko. Soldaten opfern nicht erst im Einsatz Leib und Leben, sie opfern auch schon beim Eintritt in das Soldatensein Individualität und Persönlichkeit. Nichts demonstriert dies monströser als der Ausbildungsteil im Film „Full Metal Jacket“ von Stanley Kubrick.

Es befremdet mich bis heute, dass dieser Teil des Kubrick-Films „Kultstatus“ erhalten hat – und zwar nicht als erschütterndes Zeugnis einer menschenverachtenden, abscheulichen Einrichtung, sondern als respektvolle Huldigung derer, die sich das angetan haben und bis heute noch antun. Zur Huldigung bietet Paolo Giordano keinen geeigneten Stoff. Dafür ist ihm – neben allem anderem – noch mal besonders zu danken. Denn es war sicher sehr verführerisch, aus dem Stoff ein Heldenepos zu inszenieren. Doch er blieb der trostlosen Wirklichkeit verpflichtet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein hervorragender nachfolger und ein beeindruckendes buch über die vielen kriege im leben, 27. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Gebundene Ausgabe)
„… Menschen, fernab vom Kampfgeschehen, jedoch jeder durchlebt seine eigene Form des Krieges.“
Mit diesem Zitat aus dem Roman von Giordano ist im Grunde genommen schon vieles gesagt, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Der Krieg als Rahmenhandlung, in diesem Fall ist es der in Afghanistan und die Protagonisten, wie sollte es anders sein, Soldaten und ihre Angehörigen und Freunde. Es hätte auch ein anderer Krieg sein können, was keinerlei Wertung oder Abwertung darstellen soll. Giordano hat ein Mittel gesucht und gefunden, um die unterschiedlichsten Facetten des Wortes Krieg darzustellen.
Ein beeindruckender Roman. Einer von der Sorte, die lange nachhallen und die ohne Pathos und Kitsch erzählen. Dabei wäre dieser Stoff perfekt dafür. Um Rührseligkeiten so richtig breitzutreten. Aber der Autor des Romans macht es nicht, denn wie schon bei seinem Welterfolg „Die Einsamkeit der Primzahlen“„ begnügt sich Giordano damit, in knappen Worten zu erzählen, anzudeuten, wo Andeutungen reichen und mal ein Wort mehr zu nehmen, wo dieses notwendig ist. Aber immer das genaue Maß im Auge. Und immer wieder Sätze, die man sich wieder und wieder durchliest und immer wieder aufs Neue erstaunt ist, dass es solche Sätze gibt und das sie ausdrücken und doch Spielraum lassen und mit wenig Platz auskommen. „Weißt du, welches die Zeitzone der Toten ist?“. So ein Satz hat Wucht, ist voller Emotionen, aber nicht kitschig. Er knallt einen ins Gesicht und streichelt doch die Seele. Aber er lässt nicht los.
Dieser Roman ist in drei Abschnitte unterteilt. Es geht vor dem Einsatz in Afghanistan los und die ersten Wochen dort. Der Leser lernt Ietri kennen, den Arzt Egitto, den Feldwebel Rene und all die anderen, ob sie Cederna heißen oder Camporesi, jeder hat seine Rolle und jeder von ihnen ist wichtig für diesen Roman. Gleich, wie sympathisch oder unsympathisch man sie findet. Auch Frauen spielen eine Rolle, nicht nur als Ehefrau, Geliebte oder Witwe. Irene Sammartino, eine gute Bekannte des Arztes Egitto, wird als verantwortlich beschrieben für den kommenden Einsatz. Eine Frau bringt vieles ins Rollen und aus dem Gleichgewicht. Der Autor hat sie alle, ob Mann oder Frau, beschrieben, wie sie sind, der Rest bleibt dem Leser überlassen.
Dann kommt der Mittelteil, der Einsatz. Der Teil, der vom Zeitraum her der kürzeste ist, aber der wichtigste, um die Mittel des Krieges darzustellen. Krieg. Ist nicht nur auf den Schlachtfeldern irgendwo im Weltgeschehen, es gibt noch viele andere. Die kleinen, in uns, um uns herum, die Kriege des Privaten, welcher Art Kampf das auch immer ist. Es gibt Verluste, in diesem beschriebenen Einsatz. Menschen, denen man im Roman noch begegnet ist, verschwinden, werden ausgelöscht und hinterlassen die Kameraden verändert. Cederna ist auf einem Mal allein, ohne Ietri. Camporesi hinterlässt eine Witwe und eine Halbwaise. Wie geht man um mit diesem Verlust? Die Mutter Ietris folgt ihrem Sohn in die Wüste, so steht es im Roman. Braucht man da noch mehr Worte? Dieser Abschnitt endet mit dem Einsatz. Tote, Verletzte, Überlebende.
Und danach? „Wie misst man das Leiden eines anderen menschlichen Wesens?“ Kernsatz dieses letzten Abschnitts. Die Soldaten sind wieder zu Hause. Sie müssen sich neu orientieren. Ihre Welt ist verändert, das Alte existiert nicht mehr. Was passiert, wenn wir unsere Sicherheitszone verlassen, steht auf dem Klappentext zum Roman. In diesem letzten Abschnitt findet man die Antwort. Es sind nicht nur Soldaten, die auf einmal nicht mehr da sind. So vieles ist geschehen und das, was sie erlebt haben, hat sie für immer geprägt, ist aber gleichzeitig ein Staubkorn im großen Glas der Geschichte. Dieses Buch handelt von mehr als einen Einsatz italienischer Streitkräfte in Afghanistan. Es beschreibt mehr als das Leben von Soldaten in ihrer Einheit, die unterschiedlichen Charaktere eines jeden von ihnen. Es handelt nicht nur vom Tod oder von der Liebe und von Trennung und sich finden. Dieses Buch ist viel mehr als der voyeuristische Blick hinter ansonsten verschlossene Kulissen.
„… jedoch jeder durchlebt seine eigene Form des Krieges.“
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht zu vergleichen, eine eigene Welt., 9. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman ist ganz anders als "Die Einsamkeit der Primzahlen" und dennoch zeichnet er sich durch genau die gleichen großartige beobachtungsgabe des Autors aus. Paolo Giordano gelingt es, die Psyche und das Leben der Protagonisten in Worte zu fassen, wie ich es selten erlebe.
Das Buch beschreibt, wühlt auf, wertet nicht aber lässt einen noch Tage nach dem Lesen unbefriedigt zurück, weil es kein Happy End geben kann, es ist kein schönes nettes Buch, das man mal nebenbei lesen kann, sondern es zeichnet sich durch das aus, was das Leben ist. Harte Realität.
Zu Vergleichen ist es nicht mit dem Erstlingswerk des Autors und das ist auch gut so. Hier hat Paolo Giordano etwas Neues ganz Anderes geschaffen und es ist ihm gelungen.
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5.0 von 5 Sternen interessante über Soldaten im Krieg, 2. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Kindle Edition)
Giordano, ein sehr begabter Schriftsteller, beschreibt das Leben italienischer Soldaten in Afganistan. Und dies auf eine sehr realistische Art. Der Titel und das Bild auf dem Umschlag sind schlecht gewählt. Ein sehr spannender Roman, der wie frühere Bücher von Giordano sehr gut geschrieben ist.
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4.0 von 5 Sternen Klischees, die nicht bedient werden..., 21. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Gebundene Ausgabe)
Eine Truppe italienischer Soldaten wird nach Afghanistan an den kargen Vorposten Gulistan am Rand der Sicherheitszone abberufen. An diesem Ort geben sie jegliche Sicherheit und jeglichen Komfort auf. Der Alltag ist geprägt von Patrouillen, Wacheschieben auf der einen Seite und dem Kampf gegen Langeweile, Eintönigkeit, den Gedanken an Zuhause und dem Bewusstsein, dass die Rückkehr dorthin nicht selbstverständlich ist auf der anderen Seite. Als es zu einem Sondereinsatz kommt, eskaliert die Situation.

Paolo Giordano erzählt in „Der menschliche Körper“ von der Suche der Soldaten nach einem eigenen Platz – in der Reihe der Kameraden, aber auch im Leben selbst. Er lässt uns an den unterschiedlichen Motivationen und Gedanken der Soldaten teilhaben. Da gibt es Alessandro Egitto, den Militärarzt, der sich selbst mit Tabletten ruhigstellt, der junge Ietri, für den die Reise nach Afghanistan die ersehnte Trennung von seiner Mutter bedeutet, den instinktgesteuerten Cederna, die Soldatin Zampieri, die unbedingt von den Männern akzeptiert werden möchte und den verantwortungsbewussten Zugführer Renè. Wir erfahren durch sie und andere, wie unterschiedlich die Empfindungen und die Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit unter dem Druck des Kollektivs sein können und wie wenig davon nach außen dringen darf; was es bedeutet, keinerlei Privatsphäre mehr zu haben, komplett vertrauen zu müssen und sich dennoch fremd zu bleiben. Es entsteht ein komplexes Bild einer in sich geschlossenen Welt, in der die Entscheidungen einzelner das Schicksal vieler bestimmen - und deren Folgen sie alle ein Leben lang mit sich tragen werden.

Mich begeistert an diesem Buch besonders, dass Giordano Charaktere gewählt hat, die so wahrscheinlich mehr oder weniger in jeder Truppe zu finden sind, ohne es ihnen jedoch an Komplexität fehlen zu lassen. Er schafft es, das abstrakte Leben zwischen der Ferne eines Krieges im Nirgendwo und der vermeintlichen Nähe zu Heimat und Familie, die durch den sekundenschnellen Knopfdruck des Senden-Buttons auf dem Computer entsteht, greifbar zu machen. Mit seiner klaren, schnörkellosen Sprache, manchmal fast im Nebensatz, erschließt er die persönlichen emotionalen Untiefen Einzelner genauso wie die eines aussichtslosen Krieges, der die Soldaten nicht einmal persönlich berührt.

Natürlich handelt es sich um einen Roman, doch schafft Paolo Giordano es, Einblick in eine Welt zu gewähren, die, zumindest mir, bis dahin in jeder Hinsicht fremd war, und die über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus ihren ganz eigenen Regeln gehorcht. Meine Empfehlung: Unbedingt Lesen!
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3.0 von 5 Sternen „Eher als Drehbuch denn als Roman zu bezeichnen“, 23. März 2014
Von 
Mag Sarah Krampl "sarahkrampl" (Villach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Gebundene Ausgabe)
Paolo Giordano, ein „Newcomer“ unter den renommierten italienischen Schriftstellern, geboren 1982 in Turin, wurde nach seinem Studium der theoretischen Physik, mit seinem ersten Roman Die Einsamkeit der Primzahlen: Roman, welcher auch erfolgreich verfilmt wurde, weltberühmt.

Der Roman Der menschliche Körper, der sich mit dem Soldatendasein insgesamt und mit dem Krieg gegen die Taliban in Afghanistan im Speziellen beschäftigt, erinnert aufgrund seiner Thematik an die Romane Khaled Hosseinis Drachenläufer: Roman, Tausend strahlende Sonnen und an sein jüngst erschienenen Roman Traumsammler: Roman, welche ich alle mit Begeisterung gelesen habe und die sich mit dem Land aber vor allem mit der kulturellen Misere und dem Krieg in Afghanistan beschäftigen. Vorab sei noch an einen Artikel aus der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 20. März 2014 erinnert: „Krieg und Frieden“ - worin 4 Soldaten von ihren Erfahrungen im Afghanistan Einsatz 2010 berichten. Nach all diesen Lektüren, die alle mit dem selben Thema zu tun haben, mit dem Thema Krieg und Afghanistan, war ich vom Roman Paolo Giordanos etwas enttäuscht. Die introspektive Schilderung des Soldatenlebens gelingt zwar insofern gut, als dass Ängste und Gefühle, das menschliche insgesamt, einen breiten Raum in diesem Roman, einnehmen, die Handlung jedoch sehr beschränkt auf das Innenleben der Soldaten bleibt. Geschichtliche oder objektive Daten fehlen zur Gänze und über Afghanistan erfährt man auch kaum etwas. Brutale und detaillierte Szenen im Buch werden so beschrieben, dass ich mir unweigerlich gedacht habe, dass dies nicht ein Roman, sondern ein Drehbuch hätte werden sollen. Die Handlung besteht nur aus einigen brutalen Kriegsszenen, die eben ganz detailliert beschrieben werden und aus einer Unmenge an sexuellen Gedanken und Szenen. Der ganze Roman wurde in trüber, melancholischer Stimmung geschrieben, wo das Mitleiden eine große Rolle einnehmen soll. Machismo und Krieg auf der einen Seite wechseln sich ständig ab mit Gefühlen des Mitleidens und des Schmerzes. Insgesamt jedoch bleibt alles sehr oberflächlich und konventionsgebunden, so wie man es aus Kriegsfilmen kennt. Es ist so, als ob Paolo Giordano einfach nur eine beliebige italienische Militärbasis in Afghanistan, die dann zu einem kleinen Einsatz kommt, beschrieben hätte und ein paar zusätzliche private Informationen über die Soldaten, die dort zum Einsatz kommen, geliefert hätte. Insgesamt bin ich von diesem Roman sehr enttäuscht, weil er nur aus situationsbedingten Beschreibungen besteht, die obendrein sehr dürftig, langweilig und vulgär ausgefallen sind. Schade, denn sein erster Roman hat mir sehr gut gefallen. Da seien die Romane von Khaled Hosseini, bis auf Traumsammler: Roman, der auch eher dürftig ausgefallen ist, empfohlen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie Kriegserfahrungen Menschen verändern..., 1. Februar 2014
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der menschliche Körper (Gebundene Ausgabe)
Während Paolo Giordano in "Die Einsamkeit der Primzahlen: Roman" die Lebensverläufe zweier jungen Menschen ins Zentrum stellte, wo der Ausdruck um zu lieben schwierig war, setzt der Autor mit dem vorliegenden Band ein Zeichen für Soldaten, die in Afghanistan zum Einsatz kommen, Beziehungen via email versuchen aufrecht zu erhalten und die Sinnlosigkeit und die Verzweiflung eines dortigen Kriegseinsatzes, die dortigen Soldaten innerlich zu verändern und auch zu beschädigen beginnt. Während ich vom Erstling begeistert war und der Autor den italienischen Literaturpreis "Premio Strega" erhielt, muss ich doch feststellen, dass dieses Buch bei weitem nicht an das Niveau und an die Klasse und Aussagekraft seines Erstlings heranreicht und das liegt ganz sicher nicht nur am Thema das sich der Autor vorgenommen hat. Eine fade und die Länge gezogene Lektüre, die im Grunde keinen wirklichen Funken überspringen lässt. Vieles bleibt hier gesichtslos und versandet wieder, als Leser bleibt man nach der Lektüre ein wenig trostlos und verloren zurück, eine beklemmende Leere wird hier erzeugt, die vermutlich sogar vom Autor so gewünscht ist.

Eine Gruppe von 27 Soldaten, inkl. Militärarzt und Vorgesetzten, kommt zu einem verkorksten Einsatz, der viel aus Warten besteht, die Furcht, die Ungewissheit und die Verzweiflung an einzelnen Soldaten schildert. Der verzweifelte Versuch, nach Hause via mail-Kontakt noch in Beziehung von nahestehenden Menschen zu bleiben, gelingt nur bedingt. Die Notwendigkeit wie die Sinnlosigkeit eines solchen militärischen Einssatzes wird auch unter dem Aspekt von Moral durchgeschüttelt und in Frage gestellt. Es gibt hier keinen wirklichen Helden und auch niemanden, mit dem man sich gerne identifizieren möchte. Es sind Einzelschicksale, in die uns Giordano ein wenig als Leser blicken lässt, auch an dem, wie diese Soldaten sich direkt vor Ort Kriegserlebnissen konfrontiert sehen, und welch innere Zerrüttung das auslösen kann. Eine Einsatztruppe, die sich wie Mäuse in einem schimmelnden Käse empfinden. ("Ihr seid die Mäuse in einem verschimmelten Käse.") S.168 Die Angst vor dem Sterben und sich einer Ungewissheit ausgesetzt zu fühlen, sind zentral in diesem Roman. Auch wenn Giordano dann noch weiter geht und die Menschen beschreibt, was aus ihnen später wurde. Die Qual in der Gegenwart ist der Gegenpol, zum verzweifelten Versuch, die eigene Wahrheit nicht nach Hause zu signalisieren, sondern vielleicht gerade die dortigen Menschen mit schonenden Lügen zu versorgen und sich ein wenig Hoffnung zusammen kratzen zu können. Hier ist nicht nur der dortige Einsatz vermasselt, sondern auch seine Umsetzung in seine literarische Verarbeitung.

Eine leere und etwas hohle Lektüre, über die Utopie der modernen Kriegsführung und ihren Auswirkungen, bei ehemaligen Soldaten. Innere Beschädigungen sind es, die Menschen dann letztendlich vor sich selber fliehen lassen, ja in einem Masse verändern, dass sie nicht mehr die Gleichen sind. Giordano setzt sein Schreibtalent dazu ein, welche Zerstörungskraft Kriegserlebnisse bei ehemaligen Soldaten, Menschen eben auf lange Zeit oder besser, bis an ihr Lebensende verfolgen und zeichnen können. Was bezeichnend ist: Das keiner der hier Beteiligten auch nur die leiseste Ahnung davon hat, welche fatale Auswirkung eine Teilnahme am Kriegsgeschehen auf einzelne Menschenschicksale haben kann. Eine ernüchternde und schwere Lektüre darüber, wie Kriegseinsätze als Soldat Menschen schutzlos machen, angesichts eines Leids, dass sie längst internalisiert haben.
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