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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Surreale, düstere Doku, mit feinem Humor
Der Film zeigt eine doch sehr traurige Woche aus dem Leben eines Folk-Musikers. Diese Woche beginnt damit das Llewyn Davis im Greenwich Village zusammengeschlagen wird. Was in der Woche davor im Leben des Davis (Dave Van Ronk) geschah zeigt dieser Film.

In dieser Woche passiert doch sehr viel, obwohl es dem Zuschauer nicht so vorkommt. Es gibt eine aberwitzige...
Vor 6 Monaten von Igneus veröffentlicht

versus
23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Diese Blueray Disc hat KEINE englischen Untertitel!
Weiss der Kuckuck, was den Vertrieb geritten hat, bei der Menge Speicherplatz auf der Disc auf die englischen Untertitel zu verzichten (ja, es gibt Leute, die schauen sich Filme in Originalsprache mit Untertiteln in Originalsprache an, weil insbesondere im Dialekt nicht immer alles sofort verstanden wird). --> UK version kaufen, z.B. bei Amazon.co.uk
Vor 14 Monaten von AM veröffentlicht


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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gänsehaut pur... Hang me ohhh Hang me...., 11. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein absoluter Ausnahmefilm bei dem ich mir denken kann das 70% der Leute ihn einfach nur langweilig finden werden. Doch mit hat der Film und vor allem die gefühlvolle Musik und Texten völlig mitgerissen. Oscar Isaacs Stimme ist einfach der Hammer, endlich mal wieder Musik und nicht dieses neumodische rumrerülpse mit am besten 20x yo Ey alter oder sonst irgendwelchen super einfallsreichen Texten was eh alles gleich klingt.

Und Leute gebt die 5€ mehr aus zu Special Edition denn das Zusatzkonzert ist mit 35 Titeln echt jeden Cent wert.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Film - mit Katze, 10. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis (DVD)
Als Coen und Folk Fan sowie als Folkmusiker finde ich diesen Film und seine Stimmung sehr treffend. Er zeigt uns ein Amerika in der Prädylanschen (tolles Wort, sollte ich patentieren lassen) Zeit, in der viele gute Leute mit Folkmusik unterwegs waren und - gescheitert sind (Woody Guthrie und Dave van Ronk waren tatsächlich lange Zeit vergessen). Überlebt haben diese Leute nur in der Erinnerung von Fans. Und übrig geblieben bzw. geschaft haben es nur eine Handvoll (Dylan, Baez, etc.) Hier wird uns auf schöne und traurige Art und Weise der Weg eines solchen "Loosers" gezeigt.

Der eine oder andere von uns kennt die Situation möglicherweise: Jahrelang tingelt man durch Clubs und Kneipen, das Publikum hört kaum bis gar nicht mehr zu - aber was will man sonst machen?

Hier zeigen die Coen-Brüder wieder einmal ihr Gespühr für bemerkenswerte Charaktere und Bilder.

Der Soundtrack passt wie Faust aufs Auge - ich sage nur T. Bone Burnett. Dieser Film und sein Soundtrack (auf Vinyl) haben mir nach einer langen Durststrecke wieder Lust auf amerikanische Folkmusik vor dem großen Bob Dylan gemacht. Dazu kommt ein überraschend guter Cast (z.b: Justin Timberlake, den ich nie mochte, der hier aber musikalisch zeigt was er wirklich drauf hat, und der für diese Musik wie gemacht scheint - wenn er nur wollte.) John Goodman als überheblicher Jazzer: "Was Folk? Ich dachte Du machst Musik!" gibt hier einen Charakter zum besten, wie es sie wirklich gibt, und von denen ich auch schon einige kennenlernen "durfte". Für mich der beste von allen ist Kater Odysseus, welcher irgendwie immer weg und doch da ist (Kater halt).
Ob einem der Film gefällt und etwas bringt, oder nicht ,liegt letztlich an den eigenen Erwartungen und dem eigenen Geschmack. Ich denke wir haben hier einen Klassiker der auch in 100 Jahren noch aktuell sein dürfte.
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5.0 von 5 Sternen Selten gab es soviel zu lachen über eine so traurige Geschichte, 2. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis [Blu-ray] (Blu-ray)
In der ersten Einstellung ein Mikro, schön lange, dann Blicke auf den Sänger, in den Raum, ins Publikum, jemand läuft durchs Bild, dann wieder der Sänger, als suche die Kamera nach einem Punkt zum Festhalten: Llewyn Davis wird in der folgenden Geschichte ebenso nach Orientierung suchen wie wir als Zuschauer. Was für ein wundervoller Film der Coen-Brüder über ein paar Tage im Leben eines Folk-Musikers Anfang der 1960er. Jetzt frisch auf Bluray in einer erweiterten Special Edition.
Folk zu spielen, ist die einzige Art der Kontaktaufnahme, die Llewyn Davis beherrscht. Ohne Musik gibt es keine Sprache - und keine Hoffnung. In einer Szene am Abendbrottisch wird er gebeten, einen alten Song zu spielen. Als dessen Mutter in den Part seines verstorbenen Ex-Partners einsteigt, wird es plötzlich sehr emotional. Seiner Trauer entzieht er sich mit dem Argument, er sei Berufsmusiker. Klarer als an dieser Stelle kann es kaum werden, dass diese Musik mit all ihrer ästhetischen Melancholie eine Zuflucht ist für eine verletzliche Seele.
Das einzige echte Gegenüber ist ein Kater, wobei es sich genau genommen um einen Kater und eine Katze handelt. Für diese übernimmt Llewyn zeitweilig sogar Verantwortung, nachdem er sie versehentlich aus dem Haus gelassen hat. Er erfährt, dass er zwei Jahre zuvor Vater in Akron geworden ist, lässt aber auch diese Abbiegemöglichkeit zu einer Wendung seines Lebens aus. Am Highway-Exit nur ein kurzes Aufflackern, dann wieder traurige Ergebenheit. Kurz danach läuft ihm die Katze vor den Wagen. Es ist klar: Die Verwundung ist seine. Die Katze steht für das, was ihn als soziales Wesen ausmacht, Träume, Verantwortung, Selbstbestimmtheit.
Selbstverständlich findet der Kater auch allein wieder nach Hause zurück. Echte Fassungslosigkeit gibt es nur ein einziges Mal auf dem Gesicht Llewyn Davis‘: als er seinen Namen erfährt. Er heisst Odysseus ...
Am Ende teilt sich Llewyn Davis seine Abendgage mit Bob Dylan. Während dieser auf der Bühne unverkennbar fasziniert, holt sich Llewyn am Hinterausgang in einem handfesten Deja vú eine Tracht Prügel. Der Lebensweg von beiden und von vielen anderen, die so oder ähnlich in der Szene unterwegs gewesen sind, ist hier abgebildet.
Dieser Film ist unglaublich komisch. Selten gab es soviel zu lachen über eine so traurige Geschichte. Mit großer Spielfreude und großartig besetzt mit Oscar Isaac, Justin Timberlake, Carey Mulligan und, so nebenbei, John Goodman als Junkie. Wunderbar fotografiert von Bruno Delbonnel („Die fabelhafte Welt der Amelie“). Perfektes Timing.
Inside Llewyn Davis ist unwiderstehlich und lange nachwirkend. Schon deshalb gebührt ARTHAUS/STUDIOCANAL ein Dank für die gelungene Blueray-Edition. Sie enthält neben einem sehenswerten „Making of“ eine zweite Disc mit dem Konzertmitschnitt der am Film beteiligten Musiker mit dem Titel „Another Day, Another Time“. Damit kann dieser Filmabend standesgemäß ausklingen.
Diese Rezension erscheint ebenfalls bei gamesunit.
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5.0 von 5 Sternen Grandios, 1. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis (DVD)
Zu Beginn wird Llewyn Davis nach seinem Auftritt nach draußen gerufen, in eine Gasse hinter dem Club. Ein Mann erwartet ihn dort im Dunkeln, beschimpft und verprügelt ihn. Davis weiß nicht, warum, und der Zuschauer natürlich erst recht nicht. In einer langen Rückblende wird nun die Geschichte bis zu diesem Punkt erzählt.

Die Coen-Brüder nahmen eine Episode aus den Memoiren des Folkmusikers Dave van Ronk als Ausgangspunkt für ihren Film, der lose auf diesen Memoiren beruht. Llewyn Davis ist ein junger Singer/Songwriter der hauptsächlich in der Folkmusikszene von Greenwich Village durch die Clubs tourt. Früher hatte er einen Partner, doch der nahm sich das Leben. So tritt er seither mit äußerst mäßigem Erfolg solo auf, erschnorrt sich mal hier, mal da einen Platz zum Schlafen und lebt von dem Inhalt des Hutes, der nach einem Auftritt im Publikum herumgereicht wird. Im Laufe des Films erfährt man mehr über Llewyn, über seine Herkunft, sein Verhältnis zu anderen Menschen. Er ist kein einfacher Charakter, ein wenig schlitzohrig, manchmal ein wenig manipulativ und permanent schwermütig (In einer Szene schlägt ihm ein Produzent vor, sich doch wieder mit seinem Partner zusammenzutun, in Unkenntnis von dessen Freitod. "Ein guter Rat.“ ist Davis' Antwort), doch er bleibt für den Zuschauer trotzdem sympathisch. Dass die Figur trotz ihrer ganzen Fehler noch sympathisch rüberkommt, liegt zum Großteil sicher auch Hauptdarsteller Oscar Issac (den ich hier zum ersten Mal bewusst sehe). Carey Mulligan liefert nach "Shame" erneut eine ausgesprochen überzeugende Leistung ab und Justin Timberlake überrascht sehr positiv als sanfter, beinahe etwas langweiliger Folksänger. Ethan Phillips (Neelix aus StarTrek Voyager), Coen-Dauergast John Goodman und Oscar-Preisträger F. Murray Abraham spielen weitere kleine Rollen, in denen sie allesamt brillieren dürfen. Neben den durchwegs guten bis sehr guten Schauspielern und den wunderbaren, melancholischen, beinahe farblosen Bildern ist für mich jedoch die Musik der Star des Films. Alles zusammen ergibt für mich ein Bild einer ziemlich hermetischen Gesellschaft im New York (und für kurze Zeit auch Chicago) der Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, einer Gesellschaft und einer Zeit, die so vielleicht gar nicht waren.

Am Ende schließt sich der Kreis zur Szene am Beginn der Geschichte. Llewyn geht auf die Straße hinter dem Club, während er aus dem Augenwinkel gerade noch mitbekommt, wie ein damals noch unbekannter Musiker die Open-Mic-Bühne betritt: Bob Dylan. Der Zuschauer erfährt nun, was es mit dem Mann auf sich hat, der Llewyn zusammenschlägt. Llewyn allerdings, ist immer noch ahnungslos. Selbstkritik und Selbsterkenntnis sind seine Sache immer noch nicht.

Wenn jemand auf Bluegrass, Country, Folk, Blues etc. ohne elektrisch verstärkte Instrumente steht, kann ich ihm die Deluxe-Version der DVD nur empfehlen, denn darauf befindet sich die Aufzeichnung eines Konzerts mit Musik aus dem Film. Neben Hauptdarsteller Oscar Isaac, der ganz offensichtlich bei seinen Auftritten im Film auch selbst singt und Gitarre spielt, sind dort u.a. Joan Baez und Jack White zu sehen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Was nicht neu ist und nie alt wird, nennt man Folksong.", 3. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis (DVD)
Aus dem Mund des Folksängers Llewyn Davis(Oscar Isaac) mag sich das seltsam anhören, aber natürlich steckt ein Funken Wahrheit in dem Satz. Im Jahr 1961, im New Yorker Gaslight Cafe, singt Llewyn seine Songs. Keine Frage, der junge Mann kann singen und Gitarre spielen, aber das allein reicht für den Durchbruch nicht. Llewyn hat keine Einkünfte aus seinem Plattenvertrag, hält sich mit Gelegenheitsaufnahmen über Wasser und muss jede Nacht sehen, wo er eine Couch zum Schlafen findet. Seine Freunde Jean(Carey Mulligan) und Jim(Justin Timberlake) haben manchmal ziemlich die Nase voll von ihm. Das Llewyn zusätzlich noch eine Katze mit sich herumschleppt, die er nicht los wird, macht es nicht besser. Doch Llewyn wird vom großen Traum getrieben, ein erfolgreicher Folksänger zu werden. Dass er sich dabei mit seiner abweisenden, unzuverlässigen Art immer wieder selbst im Weg steht, scheint ihn nicht zu stören. Doch ob das Schicksal so einem Typen eine Chance gibt?

Frei nach dem Leben des Folksängers Dave Van Ronck haben die Coen Brothers ihren -Llewyn Davis- produziert. Es ist nicht unbedingt ein klassischer Coen-Film geworden. -Inside Llewyn Davis- lebt vom Spiel Oscar Isaacs und den gut besetzten Nebenrollen. Dazu punktet wunderbar melancholische Folkmusik(gesungen vom genialen Marcus Mumford) und ein detailgenau getroffener Zeitgeist. Der Film beginnt stark, verliert sich im Mittelteil und fängt sich am Ende wieder ein. Das war jedenfalls meine Warhnehmung.

-Inside Llewyn Davis- zeigt auf beeindruckende Art und Weise, dass ein wenig mehr zu einem Folkstar gehört, als gut Gitarre spielen und singen zu können. Wie Oscar Isaac die Odyssee des haltlosen Sängers vor der Kamera spielt, das ist ganz große Klasse. Ganz nebenbei hat mir der Running Gag mit der Katze hervorragend gefallen. Leider gab es auch ein wenig Füllstoff, mit dem ich nicht viel anfangen konnte. So gehört John Goodman zu einer Coen-Produktion zwar unbedingt dazu, aber hier wirkte sein Part des Roland Turner irgendwie unausgegoren und überflüssig.
Natürlich sollte man sich die Produktionen der Coen-Brothers anschauen. Man weiß schließlich nicht, ob man da einen ganz großen Wurf verpasst. Bei -Inside Llewyn Davis- ist, meiner Ansicht nach, dieser große Wurf nicht gelungen. Anschauenswert ist der Film aber in jedem Fall...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sie können also auch Folk., 9. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis (Amazon Instant Video)
Die beiden Brüder sind die besten Bilder-Geschichtenerzähler in diesen Jahren.
Melancholisch, düsteres Portrait eines Künstlers wie es sie auch heute noch gibt.
Gespickt mit wunderbarem Wortwitz und tollen Songs.

Leider gibt es hier rezensierende Vollidioten die den Film mit Fargo oder Burn After Reading vergleichen wollen und Ihn zerreißen...Pff
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach ein Stück besch... Leben .... genau an der Wurzel des Künstlerseins, 2. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis (Amazon Instant Video)
Wunderbar gespielt, authentische Szenerie..... und am Schluss tritt einer auf der es im Gegensatz zum Protagonisten später schaffen wird, genau aus dieser Stimmung und Haltung heraus die Menschen zu erreichen.... manchmal ist es nur ein Pulsschlag der Erfolg und Misserfolg voneinander trennt. Klasse Songs, klasse Charaktere..... wunderbares Kino
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anti-Dylan und Skrotum, 22. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis (Amazon Instant Video)
Ein wunderschöner Film über den "Anti-Dylan". Über einen der Helden, der den Durchbruch nicht geschafft hat.
Schöne Musik, melancholische Stimmung, tolle Kamera.
... und wo ist eigentlich das Skrotum!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anspruchsvoll und unspektakulär, 25. April 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis (DVD)
»Inside Llewyn Davis« lautet der Titel einer LP, mit der sich der walisisch-stämmige Folksänger Llewyn Davis bei Clubs und Managern bewirbt – allerdings ohne großen Erfolg.

Die Zeit, die uns die Coen-Brüder in diesem ungewöhnlich intim gedrehten Musikfilm nahebringen wollen, ist die Ära der Folkmusik vor Bob Dylan in New Yorks verräuchertem Greenwich Village. Der Film ist anspruchsvoll und kommt vollkommen unspektakulär daher. Diejenigen, die keinen Bezug zum frühen Folk und seinen Interpreten haben, werden sich langweilen. Allen anderen bietet er ein spannendes Sittengemälde, das bisweilen sogar (John Goodman als zynischer Jazz-Musiker) ausgesprochen lustig rüberkommt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ulysses, 4. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Inside Llewyn Davis (DVD)
(Kinoversion)

Da sind sie wieder, die Coen-Brüder. Und wie üblich mal wieder für eine Überraschung gut. Nach nicht gerade gelungenen Ausflügen ins Western- ("True Grit") und Komödiengenre ("Ladykillers"), machen die Coens nun wieder das, was sie am besten können: melancholische, hintersinnige Komödien inszenieren, die vor skurrilen Charakteren strotzen und durch verrückte Dialoge begeistern. Zudem ist "Inside Llewyn Davis" eine musikalische Hommage an die Folkmusic der 60er Jahre, die entscheidend von Bob Dylan geprägt wurde. Eine Reminiszenz an Dylan findet sich dann auch in der Schlussszene des Films. Die vielen Songs, die im Film zum Besten gegeben werden, erinnern oft an die musikalischen Glanzleistungen des Coen-Films "O Brother where art thou?", aber auch an die Musik von Mumford & Sons, was kein Wunder ist, fungiert Marcus Mumford doch hier als Associate Music Producer. Und schlussendlich spielt auch ein Kater bei Llewyn Davis' musikalischer Ulysses (Odyssee) eine nicht unerhebliche Rolle. Folkmusic, Katzen, Selbstfindung, so könnte man das neueste Werk der Coen-Brüder auch zusammenfassen.

Llewyn Davis (Oscar Isaac, "Revenge for Jolly!") versucht sich nach dem Tod seines musikalischen Partners als Solist, konnte bisher aber keine nennenswerten Erfolge aufweisen. Im New York des Jahres 1961 gelangt die auch von Llewyn präferierte Folkmusic gerade in die Gehörgänge der breiten Masse, dennoch war Llewyn bislang kein Durchbruch beschert. Er tritt vornehmlich im Gaslight, dem Club von Pappi Corsicato (Max Casella, "Killing them Softly") auf und schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Da er keine eigene Wohnung hat, schläft er abwechselnd bei verschiedenen Freunden, unter anderem bei Jean (Carey Mulligan, "Der große Gatsby") und ihrem Mann Jim (Justin Timberlake, "In Time"), die musikalisch weit erfolgreicher sind als er. Da Llewyn sich von seinem Agenten Mel unzureichend vertreten fühlt, macht er sich auf nach Chicago, um dort Plattenboss Bud Grossman (F. Murray Abraham, "Amadeus") von sich zu überzeugen. Kein leichter Weg, vor allem nicht, wenn man mit arroganten Jazzmusikern (John Goodman, "Argo") und verkappten Dichtern (Garrett Hedlund, "Tron: Legacy") im Auto sitzt. Wird es Llewyn noch gelingen, sich als Solokünstler durchzusetzen oder muss er seine musikalischen Träume aufgeben?

"Inside Llewyn Davis" ist ein wunderbares Portrait der Zeit, in der die Folkmusic ihren Siegeszug um die Beliebtheit beim amerikanischen Volk begann. Darüber hinaus entwerfen die Coen-Brüder ein authentisches Bild New Yorks in den 60er Jahren. Ihr Protagonist Llewyn Davis, die verkrachte Existenz, fungiert dabei als verschrobene Projektionsfläche einer Zeit, die im Umbruch ist und deren Werte sich neu definieren.

Die Musik steht hier eindeutig im Vordergrund, was zugleich für ein kleines Manko des Films sorgt. Sofern man nicht inbrünstiger Folkmusic-Fan ist, könnte es einem ab und an etwas zuviel werden mit den dargebotenen Songs. Vor allem, weil die Coen-Brüder sich entschieden haben, jeden Song, der vorgetragen wird, voll auszuspielen, wo ab und ein eine Strophe samt Chorus gereicht hätte. Außerdem ist die Handlung interessant genug, so dass man eigentlich lieber noch mehr von den Protagonisten erfahren hätte als nur immer wieder ihren Songs zu lauschen. Dennoch beherrschen die Coens die Kunst, aus vermeintlich wenig Inhalt ganze, wunderbare Filme zu komponieren. Wir haben nur teil an einer einzigen Woche in Llewyn Davis' Leben und doch füllen die Coen-Brüder damit 105 Filmminuten. Sie begleiten Llewyn Davis bei seiner Suche nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit, ins Gaslight, zu seinem Agenten, zu seinen Freunden und auf seinem Trip nach Chicago. Sie lassen ihn immer wieder scheitern und immer wieder aufstehen und beleuchten gekonnt seine schwierigen zwischenmenschlichen Beziehungen.

Dabei kreuzt auch immer wieder ein getigerter Kater Llewys Weg, im wahrsten Sinne ein kleiner Running Gag des Films. Und auch sonst trifft Llewyn viele Menschen, mit denen er nur gemein hat, dass er mit ihrem Umgang überfordert ist. Ob das nun die ständig fluchende Jean ist, die er vielleicht geschwängert hat, sein Freund und Jeans Mann Jim, der mit albernen Liedchen große Erfolge feiert, ein drogenabhängiger Jazzmusiker oder ein schweigsamer, Kette rauchender Songwriter mit äußerst merkwürdigen lyrischen Anwandlungen. Ihnen allen begegnet der misanthropische Llewyn mit einer Mischung aus Gleichgültig- oder Ungläubigkeit. Er ist desillusioniert, will aber dennoch seinen Traum von Durchbruch als Musiker (noch) nicht aufgeben. Verarmt, aber stur geht er seinen Weg als Solokünstler, obwohl er schon selbst nicht mehr an seinen Erfolg glaubt.

Die Coen-Brüder haben wie immer einen großartigen Cast für ihren Film gewinnen können. Oscar Isaac überzeugt sowohl als Folksänger als auch als wortkarger, mürrischer Einzelgänger, der immer wieder dieselben Fehler macht. Carey Mulligan gibt hier eine herrlich rotzige, ständig schimpfende Sängerin, die einfach nicht treu sein kann. Justin Timberlake überzeugt als naiver, talentierter Folksänger mit Bart und Wollpulli und John Goodman liefert eine grandiose Vorstellung als scharfzüngiger Jazzmusiker mit Drogenproblem ab. Mit den ebenfalls von den Coen-Brüdern geschriebenem Script sind diese hervorragenden Darstellerleistungen aber auch kein Wunder, da sich hier einzigartige Dialoge finden, bei denen nahezu jeder Satz punktgenau trifft.

Dieses überaus musikalische Drama läuft zwar nicht ganz zur biglebowskihaften Genialität auf, dafür steht das Thema Musik zu sehr im Vordergrund, weiß aber dennoch durch den typischen coenschen Humor zu überzeugen. Ein ruhiger, langsamer Film mit immer wieder berührenden oder komischen Momenten, auf den man sich einlassen muss, der einen aber dann mit wunderbarer Skurrilität und einer wirklich putzigen Katze belohnt. Deshalb gerne vier von fünf Folksongs, die oft das wahre Leben widerspiegeln.
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Inside Llewyn Davis
Inside Llewyn Davis von Oscar Isaac (DVD - 2014)
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